Hawaii: Erdbeben Mb 4,6 am Kilauea

Erdbeben Mb 4,6 erschüttert Kilauea-Südflanke nahe der Küste

Ein Erdbeben der Magnitude 4,6 hat am späten Dienstagabend (Ortszeit) die Insel Hawaii erschüttert. Das Beben ereignete sich um 23:49 Uhr HST (in Europa war es da bereits Mittwochmorgen) und hatte ein Hypozentrum in rund 8 Kilometern Tiefe. Das Epizentrum lag 23 Kilometer süd-südöstlich von Mountain View im Distrikt Puna nahe der Südküste der Insel, in einer Region, die vom Vulkan Kilauea dominiert wird. Die Erschütterung war in einem großen Umfeld zu spüren gewesen und es liegen Wahrnehmungsmeldungen aus dem 360 Kilometer entfernten Honolulu vor.

Hawaii. © EMSC/Leaflet

Der Erdstoß war tektonisch bedingt und stand mit einer Störungszone in Verbindung, an der ein Teil der Kilauea-Südflanke langsam abrutscht, ähnlich wie es sich mit der Ätna-Ostflanke verhält. Diese Phänomene belegen die tektonische Instabilität von Vulkanen und erklären, warum es so viele hufeisenförmige Calderen auf der Erde gibt.

Auswirkungen auf die Aktivität der benachbarten Vulkane Mauna Loa und Kilauea konnten nicht festgestellt werden. Ein direkter Zusammenhang mit dem Ende der jüngsten Eruptionsphase des Kilauea wurde nicht erkannt.

Die 37. Phase der anhaltenden Eruption am Gipfel des Kilauea endete rund zehn Minuten vor dem Erdbeben. Sie hatte etwas mehr als neun Stunden angedauert und war von intensivem Lavaausstoß aus dem nördlichen Kraterbereich geprägt.

Wie ein Blick auf die Shakemap enthüllt, war dieses Beben nicht das einzige, das sich in den letzten 24 Stunden auf Big Island ereignete. Es gab mehrere schwächere Beben, vor allem im Süden der Insel. Das jüngste manifestierte sich nahe der Nordküste.

Nach Einschätzung des Hawaiian Volcano Observatory (USGS) waren nur geringe oder keine Schäden zu erwarten. Eine Gefährdung durch einen Tsunami bestand nicht, da die Stärke des Bebens für die Entstehung einer solchen Welle nicht ausreichte.

Zum Zeitpunkt des Bebens galt lediglich der Hinweis, mögliche Nachbeben ernst zu nehmen und gegebenenfalls lokale Schäden zu überprüfen. Weitere Folgen für die Bevölkerung oder kritische Infrastruktur traten nach derzeitigem Kenntnisstand nicht auf.

Kilauea: Vulkanausbruch Nr. 37 in der Nacht

Kilauea-Ausbruch: Episode 37 endet nach über 9 Stunden Lavafontänentätigkeit

Der erwartete Ausbruch Nr. 37 der sogenannten Weihnachts-Eruption des Kilauea verlief in der Nacht zum 25. November 2025 und endete endete nach etwas mehr als 9 Stunden um abrupt um 23:39 Uhr Hawaii Standard Time (HST). Bei uns war es zu diesem Zeitpunkt bereits 11:39 Uhr am 26. November. Der nördliche Krater, der während der gesamten Episode aktiv war, stellte seine Lavaförderung zu diesem Zeitpunkt ein. Aus dem südlichen Krater traten keine Lavafontänen oder Lavaströme aus.




Während Episode 37 erreichten die Lavafontänen aus dem nördlichen Krater beeindruckende Höhen von 150 bis 180 Metern. Die Eruptionswolke stieg dabei auf über 4.200 Meter über dem Meeresspiegel auf und bestand überwiegend aus Dampf und Aschepartikel. Die durchschnittliche Lavaförderrate lag bei mehr als 190 Kubikmetern pro Sekunde, mit einer Gesamtmenge von rund 6,3 Millionen Kubikmetern Lava, die etwa 75 Prozent des Kraterbodens von Halemaʻumaʻu bedeckten.

