USA: Starkregen führt im Osten zu Überflutungen

Extremregen verursachte Überflutungen in Connecticut und New York – Autos versinken in den Fluten

Heftige Unwetter haben am Sonntag, 13. September 2026, Teile von Connecticut und dem angrenzenden Bundesstaat New York unter Wasser gesetzt. Besonders schwer betroffen war die Region um Westport im Fairfield County. Innerhalb weniger Stunden fielen dort außergewöhnlich große Regenmengen, die zahlreiche Straßen in reißende Wasserläufe verwandelten.

Überflutung

Im Raum Westport und Norwalk wurden örtlich 15 bis 18 Zentimeter Niederschlag gemessen. Besonders problematisch war die hohe Intensität der Regenfälle: Zeitweise wurden Niederschlagsraten von mehreren Zentimetern pro Stunde erreicht. Dadurch konnte das Wasser nicht schnell genug abfließen und es bildeten sich innerhalb kürzester Zeit Sturzfluten.

Auf den Straßen spielten sich teils dramatische Szenen ab. Zahlreiche Fahrzeuge wurden von den Wassermassen eingeschlossen. Nach Angaben der örtlichen Behörden mussten in Westport 13 Menschen aus ihren Fahrzeugen gerettet werden. Auf Bildern aus dem Ort ist zu sehen, wie Autos teilweise bis zum Dach im Wasser stehen. In einem Fall ist ein Fahrzeug unter den Wassermassen nahezu vollständig verschwunden.

Auch im benachbarten Bundesstaat New York kam es zu schweren Überschwemmungen. Besonders betroffen war Rye im Westchester County. Dort wurden mehr als 70 Liter Regen auf dem Quadratmeter gemessen. Straßen wie der Playland Parkway und Bereiche um die Midland Avenue standen unter Wasser. Auch in Rye mussten Menschen aus einem von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeug gerettet werden.

Auslöser des Extremereignisses war ein Unwettersystem, das auf eine außergewöhnlich feuchte und warme Luftmasse traf. Der hohe Feuchtegehalt der Atmosphäre ermöglichte die Bildung sehr niederschlagsreicher Gewitter und Schauer.

Das Unwetter betraf weite Teile des südlichen New England und der angrenzenden Region. Neben Connecticut und New York wurden auch Gebiete in New Jersey von Überschwemmungen betroffen. Die Ereignisse verdeutlichen, wie schnell intensive Starkregenfälle in dicht besiedelten Regionen zu gefährlichen Sturzfluten führen können. In Zeiten des Klimawandels und immer stärkeren Extremwetterereignissen bleibt dem Menschen nichts anderes übrig, als sich den veränderten Bedingungen anzupassen. Dazu gehört ein Ausbau der Infrastruktur, wie leistungsfähigere Kanalisationen, aber auch Wasserspeicher und Hitzeschutz werden benötigt.

Great Sitkin: Alaskas Domvulkan ist weiter aktiv

Lavadom des Great Sitkin wächst seit Jahren weiter – Lavaströme gesichtet

Auf der zu Alaska gehörenden Inselkette der Aleuten hält die ungewöhnlich lang anhaltende Eruption des Great-Sitkin-Vulkans an. Wie das AVO jüngst berichtete, wird der seit Juli 2021 im Gipfelkrater des Vulkans wachsende Lavadom weiter gespeist und es bilden sich kurze Lavaströme an der Domflanke. Die Eruption verläuft überwiegend effusiv und damit vergleichsweise ruhig: Statt großer Explosionen quillt zähflüssige Lava aus dem Fördersystem und baut im Krater einen mächtigen Lavadom auf.



Great Sitkin. © HVO

Der Lavadom ist in den vergangenen Jahren immer weiter gewachsen und hat inzwischen den größten Teil des Gipfelkraters ausgefüllt. Dabei bleibt die Aktivität nicht auf das unmittelbare Domwachstum beschränkt. Die austretende Lava breitet sich über den Kraterbereich hinaus aus und bildet Lavaströme, die in die angrenzenden Täler vorstoßen. Damit verändert die seit Jahren andauernde Eruption die Gestalt des Gipfelbereichs des Great Sitkin nachhaltig.

