Sol: Neue Sonnenflecken und großes koronales Loch

Neue Sonnenflecken und großes koronales Loch: erhöhte Wahrscheinlichkeit für geomagnetische Stürme und Polarlichter

Die Sonne zeigt sich in den letzten Tagen weiterhin ungewöhnlich aktiv, insbesondere da sie sich in einer Phase abnehmender Aktivität befinden sollte. Die neu entstandene Sonnenfleckenregion AR4316 im Südost-Quadranten sorgt für eine Reihe von C-Klasse-Flares sowie einen stärkeren M1.3-Flare. Die komplexe Magnetstruktur dieser Region, erhöht die Wahrscheinlichkeit stärkerer Sonneneruptionen. Auch die Region AR4317 im Nordost-Quadranten vergrößert sich und stößt gelegentlich C-Klasse-Flares aus.

Koronales Loch

Diese erhöhte Sonnenaktivität spiegelt den fortschreitenden Verlauf des aktuellen Sonnenzyklus 25 wider, der nach seinem Maximum im Jahr 2024 noch immer eine höhere Frequenz von Sonnenflecken und Flares als in ruhigen Phasen aufweist. Dennoch bleibt die derzeitige Aktivität moderat und stellt keine Gefahr für die Erde dar. Dennoch könnten stärkere Sonnenstürme entstehen, die Satelliten und andere elektrisch betriebene Infrastruktur beeinflussen könnten.

Ein besonderes Augenmerk gilt derzeit einem großen koronalen Loch, das der Erde gegenübersteht und schnellen Sonnenwind in Richtung unseres Planeten sendet. Diese Strömung erhöht ab dem 22. Dezember die geomagnetische Aktivität, was bereits von der NOAA mit einer G1-Warnung („leichter geomagnetischer Sturm“) für den 22. und 23. Dezember bestätigt wurde. Solche Ereignisse können in mittleren geografischen Breiten, vor allem ab etwa 45 Grad Nord, zu sichtbaren Polarlichtern führen. Der Sonnenwind aus dem koronalen Loch wird voraussichtlich bis zum 24. Dezember die Erde erreichen und die geomagnetische Unruhe weiter anheizen.

Carrington-Ereignis – Selten, aber nicht ausgeschlossen

Ein häufig diskutiertes Thema im Zusammenhang mit starker Sonnenaktivität ist das sogenannte Carrington-Ereignis von 1859, das bislang stärkste dokumentierte Sonnensturmereignis. Es führte damals zu massiven geomagnetischen Störungen, durchgebrannten Telegraphenleitungen und hellen Polarlichtern selbst in tropischen Regionen. Wissenschaftler schätzen die Wahrscheinlichkeit eines vergleichbaren Ereignisses heute als sehr gering ein, typischerweise weniger als ein paar Prozent pro Jahr, wobei oft 1 Prozent als Faustregel gilt. Dennoch bleibt die Gefahr bestehen, da solche extremen Ereignisse im Verlauf eines starken Sonnenzyklus theoretisch auftreten können. Ein „paar Prozent pro Jahr“ bedeutet aber auch, dass die Wahrscheinlichkeit eines Carrington-Ereignisse pro Jahrhundert bei mehr als 100 Prozent liegt. Somit wäre ein erneuter starker Sonnensturm statistisch gesehen mehr als überfällig.

Würde ein solches Carrington-Ereignis heute eintreten, hätte es weitreichende Folgen für unsere technologische Infrastruktur. Hochspannungsnetze, Satelliten, Navigations- und Kommunikationssysteme, Rechenzentren, könnten massiv gestört oder sogar zerstört werden. Der globale wirtschaftliche Schaden wäre enorm, da viele kritische Systeme abhängig von Elektronik und Stromversorgung sind. Die Folge wären Chaos und Anarchie – extreme Zustände, die sich nicht schnell beseitigen lassen und auf die sich jeder vorbereiten sollte. Zudem könnten Polarlichter in ungewöhnlichen Breitengraden sichtbar werden, was den ernsten Einfluss dieses Naturereignisses verdeutlichen würde.

