Nyamuragira und Nyiragongo mit starken Wärmeemissionen

Nyamuragira und Nyiragongo: Zwei Nachbarvulkane emittierten Wärmestrahlung

Die beiden benachbarten Vulkane Nyamuragira und Nyiragongo in der Demokratischen Republik Kongo emittieren derzeit eine hohe beziehungsweise moderate Wärmestrahlung, die so stark ist, dass von offen liegender Lava ausgegangen werden kann. Während sich die Aktivität des einen Vulkans anhand aktueller Satellitenaufnahmen gut nachvollziehen lässt, ist dies beim zweiten Feuerberg deutlich schwieriger.

Bei diesem handelt es sich um den Nyiragongo, der laut MIROVA heute eine Thermalstrahlung von 75 MW im VIIRS-Messsystem emittiert. Auf aktuellen Copernicus-Satellitenbildern ist der Krater zwar von Wolken beziehungsweise Dampf verdeckt, dennoch lässt sich eine ausgeprägte thermische Anomalie erkennen, die möglicherweise von einem Lavasee ausgeht. Ob es sich dabei erneut um eine vorübergehende Erscheinung handelt oder sich ein dauerhafter Lavasee etabliert, werden die kommenden Tage zeigen. Vom Krater zieht zudem eine langgestreckte Gasfahne bis zum Kivusee.

Nyamuragira. © Copernicus-Sentinel 2

Anders präsentiert sich die Situation am nördlich gelegenen Nyamuragira. Der große Schildvulkan emittiert derzeit eine Wärmestrahlung von 847 MW; am 29. Juni wurde sogar ein Spitzenwert von 1.518 MW registriert. Hier geben die Satellitenaufnahmen den Blick auf den Krater frei. Zu erkennen sind ein etwa 200 Meter langer elliptischer Lavasee sowie mehrere kleinere Lavalinsen. Möglicherweise befinden sich auch Lavaströme innerhalb der Gipfelcaldera. Außerhalb des Gipfelbereichs sind auf den Satellitenbildern seit März keine aktiven Lavafronten mehr auszumachen. Allerdings war das Gebiet in den vergangenen Monaten überwiegend von dichter Bewölkung bedeckt, sodass kleinere Effusionsereignisse nicht ausgeschlossen werden können.

Leider ist die Sicherheitslage in der Demokratischen Republik Kongo weiterhin äußerst angespannt. Reisen zu den Virunga-Vulkanen sind derzeit praktisch unmöglich, da Rebellen das Gebiet um Goma kontrollieren. Der vor der Coronapandemie aufblühende Vulkantourismus am Nyiragongo ist dadurch vollständig zum Erliegen gekommen. Den Nyamuragira konnte man allerdings auch schon zuvor nur unter erschwerten Bedingungen bereisen. Eine Besserung der Lage ist derzeit nicht absehbar. Hinzu kommt, dass weiter nördlich immer wieder Ausbrüche des Ebolavirus auftreten.

Nyamuragira mit intensiver Lavastromtätigkeit

Nyamuragira mit verzweigtem Lavastrom – Thermische Anomalie am Nyiragongo

Die beiden Virunga-Vulkane Nyamuragira und Nyiragongo in der Demokratischen Republik Kongo standen in den letzten Monaten nicht unbedingt im Brennpunkt der Berichterstattung. Das liegt jedoch nicht an mangelnder Aktivität, sondern daran, dass es kaum Beschreibungen der Vorgänge, geschweige denn Bilder gibt. Vulkanologen und Berichterstatter sind daher weiterhin auf Daten der Satellitenfernerkundung angewiesen. Diese zeigen aktuell an beiden Vulkanen thermische Anomalien.

