Vulkanausbruch am Kilauea: Lavafontänen-Episode 47 dauert an

Kleiner Tornado oder Windhose links der Lavafontäne. © HVO-Livestream

Kilauea entfacht Episode 47: Lavafontänen schießen bis zu 200 Meter in den Himmel

Am Gipfel des hawaiianischen Vulkans Kilauea hat sich am Donnerstag abermals ein gewaltiges Naturschauspiel entfaltet: Die lang erwartete Lavafontänen-Episode 47 der anhaltenden Halemaʻumaʻu-Eruption begann am 14. Mai um 15:27 Uhr Ortszeit (HST). Sie entwickelte sich innerhalb weniger Stunden zu einer kraftvollen Lavafontänenphase mit Aschewolke, Tephrafall und einem kleinen Tornado.



Schon in den frühen Morgenstunden des 14. Mai hatten Vulkanologen des Hawaiian Volcano Observatory (HVO) die typischen Vorzeichen einer beginnenden Eruptionsepisode registriert. Gegen 2:57 Uhr setzte der erste Lavaüberlauf am südlichen Förderschlot ein. Im Verlauf des Vormittags wurden mehr als 40 kleinere Überläufe beobachtet – ein Muster, das bereits frühere Episoden angekündigt hatte. Gleichzeitig blieben vulkanischer Tremor und Bodenneigung zunächst stabil.

Am Nachmittag beschleunigte sich die Entwicklung: Um 15 Uhr begannen sich erste Dome-Fontänen am nördlichen Schlot zu bilden, ehe die eigentliche eruptive Phase offiziell um 15:27 Uhr einsetzte.

Die Höhe der Lavafontäne entwickelte sich relativ schnell, wobei es bei den Vorgängern auch noch schnellere Eskalationen gab. Um 16 Uhr erreichten die Fontänen eine Höhe von 60 Metern, wenig später waren es mehr als 100 Meter. Gegen 17:23 Uhr meldete das HVO eine Höhe von etwa 200 Metern, was sich als Höhepunkt der Episode darstellen sollte. Selbst Stunden später blieb die Aktivität hoch: Um 20:50 Uhr – dem Zeitpunkt, an dem dieser Artikel verfasst wurde – schleuderte der Nordschlot weiterhin Lava bis auf 100 Meter Höhe.

Hochphase im Tephra-Gegenstrom

Anders als bei den Episoden, bei denen die Lavafontäne über 300 m hoch aufstieg, wurde diese nicht senkrecht ausgestoßen, sondern leicht schräg. Die Fontäne beschrieb einen leicht geneigten Bogen, wodurch die tonnenschwere Tephra mit besonders viel Kraft auf den Boden aufschlug. In der Folge entstand ein Gegenstrom aus leichter Tephra, die vom Boden wieder aufstieg und teils höher aufstieg als die ursprüngliche Fontäne. Dabei wurden teils dichte Aschewolken aufgewirbelt, die größere Schlacken enthielten. Sie drifteten mit dem Wind in Bereiche außerhalb des Halemaʻumaʻu-Kraters Bemerkenswert auch ein kleiner Tornado in der Nähe des nördlichen Stroms, der durch Windscherung infolge der heißen Gase entstand.

Die Lava emittiert eine extreme Wärmestrahlung, die von den MODIS-Satelliten registriert und bei MIROVA publiziert wird. Heute Morgen wurde eine Leistung von mehr als 14300 MW angezeigt – ein selten gemessener Wert, der für enorme Lavamengen spricht, die sich über dem Boden des Halemaʻumaʻu-Kraters bewegen und von der Lavafontäne gespeist werden.

Durch die Eruption entwickelte sich auch eine Eruptionswolke aus grober Tephra und feiner Asche. Laut National Weather Service erreichte die Aschewolke Höhen von bis zu 20.000 Fuß (ca. 6.100 Meter) über dem Meeresspiegel, die sich mit etwa 28 km/h nordostwärts bewegte. Das Washington- VAAC gab kurz darauf eine Warnung vor Vulkanasche bis Flughöhe 200 aus. Für die Luftfahrt gilt der Farbcode Orange, während die Vulkanwarnstufe auf „Watch“ bleibt.

