Neuer Lavafontänen-Rekord am Kilauea

Kilauea schreibt Geschichte: Episode 48 bringt neuen Eruptionsrekord

Mit der 48. Lavafontänen-Episode hat der Vulkan Kilauea auf Hawaii gestern (1. Juni) seinen eigenen Rekord gebrochen: Noch nie zuvor wurden während einer episodischen Fontäneneruption so viele Ausbruchszyklen registriert wie aktuell am Halemaʻumaʻu. Mit dem Ende der 48. Lavafontänen-Episode am 1. Juni 2026 stellte der seit dem 23. Dezember 2024 andauernde Vulkanausbruch einen Rekord auf, den selbst legendäre Ausbruchsphasen des Vulkans nicht erreichten. Der aktuelle Ausbruch übertrifft nun sogar die berühmte Puʻu-ʻŌʻō-Eruption der Jahre 1983 bis 1986, die auf 47 Episoden kam. Damit hält die laufende Aktivität am Kilauea nun den Rekord für die höchste Zahl dokumentierter Lavafontänen-Episoden innerhalb einer einzelnen episodisch verlaufenden Eruption.

Kilauea. © HVO

Vergleicht man den episodisch verlaufenden Vulkanausbruch am Kilauea mit den Paroxysmenphasen am Ätna – bei denen es sich ebenfalls um eine ähnlich episodisch ablaufende Eruptionsform handelt –, dann wird das aktuelle Geschehen am Kilauea noch von der Ätna-Paroxysmenphase der Jahre 2011 bis 2013 übertroffen: Damals kam es im Zuge der Paroxysmen zu insgesamt 66 Lavafontänen.

Die Episode 48 begann am Kilauea um 4:40 Uhr morgens Ortszeit und endete nach knapp neun Stunden abrupt um 13:37 Uhr. Während dieser Zeit schoss Lava ausschließlich aus dem nördlichen Schlot empor. Die Fontäne erreichte eine maximale Höhe von rund 200 Metern und speiste einen gewaltigen Lavastrom, der sich über etwa 40 Prozent des Kraterbodens des Halemaʻumaʻu ausbreitete. Insgesamt wurden schätzungsweise 5,6 Millionen Kubikmeter Lava gefördert.

Schon in den Tagen vor dem eigentlichen Ausbruch hatte sich die Aktivität angekündigt. Aus dem südlichen Schlot traten insgesamt 95 kurze Lavaüberläufe aus, die in erstaunlich regelmäßigen Intervallen von 15 bis 30 Minuten auftraten. Diese Überläufe dienten gewissermaßen als Vorspiel für die eigentliche Eruptionsphase. Erst kurz vor Beginn von Episode 48 wurde auch der nördliche Schlot zunehmend aktiv und entwickelte schließlich die mächtige Lavafontäne.

Die Eruption erzeugte zudem eine Asche- und Gaswolke, die bis in Höhen von etwa 7.600 Metern aufstieg. Veränderte Windrichtungen führten dazu, dass Asche, vulkanische Glaspartikel und Peles-Haare über Teile des Hawaii-Volcanoes-Nationalparks sowie benachbarte Siedlungen verfrachtet wurden. Während der Eruption stand der Alarmcode auf Orange, inzwischen wurde er auf Gelb herabgestuft.

Dampflokomotive

Doch auch danach blieb es spannend am Vulkan: Starke Regenfälle kühlten die heiße Lava schnell ab, wodurch enorme Dampfmengen entstanden. Dabei bildeten sich sogar mehrere tornadoähnliche Dampfschläuche. Das Zusammenspiel aus Dampf und Wirbelbildungen schuf eine einzigartige Stimmung in der jungen Vulkanlandschaft.

Darüber hinaus bleibt die Situation dynamisch: Direkt mit dem Ende der Eruption begann sich das entleerte Magmenreservoir wieder aufzufüllen, wie eine unmittelbar einsetzende Zunahme der Hangneigung belegt. Episode 49 befindet sich somit bereits in Vorbereitung.