Zusammenfassend zeigt die Sonne aktuell eine moderate Aktivität mit erhöhter Wahrscheinlichkeit für geomagnetische Stürme der Stufe G1, ausgelöst durch koronale Löcher und aktive Sonnenfleckenregionen. Während ein extrem starkes Ereignis wie ein Carrington-Sturm gegenwärtig unwahrscheinlich ist, bleibt die kontinuierliche Beobachtung der Sonne essenziell, um frühzeitig auf mögliche Gefahren reagieren zu können.

Wintereinbruch: Seltener Eistsunami gefilmt

Wintereinbruch auf der Nordhalbkugel: Blizzard in USA und Eistsunami in Russland

Der aktuelle Wintereinbruch auf Teilen der Nordhalbkugel zeigt eindrucksvoll, wie eng Blizzards, Eisbildung und seltene Naturphänomene wie Eistsunamis miteinander verknüpft sein können – auch wenn sie in sehr unterschiedlichen Regionen der Welt auftreten. Aber da die USA und Russland auch politisch immer weiter zusammenzurücken scheinen bringe ich sie hier auch meteorologisch zusammen.

Im US-Bundesstaat Minnesota führten arktische Luftmassen zuletzt zu ausgeprägten Blizzard-Bedingungen: Starker Wind, Schnee und aufgewirbelte Verwehungen sorgten für Whiteout-Situationen, insbesondere im Nordwesten des Bundesstaates nahe East Grand Forks, wo es zu starken Verkehrsbeeinträchtigungen kam. Solche Ereignisse sind weniger durch extreme Schneemengen geprägt, sondern durch die Kombination aus Wind und lockerem Schnee. Sie markieren oft den Beginn einer intensiven Kältephase, die weitreichende Folgen für Seen und Flüsse haben kann.

Ein direkter Effekt zeigt sich an den Großen Seen im Grenzgebiet zu Kanada. Während sich auf den offenen Wasserflächen zunächst kaum Eis bildet, frieren Uferzonen, Buchten und flache Bereiche relativ schnell zu. Dort können sich bei starkem Wind besondere Phänomene entwickeln: sogenannte Ice Shoves oder Eistsunamis. Dabei schiebt starker Winddruck große Eisfelder plötzlich an Land, wo sie sich stauen und übereinander türmen. Besonders bekannt ist das vom Lake Erie oder Lake Superior. Die entstehenden Eiswälle können mehrere Meter hoch werden und Schäden an Infrastruktur verursachen. Hier demonstriert die Natur ein eindrucksvolles Zusammenspiel aus Meteorologie und Physik.

Ein ähnliches, aber dynamischeres Bild liefert aktuell Sibirien, konkret der Turka-Fluss in der Republik Burjatien. Dort filmten Einheimische einen spektakulären „Eistsunami“, bei dem große Eisblöcke schlagartig flussabwärts gedrückt wurden und eine Eiswelle bildeten. Ursache ist hier meist ein Eisstau, der sich löst: Wasser staut sich unter dem Eis, der Druck steigt, bis sich die Eismassen abrupt lösen und flussabwärts rasen. Anders als an Seen wirkt hier zusätzlich die Strömung des Flusses als antreibende Kraft.

Ob Blizzard in Minnesota, Eisbewegungen an den Großen Seen oder Eis-Tsunamis in Sibirien: Allen Phänomenen gemeinsam ist ein instabiles Gleichgewicht zwischen Kälte, Wasser und Wind. Sie zeigen, dass Winter nicht nur Stillstand bedeutet, sondern hochdynamische Prozesse hervorbringt, die oft spektakulär, manchmal gefährlich sein können und immer ein Hinweis auf die enorme Energie liefern, die im gefrorenen System Erde steckt.