Aktuelle Beobachtungen zeigen, dass sich die Lava weiterhin langsam ausbreitet. Besonders aufschlussreich sind satellitengestützte Radardaten, die auch bei Bewölkung Aufnahmen des Vulkans ermöglichen. Anfang September konnte damit eine weitere Ausdehnung der Lava in östliche Richtung festgestellt werden. Der Prozess ist allerdings sehr langsam und unterscheidet sich deutlich von schnell fließenden Lavaströmen, wie sie z.B. auf Hawaii vorkommen.

Auch thermische Signale bestätigen die anhaltende Lavaaktivität. Auf klaren Webcam-Aufnahmen war zuletzt zudem Dampf über dem Gipfeldom zu erkennen. Die Seismizität blieb dagegen gering; innerhalb eines Tages wurden lediglich einzelne kleinere Erdbeben registriert. Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende explosive Aktivitätszunahme gibt es derzeit nicht.

Neue Fotos stammen von einer Expedition des AVO, die mit Hilfe eines Hubschraubers Mitte August durchgeführt wurde. Die Luftaufnahmen zeigen den kegelförmigen Dom im Krater des Vulkans, von dem eine Dampffahne ausging.

Der Great Sitkin wird kontinuierlich mit seismischen und Infraschallsensoren, Webcams sowie Satelliten überwacht. Die Vulkanologen können dadurch sowohl das Wachstum des Doms als auch die weitere Ausbreitung der Lavaströme verfolgen.

Great Sitkin, dessen Alarmstatus auf „Orange“ steht, ist nicht der einzige aktive Vulkan Alaskas. Shishaldin steht auf Alarmstufe „Gelb“ und ist überwiegend seismisch unruhig. In den letzten 2 Tagen wurde auch in der Katmai-Region erhöhte Seismizität registriert, doch hier wurde die Warstufe noch nicht erhöht.

Kilauea: Lavafontänen-Episode 55 lässt auf sich warten

Lavafontänen-Episode 55 lässt auf sich warten – Unreguläre Bodendeformation am Kilauea beobachtet

Am Kilauea auf Hawaii deutet weiterhin vieles auf den Beginn der nächsten Lavafontänen-Episode hin. Doch die für Episode 55 erwartete Eruption lässt auf sich warten. Besonders auffällig ist die Entwicklung der Bodenhebung: Nachdem der Gipfelbereich am 7. September einen Höchststand von etwa 13,2 Mikroradiant erreicht hatte, setzte eine leichte Deflation ein. Seitdem bewegt sich die Bodenverformung weitgehend seitwärts und schuf somit eine ausgeprägte Plateauphase. Damit verharrt der Kilauea auf einem Inflationsniveau, bei dem nach dem bisherigen Eruptionsmuster eigentlich mit dem Beginn der Lavafontänen gerechnet werden könnte.



Am 7. September waren die Vorläuferzeichen besonders deutlich und es sah so aus, als würde der Vulkan unmittelbar vor der Eruptionshochphase stehen: Am Nordschlot des Halemaʻumaʻu-Kraters fanden mehrere intensive Lavaüberläufe statt und die Aktivität nahm deutlich zu. Insgesamt wurden bis zum 10. September 50 Lavaüberläufe registriert. Sie dauerten zwischen 15 Minuten und gut zwei Stunden und wurden teilweise von bis zu zehn Meter hohen Domfontänen gespeist. Gleichzeitig wurden Tremor und regelmäßige Gas-Piston-Signale registriert.

Lavaspattering

Ungewöhnlich war auch eine intensive Spatteringphase am Westschlot, die sich am 9. September manifestierte. Dort wurde lebhaftes Spattering beobachtet, wie es in dieser Form während der aktuellen eruptiven Sequenz bislang nicht dokumentiert worden war. Auch am Südschlot traten gelegentlich Flammen und Spatter auf. Zwischen den Überläufen war an allen drei Schloten weiterhin Glut sichtbar.

