Tödlicher Ausbruch am Dukono – Schock für den Vulkantourismus

Wie sich der tödliche Vulkanausbruch am Dukono auf den Vulkantourismus auswirkt und Abhängigkeiten bloßlegt

Am Morgen des 8. Mai kam es am Mount Dukono auf der indonesischen Insel Halmahera zu einer plötzlichen explosiven Eruption, die deutlich stärker verlief als die alltäglichen Ausbrüche, die fast täglich Touristen zum Krater locken. Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich mindestens 20 Wanderer im Kraterbereich des Vulkans und damit innerhalb der seit Jahren geltenden Sperrzone mit einem Radius von vier Kilometern. Innerhalb weniger Minuten schleuderte der Vulkan eine gewaltige Eruptionswolke in den Himmel, die von Satelliten noch in 15 Kilometern Höhe nachgewiesen wurde. Pyroklastische Dichteströme und herabfallende, teils glühende Lavabrocken trafen die Touristengruppen und ihre Führer in einem offiziell bereits als Gefahrenzone eingestuften Bereich. Drei Menschen kamen ums Leben, fünf weitere wurden schwer verletzt. Nach tagelanger Suche im Gefahrenbereich konnten Rettungstrupps von einem der Opfer nur noch Knochenfragmente bergen.


Vulkantourismus-Wahnsinn

Die Naturkatastrophe hat den ohnehin auf wackligen Beinen stehenden Vulkantourismus der Region massiv erschüttert. Der Dukono ist seit Jahrzehnten dauerhaft aktiv und gleichzeitig ein Magnet für Abenteuerreisende aus aller Welt. Für große Teile der lokalen Bevölkerung bildet der Vulkantourismus die wirtschaftliche Lebensgrundlage: Touren, Transporte und Unterkünfte rund um den Vulkan zählen zu den wenigen lukrativen Einkommensquellen in Nordhalmahera. Zu den größten Profiteuren gehören jedoch häufig internationale Reiseagenturen, etwa aus Singapur, die die Touren an wohlhabenden Reisenden vermitteln.

Lokale Bergführer verdienen pro Tagestour meist zwischen zwanzig und vierzig Euro, abhängig von Gruppengröße und Dauer. Häufig werden auch mehrtägige Touren gebucht. Fahrer, die Gäste aus Tobelo oder den Küstendörfern zum Ausgangspunkt des Aufstiegs bringen, erzielen geringere Einnahmen und sind auf regelmäßige Buchungen angewiesen. Landwirtschaft und Fischerei bringen im Vergleich häufig deutlich niedrigere und unsicherere Verdienste, weshalb viele Familien direkt oder indirekt vom Tourismus rund um den Vulkan leben. Das Durchschnittseinkommen der Menschen, die nicht vom Tourismus profitieren, liegt zwischen 100 und 200 Euro im Monat, der durchschnittliche Stundenlohn bei 1,31 €. Jene, die vom Tourismus profitieren, verdienen oft ein Vielfaches davon, mehr noch, als die ebenfalls besser gestellten Arbeiter im Nickelbergwerk.

Trotz offizieller Sperrzonen und Warnungen bleibt die Nachfrage nach „aktiven Vulkan-Erlebnissen“ hoch. Internationale Reiseveranstalter profitieren dabei von drei Faktoren: erstens der globalen Nachfrage nach spektakulären Naturerlebnissen, zweitens der schwer kontrollierbaren lokalen Verwaltungsstruktur und drittens der Tatsache, dass Risiken selbst Teil des Marketings sind. Solange keine dauerhafte physische Sperre existiert, werden informelle Routen genutzt oder lokale Partner eingebunden, um Touren weiterhin anzubieten. In einem Interview mit der „The Straits Times“ bestätigten dies mehrere Reiseveranstalter aus der Metropole gegenüber Journalisten.

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Das Video vom 20. April zeigt den „normalen“ Wahnsinn am Dukono

Für lokale Guides entsteht dadurch ein strukturelles Dilemma. Offizielle Verbote bedeuten Einkommensverluste, werden jedoch häufig von internationalen Agenturen ignoriert oder umgangen. Viele Guides verfügen weder über soziale Absicherung noch über alternative Beschäftigungsmöglichkeiten. Selbst wenn Sicherheitsbedenken bestehen, zwingt wirtschaftlicher Druck sie häufig dazu, Touren dennoch durchzuführen – oft in einer Grauzone zwischen Legalität und informeller Praxis. Am Dukono wurden inzwischen allerdings physische Sperren errichtet und die Wege zum Vulkan gesperrt. Wie lange diese Maßnahmen aufrechterhalten werden, ist unklar. Mehrere dem Autor bekannte Vulkanspotter haben ihre diesjährigen Pläne für eine Besteigung des Dukono vorerst auf Eis gelegt.