Dinosauerier-Fußspuren in den Alpen und Anden

Riesige Dinosaurier-Fährtenfunde: Vom jungen Alpengebirge bis zu Boliviens Urzeitstrand

Im Dezember 2025 sorgten gleich zwei paläontologische Entdeckungen für weltweites Aufsehen: Im Nationalpark Stilfserjoch wurden an einem fast senkrechten Felsabhang Hunderte Meter von Dinosaurier-Fußabdrücken aus der späten Trias freigelegt. Entdeckt vom Naturfotografen Elio Della Ferrera im September 2025, zeigen die Spuren Prosauropoden, frühe langhalsige Pflanzenfresser, die vor etwa 210 Millionen Jahren in einer tropischen Küstenlandschaft lebten. Nur wenige Wochen zuvor wurde ein ähnlicher Fund vom Ostrand der bolivianischen Anden bekannt.

Was diese Fundstätte in den Alpen besonders faszinierend macht, ist nicht nur die außergewöhnliche Menge der Spuren, sondern auch die Lage – heute sind sie in den hochalpinen Dolomiten zu finden, nahe einer schräg aufragenden Bergspitze. Dieser spektakuläre Umstand ist das Ergebnis jahrmillionenlanger tektonischer Prozesse. Die einst flachen Küstenregionen, in denen die Dinosaurier ihre Spuren hinterließen, wurden im Zuge der Alpenfaltung, die vor rund 30 Millionen Jahren begann, emporgehoben und gefaltet. So sind heute die uralten Abdrücke an fast senkrechten Felswänden sichtbar – ein beeindruckendes Fenster in die frühe Dinosaurierzeit.

Nur wenige Tage vor dieser Meldung wurde eine weitere außergewöhnliche Fundstätte bekannt: Im Torotoro-Nationalpark in Bolivien entdeckten Wissenschaftler eine der größten zusammenhängenden Ansammlungen von Dinosaurier-Fußabdrücken weltweit – rund 16.600 Abdruckstellen aus der Oberkreide, also vor etwa 70 Millionen Jahren. Diese Spuren stammen damit aus der Endzeit der Dinosaurier, kurz vor ihrem Aussterben. Die Fundstelle zeugt von einer Küsten- und Seeuferlandschaft, in der hauptsächlich Theropoden, zweibeinige Raubsaurier, unterwegs waren. Besonders beeindruckend sind die zahlreichen Schwimm- und Schleifspuren, die Einblicke in das Verhalten und die Lebensweise dieser Tiere geben.

Während beide Entdeckungen gigantische Dimensionen haben und durch ihre Vielzahl an Abdruckstellen einen tiefen Einblick in das Verhalten von Dinosauriern ermöglichen, trennen sie Welten in zeitlicher und biologischer Hinsicht. Die italienischen Spuren repräsentieren eine frühe Entwicklungsphase der Dinosaurier, als Prosauropoden die Landschaften dominierten und die ersten Schritte auf zwei Beinen machten. Die bolivianischen Spuren hingegen stammen aus der Blütezeit der Theropoden, jener Gruppen, aus denen die berühmten Raubsaurier wie Tyrannosaurus rex hervorgingen.

Geologisch spiegeln die Funde auch die wechselvolle Erdgeschichte wider: Die Alpen sind ein junges Faltengebirge, dessen Entstehung die uralten Spuren an steilen Bergflanken konserviert hat. Boliviens Fundort hingegen liegt in einer stabileren, tropischen Region Südamerikas, wo Sedimente aus der späten Kreidezeit gut erhalten sind.

Kältewelle in Kanada und ein Bombenzyklon über dem Atlantik

Arktische Kältewelle in Kanada, Schnee in New York und ein Bombenzyklon über dem Atlantik

In der letzten Woche sorgte eine außergewöhnliche Kältewelle in Kanada für Schlagzeilen. Im Yukon wurden ungewöhnlich früh im Jahr Temperaturen von bis zu minus 53 Grad Celsius gemessen. So tiefe Temperaturen so früh im Winter wurden seit Jahrzehnten nicht mehr erreicht. Ursache dieser extremen Kälte ist ein starker Ausbruch arktischer Luftmassen, die sich infolge einer Störung des sogenannten Polarwirbels weit nach Süden ausgebreitet haben. Zu allem Überfluss bildete sich nun ein Bombenzyklon über dem Nordatlantik.

