Kilauea: Vulkanausbruch Nr. 40 hat begonnen

Die 40. eruptive Lavafontänen-Episode hat begonnen – Über 200 m hohe Fontäne steigt am Kilauea auf

Am Kilauea auf Hawaii hat die erwartete eruptive Episode Nr. 40 angefangen. Die Fontäne begann sich heute Abend gegen 19:30 Uhr MEZ (morgens 08:30 HST) aufzubauen und ist inzwischen gut 200 m hoch. Bis jetzt ist überwiegend der Nordschlot aktiv. Der südliche Schlot könnte aber noch in die Eruption einsteigen.




Am Kilauea auf Hawaii hat in den Morgenstunden des 12. Januar 2026 eine neue eruptive Phase begonnen. Nach einer Phase intermittierender Überläufe setzte um 8:22 Uhr HST offiziell Episode 40 der anhaltenden Gipfeleruption ein. Auslöser war ein rascher Wechsel zu starker Deflation des Vulkangebäudes, begleitet von einem deutlichen Anstieg des vulkanischen Tremors.

Bereits in den frühen Morgenstunden hatte sich die Aktivität am Nordvent schrittweise intensiviert. Zunächst förderte es niedrige, bogenförmige Spatterfontänen von 5 bis 10 Metern Höhe, die einen Lavastrom auf den Boden des Halemaʻumaʻu-Kraters speisten. Auch das Südvent war zeitweise aktiv, zeigte jedoch nur klassische, kuppelförmige Fontänen von wenigen Metern Höhe mit kurzen Überläufen.

Gegen 8:30 Uhr nahm die Aktivität am Nordvent deutlich zu. Die Fontänen erreichten zunächst 15 bis 20 Meter Höhe, was als Vorzeichen einer neuen eruptiven Episode gewertet wurde. Innerhalb weniger Minuten steigerten sich die Fontänen weiter auf rund 30 Meter, ehe sie ab 8:50 Uhr explosionsartig auf etwa 50 Meter anwuchsen. Der dabei freigesetzte Gasstrom stieg nahezu senkrecht bis in etwa 2.200 Meter Höhe auf.

Im weiteren Verlauf verstärkte sich die Eruption rapide. Um 9:00 Uhr erreichten die Lavafontänen bereits rund 100 Meter Höhe und speisten einen ausgedehnten Lavastrom auf dem Kraterboden. Teile der Gaswolke drifteten in etwa 1.500 Metern Höhe nach Westen ab. Kurz darauf folgte der bisherige Höhepunkt: Gegen 9:12 Uhr wurden am Nordvent Fontänen von bis zu 200 Metern Höhe beobachtet. Das Südvent zeigte zu diesem Zeitpunkt nur noch sehr geringe, auf den Schlot begrenzte Aktivität.

In den Tagen zuvor war es wiederholt zu Überläufen und sogenannten Drainback-Ereignissen gekommen, insbesondere am Südvent, wo sich mehrfach Lavakuppeln aufbauten und wieder entleerten. Leichte und wechselhafte Winde am Gipfel erschwerten zeitweise die Beobachtung, da sich vulkanische Gase nahe der Schlote stauten.

Mit Beginn von Episode 40 konzentriert sich die Aktivität nun klar auf das Nordvent. Die Entwicklung wird weiterhin genau überwacht, da hohe Lavafontänen und ausgedehnte Lavaströme das Erscheinungsbild des Halemaʻumaʻu-Kraters innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern können.

Kilauea: Vulkan bereitet sich auf Ausbruch No 40 vor

Kilauea vor 40. Eruptionsphase seit Dezember 2024 – kleine Lavafontänen nehmen deutlich zu

Am Kilauea auf Hawaii verdichten sich die Anzeichen für den Beginn einer neuen Eruptionsphase. Seit den frühen Morgenstunden des 10. Januar 2026 zeigen beide aktiven Schlote im Halemaʻumaʻu-Krater eine zunehmende Aktivität, die durch sogenannte Gaspistons verursacht wird. Besonders auffällig sind immer heftigere Episoden meterhohen Lavaspatterings und die Bildung kleiner Fontänen, die nach Angaben des Hawaiian Volcano Observatory (HVO) auf den Aufstieg gasreichen Magmas hindeuten.  Aktuell sieht man auf den LiveCams eine anhaltende Aktivität, bei der bis zu 5 m hohe Fontänen gefördert werden, die kleinere Lavaströme speisen.