Die Eruption vom 8. Mai zeigt nicht nur die geologische Gefährlichkeit des Dukono, sondern auch ein ökonomisches System, das auf Risiko aufgebaut ist. Solange der Vulkan touristisch vermarktet wird und gleichzeitig wirtschaftliche Alternativen fehlen, bleibt die Region in einer gefährlichen Abhängigkeit gefangen. Ähnliche Zugangsbeschränkungen, wie sie jetzt für den Dukono gelten, wurden in den letzten Jahren auch über andere Vulkane wie Kawah Ijen auf Java und Gunung Agung auf Bali verhängt. Inzwischen wurden diese Restriktionen wieder aufgeweicht, allerdings gilt an beiden Vulkanen, dass man sie nur noch mit Vulkanführer und Genehmigung besteigen darf. Wer in den Krater des Kawah-Ijen absteigen will, um die blauen Flammen des Schwefelbrands zu sehen, benötigt neben Schutzausrüstung ein Gesundheitszeugnis. Hintergrund ist der Tod eines gesundheitlich angeschlagenen Touristen, der zum Krater abstieg.

Während es meiner Meinung nach vertretbar ist, aktuell Touren zu den Kratern von Agung und Kawah Ijen anzubieten, wobei ich den Abstieg in den Ijen-Krater aufgrund gesundheitlicher Risiken nicht jedem empfehlen würde, hielt der Autor die Aufstiege zum Kraterrand des Dukono mit Touristengruppen bereits vor der Katastrophe vom 8. Mai für nicht vertretbar. So etwas sollten nur erfahrene Vulkanspotter – die Aktivität und ihre Risiken selbst abschätzen können – auf eigene Verantwortung riskieren, wohlwissend, dass ihr Tun durchaus tödlich enden kann. Was ich von den Aufnahmen der sozialen Medien her kenne, sind Aufstiege ohne Sinn und Verstand, und die Guides führten ihre Gruppen oft einfach senkrecht den Kegel hoch, ohne gangbare Routen zu wählen und auf Windrichtungen zu achten. Das zeichnet Stümper und keine Profis aus!

Der Dukono selbst bleibt aktiv und erzeugte in den letzten Tagen vermehrt kräftige explosive Eruptionen, die Vulkanasche bis zu 5000 Meter über Kraterhöhe aufsteigen ließen – deutlich höher als bei den Ausbrüchen vor dem 8. Mai.

Dukono: Aschewolke gleicht Atompilz

Dukono eruptiert Asche bis auf 4900 Meter Höhe – Aschewolke wie ein Atompilz

Der indonesische Vulkan Dukono eruptierte auch am 14. Mai 2026 und zeigt weiterhin eine anhaltend hohe Aktivität. Allerdings nahm die Häufigkeit der explosiven Eruptionen deutlich ab, dafür scheinen die einzelnen Explosionen stärker geworden zu sein. Das Foto der stärksten morgendlichen Eruption zeigt eine aufsteigende Aschewolke in Form eines Atompilzes. Bei genauerer Betrachtung lässt sich am Fuß der Wolke ein gefährlicher Dichtestrom erahnen, wie er den Opfern der Eruption vom 8. Mai wahrscheinlich zum Verhängnis wurde..

Nach Angaben des VAAC Darwin wurde um 13:15 UTC eine Vulkanaschewolke registriert, die bis auf Flugfläche 160 (rund 4,9 Kilometer Höhe) aufstieg und sich in west-südwestliche Richtung bewegte. Die Beobachtungen bestätigen die kontinuierliche eruptive Tätigkeit des Vulkans, die seit der starken Eruption vom 8. Mai an Intensität gewonnen hat. Der Vulkan gehört zu den dauerhaft aktiven Feuerbergen Indonesiens und produziert mehrmals täglich explosive Ascheeruptionen.

Zusätzliche Informationen der indonesischen Vulkanüberwachung (PVMBG) berichten von einer Eruption am Donnerstag, dem 14. Mai 2026, um 07:12 Uhr Ortszeit (WIT). Dabei erreichte die Aschesäule eine Höhe von etwa 3500 Metern über dem Gipfel beziehungsweise 4587 Metern über dem Meeresspiegel.

Die Daten vom 13. Mai zeigten einen Rückgang der Eruptionshäufigkeit gegenüber den Wochen vor der katastrophalen Eruption, als Mitte April täglich rund 100 Ereignisse registriert worden waren. Gestern wurden innerhalb von 24 Stunden ebenso viele eruptive Erdbeben mit Amplituden zwischen 7 und 34 Millimetern und Dauern von bis zu 86 Sekunden festgestellt. Zusätzlich wurde kontinuierlicher Tremor aufgezeichnet – ein typischer Hinweis auf fortlaufende Bewegungen von Magma und vulkanischen Gasen im Fördersystem.

Visuelle Beobachtungen zeigten weißgraue bis schwarze Emissionen aus dem Hauptkrater, die 400 bis 500 Meter über den Gipfel aufstiegen. Die Wetterbedingungen waren überwiegend klar bis bewölkt, bei schwachen bis mäßigen Winden aus westlicher und nordwestlicher Richtung, was die Ausbreitung der Asche beeinflusste.

Die Behörden empfehlen weiterhin, einen Radius von vier Kilometern um den Krater Malupang Warirang zu meiden. Wegen periodischer Ascheniederschläge sollten Anwohner zudem Atemschutzmasken bereithalten.

 

Neue Bilder der Katastrophe vom 8. Mai

Die drei Todesopfer der Eruption vom 8. Mai wurden inzwischen unter großem personellen und körperlichen Aufwand geborgen. In sozialen Medien wurden Bilder geteilt, die zeigen, wie zwei der Leichen vom Berg transportiert wurden. Von einem dritten Opfer – einer asiatischen Frau – sollen angeblich nur noch Knochenfragmente aus einer etwa 40 Zentimeter tiefen Grube geborgen worden sein, die in eine Plastiktüte passten.