Der Polarwirbel ist ein großräumiges Luftstromsystem in der Stratosphäre über der Arktis. Normalerweise hält er die kalte Luft gebündelt über dem Polargebiet. Wird der Wirbel durch atmosphärische Störungen, wie aufsteigende Rossby-Wellen oder plötzliche Stratosphärenerwärmungen, geschwächt oder sogar gespalten, können große Mengen kalter Luft aus der Arktis nach Süden entweichen, so wie es aktuell in Nordamerika der Fall ist. Dies führt zu extrem niedrigen Temperaturen in Kanada und Teilen der USA.

Während Kanada von dieser bitterkalten Luft regelrecht „überrollt“ wird, sind auch die USA von den Folgen betroffen. Besonders in der Region der großen Seen und um New York – wo uns dieser Tage traumhafte Bilder der verschneiten Skyline erreichten- sorgten die eisigen Luftmassen zusammen mit feuchter Seeluft für starke Schneefälle. Die Kombination aus kalter Luft und Feuchtigkeit ist ein typisches Rezept für Schnee, weshalb Städte an der Ostküste wiederholt von Winterstürmen heimgesucht wurden und werden.

Aktuelle Entwicklung: Entstehung eines mächtigen Bombenzyklons

Die Aufspaltung des Polarwirbels spielt auch bei der jüngsten Entstehung eines gewaltigen Bombenzyklons im Nordatlantik eine zentrale Rolle. Die arktische Kaltluft, die aus Kanada und dem Nordosten der USA in den Nordatlantik strömt, trifft dort auf vergleichsweise warme Atlantikwasserflächen. Dieser starke Temperaturunterschied führt zu einer explosiven Intensivierung eines Tiefdruckgebiets vor Neufundland, dessen Luftdruck bereits auf rekordverdächtige Werte von etwa 930 mbar gefallen ist. Solche schnell sich vertiefenden außertropischen Zyklone werden als Bombenzyklone bezeichnet und können heftige Stürme und starke Niederschläge verursachen.

Dieser Zyklon ist ein direktes Ergebnis der aktuellen Polarwirbel-Störung und der damit verbundenen Kaltluftausbrüche. Er beeinflusst das Wetter entlang der nordamerikanischen Atlantikküste und kann auch das weitere Wettergeschehen in Europa mitbestimmen. Die Kombination aus Polarwirbel-Schwäche, arktischer Kälte und dem Nordatlantik-Bombenzyklon zeigt eindrucksvoll, wie eng diese Wetterphänomene miteinander verknüpft sind.

Obwohl Europa derzeit meist mildere Temperaturen erlebt, beobachten Meteorologen die weitere Entwicklung genau, da eine anhaltende Schwächung des Polarwirbels auch in Europa kalte Winterphasen wahrscheinlicher macht. Das aktuelle Sturmtief des Bombenzyklons hält auf Skandinavien zu und wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch das Wetter bei uns in den nächsten Tagen beeinflussen.

Sonne: Großes Koronales Loch trifft auf Sonnenflecken

Unruhige Sonne: Warum viele Sonnenflecken und ein großes koronales Loch Aufmerksamkeit verdienen

Die Sonne zeigt sich derzeit von ihrer aktiven Seite. Gleich zwei markante Phänomene prägen das aktuelle Geschehen: eine ungewöhnlich hohe Zahl an Sonnenflecken und ein ausgedehntes koronales Loch sind auf der Seite der Sonne aufgetaucht, die der Erde zugewandt ist. Obwohl alltägliche Phänomene, sind sowohl die Anzahl der Sonnenflecken als auch die Größe des koronalen Loches jeweils für sich genommen bemerkenswert – ihr gleichzeitiges Auftreten lenkt den Blick von Forschenden und Weltraumwetterdiensten verstärkt auf mögliche Auswirkungen für die Erde.

