Kilauea: Lavafontänen-Episode Nr. 53 hat angefangen

Vulkanausbruch am Kilauea: Episode 53 mit neuen Lavafontänen hat begonnen

Am Gipfel des Kilauea auf Hawaii hat die 53. Lavafontänen-Episode der seit Ende 2024 anhaltenden Eruption begonnen. Nach einer Phase zunehmender Inflation setzte am 12. August um 15:45 Uhr Ortszeit (HST) starkes Lavafontänieren im Halemaʻumaʻu-Krater ein. Zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Artikels erreichten die Fontänen etwa 40 Meter Höhe und begannen, einen ausgeprägten Lavastrom zu speisen, der sich schnell über dem Kraterboden des sich mehr und mehr auffüllenden Kraters ausbreitete.



Kilauea

Der Pit im Halemaʻumaʻu-Krater hatte infolge des Kollapses von 2018 im Zuge der Leilani-Eruption eine Tiefe von mehr als 500 m erreicht. Inzwischen ist der gewaltige Pit aufgefüllt und auch ein Großteil des Kraterbodens wurde von Lava geflutet. Die HVO-Vulkanologen gehen davon aus, dass bei anhaltenden Lavafontänen-Episoden der Boden bald wieder den Stand wie vor 2018 erreicht haben wird.

Der Eruption gingen mehrere Stunden intensiver Unruhe voraus. Bereits am Vormittag traten aus dem Nordschlot erste kleine Lavaspatter-Erscheinungen und kurzlebige Lavaüberläufe auf. Ab 13 Uhr entwickelte sich daraus ein anhaltender Lavastrom. Gegen 13:45 Uhr nahm die Förderrate abrupt zu. Gleichzeitig wechselte das Signal der Bodenhebung von Inflation zu Deflation, und eine Doppel-Domfontäne entstand. Der daraus gespeiste Lavaüberlauf breitete sich schnell über mehr als 600 Meter auf dem Kraterboden aus.

Kurz vor Beginn der eigentlichen Episode kam es auch am Südschlot zu mehreren starken Überläufen. Zudem wurde Lava aus einem Kollapskrater hinter dem Südschlot beobachtet. Diese Strukturen entstanden möglicherweise infolge des gestrigen Erdbebens Mb 5,2 vor der Küste.

Sollte die Episode dem typischen Muster der letzten Monate folgen, dürften die Fontänen ihren Höhepunkt etwa ein bis zwei Stunden nach Beginn der Episode erreichen. Für die einzelnen Episoden dieser Eruptionsphase werden typischerweise Höhen von 150 bis 450 Metern erwartet. Gleichzeitig können sich die Gas- und Aschewolken bis in Höhen von mehreren Kilometern entwickeln. Bis jetzt wurde eine Wolkenhöhe von 3.700 Metern über dem Meeresspiegel gemeldet. Für den Flugverkehr gilt die Warnfarbe Orange, während die Vulkanwarnstufe auf „Watch“ steht.

Der Wind kann Tephra und vulkanische Gase in Richtung Südwesten transportieren; in höheren Luftschichten wird eine westliche Verfrachtung erwartet. Besonders im Umkreis von etwa fünf Kilometern um die Schlote ist mit Ascheniederschlag zu rechnen. Leichte Partikel, darunter feine Asche und Pele’s Hair, können jedoch deutlich weiter verfrachtet werden. Die meisten bisherigen Eruptionsepisoden des Kīlauea dauerten weniger als einen Tag.

Hawaii: Erdbeben Mb 5,2 vor der Küste

Relativ starkes Erdbeben vor Hawaii – Kilauea wartet auf Lavafontänen der Episode 53

Ein Erdbeben der Magnitude 5,2 hat am Dienstagabend den Südosten der Insel Hawaii erschüttert. Das Beben ereignete sich um 17:48 Uhr Ortszeit und hatte sein Epizentrum 42 Kilometer südöstlich von Naʻalehu vor der Küste. Nach Angaben des US Geological Survey (USGS) lag der Erdbebenherd etwa 11 Kilometer unter dem Meeresspiegel – direkt unter dem submarinen Vulkan Kamaʻehuakanaloa, dem früheren Lōʻihi.



Hawaii

Das Beben wurde in weiten Teilen der Süd- und Ostküste von Big Island wahrgenommen. Schäden wurden nicht gemeldet, ebenso wenig die Auslösung eines Tsunamis. Bereits in den frühen Morgenstunden hatte es in derselben Region eine Serie kleinerer Erdbeben gegeben. Die stärksten Ereignisse erreichten Magnituden von weniger als 3,2.