Vulkanausbruch am Kilauea: 48. Lavafontänen-Episode im Gange

Lavafontänen-Episode Nr. 48 am Kilauea-Vulkan: Glühende Lava schießt hunderte Meter hoch in den Himmel

Am Vulkan Kilauea auf Hawaii hat heute Morgen gegen 4:40 Uhr HST (16:40 Uhr MESZ) die lange erwartete Lavafontänen-Episode Nr. 48 begonnen. Die Lavafontäne baut sich vergleichsweise langsam auf und hat zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht ihre volle Größe erreicht. Die Lavafontäne ist ungefähr 200 Meter hoch und beginnt gerade erst so gewaltig zu werden, dass aufgewirbelte Tephra aufzusteigen beginnt. Das Ereignis ist sehr gut via HVO-Livestream zu beobachten.



Bereits kurz vor 4:40 Uhr HST war absehbar, dass sich aus einem der bekannten Lavaüberläufe einen Fontäne entwickeln könnte. Kontinuierliches Lavafontänieren setzte gegen 04:50 Uhr ein, als aus einer kuppelförmigen Lavaglocke am Nordschlot eine Fontäne wurde. Der Ausbruch wurde von zunehmendem Tremor und schneller Entleerung des Systems begleitet, was sich in einer schnellen Bodenabsenkung bemerkbar macht.

Während die Initialphase verhältnismäßig lange dauerte wuchs die Fontänen im Nordschlot dann schnell von 60 auf 200 Meter an. Sie speist eine Asche- und Gaswolke, die über 6.000 Meter hoch aufsteigt. Das Hawaiian Volcano Observatory meldete zudem eine Aschefallwarnung für Gebiete südwestlich und nordöstlich des Gipfels. Winddaten deuten darauf hin, dass Tephra-Partikel sowohl nach Südwesten als auch nach Norden verfrachtet werden könnten.

Die Eruption bleibt bis jetzt auf den Krater Halemaʻumaʻu innerhalb des Nationalparks Hawaii Volcanoes beschränkt. Behörden halten die Alarmstufe WATCH und den Luftfahrtfarbcode ORANGE aufrecht, da die Aktivität weiterhin anhält.

Besonders gefährlich sind feine Aschepartikel und Pele’s Haare, die sich über weite Strecken verteilen können. In einem Radius von etwa fünf Kilometern könnte der Ascheniederschlag  besonders stark ausfallen.

Die Episode zeigt erneut die Dynamik des aktiven Gipfelevents, das seit Ende 2024 wiederholt eruptive Phasen hervorbringt.

Kilauea: Lavafontänen-Episode Nr 48 steht kurz bevor

Lavafontänen-Episode am Kilauea steht kurz bevor – Ausbruchsprognose mehrfach korrigiert

Die Augen der Vulkanwelt sind seit Tagen gespannt in Richtung Kilauea ausgerichtet, wo seit Tagen die Lavafontänen-Episode 48 erwartet wird. Obwohl es bereits mehrere Vorläuferphänomene der Eruption gibt und die Bodenhebung deutlich höher als vor den letzten Eruptionen ist, will die Eruption nicht so richtig durchstarten. Das Prognosefenster für den Vulkanausbruch wurde mehrfach verschoben, zuletzt aber deutlich eingegrenzt.

Seit dem Abend des 30. Mai wurden im Halemaʻumaʻu-Krater mehr als 60 Überläufe zähflüssiger Lava aus dem Südschlot registriert. Diese Ereignisse treten in Abständen von 15 bis 30 Minuten auf, dauern meist nur fünf bis zehn Minuten und enden mit einem schnellen Rückfluss der Lava in das Fördersystem. Der Nordschlot weist nur gelegentliche Lavaüberläufe aus, dafür hält intensives Lavaspattering an, dessen Aktivität am Morgen des 31. Mai deutlich zunahm. Beobachter meldeten Lavaaustritte aus einer rückwärtigen Schlotöffnung, die in den Hauptschlot zurückflossen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den neuesten seismischen Analysen. Laut einer HVO-Mitteilung vom Sonntagabend erstreckt sich das aktuelle Prognosefenster für den Beginn der Fontänenaktivität von etwa 20 Uhr Ortszeit bis in den Verlauf des 1. Juni hinein. Die günstigsten Werte der seismischen Modelle werden gegen 3 Uhr morgens erreicht. Diese Modelle haben sich während der jüngsten Episoden als wichtiger Indikator erwiesen, nachdem klassische Prognosen auf Basis der Gipfelneigung zunehmend an Aussagekraft verloren hatten.

