Shiveluch: Vulkanausbruch mit hoher Aschewolke

Erneut hohe Aschewolken am Shiveluch eruptiert – Satellitenfoto zeigt Schlagschatten der Eruptionswolke

Der russische Vulkan Shiveluch blieb auch in dieser Woche einer der aktivsten Vulkane der Welt und erzeugte mehrere hoch aufsteigende Aschewolken. So wurden in diesem Jahr bereits 44 VONA-Warnungen für den Flugverkehr ausgegeben, da die Asche selbst hoch fliegende Flugzeuge gefährden könnte. Heute Nacht erreichte die Aschewolke FL 290, also 29.000 Fuß, was in etwa 8800 m über dem Meeresspiegel entspricht. Die Aschewolke driftete nach Nordosten. Geschwindigkeitsangaben fehlten.

Shiveluch

Die Aschewolken entstehen explosiv und werden aus einem Förderschlot im Dom eruptiert. Sie stehen nicht mit pyroklastischen Strömen in Verbindung, wie ich in einem früheren Post spekuliert hatte. Ersichtlich wird das aus aktuellen Satellitenfotos, die bei schönstem Wetter aufgenommen wurden und eine unberührte Schneelandschaft am Vulkan zeigen, ohne Spuren etwaiger pyroklastischer Ströme. Auf einem Copernicus-Bild vom 5. Februar ist sogar eine Eruption nebst Schlagschatten zu sehen, was nicht häufig vorkommt. Im Infrarotspektrum erkennt man eine Wärmeanomalie, die vom Förderschlot ausgeht, was auf Schmelze hindeutet, die hoch im System steht, was bei einem eruptierenden Vulkan auch nicht weiter verwundert.

Die Vulkanologen von KVERT versorgen uns noch mit weiteren Informationen zum Vulkan: Ihren Angaben zufolge breitete sich die Vulkanasche gestern über eine Strecke von 980 Kilometern aus und man warnt vor weiteren Explosionen, bei denen die Aschewolken bis zu 10 Kilometer hoch aufsteigen könnten. Der Alarmstatus für den Flugverkehr steht auf „Orange“.  Es wird anhaltendes Domwachstum bestätigt.

Der Shiveluch ist ein 3283 m hoher komplexer Stratovulkan mit einer bewegten Vergangenheit, wie man an der hufeisenförmigen, nach Süden hin offenen Caldera ablesen kann, die von einem gewaltigen Kollaps mit Hangrutsch im Zuge einer starken Eruption zeugt. In dieser Caldera wächst der aktuell aktive Lavadom. Die Staukuppel befindet sich fast 800 m unterhalb des höchsten Calderarandes, genauer auf 2500 m Höhe. Der im letzten Jahr noch aktive Dom im alten Bereich des Shiveluch scheint seine Aktivität inzwischen eingestellt zu haben.

Shiveluch eruptiert Aschewolken am 5. Februar

Shiveluch stößt Aschewolken bis auf 8500 Meter Höhe aus – vier VONA-Warnungen seit gestern

Das VAAC Tokio veröffentlichte heute bereits drei VONA-Warnungen zum Vulkan Shiveluch, wonach der Vulkan auf der russischen Halbinsel Kamtschatka Aschewolken ausstößt, die bis in eine Höhe von 8 500 Metern aufsteigen und in nordwestlicher Richtung driften. Bereits am Vortag wurde eine vergleichbare Ascheemission gemeldet. Damit setzt der Vulkan seine Eruptionsserie fort, die nach einer kurzen Phase relativer Ruhe mit nur wenigen registrierten Aschewolken Ende Januar wieder an Intensität gewann.

VONA
VONA

Die jüngste VONA-Meldung wurde am 5. Februar 2026 um 06:00 UTC vom VAAC Tokio ausgegeben. Darin wurden anhaltende Vulkanascheemissionen des 3 283 Meter hohen Vulkans Shiveluch bestätigt. Die Aschewolke wurde um 05:20 UTC satellitengestützt beobachtet und reichte vom Boden bis FL280, was etwa 8 500 Metern Höhe entspricht. Sie driftete mit einer Geschwindigkeit von rund 30 Knoten (etwa 55 km/h) in nordwestlicher Richtung. Damit bewegte sich die Aschewolke im unteren Bereich der für die Luftfahrt kritischen Höhen und stellte eine potenzielle Gefahr für den Flugverkehr dar.