Dennoch fehlt bislang der entscheidende Impuls zum Start der Lavafontänenphase. Nach Angaben des HVO blieb die Bodenhebung zuletzt nahezu unverändert. Am Morgen des 10. September lag die Neigung am UWD-Tiltmeter bei etwa 12,4 Mikroradiant und damit nur rund 0,3 Mikroradiant unter dem Ausgangswert von Episode 54. Die Wissenschaftler weisen explizit darauf hin, dass die Gipfelinflation seit dem 25. August ungewöhnlich unregelmäßig verläuft, was Prognosen zum Eruptionsstart erschwert.

Das Prognosefenster für Episode 55 wurde deshalb mehrfach nach hinten verschoben und lag zuletzt beim 10. bis 11. September. Am 10. September wurden zwar weiterhin kurze Vorläuferlavaflüsse registriert, doch eine erneute deutliche Inflation blieb aus. Zu beachten gilt, dass die Zeitangaben in Ortszeit erfolgen, die 12 Stunden hinter der MESZ liegt. Auf Hawaii ist noch der 10. September.

Kilauea: Lavafontänen-Episode Nr. 55 steht in den Startlöchern

Neue Lavafontänen-Episode des Kilauea steht unmittelbar bevor – Vulkanausbruch kann jede Minute beginnen

Am Kilauea auf Hawaii deutet sich der Beginn der 55. Lavafontänen-Episode der seit Dezember 2024 anhaltenden Eruption an. Das Hawaiian Volcano Observatory (HVO) stufte den Vulkan am 7. September von „Advisory“ auf „Watch“ herauf und erhöhte den Aviation Color Code von Gelb auf Orange. Nach Einschätzung der Vulkanologen dürfte die neue Fontänenphase zwischen dem 7. und 10. September beginnen.



Kilauea

Bereits seit dem 7. September läuft eine ausgeprägte Vorläuferphase der Eruption. Gegen 12:45 Uhr Ortszeit begann am Nordschlot ein Lavaüberlauf. Anschließend entwickelten sich innerhalb weniger Stunden mehrere kurzlebige Überläufe und kleine Lavafontänen. Der zweite Vorläufer begann gegen 14:52 Uhr und wurde von einer etwa drei Meter hohen Doppel-Fontäne gespeist. Beim dritten Ereignis stieg die Aktivität erneut an.

Besonders interessant war der vierte Vorläufer, der um 17:52 Uhr begann. Die dazugehörige Domfontäne erreichte etwa 10 Meter Höhe und speiste einen Lavaüberlauf auf dem Kraterboden. Gegen 19:20 Uhr endete das Ereignis mit einem kräftigen Rückfluss der Lava. Gleichzeitig registrierten die Vulkanologen weiterhin Gas-Pistoning und Schwankungen im Tremor.

Jetzt, am 7. September gegen 20:50 Uhr Ortszeit (08:50 Uhr MESZ, 8. September), ist der Gipfel des Kilauea in Wolken gehüllt. Dennoch erkennt man auf der Livecam ein rot illuminiertes Bild, was entweder von einer weiteren intensiven Vorläufer-Tätigkeit zeugt oder bereits den Beginn der Lavafontänenphase markiert. Dazu passt, dass die Neigungsmesser den Beginn von Deflation registrieren.

Die Entwicklung passt zum bekannten Aktivitätsmuster des Kilauea. Nach dem Ende der vergangenen Episode 54 am 25. August setzte erneut eine Inflation des Gipfelbereichs ein. Das UWD-Neigungsmessgerät registrierte seitdem einen Anstieg von insgesamt mehr als 13 Mikroradian. Eine solche Aufwölbung weist auf die erneute Ansammlung von Magma im flachen Fördersystem hin.

Die bisherigen Fontänenepisoden dauerten überwiegend einen Tag oder weniger. Die Lava bleibt dabei auf den Halemaʻumaʻu-Krater innerhalb des Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalparks beschränkt.

Mit Beginn der Fontänenphase ist vor allem mit Asche, vulkanischen Glaspartikeln und Pele’s Hair zu rechnen. Bei den derzeitigen südlichen Winden könnten Vulkanfahne und leichte Tephra nordwärts über den Calderarand getragen werden.