Gegen 7:00 Uhr HST (17:00 UTC) sprudelten sowohl am nördlichen als auch am südlichen Schlot wiederholt Lavafontänen, begleitet von einer Zunahme seismischer Erschütterungen. Zwar blieb die Neigung des Kraterbodens zunächst unverändert, doch bereits seit Ende des letzten Ausbruchs hatten Messinstrumente eine langsame, anhaltende Aufblähung des Gipfelbereichs registriert. Diese Bodenverformung gilt als klassisches Vorzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch. Momentan liegt die Bodenhebung aber noch unter dem Wert vor der 39. Eruption.

Während der Nacht wechselte die Aktivität zwischen den beiden Kratern: Während der südliche Krater zeitweise schmale Lavaströme von bis zu 200 Metern Länge speiste, dominierten im nördlichen Krater kräftige Fontänen, die kurze Ströme auf dem Boden des Halemaʻumaʻu bildeten. Wiederholte kurze Pausen und sogenannte Rücklaufereignisse erzeugten dabei Tremorspitzen, ohne das Gesamtsystem spürbar zu entspannen.

Nach Einschätzung der Vulkanologen steht der Kilauea kurz vor dem Beginn der 40. Lavafontänen-Episode seit Wiederaufnahme der Aktivität im Dezember 2024. Prognosemodelle sehen den wahrscheinlichen Startzeitraum zwischen dem 10. und 14. Januar. Bereits nach dem Ende von Episode 39 am 24. Dezember hatte sich der Vulkan rasch wieder aufgeladen: Das Neigungsmessgerät Uēkahuna registrierte seitdem eine erneute Aufblähung von mehr als 21 Mikroradian, was auf Magmanachschub aus tieferen Reservoirs hindeutet.

Während die Ost- und Südwest-Riftzone weiterhin ruhig bleiben, konzentriert sich die Aktivität klar auf den Gipfelbereich. Die Vulkanwarnstufe steht derzeit auf „Beobachtung“, der Luftfahrtfarbcode auf Orange. Das HVO überwacht die Lage engmaschig und steht in engem Austausch mit dem Hawaii-Volcanoes-Nationalpark und dem Katastrophenschutz.

Kilauea: Halemaʻumaʻu-Krater verfüllt sich schnell

Halemaʻumaʻu-Krater am Gipfel des Kilauea füllt sich schnell auf

Der Kilauea auf Hawaii hat uns im letzten Jahr mit seinen Lavafontänen-Episoden auf Trapp gehalten und auch sehr gut unterhalten. Der Fokus der Berichterstattung lag hierbei natürlich auf die spektakulären Lavafontänen. Darüber, dass sich der gigantische Gipfelkrater, der durch den Kollaps von 2018 zur Caldera wurde verdammt schnell auffüllt, ist im Rahmen der aktuellen Berichterstattung kaum erwähnt worden. Doch das möchte ich jetzt nachholen.

Halemaʻumaʻu

Ausgangspunkt war die Leilani-Eruption im Frühjahr und Sommer 2018. Als Magma in großen Mengen aus dem Gipfelreservoir in die Lower East Rift Zone abfloss, verlor der Kīlauea am Gipfel seinen inneren Halt. In einer monatelangen Abfolge von Erdbeben und Einbrüchen sackte der Halemaʻumaʻu-Krater schrittweise ab. Am Ende war der ehemalige Kraterboden um mehrere hundert Meter tiefer gelegen als zuvor und hatte sich in ein weitläufiges, steilwandiges Becken verwandelt. Große Blöcke des früheren Kraterbodens blieben zunächst intakt, lagen jedoch auf unterschiedlichen Höhen – ein eingefrorenes Zeugnis des Kollapses.