Das Weichgewebe soll vollständig verbrannt gewesen sein, was darauf hindeutet, dass die Person möglicherweise von einem pyroklastischen Strom erfasst wurde. Offenbar gerieten die Opfer in den Dichtestrom der kollabierten Eruptionswolke oder es schwappte ein Teil der Wolke im Anfangsstadium der Explosion direkt über den Kraterrand. Normalerweise bleiben solche Ablagerungen über Wochen hinweg extrem heiß, weshalb die Bergung der Knochen bereits nach drei Tagen überrascht. Möglicherweise kühlten starke Regenfälle die Ablagerungen schneller als üblich ab.

Ein weiteres Bild (siehe Oben) ist ein Screenshot eines Drohnenvideos. Die Aufnahme zeigt die ersten Momente der kraftvollen Explosion.

Dukono: Weitere Vulkanausbrüche nach der Katastrophe

Mount Dukono bleibt aktiv: Explosive Eruption schleudert Asche fast 6 Kilometer hoch

Auch vier Tage nach der katastrophalen Eruption, bei der drei Menschen ums Leben kamen und fünf weitere verletzt wurden, bleibt der indonesische Vulkan Dukono hoch aktiv. Zwar verringerte sich die Anzahl der Explosionen, dafür sind diese jedoch stärker als vor der Katastrophe vom 8. Mai und förderten heute Mittag Vulkanasche bis auf fast 5.400 Meter Höhe. Trotz der anhaltenden Aktivität konnten die drei Leichen inzwischen vom Krater Malupang Warirang geborgen werden. Weitere Opfer hat es offenabr nicht gegeben.

Dukono

Am Dienstag, dem 12. Mai 2026, ereignete sich um 14:45 Uhr Ortszeit (WIT) erneut eine explosive Eruption, bei der eine 4.300 Meter hohe Aschesäule über dem Gipfel beobachtet wurde. Damit erreichte die Eruptionswolke eine Gesamthöhe von etwa 5.387 Metern über dem Meeresspiegel. Die Aschewolke löste beim VAAC Darwin eine VONA-Warnung aus, nach der die Eruptionswolke sogar bis auf Flughöhe FL180 aufgestiegen war. Das entspricht rund 6.000 Metern über dem Meeresspiegel. Die Asche driftet mit einer Geschwindigkeit von etwa xx km/h nach Nordwesten.

Am Vormittag wurden bereits Aschewolken registriert, die rund 2.700 Meter über Kraterhöhe aufstiegen. Gestern wurden insgesamt 30 seismische Explosionssignale registriert. Die Aschewolken erreichten Höhen zwischen 1.000 und 2.700 Metern über dem Gipfel. Die Signale wiesen Amplituden zwischen 6 und 34 Millimetern auf und dauerten zwischen etwa 17 und 85 Sekunden.

Die Messstationen detektierten zudem ein lokales tektonisches Erdbeben. Besonders bemerkenswert bleibt der kontinuierliche Tremor, der mit Amplituden zwischen 1 und 8 Millimetern registriert wurde und auf anhaltende Fluidbewegungen im Fördersystem hindeutet. Theoretisch könnte es erneut zu besonders starken Explosionen kommen, wie jener, die zu den drei Todesopfern führte.

Bilder dokumentieren die Bergung der leblosen Körper, die unter schwierigen Bedingungen durchgeführt wurde. Die Bergungsteams mussten sich nicht nur den gefährlichen Bedingungen am Vulkan stellen, sondern kämpften zusätzlich mit widrigen Umständen: Intensive Regenfälle hatten den Boden aufgeweicht und in tiefen Matsch verwandelt. Damit die Einsatzkräfte besseren Halt am steilen Kraterhang fanden, waren sie teilweise barfuß unterwegs. Oft sind die Indonesier lediglich mit Sandalen oder Badelatschen ausgerüstet.

Die indonesischen Behörden raten weiterhin dringend davon ab, sich dem Kraterbereich des Dukono zu nähern. Für den Krater Malupang Warirang gilt eine Sperrzone mit einem Radius von vier Kilometern. Wanderungen oder sonstige Aktivitäten innerhalb dieses Bereichs sind inzwischen strikt untersagt; Zuwiderhandlungen werden bestraft.

Dukono: Das Ende des Vulkantourismus

Suche nach Vermissten am Mount Dukono durch anhaltende vulkanische Aktivität erschwert – Regierung setzt Besteigungsverbot durch

Nach dem katastrophalen Ausbruch des Mount Dukono auf Halmahera, der sich am Freitag, dem 8. Mai, ereignete, dauert die Suche nach drei vermissten Wanderern weiter an. Bei den Betroffenen handelt es sich um jene Personen, die bereits für tot erklärt wurden. Da ihre Leichen bislang jedoch weder gefunden noch geborgen werden konnten, gelten sie offiziell weiterhin als vermisst. Die Rettungsarbeiten werden durch die anhaltende vulkanische Aktivität erheblich erschwert. Sicherheitsbedenken zwingen die Einsatzkräfte immer wieder dazu, ihre Suchmaßnahmen zu unterbrechen und sich aus gefährdeten Bereichen zurückzuziehen. Darüber hinaus ordnete die Bezirksregierung die konsequente Durchsetzung des bereits seit 2024 bestehenden Besteigungsverbots an.