Virunga-Vulkane. © Copernicus

Am ausgeprägtesten ist diese am Nyamuragira, der mit Unterbrechungen bereits seit gut drei Jahren in einer effusiven Tätigkeitsphase steckt. Dabei speist ein in der Gipfelcaldera brodelnder Lavasee Lavaströme, die im Osten und Norden über den Calderarand fließen und sich mehrere Kilometer den Hang hinab bewegen. MIROVA zeigt thermische Strahlungen mit Leistungen um 1700 MW an. Allerdings ist es zumindest häufig teilbewölkt, sodass die tatsächliche Wärmestrahlung der Lavaströme deutlich größer sein dürfte. Auf den Sentinel-Thermalbildern ist zu erkennen, dass die Wärmestrahlung momentan vor allem von den Fronten verzweigter Lavaströme auf dem nördlichen Lavafeld ausgeht. Die eigentlichen Lavaströme fließen überwiegend durch Lavatunnel („Tubes“), so wie wir es bis vor Kurzem auch am Piton de la Fournaise beobachten konnten.

Die Caldera ist überwiegend vom eigenen Dampf und von meteorologischen Wolken verdeckt. An deren Rändern wird das Rot ausgeprägter thermischer Anomalien sichtbar. Die Wolken verhindern jedoch einen klaren Blick, sodass das genaue Geschehen verborgen bleibt. Auf einem Bild von Mitte März ist ein Teil der Caldera wolkenfrei; dort erkennt man einen mindestens 150 m langen, tropfenförmigen Lavasee sowie einen mit Lava überfluteten Calderaboden.

Erstaunlicherweise ist auf einem Satellitenbild vom 14. März eine vergleichsweise deutliche thermische Anomalie im Krater des Nyiragongo zu erkennen. Dies deutet darauf hin, dass sich dort wieder zumindest temporär ein Lavasee gebildet haben könnte. Zuletzt war es um den Nyiragongo relativ ruhig bestellt.

Die politische und wirtschaftliche Situation in der Region bleibt prekär: Seit Januar 2025 wird die Region um Goma von der Rebellengruppe M23 kontrolliert, die vom Nachbarstaat Ruanda unterstützt wird. Touristen, Vulkanologen und Journalisten wagen sich derzeit praktisch nicht mehr in die Gegend.

Nyamuragira eruptiert Lavastrom am 12. Januar

Nyamuragira emittiert sehr hohe Wärmestrahlung – Satellitenbild zeigt Lavastrom

In der DRK ist der Vulkan Nyamuragira weiterhin effusiv tätig und emittiert eine sehr hohe Wärmestrahlung. Satellitenbilder belegen, dass der Vulkan einen mehrarmigen Lavastrom fördert, der mehrere Kilometer weit in nordöstlicher Richtung fließt. Der Lavastrom entspringt einem Lavasee im Krater in der Gipfelcaldera des Vulkans.

Nyamuragira. © Copernicus

Die Thermalstrahlung, die auf der Website von MIROVA einsehbar ist, hat eine Leistung von 2238 MW und ist somit als sehr hoch einzustufen. Die Sentinel-Satellitenbilder von Copernicus enthüllen im Thermalspektrum eine unterbrochene Wärmesignatur im Nordosten des Vulkans, die darauf hindeutet, dass die Lava teilweise unterirdisch durch Tunnel fließen muss. An einigen Stellen tritt sie an der Oberfläche aus. Die am weitesten fortgeschrittene Lavafront befindet sich in ca. 10 Kilometern Entfernung zum Krater. Das intensivste Thermalsignal stammt aus dem Bereich eines Lavasees, der sich aber nicht im Zentrum des Kraters befindet, sondern südlich anschließt.

Der Ausbruch dauert bereits seit vielen Jahren und fand seinen Anfang im Jahr 2023. Augenzeugenberichte des Geschehens sind selten, da die Hänge des Nyamuragira von Rebellen kontrolliert werden und ein Vordringen in die Region lebensgefährlich ist. Leider weiteten sich die Unruhen in den letzten Jahren aus, so dass man auch den Nachbarvulkan Nyiragongo nicht mehr besteigen kann, was früher zumindest in Begleitung bewaffneter Ranger möglich war.