Die Geoforscher des HVO werteten die Aktivität als Teil eines seit Sonntag, dem 9. August, andauernden Schwarmbebens unter Kamaʻehuakanaloa. Hinweise darauf, dass die Beben die beiden großen Vulkane Mauna Loa oder Kilauea beeinflussen, gibt es nach Ansicht der Forscher nicht. Dennoch gab es nach dem Erdebben zwei bemerkenswerte Ereignisse am Kilauea.

Dort herrscht derzeit eine Eruptionspause. In den Förderschloten im Halemaʻumaʻu-Krater ist weiterhin schwaches bis mäßiges Glühen zu beobachten, während sich der Vulkan auf Lavafontänen-Episode No. 53 vorbereitet. Wie schon bei den beiden Vorgängereruptionen läuft der Wiederaufladungsprozess nicht so gleichmäßig ab wie zuvor: Es wechseln sich Inflations- und Deflationsphasen ab. Das Auffällige: Die letzte Deflationsphase endete just in dem Moment des Erdbebens Mb 5,2 und wechselte zur Inflation. Das Uēkahuna-Tiltmeter registrierte innerhalb von rund zwölf Stunden mehr als zwei Mikroradiant an Inflation; zeitweise lag die Rate bei etwa drei Mikroradiant pro Tag.

Kurz nach dem Beben kam es zudem zu einem Kollaps im Bereich des Südschlotes. Danach begann der Bereich zu glühen und Gasflammen stiegen auf. Zusammen mit dem weiterhin aktiven Nordschlot und einer neuen Fissur sind damit derzeit drei glühende Öffnungen im Gipfelbereich von Halemaʻumaʻu sichtbar.

Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich Magma unter dem Gipfel sammelt. Modelle des USGS prognostizieren deshalb den Beginn der Episode 53 zwischen dem 13. und 17. August. Sollte die derzeitige Inflationsrate anhalten, könnte die nächste Phase bereits am Donnerstagnachmittag einsetzen.

Wie bei den vorherigen Episoden werden erneut spektakuläre Lavafontänen erwartet. Die einzelnen Fountaining-Phasen dauern gewöhnlich weniger als zwölf Stunden und werden von unterschiedlich langen Pausen unterbrochen. Seit Dezember 2024 eruptiert der Kilauea auf diese episodische Weise aus dem Gipfelbereich.

Kilauea: Die heißeste Show der Welt endete nach 8,5 Stunden

Lavafontänen-Episode 51 dauerte achteinhalb Stunden – 5 Millionen Kubikmeter Lava gefördert

Der Kilauea auf Hawaii hat inzwischen die 51. Lavafontänen-Episode beendet und erneut für ein fantastisches Naturschauspiel gesorgt, das ich gerne als die „heißeste Show der Erde“ bezeichne: Die gut 1.200 Grad heiße Lava schoss bis zu 290 Meter aus dem Schoß unseres Planeten empor und überflutete den Halemaʻumaʻu-Krater mit etwa 5 Millionen Kubikmetern Lava. Tephra erreichte eine Höhe von bis zu 5.000 Metern und regnete auch außerhalb der Nationalparkgrenzen nieder. Nach gut achteinhalb Stunden endete die Show am Mittwoch um 16:46 Uhr HST. Bei uns in Europa war es bereits Donnerstagmorgen.

51

Die Show der 51. Lavafontänen-Episode war zwar spektakulär, doch es handelte sich nur um einen durchschnittlich starken Ausbruch, wie wir ihn seit Beginn der Eruption am 23. Dezember 2024 bereits viele Male gesehen haben. Ungewöhnlich war die fast dreiwöchige Aufladungsphase, in der sich der Beginn der Lavafontänenphase infolge mehrerer Deflationsereignisse wiederholt verzögert hatte.

Ähnlich wie die aktuelle Eruption dauerten die meisten Episoden mehrere Stunden und förderten einige Millionen Kubikmeter Lava, wobei die Stärke der einzelnen Ausbrüche deutlich schwankte. Die Lavafontänen erreichten häufig Höhen von mehreren hundert Metern, während die Ausbruchsphasen meist zwischen wenigen und rund zehn Stunden anhielten.