Die Windverhältnisse sorgten für ein komplexes Verteilungsmuster der vulkanischen Partikel. Bodennah wurden Gase und Tephra überwiegend nach Südwesten verfrachtet. In größeren Höhen drehten die Winde, sodass feine Asche und sogenannte Pele-Haare auch nordöstlich des Gipfels niedergehen konnten. Bei Peles-Haaren handelt es sich um vulkanische Glasfasern, die sich an langgezogenen Schmelztropfen bilden. Feldteams berichteten von feiner Asche und Pele-Haaren in den Mauna Loa Estates, rund sieben Kilometer ostnordöstlich des Förderschlotes. Selbst im Ort Volcano wurde leichter Ascheniederschlag registriert.

Trotz der Intensität blieben ernste Auswirkungen des Ausbruchs auf den Halemaʻumaʻu-Krater im Hawaii-Volcanoes-Nationalpark begrenzt. Die Behörden erinnern daran, dass der Bereich rund um den Krater seit 2007 gesperrt ist – nicht zuletzt wegen plötzlicher Einstürze und Steinschläge während eruptiver Phasen.

Wie lange Episode 47 andauern wird, bleibt offen. Die meisten Fontänenepisoden seit Beginn der aktuellen Aktivitätsserie Ende Dezember 2024 dauerten allerdings weniger als einen Tag. Die Deflation ist bereits weit fortgeschritten und etwa 3/4 der vorher angesammelten Bodenhebung sind bereits wieder abgebaut.

Kilauea: Warten auf Vulkanausbruch Nr. 47

Warten auf Lavafontänen-Episode 47 am Kilauea – Förderschlote glühen, doch der große Ausbruch blieb bis jetzt aus

Im Volcano-Nationalpark des hawaiianischen Vulkans Kilauea steigt die Spannung: Nach dem Ende der Lavafontänen-Episode 46 am 5. Mai richtet sich der Blick nun auf Episode 47, die nach frühen Prognosen das HVO für den Zeitraum zwischen dem 11. und 14. Mai 2026 prognostiziert worden war. Doch der Vulkan hält Beobachter auf der Besucherplattform am Halema’uma’u-Krater und vor den Livestreams weiter in Wartestellung. Zwar mehren sich die Anzeichen eines bevorstehenden Ausbruchs und aus den beiden Förderschloten am Südwestrand des Kraters wird Rotglut beobachtet, doch ein entscheidendes Signal blieb bislang aus: Lavaüberläufe aus den Förderschloten wurden noch nicht beobachtet.

Kilauea

Mit Einbruch der Dunkelheit am Dienstagabend zeigte die Webcam V1cam erstmals wieder periodisches Spattering am nördlichen Förderschlot im Krater Halemaʻumaʻu. Glühende Spritzer und intensiv leuchtende Gaswolken, die von Magma im Förderschlot angestrahlt werden, deuten darauf hin, dass sich der Vulkan auf einen Ausbruch vorbereitet. Bereits in der Nacht zuvor hatten Wissenschaftler des HVO am südlichen Schlot starkes Glühen und zeitweise sogar Flammenbildung registriert, die durch brennende Gase verursacht wurde. Auch im nördlichen Schlot waren kleinere Spatter-Ausbrüche sichtbar.

Das HVO veröffentlichte Aufnahmen eines Überwachungsfluges vom Dienstagmorgen. Es wurden flache Lavateiche in beiden Förderschloten beobachtet. Gleichzeitig zeigt die Bodendeformation das vertraute Muster einer schnellen Bodenhebung infolge von Inflation: Seit dem Ende von Episode 46 hat sich der Gipfelbereich erneut aufgebläht und inzwischen jenes Niveau erreicht, das unmittelbar vor dem letzten Ausbruch gemessen wurde. Der Boden hob sich um ca. 15µrad und täglich werden gut 40 Erdbeben unter dem Kilauea registriert.

