Ätna: Status der Eruption unklar

Unklarer Status der Eruption am Ätna – Kontroverse Diskussionen über Sicherheitsmaßnahmen

Der Status der Eruption am Ätna ist aufgrund schlechten Wetters unklar. Bereits gestern hüllten sich der Gipfel und die Ostseite des Vulkans den ganzen Tag in Wolken, sodass visuelle Observierungen via Livecam erfolglos blieben. Am Nachmittag berichtete das INGV allerdings, dass die tiefere Lavafront ihre Aktivität stoppte und abkühlte. Zugleich war es relativ still am Gipfel. Zumindest konnten keine Explosionen gehört werden und auch die Infraschallsensoren registrierten nur Wind. Der Tremor bewegte sich auf mittelhohem bis niedrigem Niveau. Also sprach alles für ein Ende der Eruption. Doch heute Morgen stieg der Tremor wieder bis in den unteren roten Bereich, was ein Indiz dafür ist, dass sich die Gipfelaktivität fortsetzt bzw. wieder einsetzt.

Tremor. © INGV

In den sozialen Medien werden die Sicherheitsmaßnahmen, die von den Verantwortlichen der Kommune Milo in Bezug auf den Zugang zum Eruptionsgebiet im Valle del Bove erlassen wurden, als unverhältnismäßig bis vollkommen übertrieben bezeichnet. Diese Äußerungen stammen sowohl von Vulkanführern als auch von einem uns bekannten Vulkanologen, der sich aber privat äußerte. Zuletzt durften nur noch von zertifizierten Führern geführte Gruppen in das Valle del Bove steigen und sich bis maximal 200 m der Lava nähern. Um 18 Uhr hatten sie sich wieder an der Kontrollstation einzufinden, was bedeutete, dass man schon vor der Dunkelheit das Gebiet des Lavastroms verlassen musste – also bevor es so richtig interessant wird, da die Lava im Dunklen bzw. Dämmerlicht am fotogensten ist.

Langsam dämmert es wohl nicht nur mir, dass wir in einer überkontrollierten Gesellschaft leben, in der es verboten ist, persönliche Risiken einzugehen, aus Angst, dass Behörden und Kommunen auf Entschädigung verklagt werden, sollte was passieren. Diese durchaus begründete Angst ist der aus den USA zu uns übergeschwappten Klagewut zu verdanken, in der jeder hofft, selbst aus Unglücken noch Kapital zu schlagen. Leider ersticken die überbordenden Restriktionen jeden Forscherdrang, eigentlich ein Teil der Persönlichkeit vieler Menschen. Hinzu kommen natürlich noch die Reisepreise, die seit der Pandemie unverhältnismäßig in die Höhe geschossen sind.

Angst und überzogenes Sicherheitsbedürfnis auf der einen Seite, Habgier und Skrupellosigkeit auf der anderen, spiegeln sich leider auch immer mehr in der Politik wider. Das schreibe ich jetzt nicht unbedingt in Bezug auf Italien und den Ätna, sondern auf die große Bühne des Weltgeschehens, wo uns Machthaber voller Psychosen und nahe der Geisteskrankheit langsam aber sicher auf einen dritten Weltkrieg zusteuern!

Mayon: Domwachstum und Aktivitätssteigerung

Mayon zeigt frische Lava am Dom – Zahlreiche pyroklastische Ströme unterwegs

Der philippinische Vulkan Mayon steigerte in den letzten Stunden seine Aktivität weiter und erzeugt am laufenden Band Steinschläge, Schuttlawinen und pyroklastische Dichteströme, die immer größere Gleitstrecken haben. Die Ursache liegt in einem beschleunigten Domwachstum: Auf Livecamaufnahmen erkennt man zwischen den Aschewolken der pyroklastischen Ströme, dass sich am Dom eine neue, schwarze Lavafläche gebildet hat. Hierbei handelt es sich prinzipiell um einen sehr zähen, instabilen Lavastrom, an dem es infolge nachströmender Lava zu ständigen Abbrüchen kommt, die die eingangs beschriebenen Phänomene verursachen.