Der Vulkan auf der Insel Halmahera war am Freitagmorgen um 07:41 Uhr Ortszeit ausgebrochen. Nach Angaben des indonesischen Zentrums für Vulkanologie und geologische Gefahrenminderung (PVMBG) erreichte die Eruptionssäule eine Höhe von mehr als zehn Kilometern über dem Krater. Dichte Aschewolken breiteten sich in nördlicher Richtung aus. Zudem wurde der Ausbruch von teils lautem Donnergrollen begleitet. Seismische Messungen registrierten eine maximale Amplitude von 34 Millimetern sowie eine Eruptionsdauer von über 16 Minuten. Darüber hinaus wurden vier Phasen harmonischen Tremors aufgezeichnet, die mit der Eruption einhergingen. Ob diese bereits vor dem Ausbruch eingesetzt hatten, wurde bislang nicht kommuniziert. Sollte dies der Fall gewesen sein, könnte dies künftig eine Möglichkeit bieten, größere Explosionen kurzfristig vorherzusagen.

Zum Zeitpunkt des Ausbruchs befanden sich insgesamt 20 Wanderer und Träger in der Region des Vulkans. Nachdem ein SOS-Signal eines Garmin-Notfallgeräts eingegangen war, wurde umgehend eine großangelegte Rettungsaktion eingeleitet. Einsatzkräfte der Nationalen Such- und Rettungsbehörde (Basarnas), der regionalen Katastrophenschutzbehörde (BPBD), der Polizei sowie örtliche Helfer wurden mobilisiert, um die eingeschlossenen Personen zu erreichen.

15 Menschen konnten lebend aus dem Gefahrengebiet evakuiert werden. Viele von ihnen erlitten lediglich leichte Verletzungen und wurden nach dem Abstieg medizinisch versorgt. Mindestens fünf Personen wurden offiziell als verletzt registriert.

Gleichzeitig bestätigten die Behörden den Tod von drei Wanderern infolge des Ausbruchs. Unter den Opfern befinden sich zwei ausländische Staatsangehörige aus Singapur sowie eine Person aus Indonesien. Weitere Angaben zur Identität der Opfer wurden bislang nur eingeschränkt veröffentlicht.

Am Samstag, dem 9. Mai, wurde die Suchaktion erneut aufgenommen. Laut dem Leiter des SAR-Büros in Ternate stellt die anhaltende vulkanische Aktivität das größte Hindernis dar. Sobald es zu erneuten Eruptionen kommt, müssen sich die Teams aus Sicherheitsgründen zurückziehen. Dies erschwert die Suche erheblich, da jede Unterbrechung wertvolle Zeit kostet.

Die Rettungsmission wurde in vier Such- und Rettungseinheiten unterteilt. Mehr als 100 Einsatzkräfte durchsuchen das Gebiet sowohl am Boden als auch aus der Luft mithilfe von Drohnen. Die Warnstufe des Vulkans wurde bislang nicht angehoben und verbleibt weiterhin auf Stufe 2.

Der Umstand, dass 15 Personen lebend geborgen werden konnten, zeigt, dass nicht alle Menschen, die sich zum Zeitpunkt der Eruption am Kraterrand aufhielten, unmittelbar zu Schaden kamen. Möglicherweise befanden sich weitere Wanderer am Krater, die sich eigenständig evakuierten und nicht registriert wurden. In sozialen Medien kursieren inzwischen Aufnahmen des Ausbruchs, die direkt am Kraterrand entstanden. Den dort befindlichen Personen kam vermutlich zugute, dass sie sich auf der windabgewandten Seite befanden. Die Opfer hielten sich hingegen wahrscheinlich in jener Richtung auf, in die die Aschewolke driftete und teilweise kollabierte wodurch sich möglicherweise kurze pyroklastische Dichteströme bildeten.

Der Vulkanausbruch dauerte rund 16 Minuten und war zwar deutlich stärker als die alltägliche Aktivität des Dukono, erreichte jedoch vermutlich nicht die Größenordnung einer außergewöhnlich starken Eruption. Zur Katastrophe wurde das Ereignis vor allem deshalb, weil sich mehrere Menschen unmittelbar am Kraterrand aufhielten. Offizielle Angaben zum Vulkanexplosivitätsindex (VEI) liegen bislang nicht vor. Einige Katastrophenportale stufen den Ausbruch auf VEI 4 ein. Angesichts der bekannten Daten erscheint mir jedoch eher eine Einordnung im Bereich VEI 2 bis 3 plausibel.

Besteigungsverbot am Dukono soll nun durchgesetzt werden – das Ende des Vulkantourismus auf Halmahera

Besteigungsverbot

Verschärft wurde hingegen die Durchsetzung des bereits bestehenden Besteigungsverbots am Dukono. Seit 2024 gilt eine permanente Sperrzone mit einem Radius von vier Kilometern um den aktiven Krater. In der Praxis wurde diese Regelung aber nicht durchgesetzt und Aufstiege toleriert – nicht zuletzt, weil der Vulkantourismus eine wichtige Einnahmequelle für die strukturschwache Region darstellt.

