Neue Satellitendaten bestätigen extreme Bodentemperaturen während Hitzewelle in Australien
Australien erlebte Anfang Januar eine außergewöhnliche Hitzewelle, die nicht nur neue Lufttemperatur-Rekorde hervorbrachte, sondern auch extrem hohe Bodentemperaturen, die von Satelliten aus gemessen wurden. Heute veröffentlichte Daten des europäischen Copernicus-Programms dokumentieren Landoberflächentemperaturen von bis zu 60 Grad Celsius, die in Teilen des trockenen Binnenlands von New South Wales und South Australia auftraten. In Orten wie Willcania und Broken Hill heizte sich der Boden auf Werte auf, die selbst für australische Verhältnisse extrem sind und die Intensität der Hitzewelle hervorheben. Barfußlaufen ist da weniger empfehlenswert.

Die Hitzewelle ist nicht nur von akademischem Interesse, sondern wirkte sich auch auf die Gesundheit der Bevölkerung aus und ließ kreislaufbedingte Notfälle in die Höhe schnellen. Vorläufige Zahlen gehen von bis zu 50 Hitzetoten aus, weswegen man die Hitzewelle als Naturkatastrophe betrachten kann. Zudem kam es zu lokal begrenzten Stromausfällen, da die Stromnetze durch Klimaanlagen auf Volllast überfordert wurden.
Die Extremtemperaturen betreffen nicht nur die Luft, sondern auch die Oberfläche von Böden und versiegelten Flächen. Dennoch stehen sie in enger Beziehung zu den gemessenen Lufttemperaturen. Während des Höhepunkts der Hitzewelle kletterten diese vielerorts auf knapp 50 Grad Celsius. Eine über Tage hinweg ortsstabile Hochdruckwetterlage mit starker Sonneneinstrahlung führten dazu, dass sich die Erdoberfläche deutlich stärker aufheizt als die darüberliegende Luft. Die extremen Bodentemperaturen bewirken dabei eine verstärkende Rückkopplung: Sie geben besonders nachts Wärme an die Atmosphäre ab, erschweren dadurch die Abkühlung und treiben die Temperaturen auf Extremwerte. Die Hitzewelle erhöht die gesundheitliche Belastung ebenso wie das Risiko von Buschbränden.
Weitere Copernicus-Daten korrelieren mit den Extrembedingungen in Australien und stellen einen globalen Kontext her: Gemeint sind die Temperaturen der Ozeane, die auch 2025 deutlich über dem langjährigen Mittel lagen. Auswertungen des Copernicus Marine Service und von Mercator Ocean International zeigen weit verbreitete marine Hitzewellen und eine unterdurchschnittliche Meereisausdehnung, die sogar trotz eher kühlend wirkenden La-Niña-Bedingungen auftraten. Tatsächlich war 2025 das wärmste La-Niña-Jahr seit Beginn moderner Ozeanmessungen.
Diese warmen Ozeane spielen eine zentrale Rolle für das Geschehen über Land. Sie speichern den Großteil der überschüssigen Wärme im Klimasystem und beeinflussen großräumige Zirkulationsmuster der Atmosphäre. Im australischen Raum begünstigen sie stabile Hochdrucklagen mit geringer Bewölkung und eine anhaltende Trockenheit. Die extreme Erwärmung der australischen Landoberfläche ist damit Ausdruck eines Klimasystems, das insgesamt mehr Energie enthält – mit spürbaren Folgen für Mensch, Umwelt und Infrastruktur.