Mayon

Auch die geophysikalischen Daten von PHIVOLCS spiegeln die gesteigerte Aktivität der letzten 24 Stunden wider. Das seismische Netzwerk registrierte nicht nur ein vulkanotektonisches Erdbeben, sondern auch 162 Steinschlagereignisse, teils gepaart mit Schuttlawinenabgängen, sowie die Signale von 50 pyroklastischen Dichteströmen – eine bemerkenswert hohe Anzahl.

Visuelle Beobachtungen ergaben, dass der Dom am Banaag-Krater heißer geworden ist: Die Rotglut intensivierte sich und war bei günstigen Bedingungen mit bloßem Auge erkennbar. Zuvor konnte sie nur mithilfe eines Teleskops beobachtet werden.

Die Messungen der Schwefeldioxid-Emissionen (SO₂) ergaben am 5. Januar 2026 einen Ausstoß von rund 702 Tonnen pro Tag, was auf eine weiterhin aktive Magmazufuhr hinweist.

Die Eruptionswolke erreichte eine Höhe von etwa 200 Metern über dem Krater. Es handelte sich um eine moderate Emission, wobei die Asche- und Gasfahne in nordöstliche Richtung verfrachtet wurde. Diese Höhenangaben decken sich in etwa mit den zahlreichen VONA-Warnungen für den Flugverkehr, die Vulkanasche in rund 2.700 Metern Höhe detektierten. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Aschewolken von den pyroklastischen Strömen aufsteigen und ihre volle Ausdehnung erst unterhalb des Kraters entfalten, der sich auf 2.462 Metern Höhe über dem Meeresspiegel befindet.

Darüber hinaus zeigen geodätische Messungen eine Inflation des Vulkangebäudes, was auf einen anhaltenden Druckaufbau im Untergrund schließen lässt.

Die Alarmstufe steht seit dem 1. Januar auf Stufe 3, und es gilt eine 6-Kilometer-Sperrzone um den Gipfel des Mayon. Sollten größere pyroklastische Ströme entstehen, könnten diese das Sperrgebiet verlassen. Besondere Gefahr besteht entlang von Schluchten und Flussläufen.

Fuego eruptiert in kurzer Frequenz

Fuego in Aktion. © Afar-TV-Livestream

Fuego eruptiert Asche und Lava – Eruptionen erfolgen schnell hintereinander

In Guatemala ist der Fuego weiterhin sehr aktiv und eruptiert in schneller Frequenz strombolianisch. Dab steigen Aschewolken bis auf 5200 m Höhe (FL170) auf und verteilen sich in Richtung Westen und regnen über bewohntem Gebiet ab. Glühende Tephra wird bis zu 200 m hoch ausgeworfen. Im Gipfelkrater sind mehrere Schlote aktiv, die abwechselnd feuern, wobei ein Schlot recht schräg schießt, so dass die glühende Tephra auf den Südwesthang fällt und in Form von glühenden Schuttlawinen fast bis zur Vegetationsgrenze hinabrollt.  INSIVUMEH veröffentlichte heute eine Satellitenaufnahme von Landsat 9, die die Glutspur einer solchen Schuttlawine zeigt.

Auf dem AFAR-TV-Livestream lassen sich die Eruptionen sehr schön beobachten. Sie folgen teilweise in kurzem Abstand von nur wenigen Minuten aufeinander, wobei nicht jeder Ausbruch eine weit hinreichende Schuttlawine erzeugt.