Der Status des Nyiragongo ist nicht so klar wie der des Nyamuragira, da sich sein Gipfel ständig in Wolken hüllt. Lichten sich die Wolken mal, verdeckt die vom Krater emittierte Gaswolke den Blick in sein Innerstes. Nur gelegentlich gibt es am Rand der Gaswolke thermische Signaturen, die vermuten lassen, dass im Schlot Magma steht. Wie groß die Ansammlung ist, lässt sich praktisch nicht abschätzen.

Nyiragongo und Nyamuragira sind Teil der Virunga-Vulkankette im Dreiländereck der Demokratischen Republik Kongo, Ruanda und Uganda. Große Gebiete der Vulkankette stehen im Schutz eines Nationalparks, der auch Heimat der vom Aussterben bedrohten Berggorillas ist.

Nyamuragira: Hohe Thermalstrahlung durch Lavastrom

Lavastrom am Nyamuragira verursacht hohe Thermalstrahlung – Lava weit in den Nordwesten geflossen

Der Nyamuragira liegt in der Demokratischen Republik Kongo und zählt seit Jahren zu den aktivsten Vulkanen Ostafrikas. Dennoch ist über seine Aktivität wenig bekannt, denn seitdem der Vulkan hochaktiv ist, wird die Region Goma am Kivusee nicht nur von Rebellen unsicher gemacht, sondern kontrolliert. Daher trauen sich keine Vulkanbeobachter in die Region. Vor gut 10 Jahren sah das noch anders aus: Damals blühte eine zarte Pflanze des Vulkantourismus auf. Aktuell sind wir auf Daten der Fernerkundung angewiesen und die zeigten am 12. November eine sehr hohe Thermalstrahlung mit 1140 MW Leistung an.

Nyamuragira © Copernicus

Tatsächlich gab es gestern einen Glücksfall, denn der Nyamuragira war mal nicht in Wolken gehüllt. So konnte man die Bilder des Sentinel-Satelliten heranziehen, um die Situation am Vulkan genauer zu beurteilen: Bereits im normalen Lichtspektrum war rotglühende Lava im Kraterbereich sichtbar, etwas, das nur selten vorkommt und von einem Lavasee zeugt. Im Infrarotspektrum ist darüber hinaus ein verzweigter Lavastrom zu sehen, der sich einen neuen Weg in nordwestlicher Richtung gebahnt hat. Bisher gab es nur zwei Lavafelder im Westen und Norden des Vulkans. Auf zuletzt wolkenfreien Bildern im Juli war dieses Lavafeld noch nicht sichtbar. Darüber hinaus floss auch wieder etwas Lava in Richtung der beiden älteren Lavaströme.

Südlich des Nyamuragira befindet sich ein weiterer aktiver Virungavulkan: der Nyiragongo. Auch dieser Vulkan ist aktiv, doch die Tätigkeit beschränkt sich auf den Krater. Im Juli gab es einen Hotspot im Zentrum des Kraters, der von einem kleinen Lavasee ausgegangen sein kann. Auf allen folgenden Bildern ist die Dampfentwicklung so stark, dass der Kraterboden nie sichtbar ist und auch keine Thermalstrahlung registriert werden konnte. Von daher ist der Status dieses faszinierenden Vulkans unklar.

Nyamuragira und Nyiragongo gehören zu den 8 Virungavulkanen nahe des Kivusees im Grenzgebiet zwischen der DRK, Uganda und Ruanda. Die Vulkane sind auch dafür bekannt, dass in den Wäldern auf den Vulkanflanken Berggorillas leben. Darüber hinaus gibt es auch immer wieder ethnisch bedingte Konflikte bis hin zum Genozid.