Auch die langsame, aber anhaltende Inflation des Gipfelbereichs spricht für eine weitere Druckzunahme im flachen Magmareservoir. Seit dem Ende von Episode 47 am 15. Mai wurden mehr als 17 Mikroradien inflationärer Neigung gemessen, was den Wert der Deflation während der vorherigen Fontänenphase übertrifft.

Sollte Episode 48 in den kommenden Stunden beginnen, wovon ich stark ausgehe, werden erneut mehrere hundert Meter hohe Lavafontänen erwartet. Die vorherige Episode dauerte ca. neun Stunden und erzeugte eine Asche- und Tephrawolke, deren Partikel bis in bewohnte Gebiete nordöstlich des Vulkans verfrachtet wurden. Aufgrund ähnlicher Windverhältnisse haben der National Weather Service und die Behörden Hawaiis bereits vor möglichem Ascheniederschlag gewarnt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich der Kilauea damit in einer hochaktiven Lavafontänen-Vorphase befindet. Die zunehmende Schlotaktivität, die fortgesetzte Inflation und die seismischen Modelle sprechen übereinstimmend dafür, dass der Vulkan kurz vor seiner nächsten eruptiven Fontänenepisode steht.

Kilauea: Vulkanausbruch verspätet sich

Kilauea meets Deutsche Bahn – Vorhersagefenster für Lavafontänen-Episode Nr. 48 verschoben

Normalerweise ist der Kilauea von der pünktlichen Sorte Vulkan, immer bemüht, den Vorhersagen der Vulkanologen zu entsprechen, doch diesmal macht er eher einen auf Deutsche Bahn und verspätet sich: Die nächste Phase intensiven Lavafontänierens lässt weiter auf sich warten. Wissenschaftler des Hawaiian Volcano Observatory (HVO) haben das Prognosefenster für Episode 48 der Halemaʻumaʻu-Eruption nach hinten verschoben. Nach aktuellem Wissensstand halten sie die Eruption zwischen Donnerstag (28. Mai) und Samstag (30. Mai) für am wahrscheinlichsten.

Kilauea

Grund für die Anpassung der Prognose sind zwei zwischenzeitliche Deflationsphasen im Gipfelbereich, die den Wiederaufbau des magmatischen Drucks verzögert haben. Zwar setzte die Inflation gestern Mittag wieder ein, sie verläuft aber vergleichsweise langsam. Das HVO weist darauf hin, dass weitere unregelmäßige Deflationsereignisse den Beginn der nächsten eruptiven Phase erneut hinauszögern könnten.

Die Verzögerung bestätigt, dass vulkanische Prozesse vielen unabsehbaren Faktoren unterliegen, die sich beim besten Willen nicht alle vorhersehen lassen. Möglicherweise hängt die kurzzeitige Deflation des Vulkans mit dem starken Erdbeben Mw 6,0 zusammen, das sich am 23. Mai im Westen Hawaiis zugetragen hatte. Solche Erdbeben können Druckschwankungen im Fördersystem eines Vulkans verursachen.

Obwohl die Eruption weiterhin pausiert, sind bereits die ersten Vorläufer-Symptome der nächsten Eruption sichtbar. In der Nacht war von beiden aktiven Eruptionsschloten am Südwestrand des Halemaʻumaʻu-Kraters ein deutliches Glühen sichtbar. Das ist ein Hinweis darauf, dass Magma nahe der Oberfläche steht. Lavaüberläufe wurden bislang noch nicht beobachtet, so dass sich der Eruptionsbeginn eher in Richtung Samstag verzögern wird.

