Klyuchevskoy mit anhaltender explosiver Aktivität – Vulkanasche in 6700 m Höhe detektiert
Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka setzt der Klyuchevskoy seine explosiven Eruptionen fort. Der mit 4750 Metern höchste Vulkan Eurasiens zeigt weiterhin strombolianische Aktivität im Gipfelkrater, die von Ascheemissionen begleitet werden und VONA-Warnungen für den Flugverkehr auslösen. Der Alarmcode für die Luftfahrt steht weiterhin auf „Orange“.

Nach Angaben von KVERT wird seit fast 2 Wochen nahezu kontinuierlich strombolianische Aktivität beobachtet. Dabei steigt teils glühende Tephra aus dem Gipfelschlot auf. Die freigesetzten Aschewolken steigen mehrere Hundert bis über Tausend Meter über den Krater auf und werden von starken Winden verdriftet. KVERT weist darauf hin, dass jederzeit stärkere Explosionen auftreten können, die Asche bis in gut 8 Kilometer Höhe transportieren und dort den Flugverkehr gefährden.
Aktuelle Aufnahmen zeigen eine Gas-Dampf-Wolke, die zusammen mit Asche bis auf eine Höhe von 5500 m über dem Meeresspiegel aufstieg. Die aktuelle Aschewolke breitete sich über mehr als 20 Kilometer nach Nordosten aus. Satellitenbeobachtungen bestätigen gleichzeitig eine thermische Anomalie am Vulkan. Sie steht mit der anhaltenden Förderung heißen Materials im Gipfelbereich in Verbindung.
Besonders bemerkenswert ist die großräumige Verfrachtung der Vulkanasche. Satellitendaten zufolge wurden während der vergangenen Woche täglich Aschefahnen beobachtet, die sich bis zu 430 Kilometer weit nach Osten erstreckten. Ursache hierfür sind die vorherrschenden Höhenwinde über Kamtschatka.
Die jüngste VONA-Meldung des VAAC Tokyo bestätigt heute eine stärkere explosive Phase. Am 28. August wurde eine Aschewolke bis FL220, entsprechend etwa 6,7 Kilometern Höhe, registriert. Die Wolke wurde mit einer Geschwindigkeit von fast 70 km/h ostwärts verfrachtet und dürfte sich in den kommenden Stunden weiter über den Nordpazifik ausbreiten.
Für den Vulkan gilt damit weiterhin eine erhöhte Gefahrenlage für den Flugverkehr. KVERT warnt insbesondere vor möglichen stärkeren Ascheexplosionen. Auch wenn die aktuelle Eruption als moderat eingestuft wird, kann die Aktivität des Klyuchevskoy kurzfristig deutlich zunehmen.