Sturzflut im Grand Canyon verursachte Todesopfer und Vermisste

Sturzflut nach Starkregen reißt Wanderwege und Brücken im Grand Canyon weg – mindestens 1 Todesopfer und 15 vermisste Personen

Am Wochenende hat eine plötzlich einsetzende Sturzflut Teile des bekannten Grand Canyon in den USA überflutet. Mindestens ein Mensch kam ums Leben, 15 weitere Personen gelten derzeit als vermisst oder nicht auffindbar, so dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen könnte. Mehr als 60 Menschen mussten per Hubschrauber aus dem Canyon ausgeflogen werden. Die Katastrophe steht offenbar auch mit den Folgen des verheerenden Dragon-Bravo-Waldbrandes im Zusammenhang, der letzten Sommer große Teile der Vegetation am Nordrand des Grand Canyon zerstörte.



Sturzflut

Die Katastrophe nahm am Samstag, dem 29. August, ihren Anfang, als schwere Gewitter über den Grand Canyon zogen, und starke Regenfälle niedergingen. Gegen 14:30 Uhr Ortszeit setzte im Bereich von Bright Angel Canyon und Phantom Ranch eine Sturzflut ein, die zahlreiche Wanderer überraschte. Augenzeugen berichteten von plötzlich einsetzender Panik, als Menschen vor dem Wasser auf höher gelegene Bereiche flüchteten.

Eine der Betroffenen, Nikki Baggs, berichtete der BBC, sie habe mit zwei Freunden gerade ihre Unterkunft in der Phantom Ranch bezogen, als sie von den Wassermassen überrascht wurden. Ranger hätten die Menschen mehrfach aufgefordert, weiter auf höheres Gelände zu flüchten. Erst Stunden später konnten die ersten Betroffenen evakuiert werden.

Obwohl die Katastrophe überraschte, war es eine mit Ansage: Große Teile der Wassereinzugsgebiete am North Rim des Canyons waren im vergangenen Jahr vom Dragon-Bravo-Waldbrand verwüstet worden. Das Feuer zerstörte nicht nur die historische Lodge am North Rim, die ich im Vorjahr noch besucht hatte, sondern veränderte die Beschaffenheit der Bodenoberflächen. Nach solchen Bränden kann Regenwasser nicht mehr ausreichend vom Boden aufgenommen werden und fließt daher schnell an der Oberfläche ab, weil Pflanzen und organisches Material fehlen, die Wasser normalerweise zurückhalten.

Dadurch können selbst relativ kurze Starkregenereignisse enorme Wassermengen mobilisieren. Gleichzeitig werden lockeres Gestein, Asche und Sedimente erodiert und mitgerissen. Aus einer Sturzflut kann so innerhalb kürzester Zeit ein hochgefährlicher Schlamm- und Geröllstrom entstehen, der langsamer abfließt als eine bloße Wasserflut und dadurch höhere Pegel erreicht, was sich insbesondere in Schluchten dramatisch auswirkt.

Nach Angaben des National Park Service wurden durch die Sturzflut nahezu alle Fußbrücken über den Bright Angel Creek zerstört. Große Felsblöcke und Trümmer wurden bis in den Colorado River transportiert. Auch die wichtige Transcanyon-Waterline wurde beschädigt, die große Teile der Infrastruktur am Grand Canyon mit Wasser versorgt.

Mindestens 62 Menschen konnten mit Hubschraubern aus dem Canyon ausgeflogen werden. Nahe Crystal Rapids wurde zudem die Leiche eines 46-jährigen Mannes geborgen. Etwa 15 Personen werden weiterhin vermisst, weshalb die Opferzahlen steigen könnten.

Die Behörden warnen unterdessen vor weiteren Gewittern und möglichen Sturzfluten. Der Grand Canyon bleibt in den betroffenen Bereichen gesperrt. Die aktuelle Katastrophe zeigt eindrücklich, wie stark sich die Gefahrenlage nach Waldbränden verändern kann: Ein Starkregenereignis, das unter normalen Bedingungen möglicherweise weniger dramatische Folgen hätte, kann auf einer ausgebrannten Fläche innerhalb kürzester Zeit eine lebensgefährliche Flutwelle erzeugen.