Nach dem Ende der eruptiven Aktivität kehrte zunächst Ruhe ein. Doch der neu entstandene Hohlraum reichte nun unter die lokale Grundwasserlinie. Ab 2019 begann Grundwasser langsam in den Krater einzusickern. Über Monate hinweg entstand ein Kratersee, der weltweit Aufmerksamkeit erregte – nicht zuletzt, weil sich erstmals seit Jahrhunderten Wasser dauerhaft im aktiven Gipfelbereich des Kilaueas hielt. Mitte Dezember 2020 hatte dieser See eine Tiefe von 49 Metern erreicht und bedeckte eine Fläche von rund 2,4 Hektar. Vom Kraterrand aus gemessen war der Halemaʻumaʻu zu diesem Zeitpunkt etwa 642 Meter tief. Die Wasseroberfläche zeigte wechselnde Farben, verursacht durch gelöste vulkanische Gase und Mineralien, und verdeutlichte, wie eng hier Wasser und Magma miteinander verknüpft sind.

Diese Phase währte jedoch nur kurz. Am 20. Dezember 2020 meldete sich der Kilauea am Gipfel zurück. Lava brach direkt im Halemaʻumaʻu-Krater aus und traf auf den See. Innerhalb kürzester Zeit verdampfte das Wasser vollständig, während sich an seiner Stelle ein neuer Lavasee bildete. Mit diesem Ereignis begann eine neue Ära intrakraterischer Eruptionen, bei denen die Lava den Krater nicht verlässt, sondern vollständig innerhalb der Gipfelcaldera verbleibt.

Seitdem füllt sich der Halemaʻumaʻu schrittweise wieder auf. Episodische Ausbrüche mit Lavafontänen und Lavaseen haben den einst so tiefen Kollapskrater zunehmend angehoben. Die abgestürzten Blöcke des früheren Kraterbodens, die nach dem Einsturz noch gut sichtbar waren, sind inzwischen vollständig von Lava überdeckt. Aktuelle Aufnahmen – etwa aus dem Juli 2025 – zeigen eindrucksvoll, wie stark sich das Erscheinungsbild des Kraters bereits verändert hat, auch wenn das tatsächliche Ausmaß der Auffüllung aus der Vogelperspektive nur schwer zu erfassen ist.

2025

Besonders deutlich wird die Entwicklung im Vergleich von Webcam-Bildern: Zwischen Dezember 2024 und Dezember 2025 ist der Boden der Gipfelcaldera um mehr als 64 Meter angestiegen. Seit Beginn der neuen eruptiven Phase am 23. Dezember 2024 sind über 185 Millionen Kubikmeter Lava in den Halemaʻumaʻu geflossen – eine gewaltige Menge, die dennoch vollständig innerhalb der Caldera Platz findet. Am Rand der Caldera wächst zudem ein neuer Tephrahügel, der vor einem Jahr noch nicht existierte und die anhaltende explosive Aktivität einzelner Episoden widerspiegelt.

Der Halemaʻumaʻu zeigt damit exemplarisch, wie schnell sich vulkanische Landschaften verändern können. Innerhalb von nur sieben Jahren wandelte sich der Krater von einem kollabierten Abgrund zu einem Wasserbecken und schließlich wieder zu einem von Lava dominierten Zentrum aktiver Neubildung. Und obwohl bereits enorme Mengen Magma gefördert wurden, bleibt im Krater noch immer viel Raum. Entsprechend groß ist die Spannung, mit der die nächste eruptive Episode erwartet wird – ein weiteres Kapitel in der fortlaufenden Geschichte eines der aktivsten Vulkane der Erde.

Kilauea: Neue Lavafontänen-Eruption zum Jahrestag

Kilauea auf Hawaii bricht erneut aus – Eruption zum Jahrestag der Weihnachtseruption

Heute Morgen beginnt der Kilauea auf Hawaii mit der 39. eruptiven Episode des Ausbruchs, der genau vor einem Jahr begann. Auf Hawaii ist es noch abends am 23. Dezember. Damit beweist der Vulkan eindrucksvoll seine Pünktlichkeit. Kurz nach Einsetzen der Episode begann die Förderung intensiver Lavafontänen im Halemaʻumaʻu-Krater, die wieder beachtliche Höhen erreichen und den Kraterboden mit Lava fluten.

Nach ersten Überläufen und kurzen Unterbrechungen am frühen Abend setzte gegen 20:10 Uhr HST an beiden Gipfelventen starkes Fontänieren ein. Zunächst stiegen die Lavafontänen nur wenige Dutzend Meter hoch, doch die Intensität nahm rasch zu. Bereits gegen 20:45 Uhr erreichten beide Fontänen Höhen von rund 200 Metern. Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein deutliches Ungleichgewicht zwischen den beiden Förderschloten: Während die nördliche Fontäne bei etwa 210 Metern stagnierte oder zeitweise zurückging, wuchs die südliche Fontäne weiter an und erreichte kurz vor 22 Uhr eine Höhe von rund 420 Metern.

