Leuchterscheinung und lauter Knall über Westdeutschland – Meteorit schlägt in Haus ein
Gestern Abend schreckte eine Leuchterscheinung am Himmel – die von einem lauten Knall begleitet wurde – zahlreiche Menschen im Westen Deutschlands auf. Bei Polizei und Feuerwehr gingen Hunderte Anrufe besorgter Bürger ein, die sich das unheimliche Himmelsphänomen nicht erklären konnten und Sorgen weckten, es könnte sich um eine Rakete aus dem Iran handeln. Doch schnell wurde klar, dass es sich um einen Meteor bzw. Boliden gehandelt hat, als ein kosmischer Himmelskörper in die Erdatmosphäre eindrang, einen Überschallknall verursachte und zum größten Teil verglühte. Als ob dieses Himmelschauspiel nicht genug wäre, verglühte der Meteorid nicht vollständig, sondern ein Bruchstück durchschlug das Dach eines Hauses in Koblenz und wurde somit zum Meteoriten. Verletzt wurde bei dem Vorfall aber niemand.

Die extrem helle Sternschnuppe über dem westdeutschen Himmel wurde u.a. im Ruhrgebiet gesichtet, wo es zahlreiche Meldungen aus Essen, Duisburg, Dortmund und umliegenden Städten gab. Aus der Flugbahn ergibt sich, dass der Meteorit auch über meine Heimatstadt Oberhausen hinweg zog, doch ich selbst habe ihn leider nicht gesehen. Die Augenzeugen berichten von einer leuchtenden Spur, die rasch über den Himmel zog und teilweise sogar Schatten warf. Viele hielten das Ereignis zunächst für ein Flugzeug, eine Rakete oder einen Absturz – tatsächlich handelte es sich jedoch um eine sogenannte Feuerkugel, also einen besonders hellen Meteor.
Der Begriff Meteor beschreibt das Leuchterscheinungs-Phänomen, das entsteht, wenn ein kleiner kosmischer Körper – der Meteorid genannt wird – mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eindringt und durch Reibung stark erhitzt wird. Übersteht ein Fragment den Flug durch die Atmosphäre und erreicht den Boden, spricht man von einem Meteoriten.

Genau das geschah bei diesem Ereignis. Ein Fragment des ursprünglichen Meteoroiden erreichte den Boden in der Stadt Koblenz. Dort durchschlug ein kieselsteingroßes Stück ein Hausdach im Stadtteil Güls und landete im Schlafzimmer eines Wohnhauses. Das Dach wurde beschädigt, doch glücklicherweise wurde niemand verletzt. Einschläge in Gebäude sind weltweit extrem selten, weshalb der Vorfall für Wissenschaftler besonders interessant ist. Für sie ist der unscheinbare Stein goldwert.
Nach bisherigen Einschätzungen handelte es sich wahrscheinlich um einen kleinen steinigen Meteoroiten – einen sogenannten Chondriten. Solche Körper stammen meist aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter und sind Überreste aus der Frühzeit des Sonnensystems. Beim Eintritt in die Atmosphäre zerbrechen sie häufig in mehrere Fragmente, von denen nur wenige den Boden erreichen, was zudem vergleichsweise selten vorkommt.
Helle Leuchterscheinungen treten weltweit regelmäßig auf und werden mehrmals pro Woche beobachtet. Über einem einzelnen Land wie Deutschland treten sie aber deutlich seltener auf und Sichtungen gibt es nur einige Male pro Jahr. Dass dabei tatsächlich Meteoriten den Boden erreichen, kommt noch viel seltener vor. In Deutschland wird nur alle paar Jahre ein ein Meteoritenfall betätigt.
Das aktuelle Ereignis steht nicht mit einem großen Sternschnuppenstrom im Zusammenhang. Größere Meteorströme entstehen, wenn die Erde durch eine Staubspur eines Kometen fliegt und dann viele Sternschnuppen pro Stunde sichtbar werden, was derzeit aber nicht der Fall ist.