Messdaten zeigen, dass sich der Gipfel des Kilauea seit dem Ende von Episode 47 am 15. Mai erneut aufwölbt. Das Neigungsmessgerät Uēkahuna registrierte seitdem eine Inflation von 15,1 Mikroradian. Während der vorherigen Lavafontänen-Episode war eine Deflation von 15,6 Mikroradian gemessen worden. Ein Wert, der nun nahezu wieder ausgeglichen ist. Nach Angaben der Vulkanologen spricht das Verhalten des Vulkans dafür, dass eine weitere Episode wahrscheinlich bleibt.

Kilauea: Mehrere Erdbeben vor der Südküste

Tiefe Erdbeben bei Pāhala und leichte Deflation am Gipfel: Neue Dynamik am Kilauea beobachtet

Am Kilauea auf Hawaii ist es heute Morgen innerhalb kurzer Zeit zu einer Serie von zwölf Erdbeben gekommen, die möglicherweise auf Veränderungen im tiefen magmatischen System des Vulkans hinweisen. Die Magnituden lagen zwischen M 2,0 und M 2,9, die Herdtiefen reichten von 29 bis 40 Kilometern. Die Epizentren befanden sich überwiegend offshore im Bereich von Pāhala, unter der südwestlichen Flanke des Kilauea. Das stärkste Beben ereignete sich am 21. Mai um 05:01 UTC und erreichte Magnitude 2,9 in 40,4 Kilometern Tiefe.

Hawaii. © Leaflet

Zeitgleich fiel auf, dass die zuvor registrierte Inflation des Gipfelbereichs vorübergehend in eine leichte Deflation überging – ein Vorgang, der am Kilauea oft als Hinweis auf Druckänderungen im Fördersystem interpretiert wird. Ob zwischen den tiefen Pāhala-Beben und der kurzfristigen Deflation ein direkter Zusammenhang besteht, bleibt offen. Solche tiefen Erdbeben gelten jedoch seit Jahren als möglicher Ausdruck von Magmenbewegungen im tieferen Untergrund der Insel. In dem Bereich wird ein tiefer Magmenkörper vermutet, der sowohl den Kilauea als auch den Mauna Loa speist. Möglicherweise akkumuliert sich verstärkt Magma im tiefen Fördersystem.

Das jüngste Bulletin des HVO bestätigt die anhaltende Aufladungsphase des Vulkans, der sich auf Lavafontänen-Eruption 48 vorbereitet. Nachts sieht man bereits wieder rot illuminierte Gaswolken aus den beiden Schloten im Südwesten des Halemaʻumaʻu-Kraters aufsteigen. Seit dem Ende von Episode 47 des Lavafontänierens am 15. Mai setzt sich die Aufblähung des Gipfelbereichs grundsätzlich fort. Das Tiltmeter Uēkahuna registrierte bislang rund 11,8 µrad Inflation, nachdem während Episode 47 eine Deflation von 15,6 µrad gemessen worden war. Da sich die Hangneigung in den letzten Stunden aufgrund der beschriebenen Deflation verringerte, bleibt nun eine Nettoversteilung von 10,2 µrad.

Die seismische Aktivität unter dem Gipfel bleibt derzeit gering, auch entlang der Ost- und Südwest-Riftzone wurden keine nennenswerten Veränderungen beobachtet. Die Schwefeldioxid-Emissionen bewegen sich im üblichen Bereich.

Nach Einschätzung des HVO sprechen die anhaltende Inflation und das vulkanische Glühen dafür, dass eine neue Lavafontänen-Phase bereits wieder in einigen Tagen beginnt. Episode 48 könnte demnach zwischen dem 23. und 25. Mai einsetzen, wobei die kurzfristigen Deflationsphasen den Beginn auch verzögern könnten.

Vulkanausbruch am Kilauea: Lavafontänen-Episode 47 dauert an

Kleiner Tornado oder Windhose links der Lavafontäne. © HVO-Livestream

Kilauea entfacht Episode 47: Lavafontänen schießen bis zu 200 Meter in den Himmel

Am Gipfel des hawaiianischen Vulkans Kilauea hat sich am Donnerstag abermals ein gewaltiges Naturschauspiel entfaltet: Die lang erwartete Lavafontänen-Episode 47 der anhaltenden Halemaʻumaʻu-Eruption begann am 14. Mai um 15:27 Uhr Ortszeit (HST). Sie entwickelte sich innerhalb weniger Stunden zu einer kraftvollen Lavafontänenphase mit Aschewolke, Tephrafall und einem kleinen Tornado.



