Italien: Unwetter in Neapel legt Verkehr lahm

Heftiges Unwetter in Neapel: Überschwemmungen, Verkehrschaos und Warnstufe Orange

Neapel und zahlreiche Gemeinden der Umgebung stehen derzeit unter dem Einfluss eines schweren Unwetters, das seit Tagen für Überschwemmungen, Erdrutsche und signifikante Verkehrsbehinderungen sorgt. Die anhaltenden Regenfälle haben Straßen überflutet, Hangrutschungen ausgelöst und in mehreren Stadtteilen zu gefährlichen Situationen geführt. Besonders betroffen sind die Küstenabschnitte zwischen Sorrent und Amalfi, wo seit Samstag immer wieder Erdrutsche und Schlammlawinen gemeldet werden. Auch in Posillipo stürzte eine Mauer ein und Steine blockierten die Fahrbahn und beschränkten die Zufahrt zu einzelnen Häusern.

Neapel

Die Lage spitzte sich am Montag weiter zu, als der Zivilschutz für weite Teile Kampaniens die Warnstufe Orange ausrief. Diese gilt ab Montagabend für 24 Stunden und betrifft verschiedene Zonen, darunter die gesamte Stadt Neapel, die vorgelagerten Inseln Capri, Procida und Ischia, das Vesuvgebiet sowie große Teile der sorrentinischen Halbinsel. Für die übrigen Gebiete bleibt die Warnstufe Gelb bestehen. Mit kräftigen Schauern, teils intensiven Gewittern sowie stürmischen Südwestwinden rechnen die Behörden bis Dienstagabend. Auch eine aufgewühlte See und mögliche Sturmfluten werden erwartet.

Aus den Grabungsstätten Herculaneum und Pompeji liegen noch keine Meldungen über evtl. Unwetterschäden vor, doch die Ruinen sind teilweise ungeschützt und es kommt immer wieder zu Unwetterschäden.

Die Regenfälle treffen auf eine Region, die ohnehin durch mehrere Naturgefahren geprägt ist. Erst am Wochenende brachte ein plötzlicher Temperatursturz Schnee auf den Vesuv – ein seltenes, aber nicht beispielloses Ereignis zu dieser Jahreszeit. Während am Vulkan selbst keine Beeinflussungen entstanden, verstärken die winterlichen Bedingungen die Herausforderungen für Einsatzkräfte und Bevölkerung.

Die Campi Flegrei stehen ebenfalls unter Beobachtung: Zwar gibt es keine Hinweise, dass das aktuelle Unwetter direkte Auswirkungen auf das seismisch aktive Gebiet hatte, doch bleibt die Möglichkeit bestehen, dass der hohe Wassereintrag ins Hydrothermalsystem phreatische Explosionen begünstigt.

Der Katastrophenschutz ruft die Bevölkerung auf, unnötige Fahrten zu vermeiden und in den kommenden Stunden besonders vorsichtig zu sein. Die Lage bleibt angespannt – und eine nachhaltige Wetterberuhigung ist vorerst nicht in Sicht.

Vietnam: Weitere Überflutungen fordern Menschenleben

Flutserie in Vietnam reißt nicht ab – 41 Menschen verlieren ihr Leben

In Zentralvietnam haben anhaltende, monsunbedingte Starkregenfälle, die durch die Folgen mehrerer Taifune verstärkt wurden, zu schweren Überschwemmungen und Erdrutschen geführt, bei denen mindestens 41 Menschen ums Leben kamen. Die Behörden berichten zudem von zahlreichen Vermissten und setzen Rettungskräfte ein, um eingeschlossene Bewohner aus überfluteten Häusern zu bergen. Mehr als 52.000 Häuser wurden überflutet, fast 62.000 Menschen mussten evakuiert werden, und rund eine Million Haushalte sind derzeit ohne Stromversorgung.