Die bislang stärkste Episode war Episode 43 am 10. März 2026. Während dieser Phase waren sowohl der Nord- als auch der Südschlot aktiv. Die Lavafontänen erreichten Rekordhöhen von bis zu 540 Metern am Südschlot und etwa 440 Metern am Nordschlot. Insgesamt wurden dabei ungefähr 12 Millionen Kubikmeter Lava ausgestoßen – mehr als bei jeder anderen Episode der aktuellen Eruptionsserie. Die Aktivität dauerte etwa neun Stunden, wobei zeitweise Förderraten von bis zu 800 Kubikmetern Lava pro Sekunde gemessen wurden.

Die jüngste Episode 51 reiht sich in dieses charakteristische Muster ein: Nach einer Phase zunehmender Inflation im Gipfelbereich setzte erneut eine kurze, energiereiche Fontänenphase ein, bevor die Aktivität wieder abrupt nachließ. Solche wiederkehrenden Ausbruchszyklen entstehen durch das periodische Auffüllen und Entleeren des flach gelegenen Magmareservoirs unter dem Gipfel. Zwischen den Episoden bleibt der Kilauea aktiv, wobei sich der Druck im Untergrund erneut aufbauen kann, bis eine weitere Fontänenphase ausgelöst wird.

Die Aktivität der letzten zwei Jahre beschränkte sich auf den Halemaʻumaʻu-Krater, ohne dass die beiden Riftsysteme im Osten und Westen des Kīlauea an eruptiver Tätigkeit beteiligt gewesen wären. Seit der Leilani-Eruption ist die Aktivität am legendären Puʻuʻōʻō-Krater im oberen Ostrift zum Erliegen gekommen. Die Eruption dort speiste die Lavaströme, die jahrelang in den Ozean flossen und ein Magnet für zahlreiche Vulkanspotter waren. Dagegen sind die aktuellen Lavafontänen-Episoden nicht ganz so einfach zu erwischen, da sie – wie aktuell – mit Verzögerung starten können. Der Puʻuʻōʻō erhielt zumindest einen Teil seiner Schmelze aus dem Speicher unter der Gipfelcaldera, der nun die Lavafontänen speist. Daher gilt es als unwahrscheinlich, dass es im Ostrift wieder zu Aktivität kommen wird, solange die Lavafontänenphase in ihrer aktuellen Intensität anhält.

Kilauea: Lavafontänen-Episode Nr 51 erreicht ihren Höhepunkt

Vulkanausbruch am Kilauea auf Hawaii: Episode 51 erreicht ihren Höhepunkt – Lavafontänen steigen fast 300 Meter hoch

Am Kilauea auf Hawaii setzte die lange erwartete Lavafontänen-Episode 51 nach einem starken Lavaüberlauf am Mittwochmorgen gegen 8.30 Uhr HST ein und erreichte im Laufe des Vormittags ihren Höhepunkt. Der Vulkan fördert bis zu 290 m hohe Lavafontänen, und große Mengen Lava überfluten den Halema’uma’u-Krater. Eine mehrere Kilometer hohe Eruptionswolke steigt in den Himmel und gefährdet den Flugverkehr.

Mit fast einer Woche Verspätung begann die eruptive Hauptphase. Sie war durch den Übergang eines domartig aufgewölbten Lavasprudels in eine Lavafontäne gekennzeichnet und setzte mit der Deflation des Gipfelbereichs sowie einem deutlichen Anstieg des vulkanischen Tremors ein. Beides sind typische Anzeichen dafür, dass Magma aus dem flachen Speichersystem zur Oberfläche aufsteigt. Bereits kurz nach Beginn der Eruptionshauptphase erreichten die Lavafontänen eine Höhe von 30 Metern. Innerhalb von zwei Stunden steigerten sie sich über 100, 150 und schließlich 200 Meter, bevor sie gegen 10.30 Uhr HST mit 950 Fuß (rund 290 Metern) ihren bisherigen Höchststand erreichten. Zu diesem Zeitpunkt lag die Förderrate bei etwa 300 Kubikmetern Lava pro Sekunde. Anders als bei einigen früheren Episoden blieb der südliche Schlot bislang inaktiv; die gesamte Eruption konzentriert sich auf den nördlichen Förderschlot.

Parallel zur zunehmenden Lavaförderung entwickelte sich eine mächtige Eruptionswolke. Wetterradar und Beobachtungen des Hawaiian Volcano Observatory zeigen, dass die Asche- und Gaswolke Höhen von etwa 5.500 Metern über dem Meeresspiegel erreicht. In den oberen Luftschichten wird sie nach Nordwesten verfrachtet, während bodennahe Winde vulkanische Gase und leichte Tephra überwiegend in südwestliche Richtung transportieren.