Trotzdem bleibt der Vulkan in einer Aufheizungsphase. Verhält er sich wie vor den letzten Ausbrüchen, dann müssten noch mehrere Stunden oder Tage mit sich intensivierenden Lavaüberläufen folgen, bevor der erwartete Ausbruch durchstartet. Der prognostizierte Zeitraum für Episode 47 liegt nun zwischen dem 13. und 14. Mai und könnte jederzeit beginnen, wobei aufgrund des Zeitunterschieds zwischen Europa und Hawaii von 12 Stunden noch mehr als ein Tag verbleibt, damit der Kilauea innerhalb des prognostizierten Zeitfensters ausbricht.

Hawaii: Neues von den Vulkanen Mauna Loa und Kilauea

Bodenhebung am Kilauea schneller als zuvor – Zunahme der Seismizität am Mauna Loa

Am Kilauea zeigt sich in der Vorbereitungsphase für die 47. Lavafontänen-Episode bereits wieder rot illuminierter Dampf über dem südlichen Förderschlot im Halemaʻumaʻu-Krater. Die Geschwindigkeit der Bodenhebung hat sich signifikant beschleunigt, und der nächste Vulkanausbruch könnte näher sein, als man anhand vorheriger Eruptionsintervalle vermuten würde. Auch am Nachbarvulkan Mauna Loa gibt es Anzeichen einer Beschleunigung des Aufladungsprozesses, der direkt nach dem Ende der letzten Eruption im Jahr 2022 begonnen hatte.



Kilauea. © HVO

Die jüngste Lavafontänen-Episode am Kilauea liegt gerade einmal fünf Tage zurück, da mehren sich bereits die Anzeichen, dass die nächste bald wieder beginnt: Aufgrund der Inflationsdaten legte das HVO das Prognosefenster für den nächsten Ausbruch auf den Zeitraum zwischen Montag, dem 11. Mai, und Donnerstag, dem 14. Mai. Morgen rechne ich noch nicht mit der nächsten Eruption, doch Mittwoch erscheint mir durchaus realistisch. Neben der Bodenhebung wurden zuletzt etwa 40 tägliche Erdbeben festgestellt. Sie manifestieren sich nicht nur im Gipfelbereich, sondern auch entlang des Südwest-Rifts sowie unter der Südflanke des Vulkans. Sollte die Episode 47 in den nächsten Tagen starten, hätte sich das Pausenintervall von gut 3 Wochen im März auf ca. eine Woche verkürzt.

Mauna Loa mit Zunahme der Erdbebenaktivität

Seit März stellen die Vulkanologen des HVO eine Zunahme der Erdbebenaktivität am Mauna Loa fest, die sich im April weiter beschleunigte: Im März wurden 86 Erdbeben registriert, im April waren es bereits 132. Der Trend setzte sich auch im Mai fort: Allein in den letzten sieben Tagen hat es 42 Erdbeben gegeben, die stark genug für eine Lokalisierung waren und Eingang in die Shakemap fanden.

Mauna Loa. © HVO

Parallel zu den Erdbeben hat auch die Bodenhebung zugenommen. Der Vulkan bläht sich infolge der Inflation von Magma in einem flach liegenden Reservoir langsam, aber stetig auf und bereitet damit die nächste Eruption vor. Die seismischen Schwerpunkte lagen weiterhin unterhalb der Gipfelcaldera Mokuʻāweoweo sowie in der oberen Südwest-Riftzone. Trotz dieser Entwicklungen bleibt die Vulkan-Warnstufe auf „Normal“, der Farbcode für die Luftfahrt steht unverändert auf „Grün“.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der nächste Ausbruch des Kilauea beziehungsweise die nächste Episode des seit Weihnachten 2024 anhaltenden Vulkanausbruchs nur noch Tage entfernt sein dürfte. Am Mauna Loa werden wir trotz der beschleunigten Entwicklung vermutlich nicht so schnell eine Eruption sehen. Wahrscheinlich wird es noch Jahre dauern, bis der Vulkan bereit für den nächsten Ausbruch ist. Manchmal entwickeln sich die Dinge allerdings schneller als erwartet.

Bemerkenswert ist, dass die HVO-Vulkanologen zu den wenigen institutionellen Forschern gehören, die noch konkrete Prognosen wagen – etwas, das heute aus Angst vor Fehlern und möglichen Klagen kaum noch vorkommt.