Nyamuragira eruptiert Lavastrom Richtung Westen

Lavastrom emittiert hohe Wärmestrahlung am Nyamuragira – Lavastrom im Krater des Nachbarvulkans

In der Demokratischen Republik Kongo sind die beiden Virungavulkane Nyamuragira und Nyiragongo weiterhin aktiv, wobei erstgenannter Vulkan die stärkere Aktivität zeigt. Hier speist ein Lavasee in der Gipfelcaldera des Vulkans einen Lavastrom, der in Richtung Westen über die Flanke abfließt und dabei eine Strecke von gut 5 Kilometern zurücklegt.

Der Lavastrom emittiert eine sehr hohe Wärmestrahlung, die gestern Abend eine Leistung von mehr als 2800 MW erreichte. Neben dem hohen Wärmefluss kann man dem Nyamuragira auch einen hohen Gasausstoß attestieren. Messwerte, um diesen zu quantifizieren, liegen allerdings nicht vor. Das Gleiche gilt für andere geophysikalische Messgrößen. Sofern diese vom Vulkanologischen Observatorium in Goma erhoben werden, gibt es keine öffentlich zugänglichen Webseiten, auf denen diese zur Verfügung gestellt werden. Das liegt sicherlich mit dem chronischen Geldmangel in der Region zusammen, aber auch mit Vandalismus: Sofern Messinstrumente vorhanden sind, bekommen die in Windeseile Beine. Ein Umstand, der systematisches Monitoring erschwert, wenn nicht fast unmöglich macht. Erschwerend kommt natürlich die nach wie vor prekäre Sicherheitslage in Goma und den Virungavulkanen hinzu: Stadt und Vulkane werden von Rebellen kontrolliert.

Früher war wenigstens der Nyiragongo zugänglich und wurde mit Instrumenten überwacht, doch seit einigen Jahren sieht es hier nicht viel besser aus als am Nyamuragira – obwohl von dem Vulkan ein großes Gefahrenpotenzial für das Umland von Goma und die Stadt selbst ausgeht, gibt es nur wenige direkte Beobachtungen des Geschehens. Die Satellitenfernerkundung bringt wenigstens etwas Licht ins Dunkel und detektiert eine moderate bis starke Wärmestrahlung. Die Leistung lag am 29. Juli bei 180 MW und liegt aktuell bei 75 MW. Auf dem Sentinel-Satellitenfoto erkennt man die thermische Anomalie aus dem Zentralbereich des Kraters. Hier scheint es einen kleinen Lavasee in einem Pit zu geben. Aufgrund starker Dampfentwicklung ist der See selbst aber nicht auf den Fotos erkennbar. Auf einem Foto vom 20. Juli erkennt man zudem eine thermische Anomalie im Nordosten der oberen Kraterterrasse, die aber auch zum großen Teil von Wolken verdeckt ist. Auf dem aktuellsten Foto, das 10 Tage später aufgenommen wurde, sieht man im normalen Lichtspektrum das Schwarz eines frisch erstarrten Lavastroms.

Nyamuragira mit Lavasee und Lavastrom

Lavasee am Nyamuragira – Lavastrom fließt über die Nordflanke

Goma, 11.06.2025In der Demokratischen Republik Kongo sieht es so aus, als würden gleich zwei Lavaseen aktiv sein, die sich in den Kratern der Vulkane Nyamuragira und Nyiragongo gebildet haben. Am erstgenannten Vulkan fließt auch ein Lavastrom über die Nordflanke.

Besonders der Nyamuragira emittiert eine hohe Thermalstrahlung mit einer Leistung von mehr als 2700 MW. Auf dem jüngsten Sentinel-Bild vom 10. Juni erkennt man im Infrarotbereich eine ausgeprägte thermische Anomalie im Calderabereich. Sie hat eine langgestreckte Form und scheint in der Mitte unterbrochen zu sein. Im normalen Lichtspektrum sieht man aber auch an der unterbrochenen Stelle etwas Rotglut durch eine Dampfwolke durchschimmern, so dass es sich hier um einen gut 300 m großen Lavasee zu handeln scheint, der sich im Pitkrater des Vulkans gebildet hat. Im Süden der Caldera gibt es eine kleinere Wärmeanomalie. Zudem fließt im Nordwesten ein Lavastrom über den Calderrand und ergießt sich über die Flanke. Aufgrund der starken Dampfentwicklung lässt sich die Länge des Lavastroms nicht genau abschätzen. Fest steht, dass der Vulkan seit Monaten sehr aktiv ist.