In der Prognose wird erwartet, dass sich die Aschewolke weiter ausdehnt und Höhen von mindestens FL290 erreicht. Sechs Stunden nach der Beobachtung sollte sich die Asche demnach weit nach Westen und Nordwesten ausgebreitet haben.

Nach Angaben der Vulkanologen von KVERT wurde der Alarmstatus für den Flugverkehr kurz nach der jüngsten Eruption auf „Rot“ angehoben, inzwischen jedoch wieder um eine Stufe gesenkt. Berichten zufolge breitete sich die Vulkanasche bis in eine Entfernung von etwa 150 Kilometern aus. Zudem wird darauf hingewiesen, dass jederzeit stärkere Explosionen möglich sind, die Aschewolken bis in Höhen von 12 Kilometern fördern könnten. In diesem Fall würde die Asche deutlich in den für den internationalen Passagierflugverkehr typischen Höhenbereich vordringen.

Die aktuelle Aktivität des Shiveluch ist weiterhin durch Domwachstum im jungen Teil des Vulkans geprägt. Begleitend treten starke Entgasungen und eine ausgeprägte Wärmeabstrahlung auf, die – ebenso wie die Aschewolken – aus dem Weltraum detektiert werden können. Am Vortag registrierte das MODIS-System eine als moderat eingestufte Wärmeanomalie mit einer Leistung von rund 10 Megawatt. Meist liegt die Wärmestrahlung jedoch im einstelligen Megawattbereich, wie es für Domvulkane typisch ist.

Das Gefüge eines Lavadoms

Shiveluch
Shiveluch-Dom

An Lavadomen tritt nur selten rotglühende Lava an der Oberfläche zutage, da der Dom von unten her wächst und das an der Oberfläche befindliche Material bereits erstarrt und abgekühlt ist. Diese abgekühlte Schicht aus mächtigen Lavablöcken wirkt isolierend und verhindert eine rasche Abkühlung der Schmelze im Inneren. Dabei ist das Innere eines Lavadoms nicht als homogener Schmelzkörper zu verstehen, sondern als ein komplexes Gefüge unterschiedlich geformter Strukturen mit zahlreichen Scherflächen. Viele dieser Strukturen sind äußerlich erstarrt, können jedoch in ihrem Inneren noch plastische und gasreiche Schmelze enthalten. Andesitische bis dazitische Dome wie jener des Shiveluch erreichen in ihrem Kern nahe des Förderschlots Temperaturen von bis zu 900 Grad Celsius, während die Domoberfläche häufig Temperaturen von unter 100 Grad Celsius aufweist. Der Lavadom verschließt den Förderschlot, so dass sich im Fördersystem ein hoher Gasdruck aufbauen kann, der letztendlich zu Explosionen führt.

Shiveluch bricht aus und eruptiert über 9 km hohe Aschewolke

Vulkanausbruch des Shiveluch auf Kamtschatka – Aschewolken bis in große Höhen aufgestiegen

Der Vulkan Shiveluch liegt auf der russischen Halbinsel Kamtschatka und ist erneut ausgebrochen. Seit gestern Abend sorgen seine Aschewolken für Beeinträchtigungen des Luftverkehrs. Anwohner sorgen sich vor noch stärkeren Eruptionen. Nach Angaben des Kamchatka Volcanic Eruption Response Teams (KVERT) gilt nach mehreren Explosionen weiterhin der Aviation Colour Code ORANGE.

Der bislang stärkste Ausbruch der Serie ereignete sich heute früh gegen 04:50 UTC. Dabei wurde eine Aschewolke bis in eine Höhe von FL310 (ca. 9,5 Kilometer) geschleudert. Satellitenbeobachtungen bestätigten eine rasche Ausbreitung der Vulkanasche, die sich mit starken Höhenwinden bis zu 340 Kilometer westlich des Vulkans verlagerte. Der Ausbruch dauerte gut 15 Minuten.

