
Blizzard legt die USA lahm – Ausnahmezustand von den Plains bis nach Washington
Der gestern angekündigte Wintersturm hat weite Teile der Vereinigten Staaten lahmgelegt und in einen Ausnahmezustand versetzt. Heftige Schneefälle, gepaart mit Eisregen und extremer Kälte, führten zu katastrophalen Zuständen, von denen besonders der Osten des Landes betroffen ist. Auch die Hauptstadtregion Washington D.C. wurde schwer getroffen: Die Straßen sind teilweise unpassierbar, der öffentliche Nahverkehr wurde eingeschränkt oder eingestellt. Tausende Flüge fielen landesweit aus.
In mehreren Bundesstaaten meldeten Energieversorger großflächige Stromausfälle, von denen hunderttausende Haushalte betroffen sind. Behörden berichten zudem von zahlreichen Verkehrsunfällen, Versorgungsengpässen und mehreren Todesfällen, die in direktem Zusammenhang mit Kälte, Glätte oder medizinischen Notlagen stehen. Insgesamt sind mehr als 160 Millionen Menschen von den Auswirkungen des Blizzard betroffen. Zahlreiche Bundesstaaten riefen den Notstand aus.
Besonders problematisch war die Kombination aus starkem Schneefall und gefrierendem Regen. Während in manchen Regionen mehr als 30 Zentimeter Schnee fielen, bildete sich andernorts eine dicke Eisschicht auf den Straßen, was zu unzähligen Unfällen führte. Auch Bäume und Stromleitungen wurden mit einem dicken Eispanzer überzogen. Das zusätzliche Gewicht ließ Äste brechen und Masten umstürzen.
Meteorologisch betrachtet handelt es sich um ein außergewöhnlich intensives Ereignis, das sich aber durchaus erklären lässt: Auslöser des Blizzards ist eine stark mäandrierende Strömung des Jetstreams, die sehr kalte arktische Luft weit nach Süden lenkte. Gleichzeitig wurde feuchte und vergleichsweise milde Luft aus dem Golf von Mexiko nach Norden geführt. Dort, wo diese Luftmassen aufeinandertreffen, entwickelte sich ein sehr großes Energiepotenzial und schuf die idealen Voraussetzungen für einen großräumigen Wintersturm mit Schnee, Eis und starken Winden. Verstärkt wurde das System durch eine gestörte Zirkulation des Polarwirbels, die Kaltluft länger über Nordamerika festhielt und den Sturm verlangsamte.
Medien berichten, dass es sich möglicherweise um den stärksten Blizzard der letzten 40 Jahre handelt. Ob dem so ist, wird unter Meteorologen kontrovers diskutiert. Seine Stärke ist jedenfalls historisch bemerkenswert und könnte im Kontext mit dem Klimawandel stehen, der immer stärkere Störungen von Jetstream und Polarwirbel bewirkt. Was im Winter zu extremen Kälteperioden führen kann, löst im Sommer häufig Omega-Wetterlagen mit Hitzewellen aus und sind zwei Seiten der gleichen Münze.
Klimawandelleugner Trump spottet über globale Erwärmung
Klimawandelleugner und Wissenschaftsfeind Donald Trump – der auch sonst ein Freund von Desinformation, Unwissenheit und historischem Eigenlob ist – bezeichnete die Auswirkungen des Blizzards als katastrophal und spottete zugleich über den Klimawandel und fragte, wo denn die „globale Erwärmung“ geblieben sei. Zusammenhänge wollen verstanden werden. Stoppt die Dummheit!
Der Wintersturm zeigt nicht nur die Verwundbarkeit moderner Gesellschaften gegenüber Naturereignissen, sondern auch, wie eng Wetter, Wissenschaft und politische Deutung miteinander verwoben sind.