Das Hawaiian Volcano Observatory (HVO) meldete, dass der Vulkan während der Episode eine deflationäre Neigung von etwa 16,5 Mikroradian zeigte, was mit einem raschen Wechsel von Deflation zu Inflation am Gipfel und einem Rückgang der seismischen Tremorintensität zusammenfiel.

Während der Eruption wurde wieder Peles Haar gefördert. Die feinen Lavafäden verteilten sich mit dem Wind und stellten eine potenzielle Gefahr für die Gesundheit der Anwohner und Beobachter der Eruption dar.

Kurz nach dem Ende der Lavaaktivität ereignete sich um 23:49 Uhr ein Erdbeben der Stärke 4,6 mit einer Tiefe von 10 Kilometern an der Südflanke des Kīlauea. Einen direkten Zusammenhang mit dem Ausbruch gab es nicht.

Die Lavaströme auf dem Kraterboden im südlichen Teil der Kaluapele-Caldera könnten in den nächsten Tagen weiterhin langsame Bewegungen oder Glühen zeigen, während sie abkühlen und erstarren.

Seit Beginn des Ausbruchs am 23. Dezember 2024 dauerten die meisten Lavafontänen-Episoden am Halemaʻumaʻu etwa einen Tag oder weniger und wurden von Pausen von mehreren Stunden bis Tagen unterbrochen. Episode 37 bestätigte diese Dynamik mit einer relativ kurzen, aber intensiven Phase.

Kilauea: Warten auf Eruption Nr 37

Kilauea steht kurz vor 37. Fontänenepisode – Aktivität am Vulkan nimmt weiter zu

Die Anzeichen für den bevorstehenden Beginn der nächsten Fontänenepisode am Kilauea verdichten sich. Seit Tagen registrieren die Vulkanologen des Hawaiian Volcano Observatory (HVO) eine deutliche Zunahme kurzzeitiger Lavaüberläufe im Halemaʻumaʻu-Krater – ein bekanntes Vorläufersignal für eruptive Phasen dieses derzeit hochaktiven Eruptionszyklus.




Vor allem der südliche Krater zeigt seit Freitagmorgen ein auffälliges Verhaltensmuster: Gestern traten die Überläufe tagsüber in Abständen von 15 bis 45 Minuten auf. Sie dauerten zwischen 5 und 15 Minuten. Am Abend verlangsamt sich der Rhythmus deutlich und es wurden längere Ereignisse beobachtet, die bis zu 70 Minuten dauern und bis zu 10 Meter hohe kuppelförmige Fontänen hervorbrachten. Seit Freitag wurden 58 solcher Überläufe gezählt. Das seismische und geodätische Bild bestätigt die visuelle Aktivität: Jeder Überlauf geht mit einem Anstieg der seismischen Intensität und einer geringfügigen Verringerung der Gipfelneigung einher.

Trotz der wiederholten Ausbrüche bleibt die Bodenhebung am Vulkan moderat, aber stabil. Seit dem Ende von Episode 36 am 9. November wurde eine kumulative Inflation von 21,4 Mikroradian gemessen. Auch Gaswolken über beiden Kratern sowie Schwefeldioxid-Emissionen von 1.200 bis 1.500 Tonnen pro Tag deuten auf weiterhin magmatische Aktivität hin. In den Riftzonen östlich und südwestlich des Gipfels herrscht hingegen nahezu völlige Ruhe: Weder bedeutsame Erdbeben noch nennenswerte Bodenverformungen wurden dort festgestellt.