Darüber hinaus berichtet KVERT, dass das Lavadom-Wachstum im Krater des „Jungen Shiveluch“ weiterhin anhält. Dieser Prozess ist von kräftigen Gas- und Dampfausstoßungen begleitet. Zusätzlich wurde in Satellitendaten eine deutliche thermische Anomalie registriert, was auf anhaltende magmatische Aktivität im Fördersystem hinweist. Die aktuelle Gipfelhöhe des Lavadoms wird auf etwa 2500 Meter geschätzt, während der Vulkan am höchsten Rand seiner Caldera eine Gesamthöhe von 3283 Metern erreicht.

Seit Beginn der jüngsten Aktivitätsphase wurden sieben VONA-Warnungen (Volcano Observatory Notice for Aviation) herausgegeben. Das zuständige VAAC Tokio bestätigte wiederholt neue Aschewolken in unterschiedlichen Höhenlagen – von bodennahen Schichten bis in große Reiseflughöhen. Teile der Asche waren zeitweise durch meteorologische Wolken verdeckt, konnten jedoch mithilfe moderner Satellitensysteme wie Himawari-9 eindeutig nachgewiesen werden. KVERT warnte in diesem Zusammenhang vor Aschewolken, die bis zu 15 km hoch aufsteigen könnten.

Bei der Vulkanasche handelt es sich nicht etwa um das Verbrennungsprodukt eines Feuers, sondern um fragmentierte Lava, die man eigentlich als Sand bezeichnen müsste. Gerät sie in Flugzeugturbinen, könnten diese geschädigt werden.

Der Shiveluch zählt zu den aktivsten und gefährlichsten Vulkanen Kamtschatkas. Explosive Ausbrüche, gepaart mit Domkollapsen und pyroklastischen Strömen, treten hier regelmäßig auf. Für die lokale Bevölkerung besteht derzeit keine unmittelbare Bedrohung, da das Gebiet nur dünn besiedelt ist. Für den internationalen Flugverkehr im nördlichen Pazifikraum stellt die anhaltende Ascheemission jedoch ein ernstzunehmendes Risiko dar.

Russischer Vulkan Shiveluch eruptiert Vulkanasche 9 km hoch

Shiveluch eruptierte Aschewolke – rote VONA-Warnung ausgegeben

Shiveluch, ein Vulkan auf der entlegenen russischen Halbinsel Kamtschatka, eruptierte am Morgen des 23. Januar explosiv und förderte dabei eine Aschewolke, die bis auf etwa 9 Kilometer Höhe (FL300) aufstieg und mit dem Wind nach Norden driftete. Dabei breitete sich die Eruptionswolke mit einer Geschwindigkeit von 80 Knoten (rund 150 km/h) über ein großes Gebiet aus. Es war die zweite erwähnenswerte Eruption des Vulkans in diesem Jahr.

Shiveluch
Vona-Warnung

Auf den ersten Blick erstaunt die hohe Geschwindigkeit, mit der sich die Vulkanasche ausbreitete. Bedenkt man jedoch die große Höhe, in der sie sich bewegte, wird klar, dass sie vom Jetstream erfasst wurde. Da sich die Asche in Höhen ausbreitete, in denen auch Verkehrsflugzeuge unterwegs sind, wurde der Luftverkehrswarncode auf Rot angehoben.

Die Forscher von KVERT berichteten zunächst noch nicht über die aktuelle Aktivität des Vulkans. Dennoch ist bekannt, dass in der hufeisenförmigen Depression des Kraters am Jungen Shiveluch ein Lavadom wächst. Dieses Domwachstum wird von starken Entgasungen, Steinschlägen und gelegentlichen Schuttlawinen begleitet.

