Unerwartete Explosion am Vulkan Masaya: Aschewolke verursachte Ascheregen in Nachbargemeinden
Am Samstag, den 29. November 2025, kam es am Santiago-Krater des Vulkans Masaya in Nicaragua zu einer plötzlichen und gut hörbaren Explosion. Dabei stieg eine mehrere Hundert Meter hohe Eruptionswolke aus Gasen und Vulkanasche auf, die von mehreren Punkten im Nationalpark Vulkan Masaya sowie aus umliegenden Gemeinden wie San Juan de la Concepción aus sichtbar war.

Obwohl der Großteil des ausgestoßenen pyroklastischen Materials wieder in den Krater fiel, wurde Vulkanasche durch den Wind in die nahegelegenen Orte Palo Solo, Ticuantepe und Teile von La Concepción getragen, wo sie sich in einer feinen Schicht ablagerte, wie Anwohner gegenüber der lokalen Presse berichteten. Zuvor hörten sie laute Knallgeräusche. Im Stadtgebiet von Masaya selbst wurden weder Geräusche noch Aschefall wahrgenommen, was auf die lokal begrenzte Wirkung des Ereignisses hinweist.
Das Nicaraguanische Institut für Territorialstudien (INETER) hat bislang keine offizielle Stellungnahme zur aktuellen Explosion veröffentlicht und auch eine VONA-Warnung blieb aus. Dennoch weiß man, dass solche Eruptionen Teil der normalen Aktivität eines dauerhaft aktiven Vulkans wie Masaya sind. Im Oktober 2025 wurde der Vulkan bereits während einer Inspektion genauer untersucht: Dabei zeigten sich Einstürze an der inneren südlichen Kraterwand, die den Schlot des früheren Lava-Sees teilweise bedeckten. Der Lavasee, auch „Boca del Infierno“ („Mund der Hölle“) genannt, bildete sich bei der Eruption 2015 und war in abgeschwächter Form bis zum Frühjahr 2024 aktiv. Vulkanologen hatten die Temperatur des Lavasees mehrfach gemessen und kamen auf Werte um 1100 Grad.
Seit dem Jahr 1520 wurden mindestens 18 bedeutende Ausbrüche des Masaya dokumentiert, darunter die historisch bedeutsamen Eruptionen von 1772 und 1820, die in der Region große Schäden anrichteten.
Der Vulkan Masaya ist einer der aktivsten und meistüberwachten Vulkane Zentralamerikas. Er beeindruckte nicht nur durch seinen Lavasee, sondern auch durch häufige Gas- und Ascheemissionen und ist zugleich eine bedeutende Touristenattraktion. Trotz seiner Aktivität gilt er als potenziell gefährlich für die umliegenden Gemeinden, weshalb die Behörden eine kontinuierliche Überwachung und Vorsichtsempfehlungen für die Bevölkerung aussprechen.