Schon in den frühen Morgenstunden des 14. Mai hatten Vulkanologen des Hawaiian Volcano Observatory (HVO) die typischen Vorzeichen einer beginnenden Eruptionsepisode registriert. Gegen 2:57 Uhr setzte der erste Lavaüberlauf am südlichen Förderschlot ein. Im Verlauf des Vormittags wurden mehr als 40 kleinere Überläufe beobachtet – ein Muster, das bereits frühere Episoden angekündigt hatte. Gleichzeitig blieben vulkanischer Tremor und Bodenneigung zunächst stabil.

Am Nachmittag beschleunigte sich die Entwicklung: Um 15 Uhr begannen sich erste Dome-Fontänen am nördlichen Schlot zu bilden, ehe die eigentliche eruptive Phase offiziell um 15:27 Uhr einsetzte.

Die Höhe der Lavafontäne entwickelte sich relativ schnell, wobei es bei den Vorgängern auch noch schnellere Eskalationen gab. Um 16 Uhr erreichten die Fontänen eine Höhe von 60 Metern, wenig später waren es mehr als 100 Meter. Gegen 17:23 Uhr meldete das HVO eine Höhe von etwa 200 Metern, was sich als Höhepunkt der Episode darstellen sollte. Selbst Stunden später blieb die Aktivität hoch: Um 20:50 Uhr – dem Zeitpunkt, an dem dieser Artikel verfasst wurde – schleuderte der Nordschlot weiterhin Lava bis auf 100 Meter Höhe.

Hochphase im Tephra-Gegenstrom

Anders als bei den Episoden, bei denen die Lavafontäne über 300 m hoch aufstieg, wurde diese nicht senkrecht ausgestoßen, sondern leicht schräg. Die Fontäne beschrieb einen leicht geneigten Bogen, wodurch die tonnenschwere Tephra mit besonders viel Kraft auf den Boden aufschlug. In der Folge entstand ein Gegenstrom aus leichter Tephra, die vom Boden wieder aufstieg und teils höher aufstieg als die ursprüngliche Fontäne. Dabei wurden teils dichte Aschewolken aufgewirbelt, die größere Schlacken enthielten. Sie drifteten mit dem Wind in Bereiche außerhalb des Halemaʻumaʻu-Kraters Bemerkenswert auch ein kleiner Tornado in der Nähe des nördlichen Stroms, der durch Windscherung infolge der heißen Gase entstand.

Die Lava emittiert eine extreme Wärmestrahlung, die von den MODIS-Satelliten registriert und bei MIROVA publiziert wird. Heute Morgen wurde eine Leistung von mehr als 14300 MW angezeigt – ein selten gemessener Wert, der für enorme Lavamengen spricht, die sich über dem Boden des Halemaʻumaʻu-Kraters bewegen und von der Lavafontäne gespeist werden.

Durch die Eruption entwickelte sich auch eine Eruptionswolke aus grober Tephra und feiner Asche. Laut National Weather Service erreichte die Aschewolke Höhen von bis zu 20.000 Fuß (ca. 6.100 Meter) über dem Meeresspiegel, die sich mit etwa 28 km/h nordostwärts bewegte. Das Washington- VAAC gab kurz darauf eine Warnung vor Vulkanasche bis Flughöhe 200 aus. Für die Luftfahrt gilt der Farbcode Orange, während die Vulkanwarnstufe auf „Watch“ bleibt.