Nach dem aktuellen Unglück reagierte die Bezirksregierung von Nordhalmahera nun mit einem Dekret, das sämtliche Zugänge zum Dukono sperrt und das Besteigen des Vulkans vollständig untersagt. Verstöße sollen künftig sanktioniert werden, insbesondere bei lokalen Führern und Reiseveranstaltern, die weiterhin Touren auf den Dukono anbieten.

Ob auch Touristen direkt mit Bußgeldern rechnen müssen, bleibt bislang unklar. Angekündigt wurde, dass Behörden eine Blacklist führen wollen, auf der Personen erfasst werden, die trotzdem einen Aufstieg versuchen.

Offen bleibt zudem, ob sich die verschärften Maßnahmen künftig auch auf andere Vulkane der Molukken ausweiten werden. Als möglicher Kandidat gilt der Ibu, der ebenfalls ein beliebtes Ziel von Vulkanbeobachtern ist, bislang jedoch deutlich weniger besucht wird als der Dukono.

Dukono: Größerer Vulkanausbruch tötet 2 Touristen

Größerer Vulkanausbruch am Dukono tötet mindestens 2 Touristen – Dutzende Wanderer in Notlage

– Der Artikel erhielt zwei Updates und wurde ergänzt-

Am indonesischen Vulkan Dukono kam es am Freitagmorgen zu einer starken Eruption, die eine Gruppe von Vulkantouristen in eine Notlage brachte. Ersten Berichten zufolge kamen zwei der Wanderer ums Leben. Rund 20 Personen wurde der Rückweg abgeschnitten; sie befanden sich zuletzt noch auf dem Vulkan, der eine fast 13 Kilometer hohe Aschewolke ausstieß. Rettungskräfte versuchen, die Eingeschlossenen zu erreichen.

Der Vulkanausbruch begann laut PVMBG am 8. Mai 2026 um 07:41 Uhr Ortszeit und brachte eine Aschewolke hervor, die 10 Kilometer über Kraterhöhe bzw. 11100 Meter über dem Meeresspiegel aufstieg. Gleichzeitig bestätigte das VAAC Darwin ein Aschewolkensystem in mehreren Höhenstufen: Vulkanasche wurde bis Flughöhe FL420 registriert, also in etwa 12.800 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Weitere Aschewolken bewegten sich nach Westen und Südosten. Das VAAC warnte vor Gefahren für den Flugverkehr im Umfeld der Nordmolukken.

Laut Angaben der Katastrophenschutzbehörde BPBD sowie der Polizei von Nordhalmahera handelt es sich bei den Todesopfern um zwei ausländische Wanderer aus China und Singapur. Zudem sollen rund 20 weitere Personen zeitweise im Gebiet des Vulkans eingeschlossen gewesen sein. Rettungskräfte versuchten demnach, die Betroffenen trotz anhaltender Ascheeruptionen zu erreichen.

Die Informationslage ist unsicher. Indonesische Behörden veröffentlichten bislang nur begrenzte Details zu den Opfern, und auch die Zahl der eingeschlossenen Personen schwankt zwischen verschiedenen Berichten. Internationale Agenturen meldeten zunächst lediglich Vermisste, während lokale Medien bereits von Todesfällen sprachen. Unklar ist zudem, ob die Wanderer tatsächlich direkt durch pyroklastisches Material oder Ascheniederschlag ums Leben kamen oder ob sekundäre Ursachen wie Atemprobleme, schlechte Sicht oder Panik eine Rolle spielten.

Der Vulkan auf der Insel Halmahera ist seit Jahrzehnten daueraktiv und erzeugt mehrmals täglich kleinere Ascheeruptionen, die von einem verfüllten alten Krater aus vergleichsweise gefahrlos beobachtet werden können. Doch immer wieder dringen wagemutige Touristen bis an den Rand des aktiven Kraters vor, um in diesen hineinzublicken und die Eruptionen aus nächster Nähe zu beobachten. Ein gefährliches Unterfangen, das bereits während normaler Aktivität lebensgefährlich und zudem verboten ist und im Falle großer Eruptionen wie heute ernste Konsequenzen haben kann. Allerdings ist bislang nicht bekannt, wo sich die tödlich verunglückten Touristen genau aufhielten. Bei einer derart starken Eruption kann selbst der vermeintlich sichere Beobachtungspunkt gefährlich werden.

Histogram

Seit Ende März steigerte sich die Aktivität des Dukono signifikant. Trotzdem gab es Berichte von Wanderern, die bis zum Kraterrand vordrangen. In Spitzenzeiten wurden bis zu 240 Explosionen pro Tag gezählt. Vor der großen Eruption reduzierte sich ihre Anzahl auf 42. Möglicherweise kam es zu einer Teilblockade des Fördersystems, wodurch sich großer Druck aufbaute und ein verstopfter Förderschlot freigesprengt wurde. Möglich ist auch eine phreatomagmatische Explosion – also der Kontakt von Grundwasser mit Magma – oder sogenanntes Magma-Mixing, das die Eruption verstärkte. Darunter versteht man die Injektion frischen Magmas in einen älteren Magmakörper, was starke Explosionen auslösen kann. Anhand der öffentlich zugänglichen geophysikalischen Daten ließ sich eine starke Eruption allerdings nicht vorhersagen. Allerdings wies ich am 1. Mai auf eine ungewöhnliche thermische Anomalie hin, die man im Nachhinein als mögliches Vorzeichen der Katastrophe heute betrachten kann. In dem Update thematisierte ich auch die Problematik geführter Gruppen zum Kraterrand.