Die Modelle der Vulkanologen vom HVO weisen darauf hin, dass Episode 37 zwischen dem 23. und 26. November einsetzen könnte. Am Wahrscheinlichsten ist es, dass die neuen Episode bis zum 25. November einsetzt. Die langsamer werdende Inflation könnte die Prognose allerdings noch verschieben. Die derzeitigen Beobachtungen ähneln stark den Vorzeichen früherer Episoden, bei denen entgastes Magma bereits Stunden bis Tage vor den eigentlichen Fontänen austrat.

Episode 36 hatte Anfang November eindrucksvoll gezeigt, welche Dynamik der Kilauea derzeit entfalten kann: Fünf Stunden lang schossen bis zu 360 Meter hohe Lavafontänen aus den Kratern und füllten große Teile des Halemaʻumaʻu. Vieles deutet nun darauf hin, dass sich ein ähnliches Schauspiel in Kürze wiederholen könnte.

Die Eruptionen begannen am 23. Dezember 2024 und dauern somit seit 11 Monaten an. Die Ausbrüche laufen ausschließlich im Halemaʻumaʻu-Krater ab. Fernsehberichte, nach denen die Lavaströme über die Vulkanflanke fließen, sind nicht korrekt.

Kilauea: Eruptive Episode 36 dauerte 5 Stunden

Der 36. Vulkanausbruch in Folge endete am Kilauea nach nur 5 Stunden – eine der stärksten Eruptionen der Phase.

Lange ließ sie auf sich warten und umso schneller war sie wieder vorbei: Die 36. eruptive Episode am Kilauea endete nach nur fünf Stunden intensiver Aktivität am späten Sonntagnachmittag um 16:16 Uhr Hawaiizeit, als es in Europa bereits Montagnacht um 02:16 Uhr UTC war. Begonnen hatte der Ausbruch gegen 11:15 Uhr HST (21:15 Uhr UTC). Laut einem Bericht beim HVO war es eine der intensivsten Eruptionen des episodisch verlaufenden Vulkanausbruchs, der bereits am 23. Dezember 2024 begonnen hatte: Mit einer Förderrate von 500 Kubikmetern pro Sekunde wurden über 300 m hohe Lavafontänen gefördert, die den halben Boden des Halemaʻumaʻu-Kraters mit 8 bis 9 Millionen Kubikmetern Lava fluteten.

Dem Ausbruch voran gingen wieder mehrere Phasen mit Lavaspattering und Lavastromüberläufen aus den Schloten, so dass Beobachter mit einem baldigen Ausbruch rechneten. Die Eruption begann mit einem plötzlichen Anstieg des seismischen Tremors und einer raschen Bodensenkung am Gipfel – ein klares Anzeichen für den Magmenaufstieg. Nur Minuten später schossen aus den beiden Schloten am Kraterrand glühende Lavafontänen empor. Der nördliche Schlot stellte seine Aktivität gegen 15:35 Uhr ein, während der südliche noch etwa 40 Minuten weiter aktiv blieb, bevor auch er erlosch.

In der Pause seit der 35. Episode hatte sich die Vulkanflanke im Gipfelbereich gut 27 µrad versteilt. Nach dem Ende der Aktivität verzeichneten die Instrumente am Gipfelgebiet eine deutliche Entspannung: Der Uēkahuna-Neigungsmesser registrierte eine Deflation von gut 23 µrad. Damit wurde ein großer Teil des zuvor akkumulierten Magmas eruptiert.

Der Alarmstatus des Vulkans bleibt auf „Achtung/Orange“, da sich in den kommenden Tagen erneut Magma im System ansammeln dürfte und sich der Kilauea auf die nächste eruptive Episode vorbereitet.

Die jüngste Aktivität beschränkte sich vollständig auf den Krater Halemaʻumaʻu im Hawaii-Volcanoes-Nationalpark. Gefahren bestehen vor allem durch vulkanische Gase und feine Glasfasern, das sogenannte Pele’s Haar, die mit dem Wind über mehrere Kilometer verfrachtet werden können.