Auf den Livecams erkennt man, dass die Form der Lavafontäne an eine Tulpe erinnert: Aus dem Nordschlot schießt ein zweigeteilter, in entgegengesetzte Richtungen geneigter Lavajet, sodass die resultierende Lavafontäne weit gefächert ist, dafür aber nicht so hoch aufsteigt, wie es bei einem konzentrierten Strahl der Fall wäre. In der Frühphase der Eruption waren auch hitzebedingte Windhosen zu sehen.

Nach Angaben des Hawaiian Volcano Observatory bleibt der Auswurf von Tephra bislang weitgehend auf den gesperrten Bereich des Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalparks beschränkt. Lediglich ein sehr leichter Niederschlag von Pele-Haaren – feinen, glasigen Vulkanfasern – wurde am Uēkahuna-Aussichtspunkt sowie am Kaʻū-Desert-Trail entlang des Highway 11 gemeldet. In der Ortschaft Pāhala wurde dagegen kein Aschen- oder Tephrafall beobachtet.

Ob Episode 51 ihren Höhepunkt bereits überschritten hat, ist derzeit noch unklar. Da der Tremor zwar seinen Maximalwert erreicht hat, die Lavaförderung jedoch zunächst weiter zunahm, könnte die Aktivität noch einige Zeit auf hohem Niveau anhalten, bevor die Fontänen allmählich zurückgehen. Bis dahin bietet der Kīlauea erneut ein eindrucksvolles Schauspiel, das den charakteristischen episodischen Rhythmus seiner aktuellen Gipfeleruption eindrucksvoll bestätigt.

Kilauea: Erste Vorläufer der Lavafontänen-Episode 51 gesichtet

Erste Lavaströme am Kilauea deuten auf baldigen Vulkanausbruch hin – Lavafontänen-Episode 51 steht in den Startlöchern

Update 21.00 Uhr: Die Lavafontänenepisode Nr. 51 ist am Start. Siehe Livecam unten.-

Obwohl sich der Kilauea in den letzten Tagen seltsam verhält und sich nicht so schön gleichmäßig auflädt, wie es bei den meisten der vorherigen 50 Lavafontänenepisoden der Fall war, mehren sich nun die Anzeichen dafür, dass Episode 51 in den Startlöchern steht. Seit gestern Abend kam es zu zwei Lavaüberläufen und Lavaspattering, was bei den früheren Episoden den Countdown zu den Lavafontänen einleitete. Das HVO hält deshalb die Alarmstufe auf WATCH und den Luftfahrt-Farbcode auf ORANGE.

Obwohl das Auftreten von Lavaströmen früher stets ein recht zuverlässiges Anzeichen dafür war, dass die nächste Lavafontänenepisode wahrscheinlich innerhalb weniger Stunden starten würde, gibt es diesmal einen höheren Unsicherheitsfaktor. Denn noch immer wechseln sich Inflations- und Deflationsphasen vergleichsweise häufig ab. Bereits am Freitag hatte es einen Lavaüberlauf gegeben, der dann durch eine erneut einsetzende Deflationsphase unterbrochen wurde. Zudem gibt es auffallend viele Erdbeben: Gestern wurden im Bereich des Vulkans 55 Beben detektiert.

Die erste Vorläuferphase begann am 14. Juli um 14:51 Uhr HST, als Lava aus dem Nordschlot in den Halemaʻumaʻu-Krater überlief. Im Laufe des Nachmittags verstärkte sich die Aktivität zunächst, bevor sie gegen Abend wieder nachließ. Gegen 16:55 Uhr waren im Nordschlot schließlich keine Lavaspritzer mehr sichtbar.

In der Nacht wurden dann erneut ein starkes Glühen beider Förderschlote sowie kleinere Lavaüberläufe registriert. Am Mittwochmorgen um 4:47 Uhr HST (MESZ +12 Stunden) setzte schließlich ein stärkerer Überlauf ein, der von einer kleinen Lavafontäne im Nordschlotgespeist wurde und wird. Das HVO beschreibt diesen Überlauf als besonders energiereich. Gleichzeitig weist die Behörde darauf hin, dass sich die Gipfelaufwölbung auf hohem Niveau eingependelt hat. Dieses stufenförmige Inflationsmuster war bereits in den vergangenen beiden Tagen zu beobachten.

