Über 500 Erdbeben durch Schwarm bei Eldey vor Island – Aktivität lässt nach
Seit gestern Abend hat die Aktivität des Schwarmbebens bei der Insel Eldey vor der Südwestspitze der Reykjanes-Halbinsel nachgelassen. Heute Morgen gibt es nur noch vereinzelte Erschütterungen. Während der gut 36 Stunden dauernden Hochphase der Aktivität wurden über 500 Beben detektiert. Das stärkste hatte eine Magnitude von 3,9. Während IMO-Wissenschaftler Benedikt Gunnar Ófeigsson einen direkten Zusammenhang mit der Magmaansammlung bei Svartsengi für unwahrscheinlich hält, meinte er gegenüber MBL, dass es durchaus einen indirekten Zusammenhang geben könnte.

Der unwahrscheinliche direkte Zusammenhang besteht darin, dass die Schwarmbeben durch aufsteigendes Magma bei Eldey ausgelöst wurden. Wie ich bereits in meinem gestrigen Update schrieb und was nun von Benedikt bestätigt wurde, gibt es dafür keine Messdaten wie Tremor oder Bodenhebung. Die Geräte auf Eldey sind diesbezüglich nicht ausgeschlagen. Dafür könnte es einen indirekten Zusammenhang geben, der mit der Bereitung von Aufstiegswegen an der Basis der tiefen Magmaquelle der Region in Verbindung steht In der Frühphase des eruptiven Geschehens auf Reykjanes, die bereits im Jahr 2018 auffällig wurde und sich bis 2021 deutlich steigerte, weitete sich die Riftzone des Mittelatlantischen Rückens in der nun erneut von dem Schwarmbeben betroffenen Region um mehrere Meter und bereitete so den Magmenaufstieg Richtung Fagradalsfjall und Svartsengi einen Weg. Daher ist es nicht auszuschließen, dass sich ähnliche Prozesse nun anfangen, zu wiederholen Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob eine neue Serie starker Schwarmbeben vor Reykjanes einsetzt.
Die Beben wirkten sich bis jetzt offenbar nicht auf die bestehende Magmenansammlung bei Svartsengi aus. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass Schmelze ihren finalen Aufstieg begonnen hat.
Unterdessen bestehen bei einigen Anwohnern Sorgen, dass geplante Geothermiebohrungen bei der Eldvörp-Kraterreiche, die praktisch das westlich von Svartsengi gelegene Gegenstück zu Sundhnúkur darstellt, dort einen Ausbruch oder Erdbeben triggern könnten. Der Geologe Ármann Höskuldsson dementierte, dass Bohrungen einen Effekt auf das Phänomen haben. Selbst wenn der Bohrer auf eine Magmatasche stoßen würde, käme wohl nur dieser zu Schaden.