Die heftigen Niederschläge der vergangenen Tage sind auf den saisonalen Südwestmonsun zurückzuführen, der feuchte Luftmassen vom Südchinesischen Meer ins Landesinnere transportiert. Diese Situation wurde durch die vorangegangenen Taifune Kalmaegi und Bualoi zusätzlich verschärft, die bereits Böden gesättigt und Flusssysteme überlastet hatten.

Neben den üblichen Flutschäden wurde auch die gut 100 m lange Phu Thien-Hängebrücke über den Da Nhim‑Fluss zerstört, nachdem aufgrund der Flut die Turbinenausleitungen des nahen Wasserkraftwerks geöffnet werden mussten.

Zentralvietnam wird von mehreren wichtigen Flüssen durchzogen, darunter der Da Nhim, der Thu Bon und der Ba, deren Wasserstände innerhalb kurzer Zeit stark angestiegen sind. Besonders betroffen sind die Provinzen Lam Dong, Khanh Hoa, Dak Lak und Gia Lai. Die Flüsse fließen oft durch enge Täler und steile Gebirgszüge, was bei Starkregen zu schnellen und gefährlichen Anstiegen des Wasserpegels führt. Morphologisch begünstigen diese geographischen Bedingungen das Risiko von Überschwemmungen und Erdrutschen. Die Region ist geprägt von gebirgigem Terrain mit steilen Hängen, die das Wasser rasch abfließen lassen und Hangrutschungen fördern. Zudem verschärfen Faktoren wie Abholzung und landwirtschaftliche Nutzung den natürlichen Wasserhaushalt, da der Boden weniger Wasser speichern kann.

Die Kombination aus Monsunregen, mit Wasser gesättigtem Boden durch frühere Stürme und der komplexen Landschaft führt zu einer hohen Anfälligkeit für flutbedingte Naturkatastrophen. Straßen wurden durch Erdrutsche blockiert und wichtige Infrastruktur wie eine Hängebrücke über den Da Nhim wurde zerstört. Die Regierung hat den Notstand ausgerufen und Armee sowie Polizei mobilisiert, um die Bevölkerung zu evakuieren und Notunterkünfte einzurichten. Der nationale Wetterdienst warnt vor anhaltenden Niederschlägen, weshalb die Gefahr weiterer Überschwemmungen und Erdrutsche besteht. Experten führen die zunehmende Häufigkeit und Intensität solcher Ereignisse auf den Klimawandel zurück, der Extremwetter verstärkt und verheerender macht.

Hurrikan Melissa: Rekordhalter für Windgeschwindigkeit

Bestätigung: Hurrikan Melissa war stärkster Wirbelsturm mit Rekordwindgeschwindigkeiten

Im Nachhinein bestätigt sich, dass Hurrikan Melissa jener Wirbelsturm mit den höchsten je gemessenen Windgeschwindigkeiten war. Der Wirbelsturm der höchsten Kategorie 5 zog Ende Oktober durch die Karibik und richtete nicht nur große Schäden an, sondern stellte auch einen neuen Rekord auf: Eine von einem Flugzeug der NOAA-Hurrikanjäger abgeworfene Dropsonde registrierte eine Böe mit einer Windgeschwindigkeit von 405 km/h. Das ist die höchste jemals gemessene Windgeschwindigkeit in einem Hurrikan. Damit übertrifft Melissa den bisherigen Spitzenwert von 399 km/h aus Taifun Megi im Jahr 2010.

Hurrikan Melissa

Melissa traf Ende Oktober 2025 auf Jamaika, wo der Kategorie-5-Sturm ganze Landstriche verwüstete. Dächer wurden abgedeckt, Straßen weggespült, Krankenhäuser beschädigt, Stromleitungen gekappt. Mehrere Regionen standen tagelang unter Wasser. Mindestens 50 Menschen kamen ums Leben. Zehntausende verloren ihr Dach über dem Kopf und zeitweise den Zugang zu sauberem Wasser und medizinischer Versorgung. Auf Kuba wurden über 700.000 Menschen vorsorglich evakuiert, bevor der Sturm schwere Küstenüberflutungen verursachte. Auch Haiti meldete massive Schäden durch Erdrutsche und Starkregen. Insgesamt belaufen sich die wirtschaftlichen Verluste nach Schätzungen auf rund 50 Milliarden US-Dollar.