Die Vulkanologen rechnen damit, dass Episode 51 zwischen dem 15. und 16. Juli beginnen wird. Erfahrungsgemäß können diese Vorläuferaktivitäten jedoch mehrere Stunden oder sogar einige Tage andauern, bevor es zu den oft mehrere hundert Meter hohen Lavafontänen kommt. Die meisten der bisherigen 50 Episoden dauerten weniger als einen Tag.

Alle eruptiven Prozesse blieben bislang auf den Halemaʻumaʻu-Krater beschränkt. Dennoch können mit Beginn der Fontänen größere Mengen Vulkanasche, Lapilli und die feinen Glasfasern des sogenannten Pele-Haars freigesetzt werden. Die derzeit vorherrschenden bodennahen Nordostwinde könnten Asche in Richtung Pāhala und Nāʻālehu transportieren.

Neben der Gefahr durch Tephra bleibt auch die Belastung durch vulkanische Gase hoch. Vor allem Schwefeldioxid kann zur Bildung des gesundheitsschädlichen Vogs führen. Das HVO beobachtet die Entwicklung rund um die Uhr und will den Beginn von Episode 51 unmittelbar bekannt geben.

Darüber hinaus stehen wieder die Livecams bereit, mit denen man das Geschehen in Echtzeit verfolgen kann.

Kilauea: Deflation vereitelt weiteren Vulkanausbruch

Weitere Deflationsphase verzögert erwartete Lavafontänenepisode 51 des anhaltenden Vulkanausbruchs

Eigentlich wurde am Wochenende die 51. Lavafontänen-Episode am Kilauea auf Hawaii erwartet. Doch aufgrund einer erneut einsetzenden Deflation kam es zunächst nicht dazu, obwohl der Anstieg der Bodenhebung bis zum Einsetzen der Deflation hoch genug war, um eine weitere Eruptionsphase zu starten. Das Prognosefenster für die Eruption wurde daher erneut verschoben.

Nach Ansicht der HVO-Vulkanologen befindet sich der Kilauea weiterhin in einer ungewöhnlichen Phase, die durch einen Wechsel zwischen mehrstündigen Lavafontänen-Episoden und mehrtägigen Ruhepausen gekennzeichnet ist. Nach dem Ende der 50. Eruptionsepisode im Halemaʻumaʻu-Krater warten Vulkanfans und das Hawaiian Volcano Observatory (HVO) nun auf den Beginn von Episode 51.

Bodenhebung

Ursprünglich hatten die Deformationsdaten auf eine neue Lavafontänen-Phase im Zeitraum vom 12. bis 14. Juli hingedeutet. Nachdem am 11. Juli erste Vorläuferaktivität mit nahezu kontinuierlichem Lavaspattering aus der Nordöffnung beobachtet worden war, setzte unerwartet eine weitere Deflation ein. Die Aktivität an den Schloten nahm daraufhin ab, und die Prognose wurde zunächst auf den Zeitraum vom 13. bis 15. Juli verschoben. Nach aktuellen Angaben des HVO ist ein Beginn von Episode 51 nun frühestens am späten Montag, dem 13. Juli Hawaiizeit, wahrscheinlich.

Die Ursache für die Verzögerung liegt in der anhaltenden Entleerung des flach gelegenen Magmareservoirs unter dem Gipfel. Am UWD-Neigungsmesser wurde seit Beginn der aktuellen Deflationsphase am Samstag eine Absenkung von insgesamt etwa 1,5 Mikroradiant gemessen. Die Erholung der Bodenhebung, die nach Episode 50 eingesetzt hatte, verlangsamte sich dadurch zum dritten Mal. Seit dem Beginn des Wiederaufladens des flachen Magmenkörpers direkt nach Episode 50 waren bereits zwei weitere Deflationsphasen aufgetreten. Während der 50. Episode zeigte der Gipfelbereich insgesamt 15,3 Mikroradiant an Inflation und anschließender Entspannung infolge des Lavaausstoßes.

Trotz der Deflation deuten Beobachtungen darauf hin, dass Magma weiterhin sehr oberflächennah im Fördersystem steht. In der Nacht zum 12. Juli war eine starke Rotglut am Nordschlot sichtbar, während der Südschlot wechselnde thermische Aktivität zeigte. Gleichzeitig stabilisierte sich das vulkanische Tremor-Signal und wurde wieder kontinuierlich registriert, was auf anhaltende Magmabewegungen im Untergrund hindeutet.

