Island: Erdbeben Mb 3,6 bei Mosfellsheiði

Erdbeben Mb 3,6 erschüttert Nordende des Hengill-Systems – Magmaakkumulation bei Svartsengi hält an

Am frühen Morgen des 13. Mai wurde um 00:31 Uhr auf der Mosfellsheiði nordöstlich von Reykjavík in Island ein Erdbeben der Magnitude 3,6 registriert. Das Hypozentrum lag nur 800 Meter unter dem Meeresspiegel. Um 07:30 Uhr wurden zwei weitere Beben mit den Magnituden 2,3 und 1,6 detektiert. Die Erdstöße sind Teil eines seit mehreren Tagen andauernden Schwarmbebens am Nordende des Hengill-Spaltensystems. Innerhalb von 48 Stunden wurden insgesamt 20 Erschütterungen registriert.



Mosfellsheiði. © Quake.run

Nach Angaben des Isländischen Wetterdienstes (IMO), der für Naturgefahren zuständig ist, wurde das Hauptbeben in weiten Teilen der Hauptstadtregion wahrgenommen, unter anderem in Mosfellsbær und im östlichen Reykjavík. Es handelt sich um das stärkste Ereignis in diesem Gebiet seit April 2021, als sich dort ein gleich starkes Erdbeben ereignete.

Die Lage des Epizentrums sowie die außergewöhnlich geringe Tiefe von nur 800 Metern werfen Fragen nach der genauen Ursache auf. Die Mosfellsheiði liegt am nordwestlichen Rand des Hengill-Vulkansystems, einer der aktivsten geothermisch-tektonischen Zonen Islands, in der sich die Reykjanes-Riftzone mit der Südisländischen Transformzone überschneidet. In unmittelbarer Nähe befindet sich zudem das Geothermiekraftwerk Nesjavellir, das seit Jahren heißes Wasser und Strom für die Hauptstadtregion liefert.

Die geringe Herdtiefe nährt die Diskussion, ob das Ereignis zumindest teilweise durch induzierte Seismizität im Zusammenhang mit der Geothermienutzung ausgelöst worden sein könnte. Die Injektion von Wasser in tiefere Reservoirs kann lokal den Porendruck erhöhen und bestehende Störungszonen aktivieren. Zwar sind solche Prozesse im Hengill-System dokumentiert, doch bleibt im aktuellen Fall unklar, ob die Energieentladung tatsächlich direkt durch menschliche Aktivitäten verursacht wurde oder ob sich natürlich aufgebaute tektonische Spannungen entladen haben.

Im Gegensatz zu Nesjavellir löst die weiterhin intensive geothermische Aktivität bei Svartsengi derzeit keine nennenswerten Erdbeben aus – weder induzierte noch vulkanotektonische. Dennoch hält die Bodenhebung weiter an. Laut einem gestern veröffentlichten IMO-Update nähert sich die Magmaakkumulation seit dem Ende der letzten Eruption Anfang August 2025 der Marke von 26 Millionen Kubikmetern.

Die Wissenschaftler bestätigten eine Bodenhebungsrate von 20 Millimetern pro Monat, was einem wert von gut 0,7 Millimetern pro Tag nahekommt.

Die seismische Aktivität bleibt vergleichsweise gering. Lediglich vereinzelt auftretende schwache Erdbeben mit Magnituden bis 2,0 wurden entlang der Kraterreihe Sundhnúkur registriert. Dennoch deuten Modellrechnungen klar auf eine fortgesetzte Magmaakkumulation unter dem System hin.

Die Behörden halten weiterhin die Bildung eines magmatischen Gangs sowie einen möglichen erneuten Ausbruch entlang der Sundhnúkur-Kraterreihe für das wahrscheinlichste Szenario. Die aktuelle Gefährdungsbeurteilung bleibt unverändert und mindestens bis zum 30. Juni in Kraft, während das Überwachungsteam des IMO die Entwicklung rund um die Uhr beobachtet.

