Schwarmbeben westlich von Grindavik auf Island – Gut 30 Erdbeben bis jetzt
Heute Morgen manifestierte sich auf der isländischen Reykjanes-Halbinsel ein Schwarmbeben an einer eher ungewöhnlichen Lokation: Seit 08:26:56 Uhr bebt die Erde genau in der Mitte zwischen dem Leuchtturm von Reykjanestá und Grindavík. Die Distanz zwischen den beiden Orten beträgt gut 14 Kilometer. Die Epizentren liegen unter dem Lavafeld Berghraun an der Südküste von Reykjanes und in unmittelbarer Nähe zur Küstenstraße Nesvegur. Die Tiefe der meisten Erdbebenherde liegt bei rund 5 Kilometern. Das stärkste Beben hatte laut IMO eine Magnitude von 2,5 und ein Hypozentrum in 0,6 Kilometern Tiefe.

Obwohl das Schwarmbeben bislang nicht weiter bedrohlich ist, könnte es mit den Spannungen in der Erdkruste zusammenhängen, die infolge der Magmaakkumulation bei Svartsengi entstehen. Es ist auch möglich, dass sich hier direkt magmatische Fluide entlang von Störungszonen bewegen. Die am nächsten gelegene GNSS-Messstation GEVK westlich von Grindavík zeigt in den letzten Tagen eine leichte Deflation. Es ist also denkbar, dass sich der unterirdische Schmelzfluss verlagert. An der nördlich von Berghraun gelegenen Kraterreihe Eldvörp stoppte die Bodenhebung laut den letzten Messungen jedoch ebenso wie bei Svartsengi. Die nächsten Tage werden zeigen, ob es sich erneut um Messfehler oder um einen neuen Trend handelt.
Über die letzten Monate hinweg verfestigte sich der Trend der Bodenhebung in einem weiten Teil von Zentralisland. An der Messstation KISA hob sich der Boden seit Juli 2025 um bis zu 70 mm. Diese Messstation liegt westlich von Bárðarbunga am Rand des Gletschers Vatnajökull. Aber auch an anderen Stationen rund um den Gletscher Hofsjökull ist eine Hebung von etwa 20 mm festzustellen.
Die Hebung Zentralislands ist unter Wissenschaftlern seit Längerem bekannt, war bis dato aber eher subtil und nahm erst in den letzten Monaten deutlich an Fahrt auf. Es gibt Überlegungen, dass die Hebung mit dem isländischen Mantelplume in Verbindung stehen könnte, dessen aktivster Teil unter dem Vatnajökull mit seinen mächtigen Zentralvulkanen angesiedelt ist.