Wahrscheinlich kam es heute Morgen gegen 07:40 UTC zu einer Explosion, in deren Folge es auch zu einem partiellen Kollaps des Lavadoms und möglicherweise zur Generierung eines pyroklastischen Stroms gekommen ist. Pyroklastische Ströme zählen zu den gefährlichsten Phänomenen der Vulkanwelt: Die Wolken aus einem Gas-Asche-Gemisch können glühend heiß sein und sich mit sehr hohen Geschwindigkeiten hangabwärts bewegen. Dabei führen sie auch Geröll und größere Lavabrocken mit sich, die zusätzlich zur extremen Hitze ein hohes abrasives Zerstörungspotenzial besitzen. Personen, die direkt in einen pyroklastischen Strom geraten, haben praktisch keine Überlebungschancen.

Glücklicherweise ist das unmittelbare Umfeld des Shiveluch unbewohnt, sodass nur selten Menschen durch seine Eruptionen verletzt werden oder ums Leben kommen.

Der Shiveluch ist jedoch nicht der einzige aktive Vulkan Kamtschatkas. Aktuell ist auch der Krasheninnikov aktiv und fördert einen zweiarmigen Lavastrom, der sich in Richtung Osten bewegt. Die Lava emittiert zeitweise eine hohe thermische Strahlung. Der Vulkan wurde offenbar infolge des Megabebens Ende Juli aktiv, das sich vor der Südostküste Kamtschatkas ereignete.

Russland: Schneechaos auf Kamtschatka

Schneechaos auf Kamtschatka: Schneemassen reichen bis zum vierten Stock

Eine ungewöhnlich starke Wintersturmfront hat in großen Teilen der russischen Halbinsel Kamtschatka ein Schneechaos verursacht. Seit mehreren Tagen fallen bei starkem Wind große Mengen Schnee, was zu massiven Verwehungen führt, in deren Folge Straßen und Hauseingänge blockiert wurden und lebensbedrohliche Bedingungen entstanden. Mindestens zwei Männer starben durch herabstürzende Schneemassen bzw. abgegangene Dachlawinen.

Augenzeugen und lokale Behörden berichten von Schneeverwehungen, die in einigen Stadtteilen so hoch sind, dass sie Hausfassaden bis in den dritten und vierten Stock hinein bedecken und Eingänge blockieren. Bilder und Videos, die in den sozialen Medien kursieren, zeigen vollständig verschüttete Eingänge: Die Bewohner der Häuser konnten sich nur über ausgegrabene Schneetunnel Zugang zu ihren Wohnungen verschaffen oder mussten den Weg übers Fenster wählen.

„Der Schnee türmt sich hier meterhoch. Wir mussten uns einen Weg durch die Schneewehen graben, um überhaupt aus dem Haus zu kommen“, berichtet eine Bewohnerin von Petropawlowsk-Kamtschatski. Fahrzeuge liegen tief verschüttet an Straßenrändern, der öffentliche Nahverkehr ist weitgehend eingestellt und das öffentliche Leben kam zum großen Teil zum Erliegen. Um die wichtigsten Verbindungen aufrechtzuerhalten wurden Busse durch geländegängige LKW ersetzt, die sonst Touristen zu den Vulkanen Kamtschatkas fahren.

Die außergewöhnliche Kombination aus intensiven Schneefällen und heftigen Winden hat die Lage verschärft. Die Räumungsarbeiten sind vielerorts nur stockend möglich, da die Schneeverwehungen wiederholt neue Barrieren schaffen. Notfallteams kämpfen gegen die Zeit, um wichtige Verkehrswege und Versorgungslinien freizuhalten.

Meteorologen führen das extreme Wetter auf ein stark ausgeprägtes Tiefdruckgebiet über dem Nordpazifik zurück, das feuchte Luftmassen ins Landesinnere zieht und für dauerhafte Niederschläge sorgt. Obwohl Kamtschatka regelmäßig mit schneereichen Wintern konfrontiert ist, bezeichnet ein Vertreter des regionalen Wetterdienstes den aktuellen Sturm als „historisch intensiv“.

Die Gefahr durch die Schneemassen ist nicht nur logistischer Natur: Lokale Behörden bestätigten, dass mindestens zwei Männer ihr Leben verloren haben, nachdem sie von herabfallendem Schneemassen getroffen wurden. In Anbetracht der schwierigen Bedingungen riefen die Behörden zu äußerster Vorsicht auf und baten die Bevölkerung, nur dringend notwendige Wege zu unternehmen.