Die Förderrate war in der Anfangsphase extrem hoch. Für die ersten 30 Minuten des Fontänierens wurden etwa 750 Kubikmeter Lava pro Sekunde berechnet. Mächtige Lavaströme ergossen sich über den Kraterboden und bedeckten innerhalb kurzer Zeit schätzungsweise 10 bis 20 Prozent der Fläche von Halemaʻumaʻu. Eine dichte Eruptionswolke zog in Bodennähe nach Südwesten, während die hochreichende Asche- und Gasfahne in etwa 6.000 Metern Höhe nach Südosten verfrachtet wurde.

Begleitet wurde die Eruption von anhaltendem vulkanischem Tremor und einer zuvor gemessenen deutlichen Inflation des Gipfelbereichs, die den Ausbruch bereits angekündigt hatte. Seit dem Ende der vorherigen Episode Anfang Dezember hatten sich im Magmenreservoir erneut erhebliche Spannungen aufgebaut.

Der Kīlauea befindet sich weiterhin auf Alarmstufe „Watch“, der Flugverkehr wird mit dem Farbcode Orange gewarnt. Die Behörden beobachten die Lage aufmerksam. Für Besucher des Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalparks gilt erhöhte Vorsicht, da sich Aktivität und Förderintensität auch in den kommenden Tagen rasch ändern können.

Kilauea: Vulkanausbruch No. 38 war der stärkste der Serie

Am Kilauea gab es heute Nacht die 38. eruptive Episode – stärkster Vulkanausbruch des laufenden Zyklus zerstörte LiveCam

Der Kilauea auf Hawaii hat am Samstag die bislang intensivste Eruption dieses Ausbruchszyklus durchlaufen. Episode 38 begann gegen 8:45 Uhr HST (21:45 Uhr MEZ) mit dem Auftreten erster Fontänen im nördlichen Schlot am Rand des Halemaʻumaʻu-Kraters. Mehrere bereits am Vortag registrierte Vorläufer-Überläufe und eine zunehmende Inflation am Gipfel hatten diesen Ausbruch angekündigt.

Zu Beginn stiegen die Fontänen im nördlichen Krater rasch von anfänglich 15–30 Metern auf über 60 Meter Höhe. Kurz darauf setzte auch der südliche Krater ein und entwickelte Fontänen von über 30 Metern Höhe. Im Verlauf des Vormittags zeigte der Vulkan ein seltenes Schauspiel, als sich drei Lavafontänen entwickelten, die Höhen zwischen 125 und 150 Metern erreichten – eine außergewöhnliche Konstellation selbst für den äußerst aktiven Kilauea.

Gegen Mittag steigerte sich die Aktivität massiv. Die Fontäne des südlichen Kraters erreichte mehrfach Höhen von über 300 Metern und neigte sich deutlich nach Süden. Ausgeworfene glühende Schlacken beschädigten dabei die Kamera V3. Im Livestream war es interessant zu beobachten, wie die Lavafontäne immer weiter auf die Kamera zuschoss, bis diese zerstört wurde. Durch die Gewalt der niederprasselnden Lavabrocken entstand eine sekundäre Aschewolke, die eine Höhe von mehr als 6.000 Metern über dem Meeresspiegel erreichte. Das Hawaiian Volcano Observatory (HVO) widersprach kursierenden Falschmeldungen, wonach Grundwasser die Höhe der Fontänen beeinflusse – die Ausstoßrate allein sei für diese Intensität verantwortlich. Das VAAC Washington veröffentlichte eine VONA-Meldung, nach der die Asche zwei Wolken bildete: Eine driftete auf einer Höhe von 4900 m in südlicher Richtung, die andere erreichte eine Höhe von 7000 m und zog in Richtung Osten.

Die Tiltmeter zeichneten über den Tag hinweg kräftige Deflationen auf: Die Hangneigung verringerte sich um 32 Mikroradian. Der höchste Deflationswert, der in so kurzer Zeit gemessen wurde. Insgesamt setzte Episode 38 laut HVO-Daten etwa 12 Millionen Kubikmeter Lava frei. Die Spitzenförderrate lag bei über 190 Kubikmetern pro Sekunde, was die außergewöhnliche Dynamik dieser Eruptionsphase unterstreicht.

