Wintersturm „Kristin“ verwüstet Teile Portugals – 5 Tote und massive Schäden infolge einer globale Wetterdynamik
Gestern traf der schwere Wintersturm „Kristin“ mit voller Wucht auf die Atlantikküste von Portugal, richtete schwere Verwüstungen an und tötete mindestens 5 Menschen. Dutzende wurden verletzt. Windböen erreichten in der Spitze Geschwindigkeiten von bis zu 177 km/h. Diese Windgeschwindigkeiten werden besonders starken Orkanen zugeordnet. Für viele Betroffene kam der Sturm über Nacht und mit zerstörerischer Kraft.
In zahlreichen Regionen stürzten Bäume um und Dächer wurden abgedeckt. Bäume und Dächer landeten nicht selten auf Fahrzeuge und beschädigten diese und blockierten Straßen. Dabei wurden mindestens 5 Personen getötet. Vier der Opfer stammen aus der Stadt Leiria, die besonders hart getroffen wurde. Der Zivilschutz meldete tausende Einsätze innerhalb weniger Stunden. Besonders dramatisch waren Stromausfälle infolge zerstörter Strommasten: Zeitweise waren mehr als 800.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten, vielerorts fielen auch Mobilfunknetze aus. Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und technischen Hilfswerken des Zivilschutzes waren im Dauereinsatz. Krankenhäuser arbeiteten im Notbetrieb. Schulen und Behörden blieben geschlossen.
In vielen Orten kamen Verkehr und öffentliches Leben nahezu zum Erliegen. Bahnverbindungen wurden unterbrochen und Straßen gesperrt. Mehrere Küstenabschnitte mussten aus Sicherheitsgründen evakuiert werden. Fischer und Anwohner an der Küste berichten von meterhohen Wellen, die Hafenanlagen beschädigten und Boote zerstörten. Es entstanden Schäden in dreistelliger Millionenhöhe.
In den sozialen Medien geteilte Fotos dokumentierten das vom Sturm ausgelöste Chaos. Besonders eindrücklich ist ein Foto, dass umgeknickte Baumreihen zeigt und oft geteilt wurde. Meiner Meinung nach stammt es aber nicht aus Portugal, sondern vom Sturm Kyrill, der im Jahr 2007 Deutschland traf.
Nach dem Durchzug über Portugal verlagerte sich das Unwetter ostwärts und sorgte in Spanien für ungewöhnlich starken Schneefall, insbesondere im Raum Madrid, wo es zu Verkehrschaos und stundenlangen Staus kam.
Meteorologisch betrachtet ist Sturm „Kristin“ ein atlantisches Tiefdrucksystem. Eine direkte Verbindung zu dem vor wenigen Tagen wütenden Blizzard in den USA besteht nicht. Dennoch gibt es eine indirekte Verknüpfung über den Jetstream: Der stark mäandrierende Höhenwind kann großräumige Wetterextreme auf beiden Seiten des Atlantiks begünstigen. Solche Lagen führen dazu, dass Kaltluft in Nordamerika weit nach Süden ausbricht, während Europa gleichzeitig von energiereichen Sturmtiefs getroffen wird.