Der bisherige Rekordhalter, Taifun Megi, war im Oktober 2010 über die Philippinen, Taiwan und Südchina hinweggezogen. Damals verwüsteten extreme Regenmengen ganze Landkreise und Erdrutsche begruben Straßen und Siedlungen. Auf den Philippinen starben über 30 Menschen, in Taiwan wurden ganze Täler von Schlammmassen abgeschnitten, und in China zerstörte der Sturm große Teile der Ernte. Die Gesamtschäden beliefen sich auf mehrere hundert Millionen Dollar.

Beide Stürme stehen exemplarisch für einen Trend, den Klimaforscher seit Jahren beobachten: Tropische Wirbelstürme werden nicht unbedingt häufiger, aber deutlich intensiver. Die Ozeane speichern immer mehr Wärme, den wichtigsten Treibstoff für Hurrikane. Wärmere Luft kann zudem mehr Feuchtigkeit aufnehmen, was zu extremen Regenmengen führt. Der steigende Meeresspiegel verstärkt Sturmfluten, selbst wenn die Windstärken unverändert wären.

Der neue Rekord von Melissa zeigt, wie weit sich die Grenzen der Sturmintensität bereits verschoben haben. Für die betroffenen Regionen bedeutet das höhere Risiken on extrem starken Stürmen getroffen zu werden, wodurch der Druck auf Infrastruktur und Katastrophenschutz wächst. Wissenschaftler warnen: Wenn sich die Welt weiter erwärmt, könnten Rekorde wie dieser künftig weniger Ausnahme als Vorbote einer neuen Normalität sein.

Iran: Wolkenimpfung als Ausweg aus der Dürre

Iran kämpft mit historischer Dürre – Wolkenimpfung als verzweifelter Ausweg

Der Iran erlebt derzeit eine der schwersten Wasserkrisen seiner Geschichte. Die Niederschlagsmengen liegen landesweit rund 89 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt, was den trockensten Herbst seit fünf Jahrzehnten mit sich bringt. In Teheran fielen zeitweise kaum mehr als wenige Millimeter Regen. Die Lage ist so dramatisch, dass staatliche Stellen bereits vor einer möglichen Evakuierung der Hauptstadt warnen, sollte sich die Situation bis Jahresende nicht entspannen.

RQ 170 Drohen beim Wolkenimpfen © KI

Die Ursachen der Wasserknappheit sind vielfältig und größtenteils menschengemacht. Fehlerhaftes Wassermanagement, jahrzehntelange Übernutzung der Grundwasservorräte und politisch motivierte Großprojekte haben vielerorts natürliche Ressourcen erschöpft. Mehrere Stauseen, die Teheran und andere große Städte versorgen, sind auf historische Tiefstände gefallen. Zusätzlich beschleunigt der Klimawandel die Austrocknung des Landes, während wichtige Ökosysteme wie der einst riesige Urmia-See nahezu verschwunden sind.

Um die Folgen der Dürre abzumildern, greifen die Behörden zunehmend auf künstliche Wolkenimpfung zurück. Dabei werden Substanzen wie Silberiodid oder Salz in Wolken eingebracht, was häufig über Flugzeuge oder modernen Drohnen vom Typ RQ 170 geschieht, aber auch von speziellen landgestützten Anlagen erfolgt. Die verwendeten Impfstoffe dienen als Kondensations- oder Kristallisationskerne und sollen die Bildung von Regentropfen fördern. In manchen Regionen kommen auch hygroskopische Partikel zum Einsatz, die Feuchtigkeit anziehen. Das Verfahren kann Niederschläge unter günstigen Bedingungen leicht erhöhen, ersetzt jedoch keine nachhaltige Wasserpolitik.