Erdbebenaktivität auf Island weiterhin erhöht

Hohe Erdbebenaktivität auf Island – Katla im Fokus des Geschehens

Auf Island bleibt die Erdbebenaktivität erhöht. Insbesondere unter der Katla, wo es gut 20 Beben gab, aber auch unter Bárðarbunga, Krýsuvík und im Bereich von Eldey vor der Südwestspitze von Reykjanes, bebte die Erde oft. Das seismische Netzwerk des IMO registrierte innerhalb von 48 Stunden 141 Erschütterungen. Zwar ist das kein Spitzenwert, dennoch sind die Beben ein Anzeichen für den fortlaufenden Spannungsabbau in der dünnen Erdkruste Islands.

Die Spannungen entstehen einerseits infolge tektonischer Prozesse entlang der beiden isländischen Riftzonen, die divergenter Natur sind: Dadurch, dass sich die Kontinentalplatten Europas und Nordamerikas voneinander entfernen, wird die Erdkruste ausgedünnt und reißt quasi auf, was zu Erdbeben führt. Die gleichen Prozesse bewirken auch, dass Wege für aufsteigendes Magma freigemacht werden. Dieses steigt aus der Tiefe auf und versucht gewissermaßen, die Risse und die Krustenausdünnung auszugleichen. Der Magmenaufstieg sowie die Bewegung von Fluiden entlang von Störungszonen verursachen ihrerseits ebenfalls Erdbeben.

Insbesondere unter den großen Zentralvulkanen und im bekannten Bodenhebungsgebiet bei Svartsengi akkumuliert sich bereits Magma in der Erdkruste, und die Vulkane bereiten sich auf mögliche Ausbrüche vor. Wann es tatsächlich zu einem Ausbruch kommt, lässt sich derzeit jedoch nicht vorhersagen.

Am weitesten fortgeschritten ist der Prozess der Magmenakkumulation offenbar im Gebiet von Svartsengi. Dort bestätigen die GNSS-Messwerte ein anhaltendes Bodenheben – mit der Einschränkung, dass die letzten beiden Messwerte wieder aus dem Rahmen fallen und eine leichte Subsidenz anzeigen. Seit dem Ende der letzten Eruption Anfang August 2025 hob sich der Boden hier um gut 38 Zentimeter. Damit wurde ungefähr das Niveau erreicht, das bereits vor Beginn der letzten Eruption gemessen worden war.

Da sich das Magma nicht überall gleichmäßig ansammelt und die aktuelle Hebungszone ausgedehnter ist als vor dem letzten Ausbruch, dürfte sich inzwischen mehr Magma angesammelt haben als vor jedem anderen Ausbruch der Sundhnúkur-Serie. Eine weitere Eruption gilt daher weiterhin als wahrscheinlich und könnte jederzeit einsetzen. Es wird allerdings nur eine kurze Vorwarnzeit erwartet.

Island: Bodenhebung setzt sich Ende April fort

Anhaltende Bodenhebung bei Svartsengi: Magma sammelt sich weiter – Ausbruch bleibt wahrscheinlich

Unter dem Geothermiegebiet von Svartsengi auf der isländischen Reykjanes-Halbinsel bleibt die Lage weiter angespannt. Neue Messdaten und ein Update von IMO bestätigen, dass sich die Magmaansammlung im Untergrund langsam aber stetig fortsetzt. Nach Einschätzung der Geoforscher und Gefahrenanalysten bleibt eine Magmaintrusion in Richtung der Sundhnúkur-Kraterreihe und ein daraus resultierender Vulkanausbruch das derzeit wahrscheinlichste Szenario.



Svartsengi. © IMO

Seit dem letzten Ausbruch im Juli/August 2025 haben sich modellrechnungen zufolge inzwischen fast 25 Millionen Kubikmeter Magma unter Svartsengi angesammelt. Die Erdoberfläche hebt sich dabei um etwa zwei Zentimeter pro Monat, was als ein deutliches Zeichen für zunehmenden Druck im magmatischen System interpretiert wird.