Auffällig ist die hohe Seismizität im Bereich der Küstenebene und des Offshoregebiets vor der Küste bei Pahala. Während des episodischen Vulkanausbruchs, der bereits am 23. Dezember 2024 begann, war die Seismizität dort über weite Strecken niedriger. Es ist durchaus möglich, dass die Beben im tieferen Bereich des Magmenspeichersystems auf Prozesse hindeuten, die auch das flach liegende Speicherreservoir und den Magmaaufstieg insgesamt beeinflussen.

Es stellt sich die Frage, wohin das Magma während der Deflationsphasen abfließt. Sinkt der Pegel im Fördersystem lediglich ab, oder wandert Magma tatsächlich in die Ostriftzone, wie es in der Vergangenheit bereits beobachtet wurde? Die nächsten Tage und Wochen könnten hierzu weitere Hinweise liefern. Bis jetzt meldet das HVO keine ungewöhnlichen Vorkommnisse entlang der beiden Riftzonen des Vulkans.

Kilauea: Fluktuationen in der Inflation verschieben Prognosefenster

Inflation am Kilauea fluktuiert stark – Prognosefenster für Lavafontänen-Episode nach hinten verschoben

Im Halemaʻumaʻu-Krater des Vulkans Kilauea herrscht derzeit gespannte Ruhe. Der Gipfelausbruch des Vulkans auf Hawaii befindet sich zwar in einer Pause, doch die Anzeichen sprechen dafür, dass sich die nächste Episode mit spektakulären Lavafontänen zusammenbraut. Nach aktuellen Prognosen des Hawaiian Volcano Observatory (HVO) wird die 51. Fontänenphase voraussichtlich zwischen dem 11. und 15. Juli einsetzen. Dieses Prognosefenster weicht deutlich von der ursprünglichen Vorhersage ab, die den Beginn zwischen dem 6. und 12. Juli erwartete. Grund hierfür sind starke Fluktuationen der Inflation infolge des Magmenzustroms in das flache Speicherreservoir unter dem Kilauea-Gipfel.

Bei den meisten der vorangegangenen 50 Fontänenepisoden verliefen Magmaaufstieg und -akkumulation vergleichsweise gleichmäßig, sodass einigermaßen zuverlässige Prognosen zum Zeitpunkt der nächsten Episode möglich waren. Seit dem 5. Juli kam es jedoch zu zwei Phasen einer deutlichen Abschwächung des Magmenaufstiegs, was sich auch im Verlauf der Inflationskurve widerspiegelt. Die Abschwächung war zeitweise so ausgeprägt, dass sogar Deflation einsetzte, also ein Absinken des Bodens, weil Magma offenbar unterirdisch abfloss.

Möglich ist, dass der Druck des aufsteigenden Magmas zeitweise nachließ und die Schmelze deshalb wieder in größere Tiefen zurücksackte. Ebenso könnte Magma in die Ostriftzone abgedrängt worden sein – ähnlich wie während der langjährigen Aktivität am Puʻu ʻŌʻō-Krater. Als sich im Halemaʻumaʻu-Krater noch ein Lavasee befand, führten die sogenannten Deflations-/Inflations-Phasen (DI-Events) zu Pegelschwankungen des Lavasees um mehrere Meter. Derzeit zeigen jedoch weder die Ost- noch die Westriftzone Anzeichen erhöhter Unruhe. Daher gilt eine weitere Fontänenepisode weiterhin als wahrscheinlich. Schwacher vulkanischer Tremor hält an, während die Erdbebenaktivität unter der Caldera Kaluapele gering bleibt. Die Schwefeldioxid-Emissionen werden auf 1.000 bis 5.000 Tonnen pro Tag geschätzt.

In der Nacht zeigten die Webcams an beiden Förderschloten ein wechselnd starkes Glühen. Während der südliche Schlot durchgehend Aktivität erkennen ließ, kehrte die Leuchtkraft am nördlichen Schlot erst in den frühen Morgenstunden zurück. Bei einem Überflug entdeckten Wissenschaftler tief im südlichen Schlot eine glühende Lavaoberfläche; im nördlichen Schlot war hingegen keine offene Lava zu erkennen. Lavaüberläufe als Vorzeichen unmittelbar bevorstehenden Lavafontänenepisode blieben bis jetzt aus.