Die Windverhältnisse sorgten für ein komplexes Verteilungsmuster der vulkanischen Partikel. Bodennah wurden Gase und Tephra überwiegend nach Südwesten verfrachtet. In größeren Höhen drehten die Winde, sodass feine Asche und sogenannte Pele-Haare auch nordöstlich des Gipfels niedergehen konnten. Bei Peles-Haaren handelt es sich um vulkanische Glasfasern, die sich an langgezogenen Schmelztropfen bilden. Feldteams berichteten von feiner Asche und Pele-Haaren in den Mauna Loa Estates, rund sieben Kilometer ostnordöstlich des Förderschlotes. Selbst im Ort Volcano wurde leichter Ascheniederschlag registriert.

Trotz der Intensität blieben ernste Auswirkungen des Ausbruchs auf den Halemaʻumaʻu-Krater im Hawaii-Volcanoes-Nationalpark begrenzt. Die Behörden erinnern daran, dass der Bereich rund um den Krater seit 2007 gesperrt ist – nicht zuletzt wegen plötzlicher Einstürze und Steinschläge während eruptiver Phasen.

Wie lange Episode 47 andauern wird, bleibt offen. Die meisten Fontänenepisoden seit Beginn der aktuellen Aktivitätsserie Ende Dezember 2024 dauerten allerdings weniger als einen Tag. Die Deflation ist bereits weit fortgeschritten und etwa 3/4 der vorher angesammelten Bodenhebung sind bereits wieder abgebaut.

Kilauea: Warten auf Vulkanausbruch Nr. 47

Warten auf Lavafontänen-Episode 47 am Kilauea – Förderschlote glühen, doch der große Ausbruch blieb bis jetzt aus

Im Volcano-Nationalpark des hawaiianischen Vulkans Kilauea steigt die Spannung: Nach dem Ende der Lavafontänen-Episode 46 am 5. Mai richtet sich der Blick nun auf Episode 47, die nach frühen Prognosen das HVO für den Zeitraum zwischen dem 11. und 14. Mai 2026 prognostiziert worden war. Doch der Vulkan hält Beobachter auf der Besucherplattform am Halema’uma’u-Krater und vor den Livestreams weiter in Wartestellung. Zwar mehren sich die Anzeichen eines bevorstehenden Ausbruchs und aus den beiden Förderschloten am Südwestrand des Kraters wird Rotglut beobachtet, doch ein entscheidendes Signal blieb bislang aus: Lavaüberläufe aus den Förderschloten wurden noch nicht beobachtet.

Kilauea

Mit Einbruch der Dunkelheit am Dienstagabend zeigte die Webcam V1cam erstmals wieder periodisches Spattering am nördlichen Förderschlot im Krater Halemaʻumaʻu. Glühende Spritzer und intensiv leuchtende Gaswolken, die von Magma im Förderschlot angestrahlt werden, deuten darauf hin, dass sich der Vulkan auf einen Ausbruch vorbereitet. Bereits in der Nacht zuvor hatten Wissenschaftler des HVO am südlichen Schlot starkes Glühen und zeitweise sogar Flammenbildung registriert, die durch brennende Gase verursacht wurde. Auch im nördlichen Schlot waren kleinere Spatter-Ausbrüche sichtbar.

Das HVO veröffentlichte Aufnahmen eines Überwachungsfluges vom Dienstagmorgen. Es wurden flache Lavateiche in beiden Förderschloten beobachtet. Gleichzeitig zeigt die Bodendeformation das vertraute Muster einer schnellen Bodenhebung infolge von Inflation: Seit dem Ende von Episode 46 hat sich der Gipfelbereich erneut aufgebläht und inzwischen jenes Niveau erreicht, das unmittelbar vor dem letzten Ausbruch gemessen wurde. Der Boden hob sich um ca. 15µrad und täglich werden gut 40 Erdbeben unter dem Kilauea registriert.

Trotzdem bleibt der Vulkan in einer Aufheizungsphase. Verhält er sich wie vor den letzten Ausbrüchen, dann müssten noch mehrere Stunden oder Tage mit sich intensivierenden Lavaüberläufen folgen, bevor der erwartete Ausbruch durchstartet. Der prognostizierte Zeitraum für Episode 47 liegt nun zwischen dem 13. und 14. Mai und könnte jederzeit beginnen, wobei aufgrund des Zeitunterschieds zwischen Europa und Hawaii von 12 Stunden noch mehr als ein Tag verbleibt, damit der Kilauea innerhalb des prognostizierten Zeitfensters ausbricht.

