Huaynaputina: Lahar beschädigte Brücke am Fuß des Vulkans

Lahar am Vulkan Huaynaputina beschädigt Brücke in Südperu

Ein vulkanischer Schlammfluss (Lahar) hat gestern am südperuanischen Vulkan Huaynaputina starke Schäden an der lokalen Infrastruktur verursacht. Wie das Geophysikalische Institut von Peru (IGP) mitteilte, wurde am Nachmittag ein Lahar in der Schlucht El Volcán registriert. Die Schlammmassen flossen talwärts in Richtung des Río Tambo und beschädigten eine Brücke im Bezirk Quinistaquillas in der Provinz General Sánchez Cerro. Einen Ausbruch des Vulkans hatte es zuvor nicht gegeben und es gibt keine Anzeichen für sein Erwachen.



Huaynaputina

Der Lahar trat gegen 15:42 Uhr auf und bestand aus einer Mischung aus Wasser, alter Vulkanasche, Geröll und Sedimenten. Nach Angaben der Behörden handelt es sich nicht um eine direkte Folge eines Vulkanausbruchs, sondern um ein Ereignis, das durch intensive Niederschläge ausgelöst wurde. Die starken Regenfälle mobilisierten lockeres vulkanisches Material, das sich bei früheren Eruptionen an den Hängen des Huaynaputina angesammelt hatte. In Peru werden solche regenbedingten Murgänge häufig auch als „huaicos“ bezeichnet.

Die Gemeindeverwaltung von Quinistaquillas führt derzeit eine Schadens- und Bedarfsanalyse durch. Parallel überwacht das Nationale Notfallzentrum des Zivilschutzes die Lage. Das IGP rief die Bevölkerung dazu auf, sich von der Schlucht El Volcán fernzuhalten und auf der Straße Quinistaquillas–Sijuaya besondere Vorsicht walten zu lassen. Auch Flussläufe und Bewässerungsanlagen in tiefer gelegenen Gebieten könnten betroffen sein.


Der Huaynaputina zählt zu den historisch bedeutendsten Vulkanen Südamerikas. Er liegt rund 80 Kilometer nordöstlich von Arequipa und ist ein komplexer Stratovulkan ohne ausgeprägten Kegel, bestehend aus mehreren Kratern. Sein letzter und zugleich verheerendster Ausbruch ereignete sich im Jahr 1600. Mit einer Stärke von VEI 6 war er der größte dokumentierte Vulkanausbruch auf dem Kontinent und hatte sogar globale Klimafolgen, darunter Missernten in Europa.

Obwohl der Huaynaputina seit Jahrhunderten keine Eruptionen mehr gezeigt hat, gilt er weiterhin als aktiv. Der aktuelle Vorfall verdeutlicht, dass selbst ruhende Vulkane in Kombination mit extremen Wetterereignissen ein ernstzunehmendes Risiko darstellen können.