Santiaguito: Pyroklastischer Strom vom Dom abgegangen

 

Domvulkan Santiaguito erzeugte weiteren pyroklastischen Strom – Explosionen halten an

Am guatemaltekischen Santiaguito ging gestern um 9:57 Uhr ein kleiner pyroklastischer Strom ab. Er floss in Richtung Nordosten auf den Rand des Tals zwischen dem Domkomplex und dem Muttervulkan Santa Maria zu. Nach Angaben der guatemaltekischen Vulkanwarte INSIVUMEH löste sich das heiße Gemisch aus Gasen, Asche und Gesteinsfragmenten am Caliente-Dom und bewegte sich hangabwärts – ein typisches, wenn auch stets gefährliches Phänomen dieses seit Jahrzehnten aktiven Vulkankomplexes.

Parallel zu dem Ereignis meldete das Washington VAAC in einer VONA-Warnung neue Ascheemissionen. Satellitendaten von GOES-19 zeigten am Morgen eine diskrete Vulkanaschewolke, die sich bodennah bis in etwa 4.300 Meter Höhe ausbreitete und mit rund 19 km/h nach Westen driftete. Die Prognosen gingen davon aus, dass sich die Aschewolke im Tagesverlauf weiter nach West-Südwesten verlagert, bevor keine signifikanten Aschekonzentrationen mehr erwartet wurden.

Die Vulkanologen berichten zudem von einem anhaltenden Austritt weißer bis bläulicher Dampfwolken, die bis zu 200 Meter über den Dom aufsteigen. An mehreren Flanken – insbesondere im Südwesten, Süden und Nordosten – rollen weiterhin Lavablöcke bis zum Fuß des Vulkans hinab. Pro Stunde werden ein bis zwei schwache bis mäßige Explosionen registriert, die Gas- und Aschewolken bis auf etwa 3.000 Meter über dem Meeresspiegel fördern. Durch den vorherrschenden Wind kam es zu Aschefall in Loma Linda und San Marcos Palajunoj in der Gemeinde El Palmar.

Der Santiaguito ist kein einzelner Gipfel, sondern ein Lavadom-Komplex am Fuß des Vulkans Santa María, dessen katastrophale Eruption von 1902 den Grundstein für die heutige Aktivität legte. Seit 1922 wächst hier Domlava, begleitet von Explosionen, Kollapsereignissen und pyroklastischen Strömen. Gerade diese Mischung aus scheinbar moderater, aber dauerhaft instabiler Aktivität macht den Santiaguito zu einem der gefährlichsten Vulkane Mittelamerikas – insbesondere für die umliegenden Gemeinden und den regionalen Flugverkehr.

In Teilen von Guatemala kam es zu starken Unwettern, die Schlammlawinen und lokale Überflutungen auslösten. Das Gebiet um den Santiaguito blieb davon offenbar verschont, zumindest wurde keine explizite Lahar-Warnung ausgegeben.

Merapi: Neue Volumendaten zum Lavadom liegen vor

Neue Daten zu den Dom-Volumina liegen vor – Nur kleine Veränderungen gegenüber den Messungen vom Oktober

Der Gunung Merapi ist nach wie vor einer der aktivsten Vulkane Indonesiens und zeigt im auch Dezember 2025 eine kontinuierliche vulkanische Aktivität, die durch Abgänge von Schuttlawinen und Entgasungen an den beiden Domen gekennzeichnet ist. Zudem ging heute ein kleiner pyroklastischer Strom ab, der eine gleitstrecke von 1000 m hatte. Nach einer mehrmonatigen Wartezeit hat das VSI nun in Zusammenarbeit mit dem indonesischen Ministerium für Energie und Bodenschätze neue Daten zu den Volumina der beiden Dome im Krater des Merapis veröffentlicht: Trotz mehrerer Phasen, bei denen pyroklastische Ströme abgegangen sind, und bei weiter anhaltenden Abgängen von Schuttlawinen und Steinschlägen hat sich das Domvolumen recht moderat verringert.

Drohnenflüge vom 13. Dezember lieferten aktuelle Luft- und Thermalfotos, die die Veränderungen an den Lavadomen dokumentieren. Das Volumen der Südwest-Kuppel ist um etwa 137.000 Kubikmeter geschrumpft und liegt nun bei knapp 4,17 Millionen Kubikmetern. Die Zentralkuppel blieb mit 2,37 Millionen Kubikmetern konstant. Auffällig ist zudem ein deutlicher Temperaturrückgang an beiden Kuppeln: Die Temperatur des südwestlichen Doms sank um 6,3 °C auf 249,3 °C, die Zentralkuppel kühlte um 10,3 °C auf 209,5 °C ab. Dies kann auf eine geringere Aktivität oder eine Abkühlung des Magmas an der Oberfläche hinweisen.