Eine neue satellitengestützte InSAR-Analyse bestätigt diese Entwicklung. Die jüngsten Auswertungen, die Veränderungen der Erdoberfläche durch den Vergleich mehrerer Aufnahmen sichtbar machen, zeigen eine anhaltende Hebung im Bereich Svartsengi. Andere Teile der Reykjanes-Halbinsel weisen hingegen keine vergleichbaren Deformationen auf. Ein InSAR-Satellitenbild, das die Veränderungen der Bodenhebung zwischen Mitte März und Mitte April dokumentiert, zeigt die fortschreitende Hebung in Form von Farbringen. Diese sind aber bei weitem nicht so prägnant, wie es auf früheren Bildern der Fall war, als Dutzende eng beieinander liegende Farbringe auftraten.

Trotz der wachsenden Magmamengen im Untergrund bleibt die seismische Aktivität weiter auf niedrigem Niveau. Die meisten registrierten Erdbeben haben Magnituden im Bereich der Mikroseismizität, wenngleich in den vergangenen zwei Wochen ein leichter Anstieg der Seismik beobachtet wurde. Die geringe Seismizität muss in diesem Stadium der Bodenhebung aber nicht im Widerspruch zu einem erwarteten Ausbruch stehen, sondern spiegelt wieder, dass der Boden mehrfach gespannt und entspannt wurde und nun nicht mehr empfänglich für Spannungsaufbau und Erdbeben ist, ähnlich wie ein ausgeleiertes Gummiband im Hosenbund.

Weiterhin gilt, dass die Vorwarnzeit einer Eruption sehr kurz ausfallen könnte. Sollte sich eine Intrusion in Richtung der Kraterreihe bewegen, könnte ein Ausbruch mit nur kurzer Vorlaufzeit einsetzen. Prognosen gehen derzeit von einem Zeitfenster von weniger als einer Stunde aus – eine Herausforderung für den Katastrophenschutz.

Island: Erhöhte Seismizität am Wochenende

Erdbebenaktivität in Island: Aktuelle Schwarmbeben vor Reykjanes und am Vatnajökull

Island zählt zu den seismisch aktivsten Regionen Europas. Die Lage auf dem Mittelatlantischen Rücken, wo die Nordamerikanische und Eurasische Platte auseinanderdriften, führt zu häufigen Erdbeben und intensiver vulkanischer Aktivität. Aktuelle Daten vom Wochenende zeigen eine ausgeprägte Phase seismischer Unruhe, insbesondere vor der Spitze der Reykjanes-Halbinsel, wo es bei Reykjanestá fast 100 Erschütterungen gab, und im Bereich des Vatnajökull-Gletschers mit dem Bárðarbunga, wo mehr als 60 Beben registriert wurden.

Island

Auf der IMO-Shakemap für Gesamtisland sind aktuell 248 Beben eingetragen, die sich in mehreren Regionen Islands entlang der Haupt-Divergenz-Zonen manifestierten. Einschränkend sei erwähnt, dass viele der Beben nur eine Signalqualität von 50 % hatten und noch nicht von einem Seismologen bestätigt wurden.

Der Fokus der Aktivität lag wenige Kilometer nordwestlich von Reykjanestá, wo am 25. April um 19:00 Uhr ein Erdbebenschwarm begann. Innerhalb kurzer Zeit wurden dort insgesamt gut 90 Beben registriert. Die meisten Ereignisse lagen unter Magnitude 2, doch es traten auch stärkere Beben auf: Ein Ereignis erreichte Magnitude 3,0, ein weiteres 2,5. Das stärkste Beben des genannten Zeitraums wurde am 26. April um 00:19 Uhr mit Magnitude 2,5 gemessen, mit einem Epizentrum, das 4,5 km westlich von Reykjanestá in geringer Tiefe von ca. 6 km lag.

Bodenhebung

Solche Schwärme sind typisch für die Region und stehen oft im Zusammenhang mit Spannungsabbau in der Erdkruste oder magmatischen Bewegungen. Erdbeben hier könnten auch mit den magmatisch bedingten Bodenhebungen bei Svartsenig in Verbindung stehen. Die neusten GNSS-Messungen zeigen, dass sich die Bodenhebung im April beschleunigt zu haben scheint. Schätzungen nach erhöhte sich die Magma-Aufstiegsrate in dem flachen Speichersystem auf über 1 Kubikmeter pro Sekunde.