Fuego

Dem letzten Bericht der Vulkanologen vom 7. Januar mit Beobachtungen vom Vortag ist zu entnehmen, dass der Fuego schwache, mittelstarke und starke Explosionen erzeugte und etwa 8 bis 12 Mal pro Stunde eruptierte. Dabei stiegen Gas- und Aschewolken bis auf eine Höhe von rund 4.800 Metern über dem Meeresspiegel und wurden vom Wind in Richtung Westen getragen. Dadurch kam es in San Pedro Yepocapa sowie in den umliegenden ländlichen Gemeinden zu leichtem Ascheregen. Lavafragmente wurden bis zu 200 Meter hoch über den Kraterrand geschleudert und fielen rund um den Vulkan sowie in die oberen Abschnitte der Schluchten Santa Teresa, Ceniza und Las Lajas und erreichten teilweise den Rand der Vegetation. Diese vulkanische Aktivität wurde von Grollen, Druckwellen und lauten Geräuschen begleitet, die an den Klang einer Lokomotive erinnerten und in den nahegelegenen Ortschaften zu hören waren.

Mit dem Santiaguito ist ein weiterer Vulkan in Guatemala aktiv. Er förderte zuletzt kleinere Aschewolken, die bis auf eine Höhe von 4100 m aufstiegen und ebenfalls nach Westen verfrachtet wurden. Die Explosionen traten weniger häufig als am Fuego auf: Pro Stunde wurden bis zu 2 Eruptionen gezählt. Es kommt zu Steinschlägen und Schuttlawinen auf den Domflanken.

Mayon: Pyroklastische Ströme und Schuttlawinen

Mayon zeigt weiter steigende Aktivität – Zahlreiche glühende Schuttlawinen-Abgänge und einige pyroklastische Ströme

Aktuelle Aufnahmen, die heute Abend (Ortszeit) von Überwachungskameras am Mayon auf den Philippinen aufgenommen wurden, dokumentieren die fortgesetzte Aktivität des Vulkans. Am Gipfel war deutliches Kraterglühen zu beobachten, das lokal als „Banaag“ bezeichnet wird. Dabei erhellen überhitzte vulkanische Gase aus neu aufsteigendem Magma am Dom die Atmosphäre über dem Krater. Das Leuchten war schwach ausgeprägt und nur mit optischen Hilfsmitteln wie Teleskopen sichtbar. Besser zu sehen waren die Glutspuren zahlreicher heißer Schuttlawinen, die im oberen Vulkanhang entsprechende Zeichnungen hinterließen. Weniger gut sichtbar, aber dennoch detektierbar waren pyroklastische Ströme, deren Aschewolken bis zu 2,7 Kilometer hoch aufstiegen und VONA-Warnungen verursachten. Die Aktivität steigerte sich in den letzten Tagen zusehends und es könnte sich ein größerer Vulkanausbruch zusammenbrauen.




Mayon

Laut den PHILVOLCS-Daten zeigt sich im Krater selbst ein weiterhin aktiver Lavadom. Glühendes, frisch abgelagertes Material stammt aus wiederholten Felsstürzen sowie kurzen pyroklastischen Dichteströmen (PDCs), die lokal als „Uson“ bekannt sind. Diese gingen vom Dom aus und bewegten sich bevorzugt durch die Bonga-Schlucht. Solche Prozesse gelten als typische Begleiterscheinungen einer domdominierten Eruptionsphase.

Die seismischen Messungen der vergangenen 24 Stunden registrierten insgesamt 131 Felssturzereignisse sowie fünf pyroklastische Dichteströme. Vulkanotektonische Erdbeben wurden dabei nicht aufgezeichnet. Gleichzeitig zeigen geodätische Daten eine anhaltende Aufblähung des Vulkangebäudes, was auf weiteren Magmazufluss in flachere Bereiche des Systems hindeutet.

Der Ausstoß von Schwefeldioxid (SO₂) lag am 5. Januar 2026 bei durchschnittlich 702 Tonnen pro Tag. Zudem wurde eine mäßige Dampf-Emission aus dem Gipfelbereich beobachtet, deren Eruptionssäule überwiegend in Richtung Westnordwest bis Westsüdwest verfrachtet wurde.