USA: Waldbrand in Spokane zerstörte 600 Häuser

Flammenhölle von Spokane: Waldbrand greift auf Stadt über und vernichtet mehr als 600 Gebäude

Die am Samstag ausgebrochenen Waldbrände rund um Spokane im US-Bundesstaat Washington haben sich innerhalb weniger Stunden zu einer der schwersten Naturkatastrophen in der Geschichte der Region entwickelt. Mehrere Feuer – darunter das Old Trails Fire, das Autumn Lane Fire und das Fairview Fire – breiteten sich aufgrund starker Winde mit hoher Geschwindigkeit aus, vereinigten sich und hinterließen in der Stadt eine Spur der Verwüstung. Nach Angaben der Behörden wurden inzwischen über 600 Gebäude zerstört. Etwa 60.000 Menschen mussten evakuiert werden. Tausende weitere Gebäude sind bedroht.

Besonders ungewöhnlich war die Geschwindigkeit, mit der sich die Flammen ausbreiteten. Sturmböen von bis zu 72 Kilometern pro Stunde trieben die Feuerfronten unaufhaltsam voran und verteilten glühende Funken über große Entfernungen. Dadurch entstanden immer wieder neue Brandherde weit vor der eigentlichen Feuerfront.

In den sozialen Medien werden zahlreiche Aufnahmen der Katastrophe gezeigt, auf denen nicht nur das Ausmaß der Schäden zu erahnen ist, sondern auch die Hilflosigkeit der Bewohner der verbrannten Häuser. Die Häuser ganzer Straßenzüge wurden dem Erdboden gleichgemacht und brannten bis auf die Fundamente ab, während die Häuser eine Straße weiter unversehrt blieben. Neben den Häusern brannten auch zahlreiche Fahrzeuge nieder. Offensichtlich waren die Besitzer nicht in der Lage gewesen, sie in Sicherheit zu bringen.

Die außergewöhnliche Wetterlage verschärfte die Situation zusätzlich. Seit Wochen leidet Ost-Washington unter extremer Trockenheit. Ausgedörrte Gräser, Büsche und Wälder boten den Flammen ideale Nahrung. Zusätzlich sank die Luftfeuchtigkeit auf sehr niedrige Werte. Der nationale Wetterdienst hatte deshalb erstmals für den Bundesstaat Washington eine sogenannte „Particularly Dangerous Situation“-Red-Flag-Warnung ausgegeben – die höchste Alarmstufe für außergewöhnlich gefährliche Waldbrandbedingungen.

Ein weiterer Grund für das enorme Schadensausmaß ist die Lage vieler Wohngebiete. Zahlreiche Häuser grenzen unmittelbar an bewaldete Flächen oder trockenes Buschland bzw. stehen mitten in einer bewaldeten Zone. Gelangen Funken in solche Siedlungen, können Brände schnell von Gebäude zu Gebäude überspringen. Genau dieses Szenario spielte sich in mehreren Stadtteilen im Norden und Westen Spokanes ab. Hinzu kommt, dass die Häuser im Wald – in Amerika spricht man von Wildland-Urban-Interface-Zonen – überwiegend aus Holz erbaut sind.

Die Brandursache ist bislang ungeklärt. Ermittler prüfen verschiedene Möglichkeiten, darunter menschliche Fahrlässigkeit oder technische Defekte. Offizielle Hinweise auf Brandstiftung oder natürliche Auslöser wie Blitzschlag liegen derzeit nicht vor. In der Bevölkerung wird spekuliert, dass der Old-Trails-Brand möglicherweise entlang einer Bahnstrecke entstanden sein könnte und durch Funken eines Zuges ausgelöst wurde.