Hawaii: Neues von den Vulkanen Mauna Loa und Kilauea

Bodenhebung am Kilauea schneller als zuvor – Zunahme der Seismizität am Mauna Loa

Am Kilauea zeigt sich in der Vorbereitungsphase für die 47. Lavafontänen-Episode bereits wieder rot illuminierter Dampf über dem südlichen Förderschlot im Halemaʻumaʻu-Krater. Die Geschwindigkeit der Bodenhebung hat sich signifikant beschleunigt, und der nächste Vulkanausbruch könnte näher sein, als man anhand vorheriger Eruptionsintervalle vermuten würde. Auch am Nachbarvulkan Mauna Loa gibt es Anzeichen einer Beschleunigung des Aufladungsprozesses, der direkt nach dem Ende der letzten Eruption im Jahr 2022 begonnen hatte.

Kilauea. © HVO

Die jüngste Lavafontänen-Episode am Kilauea liegt gerade einmal fünf Tage zurück, da mehren sich bereits die Anzeichen, dass die nächste bald wieder beginnt: Aufgrund der Inflationsdaten legte das HVO das Prognosefenster für den nächsten Ausbruch auf den Zeitraum zwischen Montag, dem 11. Mai, und Donnerstag, dem 14. Mai. Morgen rechne ich noch nicht mit der nächsten Eruption, doch Mittwoch erscheint mir durchaus realistisch. Neben der Bodenhebung wurden zuletzt etwa 40 tägliche Erdbeben festgestellt. Sie manifestieren sich nicht nur im Gipfelbereich, sondern auch entlang des Südwest-Rifts sowie unter der Südflanke des Vulkans. Sollte die Episode 47 in den nächsten Tagen starten, hätte sich das Pausenintervall von gut 3 Wochen im März auf ca. eine Woche verkürzt.

Mauna Loa mit Zunahme der Erdbebenaktivität

Seit März stellen die Vulkanologen des HVO eine Zunahme der Erdbebenaktivität am Mauna Loa fest, die sich im April weiter beschleunigte: Im März wurden 86 Erdbeben registriert, im April waren es bereits 132. Der Trend setzte sich auch im Mai fort: Allein in den letzten sieben Tagen hat es 42 Erdbeben gegeben, die stark genug für eine Lokalisierung waren und Eingang in die Shakemap fanden.

Mauna Loa. © HVO

Parallel zu den Erdbeben hat auch die Bodenhebung zugenommen. Der Vulkan bläht sich infolge der Inflation von Magma in einem flach liegenden Reservoir langsam, aber stetig auf und bereitet damit die nächste Eruption vor. Die seismischen Schwerpunkte lagen weiterhin unterhalb der Gipfelcaldera Mokuʻāweoweo sowie in der oberen Südwest-Riftzone. Trotz dieser Entwicklungen bleibt die Vulkan-Warnstufe auf „Normal“, der Farbcode für die Luftfahrt steht unverändert auf „Grün“.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der nächste Ausbruch des Kilauea beziehungsweise die nächste Episode des seit Weihnachten 2024 anhaltenden Vulkanausbruchs nur noch Tage entfernt sein dürfte. Am Mauna Loa werden wir trotz der beschleunigten Entwicklung vermutlich nicht so schnell eine Eruption sehen. Wahrscheinlich wird es noch Jahre dauern, bis der Vulkan bereit für den nächsten Ausbruch ist. Manchmal entwickeln sich die Dinge allerdings schneller als erwartet.

Bemerkenswert ist, dass die HVO-Vulkanologen zu den wenigen institutionellen Forschern gehören, die noch konkrete Prognosen wagen – etwas, das heute aus Angst vor Fehlern und möglichen Klagen kaum noch vorkommt.