Für den Mayon gilt weiterhin Alarmstufe 3. Die Behörden betonen, dass das Betreten der permanenten Gefahrenzone (PDZ) mit einem Radius von sechs Kilometern strikt verboten ist. Auch unbefugter Zutritt zur erweiterten Gefahrenzone (EDZ) sowie der Flugverkehr in unmittelbarer Nähe des Vulkans sind untersagt.

Als mögliche Gefahren werden weiterhin Felsstürze, Erdrutsche und Lawinen, der Auswurf geballter Fragmente, Lavaströme und Lavafontänen, pyroklastische Ströme sowie mittelstarke Explosionen genannt. Bei starken und anhaltenden Regenfällen besteht zudem die Gefahr von Laharen. Die Überwachung des Vulkans wird fortgesetzt. Anwohnerinnen und Anwohner werden zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen.

Bei anhaltendem Domwachstum ist damit zu rechnen, dass die pyroklastischen Ströme den Fuß des Mayons erreichen und sogar in besiedeltes Gebiet vordringen könnten. Bei den letzten starken Domwachstumsphasen kam es zudem zu Paroxysmen, die Lavafontänen und hoch aufsteigende Aschewolken produzierten.

Kanlaon emittiert Aschewolken bis auf 3400 m Höhe

Kanlaon steigerte Aktivität – Aschewolken in 3400 m Höhe festgestellt, Warnstufe 2 bleibt bestehen

Der philippinische Vulkan Kanlaon steigerte Anfang des Jahres erneut seine Aktivität und löste mit der Emission von Vulkanasche bereits 6 VONA-Warnungen aus. Die jüngste stammt von heute Morgen, 7:23 UTC, als nach Nordwesten driftende Vulkanasche in einer Höhe von 3400 m detektiert wurde. Es kam zu leichten Ascheniederschlägen in Ortschaften unter der Aschewolke.

Kanlaon

Wie PHILVOLCS berichtet, begann der länger anhaltende Ascheausstoß am 7. Januar 2026 um 14:58 Uhr Ortszeit. Zeitrafferaufnahmen einer IP-Kamera des Kanlaon Volcano Observatory – Canlaon City (KVO-CC) dokumentieren, wie sich gräuliche Aschewolken bis zu 900 Meter über den Krater erhoben und anschließend vorwiegend nach Nordwesten verfrachtet wurden. Das Ereignis dauerte insgesamt drei Stunden und 30 Minuten.

Während dieses Zeitraums registrierten die Seismometer drei vulkanotektonische Erdbeben, die alle lokalisiert werden konnten. Zusätzlich wurde innerhalb von 24 Stunden ein Schwefeldioxid-Ausstoß von 1662 Tonnen gemessen. Die Bodenverformung liefert wichtige Hinweise auf Magmenakkumulation im Untergrund: Messungen zeigen, dass sich das Vulkangebäude weiter aufgebläht hat.

Für den Kanlaon gilt weiterhin Alarmstufe 2, die auf erhöhte Unruhe und ein erhöhtes Gefahrenpotenzial hinweist.

Die Behörden warnen ausdrücklich vor einem Betreten der permanenten Gefahrenzone (PDZ) im Umkreis von vier Kilometern um den Gipfel. Auch der Luftverkehr wird angehalten, den Vulkan weiträumig zu meiden. Als mögliche Gefahren gelten plötzliche phreatische, also dampfgetriebene Eruptionen, ebenso wie eine mögliche Vorläuferaktivität magmatischen Ursprungs, die zu stärkeren Ausbrüchen führen könnte.

Der Kanlaon ist mit rund 2435 Metern Höhe der höchste aktive Vulkan der Insel Negros und zählt zu den aktivsten Vulkanen der Philippinen. Er ist ein Stratovulkan, der aus abwechselnden Lagen von Lava, Asche und pyroklastischem Material aufgebaut ist. Historisch kam es immer wieder zu kurzfristigen, explosiven Ausbrüchen, die teilweise ohne lange Vorwarnzeit einsetzten. Entsprechend aufmerksam verfolgen Vulkanologen die aktuelle Entwicklung – denn auch scheinbar moderate Ascheemissionen können ein Vorzeichen für eine weitere Eskalation der Aktivität sein.

