Shiveluch erzeugt spektakuläre Aschewolken

Schiveluch auf Kamtschatka bleibt aktiv – Vulkanasche in 11 Kilometern Höhe

Auf der sibirischen Halbinsel Kamtschatka bleibt der Shiveluch weiter hochaktiv und fördert Aschewolken, die bis auf FL 350 (11 Kilometer Höhe) aufsteigen und nach Nordwesten driften. Die Vulkanasche breitet sich in der Höhe dabei mit einer Geschwindigkeit von fast 50 km/h aus und legt weitere Strecken zurück, was sich negativ auf die Flugrouten über dem Nordostpazifik auswirkt. Zeitweise wurde der Alarmcode für den Flugverkehr auf „Rot“ erhöht. Inzwischen steht er wieder auf „Orange“.

Shiveluch

Die modellierten Ausbreitungsdaten zeigen eine komplexe Dynamik der Aschewolken. In unteren Schichten bewegt sich die Wolke nordwestwärts, während höhere Anteile nach Norden verlagert werden. Prognosen deuten darauf hin, dass sich die Asche in den kommenden 6 bis 18 Stunden weiter in Richtung Nordosten und Nordwesten ausdehnen kann und dabei weiterhin große Höhenbereiche zwischen FL200 und FL350 erreicht.

Besonders auffällig ist die weitreichende Verteilung der Aschewolke, die sich zeitweise in zwei getrennte Teile aufspaltete. Diese erreichten Entfernungen von bis zu 385 Kilometern in nördlicher und fast 984 Kilometern in südlicher Richtung. Damit wirken sich die Eruptionen des Shiveluch auf ein ungewöhnlich großes Gebiet aus.

In den sozialen Medien geteilte Aufnahmen sollen die aktuellen Aschewolken zeigen. Diese steigen bei wenig Wind allerdings nahezu senkrecht auf und bilden den typischen Pilz einer plinianischen Eruption, die bis zur Stratosphäre reicht, wo sich die Wolke abflacht.

Auch KVERT berichtet über die anhaltende Tätigkeit. Demnach hält die extrusive Eruption des Lavadoms an. Der Dom wächst insbesondere im nördlichen Bereich weiter, begleitet von starken Gas- und Dampffreisetzungen sowie einer messbaren thermischen Anomalie. Die explosive Aktivität wurde entsprechend den VONA-Meldungen bestätigt und davor gewarnt, dass es zu noch höher aufsteigenden Aschewolken kommen könnte, die eine noch größere Gefahr für den Flugverkehr darstellen. Personen am Boden werden durch die Eruption des Shiveluch selten gefährdet, da die Region nur dünn besiedelt ist. Dennoch kann es in Kljutschi zu Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens infolge von Ascheniederschlag kommen.

Shiveluch: Ein weiterer Vulkanausbruch auf Kamtschatka

Shiveluch schleudert Asche bis in 10.700 Meter Höhe – Drei Vulkane Kamtschatkas in Eruption

Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka ist heute aus vulkanologischer Sicht einiges los. Nachdem der Mutnovsky in den frühen Morgenstunden eine Explosion erzeugt hatte, konnte auch der deutlich aktivere Shiveluch nicht stillhalten und stimmte in das Eruptionsgeschehen mit ein. Nach Angaben des Tokyo Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) wurde gegen 09:10 UTC satellitengestützt eine Aschewolke registriert. Die Eruptionswolke erreichte eine Höhe von 10.700 Metern und stieg damit bis auf Flughöhe FL350 auf. Da sich die Warnungen des VAAC in erster Linie an Piloten richten, werden die Höhen üblicherweise in Fuß angegeben. Die Asche driftete zunächst nach Nordwesten, später nach Westen. Wenige Stunden später bestätigten weitere Satellitenbeobachtungen anhaltende Ascheemissionen. Aufgrund der Gefahr für den internationalen Luftverkehr blieb der Luftfahrtwarnstatus auf Orange.

VONA

Der Shiveluch zählt zu den aktivsten Vulkanen der Erde. Seit dem gewaltigen Kollaps seines Lavadoms im April 2023 befindet sich der Vulkan in einer anhaltenden Aufbauphase. Im Gipfelbereich wächst kontinuierlich ein neuer Lavadom, dessen zähflüssige und an der Oberfläche bereits erstarrte Lava regelmäßig durch Explosionen aufgerissen wird. Dabei entstehen Aschewolken, die häufig Höhen zwischen acht und zwölf Kilometern erreichen.