Während sich die Lavaflächen nun langsam abkühlen, beobachten Wissenschaftler und Besucher gleichermaßen gespannt, wann der Kīlauea zum nächsten Ausbruch ansetzt – Episode 37 dürfte nur eine Frage der Zeit sein.

Kilauea: Eruptive Episode 36 lässt auf sich warten

Kilauea lädt langsamer als zuvor auf – Episode 36 lässt weiter auf sich warten

Am Kilauea auf Hawaii dauert die Pause seit der 35. eruptiven Episode bereits ungewöhnlich lange und lässt weiter auf sich warten. Der letzte Ausbruch manifestierte sich vom 17. auf den 18. Oktober und ist somit 21 Tage her – das längste Pausenintervall der in Episoden verlaufenden Eruption, die am 23. Dezember 2024 begann. Es gibt aber Anzeichen dafür, dass die Pause nicht mehr lange dauern wird.

Bodenhebung © HVO

Bei den Anzeichen handelt es sich um Lavaüberläufe aus den beiden Förderschloten am Südwestrand des Halemaʻumaʻu-Kraters, die durch sogenannte Gas-Pistons angetrieben werden. Außerdem steigt die Seismizität: Gestern wurden mehr als 40 vulkanotektonische Erdbeben unter dem Kilauea registriert, ein Anzeichen für steigenden Druck im Magmenkörper. Seit dem Ende der Episode 35 beträgt die Bodenhebung im Gipfelbereich 27 µrad und hat damit fast wieder das Niveau wie vor der letzten Eruption erreicht. Die Hebung verläuft seit gut 10 Tagen aber deutlich langsamer, als es zuvor der Fall gewesen ist, ein Indiz dafür, dass der Magmenaufstieg aus der Tiefe ins Stocken kommt. Möglicherweise läuft diese Eruptionsphase in den nächsten Wochen aus.

Doch davon ist in dem aktuellen Bericht des HVO nichts zu lesen. Die Vulkanologen halten den Betrieb des Observatoriums weitestgehend am Laufen, obwohl sie seit Beginn des Shutdowns in den USA im Oktober nun den zweiten Monat in Folge nicht bezahlt werden!

Sie berichteten gestern, dass die durch Gas-Pistons gesteuerten Lavaüberläufe am 6. November nach einer gut eintägigen Pause wieder einsetzten, und rechneten mit der 36. Episode bis zum 11. November. Pro Tag versteilt sich die obere Vulkanflanke um gut 0,9 µrad. Im gleichen Zeitraum werden zwischen 1.200 und 1.500 Tonnen Schwefeldioxid emittiert.

Interessant ist auch eine Nachlese zur Episode 35: Die Lavafontänen waren die höchsten der gesamten Serie. Die Fontäne am südlichen Schlot erreichte dabei Höhen von nahezu 460 Metern, die am nördlichen Schlot etwa 330 Meter. Insgesamt wurden während Episode 35 rund 10 Millionen Kubikmeter Lava gefördert, bei einer durchschnittlichen Förderrate von über 400 Kubikmetern pro Sekunde. Die Lavaströme bedeckten etwa zwei Drittel des Bodens des Halemaʻumaʻu-Kraters. Die Förderrate hält dabei durchaus mit jeder der Eruptionen bei Sundhnúkur auf Island mit, wo im gleichen Zeitraum zu Beginn der Eruptionen oftmals ähnliche Mengen Lava austraten. Genaugenommen müsste man die Eruptionen auf Island auch als Episoden des gleichen Ausbruchs betrachten.

Mauna Loa: Erhöhte Erdbebenaktivität Anfang November

Mauna Loa in der Bildmitte, Kilauea am unteren rechten Bildrand. © USGS

Steigende Erdbebenaktivität unter Mauna Loa auf Hawaii – stärkste Erschütterung Mb 3,6

Während derzeit alle Augen auf den Kilauea gerichtet sind, der sich langsam auf eine weitere eruptive Episode vorbereitet, bebte es in der vergangenen Nacht unter der Nordflanke des Mauna Loa. Insgesamt wurden an dieser Stelle drei Erschütterungen registriert, von denen die stärkste eine Magnitude von Mb 3,6 erreichte. Das Hypozentrum lag in einer Tiefe von 8 Kilometern. Bereits Ende Oktober ereignete sich im Südosten des Vulkans ein kleiner Erdbebenschwarm.