In verschiedenen Städten und Siedlungen leiden die Menschen nicht nur unter blockierten Straßen, sondern auch unter Versorgungsengpässen. Schulen und Behördenämter blieben geschlossen, und es wird befürchtet, dass die Aufräumarbeiten sich noch über Tage erstrecken könnten.

Shiveluch eruptiert Vulkanasche bis auf 6000 m

Shiveluch eruptiert Vulkanasche auf 6000 m Höhe – VONA-Warnung ausgegeben

Der Vulkan Shiveluch liegt auf der abgelegenen Kamtschatka-Halbinsel und sorgt erneut für Aufmerksamkeit in der globalen Vulkanbeobachtung. Eine Eruption ließ heute eine Aschewolke aufsteigen, die eine Höhe von 6000 m (FL200) erreichte und mit einer Geschwindigkeit von etwa 9 km/h in östlicher Richtung driftete.

Nach Angaben des VAAC wurde die Aschewolke um 04:58 UTC auf Satellitenfotos gesichtet. Später, um 06:00 UTC konnten die aktuellen Satellitendaten jedoch keine eindeutige Aschewolke mehr nachweisen, weshalb keine Prognosen für die nächsten Stunden erstellt werden konnten und vorerst kein Folgebericht geplant ist. Sollte sich erneut Asche in den Satellitenbildern zeigen, wollen die Behörden jedoch wieder warnen.

Shiveluch gehört zu den aktivsten Vulkanen Kamtschatkas, einer Region, in der Erdbeben und vulkanische Eruptionen regelmäßig häufig auftreten. In den vergangenen Monaten und Jahren haben wiederholte Ausbrüche immer wieder Aschewolken, Lava-Dom-Wachstum und heftige Explosionen produziert.

In den letzten 3 Monaten haben Observatorien mehrfach explosive Aktivität und Warnungen vor aufsteigenden Aschewolken gemeldet – teils mehrere Kilometer hoch und mit Aschefahnen, die Hunderte Kilometer weit drifteten. Trotz dieser Aktivität war es zuletzt aber vergleichsweise ruhig um den Vulkan bestellt gewesen. KVERT bestätigt aber in seinen täglichen Meldungen, dass das Domwachstum im Jungen Shiveluch anhält und von starken Gasemissionen begleitet wird. Der zweite Dom in der älteren-Karan-Gruppe hat seine Aktivität offenbar eingestellt, zumindest taucht er seit einigen Wochen nicht mehr in den Berichten auf. Der larmstatus des Shiveluch steht auf „Orange“.

Der Shiveluch liegt nördlich der zentralen Vulkangruppe Kamtschatkas, zu der die aktiven Vulkane Klyuchevskoy und Bezymianny zählen. Letzterer Vulkan macht durch langsames Domwachstum auf sich aufmerksam Der Klyuchevskoy zeigt aktuell keine Eruptionen.

Anders sieht es am Krasheninninkov aus, der seit dem starkbeben Ende Juli 2025 aktiv ist. Er ist überwiegend effusiv tätig und förderte einen zweiarmigen Lavastrom, der über die Ostflanke des Vulkans fließt. Gelegentlich kommt es zu Ascheemissionen aus dem Gipfelkrater.

Shiveluch: Vulkanasche bis auf 7600 m Höhe aufgestiegen

Explosive Eruptionen am Vulkan Shiveluch: erhöhte Gefahr für Luftverkehr

Nachdem in den letzten Tagen der Bezymianny auf Kamtschatka besonders aktiv war, zeigt nun der Shiveluch eine erhöhte Aktivität mit mehreren explosiven Ausbrüchen. Das VAAC Tokio veröffentlichte in den letzten 3 Tagen mehrere VONA-Meldungen, nach denen Aschewolken vom Shiveluch bis auf 7600 m Höhe aufgestiegen sind und in Richtung Nordosten drifteten. Dabei kam es in den Gebieten unter der Eruptionswolke zu Ascheniederschlag. Die Alarmstufe für den Flugverkehr steht aktuelle auf „Orange“.