Der weiter südlich gelegene Nyiragongo war lange Jahre der aktivere der beiden Vulkane bei Goma, doch nachdem der Lavasee im Jahr 2021 ausgelaufen war, brauchte der Vulkan ein paar Jahre, um neue Kraft zu schöpfen. Inzwischen scheint das Magmenreservoir wieder so weit aufgefüllt zu sein, dass die Schmelze hoch im Fördersystem steht und ebenfalls thermische Anomalien erzeugt. Leider hängt der Krater seit Wochen in den Wolken oder wird zumindest teilweise vom erzeugten Dampf verdeckt, doch das, was man erkennen kann, lässt darauf schließen, dass sich auch hier wieder ein permanenter Lavasee etabliert hat.

Leider ist die Gegend um den Kivusee weiterhin politisch instabil und unsicher, doch es gibt erste Anzeichen einer leichten Entspannung der Situation, so dass man vielleicht im nächsten Jahr wieder in die Gegend reisen kann. Sicher ist da allerdings noch nicht.

Nyamuragira und Nyiragongo sind die beiden aktiven Feuerberge der Virunga-Vulkankette, die aus 8 Vulkanen besteht, die im Grenzgebiet von Uganda, Ruanda und dem Kongo liegen. Die Flanken der Vulkane sind zudem Heimat der vom aussterben bedrohten Berggorillas.

Nyamuragira: Lavasee emittiert hohe Wärmestrahlung

Lavasee des Nyamuragira emittiert Wärmestrahlung mit 1829 MW Leistung – Foto zeigt den Vulkan über Goma thronen

In der Demokratischen Republik Kongo wüten nicht nur Rebellen, sondern auch Lava. Diese allerdings in lokal sehr begrenzter Form in den Kratern der beiden Virunga-Vulkanen Nyamuragira und Nyiragongo, die zueinander in Sichtweite liegen und die Landschaft vor den Toren der Stadt Goma dominieren. Während erstgenannter Vulkan eine Wärmestrahlung mit einer Leistung von 1829 MW emittiert, ist jene vom Nyiragongo nicht ganz so hoch. Hier registriert MIROVA eine Leistung von 324 MW. Dennoch ist es einer der höchsten Werte, die seit dem Auslaufen des Lavasees im Jahr 2021 gemessen wurden. Er deutet an, dass sich hier wieder ein neuer Lavasee etabliert, der allerdings im Vergleich zu früher noch recht klein sein dürfte. Schaut man sich die Sentinel-Satellitenfotos im Infrarotspektrum an, dann erkennt man eine Wärmeanomalie im Schlotbereich des Vulkans. An seinem südlichen Kraterrand schaut es dagegen so aus, als würde ein Hornito stark entgasen und evtl. sogar etwas Asche fördern.

Am Nyiragongo beschränkt sich die Aktivität ebenfalls auf den Bereich der Caldera, ohne dass es zu größeren Lavaausbrüchen auf den Flanken kommen würde. Allerdings gibt es Lavaüberläufe innerhalb der Caldera sowie einen Lavasee im Pitkrater, der sich innerhalb der Caldera gebildet hat. Auf einem Satellitenbild vom 17. März erkennt man allerdings an der oberen Westflanke, dort, wo im letzten Jahr Lavaströme unterwegs waren, eine kreisförmige Wärmeanomalie, die so ausschaut, als hätte sich dort ebenfalls ein Förderschlot gebildet. Möglicherweise handelt es sich dabei um ein Skylight eines eingestürzten Tunneldachs über einem unterirdisch fließenden Lavastrom.