Nach etwa zwölf Stunden ununterbrochenen Lavaausstoßes endete Episode 38 um 20:52 Uhr HST. Unmittelbar danach setzte erneut eine leichte Inflation am Gipfel ein – ein Hinweis darauf, dass der Vulkan weiterhin unter Druck steht und neue eruptive Episoden wahrscheinlich bleiben.

Kilauea bereitet sich auf Vulkanausbruch No 38 vor

Vorbereitungsphase für Ausbruch No 38 am Kilauea angelaufen- Lavaüberläufe generieren Lavastrom

Am Kilauea auf Hawaii sieht es so aus, als würde die 38. eruptive Episode des Weihnachtsausbruchs, der vor gut einem Jahr begann, nicht mehr lange auf sich warten lassen. Bereits gestern Abend (heute Morgen EU-Zeit) begann Lava aus zwei Schloten am südwestlichen Kraterrand des Halemaʻumaʻu episodisch überzulaufen und erzeugte einen Lavastrom. Das Geschehen ist gut auf den diversen Livecams des HVO zu verfolgen.

Auch die geophysikalischen Daten aus dem HVO-Bericht vom Freitag sprechen dafür, dass die Hauptphase der Episode 38 in den nächsten Stunden oder Tagen beginnen wird. Die Modelle deuten darauf hin, dass die Fontänen zwischen dem 6. und 8. Dezember einsetzen, wobei Samstag und Sonntag (6. und 7. Dezember) aktuell als die wahrscheinlichsten Termine gelten.

Seit dem Ende von Episode 37 wurden bis gestern rund 16 Mikroradian Inflation an der Messstation UWD gemessen. Es ist zu beachten, dass sich die Hebung während der recht kurzlebigen Episode 37 nicht vollständig abgebaut hat und noch Schmelze im oberflächennahen Reservoir verblieben ist. Daher reicht der Druck bereits jetzt wieder fast aus, um mit Lavafontänen durchzustarten.

Im südlichen Krater war bereits in der Nacht zum Freitag ein moderates Glühen sichtbar, während der nördliche Krater deutlich aktiver wurde. Ab etwa 11:40 Uhr HST verstärkte sich das Glühen, gefolgt von zunehmenden Auswurfspritzern ab rund 3:30 Uhr HST. Diese Aktivität weist darauf hin, dass Magma in der Förderzone sehr hoch steht. Aus dem südlichen Krater sowie aus einem benachbarten Riss beim nördlichen Krater schlugen weiterhin große Flammen – vermutlich verursacht durch die Verbrennung von Wasserstoffgas. Die anhaltenden schwachen bis mäßigen Erschütterungen wurden mehrfach von kurzen, intensiveren Rüttelphasen unterbrochen, die auf stärkere Gasströmungen hindeuten. Deren Häufigkeit nahm im Verlauf der Nacht zu.

In der östlichen und südwestlichen Riftzone bleiben sowohl die seismische Aktivität als auch die Bodenverformung weiterhin sehr gering. Die SO₂-Emissionen in der östlichen Riftzone liegen nach wie vor unter der Nachweisgrenze.

Die verstärkte Inflation am Gipfel, das intensivere Glühen, der zeitweise Lavaaustritt sowie die kräftigen Gasströmungen sprechen dafür, dass der Beginn der Fontänen von Episode 38 kurz bevorsteht.

Kilauea: Neuer Schlackenkegel wächst

Morgenstimmung am Kilauea. © HVO-Livecam

Bodenhebung am Kilauea geht weiter – Ausbrüche formen neuen Schlackenkegel

Am Gipfel des Kīlauea deutet eine anhaltende Versteilung der Flanke darauf hin, dass eine neue eruptive Phase in Vorbereitung ist. Die Bodenverformung begann bereits direkt nach der 37. Eruptionsepisode des seit fast einem Jahr anhaltenden Vulkanausbruchs, der sich im Halemaʻumaʻu-Krater abspielt und an seinem Südwestrand einen neuen Schlackenkegel wachsen lässt. Vulkanologen vom HVO nutzten die Eruptionspause, um den neuen Puʻu aus der Nähe zu betrachten.