Mit einer Höhe von 3.283 Metern ist der Shiveluch der nördlichste aktive Vulkan Kamtschatkas. Er erhebt sich als isoliertes Massiv etwa 50 Kilometer nordöstlich der Ortschaft Kljutschi. Obwohl der Vulkan häufig der Zentralen Vulkangruppe Kamtschatkas zugerechnet wird, liegt er tatsächlich rund 70 bis 80 Kilometer nördlich der eigentlichen Vulkangruppe um Klyuchevskoy (auch Kljutschewskaja Sopka genannt), Kamen, Bezymianny, Tolbatschik und Uschkowsky. Aufgrund dieser räumlichen Nähe wird der Shiveluch dennoch häufig gemeinsam mit den Vulkanen der Zentralen Vulkangruppe überwacht.

Etwas abseits der Zentralen Vulkangruppe liegt der Krasheninnikov, der seit Anfang August vergangenen Jahres aktiv ist. Der Vulkan brach wenige Tage nach dem Megabeben vom 30. Juli aus, weshalb vielfach angenommen wird, dass das Erdbeben die Eruption ausgelöst hat. Bis heute ist der Vulkan effusiv tätig und hat einen mehrarmigen Lavastrom gefördert.

Mutnovsky: Vulkan eruptiert zum ersten Mal seit 13 Jahren

Vulkanausbruch auf Kamtschatka: Mutnovsky eruptiert erstmals seit 13 Jahren und stößt wieder Asche aus

Der russische Vulkan Mutnovsky liegt im Süden der russischen Halbinsel Kamtschatka und ist am Morgen des 2. Juli (Ortszeit) erstmals seit 13 Jahren wieder ausgebrochen. Nach Angaben von KVERT ereignete sich gegen 08:19 Uhr Ortszeit (20:19 UTC am 1. Juli) eine kurze explosive Eruption, bei der eine Aschewolke bis auf 4 Kilometer Höhe über dem Meeresspiegel aufstieg. Die Aschefahne driftete mehrere Kilometer nach Westen. Das VAAC Tokyo bestätigte den Ascheausstoß und veröffentlichte die erste Vulkanaschewarnung für den Mutnovsky seit Jahren. Auf Satellitenbildern ließ sich die Aschewolke wegen ihrer geringen Ausdehnung zwar nicht eindeutig identifizieren, doch Bilder einer Überwachungskamera und thermische Anomalien bestätigten den Vulkanausbruch.

Unmittelbar nach dem Ereignis wurde der Luftfahrt-Warnstatus vorübergehend auf Orange angehoben. Nachdem keine weiteren Explosionen beobachtet wurden, setzte KVERT den Status wenig später wieder auf Gelb zurück. In einer aktuellen VONA-Mitteilung heißt es, dass derzeit keine neue Ascheemission festgestellt wurde und die vulkanische Unruhe wieder abgenommen habe.

Über die Höhe der Aschewolke machten verschiedene Quellen unterschiedliche Angaben. Während KVERT und das VAAC von 4 Kilometern ausgehen, nannten einige russische Medien Werte zwischen 3,5 und 5 Kilometern. Solche Abweichungen sind in der frühen Phase eines Ereignisses nicht ungewöhnlich und werden häufig nach Auswertung zusätzlicher Beobachtungsdaten klargestellt.

Der 2.323 Meter hohe Mutnovsky zählt zu den aktivsten Vulkanen Kamtschatkas und verfügt über ein ausgeprägtes Hydrothermalsystem. Er besteht aus mehreren überlappenden Stratovulkanen und besitzt einen von Fumarolen, Schlammtöpfen und Schwefelquellen geprägten Gipfelkrater. Zudem ist er teilweise vergletschert. Am Fuß des Vulkans befindet sich eines der größten Geothermiekraftwerke Russlands.

Größere magmatische Ausbrüche sind am Mutnovsky selten. Die bislang letzte kleinere eruptive Aktivität wurde 2013 registriert. In den vergangenen zwei Jahren hatten Vulkanologen eine zunehmende Unruhe mit zahlreichen vulkanotektonischen Erdbeben und einer anhaltenden thermischen Anomalie beobachtet. Der aktuelle Ascheausstoß könnte darauf hindeuten, dass sich das hydrothermale System des Vulkans verändert. Ob daraus eine längere Eruptionsphase entsteht, ist derzeit noch offen.