Während es nach wie vor keine Nahaufnahmen aus den Kraterbereichen der Vulkane gibt, da die Gegend von Rebellen kontrolliert wird und sich niemand traut, die Vulkane zu besteigen, sind vergangene Woche in den Sozialen Medien einige Fotos aufgetaucht, die vom einheimischen Journalisten Justin Kabumba gemacht worden waren und den glühenden Gipfel des Nyamuragira zeigen, der offenbar über Goma zu schweben scheint.

Nyamuragira: Hohe Thermalstrahlung vom Kratersee

Kratersee des Nyamuragira emittiert hohe Thermalstrahlung – Überlauf der Lava vermutet

Der Große Afrikanische Grabenbruch ist eine embryonale Plattengrenze, an der sich ein Teil Ostafrikas vom Rest des Kontinents abspaltet. Typisch für solche tektonisch aktiven Zonen ist aktiver Vulkanismus. So bildeten sich auch entlang des Grabens mehrere Vulkane. Zwei davon, der sanft geneigte Nyamuragira und der steile Nyiragongo in der Demokratischen Republik Kongo, sind für rund 40 Prozent der dokumentierten Vulkanausbrüche Afrikas verantwortlich.  Beide Vulkane sind auch 2025 aktiv und steigerten ihre Tätigkeit sogar noch. Zum ersten Mal seit Jahren hat sich in beiden Vulkanen wieder ein primärer Lavasee gebildet.

Die Beobachtung der beiden Vulkane wird oft durch Wolken behindert. Doch in den ersten Wochen des Jahres ermöglichte eine seltene Periode mit wenigen Wolken umfangreiche Satellitenbeobachtungen der aktiven Vulkane. So wurde am 20. Februar ein Bild vom Nyamuragira geschossen, das im Infrarotspektrum die Wärmesignatur der Lava hervorhebt. Die jüngsten Lavaströme sind als dunkelste Bereiche erkennbar. Einige Ströme fließen westwärts, einer nach Nordwesten. Im Krater deutet eine Wärmesignatur auf einen Lavasee hin. Er bildete sich in einem Pitkrater und hat einen geschätzten Durchmesser, der zwischen 200 und 250 m liegen dürfte. Damit zählt der Lavasee zu den größeren seiner Art. Die von der Lava emittierten Werte nehmen zeitweise sehr hohe Werte an. Am 11. März wurde eine thermische Strahlung mit 1900 MW Leistung gemessen. Dieser Wert deutet darauf hin, dass der Lavasee übergelaufen ist und die Caldera mit Lava überflutet hat.

Seit dem späten 19. Jahrhundert brach der Nyamuragira mehr als 40 Mal aus. Ein großer Ausbruch 1938 führte zur Entleerung eines Lavasees aus dem Gipfelkrater. Einige Lavaströme erreichten den 25 Kilometer entfernten Kivusee. Der benachbarte Nyiragongo verursachte jedoch größere Zerstörung, insbesondere beim Ausbruch 2002, der die Stadt Goma verwüstete.

Der Nyiragongo ist am unteren Bildrand des Satellitenfotos zu sehen. In seinem Krater hat sich ebenfalls wieder ein größerer Lavasee etabliert. Von beiden Vulkanen gehen große Dampffahnen aus.

Die Virunga-Vulkane am 21. Februar

Satellitenfotos der Virunga-Vulkane Nyamuragira und Nyiragongo in der DRK enthüllen Wärmesignaturen

Die beiden aktiven Virunga-Vulkane Nyamuragira und Nyiragongo liegen in der rohstoffreichen und daher umkämpften Demokratischen Republik Kongo (DRK). Gestern präsentierten sich beide Vulkane gleichzeitig wolkenfrei, was nicht besonders häufig vorkommt. Zu diesem seltenen Ereignis gesellte sich dann noch der Überflug eines Sentinel-Satelliten, der ein Bild von beiden Vulkanen machte, wie sie friedlich vor sich her dampften.