Die seismischen Messungen zeigen eine erhöhte Erdbebenaktivität gegenüber der Vorwoche. Insgesamt wurden 8 flache vulkanische, 453 hybride Mehrphasenbeben, 4 niederfrequente Erschütterungen und 9 tektonische Beben registriert. Zudem gab es 694 Steinschlagsignale. Trotz dieser Aktivität konnten mittels EDM und GPS keine signifikanten Bodenverformungen festgestellt werden, was auf eine derzeit stabile Magmakammer hindeutet.

Am 14. Dezember gab es starke, lokale Niederschläge mit 28,23 mm Regen in der Stunde, jedoch kam es nicht zu zusätzlichen Laharen oder Abflusssteigerungen in den umliegenden Flüssen. Diesen sollte man aber besonders, wenn es regnet, fernbleiben.

Die asymmetrische Sperrzone, die sich zwischen 3 und 7 Kilometer um den Gipfel ausdehnt, bleibt bestehen. Der Alarmstatus steht auf 3 bzw. orange.
Zusammenfassend zeigt der Gunung Merapi eine anhaltende, aber derzeit relativ stabile Aktivität. Die Beobachtungen lassen keine unmittelbare Gefahr für größere Ausbrüche erkennen, dennoch wird die Situation weiterhin engmaschig überwacht.

Merapi-Drohnenvideo geht viral

Mitte Dezember wurde auch ein eindrückliches Drohnenvideo vom Merapi online gestellt, dass den Abbruch eines größeren Lavapakets am Dom dokumentiert, woraus eine Schuttlawine hervorging. beim Abbruch von größeren und heißeren Paketen entstehen pyroklastische Ströme.

Yellowstone: Hydrothermale Explosion am 20. Dezember

Hydrothermale Explosion am Black-Diamond-Pool im Yellowstone. © USGS, KI-interpoliert

Weitere Hydrothermale Eruption erschüttert Black Diamond Pool im Biscuit Basin im Yellowstone

Gestern Morgen ereignete sich in der Yellowstone-Caldera um 09:22:51 Uhr (MST) eine weitere hydrothermale Explosion. Ort des Geschehens war wieder der Black-Diamond-Pool im Biscuit Basin, wo es seit Juli 2024 mehrere dampfgetriebene Eruptionen gegeben hat. Das Ereignis dauerte rund fünf Sekunden und wurde unter klaren Winterbedingungen von einer Webcam des Yellowstone Volcano Observatory (YVO) aufgezeichnet. Eine dunkle Schlamm- und Wasserfontäne schoss mehrere Meter hoch aus dem Pool empor, begleitet von Dampf und akustisch deutlich wahrnehmbaren Geräuschen.

Der Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Ereignisse ein, die seit der großen hydrothermalen Explosion vom 23. Juli 2024 auftreten. Damals wurde ein Boardwalk zerstört, Gesteinsbrocken und Schlamm wurden mehrere hundert Meter weit ausgeworfen. Seit diesem Ereignis zeigt der Black-Diamond-Pool ein instabiles Verhalten mit sporadischen, schmutzigen Schlammeruptionen, die Höhen von etwa 9 bis 12 Metern erreichen können.

In den Wochen vor dem Ereignis gestern registrierten Messinstrumente wiederholt nächtliche oder witterungsbedingt verdeckt ablaufende Ereignisse, die akustisch erfasst, jedoch visuell nicht dokumentiert werden konnten. Erst im Frühsommer 2025 installierten Wissenschaftler des Geologieprogramms des Nationalparks die Kamera und zusätzliche Sensoren, wie Geophone, Temperaturfühler und Mikrofone. Diese technische Aufrüstung ermöglicht eine deutlich präzisere Erfassung solcher kurzfristigen, explosiven Prozesse.

Das Biscuit Basin bleibt aufgrund der anhaltenden Gefährdung weiterhin für Besucher gesperrt. Die Sperrung gilt seit der Explosion 2024 und soll Besucher vor unvorhersehbaren Druckentladungen im hydrothermalen System schützen.

Geografisch gehört das Biscuit Basin zum Upper Geyser Basin, in dem auch der berühmte Old-Faithful-Geyser liegt, und ist Teil eines dichten Netzwerks bedeutender Thermalgebiete. In unmittelbarer Nähe befinden sich auch das Midway-Geyser-Basin mit dem Grand-Prismatic-Spring sowie das Lower-Geyser-Basin mit ausgedehnten Fumarolen- und Sinterflächen. Die jüngsten Ereignisse verdeutlichen einmal mehr, wie dynamisch und unberechenbar die hydrothermalen Systeme des Yellowstone sind – selbst in Bereichen, die über Jahrzehnte als vergleichsweise ruhig galten.