Trotz des extrem großen Ausmaßes der Zerstörung meldeten die Behörden zunächst keine Todesopfer. Dieser Umstand ist vor allem den schnellen Evakuierungen zu verdanken. Im Spokane Convention Center wurde ein großes Notfallzentrum eingerichtet. Gouverneur Bob Ferguson rief den Ausnahmezustand aus und beantragte Unterstützung durch die Bundeskatastrophenschutzbehörde FEMA.

USA: Dramatische Überflutungen in Texas

Lebensgefährliche Überflutungen in Texas – Guadalupe River tritt erneut über die Ufer

Nur gut ein Jahr nach der verheerenden Flutkatastrophe am Guadalupe River, bei der das Camp Mystic zerstört wurde und 28 Personen ihr Leben verloren, erlebt das Texas Hill Country erneut eine dramatische Hochwasserkatastrophe. Die US-Wetterbehörde rief am 16. Juli für Teile des Einzugsgebiets des Guadalupe River eine „Flash Flood Emergency“ aus – die höchste Warnstufe bei Sturzfluten. Bewohner entlang des Flusses und seiner Nebengewässer wurden aufgefordert, unverzüglich höher gelegenes Gelände aufzusuchen. Besonders betroffen sind die Countys Kerr und Kendall sowie die Orte Hunt, Ingram, Kerrville, Comfort, Center Point und Boerne.

Auslöser der neuen Flutwelle sind außergewöhnlich intensive Niederschläge, die seit mehreren Tagen über Zentral-Texas niedergehen und die bis dato herrschende Trockenheit ablösten. Zwar herrschte in dem von den Fluten betroffenen Gebiet keine starke Dürre, dennoch waren die oft kalkigen Böden ausgetrocknet, was zu Anfang der Niederschläge ein rasches Ablaufen des Wassers und ein erstes Ansteigen des Gewässerpegels begünstigte. Inzwischen summierten sich die Regenmengen auf mehr als 250 bis 380 Millimeter, was die Böden sättigte, weshalb erneut ein Großteil des Wassers unmittelbar oberflächlich abfließt und sich in den Flussläufen sammelt.

Der Guadalupe River reagiert auf solche Wetterlagen äußerst empfindlich: Sein Einzugsgebiet ist von steilen Hängen und felsigem Untergrund geprägt, sodass sich das Wasser innerhalb kurzer Zeit zu einer mächtigen Flutwelle kumulieren kann. An einzelnen Pegeln stieg der Fluss innerhalb weniger Stunden um fast zehn Meter an.

Die Ereignisse wecken unweigerlich Erinnerungen an die Katastrophe vom 4. Juli 2025. Damals hatte extremer Starkregen den Guadalupe River innerhalb von weniger als einer Stunde anschwellen lassen. Besonders tragisch war das Schicksal des christlichen Sommercamps Camp Mystic nahe Hunt. In den frühen Morgenstunden überraschte die Flut die Bewohner des Camps. Zahlreiche Mädchen und Betreuer kamen ums Leben, insgesamt forderte die Hochwasserkatastrophe im Texas Hill Country mehr als einhundert Todesopfer. Die Bilder der Verwüstung gingen um die Welt und lösten eine Debatte über Frühwarnsysteme und Katastrophenschutz aus.

Meteorologisch ähnelt die aktuelle Lage der des Vorjahres. Wieder sorgt ein nahezu stationäres Tiefdruckgebiet mit feuchtwarmer Luft vom Golf von Mexiko für zahlreiche Gewitter über demselben Gebiet. Die langsame Verlagerung der Gewitterzellen führt zu sogenannten „Training Storms“, bei denen mehrere Gewitter hintereinander dieselben Regionen treffen und innerhalb weniger Stunden große Niederschlagsmengen hervorbringen.

Im Gegensatz zum letzten Jahr reagierten die Behörden diesmal deutlich früher und veröffentlichte Warnmeldungen und ordneten Evakuierungen an. Zudem kam es bereits früh zu Straßensperrungen. Auch die Bevölkerung ist seit der Tragödie des vergangenen Jahres sensibilisiert. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um eine Katastrophe ähnlichen Ausmaßes zu verhindern, wird sich erst zeigen.