Die Wolkenimpfung bringt zudem mehrere Probleme mit sich. Ihre Wirksamkeit ist begrenzt, da sie nur funktioniert, wenn überhaupt geeignete Wolken vorhanden sind – ein Zustand, der in extrem trockenen Jahren kaum gegeben ist. Zudem bestehen ökologische Bedenken: Zwar sind die eingesetzten Mengen von Silberiodid oder Salz gering, doch langfristige Auswirkungen auf Böden und Gewässer sind nicht vollständig geklärt. Politisch heikel ist außerdem, dass Eingriffe in die Wolkendynamik theoretisch Wettereffekte in Nachbarländern beeinflussen könnten.

Trotz aller Maßnahmen bleibt die Lage im Iran äußerst angespannt. Die Krise macht deutlich, dass technische Eingriffe allein keine Lösung bieten. Ohne ein grundlegendes Umdenken im Wasser- und Ressourcenmanagement steuert das Land auf noch gravierendere Probleme zu.

Ein Umdenken in Bezug auf Ressourcenmanagement könnte aber praktisch jedem Staat der Erde gut tun.

Italien: Unwetter und Erdrutsch im Norden

Deutscher Auswanderer stirbt als Helfer bei Erdrutsch – Toskana kämpft gegen steigende Pegel

In den letzten Tagen haben schwere Unwetter Norditalien und Teile der Toskana heimgesucht. Sie verursachten Überflutungen und Erdrutsche, in deren Folge 2 Personen starben und massive Zerstörung verursacht wurde. Unter den Opfern befindet sich ein 32-jähriger Deutscher, der in einem Akt der Selbstlosigkeit starb, als er seiner Nachbarin zu Hilfe eilen wollte.

In Brazzano di Cormons in der Region Friaul-Julisch-Venetien löste starker Regen in der Nacht zum Montag einen Erdrutsch aus. Diese riss zwei Wohnhäuser mit sich. Der ausgewanderte Deutsche, der im Ort ein Wein- und Lebensmittelgeschäft betrieb und seiner 83-jährigen Nachbarin zu Hilfe eilen wollte, wurde zusammen mit der Seniorin von den Erdmassen erfasst. Beide kamen ums Leben.

In den Provinzen Udine und Gorizia musste die Feuerwehr rund 300 Personen evakuieren, da Flüsse wie der Torre und der Judrio über die Ufer traten und weite Gebiete unter Wasser setzten. So wurde die gesamte Altstadt von Versa überflutet.

Innerhalb von 12 Stunden fielen bis zu 300 mm Niederschlag. Die Unwetter ziehen von Osten her auf und werden vom warmen Wasser des Mittelmeers mit Energie versorgt.

Während die Region Friaul-Julisch-Venetien die direkten Todesfälle beklagt, ist die Toskana ebenso stark von der Unwetterserie betroffen. Hier richtet sich die Sorge primär auf den Fluss Arno. Als einer der wichtigsten und längsten Flüsse Italiens durchfließt er kritische urbane Zentren wie Florenz und Pisa.

Historisch gesehen hat der Arno in der Toskana immer wieder verheerende Flutkatastrophen ausgelöst. Unvergessen ist die Flut von 1966, bei der Florenz meterhoch unter Wasser stand und unschätzbare Kunst- und Kulturschätze zerstört wurden.

Auch bei den aktuellen Regenfällen erreicht der Arno schnell kritische Pegelstände. Extreme Niederschlagsmengen in kürzester Zeit, ein Phänomen, das Experten auf den Klimawandel zurückführen, stellen die hydraulischen Schutzsysteme der Region auf die Probe. Zwar wurde seit 1966 massiv in Hochwasserschutz investiert, doch das Ausmaß der jüngsten Stürme zeigt, wie anfällig die Region weiterhin ist. Dass es trotz der Schutzsysteme zu Flutkatastrophen kommt, führen Meteorologen auf den Klimawandel zurück, der Stürme verstärkt, so dass sie größere Regenmengen mit sich bringen. Zudem bringt die Topografie der betroffenen Regionen ein erhöhtes Flutrisiko mit sich.

