Erdbeben am Rand der Snæfellsnes-Halbinsel-Halbinsel und unter dem Vantajökull auf Island
Am Wochenende gab es wieder eine erhöhte Erdbebenaktivität an 2 Lokationen auf Island: Während es im Bereich von Svartsengi und der Reykjanes-Halbinsel relativ ruhig blieb, bebte es verstärkt am Grjótavatn am Rand der Snæfellsnes-Halbinsel und unter dem Gletscher Vatnajökull Dort gab es Freitagabend unter dem Bardarbunga auch den stärksten Erdstoß mit einer Magnitude von 3,0. Weitere Beben wurden am Grimsvötn registriert. Insgesamt manifestierten sich an diesen beiden subglazialen Vulkanen 37 Erschütterungen. Im Bereich von Snæfellsnes kamen 23 Beben zusammen.

Die Beben der Snæfellsnes-Halbinsel hatten Epizentren, die 30 Kilometer nördlich von Borgarnes verortet wurden, und lagen nahe des Grjótavatn am Rand des Ljósufjöll-Vulkansystems. Dieses steht aufgrund erhöhter Seismizität seit fast 2 Jahren immer wieder in den Schlagzeilen. Die Beben ereignen sich überwiegend in Tiefen von mehr als 15 Kilometern und werden mit magmatischen Prozessen in Verbindung gebracht. Wahrscheinlich akkumuliert sich Magma, das dabei ist, in die Erdkruste einzudringen und aufzusteigen. Es wurden bereits leichte Bodenhebungen registriert. Der aktuelle Schwarm verlagerte sich gegenüber vergleichbaren Erdbeben letztes Jahr etwas weiter in den Norden der Region. Ein Vulkanausbruch lässt sich bis jetzt nicht vorhersagen, dennoch könnte es langfristig auf einen solchen hinauslaufen. Der bekannteste Vulkan der Halbinsel – der Snaefellsjökull – bleibt indes ruhig.
Ähnlich verhält es sich mit den beiden Schwarmbeben am Vatnajökull: Sie ereigneten sich unter den beiden bedeutenden subglazialen Vulkanen Bardarbunga und Grimsvötn und stehen ebenfalls mit magmatischen Prozessen in Verbindung, die früher oder später in neuen Eruptionen gipfeln werden. Dabei ist es am wahrscheinlichsten, dass der Grimsvötn als Erster ausbricht. Statistisch betrachtet ist hier eine Eruption überfällig. Im langjährigen Mittel der letzten 100 Jahre kam es alle 4–5 Jahre zu einer Eruption. Die letzte fand 2011 statt, also vor gut 15 Jahren! So langsam wird es Zeit …
Es scheint ein wenig paradox, dass ausgerechnet unter dem größten Gletscher Europas zwei der mächtigsten Vulkane liegen, die sich direkt über dem Island-Hot-Spot befinden. Der Hotspot ist maßgeblich für die Entstehung Islands mitverantwortlich, da er nicht nur Lava zur Erdoberfläche pumpt, sondern die Erdkruste aufwölbt und nach oben schiebt. So begegnen sich auf einem vulkanischen Plateau Feuer und Eis.