Nach neuesten Beobachtungen des Kamtschatka Volcano Eruptions Response Team (KVERT) wurden am 26. und 27. November drei starke Explosionen registriert, deren Aschewolken bis in Höhen zwischen 5 und 10 Kilometern aufstiegen. Die Aschewolken drifteten dabei bis zu 385 Kilometer nordöstlich vom Vulkan weg und stellten eine ernsthafte Gefahr für den internationalen Flugverkehr dar.

Der explosive Ausbruch wird begleitet von intensiver Gas- und Dampffreisetzung. Zudem wurde in mehreren thermischen Anomalien am Vulkan festgestellt, dass diese auf anhaltende Magmaaktivität hindeuten. An einigen Tagen war die Sicht durch Wolken jedoch eingeschränkt, was die Überwachung erschwerte.

Offenbar ist nur noch der Dom im Jungen Shiveluch aktiv. Der Karan-Dom im älteren Teil des komplexen Vulkans taucht seit mehreren Monaten nicht mehr in den Berichten der Vulkanologen auf. Dieser Dom wurde nach der letzten großen Eruption im Jahr 2023 aktiv. Damals kollabierte der Dom im jungen Shiveluch und starke Explosionen bliesen seine Reste aus.

Der Shiveluch ist einer der aktivsten und gefährlichsten Vulkane Kamtschatkas. Mit einer Höhe von 3.283 Metern zählt er zu den höchsten Vulkanen der Region. Er ist ein Schichtvulkan, der durch seinen imposanten Lavadom bekannt ist und immer wieder explosive Ausbrüche mit Aschewolken und pyroklastischen Strömen produziert. Aufgrund seiner Lage im pazifischen Feuerring wird der Vulkan kontinuierlich überwacht, um Gefahren für die Bevölkerung und den Luftverkehr frühzeitig zu erkennen.

Die aktuelle Aktivität des Shiveluch erfordert erhöhte Vorsicht, insbesondere für die Luftfahrt, da Aschepartikel die Triebwerke von Flugzeugen gefährden können. Die zuständigen Behörden behalten die Situation genau im Blick und werden bei Bedarf weitere Warnungen herausgeben.

Bezymianny: Pyroklastische Ströme und Aschewolken

Bezymianny. © RAW-Livecam, Ki verbessert

Paroxysmale Aktivität am Bezymjanny klingt langsam ab, ist aber noch nicht beendet

Auf Kamtschatka ist der Bezymanny immer noch aktiv und emittiert eine Asche-Dampf-Wolke, doch es sieht so aus, als wäre der Höhepunkt der paroxysmalen Aktivität erst einmal vorbei, wobei eine erneute Reaktivierung durchaus möglich ist. Gestern erzeugte der Vulkan einen Paroxysmus, in dessen Folge auch pyroklastische Ströme abgingen und Vulkanasche bis auf 11.000 m gefördert wurde.

Die Aktivitätssteigerung begann am 24. November und es kam zu mehreren paroxysmalen Phasen. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Bezymanny überwiegend effusiv tätig gewesen und baute an seinem Lavadom. Im Zuge starker explosiver Tätigkeit wurde ein Teil des Doms zerstört. Trümmer des Doms wurden fragmentiert und generierten die pyroklastischen Ströme.  Aufgrund der potenziellen Gefahr für den internationalen Luftverkehr wurde die Warnstufe auf Rot gesetzt. Experten gehen davon aus. In mehreren bewohnten Gebieten der Region könnten Ascheablagerungen auftreten. Touristen wird dringend geraten, den Bereich rund um den Vulkan zu meiden.

Der Vulkan Bezymanny liegt in der zentralen Kljutschewskaja-Vulkangruppe, etwa 350 Kilometer von der Regionhauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski entfernt. Er zählt mit ein bis zwei paroxysmalen Phasen pro Jahr zu den aktivsten Vulkanen der sibirischen Halbinsel und wird seit 1993 täglich vom Kamtschatka-Vulkanüberwachungsteam (KVERT) überwacht.