Koronales Loch

Sonnenflecken sind vergleichsweise kühle, dunkle Regionen auf der sichtbaren Oberfläche der Sonne. Sie entstehen dort, wo besonders starke Magnetfelder den Energietransport aus dem Sonneninneren behindern. Entscheidend ist dabei nicht nur ihre Anzahl, sondern vor allem ihre magnetische Struktur: Komplexe Fleckengruppen können als Ausgangspunkt heftiger Sonneneruptionen dienen. Solche Eruptionen, sogenannte Flares, gehen nicht selten mit koronalen Massenauswürfen einher – riesigen Wolken aus geladenen Teilchen, die sich mit hoher Geschwindigkeit durch den interplanetaren Raum ausbreiten. Trifft ein solcher Massenauswurf auf die Erde, kann er starke geomagnetische Stürme nebst Polarlichtern auslösen.

Ganz anders gelagert ist die Situation bei koronalen Löchern. Sie befinden sich nicht auf der Sonnenoberfläche, sondern in der äußeren Sonnenatmosphäre, der Korona. Auf speziellen Aufnahmen erscheinen sie als dunkle, ausgedehnte Regionen. Ursache ist kein Mangel an Hitze, sondern eine geringere Teilchendichte: In diesen Bereichen sind die Magnetfeldlinien offen, sodass Plasma ungehindert ins All entweichen kann. Koronale Löcher gelten als Hauptquellen des schnellen Sonnenwinds, eines kontinuierlichen Teilchenstroms, der die Erde über mehrere Tage hinweg beeinflussen kann.

Sonnenflecken

Die Gefahrenlage unterscheidet sich entsprechend. Während Sonnenflecken vor allem das Potenzial für plötzliche und teils sehr starke Stürme bergen, sorgen koronale Löcher eher für anhaltende, meist moderate geomagnetische Störungen. Kritisch kann es werden, wenn schneller Sonnenwind aus einem koronalen Loch auf langsameren Wind trifft oder auf die Folgen einer vorherigen Eruption stößt. In solchen Fällen können sich die Effekte gegenseitig verstärken.

Für die Erde bedeutet das derzeit vor allem erhöhte Aufmerksamkeit, nicht akute Alarmstimmung. Mögliche Folgen reichen von Störungen der Magnetosphäre über Beeinträchtigungen von Satelliten und Funkverbindungen bis hin zu Schwankungen in Stromnetzen in hohen Breiten. Gleichzeitig bringt die unruhige Sonne auch eine faszinierende Begleiterscheinung mit sich: Unter günstigen Bedingungen könnten Polarlichter zeitweise bis in gemäßigte Breiten sichtbar werden.

So erinnert die aktuelle Situation eindrucksvoll daran, dass unsere Sonne kein statischer Himmelskörper ist, sondern ein dynamisches System – und dass selbst 150 Millionen Kilometer Entfernung keinen vollständigen Schutz vor ihren Launen bieten.

Death Valley: Temporärer See hat sich gebildet

Seltener See im Death Valley kehrt zurück – Trotz Niederschlägen bleibt Dürre im Westen der USA bestehen

Im Death Valley ist aktuell ein seltenes Naturphänomen zu bewundern: Nach ungewöhnlich starken Regenfällen hat sich  in einer der trockensten Regionen der Erde ein flacher See gebildet. Es ist nicht das erste Mal, dass der Manly-See, der nach einem frühen Erforscher des Tales benannt wurde, auftaucht. Tatsächlich ist es sogar das zweite Mal in Folge, dass sich der See gebildet hat, nachdem er in den trockenen Jahrzehnten zuvor durch Abwesenheit glänzte. Verantwortlich für diese Erscheinung sind rekordverdächtige Niederschläge im November, dem regenreichsten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1911.

Mit über 60 Millimetern Regen innerhalb weniger Tage erhielt das Death Valley genug Wasser, um das Badwater Basin, den mit 86 Metern unter dem Meeresspiegel tiefsten Punkt Nordamerikas, in einen temporären See zu verwandeln. Zwar bleibt das Wasser flach und reicht kaum über die Knöchel, dennoch ist die Bildung des Sees ein beeindruckendes Symbol für die seltenen, aber heftigen Niederschlagsereignisse in der Region.