Die bislang jüngste Fontänenphase, Episode 50, endete am 27. Juni nach sieben Stunden abrupt. Der Aschen- und Tephraniederschlag beschränkte sich weitgehend auf gesperrte Bereiche des Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalparks. Aus dem Ort Pāhala wurde lediglich leichter Niederschlag feiner vulkanischer Glasfasern gemeldet, die als „Peles Haar“ bekannt sind. Seit Dezember 2024 wechseln sich am Kilauea kurze, intensive Ausbrüche und teils mehrwöchige Ruhephasen ab – ein Rhythmus, der Vulkanologen weiterhin in Atem hält.

Kilauea: Ungewöhnliches Erdbebensignal im Südwesten

Kilauea sammelt neue Kraft – Ungewöhnliches Erdbebensignal gibt Forschern Rätsel auf

Am Kilauea auf Hawaii herrscht derzeit zwar Ruhe, doch unter der Oberfläche bleibt der Vulkan in Bewegung. Die Eruption im Halemaʻumaʻu-Krater ist seit dem Ende der 50. Lavafontänen-Episode am 27. Juni pausiert. Nach Einschätzung des Hawaiian Volcano Observatory (HVO) dürfte diese Pause jedoch nur vorübergehend sein: Die nächste Phase mit Lavafontänen wird zwischen dem 6. und 10. Juli erwartet.

Erdbeben

Am Dienstagmorgen zog ein ungewöhnlich starkes seismisches Signal die Aufmerksamkeit der Vulkanologen des HVO auf sich. Die Seismometer registrierten zwischen 6:27 und 6:42 Uhr Ortszeit ein lang anhaltendes Erdbeben mit niedrigen Frequenzen. Nach der Auswertung der Daten schließen die Vulkanologen einen direkten Zusammenhang mit der aktuellen Aktivität des Kilauea aus. Stattdessen deuten die Daten auf Magmabewegungen in ca. 50 Kilometern Tiefe hin. Zudem gab es in dem Bereich ein vulkanotektonisches Schwarmbeben, das deutlich tiefer und weiter südwestlich liegt als der bekannte Pāhala-Erdbebenschwarm. Diese Signale liefern wichtige Hinweise auf den Magmanachschub aus dem Erdinneren, gelten aber derzeit nicht als Anzeichen einer unmittelbar bevorstehenden Veränderung des Eruptionsgeschehens.

Dennoch flachte die Kurve des Graphen zur Bodenhebung am Gipfel seit heute Morgen deutlich ab, was auf einen Rückgang der Inflation im oberen Stockwerk des Magmaspeichersystems hindeutet. Bis jetzt ist nicht klar, ob es sich um eine temporäre Anomalie handelt oder einen neuen Trend markiert. Das oben genannte Prognosefenster für die Eruption könnte sich entsprechend der Dauer der Inflationsabschwächung nach hinten verschieben.

Im Gipfelbereich blieb die Erdbebenaktivität gering. Innerhalb von 24 Stunden wurden lediglich sieben schwache Beben mit Magnituden unter 2 innerhalb der Kilauea-Caldera registriert. Entlang der East-Rift-Zone und der Southwest-Rift-Zone stellten die Wissenschaftler ebenfalls keine ungewöhnliche Aktivität fest. Weder die Seismizität noch Bodenverformungen oder Schwefeldioxid-Emissionen deuten dort auf eine Verlagerung der Magmaförderung hin.

Während der 50. Eruptionsepisode senkte sich der Gipfel um 15,3 Mikroradiant. Unmittelbar nach dem Ende der Lavafontänen setzte wieder eine Inflation ein. Vor der beschriebenen Abschwächung wurden bereits 5,6 Mikroradiant der vorherigen Absenkung ausgeglichen. Gleichzeitig ist aus dem südlichen Förderschlot weiterhin ein deutliches Glühen sichtbar.  Nach Einschätzung des HVO spricht derzeit alles dafür, dass sich der Vulkan bereits auf seine 51. Eruptionsepisode vorbereitet.

Die Folgen der letzten 50 Eruptionen lassen sich sehr gut an dem oben gezeigten Luftbild vom 30. Juni erkennen: Der Halemaʻumaʻu-Krater hat sich infolge des Lavainputs deutlich verfüllt und könnte beim Anhalten der episodischen Lavafontänentätigkeit in die Caldera überlaufen.