Vulkanausbruch am Kilauea: Das war Lavafontänen-Episode Nr. 46

Lavafontänen-Episode 46 endete nach 9 Stunden – Vulkanasche stieg 6 km hoch auf

Die 46. Episode des seit Dezember 2024 anhaltenden Vulkanausbruchs am Kilauea hat am 5. Mai 2026 einen vollständigen eruptiven Zyklus durchlaufen – von einem sich schnell steigernden Beginn am Morgen bis zu einem plötzlichen Ende am späten Nachmittag. Nach gut neun Stunden Aktivität stellte das HVO die Lavafontänen um 17:22 Uhr HST als erloschen fest und senkte kurz darauf die Warnstufe.

Der Ausbruch begann um 08:17 Uhr innerhalb des Halemaʻumaʻu-Kraters mit zunächst einseitiger Aktivität: Lavafontänen traten ausschließlich aus dem nördlichen Schlot aus, während der südliche inaktiv blieb. Bereits wenige Stunden zuvor hatte eine kurze Vorläuferphase mit geringem Lavaüberlauf auf eine bevorstehende Eskalation hingedeutet.

VONA-Warnung

Im Verlauf des Vormittags intensivierte sich die Eruption deutlich. Gegen 09:22 Uhr erreichten die Fontänenhöhen etwa 150 Meter, begleitet von einer Eruptionswolke, die bis auf 4.500 Meter Höhe aufstieg. Kurz darauf wurde eine maximale Höhe der Aschewolke von etwa 6.100 Metern gemessen. Diese Aschewolke wurde durch Höhenwinde nach Nordosten verfrachtet, während bodennahe Winde aus südöstlicher Richtung die Tephra aus dem Gipfelbereich in nördliche und nordwestliche Sektoren transportierten. Das VAAC Washington informierte die Luftfahrt und brachte eine VONA-Warnung heraus.

Zwischen 10:30 und 11:00 Uhr erreichte Episode 46 ihren Höhepunkt. Die Lavafontänen aus dem nördlichen Schlot stiegen auf bis zu 200 Meter an, während der südliche Schlot lediglich sporadische, schwache Aktivität in Form von Lavaspattering und kurzweiligen Minifontänen zeigte. Das HVO kommunizierte zu diesem Zeitpunkt, dass keine weitere Steigerung der Fontänenhöhe zu erwarten sei.

Gleichzeitig breitete sich die eruptive Wolke weiter aus. Feine Asche und Pele-Haare wurden noch in mehreren Kilometern Entfernung gemeldet, unter anderem in Mountain View. In Kraternähe fiel Tephra teils in Lapilli-Größe, während entlang des Highway 11 vereinzelter Tephra-Niederschlag registriert wurde. Die Hauptablagerungszone blieb auf einen Umkreis von etwa fünf Kilometern begrenzt.

Am Nachmittag setzte schließlich ein Rückgang der Aktivität ein. Gegen 14:50 Uhr waren die Fontänen bereits auf etwa 100 Meter geschrumpft, der südliche Schlot vollständig erloschen. Der finale Kollaps der Fontäne erfolgte abrupt um 17:22 Uhr.

Mit dem Ende der Eruption reduzierte sich auch die unmittelbare Gefährdungslage: Die Warnstufe wurde auf „Warnung“ und der Luftfahrt-Farbcode auf „Gelb“ gesenkt. Dennoch bleiben vulkanische Gase, instabile Kraterwände und heiße Lavaströme weiterhin relevante Risiken im Gipfelbereich.

Erdbeben Kilauea. © HVO

Während der Eruption registrierten die Neigungsmesser die gewohnte Deflation des oberen Hangbereichs. Sie betrug ca. 14 µrad. Mit Beendigung der Lavafontänenphase kehrte sich der Abwärtstrend um und es wird wieder Inflation registriert.

Auffällig ist weiterhin die hohe Anzahl an Erdbeben im südlichen Bereich des Halemaʻumaʻu, aber auch im Bereich des unteren Südostrifts bis hin zum Offshorebereich Richtung des submarinen Vulkans Kamaʻehuakanaloa. Gestern wurden 75 Beben registriert, heute waren es bereits fast 40. Die Beben deuten an, dass sich Spannungen im Untergrund verlagern, was letztendlich zu einer Änderung der vulkanischen Aktivität führen könnte.