In den letzten Wochen mehrten sich die Meldungen von Beinahe-Katastrophen mit Touristen an Vulkanen. Meistens handelte es sich um Ahnungslosen, die von selbsternannten Vulkanführern zu nahe an die Krater herangeführt wurden.

Ich selbst stand auch schon am Kraterrand des Dukono und wurde in meine Schranken gewiesen, als Lavabomben neben mir einschlugen. Allerdings kannte ich das Risiko und begab mich aus Berufsgründen in diese gefährliche Situation. Nachahmungen sind nicht empfehlenswert!

Update 11:00 Uhr: Neben den beiden ausländischen Touristen ist auch ein Einheimischer ums Leben gekommen. Möglicherweise ein Vulkanführer. Es waren mehrere Gruppen unterwegs. Laut Berichten australischer Vulkanreiseunternehmer hatte eine Gruppe vor der großen Eruption kehrtgemacht, weil ihr Führer nach längerer Ruhe 2 kleinere Explosionen gehört hatte und besorgt war. Indonesische Medien berichten nun nicht mehr nur über eine Notlage von mehr als 20 Personen, sondern stufen sie als vermisst ein. Es könnte also weitere Todesopfer gegeben haben.

Update 18:00 Uhr: Inzwischen berichten indonesische Medien, dass 17 Touristen vom Dukono evakuiert wurden. Die drei bestätigten Todesopfer konnten noch nicht geborgen werden. Auf dem oben eingebetteten Video (gelöscht) sieht man 2 deutschsprechende Touristen, die mit ihrem Guide offenbar Minuten vor der Eruption den Kraterrand verlassen hatten und sich auf dem Abstieg befanden.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und verhörte einige Indonesier, die mit am Vulkan unterwegs waren. Der Zugang zum Gipfelbereich des Dukono ist seit Jahren offiziell gesperrt und es gibt eine permanente Gefahrenzone mit einem 4-Kilometer-Radius um den aktiven Krater. Der Alarmstatus „2“ besteht seit 2008 und wurde noch nicht erhöht. Ich vermute, das war es erstmal mit den Vulkanbesteigungen auf Halmahera!

Weiterführende Links:

Dukono: Thermische Anomalie im Krater detektiert

Copernicus-Satellitenbild des Dukono im sichtbaren Licht, kombiniert mit thermischer Anomalie im SWIR-Filter-Lichtspektrum. © Copernicus

Explosive Eruptionen am Dukono gehen weiter – thermische Anomalie im Krater detektiert

Die aktuelle Aktivität des indonesischen Vulkans Dukono auf Halmahera bleibt weiterhin hoch und ist durch anhaltende explosive Eruptionen sowie eine kontinuierliche Ascheemission gekennzeichnet. Auf einem Copernicus-Satellitenfoto vom 26. April ist zudem eine thermische Anomalie im Schlotbereich zu erkennen, etwas, das am Dukono selten vorkommt und von der außerordentlichen Aktivität zeugt. Heißes Magma steht hoch im Förderschlot. Normalerweise ist er mit erkalteter Schlacke gefüllt und es wird nur selten rotglühende Tephra ausgestoßen.

Die explosive Aktivität löst regelmäßig VONA-Warnungen beim VAAC Darwin aus: Am 1. Mai wurde eine Vulkanaschewolke gemeldet, die bis in eine Höhe von etwa 2.100 m (Flughöhe FL070) aufstieg. Die Asche wurde gegen 09:00 UTC beobachtet und driftete mit einer Geschwindigkeit von etwa 9 km/h in nordwestliche Richtung. Die geschätzte Ausdehnung der Aschewolke erstreckte sich über ein größeres Gebiet nordwestlich des Vulkans, was auf eine anhaltende und gleichmäßige Eruptionsdynamik hindeutet.

Bereits am Vortag zeigten visuelle Beobachtungen eine häufig auftretende explosive Tätigkeit aus dem Hauptkrater. Es wurden Asche-Dampf-Wolken mit mittlerer bis starker Intensität registriert, die Höhen von 700 bis 1.200 m über dem Gipfel erreichten. Die Wetterbedingungen waren überwiegend günstig für Beobachtungen, mit schwachen bis mäßigen Winden, die vor allem nach Norden, Nordosten und Osten wehten und damit die Ausbreitung der Asche beeinflussten.

Auf dem Satellitenbild im sichtbaren Lichtspektrum sind die Ascheablagerungen im Westen des Vulkans gut zu erkennen, ebenso eine aus dem Krater aufsteigende Asche-Dampf-Wolke.

Die seismische Aktivität des Dukono ist weiterhin gering, sieht man einmal von den Erschütterungen der Explosionen ab. Innerhalb von 24 Stunden wurden 64 Explosionserdbeben aufgezeichnet, was auf eine hohe Frequenz explosiver Prozesse im Fördersystem hinweist. Ergänzt wird dies durch vereinzelte tektonische Ereignisse sowie kontinuierlichen Tremor, der typisch für offene Fördersysteme mit ständigem Magmanachschub ist.