Vulkanausbruch am Kilauea: Das war Lavafontänen-Episode Nr. 46

Lavafontänen-Episode 46 endete nach 9 Stunden – Vulkanasche stieg 6 km hoch auf

Die 46. Episode des seit Dezember 2024 anhaltenden Vulkanausbruchs am Kilauea hat am 5. Mai 2026 einen vollständigen eruptiven Zyklus durchlaufen – von einem sich schnell steigernden Beginn am Morgen bis zu einem plötzlichen Ende am späten Nachmittag. Nach gut neun Stunden Aktivität stellte das HVO die Lavafontänen um 17:22 Uhr HST als erloschen fest und senkte kurz darauf die Warnstufe.

Der Ausbruch begann um 08:17 Uhr innerhalb des Halemaʻumaʻu-Kraters mit zunächst einseitiger Aktivität: Lavafontänen traten ausschließlich aus dem nördlichen Schlot aus, während der südliche inaktiv blieb. Bereits wenige Stunden zuvor hatte eine kurze Vorläuferphase mit geringem Lavaüberlauf auf eine bevorstehende Eskalation hingedeutet.

VONA-Warnung

Im Verlauf des Vormittags intensivierte sich die Eruption deutlich. Gegen 09:22 Uhr erreichten die Fontänenhöhen etwa 150 Meter, begleitet von einer Eruptionswolke, die bis auf 4.500 Meter Höhe aufstieg. Kurz darauf wurde eine maximale Höhe der Aschewolke von etwa 6.100 Metern gemessen. Diese Aschewolke wurde durch Höhenwinde nach Nordosten verfrachtet, während bodennahe Winde aus südöstlicher Richtung die Tephra aus dem Gipfelbereich in nördliche und nordwestliche Sektoren transportierten. Das VAAC Washington informierte die Luftfahrt und brachte eine VONA-Warnung heraus.

Zwischen 10:30 und 11:00 Uhr erreichte Episode 46 ihren Höhepunkt. Die Lavafontänen aus dem nördlichen Schlot stiegen auf bis zu 200 Meter an, während der südliche Schlot lediglich sporadische, schwache Aktivität in Form von Lavaspattering und kurzweiligen Minifontänen zeigte. Das HVO kommunizierte zu diesem Zeitpunkt, dass keine weitere Steigerung der Fontänenhöhe zu erwarten sei.

Gleichzeitig breitete sich die eruptive Wolke weiter aus. Feine Asche und Pele-Haare wurden noch in mehreren Kilometern Entfernung gemeldet, unter anderem in Mountain View. In Kraternähe fiel Tephra teils in Lapilli-Größe, während entlang des Highway 11 vereinzelter Tephra-Niederschlag registriert wurde. Die Hauptablagerungszone blieb auf einen Umkreis von etwa fünf Kilometern begrenzt.

Am Nachmittag setzte schließlich ein Rückgang der Aktivität ein. Gegen 14:50 Uhr waren die Fontänen bereits auf etwa 100 Meter geschrumpft, der südliche Schlot vollständig erloschen. Der finale Kollaps der Fontäne erfolgte abrupt um 17:22 Uhr.

Mit dem Ende der Eruption reduzierte sich auch die unmittelbare Gefährdungslage: Die Warnstufe wurde auf „Warnung“ und der Luftfahrt-Farbcode auf „Gelb“ gesenkt. Dennoch bleiben vulkanische Gase, instabile Kraterwände und heiße Lavaströme weiterhin relevante Risiken im Gipfelbereich.

Erdbeben Kilauea. © HVO

Während der Eruption registrierten die Neigungsmesser die gewohnte Deflation des oberen Hangbereichs. Sie betrug ca. 14 µrad. Mit Beendigung der Lavafontänenphase kehrte sich der Abwärtstrend um und es wird wieder Inflation registriert.

Auffällig ist weiterhin die hohe Anzahl an Erdbeben im südlichen Bereich des Halemaʻumaʻu, aber auch im Bereich des unteren Südostrifts bis hin zum Offshorebereich Richtung des submarinen Vulkans Kamaʻehuakanaloa. Gestern wurden 75 Beben registriert, heute waren es bereits fast 40. Die Beben deuten an, dass sich Spannungen im Untergrund verlagern, was letztendlich zu einer Änderung der vulkanischen Aktivität führen könnte.