Bodenhebung

Der größte Vulkan der Erde befindet sich in einer mehrjährigen Aufheizphase, die praktisch unmittelbar nach dem Ende der letzten Eruption im Dezember 2022 einsetzte. Die Erdbeben sind Ausdruck des steigenden Drucks im Magmaspeichersystem und des Aufstiegs von Schmelze entlang von Schwächezonen. Diese Magmenakkumulation zeigt sich auch in einer anhaltenden Bodenhebung, die sich seit Anfang August deutlich beschleunigt hat. Seitdem hob sich der Boden im Gipfelbereich des Vulkans um 50 mm. Die gesamte Hebung seit Dezember 2022 beträgt mittlerweile rund 350 mm, wobei die stärkste Zunahme in den Monaten unmittelbar nach der Eruption erfolgte. Die aktuelle Hebung übersteigt die Subsidenz während der Eruption deutlich, was darauf hindeutet, dass sich im Magmaspeicher inzwischen mehr Schmelze befindet als vor dem letzten Ausbruch.

Es bleibt abzuwarten, ob trotz des anhaltenden Shutdowns in den USA heute ein neues Monatsbulletin zum Mauna Loa veröffentlicht wird. Von den ausgesetzten Gehaltszahlungen des amerikanischen Staates dürften auch die Geologen und Vulkanologen des HVO betroffen sein, die inzwischen bereits im zweiten Monat des Shutdowns ohne Vergütung arbeiten. Im Bulletin für September bescheinigten die Vulkanologen dem Mauna Loa eine geringe seismische Aktivität mit nur 82 Beben im Monat sowie eine schwache Inflation – obwohl die Hebungsrate zu diesem Zeitpunkt bereits zugenommen hatte.

Kilauea. © USGS

Der Kilauea lädt sich derzeit langsamer auf als vor den letzten eruptiven Phasen. Dennoch steht das Magma hoch im Fördersystem, und an einzelnen Schloten kommt es zu schwachem Lavaspattering. Die Bodenhebung führte zu einer Versteilung der Gipfelflanke um 22 µrad. Bislang ist weniger frisches Magma in das flache Speichersystem aufgestiegen, als bei der letzten Eruption gefördert wurde. Obwohl jederzeit ein Ausbruch möglich wäre, rechne ich erst in einigen Tagen damit

Kilauea: Vulkanausbruch Nr. 35 hat begonnen

Eruptive Episode No 35. © USGS

Die 35. eruptive Eruption am Kilauea auf Hawaii begann heute Morgen – Über 200 m hohe Lavafontänen werden gefördert

Am Kilauea hat die erwartete 35. eruptive Episode des Vulkanausbruchs begonnen, der seinen Anfang kurz vor Weihnachten 2024 nahm. Der Ausbruch baute sich in den vergangenen Stunden kontinuierlich auf und setzte gegen 06:00 UTC (08:00 MESZ, Freitagabend, 20:00 Uhr Ortszeit auf Hawaii) mit der Eruption von Lavafontänen ein.

Am Abend des 17. Oktober startete somit die 35. Episode des Halemaʻumaʻu-Ausbruchs mit einer raschen Zunahme der Aktivität am Gipfel. Nach mehreren Tagen wiederholter Lavaüberläufe und Lavaspattering aus beiden Schloten verstärkte sich die Aktivität gegen 19:30 Uhr spürbar: Aus dem Nordschlot traten zunächst anhaltende Überläufe und kleine Fontänen von 10 bis 15 Metern Höhe aus, begleitet von zunehmenden seismischen Erschütterungen und einer abnehmenden Bodenneigung – klare Anzeichen für den unmittelbar bevorstehenden Beginn einer neuen Eruptionshauptphase.