Die aktuelle Unwetterwarnung für die Toskana bleibt bestehen. Die Behörden beobachten den Arno und seine Nebenflüsse, wie den Bisenzio, minuziös, um rechtzeitig Evakuierungen in tiefer gelegenen Gebieten um Pisa und Prato anordnen zu können. Der Kampf gegen die steigenden Wassermassen ist für die Region noch lange nicht vorb

Vietnam: Erdrutsch verursacht Busunglück

Langanhaltender Starkregen verursachte in Vietnam Überflutungen und Erdrutsche – Reisebus von Felssturz getroffen

Langanhaltende Regenfälle haben in Zentralvietnam schwere Überflutungen und Erdrutsche ausgelöst, bei denen mindestens sieben Menschen ums Leben kamen. Sechs davon waren Passagiere eines Reisebusses, der von einem massiven Felssturz getroffen wurde; eine weitere Person starb bei einem separaten Erdrutsch.

Der folgenschwerste Vorfall ereignete sich am Sonntagabend auf dem Khanh-Le-Pass in der Provinz Khánh Hòa. Auf der Nationalstraße 27C stürzten Gestein und Erde auf einen Reisebus, der von Nha Trang nach Da Lat unterwegs war. Ein großer Felsblock zertrümmerte die Vorderseite des Fahrzeugs; sechs Menschen starben, 19 wurden verletzt.

Die geologischen Bedingungen am Khanh-Le-Pass gelten seit Langem als problematisch. Das Gebiet ist Teil einer alten magmatischen Zone, in der vor allem granitoide Gesteine vorkommen. Diese verwittern zu instabilen, brüchigen Hangstrukturen. Hinzu kommen veränderte Böden und stark erodierte Profile, die bei intensiver Durchfeuchtung rasch an Halt verlieren. Die jüngsten Regenfälle – teils über 300 Millimeter innerhalb eines Tages – hatten die Hänge stark aufgeweicht. Zudem war bereits Anfang November Taifun Kalmaegi über die Region hinweggezogen und hatte die Böden gesättigt.

Der Felssturz auf den Bus war nicht das einzige Unglück jener Nacht. Gegen 20.30 Uhr ereignete sich im Bezirk Cam Lâm ein weiterer Erdrutsch: Gestein und Erde begruben eine Unterkunft von zehn Forstarbeitern am Khanh-Son-Pass. Sieben konnten sich retten, drei wurden verschüttet. Ein Arbeiter kam ums Leben, einer wurde verletzt, eine Person wird weiterhin vermisst.

Etwa eine Stunde später rutschte am Abschnitt Nam Khanh Vinh des Khanh-Le-Passes erneut Material ab und traf den Phuong-Trang-Passagierbus mit 34 Insassen. Rettungskräfte erreichten die Unglücksstelle erst nach Mitternacht, da weitere Abgänge die Straße blockierten. In der Region wurden Tausende Haushalte zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten, rund 6.000 Arbeiter mussten wegen Überflutungen ihre Arbeit einstellen.

Zentralvietnam erlebt seit Jahren zunehmend extreme Niederschläge. Experten warnen, dass die Kombination aus steilem Gelände, verwitterten Hängen und immer heftigeren Tropenstürmen das Erdrutschrisiko weiter steigen lässt.

Dominikanische Republik: Tornado richtete Zerstörungen an

Tornado in der DomRep: Zahlreiche Häuser in der Ortschaft Mao in Valverde zerstört

Die Dominikanische Republik wurde nur wenige Wochen nach Hurrikan Melissa erneut von einem außergewöhnlichen Sturm getroffen, der in der Provinz Valverde und hier besonders im Ort Mao starke Zerstörungen anrichtete. Es handelte sich um einen kurzlebigen Wirbelwind, bei dem es sich um einen Tornado gehandelt haben könnte, wobei nicht sicher ist, ob der Schlauch der Trombe auch den Boden erreichte.

