Erdbeben auf Island verteilen sich über die gesamte Insel
Die Erdbebenaktivität auf Island bewegt sich weiterhin auf einem mittelhohen Niveau, und die IMO-Shakemap ist entsprechend relativ bunt: Innerhalb von 48 Stunden wurden mehr als 100 Beben registriert, die sich auffallend homogen über die bekannten Erdbebenzonen Islands verteilen, ohne ausgeprägte Erdbebenschwärme zu bilden. Das stärkste Beben der letzten Stunden hatte eine Magnitude von 2,7 und manifestierte sich an der Tjörnes-Fracture-Zone vor der Nordküste Islands. Während die Erdbebentätigkeit hier nichts Ungewöhnliches ist, finde ich die anhaltende Seismizität in der Krafla-Region durchaus bemerkenswert.

Weiter südlich liegen der Tafelvulkan Herdubreid und die Caldera Askja, wo die Seismizität in den letzten Tagen ebenfalls erhöht ist. Während die Bodenhebung an der Messstation OLAC, die ziemlich im Zentrum der Askja-Caldera liegt, zum Erliegen gekommen ist, verzeichnet die Messstation JONC im Norden des Gebiets eine anhaltende Hebung, die aller Wahrscheinlichkeit nach durch sich im Untergrund akkumulierende magmatische Fluide verursacht wird.
Ein weiterer interessanter Bebenspot ist der Gletscher Vatnajökull, unter dem sich mehrere Zentralvulkane befinden. Hier konzentriert sich die Bebentätigkeit weiterhin auf Bárðarbunga und Grímsvötn. An beiden Vulkanen gibt es anhaltende Bodenhebungen, die allerdings aufgrund der Eisbedeckung schwer zu quantifizieren sind. Die Bodenhebungen verlaufen relativ langsam und sind keine Anzeichen für unmittelbar bevorstehende Eruptionen.
Anhaltende Erdbebentätigkeit wird auch im Süden Islands registriert, etwa in dem Gebiet zwischen Torfajökull und Hekla, während es im Westen der Insel weiterhin am Langjökull und am Grjótárvatn bebt.
Auf der Reykjanes-Halbinsel im Südwesten ereigneten sich die meisten Beben im Krýsuvík-System und vor der Küste bei Reykjanestá. Im Svartsengi-System ist es nach wie vor auffällig ruhig, obgleich die Bodenhebung weiterhin konstant anhält und sich im Untergrund Magma ansammelt. Die Gefahr eines Vulkanausbruchs ist also noch nicht gebannt.