Vulkan Kilauea erzeugte 50. Lavafontänen-Episode auf Hawaii

Jubiläums-Ausbruchsepisode Nr. 50 am Kilauea auf Hawaii förderte bis zu 300 Meter hohe Lavafontäne

Während der europäischen Nacht fand am Kilauea auf Hawaii der erwartete Jubiläumsausbruch statt: Lavafontänen-Episode Nr. 50 begann am Samstagnachmittag, dem 27. Juni, um 10:10 Uhr Ortszeit und dauerte 7 Stunden. Zum Höhepunkt der Eruption wurde eine bis zu 300 m hohe Lavafontäne gefördert, die einen Lavastrom speiste, der über den Kraterboden des Halemaʻumaʻu floss und einen Gutteil des Kraterbodens einnahm. Eine Eruptionswolke aus Vulkanasche und gröberem Lapilli erhob sich bis auf 5500 m Höhe und es kam zu Ascheniederschlag außerhalb des Nationalparks. Nach sieben Stunden intensiver Aktivität endete die eruptive Phase am 27. Juni um 17:10 Uhr Ortszeit (28. Juni 05:10 Uhr MESZ) ebenso plötzlich, wie sie begonnen hatte. 

Lavafontäne. © HVO-Livecam

Der in Episoden ablaufende Vulkanausbruch begann bereits am 23. Dezember 2024 und ist daher auch als Weihnachtsausbruch bekannt. Dass er über eineinhalb Jahre andauern wird, hätte damals kaum jemand vermutet. Die Eruptionen verlaufen innerhalb des großen Kraters, der eigentlich inzwischen mit der Gipfelcaldera verschmolzen ist. Die Lavaströme füllen den Krater nach und nach auf. Die Auswirkungen auf Gegenden außerhalb des Hawaii-Volcanoes-Nationalparks sind meistens gering und beschränken sich meistens auf Ascheniederschlag und die Verteilung von haarfeinen Glasfasern des sogenannten Pele-Haars, das heute noch Stunden nach Eruptionsende über Teile des Kaʻū-Distrikts niederging. Windabhängig kommt es gelegentlich auch außerhalb des Parks zum Fallout größerer Schlacken.

Die eigentliche Fontänenphase begann diesmal um 10:10 Uhr am Nordschlot des Halemaʻumaʻu-Kraters, nachdem bereits stundenlang zuvor verstärkte Vorläuferaktivitäten mit kleinen Lavaströmen, Gasstößen und Überläufen registriert worden waren. Schon wenige Minuten nach Beginn der eruptiven Hauptphase stiegen die Fontänen schnell an. Gegen Mittag erreichten sie ihre maximale Höhe von gut 300 Metern und speisten eine Eruptionswolke, die bis auf etwa 5.500 Meter über dem Meeresspiegel aufstieg.

Besonders bemerkenswert war die hohe Lavaförderrate der Eruption. Nach Angaben des Hawaiian Volcano Observatory wurden in der Spitzenphase rund 330 Kubikmeter Lava pro Sekunde ausgestoßen – etwas mehr als bei den unmittelbar vorangegangenen Episoden. Die Lavaströme breiteten sich ausschließlich innerhalb des Halemaʻumaʻu-Kraters aus und überdeckten bis zum Ende der Episode mehr als die Hälfte seines Bodens. Anders als bei früheren Ausbrüchen blieb der Südschlot während der gesamten Episode inaktiv; sämtliche Aktivitäten gingen ausschließlich vom Nordschlot aus.

Bereits kurz nach 13 Uhr meldeten Einsatzkräfte leichten Niederschlag von Pele-Haar in der Ortschaft Pāhala, einem Ort an der Südküste von Big Island. Die feinen vulkanischen Glasfasern entstehen, wenn Lavafetzen während der Fontänentätigkeit auseinandergezogen werden. Sie können Haut und Augen reizen. Die Behörden warnten daher Anwohner und Besucher vor möglichem weiterem Tephrafall entlang des Highway 11 sowie in mehreren Gemeinden des Kaʻū-Distrikts. Selbst nach dem Ende der Fontänen konnten die Partikel aufgrund der Höhenwinde noch längere Zeit aus der Eruptionswolke ausfallen.

Die Episode endete nach 7 Stunden abrupt. In den letzten Minuten dominierten kräftige Gasstrahlen aus dem Schlot – ein typisches Merkmal vieler Lavafontänen-Episoden am Kilauea. Mit dem Ende der Aktivität senkten die Vulkanologen den Luftfahrt-Farbcode wieder von Orange auf Gelb. Das Hawaiian Volcano Observatory geht davon aus, dass in der kommenden Woche keine neue Lavafontänen-Episode zu erwarten ist. Die Aufladephase des oberen Magmaspeichersystems dauert momentan meistens zwischen 12 und 14 Tagen.