Kurz darauf erreichte die Lavafontäne aus dem Nordschlot am Rand des Halemaʻumaʻu-Kraters eine Höhe von etwa 100 Metern und steigerte sich rasch auf rund 150 Meter, als auch der Südschlot aktiv wurde. Innerhalb weniger Minuten wuchsen die Fontänen der Südquelle auf über 50 Meter an und stiegen weiter, bis beide Schlote nahezu gleich hohe Lavafontänen von über 200 Metern Höhe erzeugten. Die Eruptionswolke über dem Krater stieg dabei mehr als 5 000 Meter über den Kraterboden und markierte den Höhepunkt der Episode 35.

Die Architektur der Schlotöffnungen hat sich weiter verändert, sodass die Lavafontänen nun weniger stark geneigt und nahezu senkrecht aufsteigen. Dadurch erreichen sie wieder größere Höhen als in den vorherigen Episoden.

Mit dem Einsetzen der Hauptphase begann die zuvor aufgebaute Bodenhebung wieder abzufallen. Die Bodendeformation folgt damit dem bekannten Muster. Allerdings dauerte das Pausenintervall zwischen den letzten beiden Eruptionen mit gut 18 Tagen länger als sonst.

Diese neue Ausbruchsphase folgt dem bekannten Muster früherer Ereignisse: einer mehrtägigen Voraktivität mit Überläufen, Spritzern und Gaskolbenereignissen, gefolgt von einem plötzlichen Übergang zu anhaltenden, kräftigen Fontänen, die den Boden des Halemaʻumaʻu-Kraters erneut mit frischer Lava überziehen.

Trotz des laufenden Shutdowns in den USA ist der Hawaii Volcanoes National Park weiterhin geöffnet. Der Betrieb wird jedoch nur in einem eingeschränkten Notdienst mit reduziertem Personal aufrechterhalten.

Kilauea: Vorbereitungsphase zu Eruption No 35

Kilauea zeigt verstärkte Aktivität – neue Lavafontänen-Episode stehen bevor

Am Kilauea auf Hawaii deutet sich eine neue eruptive Phase an. Das Hawaiian Volcano Observatory (HVO) registrierte am 16. Oktober eine deutliche Zunahme der vorbereitenden Aktivitäten für die bevorstehende Episode 35 des Halemaʻumaʻu-Ausbruchs, der Weihnachten 2024 begann. Lavaspattering und mehrere Lavaüberläufe und Rückflüsse aus dem südlichen Schlot markieren den Beginn der neuen Phase, die vermutlich in den nächsten Stunden oder Tagen in anhaltende Lavafontänen übergehen wird.

Lavaspattering Kilauea. © USGS

Zwischen 7:47 Uhr und 13:00 Uhr hawaiianischer Zeit wurden sieben Überlaufereignisse beobachtet. Dabei strömte Lava kurzzeitig über den Kraterboden, bevor sie wieder in den südlichen Schlot zurückfloss – ein typisches Muster vor dem Ausbruch größerer Fontänen. Die Vulkanlogen erwarten, dass sich diese Ereignisse in Häufigkeit und Dauer weiter steigern werden.

Auch andere Messdaten deuten auf eine bevorstehende Eruptionsphase hin. Am Gipfel des Vulkans setzt sich die Bodenaufwölbung fort, ein Zeichen für zunehmenden Magmadruck. sie begann direkt nach der Episode 34. Der Neigungsmesser am Uwekahuna Bluff verzeichnete seit dem Ende der vorherigen Episode eine Inflation von über 22 Mikroradian. In der Nacht war an beiden Schloten starkes Glühen sichtbar, begleitet von Lavaspattering und unregelmäßigen Gasstößen. Die Bodenhebung verläuft diesmal etwas langsamer als zuvor, was ein längeres Pausenintervall mit sich bringt.