Shiveluch: Vulkanausbruch fördert Aschewolke am 29 Juni

Shiveluch fördert Vulkanasche bis auf FL330 – Foto dokumentiert Wachstum des Lavadoms

Der auf der russischen Halbinsel Kamtschatka gelegene Vulkan Shiveluch erzeugte heute nach einigen ruhigeren Tagen erneut eine explosive Eruption. Laut Daten des VAAC Tokio wurde um 16:00 UTC eine Aschewolke registriert, die bis auf Flugfläche FL330 (rund 10 Kilometer Höhe) aufstieg und mit einer Geschwindigkeit von etwa 58 km/h nach Nordwesten driftete. Die Aschewolke erstreckte sich über mehrere Kilometer und stellte eine potenzielle Gefahr für den Luftverkehr in der Region dar.

Lavadom

Die Vulkanologen von KVERT veröffentlichten einen entsprechenden VONA-Bericht und beließen die Alarmstufe auf „Orange“. Diese signalisiert eine erhöhte Eruptionsaktivität mit möglichen Auswirkungen auf den Luftverkehr. Besonders kritisch ist, dass die Wissenschaftler künftig Ascheausstöße bis in Höhen von 12 Kilometern nicht ausschließen. Solche Eruptionswolken könnten internationale Flugrouten erheblich beeinträchtigen.

Zuletzt wurde am 23. Juni eine explosive Phase mit Ascheemissionen bis in etwa 4 Kilometer Höhe registriert. Die dabei entstandene Aschewolke verlagerte sich rund 220 Kilometer nach Südwesten. Bereits am 17. Juni wurde eine weitere Eruptionswolke beobachtet, deren Asche am Folgetag noch in einer Entfernung von bis zu 1.400 Kilometern nordöstlich des Vulkans nachgewiesen werden konnte.

Die aktuelle Aktivität wird als explosiv-extrusiv beschrieben und ist durch anhaltende Gas- und Dampffreisetzung sowie das fortschreitende Wachstum eines Lavadoms im nördlichen Teil des Kraters geprägt. Satellitendaten zeigen zudem eine kontinuierliche thermische Anomalie, die auf eine anhaltende Magmazufuhr schließen lässt.

Das Domwachstum wurde in einem neuen Foto des russischen Vulkanologen Yu. V. Demyanchuk dokumentiert. Das heute veröffentlichte Bild zeigt, dass der neue Lavablock, der sich seit einigen Monaten im nordwestlichen Sektor des Lavadoms aus dem Untergrund emporhebt, inzwischen zur dominierenden Struktur des Doms geworden ist.

Der Shiveluch zählt zu den aktivsten Vulkanen Eurasiens. Seine eruptiven Prozesse bergen nicht nur lokale Gefahren, sondern können durch weitreichende Aschewolken auch den internationalen Luftverkehr beeinträchtigen. Entsprechend wird seine Entwicklung von den Behörden und den Flugüberwachungsdiensten weiterhin aufmerksam verfolgt.

Kamtschatka: Starkes Erdbeben Mw 6,6 vor der Südostküste

Starkes Erdbeben vor der Ostküste von Kamtschatka erschüttert die Regionalhauptstadt

Datum: 19.06.2026 | Zeit: 06:52:31 UTC | Koordinaten: 52.777 ; 160.615 | Tiefe: 6 km | Mw 6,6

Ein starkes Erdbeben der Magnitude 6,6 hat am Freitagabend die Gewässer vor der Ostküste der russischen Halbinsel Kamtschatka erschüttert. Das Beben ereignete sich um 18:52 Uhr Ortszeit (06:52:31 UTC) in einer Tiefe von nur sechs Kilometern und lag etwa 137 Kilometer östlich der Regionalhauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski. Trotz der beachtlichen Stärke wurden zunächst keine größeren Schäden oder Verletzten gemeldet. Bereits eine Minute zuvor hatte sich ein ebenfalls starker Erdstoß Mw 6,0 ereignet.

Kamtschatka. © EMSC/Leaflet

Den seismologischen Daten zufolge befand sich das Epizentrum im Bereich des Kurilen-Kamtschatka-Grabens, einer der aktivsten Subduktionszonen der Erde. Dort taucht die Pazifische Platte unter die Ochotsk-Platte ab und erzeugt regelmäßig starke Erdbeben. Die geringe Herdtiefe führte dazu, dass die Erschütterungen in Teilen der Halbinsel deutlich wahrgenommen wurden. Augenzeugen berichteten von schwankenden Gebäuden und spürbaren Vibrationen, insbesondere in Regionen an der Küste nahe der Regionalhauptstadt.