Insgesamt zeigt sich der Dukono als persistenter, strombolianisch bis vulkanianisch aktiver Vulkan mit nahezu dauerhafter Ascheemission. Die Aktivität ist in ihrer Explosivität zwar moderat, doch aufgrund ihrer Kontinuität verursacht sie eine fortlaufende Gefährdung durch Aschenniederschlag. Entsprechend gilt weiterhin eine Sperrzone von 4 km um den Krater Malupang Warirang, und die Bevölkerung wird angehalten, Schutzmaßnahmen gegen Vulkanasche zu ergreifen.

Die Sperrzone hält allerdings viele Touristen nicht davon ab, bis zum Kraterrand aufzusteigen, was nicht nur beschwerlich, sondern auch gefährlich ist. Häufig machen sich die Gipfelstürmer in geführten Gruppen auf den Weg, wobei die selbsternannten Vulkanführer zwar den Weg kennen, das Gefahrenpotenzial für ihre Kunden aber oft nicht richtig einschätzen oder es aus finanziellen Gründen ignorieren.

Dukono eruptiert Vulkanasche auf 2300 m Höhe

Dukono bleibt aktiv und eruptiert frequent Aschewolken – Vulkanasche in 2200 m Höhe detektiert

Der indonesische Vulkan Dukono bleibt auch heute, am 21. April, weiterhin explosiv aktiv und fördert mehrmals stündlich Aschewolken. Die bislang stärkste Eruption heute ereignete sich um 07:38 Uhr Ortszeit (WIT) und förderte eine dichte Aschesäule, die etwa 1200 Meter über den Gipfel aufstieg und mit einer Geschwindigkeit von 9 km/h nach Südwesten driftete. Sie verteilte sich über ein großes Areal und verursachte Ascheregen. Brutto erreichte die Eruptionswolke eine Höhe von rund 2287 Metern über dem Meeresspiegel.

Dukono

Bereits am Vortag war eine intensive Aktivität zu beobachten. Über den gesamten Tag hinweg stieg bei stabilen Wetterbedingungen kontinuierlich eine dichte Asche-Dampf-Wolke aus dem Hauptkrater auf und erreichte Höhen zwischen 500 und 1500 Metern über dem Gipfel.

Die seismischen Daten zeigen ein hohes Aktivitätsniveau: Insgesamt wurden 132 Eruptionsbeben registriert, ergänzt durch mehrere tektonische Fernbeben sowie ein nahezu kontinuierliches Tremorsignal. Diese Werte deuten darauf hin, dass sich weiterhin Magma im Fördersystem bewegt und regelmäßig eruptiv entlädt.

Obwohl der Dukono als daueraktiv gilt, sind seine Eruptionen nicht immer so kontinuierlich wie seit Monatsanfang bzw. Ende März, als sich seine Aktivität deutlich steigerte. Sie setzte wenige Stunden vor dem starken Erdbeben in der Molukkensee ein und bewegt sich seitdem auf hohem Niveau.

Der Dukono liegt im Norden der Insel Halmahera in der Provinz Nord-Maluku und gehört zu den aktivsten Vulkanen Indonesiens. Mit einer Höhe von rund 1087 Metern ist er vergleichsweise niedrig, zeichnet sich jedoch durch nahezu permanente Eruptionstätigkeit aus, die bereits seit Jahrzehnten anhält. Charakteristisch sind strombolianische bis vulkanianische Ausbrüche, die regelmäßig Asche in die Atmosphäre fördern.

Die Behörden empfehlen weiterhin, einen Radius von 4 Kilometern um den Krater Malupang-Warirang zu meiden. Zudem sollten Anwohner Schutzmasken bereithalten, da Ascheregen je nach Windrichtung jederzeit auftreten kann.

Dukono eruptiert am 17. April

Eruptionsserie am Dukono reißt nicht ab – 104 Explosionen an einem Tag

Der äußerst aktive Vulkan Dukono liegt im Norden der indonesischen Insel Halmahera und befindet sich seit Ende März/Anfang April in einer Phase erhöhter Aktivität. Gestern erzeugte er 104 explosive Eruptionen, bei denen Asche mehrere Hundert Meter hoch aufstieg. Die stärkste Eruption der letzten Stunden manifestierte sich um 7:28 Uhr WIT und generierte eine Aschewolke, die bis zu 1000 m über Kraterhöhe aufstieg und eine VONA-Warnung beim VAAC-Darwin auslöste. Demnach stieg die Aschewolke bis auf FL 080 (8000 Fuß entsprechen ca. 2400 m) und driftete mit einer Geschwindigkeit von 18 km/h nach Nordosten. Unter der Aschewolke kam es zu Tephrafallout.

Dukono

Die Emission war in Form einer dichten Aschewolke deutlich sichtbar und dauerte zum Zeitpunkt der Meldung des Observatoriums beim VSI weiterhin an, was auf eine fortgesetzte Förderung von Material aus dem Fördersystem hinweist.

Die 104 Eruptionen gestern wurden überwiegend seismisch registriert und erzeugten auf dem Seismogramm Amplituden zwischen 6 und 34 mm und dauerten zwischen 22,5 und knapp 56 Sekunden. Diese Werte deuten auf wiederholte explosionsartige Druckentlastungen im oberflächennahen Magmensystem hin. Zusätzlich wurde ein entferntes tektonisches Erdbeben aufgezeichnet, mit einer Amplitude von 20 mm und einer Dauer von rund 61 Sekunden. Dieses Ereignis steht vermutlich in keinem direkten Zusammenhang mit der Eruption, zeigt aber die generelle tektonische Aktivität der Region.