Internetmedien geben die Zahl der Verletzten mit 50 an. Mindestens 200 Häuser sollen zerstört oder stark beschädigt worden sein. Offizielle Behördenangaben liegen mir nicht vor. Fest steht: Es wurden zahlreiche Dächer abgerissen, Bäume entwurzelt und Straßen blockiert. Meteorologen erklären das seltene Phänomen mit einer ungewöhnlichen Kombination atmosphärischer Bedingungen, die am selben Tag über weite Teile der Dominikanischen Republik herrschten.

Nach Angaben von Wetteranalysten entstand die verheerende Windböe in einem instabilen atmosphärischen Umfeld – gekennzeichnet durch eine „Vaguada“ in Bodennähe, also ein ausgeprägtes Tiefdruckfeld, sowie durch Überreste eines Frontsystems, das über dem Kanal von La Mona (der Meerenge zwischen der Dominikanischen Republik und Puerto Rico) lag. Dieser Mix sorgte schon früh am Tag für dichte Bewölkung, Regenfälle und Gewitter.

Gegen 16:45 Uhr formte sich in den betroffenen Bezirken von Mao eine Funnel-Cloud, eine trichterförmige Wolke, die Zeugen zufolge einem Tornado glich und in dem Ort eine Schneise der Verwüstung hinterließ.

Die lokalen Wetterbehörden reagierten umgehend. Der Centro de Operaciones de Emergencias (COE) setzte eine grüne Warnstufe für mehrere Provinzen aus.

In ihrem Lagebericht betonte das Rote Kreuz die Notwendigkeit von Soforthilfe, die besonders in den am stärksten betroffenen Sektoren wie Villa Olímpica, San Antonio und Motocross unerlässlich sei.

Für die Bevölkerung wurde die Verwundbarkeit vieler Häuser deutlich: Zahlreiche Gebäude bestehen aus leichten Baumaterialien wie Holz und Zinkblech, das bei starken Böen besonders gefährdet ist und schnell abgerissen werden kann. Von den umherwirbelnden Blechen geht eine besondere Gefahr für Passanten aus.

Italien: Starke Unwetter in Genua

Heftige Unwetter verursachen Schäden und Überschwemmungen in Genua und Umgebung

Am Samstag haben anhaltender Starkregen und schwere Sturmböen in der norditalienischen Region Ligurien, insbesondere in und um die Stadt Genua, starke Schäden verursacht. Ein vermeintlicher Tornado – den ich eher für eine Fallwindböe halte –, der im Hafengebiet von Pra’ mehrere Container zum Umstürzen brachte und ein Lagerhaus beschädigte, verstärkte die Unwetterlage zusätzlich. Der nahegelegene Bach Fegino trat infolge der starken Regenfälle über die Ufer, was Einsätze von Feuerwehr, Zivilschutz und Polizei erforderlich machte.

Genua

Besonders betroffen ist der Westen Genuas. In Pegli brach eine Stützmauer in der Via Nicoloso da Recco ein und beschädigte dabei mehrere geparkte Fahrzeuge. In der Folge kam es zu vorübergehenden Unterbrechungen der Gas- und Stromversorgung. Im Stadtteil Sestri Ponente führte der Sturm zu weiteren Schäden, unter anderem riss der Wind das Dach eines Lagerhauses des städtischen Abfallentsorgers ab. Zusätzlich sorgte ein Fallwind an der Küste zwischen Voltri und Sestri für umgestürzte Bäume und beschädigte Gebäude.

Die Unwetter führten in der Innenstadt zu Überschwemmungen, vor allem in den Unterführungen Brin, Via Milano und Via Perlasca. Aufgrund eines Erdrutsches nahe des Pizzo-Tunnels musste die Aurelia-Straße zeitweise gesperrt werden. Auf der Autobahn A10 kam es zu Verkehrsbehinderungen mit langen Staus, da gleich 2 Lastkraftwagen von den starken Windböen umgekippt wurden.

Im Hinterland von Genua wurden drei Jugendliche mehrere Stunden lang vermisst, sie konnten mit Hilfe einer Suchaktion aber wohlbehalten gefunden werden. Ihre Handys waren während der Suche aufgrund leerer Akkus nicht erreichbar. Die Suchaktionen wurden eingestellt, bevor ein weiteres Unwetter die Region erreichte.