Doch diese lokalen Niederschläge können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Westen der USA weiterhin von einer schweren, langanhaltenden Dürre betroffen ist. Große Stauseen wie Lake Mead und Lake Powell, wichtige Wasserspeicher für Millionen Menschen und landwirtschaftliche Flächen, sind nach wie vor weit unter dem Durchschnitt gefüllt. Das Colorado-Becken leidet besonders unter anhaltender Wasserknappheit, und Grundwasserreserven werden nur langsam wieder aufgefüllt.

Die aktuellen Wetterbedingungen sind nicht auf ein El Niño-Phänomen zurückzuführen, sondern auf einzelne Wetterereignisse und regionale Luftströmungen, die gelegentlich Feuchtigkeit in ansonsten trockene Gebiete bringen. Experten warnen, dass trotz vereinzelter Regenfälle und der temporären Seebildung im Death Valley die Dürre im Westen der USA insgesamt noch nicht überwunden ist. Die Versorgung mit Wasser bleibt eine große Herausforderung, die langfristige Planung und nachhaltiges Wassermanagement erfordert.

Im Death Valley könnte sich aufgrund der reichlichen Niederschlägen demnächst ein weiteres Naturschauspiel ereignen: In den letzten Monaten steigen die Chancen auf eine Wildblumen-Saison im Frühling 2026. Die sogenannten „Superblüten“ im Death Valley entstehen vor allem, wenn ausreichend Regen gefallen ist, der Boden genug Feuchtigkeit gespeichert hat und die Temperaturen im Frühling passen.

Horrende Eintrittspreise für die meistbesuchten Nationalparks der USA ab 2026

Das Death Valley ist durch einen Nationalpark geschützt. Ab nächstem Jahr ergeben sich für die 11 meistfrequentierten Nationalparks der USA auf Geheiß der Trump-Administratoren neue Eintrittspreise für Nicht-US-Bürger. In Parks wie dem Grand Canyon, Yosemite oder Yellowstone kommt zu den normalen Eintrittspreisen (zwischen 25 und 35 USD pro Fahrzeug) ein Zusatzbetrag von 100 US‑Dollar pro Person (ab 16 Jahren) hinzu, falls kein spezieller Jahrespass gekauft wird. Zudem wird der Preis des „America-the-Beautiful“-Jahrespasses für ausländische Besucher von 80 auf etwa 250 US‑Dollar erhöht, während er für US‑Bürger/Residents bei 80 US‑Dollar bleibt. Auch die traditionellen gebührenfreien Besuchstage gelten künftig nur noch für US‑Bürger und Einwohner mit geeignetem Nachweis, nicht mehr für internationale Gäste. Diese Änderungen sollen laut Behörden die Finanzierung und Erhaltung der Parks sichern, werden aber teilweise als Abschreckung für internationale Touristen gesehen. Der Death-Valley-Nationalpark gehört bisher aber nicht zu den von der Teuerung betroffenen Parks.

Island: Neuer Gletscherlauf der Skafta hat begonnen

Neuer Gletscherlauf in der Skaftá auf Island: Einblick in ein verborgenes System unter dem Vatnajökull

Auf Island hat ein erneuter Gletscherlauf in der Skaftá eingesetzt. Der Fluss entwässert den Westen des Vatnajökull-Gletschers, unter dem der subglaziale Vulkan Grimsvötn verborgen liegt. Bereits in der Nacht zum Sonntag begann der Wasserstand des Flusses, langsam zu steigen, und stabilisierte sich im Verlauf des Montags. Der Abfluss bleibt bislang moderat, dennoch zeigt das Ereignis einmal mehr die komplexen Prozesse unter dem Vatnajökull, wo sich Schmelzwasser in zwei subglazialen Kavernen sammelt und in unregelmäßigen Abständen schlagartig entleert.