Obwohl Seebeben mit flach liegenden Herden Tsunamis auslösen können, entstand nach bisherigen Erkenntnissen diesmal keiner. Die Behörden beobachteten die Situation weiterhin aufmerksam, da die Erfahrung vom letzten Jahr zeigt, dass in der Region noch weitaus stärkere Seebeben auftreten können.

Das Ereignis reiht sich in eine Serie erhöhter seismischer Aktivität entlang der Ostküste Kamtschatkas ein. Seit Beginn des Jahres wurden in demselben Gebiet zahlreiche Erdbeben der Magnitude 4 bis 5 registriert. Besonders hervorzuheben ist ein Beben der Magnitude 6,1 vom 16. Februar 2026, das sich einige hundert Kilometer südwestlich des aktuellen Epizentrums ereignete. Die nun aufgetretene Magnitude 6,6 stellt das bislang stärkste Ereignis der laufenden Aktivitätsphase dar. Dem aktuellen Erdbeben folgten bereits zahlreiche Nachbeben mit Magnituden im 5er- und 4er-Bereich.

Seismologen sehen einen möglichen Zusammenhang mit den langfristigen Auswirkungen des gewaltigen Megathrust-Erdbebens der Magnitude 8,8, das die Region im Jahr 2025 erschütterte und sich auch auf mindestens 3 Vulkane der Region auswirkte. Solche Großbeben verändern die Spannungsverhältnisse entlang einer Plattengrenze nachhaltig und können über Jahre hinweg zahlreiche Nach- und Folgebeben auslösen. Zudem können andere Stellen entlang der gleichen Tiefseegrabenzone genauso unter Spannungen stehen und sich in Starkbeben entladen.

Vulkan Shiveluch eruptiert am 17. Juni Aschewolken

Aschewolke über Kamtschatka: Shiveluch bleibt hochaktiv und eruptiert Aschewolken

Der Vulkan Shiveluch liegt auf der russischen Halbinsel Kamtschatka und begann nach einer mehrtägigen Pause gestern Nachmittag wieder damit Aschewolken zu fördern. Nach Angaben des VAAC Tokio wurde am 17. Juni um 16:20 UTC eine Eruption registriert, bei der eine Aschewolke bis in eine Höhe von etwa 8,8 Kilometern aufstieg. Satellitenaufnahmen des Wettersatelliten Himawari-9 dokumentierten die Aschefahne, die sich mit einer Geschwindigkeit von 55 Kilometern pro Stunde nach Nordosten ausbreitete.

Lavadom

Wenige Stunden später befand sich die Vulkanasche bereits mehrere hundert Kilometer vom Vulkan entfernt. es wurden 2 weitere Warnmeldungen ausgegeben. Die letzte stammte vom 18. Juni bestätigte, dass die Aschewolke weiterhin in Satellitenbildern nachweisbar war. Zu diesem Zeitpunkt erstreckte sich die Wolke über ein großes Gebiet nördlich des Vulkans und driftete westwärts.

Auch das Kamchatkan Volcanic Eruption Response Team (KVERT) meldet eine anhaltende explosive-extrusive Eruption. Im Gipfelbereich wächst der Lavadom weiter, was von von starken Gas- und Dampfausstößen begleitet wird. Besonders im nördlichen Teil des Doms bildet sich ein neuer Lavablock, der die fortschreitende Magmazufuhr belegt. Satellitendaten zeigen zudem eine anhaltende thermische Anomalie, die auf hohe Temperaturen im Bereich des Doms hinweist.

Nach KVERT-Beobachtungen erzeugte der Shiveluch am 17. Juni eine Aschewolke, die bis auf etwa 10 Kilometer Höhe aufstieg und rund 300 Kilometer nach Nordosten verfrachtet wurde. Bereits in den vergangenen Wochen kam es zu mehreren stärkeren Explosionsereignissen. Am 6. und 8. Juni erreichten Aschewolken Höhen von bis zu 11 Kilometern. Die Spur der Eruptionswolken wurde via Satellitenbeobachtung über mehr als 2.270 Kilometer nach Nordosten verfolgt.

Der Luftfahrt-Farbcode bleibt auf Orange. KVERT warnt, dass jederzeit stärkere Explosionen auftreten können, die Asche bis in Höhen von 12 Kilometern fördern. Damit stellt der Shiveluch weiterhin eine potenzielle Gefahr für den internationalen Flugverkehr über dem Nordpazifik dar.