Die neue Phase der Bodenhebung wird von einem schwachen Glühen sowie Gasemissionen aus den Kratern und Spalten begleitet, zudem werden leichte Erschütterungen und Tremorphasen registriert. Seit Ende der letzten Eruptionsphase wurde eine Gesamtaufblähung von etwa 12,8 Mikroradian gemessen. Schwefeldioxid-Emissionen liegen zwischen 1.200 und 1.500 Tonnen pro Tag während der Pausen. In den Riftzonen ist die Aktivität weiterhin gering, SO₂-Emissionen bleiben unter der Nachweisgrenze. Bodenverformungsmodelle sagen den Beginn der nächsten Fontänen-Episode (Episode 38) zwischen dem 6. und 9. Dezember voraus, am wahrscheinlichsten am 7. oder 8. Dezember.

Während der Pausen zwischen den eruptiven Episoden des Kilauea verfolgen die Wissenschaftler das rasche Wachstum des jungen Schlackenkegels, der sich um die beiden Förderschlote formiert. Die Forscher bezeichnen den neuen Schlackenkegel als „Puʻu“, was in der Sprache der polynesischen Ureinwohner Hawaiis schlicht „Hügel“ oder „Kegel“ bedeutet. Der Begriff ist kein Eigenname, sondern eine allgemeine Bezeichnung für vulkanische Erhebungen. Anders als der berühmte Puʻu ʻŌʻō an der Ost-Rift-Zone handelt es sich bei dem aktuellen Kegel also nicht um einen benannten Vulkan, sondern um einen neuen, noch ungetauften Aufbau, der erst durch die jüngsten Aktivitäten entstanden ist.

Jede der 37 eruptiven Episoden, die sich seit dem 23. Dezember 2024 manifestierten, trug zum Wachstum des jungen Schlackenkegels bei. Dabei beschränkt sich der neue Hügel nicht nur auf das direkte Umfeld der Förderschlote, die sich inzwischen 40 m über dem Boden des Halemaʻumaʻu befinden, sondern setzt sich auch in der Downwind-Zone der Hochebene fort, in der der Halemaʻumaʻu-Krater eingebettet liegt. Sollten die Eruptionen weitergehen, wird der neue Schlackenkegel den südwestlichen Kraterrand des Halemaʻumaʻu überwachsen verschwinden lassen.

Die Dynamik ist beeindruckend: Ende Mai 2025 lag die Tephradecke an einem ehemals sichtbaren Straßenschild der früheren Straße am Kraterrande entlang bereits bei 3,4 Metern. Beim 36. Ausbruch kamen innerhalb von nur fünf Stunden weitere 7,5 Meter hinzu. Besonders stark wächst der Kegel, wenn die Fontänen Höhen von mehr als 300 Metern erreichen.

Die Vermessung dieses jungen Puʻu erfolgt inzwischen mithilfe hochpräziser GPS-Geräte sowie mittels luftgestützter Lidar-Scans, die monatlich durchgeführt werden. Die Datenverarbeitung ist komplex, liefert aber hochauflösende 3D-Modelle, die das schnelle Wachstum eindrucksvoll dokumentieren.

Hawaii: Erdbeben Mb 4,6 am Kilauea

Erdbeben Mb 4,6 erschüttert Kilauea-Südflanke nahe der Küste

Ein Erdbeben der Magnitude 4,6 hat am späten Dienstagabend (Ortszeit) die Insel Hawaii erschüttert. Das Beben ereignete sich um 23:49 Uhr HST (in Europa war es da bereits Mittwochmorgen) und hatte ein Hypozentrum in rund 8 Kilometern Tiefe. Das Epizentrum lag 23 Kilometer süd-südöstlich von Mountain View im Distrikt Puna nahe der Südküste der Insel, in einer Region, die vom Vulkan Kilauea dominiert wird. Die Erschütterung war in einem großen Umfeld zu spüren gewesen und es liegen Wahrnehmungsmeldungen aus dem 360 Kilometer entfernten Honolulu vor.

Hawaii. © EMSC/Leaflet

Der Erdstoß war tektonisch bedingt und stand mit einer Störungszone in Verbindung, an der ein Teil der Kilauea-Südflanke langsam abrutscht, ähnlich wie es sich mit der Ätna-Ostflanke verhält. Diese Phänomene belegen die tektonische Instabilität von Vulkanen und erklären, warum es so viele hufeisenförmige Calderen auf der Erde gibt.