Auch der Nordosten Islands zeigte erhöhte Aktivität im Bereich des Vatnajökull-Gletschers und des Bárðarbunga-Vulkansystems. Dort wurden 62 Beben registriert. Die meisten waren sehr schwach, wobei das stärkste Beben vom 25. April eine Magnitude von 3,2 erreichte. Das letzte Ereignis über Mb 3,0 manifestierte sich in diesem Gebiet Ende März (M3,8).

Die Tiefenverteilung reicht von oberflächennahen Ereignissen bis etwa 20 km, was auf komplexe Prozesse hinweist. Bárðarbunga ist bekannt für wiederkehrende seismische Aktivität, die häufig mit Druckveränderungen im magmatischen System des Zentralvulkans in Verbindung steht.

Interessant sind auch zwei Beben Mb 4,4 und 4,2, die sich am Sonntagnachmittag auf dem Reykjanes-Ridge ereignet haben. Ihre Epizentren lagen gut 200 Kilometer vor der Küste von Reykjanes. Die Herdtiefen wurden mit 10 km angegeben.

Island: Bodenhebung relativ konstant

Bodenhebung bei Svartsengi hält an – Vulkanausbruch auf Island weiterhin wahrscheinlich

Auf der isländischen Reykjaneshalbinsel erwarten Vulkanologen des IMO weiterhin einen Vulkanausbruch im Svartsengi-System. Grund dafür ist die anhaltend gleichmäßige Bodenhebung, die im Bereich des Geothermalkraftwerks Svartsengi sowie am Resort der Blauen Lagune am stärksten ausgeprägt ist. Nachdem die GNSS-Messungen im März zeitweise ungenau erschienen oder sich die Hebegeschwindigkeit kurzfristig verringert hatte, liegen inzwischen ausreichend neue Daten vor. Diese bestätigen, dass sich der Boden im April mit derselben Geschwindigkeit hebt, wie sie bereits seit Ende Dezember beziehungsweise Anfang Januar beobachtet wird.



Bodenhebung SKSH

Der Boden hebt sich derzeit um etwa 1 Millimeter pro Tag. Ursache dafür ist Magma, das aus einem tiefer gelegenen Speichersystem unterhalb von Fagradalsfjall in ein flacheres Reservoir unter Svartsengi aufsteigt. Pro Sekunde bewegen sich etwa ein Kubikmeter Magma entlang eines unterirdischen Aufstiegswegs, der von rund 8 Kilometern Tiefe bis auf etwa 4 Kilometer hinaufführt. Dadurch nimmt der Druck im flachen Magmenspeicher kontinuierlich zu. Unter normalen Umständen wären dabei häufige Erdbeben zu erwarten. Paradoxerweise treten diese im Bereich von Svartsengi jedoch nur selten auf, während in den umliegenden Regionen vermehrt seismische Aktivität registriert wird.

Eine Studie aus dem vergangenen Jahr zur Seismizität der Campi Flegrei kam zu dem Schluss, dass sich die Untergrundstruktur der Caldera so verändert, dass trotz anhaltender Bodenhebung immer weniger Erdbeben ausgelöst werden. Ein ähnlicher Prozess könnte möglicherweise auch im Svartsengi-Gebiet stattfinden.

Obwohl die letzte Eruption im August 2025 stattfand, kann für Island noch keine Entwarnung gegeben werden. Die IMO-Vulkanologen rechnen weiterhin mit einem Ausbruch entlang der Sundhnúkur-Kraterreihe oder mit der Bildung eines oberflächennahen magmatischen Gangs. Die eruptive Aktivität auf der Reykjaneshalbinsel könnte sich über Jahrzehnte erstrecken, wobei die Ruhephasen zwischen einzelnen Eruptionen mehrere Jahre dauern können. Als Beispiel werden häufig die Krafla-Feuer angeführt, bei denen es vor der letzten Eruption eine dreijährige Pause gab, während der sich der Boden kontinuierlich weiter anhob.

