Erdbeben bei Brennisteinsfjöll auf Island – Landhebung bei Svartsengi hält an
Auf der isländischen Reykjanes-Halbinsel hat sich am Sonntagmorgen ein Erdbebenschwarm im Bereich der Brennisteinsfjöll ereignet, dessen stärkstes Erdbeben von der Bevölkerung verspürt wurde. Es wurde um 00:40 Uhr Ortszeit registriert und erreichte Magnitude 3,4. Das Hypozentrum lag in rund 6,8 Kilometern Tiefe südlich des Berges Helgafell. Der Erdstoß wurde vor allem im Südwesten Islands wahrgenommen.

In den folgenden Stunden registrierten die Messstationen etwa 15 weitere, überwiegend schwache Erschütterungen. Mehrere Ereignisse konzentrierten sich südlich und südöstlich des Helgafell in Tiefen zwischen etwa vier und sieben Kilometern. Daneben traten Mikrobeben in geringer Tiefe auf. Um 03:32 Uhr folgte noch ein Erdstoß der Magnitude 2,3. Die Aktivität ist geringer als bei einem ausgeprägten tektonischen Erdbebenschwarm, spiegelt aber dennoch eine erhöhte Seismizität in den vulkanischen Brennisteinsfjöll wider.
Auf der Reykjanes-Halbinsel treten immer wieder Erdbeben entlang verschiedener Störungszonen auf. IMO registrierte innerhalb von 48 Stunden insgesamt 38 lokalisierbare Erschütterungen, was im Vergleich der letzten Jahre nicht besonders viel ist. Besonders im Bodenhebungsgebiet von Svartsengi bleibt die seismische Aktivität gering, obwohl die Bodenhebung mit kleinen Fluktuationen anhält.
Nach Angaben des isländischen Wetterdienstes vom 30. September hat sich der Boden bei Svartsengi innerhalb der vergangenen drei Monate um etwa vier Zentimeter gehoben. Die Deformation verlief dabei relativ gleichmäßig. Sie wird als Hinweis darauf interpretiert, dass sich weiterhin Magma in mehreren Kilometern Tiefe ansammelt und der Druck im magmatischen System zunimmt.
Die wahrscheinlichste Entwicklung bleibt deshalb ein neuer Magmenaufstieg von Svartsengi in Richtung der Sundhnúkur-Kraterreihe, der schließlich in einem Vulkanausbruch münden könnte. Ein Zeitpunkt lässt sich nicht vorhersagen. Da seit dem letzten Ereignis zunehmend Zeit vergangen ist, wächst die Unsicherheit hinsichtlich des möglichen Ausbruchstermins. Der Wetterdienst warnt weiterhin vor einem kurzen Vorlauf.
Das Vulkansystem Reykjanes-Svartsengi steht unverändert auf Alarmstufe 2 („deutlich erhöhte Aktivität“). Für Grindavík gilt weiterhin eine erhebliche Gefährdung.
Interessant sind auch 2 Erdbeben der Magnituden 3,0 und 2,9, die sich gestern Nacht unter dem vom Myrdalsjökull bedeckten Vulkan Katla ereignet haben. Die seismovulkansichen unruhen gehen als auch hier weiter.