Trotz der aktuellen Aktivität schließen Wissenschaftler eine Wiederholung der schweren Katastrophe von 1956 aus. Der Vulkan habe sich zu einem offenen System entwickelt, das durch regelmäßige Ausbrüche kontinuierlich Druck abbaut und so das Risiko eines gefährlichen, plötzlichen Ausbruchs deutlich verringert.

Der Ausbruch von 1956 gilt als einer der gewaltigsten des 20. Jahrhunderts. Nach fast tausend Jahren Ruhe kam es am 30. März zu einer Explosion, die den Gipfel des Vulkans zum Einsturz brachte und seine Höhe um rund 200 Meter reduzierte. Dabei wurden etwa drei Kubikkilometer an vulkanischem Material freigesetzt. Die Aschesäule stieg bis in rund 35 Kilometer Höhe auf. Das Ereignis war ein typisches Beispiel für eine gerichtete Explosion, blieb jedoch ohne Opfer, da die Region damals unbewohnt war.

Bezymianny: Vulkanasche in 11400 m detektiert

Bezymianny spuckt erneut Asche – Flugverkehr über Kamtschatka gefährdet

Der Bezymianny auf der russischen Halbinsel Kamtschatka hat seine explosive Eruptionsphase in der Nacht zum Mittwoch weiter intensiviert. Nach Angaben der Vulkanologen von KVERT und einer VONA-Meldung des VAAC Tokio wurde die höchste Warnstufe für die Luftfahrt, der rote Alarmcode, ausgerufen, nachdem es zu einer stärkeren Explosion kam, die eine Aschewolke bis in eine Höhe von rund 11,4 Kilometern über dem Meeresspiegel förderte. Sie hat eine Ausdehnung von etwa 70 mal 50 Kilometern und driftet seit den frühen Morgenstunden in nordöstlicher Richtung vom Vulkan fort.

Vona-Warnung

Bereits gestern war es zu einer ersten Eruption gekommen, bei der Vulkanasche bis auf 5200 m aufgestiegen war. In der Meldung dazu wies ich darauf hin, dass es wahrscheinlich zu stärkeren Eruptionen kommen wird. Auch die aktuelle Eruption wird wahrscheinlich nicht die letzte der aktuellen Phase gewesen sein. Möglicherweise werden sich noch größere pyroklastische Ströme bilden.

Die Aktivität stellt ein ernstzunehmendes Risiko für den internationalen Flugverkehr dar. Insbesondere Maschinen, die über den Nordpazifik verkehren, könnten in die Flugroute der fein verteilten Vulkanasche geraten. Diese muss für die Piloten nicht sichtbar sein, dennoch könnte sie die Maschinen gefährden. Der Kontakt mit Aschepartikeln kann Triebwerke beschädigen oder ausfallen lassen. Meteorologische Satelliten, darunter Himawari-9, bestätigten um 04:00 UTC die Höhe und Ausbreitung der aktuellen Aschewolke. Die Lage wird fortlaufend beobachtet, und KVERT kündigte an, bei Änderungen umgehend eine neue Meldung herauszugeben.

Der Bezymianny gehört zu den aktivsten Vulkanen Kamtschatkas. Mit seinen 2.882 Metern Höhe ist er Teil des sogenannten Kljutschewskaja-Vulkankomplexes. Seit einer verheerenden Eruption im Jahr 1956 zeigt der Berg immer wieder explosive Aktivitätsphasen, bei denen der Gipfelbereich kontinuierlich umgestaltet wird. Die derzeitige Eruptionsserie reiht sich in eine Folge zunehmender vulkanischer Unruhen ein, die auf der abgelegenen, aber geologisch hochaktiven Halbinsel zu beobachten sind.

Des weiteren sind auf Kamtschatka noch die Vulkane Shiveluch und Krasheninnikov aktiv. Während letzterer Vulkan einen Lavastrom fördert, baut der Shiveluch – wie der Bezymianny – an seinem Lavadom.