Erneut hohe Aschewolken am Shiveluch eruptiert – Satellitenfoto zeigt Schlagschatten der Eruptionswolke
Der russische Vulkan Shiveluch blieb auch in dieser Woche einer der aktivsten Vulkane der Welt und erzeugte mehrere hoch aufsteigende Aschewolken. So wurden in diesem Jahr bereits 44 VONA-Warnungen für den Flugverkehr ausgegeben, da die Asche selbst hoch fliegende Flugzeuge gefährden könnte. Heute Nacht erreichte die Aschewolke FL 290, also 29.000 Fuß, was in etwa 8800 m über dem Meeresspiegel entspricht. Die Aschewolke driftete nach Nordosten. Geschwindigkeitsangaben fehlten.

Die Aschewolken entstehen explosiv und werden aus einem Förderschlot im Dom eruptiert. Sie stehen nicht mit pyroklastischen Strömen in Verbindung, wie ich in einem früheren Post spekuliert hatte. Ersichtlich wird das aus aktuellen Satellitenfotos, die bei schönstem Wetter aufgenommen wurden und eine unberührte Schneelandschaft am Vulkan zeigen, ohne Spuren etwaiger pyroklastischer Ströme. Auf einem Copernicus-Bild vom 5. Februar ist sogar eine Eruption nebst Schlagschatten zu sehen, was nicht häufig vorkommt. Im Infrarotspektrum erkennt man eine Wärmeanomalie, die vom Förderschlot ausgeht, was auf Schmelze hindeutet, die hoch im System steht, was bei einem eruptierenden Vulkan auch nicht weiter verwundert.
Die Vulkanologen von KVERT versorgen uns noch mit weiteren Informationen zum Vulkan: Ihren Angaben zufolge breitete sich die Vulkanasche gestern über eine Strecke von 980 Kilometern aus und man warnt vor weiteren Explosionen, bei denen die Aschewolken bis zu 10 Kilometer hoch aufsteigen könnten. Der Alarmstatus für den Flugverkehr steht auf „Orange“. Es wird anhaltendes Domwachstum bestätigt.
Der Shiveluch ist ein 3283 m hoher komplexer Stratovulkan mit einer bewegten Vergangenheit, wie man an der hufeisenförmigen, nach Süden hin offenen Caldera ablesen kann, die von einem gewaltigen Kollaps mit Hangrutsch im Zuge einer starken Eruption zeugt. In dieser Caldera wächst der aktuell aktive Lavadom. Die Staukuppel befindet sich fast 800 m unterhalb des höchsten Calderarandes, genauer auf 2500 m Höhe. Der im letzten Jahr noch aktive Dom im alten Bereich des Shiveluch scheint seine Aktivität inzwischen eingestellt zu haben.