Island: Erdbeben und Bodenhebung am 19. April

Erhöhte Seismizität auf Island – Schwarmbeben an der Tjörnes-Fracture-Zone

Seit einigen Tagen zeigt die IMO-Shakemap eine zunehmende seismische Aktivität in mehreren Regionen Islands an. Insgesamt ereigneten sich innerhalb von zwei Tagen rund 230 automatisch detektierte Erdbeben. Besonders auffällig ist ein Schwarmbeben an der TFZ (Tjörnes-Fracture-Zone) vor der Nordküste der Insel. Aber auch an einigen Zentralvulkanen wie Bárðarbunga und Katla werden Erdbeben registriert. Die Mehrzahl der Beben wurde allerdings noch nicht von einem Seismologen überprüft und bestätigt. Auf Reykjanes hält die Bodenhebung weiter an, während die Seismizität insbesondere bei Svartsengi gering ist. 

Bodenhebung

Im Bodenhebungsgebiet von Svartsengi treten weiterhin nur wenige Erdbeben auf, wobei ein schwaches Mikrobeben hervorzuheben ist, das sich am Freitagabend unter Grindavík ereignete. Obwohl die Seismizität dort gering ist und man fast von einer seismischen Lücke sprechen kann – da in benachbarten Systemen durchaus Aktivität herrscht –, setzt sich die Bodenhebung fort. Entgegen den GNSS-Messungen vom März scheint sie sich im Vergleich zum Jahresanfang nicht signifikant verlangsamt zu haben. Entweder waren die Messungen ungenau, oder die Bodenhebung hat sich im April wieder auf frühere Werte beschleunigt. Da in der vergangenen Woche gemeldet wurde, dass sich seit Ende der letzten Eruption im August 2025 bereits 25 Millionen Kubikmeter Magma akkumuliert haben, ist eher davon auszugehen, dass die Messwerte fehlerhaft waren und der Magmaaufstieg kontinuierlich anhielt. Dies bestätigt die Einschätzung der IMO-Forscher, dass es weiterhin jederzeit zu einem neuen Vulkanausbruch entlang der Sundhnúkur-Spalte kommen kann.

Seismizität

Neben Svartsengi befinden sich auch die beiden Zentralvulkane Katla und Bárðarbunga in einem langsamen, aber stetigen Aufladungsprozess, der sich in erhöhter Seismizität widerspiegelt. Die Deformationsdaten sind hier zwar weniger eindeutig als bei Svartsengi, was jedoch daran liegen könnte, dass die Messung der Bodenverformung bei diesen subglazialen Vulkanen deutlich schwieriger ist.

Im Westen Islands wurden im Bereich von Grjótárvatn ebenfalls einige schwache Erdbeben in Tiefen von mehr als 15 Kilometern registriert. Auch hier wird ein magmatischer Zusammenhang vermutet. Innerhalb von 48 Stunden wurden 15 Erschütterungen detektiert.

Die meisten Beben – insgesamt 137 – traten jedoch an der eingangs erwähnten Tjörnes-Fracture-Zone auf. Diese seismische Zone befindet sich dort, wo die Hauptstörungszonen Islands mit dem Mittelatlantischen Rücken verschmelzen. Neben starken tektonischen Prozessen spielt hier auch Magmatismus eine Rolle, insbesondere in der Nähe der Insel Grímsey, wo sich ein submarines Vulkanfeld befindet.

Island: 13 Erdbeben unter Fagradalsfjall

Magma-Ansammlung unter Svartsengi bei 25 Millionen Kubikmetern – 13 Erdbeben unter Fagradalsfjall auf Island registriert

Obwohl es im Bereich von Svartsengi täglich nur ein bis zwei schwache Erdbeben gibt, die zudem so geringe Magnituden haben, dass sie auf der Shakemap des Icelandic Meteorological Office nicht angezeigt werden, hat die Magmaansammlung im flachen Magmakörper inzwischen die Marke von 25 Millionen Kubikmetern erreicht. Dies ist eine Folge der langsamen, aber stetigen Akkumulation von Schmelze, die aus größerer Tiefe aufsteigt. Seit Beginn der Eruption an der Sundhnúkur-Spalte hat sich noch nie so viel Magma im Untergrund befunden. Umso erstaunlicher ist es, dass der erwartete Ausbruch weiterhin auf sich warten lässt.

Island. © IMO

Nicht weniger bemerkenswert ist, dass am 13. April unter dem Fagradalsfjall genau 13 schwache Erdbeben registriert wurden, die ebenfalls nicht auf den Erdbebenkarten erscheinen. Die Hypozentren wurden in etwa 10 Kilometern Tiefe lokalisiert.