Dass der erste Eindruck manchmal täuschen kann, zeigt sich im gefilterten Lichtspektrum. Auf dem Infrarotbild erkennt man in den Kratern beider Vulkane ausgeprägte Wärmesignaturen, die darauf schließen lassen, dass die Feuerberge Lava fördern. Leider sind beide Vulkane aus politischen Gründen unzugänglich und eine Besserung der Lage ist nicht in Sicht.

Nyamuragira fördert Lavastrom

Die meiste Wärmestrahlung emittiert der Nyamuragira, der in den letzten Monaten der aktivere der beiden Vulkane war. Auf dem Wärmebild erkennt man eine starke Signatur in der Caldera des Vulkans und einige schwächere Hotspots am Rand des Lavastroms auf der Ostflanke. Der nördliche Lavastrom schien zum Zeitpunkt der Aufnahme kalt gewesen zu sein, hat im Laufe der letzten Monate, in denen er unter Wolken verborgen lag, deutlich an Länge zugewonnen. Im normalen Lichtspektrum erkennt man sehr gut einen Pitkrater in der Caldera, in dem sich offenbar ein kleiner Lavasee formiert hat. MIROVA detektiert aktuell eine sehr hohe Thermalstrahlung mit einer Leistung von 2200 MW. Sie ist damit etwa halb so groß wie die des Kilaueas gestern, als sich dieser in der Hauptphase einer neuen eruptiven Episode befand, bei der ca. 40 % des Kraterbodens mit Lava überflutet wurden. Das lässt indirekt Rückschlüsse über die Dimension der Aktivität am Nyamuragira zu.

Nyiragongo mit extremer Dampfentwicklung

Das beschriebene Bild erfasste auch einen wolkenfreien Nyiragongo, wobei wolkenfrei ein relativer Begriff ist, denn der Vulkan schuf durch extrem starke Entgasungen seine eigene Dampfwolke, die den gesamten Krater ausfüllte. Er hat einen Durchmesser von gut 1 Kilometer. Trotzdem durchdrang die Wärmestrahlung die Wolken, so dass man im Infrarotbereich eine größere Wärmeanomalie sieht, die andeutet, dass sich wieder ein Lavasee im Krater bilden könnte. Der letzte war 2021 durch einen Spalt in der Vulkanflanke ausgelaufen. Von diesem Vulkan geht eine Wärmestrahlung mit einer Leistung von 122 MW aus. Am 18. Februar betrug sie 622 MW, was die These eines sich bildenden Lavasees stützt.

Besorgniserregende politische Entwicklungen, nicht nur im Kongo

Leider sind die beiden Virunga-Vulkane nach wie vor nicht zugänglich, da Rebellen die Gegend kontrollieren. Zudem haben die Anwohner der Region wohl gerade andere Sorgen, als sich um Touristen zu kümmern, die ihre Vulkane besteigen wollen. Schade eigentlich, wie die politische Welt immer mehr aus den Fugen zu geraten scheint. Der Kurs der aktuellen US-Regierung mit ihrem Ausstieg aus praktisch allen gemeinnützigen Projekten des Klimaschutzes und der Entwicklungshilfe und dem Kampf um Rohstoffe wird weltweit für weitere Instabilitäten sorgen, insbesondere, da man versucht, dem Rest der Welt eine rechte, antidemokratische Gesinnung aufzudrücken. Rechts bedeutet für den Großteil der Bevölkerung geschichtlich betrachtet übrigens nicht mehr Freiheit und Wohlstand, sondern das gilt nur für die Reichen.

Die Welt wird wieder größer, sprich, viele Regionen werden für Europäer unerreichbar bzw. nur mit der Akzeptanz großer Gefahren und Kostenaufwand erreichbar sein. Man könnte es auch so ausdrücken: Vulkanreisen werden bald wieder Expeditionen sein.