Kilauea: Vulkanausbruch Nr. 46 hat begonnen

Die 46. Lavafontänen-Episode am Kilauea beginnt – Lavafontäne gewinnt schnell an Höhe

Am Kilauea auf Hawaii ist die 46. Lavafontänen-Episode am Start. Der Ausbruch begann heute Abend um 20:17 Uhr MESZ (morgens am 5. Mai um 08:17 Uhr Hawaii-Zeit) nach einer relativ kurzen Vorbereitungsphase, bei der es erstmals gestern Nachmittag zu Lavaüberläufen kam, woraufhin bereits die Alarmstufe erhöht wurde und der Flugfarbcode auf Orange gesetzt wurde. Wie schon bei den 45 Vorgängereruptionen spielt sich die Aktivität im Halemaʻumaʻu-Krater ab, wobei es zu Tephra-Niederschlag auch außerhalb des Kraters kommen kann. 

Zurzeit gewinnt die Lavafontäne aus dem nördlichen Förderschlot schnell an Höhe und speist einen Lavastrom, der sich über dem Kraterboden ausbreitet. Der südliche Schlot blieb zunächst inaktiv, beginnt nun aber ebenfalls mit dem Aufbau einer Lavafontäne, die aber noch nicht so richtig durchstartet. Die Deflation des Gipfels hat aber bereits eingesetzt, was sich entsprechend in einer Verringerung der messbaren Hangneigung widerspiegelt.

Relativ ungewöhnlich für diese Eruption war ein seismischer Schwarm, der sich gestern unter der Gipfelcaldera ereignete und aus fast 80 Beben bestand. Ungewöhnlich auch, dass sich seit Episode 45 eine deutliche Verkürzung des Pausenintervalls ergeben hat, das diesmal 11 Tage und 22 Stunden betrug.

Das Naturspektakel ist wieder prima per Livestream zu beobachten: (Player entfernt)
Das USGS betont in seinen Gefahrenhinweisen, dass die aktuelle Aktivität vollständig auf den Krater innerhalb des Hawaii-Volcanoes-Nationalparks begrenzt ist. Dennoch können vulkanische Gase und Asche durch schwache und wechselhafte Winde im Gipfelbereich sowie in Richtung Norden und Nordwesten verteilt werden. Besonders in einem Umkreis von etwa fünf Kilometern ist mit stärkerem Aschenfall zu rechnen, während feinere Partikel und sogenannte „Pele’s Hair“ deutlich weiter getragen werden können.

Kilauea: Das war der 45. Vulkanausbruch in Folge

Am Kilauea endete die 45. Ausbruchsepisode nach 8,5 Stunden – bis zu 300 m hohe Lavafontäne gefördert

Die 45. Lavafontänen-Episode am Kilauea endete am 23. April 2026 abrupt um 10:01 Uhr HST. Damit pausiert der Vulkanausbruch in der Gipfelcaldera, der am 23. Dezember 2024 begann, erneut. Nach rund 8,5 Stunden intensiver Aktivität kam der Lavaausstoß ebenso plötzlich zum Erliegen, wie er begonnen hatte. Zur Hochphase der Eruption wurde eine bis zu 300 m hohe Lavafontäne gefördert. Lavaströme überfluteten Teile des Halemaʻumaʻu-Kraters, der sich nach seinem großen Kollaps 2018 immer weiter auffüllt.

Die Episode setzte um 1:34 Uhr HST ein, nachdem bereits seit dem 20. April vereinzelte Vorläufereruptionen registriert worden waren. Zunächst zeigte sich Aktivität am südlichen Förderschlot, die von meterhohen Fontänen geprägt war. Innerhalb kurzer Zeit verlagerte sich das Geschehen vollständig auf den nördlichen Krater, wo die Lavafontänen rasch an Intensität gewannen. Ein deutlicher Anstieg des seismischen Tremors sowie eine messbare Deflation des Vulkangebäudes signalisierten den Übergang in die Hauptphase der Eruption.