Die Daten zur Seismizität wurden in der jüngsten Gefahrenanalyse des IMO zur Situation bei Svartsengi und Grindavík erwähnt, verbunden mit der Feststellung, dass es in diesem Areal, das von 2021 bis 2023 eruptiv aktiv war, seit Längerem keine derart hohe Anzahl an Erdbeben mehr gegeben hat. Das normale Tagesmaximum liegt bei 3 Beben.

Wir erinnern uns: Unter Svartsengi befindet sich in mehr als acht Kilometern Tiefe eine Magmadomäne, die das flache Reservoir in 4-5 Kilometern Tiefe unter Svartsengi mit Schmelze versorgt. Eine Magmadomäne ist eine großvolumige Ansammlung von Magma, das sich – ähnlich den Poren eines Schwamms – in zahlreichen kleinen Magmataschen im Gestein verteilt, was den Nachweis der Schmelze im Untergrund erschwert. Somit ist es jederzeit möglich, dass sich das Magma einen neuen Weg an die Oberfläche sucht und sich das Eruptionszentrum erneut verlagert.

Bislang betrachten Vulkanologen weiterhin Sundhnúkur als wahrscheinlichsten Ausbruchsort der nächsten Eruption, die nach Einschätzung des IMO theoretisch jederzeit beginnen könnte. Die Vorwarnzeit könnte mit etwa 20 Minuten extrem kurz ausfallen, weshalb dazu aufgerufen wird, das Gebiet um Sundhnúkur zu meiden.

Island: Schwarmbeben im Süden bei Selfoss

Erdbebenschwarm im Süden von Island: Hinweise auf tektonische Spannungen und mögliche Fluidbewegung

Am Vormittag des 12. Aprils wurde im Süden Islands ein Erdbebenschwarm registriert. Innerhalb weniger Stunden ereigneten sich mehr als 50 Einzelbeben, die sich räumlich in einem engen Cluster konzentrierten, der bei Þjórsárbrú lokalisiert wurde. Außerdem gab es zuvor einige Beben abseits des Clusters im Gebiet von Hestfjall.

Island. © IMO

Die Magnituden bewegten sich größtenteils im Bereich zwischen 0,0 und 2,5. Das stärkste Ereignis erreichte Magnitude 2,5, das aufgrund seiner geringen Herdtiefe von 3,2 Kilometern von Anwohnern wahrgenommen werden konnte. Die Herdtiefen lagen überwiegend in einem sehr flachen Bereich von etwa 2 bis 4 Kilometern. Eine klassische Hauptbeben-Nachbeben-Sequenz ist nicht erkennbar, was den Schwarmcharakter unterstreicht.

Zusätzlich zur Hauptaktivität trat eine kleinere Gruppe von Beben im Bereich des Hengill-Vulkansystems auf, nahe Hrómundartindur. Diese Ereignisse zeigen ähnliche Tiefen und deuten darauf hin, dass die gesamte Region derzeit tektonisch aktiv ist.

Der Schwarm ereignete sich in einer geologisch hochkomplexen Zone Islands. Hier überlagern sich zwei zentrale Strukturen:

  • die East Volcanic Zone, eine aktive Riftzone, in der sich die eurasische und nordamerikanische Platte voneinander entfernen
  • die South Iceland Seismic Zone, eine Transformzone, die horizontale Verschiebungen aufnimmt

Diese Kombination führt regelmäßig zu Spannungsumlagerungen in der Erdkruste und begünstigt die Entstehung von Erdbebenschwärmen.

Der Schwarm liegt zudem in unmittelbarer Nähe des Vulkans Hekla, einem der aktivsten Vulkane Islands, der in den letzten Jahren aber auf eine Eruption warten ließ Auch das geothermisch aktive Hengill-System befindet sich in der Region. Beide Systeme sind bekannt für ihre enge Kopplung zwischen tektonischen Spannungen und magmatischen Prozessen. Möglicherweise verursachten Fluidbewegungen entlang von Störungszonen die Erdbeben.