Gletscherlauf 2021

Unter dem Eis des Vatnajökull existieren zwei bedeutende Wasseransammlungen, die als östliche und westliche Skaftárkessel bekannt sind. In diesen Hohlräumen sammelt sich Schmelzwasser, das durch die geothermisch bedingte Eisschmelze entsteht, sodass sich über Monate oder Jahre hinweg große Wassermengen ansammeln können. Sobald der Wasserdruck eine bestimmte Schwelle übersteigt, hebt er die darüberliegende Eiskappe an und schafft sich einen schmalen Abflussweg. Das Wasser strömt dann in kurzer Zeit in die umliegenden Flussläufe, was sich an rasant steigenden Pegeln bemerkbar macht. Welche der beiden Kavernen diesmal der Auslöser ist, lässt sich aufgrund der ähnlichen chemischen Signaturen des austretenden Wassers derzeit noch nicht sicher feststellen. Fest steht, dass das Wasser stark nach Schwefelwasserstoff riecht, ein Indiz dafür, dass es sich tatsächlich um Schmelzwasser handelt, das infolge der geothermischen Aktivität des Vulkans entstanden ist.

Der Gletscherlauf auf Island ist im Kontext von Vnet von gewisser Relevanz, da die Entleerung eines solchen Schmelzwasserbeckens in seltenen Fällen den Druck im Untergrund so verändert, dass vulkanische Aktivität begünstigt wird: Durch die Druckentlastung auf den Boden und dem darunter befindlichen Magma können in seltenen Fällen Eruptionen des Grimsvötn getriggert werden, doch die meisten Gletscherläufe verlaufen ohne anschließende Eruption.

Der aktuelle Gletscherlauf in der Skaftá gilt als vergleichsweise mild, die Infrastruktur ist vorerst nicht gefährdet. Dennoch erinnern diese Vorgänge daran, wie aktiv und empfindlich das Zusammenspiel von Eis, Wasser und Vulkanismus im Inneren des Vatnajökull geblieben ist.

Sol: Starke Sonneneruption verursachte Radioblackout

Starke X1.9-Sonneneruption beeinträchtigte am 1. Dezember den Funkverkehr in Australien

Am 1. Dezember 2025 löste die Sonne eine kräftige Eruption der Klasse X1.9 aus. Verantwortlich dafür war die aktive Sonnenfleckengruppe AR4299, die zwischen 02:27 und 03:06 Uhr UTC einen intensiven Ausbruch zeigte, mit dem Höhepunkt um 02:49 Uhr. Eruptionen der X-Klasse zählen zu den stärksten Sonneneruptionen und sind bekannt dafür, sich auf das Weltraumwetter und die Erde auszuwirken.

Sonneneruption

Im Anschluss an die Eruption wurde ein sogenannter Coronal Mass Ejection (CME) beobachtet – eine gigantische Wolke aus geladenen Teilchen, die ins All geschleudert wurde. Beim aktuellen Ereignis handelte es sich um einen „partial-halo CME“. Das bedeutet, dass die Wolke groß und ausgedehnt war, aber nicht direkt auf die Erde zusteuerte. Damit ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass die geladenen Teilchen in den kommenden Tagen die Erde erreichen und geomagnetische Stürme nebst Polarlichtern auslösen.

Trotzdem waren die Auswirkungen der Eruption unmittelbar spürbar. So kam es auf der sonnenzugewandten Seite der Erde zu einem kurzzeitigen Radio-Blackout der Stufe R3. Besonders betroffen waren Regionen wie Australien und Südostasien, wo Funk- und Kommunikationssysteme für einige Minuten beeinträchtigt wurden.

Aktuell überwachen Wissenschaftler die Sonne genau, da mehrere aktive Fleckregionen mit komplexem Magnetfeld auf der Sonnenoberfläche sichtbar sind. Diese können in den kommenden Tagen neue M- oder sogar weitere X-Klasse-Flares auslösen. Ein erdgerichteter CME könnte dann stärkere geomagnetische Stürme verursachen, die Satelliten, GPS-Systeme, Stromnetze und Funkverbindungen stören können – aber auch Polarlichter in mittleren Breiten sichtbar machen.