Die Seismizität wurde von einem anhaltenden vulkanischen Tremor-Signal begleitet, das eine Durchschnittsamplitude von etwa 2 mm hatte und auf anhaltende Fluidbewegungen im Fördersystem hindeutet.

Die Behörden halten Warnungen vor diversen Vulkangefahren aufrecht, ebenso das Annäherungsverbot an den Malupang-Warirang-Krater innerhalb eines Radius von 4 km. Zudem wird der Bevölkerung geraten, jederzeit Schutzmasken bereitzuhalten, da selbst geringere Aschekonzentrationen gesundheitliche Risiken für die Atemwege darstellen können.

Dukono zählt zu den am kontinuierlichsten aktiven Vulkanen Indonesiens. Im Gegensatz zu Vulkanen mit langen Ruhephasen zeigt er seit vielen Jahrzehnten eine nahezu dauerhafte Aktivität. Diese äußert sich vor allem in regelmäßigen Ascheemissionen, die aus dem Hauptkrater aufsteigen und vom Wind über große Entfernungen verfrachtet werden können.

Dukono mit anhaltenden Eruptionen

Mount Dukono auf Halmahera bleibt aktiv – Augenzeugenbericht eines Vulkanspotters

Am Montagmorgen bleibt der indonesische Vulkan Mount Dukono weiterhin aktiv und eruptiert frequent Aschewolken, die mehrere Hundert Meter über den Krater aufsteigen und vom starken Wind in Richtung Osten geweht werden. Die zuletzt gemeldete Eruption ereignete sich am 13. April um 08:03 Uhr Ortszeit (WIT) und schleuderte eine dichte Aschesäule etwa 700 Meter über den Gipfel hinaus, was einer Höhe von rund 1.787 Metern über dem Meeresspiegel entspricht.

Dukono

Die aufsteigende Wolke zeigte eine weiße bis graue Färbung und bewegte sich deutlich in östliche Richtung. Seismische Messungen bestätigten die Intensität des Ausbruchs, indem er ein Signal mit einer maximalen Amplitude von 22 Millimetern bei einer Dauer von gut 52 Sekunden erzeugte. Insgesamt registrierten die Instrumente innerhalb von 24 Stunden 71 Ausbruchsbeben mit Amplituden zwischen 8 und 34 Millimetern und einer Dauer von bis zu 44 Sekunden. Die restliche Seismizität ist gering und besteht aus gelegentlich auftretenden tektonischen Erschütterungen.

Da Ascheeruptionen am Dukono regelmäßig auftreten und ihre Ausbreitung stark vom Wind abhängt, wird der Bevölkerung dringend empfohlen, jederzeit Atemschutzmasken bereitzuhalten. Auf Dauer eingeatmet, kann Vulkanasche die Atemwege schädigen.

Die Behörden rufen zur Vorsicht auf: Einwohner sowie Touristen sollen einen Radius von mindestens vier Kilometern um den Malupang-Warirang-Krater meiden. Insbesondere Aktivitäten wie das Besteigen des Vulkans sind derzeit untersagt.

Vulkanspotter Konstantin am Dukono

Nahaufnahme

Natürlich halten sich die wenigsten Vulkanspotter und Vulkanführer an diese Verbote, die in Indonesien auch nur bedingt von den Behörden umgesetzt werden. So erreichte mich ein Augenzeugenbericht der Vorgänge am Dukono, der mir von Vnet-Leser Konstantin zugeschickt wurde. Er näherte sich wenige Tage nach dem starken Erdbeben Mw 7,3 in der Molukkensee dem Vulkan. Kurz zuvor hatte Dukono begonnen, seine Aktivität signifikant zu steigern. Konstantin zweifelte, ob es gesund sei, in dieser Phase den Vulkan zu besteigen, tat es aber trotzdem und stieg bis zu der Hochebene in der Caldera mit dem inoffiziellen Zeltplatz auf. Von dort aus erlebte er eine Eruptionsphase, die er eindrücklich beschreibt: „Um 4 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Krater. Oben angekommen, präsentierte sich der Dukono so, wie ich ihn von anderen Videos kannte, also lautstarke Entgasung und Ausstoß von Pyroklastika. Nach etwa 10 Minuten endete das und nach einer kleinen Pause begannen Asche-Ausstöße. Das geschah relativ leise, der ganze Berg summte und vibrierte dabei merklich, und man hörte das Klirren der zurückfallenden Steine. Diese glühten nur schwach, es musste sich also um kühleres Material handeln. Dafür gab es in der Aschewolke immer wieder Blitze, vor allem am Grunde des Kraters, teilweise aber auch über uns hinaus.

Nach etwa 40 Minuten endete diese Phase und es gab zwei große Explosionen. Bei der zweiten flog eine Bombe so weit über den Katerrand hinaus, dass sie etwa 100 Meter hinter uns landete. Darauf traten wir den Rückzug an.“

Der Dukono gehört zu den aktivsten Vulkanen Indonesiens und zeigt seit Jahren eine nahezu kontinuierliche eruptive Tätigkeit. Es gibt aber Schwankungen in der Intensität der Eruptionen, die häufig an der seismischen Aktivität der angrenzenden Molukkensee gekoppelt zu sein scheinen So hatte Konstantin das Glück, den Vulkan in einer seiner Hochphasen zu erleben!