Gegen 3:00 Uhr erreichte die Aktivität ihren Höhepunkt: Lava schoss mit einer Förderrate von über 300 Kubikmetern pro Sekunde in die Höhe. Die Fontänen erreichten dabei Höhen von mindestens 220 Metern, während Ausläufer sogar über 300 Meter hinausreichten. Insgesamt wurden während Episode 45 rund 5,2 Millionen Kubikmeter Lava gefördert, die etwa die Hälfte des Kraterbodens vom Halemaʻumaʻu überfluteten.

Im weiteren Eruptionsverlauf ließ die Intensität des Ausbruchs allmählich nach. Die Fontänenhöhe sank kontinuierlich und lag kurz vor dem Ende der Episode nur noch bei etwa 100 Metern. Parallel dazu nahm auch die Höhe der Eruptionswolke ab, die zuvor bis auf etwa 6.000 Meter über dem Meeresspiegel angestiegen war und mit einiger Verzögerung eine VONA-Warnung beim VAAC Washington auslöste

Die vorherrschenden Winde aus nördlichen Richtungen transportierten Asche und vulkanisches Material vor allem nach Süden und Südwesten. Während im Hawaii-Volcanoes-Nationalpark selbst keine nennenswerten Tephra-Ablagerungen gemeldet wurden, berichtete die rund 32 Kilometer entfernte Ortschaft Pāhala von leichtem Aschefall und dem Auftreten von Lavafäden, den sogenannten Pele-Haaren.

Bemerkenswert war die vergleichsweise geringe seismische Aktivität während der gesamten Episode. Anders als beim Ende der vorherigen Episode 44 blieb eine stärkere Erdbebenserie aus. Der Tremor schwankte zwar im Rhythmus der Fontänenaktivität, bewegte sich jedoch insgesamt im erwartbaren Bereich.

Nach dem Ende der Eruption senkte das HVO die Warnstufe für den Vulkan sowie den Farbcode für den Luftverkehr. Auch eine zuvor ausgegebene Aschewarnung wurde aufgehoben.

Das Pausenintervall verkürzte sich gegenüber den letzten Eruptionen deutlich. Das macht Kalkulationen für den Beginn der 46. Episode schwierig. Vulkanspotter, die nach Hawaii reisen, sollten ein entsprechend großes Zeitfenster einplanen.

Erdbeben unter Mauna Loa

Kilauea ist nicht der einzige aktive Vulkan auf Big Island: Größer, aber seltener in Eruption begriffen ist der Mauna Loa, der gewaltigste Schildvulkan der Erde. Unter ihm wurden in den letzten Tagen vermehrt Erdbeben registriert. Gestern eins mit Mb 2,1 in nur 360 m Tiefe. Auch das tiefe Schwarmbeben bei Pahala intensivierte sich wieder. Dort steigt Magma auf, das sowohl die Reservoirs unter Mauna Loa als auch Kilauea mit Schmelze versorgt.

Kilauea: Lavafontänen-Episode Nr. 45 ist am Start

Situation am Kilauea spitzt sich zu – intensive Lavastromtätigkeit und erste Fontäne markiert Startphase der Episode 45.

In der Gipfelcaldera des Kilauea spitzt sich die Lage weiter zu: Die Vorläuferaktivität für die erwartete 45. Lavafontänen-Episode hält nicht nur an, sondern hat in den letzten Stunden deutlich zugenommen. Jüngste Beobachtungen belegen, dass aus dem südlichen Schlot im Halemaʻumaʻu erneut Lavaströme austraten, begleitet von einer aktuell wachsenden Lavafontäne ein Anzeichen dafür, dass die Lavafontänen-Episode Nr. 45 beginnt.

Bereits seit dem 20. April rechnen Fachleute mit dem Beginn der neuen Episode innerhalb weniger Tage. Prognosen deuten aktuell auf ein Zeitfenster zwischen dem 22. und 26. April hin, wobei insbesondere die frühen Termine als wahrscheinlich gelten. Die Entwicklung wird durch eine fortgesetzte Bodenaufblähung gestützt: Seit dem Ende der letzten Episode Anfang April hat sich der Gipfel messbar gehoben, ein klares Indiz für steigenden Magmadruck.