Auswirkungen auf die Aktivität der benachbarten Vulkane Mauna Loa und Kilauea konnten nicht festgestellt werden. Ein direkter Zusammenhang mit dem Ende der jüngsten Eruptionsphase des Kilauea wurde nicht erkannt.

Die 37. Phase der anhaltenden Eruption am Gipfel des Kilauea endete rund zehn Minuten vor dem Erdbeben. Sie hatte etwas mehr als neun Stunden angedauert und war von intensivem Lavaausstoß aus dem nördlichen Kraterbereich geprägt.

Wie ein Blick auf die Shakemap enthüllt, war dieses Beben nicht das einzige, das sich in den letzten 24 Stunden auf Big Island ereignete. Es gab mehrere schwächere Beben, vor allem im Süden der Insel. Das jüngste manifestierte sich nahe der Nordküste.

Nach Einschätzung des Hawaiian Volcano Observatory (USGS) waren nur geringe oder keine Schäden zu erwarten. Eine Gefährdung durch einen Tsunami bestand nicht, da die Stärke des Bebens für die Entstehung einer solchen Welle nicht ausreichte.

Zum Zeitpunkt des Bebens galt lediglich der Hinweis, mögliche Nachbeben ernst zu nehmen und gegebenenfalls lokale Schäden zu überprüfen. Weitere Folgen für die Bevölkerung oder kritische Infrastruktur traten nach derzeitigem Kenntnisstand nicht auf.

Kilauea: Vulkanausbruch Nr. 37 in der Nacht

Kilauea-Ausbruch: Episode 37 endet nach über 9 Stunden Lavafontänentätigkeit

Der erwartete Ausbruch Nr. 37 der sogenannten Weihnachts-Eruption des Kilauea verlief in der Nacht zum 25. November 2025 und endete endete nach etwas mehr als 9 Stunden um abrupt um 23:39 Uhr Hawaii Standard Time (HST). Bei uns war es zu diesem Zeitpunkt bereits 11:39 Uhr am 26. November. Der nördliche Krater, der während der gesamten Episode aktiv war, stellte seine Lavaförderung zu diesem Zeitpunkt ein. Aus dem südlichen Krater traten keine Lavafontänen oder Lavaströme aus.




Während Episode 37 erreichten die Lavafontänen aus dem nördlichen Krater beeindruckende Höhen von 150 bis 180 Metern. Die Eruptionswolke stieg dabei auf über 4.200 Meter über dem Meeresspiegel auf und bestand überwiegend aus Dampf und Aschepartikel. Die durchschnittliche Lavaförderrate lag bei mehr als 190 Kubikmetern pro Sekunde, mit einer Gesamtmenge von rund 6,3 Millionen Kubikmetern Lava, die etwa 75 Prozent des Kraterbodens von Halemaʻumaʻu bedeckten.

Das Hawaiian Volcano Observatory (HVO) meldete, dass der Vulkan während der Episode eine deflationäre Neigung von etwa 16,5 Mikroradian zeigte, was mit einem raschen Wechsel von Deflation zu Inflation am Gipfel und einem Rückgang der seismischen Tremorintensität zusammenfiel.

Während der Eruption wurde wieder Peles Haar gefördert. Die feinen Lavafäden verteilten sich mit dem Wind und stellten eine potenzielle Gefahr für die Gesundheit der Anwohner und Beobachter der Eruption dar.

Kurz nach dem Ende der Lavaaktivität ereignete sich um 23:49 Uhr ein Erdbeben der Stärke 4,6 mit einer Tiefe von 10 Kilometern an der Südflanke des Kīlauea. Einen direkten Zusammenhang mit dem Ausbruch gab es nicht.

Die Lavaströme auf dem Kraterboden im südlichen Teil der Kaluapele-Caldera könnten in den nächsten Tagen weiterhin langsame Bewegungen oder Glühen zeigen, während sie abkühlen und erstarren.

Seit Beginn des Ausbruchs am 23. Dezember 2024 dauerten die meisten Lavafontänen-Episoden am Halemaʻumaʻu etwa einen Tag oder weniger und wurden von Pausen von mehreren Stunden bis Tagen unterbrochen. Episode 37 bestätigte diese Dynamik mit einer relativ kurzen, aber intensiven Phase.