Das Unwetter in und um Genua wurde durch ein stationäres Tiefdruckgebiet über dem Mittelmeer ausgelöst, das feuchte Luftmassen nach Ligurien führte. Diese feuchte und instabile Luft sorgte in Verbindung mit starken Temperaturunterschieden für die Bildung von Gewittern und Starkregen. Dabei entstanden kräftige Fallwinde, die teils in Form eines Tornados auftraten. Zusätzlich verstärken die ligurischen Gebirge durch aufsteigende Luftmassen die Niederschläge, was zu Erdrutschen und Überschwemmungen führte.

Für Sonntag wurde für Ligurien eine Wetterwarnung der Stufe Orange ausgegeben. Ein neues Tiefdruckgebiet bringt verbreitet starke bis heftige Regenfälle und Gewitter mit sich, die Überschwemmungen, Erdrutsche und einen raschen Anstieg kleiner Bäche verursachen können. Die Behörden raten weiterhin zur Vorsicht und empfehlen, unnötige Fahrten zu vermeiden.

Portugal: Tornado verwüstete Albufeira

Schwere Unwetter in Portugal: Überschwemmungen und möglicher Tornado an der Algarve

Portugal ist in dieser Woche von einer Serie heftiger Unwetter getroffen worden. Bereits am Mittwoch sorgte das Sturmtief „Cláudia“ – über das ich bereits heute Morgen im Zusammenhang mit den Überflutungen in England berichtet habe – in mehreren Regionen des Landes für massive Überschwemmungen. Besonders betroffen waren Setúbal, Lissabon und der Westen Portugals.

Die Zivilschutzbehörde registrierte mehr als 2.400 wetterbedingte Einsätze, darunter über 1.300 Überflutungen von Kellern und Erdgeschossen, zahlreiche umgestürzte Bäume und mehrere Erdrutsche. Zwei ältere Menschen kamen in Setúbal ums Leben, nachdem sie in ihrem Haus von plötzlich eindringendem Flutwasser überrascht worden waren. Rund 30 Personen mussten aus ihren Wohnungen evakuiert werden. Tausende Einsatzkräfte waren im Dauereinsatz, um Straßen freizuräumen, Gebäude zu sichern und eingeschlossene Bewohner zu retten.

Nur wenige Tage später suchte ein weiteres schweres Wetterereignis die Algarve heim. Am frühen Samstagmorgen fegte ein extremer Windwirbel über Albufeira hinweg und richtete dort starke Schäden an. Besonders betroffen waren ein Campingplatz und eine Hotelanlage, wo Dächer abgedeckt und Wohnwagen zerstört wurden. Eine Frau kam ums Leben, mehr als 20 Menschen wurden verletzt, einige davon schwer. Der portugiesische Wetterdienst IPMA geht mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Tornado aus, auch wenn die endgültige Einstufung noch aussteht. Die Aufnahmen der Schäden sowie Augenzeugenberichte sprechen für einen sehr lokalen, hochintensiven Windwirbel, der eine schmale Schneise der Zerstörung hinterließ, was für Tornados typisch ist.

Ein Tornado entsteht, wenn warme, feuchte Luft am Boden schnell aufsteigt und dabei auf starke Seitenwinde trifft, die sich in Richtung und Geschwindigkeit mit der Höhe verändern. Dieser sogenannte Windscherungseffekt bringt die aufsteigende Luftsäule in Rotation. Verdichtet sich die Luft weiter und steigt energiereich in eine Gewitterwolke hinein, kann sich ein rotierender Schlauch ausbilden, der sich nach unten ausdehnt. Berührt diese rotierende Luftsäule schließlich den Boden, spricht man von einem Tornado – einem der lokal heftigsten Wetterphänomene weltweit.

Die Kombination aus intensiven Regenfällen zur Wochenmitte und dem möglichen Tornado am Samstag verdeutlicht, wie außergewöhnlich instabil die Wetterlage in Portugal derzeit ist. Die Behörden rufen weiterhin zur Vorsicht auf.