Auch visuell bleibt der Vulkan aktiv. Nächtliches Glühen in beiden Kratern sowie sporadische Lavafontänen und Flammenerscheinungen – vermutlich durch entzündete vulkanische Gase – unterstreichen die anhaltende Unruhe. Begleitend dazu wurden in den letzten 24 Stunden mehrere schwache Erdbeben registriert, die auf Bewegungen im Untergrund hinweisen.

Die Schwefeldioxid-Emissionen bewegen sich weiterhin auf moderatem Niveau, während in den Riftzonen keine auffälligen Veränderungen festgestellt wurden. Dies bestätigt, dass sich die Aktivität derzeit auf den Gipfelbereich konzentriert.

Insgesamt verdichten sich die Hinweise, dass eine neue Lavafontänen-Episode unmittelbar bevorsteht bzw. gerade dabei ist durchzustarten. Meiner Meinung nach ist der Punkt bereits überschritten, an dem die Eruption noch mal runterfahren kann. Das Hawaiian Volcano Observatory beobachtet die Entwicklung daher kontinuierlich, um mögliche Gefahren frühzeitig einzuschätzen.

Update 15:45 Uhr: Inzwischen ist die Episode 45 voll im Gange und die Lavafontäne aus dem Südkrater erreicht eine Höhe von ca. 300 m. Das HVO warnt vor Tephra in einer Höhe von 5000 m. Eine VONA-Warnung der VAAC Washington steht noch aus. Die Bodenverformung ist von Inflation (Hebung) auf Deflation (Absenkung) umgesprungen.

Kilauea: Steigende Erdbebentätigkeit und Ausbruchsrisiko

Flache Erdbeben unter Halemaʻumaʻu-Krater – 45. Ausbruchsepisode am Kilauea erwartet

Der Kilauea auf Hawaii steht relativ kurz vor der 45. Lavafontänen-Episode, die innerhalb der nächsten 4 Tage erwartet wird. Gestern begannen bereits erste Lavaüberläufe aus einem der beiden Förderschlote im Südwesten des Halemaʻumaʻu-Kraters. Der Alarmstatus des Vulkans wurde von „Advisory“ auf „Watch“ erhöht. Der Farbcode für den Flugverkehr wurde auf „Orange“ gesetzt. Heute veröffentlichte das USGS zudem eine Meldung über erhöhte Erdbebentätigkeit.

Die erhöhte seismische Aktivität geht mit einer beschleunigten Bodenhebung im südlichen Bereich der Gipfelcaldera des Kilauea einher. Der Schwerpunkt des Geschehens liegt unterhalb des Kraters Halemaʻumaʻu. In den vergangenen Monaten traten dort wiederholt flache Erdbeben auf, zuletzt etwa zehn schwache Ereignisse innerhalb eines Tages in 1–2 km Tiefe. Die meisten dieser Beben sind nicht spürbar, zeigen aber, dass sich weiterhin Magma unter dem Vulkan akkumuliert. Auch tiefere Beben unter dem Gipfel bleiben typisch für die aktuelle Eruptionsphase.

Messungen zeigen zudem eine leichte Anhebung des südlichen Kraterrandes um einige Zentimeter, deren Ursache noch unklar ist. Vergleichbare Muster gingen in der Vergangenheit mit der Öffnung neuer Spalten und kurzfristigen Ausbrüchen einher. Die nächste Aktivitätsphase wird zwischen dem 21. und 26. April 2026 erwartet und könnte sich schnell entwickeln, so dass wenig Vorwarnzeit bleibt.

Die Bodenhebung hat inzwischen wieder das Niveau wie vor der Episode 44 erreicht, dennoch könnten noch einige Tage vergehen, bis es zu einem Ausbruch kommt. Normalerweise steigern sich die Lavaüberläufe aus den Förderschloten signifikant, bevor die Lavafontänen-Episode durchstartet.