Anhaltender Vulkanausbruch am Shiveluch: Asche in 10 km Höhe

Anhaltende Aktivität am Shiveluch – Aschewolken ziehen in 10 Kilometern Höhe hunderte Kilometer über Kamtschatka

Der Shiveluch auf der russischen Halbinsel Kamtschatka bleibt einer der aktivsten Vulkane der Erde und stellt auch im Juni seine Ausdauer unter Beweis. Neue Satellitendaten, Livecam-Aufnahmen und Berichte von KVERT zeigen, dass der Vulkan weiterhin große Mengen vulkanischer Asche und Gase freisetzt. Dies beeinträchtigt den Flugverkehr über dem Nordpazifik und führt weiterhin zu Umleitungen von Flugrouten.

Das VAAC Tokio veröffentlichte seit gestern neun VONA-Warnungen, nachdem auf Satellitenbildern ausgedehnte Aschewolken beobachtet worden waren. Die Eruption förderte kontinuierlich Vulkanasche, die Höhen von bis zu 10 Kilometern (Flugfläche FL330) erreichte. Die Asche wurde vom Wind in nordöstlicher Richtung verfrachtet. Am 9. Juni erstreckte sich eine Aschewolke über mehrere hundert Kilometer und entfernte sich mit einer Geschwindigkeit von rund 38 km/h vom Vulkan.

Bereits am Vortag hatte das VAAC eine große Aschewolke registriert, die ebenfalls bis in etwa 10 Kilometer Höhe aufstieg. KVERT berichtete später, dass die Wolke eine Ausdehnung von etwa 250 × 230 Kilometern erreicht hatte und sich gut 300 Kilometer nordöstlich des Vulkans befand. Obwohl zum Zeitpunkt des Berichts keine neuen explosiven Ascheeruptionen beobachtet wurden, blieb die Warnstufe für den Flugverkehr auf Orange. Zuvor war sie zeitweise auf Rot angehoben worden.

Der aktuelle Aktivitätsstil wird weiterhin vom Wachstum des Lavadoms geprägt. Im Gipfelbereich wächst an der Nordseite des Doms ein neuer Lavablock. Dieser Prozess wird von kräftigen Gas- und Dampfausstößen begleitet. Satellitensensoren registrierten zudem eine deutliche thermische Anomalie, die auf hohe Temperaturen im Bereich des aktiven Domkomplexes hinweist.

Der Shiveluch ist für seine Domwachstumsphasen bekannt, die immer wieder von starken Explosionen und dem Kollaps instabiler Lavapartien unterbrochen werden. Solche Ereignisse haben in der Vergangenheit oft hohe Aschewolken erzeugt und pyroklastische Ströme ausgelöst. Die aktuelle Entwicklung wird daher von Vulkanologen aufmerksam überwacht, da weitere explosive Episoden jederzeit möglich sind.

Kurilen: Drei Erdbeben östlich von Paramushir

Drei Erdbeben erschüttern die nördlichen Kurilen – stärkste Erschütterung Mw 6,1

Datum: 07.06.2026 | Zeit: 10:41:56 UTC | Koordinaten: 50.129 ; 157.257 | Tiefe: 15 km | Mw 6,1

Innerhalb weniger Stunden haben sich am 7. Juni 2026 drei stärkere Erdbeben im Bereich der Kurilen-Insel Paramushir ereignet. Das erste und stärkere Beben erreichte eine Magnitude von 6,1 und wurde um 10:41 Uhr UTC registriert. Sein Epizentrum lag südöstlich der Insel Paramuschir, etwa 100 Kilometer ostsüdöstlich von Severo-Kurilsk. Der Erdbebenherd befand sich in einer vergleichsweise geringen Tiefe von 15 Kilometern. 

Kurilen. © EMSC/Leaflet

Wenige Minuten später folgte ein zweites Beben Mw 5,3 in 40 Kilometern Tiefe. Gut vier Stunden danach gab es ein drittes Beben der Magnitude 5,5 nahezu am selben Ort in gleicher Tiefe. Die beiden letzten Ereignisse lagen bereits im Bereich der Asthenosphäre. Die räumliche Nähe der Epizentren sowie der kurze zeitliche Abstand sprechen dafür, dass die Erdbeben Teil derselben seismischen Sequenz waren. Wahrscheinlich handelte es sich beim Magnitude-6,1-Beben um das Hauptbeben und bei den späteren Ereignissen um Nachbeben beziehungsweise um eine durch die Spannungsumlagerung ausgelöste Folgereaktion.