Für den aktuellen Ausbruch gilt jedoch Entwarnung: Die geladenen Teilchen des CME scheinen an der Erde vorbeizuziehen, weshalb keine unmittelbare Gefahr besteht. Die Beobachtung der Sonnenaktivität bleibt dennoch essenziell, um mögliche Auswirkungen frühzeitig zu erkennen.

Die Sonnenfleckengruppe AR4299 ist derzeit eine der größten und aktivsten auf der Sonnenoberfläche, mit einer Ausdehnung, die mehrere Erddurchmesser umfasst. Damit zählt sie zu den außergewöhnlich großen Sonnenfleckengruppe.

Die Sonne zeigt sich also weiterhin als dynamischer Stern mit gelegentlichen Kraftakten, die unsere technisierte Welt beeinflussen können. Die nächsten Tage werden zeigen, ob weitere Ausbrüche folgen und wie sich das Weltraumwetter weiterentwickelt.

Island: Gletscherrutsch am Dyngjujökull hat begonnen

Gletscherzunge Dyngjujökull hat mit zyklisch wiederkehrenden Gletscherrutsch begonnene – keine Gefahr für die Bevölkerung

Im nördlichen Teil des Vatnajökull hat ein Gletscherrutsch an der Gletscherzunge Dyngjujökull eingesetzt. Ein ähnliches Ereignis wurde zuletzt um die Jahrtausendwende beobachtet. Der Vorgang steht nicht im Zusammenhang mit vulkanischer Aktivität, sondern ist Teil der natürlichen Dynamik des Gletschers, der sich unter bestimmten Bedingungen um mehrere Meter pro Tag bewegen kann, obwohl er sich normalerweise kaum verschiebt.

Der Dyngjujökull, westlich von Kverkfjöll gelegen, ist ein sogenannter Gleitgletscher, dessen Bewegungen sehr unregelmäßig verlaufen. Die Jökulsá á Fjöllum entspringt in diesem Gletschergebiet. Nach aktuellen Messungen des Instituts für Geowissenschaften der Universität Island, die in einem Bericht von RUV wiedergegeben wurden, hat sich die Bewegung einer GPS-Station auf dem Gletscher deutlich beschleunigt. Während sie sich normalerweise um 50 bis 80 Meter pro Jahr verschiebt, liegt die Geschwindigkeit derzeit bei etwa 150 Metern jährlich. Fachleute rechnen damit, dass sich diese Dynamik weiter verstärken wird: In den nächsten zwei Jahren könnte sich die Gletscherbewegung auf mehrere Meter pro Tag beschleunigen.

Ein Zusammenhang mit vulkanischen Prozessen wie beim Holuhraun Ausbruch 2014–2015, bei dem Magma aus dem Bárðarbunga-System durch einen magmatischen Gang unterhalb des Dyngjujökull floss, wird ausgeschlossen. Obwohl der Magmafluss unter dem Gletscher damals Veränderungen der Eisdecke des Vatnajökulls verursachte, hatte er keine direkten oder nachhaltigen Auswirkungen auf die Gletscherzunge des Dyngjujökull. Die aktuelle Beschleunigung gilt vielmehr als Teil des typischen Bewegungsverhaltens des Gletschers.

Vor Ort sind bislang keine äußeren Anzeichen eines Gletschervorstoßes erkennbar, doch könnten sich innerhalb des Eises auch in bislang stabilen Bereichen neue Risse bilden. Daher gilt eine Überquerung des Dyngjujökull, insbesondere auf der direkten Route zwischen Grímsvötn und Kverkfjöll, derzeit als gefährlich und sollte vermieden werden.

Im Jahr 2014 bin ich selbst über den Dyngjujökull geflogen, wenige Stunden vor dem Einsetzen der Hauptphase des Holuhraun-Ausbruchs. Damals charterte ich eine Cessna vom Myvatn aus: ein Erlebnis, dass sich auch ohne Vulkanausbruch lohnt!