Anhaltende Aktivität am Shiveluch – Aschewolken ziehen in 10 Kilometern Höhe hunderte Kilometer über Kamtschatka
Der Shiveluch auf der russischen Halbinsel Kamtschatka bleibt einer der aktivsten Vulkane der Erde und stellt auch im Juni seine Ausdauer unter Beweis. Neue Satellitendaten, Livecam-Aufnahmen und Berichte von KVERT zeigen, dass der Vulkan weiterhin große Mengen vulkanischer Asche und Gase freisetzt. Dies beeinträchtigt den Flugverkehr über dem Nordpazifik und führt weiterhin zu Umleitungen von Flugrouten.

Das VAAC Tokio veröffentlichte seit gestern neun VONA-Warnungen, nachdem auf Satellitenbildern ausgedehnte Aschewolken beobachtet worden waren. Die Eruption förderte kontinuierlich Vulkanasche, die Höhen von bis zu 10 Kilometern (Flugfläche FL330) erreichte. Die Asche wurde vom Wind in nordöstlicher Richtung verfrachtet. Am 9. Juni erstreckte sich eine Aschewolke über mehrere hundert Kilometer und entfernte sich mit einer Geschwindigkeit von rund 38 km/h vom Vulkan.
Bereits am Vortag hatte das VAAC eine große Aschewolke registriert, die ebenfalls bis in etwa 10 Kilometer Höhe aufstieg. KVERT berichtete später, dass die Wolke eine Ausdehnung von etwa 250 × 230 Kilometern erreicht hatte und sich gut 300 Kilometer nordöstlich des Vulkans befand. Obwohl zum Zeitpunkt des Berichts keine neuen explosiven Ascheeruptionen beobachtet wurden, blieb die Warnstufe für den Flugverkehr auf Orange. Zuvor war sie zeitweise auf Rot angehoben worden.
Der aktuelle Aktivitätsstil wird weiterhin vom Wachstum des Lavadoms geprägt. Im Gipfelbereich wächst an der Nordseite des Doms ein neuer Lavablock. Dieser Prozess wird von kräftigen Gas- und Dampfausstößen begleitet. Satellitensensoren registrierten zudem eine deutliche thermische Anomalie, die auf hohe Temperaturen im Bereich des aktiven Domkomplexes hinweist.
Der Shiveluch ist für seine Domwachstumsphasen bekannt, die immer wieder von starken Explosionen und dem Kollaps instabiler Lavapartien unterbrochen werden. Solche Ereignisse haben in der Vergangenheit oft hohe Aschewolken erzeugt und pyroklastische Ströme ausgelöst. Die aktuelle Entwicklung wird daher von Vulkanologen aufmerksam überwacht, da weitere explosive Episoden jederzeit möglich sind.