Kilauea: Die heißeste Show der Welt endete nach 8,5 Stunden

Lavafontänen-Episode 51 dauerte achteinhalb Stunden – 5 Millionen Kubikmeter Lava gefördert

Der Kilauea auf Hawaii hat inzwischen die 51. Lavafontänen-Episode beendet und erneut für ein fantastisches Naturschauspiel gesorgt, das ich gerne als die „heißeste Show der Erde“ bezeichne: Die gut 1.200 Grad heiße Lava schoss bis zu 290 Meter aus dem Schoß unseres Planeten empor und überflutete den Halemaʻumaʻu-Krater mit etwa 5 Millionen Kubikmetern Lava. Tephra erreichte eine Höhe von bis zu 5.000 Metern und regnete auch außerhalb der Nationalparkgrenzen nieder. Nach gut achteinhalb Stunden endete die Show am Mittwoch um 16:46 Uhr HST. Bei uns in Europa war es bereits Donnerstagmorgen.

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Die Show der 51. Lavafontänen-Episode war zwar spektakulär, doch es handelte sich nur um einen durchschnittlich starken Ausbruch, wie wir ihn seit Beginn der Eruption am 23. Dezember 2024 bereits viele Male gesehen haben. Ungewöhnlich war die fast dreiwöchige Aufladungsphase, in der sich der Beginn der Lavafontänenphase infolge mehrerer Deflationsereignisse wiederholt verzögert hatte.

Ähnlich wie die aktuelle Eruption dauerten die meisten Episoden mehrere Stunden und förderten einige Millionen Kubikmeter Lava, wobei die Stärke der einzelnen Ausbrüche deutlich schwankte. Die Lavafontänen erreichten häufig Höhen von mehreren hundert Metern, während die Ausbruchsphasen meist zwischen wenigen und rund zehn Stunden anhielten.

Die bislang stärkste Episode war Episode 43 am 10. März 2026. Während dieser Phase waren sowohl der Nord- als auch der Südschlot aktiv. Die Lavafontänen erreichten Rekordhöhen von bis zu 540 Metern am Südschlot und etwa 440 Metern am Nordschlot. Insgesamt wurden dabei ungefähr 12 Millionen Kubikmeter Lava ausgestoßen – mehr als bei jeder anderen Episode der aktuellen Eruptionsserie. Die Aktivität dauerte etwa neun Stunden, wobei zeitweise Förderraten von bis zu 800 Kubikmetern Lava pro Sekunde gemessen wurden.

Die jüngste Episode 51 reiht sich in dieses charakteristische Muster ein: Nach einer Phase zunehmender Inflation im Gipfelbereich setzte erneut eine kurze, energiereiche Fontänenphase ein, bevor die Aktivität wieder abrupt nachließ. Solche wiederkehrenden Ausbruchszyklen entstehen durch das periodische Auffüllen und Entleeren des flach gelegenen Magmareservoirs unter dem Gipfel. Zwischen den Episoden bleibt der Kilauea aktiv, wobei sich der Druck im Untergrund erneut aufbauen kann, bis eine weitere Fontänenphase ausgelöst wird.

Die Aktivität der letzten zwei Jahre beschränkte sich auf den Halemaʻumaʻu-Krater, ohne dass die beiden Riftsysteme im Osten und Westen des Kīlauea an eruptiver Tätigkeit beteiligt gewesen wären. Seit der Leilani-Eruption ist die Aktivität am legendären Puʻuʻōʻō-Krater im oberen Ostrift zum Erliegen gekommen. Die Eruption dort speiste die Lavaströme, die jahrelang in den Ozean flossen und ein Magnet für zahlreiche Vulkanspotter waren. Dagegen sind die aktuellen Lavafontänen-Episoden nicht ganz so einfach zu erwischen, da sie – wie aktuell – mit Verzögerung starten können. Der Puʻuʻōʻō erhielt zumindest einen Teil seiner Schmelze aus dem Speicher unter der Gipfelcaldera, der nun die Lavafontänen speist. Daher gilt es als unwahrscheinlich, dass es im Ostrift wieder zu Aktivität kommen wird, solange die Lavafontänenphase in ihrer aktuellen Intensität anhält.