Situation bei Svartsengi

Bodenhebung Svartsengi. © IMO

Auf der Reykjanes-Halbinsel und hier insbesondere im Svartsengi-Gebiet lassen Erdbeben weiter auf sich warten. Allerdings ist es dort heute sehr windig, sodass schwache Erdbeben der Registrierung entgehen könnten.

Weitere GNSS-Messungen zeigen, dass die Bodenhebung auf geringem Niveau weitergeht und nicht stagniert, wie man anhand früherer – und scheinbar ungenauer – Messungen hätte meinen können. Die Magma-Aufstiegsrate dürfte unter 0,5 Kubikmetern pro Sekunde liegen. Die Gesamtmenge der Magmaakkumulation strebt langsam in Richtung 25 Millionen Kubikmeter seit Ende der letzten Eruption.

Ob und wann es zu einem weiteren Ausbruch kommt, ist Gegenstand von Spekulationen, wissenschaftlich vorhersagen lässt es sich derzeit nicht.

Island: Rekordmenge an Magma angesammelt

Rekordmenge Magma unter Svartsengi – Vulkanausbruch auf Island bleibt wahrscheinlich

Obwohl sich die Bodenhebung im Bereich von Svartsengi auf Reykjanes in den letzten Tagen weiter verlangsamte, hat sich unter dem Vulkansystem inzwischen mehr Magma angesammelt als je zuvor seit Beginn der aktuellen Eruptionsserie im November 2023. Nach neuesten Modellrechnungen befinden sich inzwischen mehr als 24 Millionen Kubikmeter geschmolzenes Gestein im Magmareservoir – ein Höchstwert im bisherigen Verlauf der Aktivität.

Magmaansammlung

Trotz der derzeit vergleichsweise langsamen Magmazufuhr sehen IMO-Vulkanologen keinen Grund zur Entwarnung. Im Gegenteil: Magmaintrusionen und Vulkanausbrüche entlang der Sundhnúkur-Kraterreihe gelten weiterhin als wahrscheinlichstes Szenario. Die große Magmamenge erhöht sogar die Möglichkeit, dass ein zukünftiger Ausbruch stärker ausfallen könnte als die bisherigen Ereignisse, sofern das Magma die Oberfläche erreicht.

Ein langsames Wachstum der Magmaansammlung ist nicht unbedingt ungewöhnlich. Ein Blick auf die Krafla-Eruptionsserie zwischen 1975 und 1984 zeigt, dass selbst über mehrere Jahre hinweg geringe Magmazufuhr in einem großen Ausbruch gipfeln kann. Damals verlangsamte sich die Aktivität deutlich, bevor es nach einer dreijährigen Pause 1984 zum größten Ausbruch der Serie kam.

Nach Meinung der IMO-Vulkanologen gilt auch für Svartsengi: Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass die Eruptionsphase endet. Das Vulkansystem bleibt auf Warnstufe 2 („deutlich erhöhte Aktivität“). Die Wissenschaftler schreiben, dass erst langfristige Veränderungen in den Messdaten eine Entwarnung rechtfertigen würden.

Hinzu kommt, dass Eruptionszyklen auf der Reykjanes-Halbinsel über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte andauern können – mit teilweise langen Ruhephasen zwischen einzelnen Ausbrüchen. Eine vorübergehende Pause bedeutet daher nicht das Ende der Aktivität.

Die weitere Entwicklung bleibt schwer vorhersehbar. Zwar ist die Magmazufuhr derzeit so langsam wie nie zuvor, gleichzeitig ist die gespeicherte Menge größer als je zuvor. Diese Kombination erschwert Prognosen. Klar ist jedoch: Ein erneuter Ausbruch kann nicht ausgeschlossen werden. Behörden überwachen die Lage rund um die Uhr, und kurzfristige Evakuierungen bleiben möglich.

Erdbeben unter Bardarbunga

Während die Seismizität im Bereich von Svartsenig gering bleibt, gab es gestern Morgen unter dem subglazialen Vulkan Bardarbunga ein Erdbeben Mb 3,1 in 1,1 Km Tiefe. Im Bereich des Vatnajökulls wurden 32 Beben innerhalb von 48 Stunden registriert,