Tektonisch liegen die Erschütterungen in einer der aktivsten Erdbebenregionen der Erde. Die Kurilen bilden einen Inselbogen entlang der Grenze zwischen der Pazifischen Platte und der Ochotsk-Platte. Entlang des Kamtschatka-Kurilengrabens taucht die Pazifische Platte mit mehreren Zentimetern pro Jahr unter die darüberliegende Platte ab. Dieser Prozess, als Subduktion bezeichnet, erzeugt gewaltige Spannungen im Gestein, die sich regelmäßig in Form von Erdbeben entladen.

Die unterschiedlichen Herdtiefen der beiden Ereignisse liefern Hinweise auf die Bruchprozesse im Untergrund. Während das erste Beben wahrscheinlich nahe der Plattengrenze oder im oberen Bereich der abtauchenden Platte entstand, deutet die größere Tiefe der beiden Erdbeben im Fünferbereich auf einen Bruch innerhalb der bereits abgesunkenen Pazifischen Platte hin.

Erst im letzten Jahr hatte es an der gleichen Störungszone weiter nördlich eine mehrere Monate andauernde Erdbebensequenz gegeben, die auch das Megabeben Mw 8,8 hervorbrachte, das letztendlich zum Ausbruch des Krasheninnikov führte. Das gleiche Ereignis hat offenbar die Ausbruchsphase des Ebeko auf Paramushir beendet. Ähnliches könnte sich nun auch am italienischen Stromboli zugetragen haben, als es am 2. Juni ein tiefes Erdbeben der Magnitude 6,2 gegeben hatte.

Vulkanausbruch am Shiveluch beeinträchtigt Flugverkehr

Shiveluch erzeugte starke Explosion – Vulkanasche stieg bis auf über 10 km Höhe auf, Alarmstufe Rot für den Flugverkehr

Am Vulkan Shiveluch auf Kamtschatka kam es heute zu einer stärkeren Explosion, bei der Vulkanasche bis zu 10.700 Meter hoch aufstieg. Nach Angaben der Vulkanologen bewegte sich eine Aschewolke zunächst 50 Kilometer nach Osten und dehnte sich dann im Verlauf des Vormittags über 200 Kilometer in nordöstliche und nordwestliche Richtungen aus. Es wurden mehrere VONA-Warnungen veröffentlicht, nach denen der Alarmstatus für den Flugverkehr auf „Rot“ angehoben wurde.

Laut Medienberichten wurde der Flugverkehr tatsächlich beeinträchtigt und es wurden Flugrouten geändert, was für Verspätungen sorgte. Der Vulkan gehört zu den aktivsten Feuerbergen der Region und liegt etwa 450 Kilometer von Petropawlowsk-Kamtschatski entfernt.

Bilder dokumentierten die Eruption, die bei gutem und fast windstillem Wetter stattfand, so dass die Aschewolke zunächst senkrecht aufsteigen konnte, bevor sie in der Höhe verdriftet wurde.

Das VAAC Tokyo kommunizierte, dass neue Warnmeldungen ausgegeben werden, sobald sich die Bedingungen wesentlich verändern. Weitere Beobachtungen werden fortlaufend durchgeführt, da die Eruption noch nicht abgeklungen ist. Die jüngsten Flugwarnungen unterstreichen die potenzielle Gefährdung für die Luftfahrt, da sich die Asche in mehreren Schichten über Hunderte Kilometer ausbreiten kann. Beobachter verweisen auf sich schnell ändernde Wetter- und Windsysteme, die die Verteilung der Partikel rasch verändern können.

Die Vulkanologen von KVERT schließen stärkere Explosionen mit Aschesäulen bis zu zwölf Kilometern Höhe nicht aus. Die derzeitige Situation wird als dynamisch bewertet, da sowohl seismische Signale als auch thermische Anomalien auf anhaltende Magmabewegungen hinweisen.

Die aktuelle Eruptionsphase wird nicht nur durch explosive Eruptionen dominiert, sondern vor allem von einem wachsenden Lavadom, in dessen nördlichem Bereich sich ein neuer Lavakörper bildet. Neue Satellitenbilder zeigen im Infrarotbereich eine thermische Anomalie in diesem Bereich. Von dem Lavablock geht ein erhöhtes Risiko für Kollapsereignisse aus, so dass auch Schuttlawinen und Dichteströme entstehen können. Das Domwachstum wird zudem von starkem Gasausstoß begleitet.