Kilauea: Lavafontänen-Episode Nr 51 erreicht ihren Höhepunkt

Vulkanausbruch am Kilauea auf Hawaii: Episode 51 erreicht ihren Höhepunkt – Lavafontänen steigen fast 300 Meter hoch

Am Kilauea auf Hawaii setzte die lange erwartete Lavafontänen-Episode 51 nach einem starken Lavaüberlauf am Mittwochmorgen gegen 8.30 Uhr HST ein und erreichte im Laufe des Vormittags ihren Höhepunkt. Der Vulkan fördert bis zu 290 m hohe Lavafontänen, und große Mengen Lava überfluten den Halema’uma’u-Krater. Eine mehrere Kilometer hohe Eruptionswolke steigt in den Himmel und gefährdet den Flugverkehr.

Mit fast einer Woche Verspätung begann die eruptive Hauptphase. Sie war durch den Übergang eines domartig aufgewölbten Lavasprudels in eine Lavafontäne gekennzeichnet und setzte mit der Deflation des Gipfelbereichs sowie einem deutlichen Anstieg des vulkanischen Tremors ein. Beides sind typische Anzeichen dafür, dass Magma aus dem flachen Speichersystem zur Oberfläche aufsteigt. Bereits kurz nach Beginn der Eruptionshauptphase erreichten die Lavafontänen eine Höhe von 30 Metern. Innerhalb von zwei Stunden steigerten sie sich über 100, 150 und schließlich 200 Meter, bevor sie gegen 10.30 Uhr HST mit 950 Fuß (rund 290 Metern) ihren bisherigen Höchststand erreichten. Zu diesem Zeitpunkt lag die Förderrate bei etwa 300 Kubikmetern Lava pro Sekunde. Anders als bei einigen früheren Episoden blieb der südliche Schlot bislang inaktiv; die gesamte Eruption konzentriert sich auf den nördlichen Förderschlot.

Parallel zur zunehmenden Lavaförderung entwickelte sich eine mächtige Eruptionswolke. Wetterradar und Beobachtungen des Hawaiian Volcano Observatory zeigen, dass die Asche- und Gaswolke Höhen von etwa 5.500 Metern über dem Meeresspiegel erreicht. In den oberen Luftschichten wird sie nach Nordwesten verfrachtet, während bodennahe Winde vulkanische Gase und leichte Tephra überwiegend in südwestliche Richtung transportieren.

Auf den Livecams erkennt man, dass die Form der Lavafontäne an eine Tulpe erinnert: Aus dem Nordschlot schießt ein zweigeteilter, in entgegengesetzte Richtungen geneigter Lavajet, sodass die resultierende Lavafontäne weit gefächert ist, dafür aber nicht so hoch aufsteigt, wie es bei einem konzentrierten Strahl der Fall wäre. In der Frühphase der Eruption waren auch hitzebedingte Windhosen zu sehen.

Nach Angaben des Hawaiian Volcano Observatory bleibt der Auswurf von Tephra bislang weitgehend auf den gesperrten Bereich des Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalparks beschränkt. Lediglich ein sehr leichter Niederschlag von Pele-Haaren – feinen, glasigen Vulkanfasern – wurde am Uēkahuna-Aussichtspunkt sowie am Kaʻū-Desert-Trail entlang des Highway 11 gemeldet. In der Ortschaft Pāhala wurde dagegen kein Aschen- oder Tephrafall beobachtet.

Ob Episode 51 ihren Höhepunkt bereits überschritten hat, ist derzeit noch unklar. Da der Tremor zwar seinen Maximalwert erreicht hat, die Lavaförderung jedoch zunächst weiter zunahm, könnte die Aktivität noch einige Zeit auf hohem Niveau anhalten, bevor die Fontänen allmählich zurückgehen. Bis dahin bietet der Kīlauea erneut ein eindrucksvolles Schauspiel, das den charakteristischen episodischen Rhythmus seiner aktuellen Gipfeleruption eindrucksvoll bestätigt.