Niederfrequente Beben unter dem Teide auf Teneriffa: Routine oder Signale eines bevorstehenden Vulkanausbruchs?
Heute Nacht registrierten die seismischen Stationen auf Teneriffa eine Serie auffälliger Erdbebensignale, die sich bei genauerer Analyse als hybride Niederfrequenz-Erdbeben entpuppten. Die Beben manifestierten sich im westlichen Bereich der Caldera von Las Cañadas, die zum Massiv des Vulkans Teide gehört. Die Ereignisse traten in Phasen um 01:11, 03:44 und 07:52 UTC auf und umfassten mehrere schwache Signale Acht der Beben konnten eindeutig lokalisiert werden; ihre Herdtiefen lagen gebündelt zwischen 10 und 15 Kilometern – ein Bereich, der dem tiefen magmatischen System des Teide zugeordnet wird.

Solche Hybrid- und Niedrigfrequenzsignale gelten als typisch für aktive Vulkansysteme. Sie entstehen meist durch das Zusammenspiel von Fluidbewegungen, Gasdruck und brüchigem Gestein in der Tiefe. Diese Art von Aktivität wird am Teide seit Jahren immer wieder beobachtet und vom Instituto Geográfico Nacional (IGN) eng überwacht. Nach aktuellem Kenntnisstand deuten die heutigen Beben nicht auf eine unmittelbar bevorstehende Eruption, sondern auf fortlaufende innere Prozesse eines aktiven, aber stabilen Vulkansystems hin.
Ein Blick auf die vergangene Woche ordnet die heutigen Ereignisse ein. Zwischen dem 16. und 23. Januar 2026 wurden im gesamten Archipel 24 schwache Erdbeben registriert. Das stärkste erreichte eine Magnitude von 2,9 und ereignete sich am 20. Januar auf El Hierro. Die insgesamt freigesetzte seismische Energie betrug 0,20 Gigajoule. Die Beben verteilten sich vor allem auf Teneriffa, Gran Canaria, El Hierro und La Palma.
Die vulkanischen Ampeln stehen für Teneriffa, El Hierro, Lanzarote und Gran Canaria weiterhin auf „Grün“. La Palma verbleibt aufgrund noch nicht vollständig normalisierter geophysikalischer und geochemischer Parameter nach dem Ausbruch von 2021 auf „Gelb“. Bodenverformungen wurden zuletzt nicht festgestellt. Gleichzeitig zeigen Messungen auf Teneriffa weiterhin erhöhte diffuse CO₂-Emissionen. Sie sind Ausdruck eines seit 2016 bekannten Druckprozesses im vulkanisch-hydrothermalen System. Dieser Druckaufbau gilt zwar als „normal“ für einen aktiven Vulkan, könnte letztendlich aber in einer Eruption gipfeln.