Prognosemodelle lassen erwarten, dass die Lavafontänen der Episode 35 zwischen dem 17. und 22. Oktober einsetzen – am wahrscheinlichsten zwischen dem 18. und 20. Oktober. Frühere Episoden erreichten Fontänenhöhen von mehr als 300 Metern und ließen Aschewolken bis zu 6.000 Meter aufsteigen. Die Eruptionen der letzten Wochen erreichte diese Höhe nicht mehr, vor allem, weil die Fontäne schräg aufstiegen und nicht senkrecht in den Himmel schossen.

Die gesamte Aktivität bleibt auf den Halemaʻumaʻu-Krater im Hawaii Volcanoes National Park beschränkt. Die Vulkanwarnstufe bleibt auf „Orange“.

Kilauea: 34. Vulkanausbruch in Folge

Neue eruptive Episode am Halemaʻumaʻu-Krater – Episode 34 beginnt am Kilauea mit spektakulären Lavafontänen

Der Kīlauea auf Hawaii ist erneut aktiv: Am 1. Oktober um 0:53 Uhr Ortszeit (12:53 Uhr MESZ) begann im Halemaʻumaʻu-Krater die 34. Episode des anhaltenden Ausbruchs, der kurz vor Weihnachten letzten Jahres begann. Zwei Stunden nach Eruptionsbeginn schießen aus den beiden Schloten am südwestlichen Kraterrand Lavafontänen, die diesmal wieder fast senkrecht aufsteigen und nicht so schräg schießen, wie es bei den letzten Eruptionen der Fall gewesen ist. Sie erreichen eine geschätzte Höhe von gut 150 m.

Bereits in den Tagen zuvor hatte sich die Aktivität durch zahlreiche kleinere Lavaüberläufe und Lavaspattering angekündigt. Seit dem 28. September traten mehr als 120 sogenannte Gaskolbenereignisse auf. Hierbei handelt es sich um kleine, sporadische Spritzfontänen von etwa drei Metern Höhe, die oft kurze Lavaüberläufe auslösten. Diese Gaskolben wurden zunehmend häufiger und rhythmischer, bis sie in der Nacht zum 30. September schließlich den Weg für eine stärkere Eruption bereiteten.

Der Übergang von Vorzeichen zur eigentlichen eruptiven Episode erfolgte am 30. September um 23:43 Uhr, als erstmals zehn Meter hohe Lavafontänen aus dem Nordschlot des Kraters aufstiegen. Nur wenig später, mit Beginn der Deflation am Gipfel um 0:53 Uhr, nahm die Eruption deutlich an Intensität zu – das Signal für den offiziellen Start von Episode 34. Seither erreichen die Fontänen Höhen von bis zu 150 Metern und neigen sich leicht nach Nordosten. Sie speisen Lavaströme, die den Boden des Halemaʻumaʻu-Kraters fluten und langsam ansteigen lassen.

Zum Vergleich: Frühere Episoden hatten Lavafontänen von mehr als 300 Metern Höhe hervorgebracht. Damals stiegen Eruptionswolken bis in 6.000 Meter Höhe auf. Die aktuellen Ausbrüche sind nicht ganz so stark, dennoch spektakulär genug, um selbst nachts Touristen anzulocken.

Nach Angaben des US Geological Survey (USGS) weht derzeit mäßiger Wind aus nordöstlicher Richtung. Das bedeutet, dass vulkanische Gase und fein verteiltes Material nach Südwesten abgetrieben werden könnten. Touristen und Anwohner südwestlich des Kraters werden deshalb auf mögliche Luftqualitätsbeeinträchtigungen hingewiesen. Der Flugverkehr ist hingegen nicht betroffen – die Flughäfen Kona und Hilo arbeiten uneingeschränkt.

Update: Die Episode ist bereits wieder vorbei. Sie dauerte keine 8 Stunden. Die Hangneigung fiel um 25 µrad und damit deutlich mehr als bei der letzten Eruption.