Das Gebiet bleibt äußerst gefährlich: Instabile Kraterwände, Risse und Steinschläge können durch Erdbeben verstärkt werden. Frühere Ereignisse zeigten zudem Risiken durch heiße Tephra. Besucher im Hawaii-Volcanoes-Nationalpark sollten Sperrzonen strikt meiden und sich bei Erschütterungen sofort vom Kraterrand entfernen, da sich die Lage schnell verschärfen kann.

Am Kilauea gibt es nicht nur Erdbeben unter dem Gipfel, sondern auch wieder eine Häufung von Beben unter der Küstenebene bei Pāhala. Diese Beben weisen oft Magnituden im Zweierbereich auf und liegen in Tiefen um 30 Kilometer – eine typische Tiefe für Beben infolge von Magmaaufstieg im Bereich der oberen Asthenosphäre.

Kilauea: Flammen schlagen aus Förderschlot

Flammen schießen aus Förderschlot am Kilauea- nächste Lavafontänen-Episode bereits nächste Woche

Am Kilauea auf Hawaii ist der Fokus der Vulkanologen derzeit nicht nur auf die nächste Lavafontänen-Phase gerichtet, die sich nach einer kürzeren Pause ereignen könnte, als es nach den letzten Episoden der Fall war, sondern auch auf ein interessantes Zwischenspiel im Krater des Halemaʻumaʻu: Dort wurden in den vergangenen Tagen ungewöhnlich große Flammen gesichtet, die überwiegend aus dem südlichen Förderschlot schossen. Ein Phänomen, das besonders in den Dämmerungsstunden ästhetische Fotos ermöglichte.

Kilauea. © HVO-Livestream

Die Flammen treten nicht kontinuierlich, sondern in Phasen auf und sind nachts besonders gut sichtbar. Das Schauspiel hängt mit starker Entgasung des Magmas im Untergrund zusammen und ist auf die Entzündung austretender vulkanischer Gase zurückzuführen. Es handelt sich vor allem um heiße Gasgemische, die unter Druck aus dem Magma aufsteigen und beim Kontakt mit Sauerstoff reagieren. Unter den richtigen Bedingungen können sich Bestandteile wie Wasserstoff oder Schwefelverbindungen entzünden und sichtbare Flammen erzeugen.

Solche Erscheinungen sind keineswegs dauerhaft zu beobachten und gelten als seltene Begleitphänomene des Vulkanismus. Ihr Auftreten hängt stark von Gaszusammensetzung und Temperatur ab. Derzeit scheinen diese Faktoren günstig zu sein, was die ungewöhnlich deutliche Aktivität erklärt. Während am südlichen Krater wiederholt Flammen registriert wurden, bleibt der nördliche Krater vergleichsweise ruhig – auch wenn dort weiterhin Gase entweichen.

Zudem lädt der Vulkan weiter auf und zeigt klare Anzeichen der Druckbeaufschlagung. Messungen belegen eine fortschreitende Aufblähung des Gipfelbereichs seit dem Ende der letzten Lavafontänen-Episode am 9. April. Diese Inflation ist ein typischer Vorbote neuer eruptiver Aktivität. Prognosemodelle gehen davon aus, dass die 45. Eruptionsphase zwischen dem 20. und 25. April einsetzen könnte. Sollten die Prognosen eintreffen, dann hat sich das Pausenintervall deutlich verkürzt, was auf stärkeren Magmenaufstieg hindeutet. Die dabei erwarteten Lavafontänen dürften erneut aus einem oder beiden Schloten innerhalb von Halemaʻumaʻu austreten.

Abseits des Kilauea-Gipfels bleibt die Lage vergleichsweise ruhig. Entlang der Ost- und Südwest-Riftzone wurden weder erhöhte seismische Aktivität noch signifikante Bodenverformungen festgestellt. Auch die Gasemissionen in diesen Bereichen liegen weiterhin auf niedrigem Niveau. Die aktuelle Warnstufe bleibt auf „Advisory“.

Abseits des Vulkangeschehens meldet das HVO, dass in den letzten Tagen pausenlos Techniker am Kilauea im Einsatz waren, die Schäden an Messstationen und Kommunikationsanlagen behoben, die durch das bei der letzten Eruption stattgefundene Bombardement mit Tephra verursacht worden waren.