Der Kanlaon ist nicht der einzige aktive Vulkan der Philippinen: Besonders der Mayon, über den ich gestern berichtete, steigerte seine Aktivität weiter. Mehr dazu später.

Ätna: Explosionsgeräusche vom Gipfel

Neue Explosionsgeräusche vom Ätna-Gipfel – Lavastrom kühlt ab

Auf der Thermalcam des INGV sieht man heute Abend, dass sich der Lavastrom im unteren Bereich des Valle del Bove abzukühlen scheint. Es ist aber nicht klar, ob die Eruption beendet ist oder ob ein weiterer Lavaschub kommen wird. Dafür wurden heute Mittag aber starke Explosionsgeräusche aus dem Gipfelbereich gehört. Der Tremor ist nach einigen Fluktuationen im gelben Bereich wieder im unteren roten Bereich unterwegs und zeigt das Muster wie während der erhöhten Aktivität am Nordostkrater.




Wie das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV), Ätna-Observatorium, in mehreren Bulletins mitteilte, hat sich die seismische Situation im Tagesverlauf nicht grundlegend verändert, bewegt sich jedoch weiterhin auf hohem Niveau.

Besonders auffällig sind die hohen Werte des vulkanischen Tremors, dessen Quellen nach wie vor östlich des Gipfelkraters Voragine lokalisiert werden, in einer Höhe von rund 2.900 Metern über dem Meeresspiegel. Die Tremoramplitude setzt einen bereits zuvor beobachteten langsamen Anstieg fort und wird von langperiodischen Schwankungen überlagert, die jeweils etwa zehn Stunden andauern.

Direkte Beobachtungen des Gipfelbereichs waren aufgrund dichter Bewölkung über weite Strecken des Tages nicht möglich. Dennoch meldeten INGV-Mitarbeiter vor Ort deutlich hörbare Knallgeräusche, die auf explosive Aktivität im Gipfelbereich hindeuten. Auch die Auswertung von Infraschallsignalen blieb wegen starker wetterbedingter Störgeräusche unzuverlässig.

Parallel dazu ist das effusive Geschehen an der Ostflanke weiterhin aktiv. Überwachungskameras und Feldbeobachtungen zeigen, dass sich das Lavafeld im Valle del Bove fortsetzt. Die am weitesten vorgedrungene Lavafront befindet sich derzeit auf etwa 1.360 Metern Höhe. Weiter oberhalb, zwischen 1.400 und 1.600 Metern, sind mehrere sich überlappende Lavaströme zu erkennen.

Die geodätischen Messnetze liefern ein differenziertes Bild: Während im hochfrequenten GNSS-Netzwerk keine nennenswerten Veränderungen registriert wurden, zeigen Dehnungsmessungen ein oszillierendes Muster aus schnellen Kompressionsphasen, stabilen Abschnitten und anschließender Dekompression. Seit Beginn dieser Phase wurden etwa +10 Nanodehnungen akkumuliert; ein ähnlicher Trend wird auch von Neigungsmessgeräten bestätigt.

Insgesamt deutet die aktuelle Datenlage auf eine anhaltend aktive, aber bislang stabile Situation hin. Die Entwicklung wird vom INGV weiterhin engmaschig überwacht.

Sakurajima mit Aschewolke in 2100 m Höhe

Sakurajima eruptiert erneut – Vulkanasche in 2100 m Höhe, Warnstufe 3 bleibt bestehen

Der Vulkan Sakurajima im Süden Japans ist heute Morgen um 06:58 Uhr Ortszeit (UTC 21:58) erneut ausgebrochen. Das Tokyo Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) veröffentlichte daraufhin eine VONA-Warnung, wonach eine Aschewolke bis in eine Höhe von FL070 (rund 2.100 m) aufstieg und sich mit etwa 19 km/h südwärts verlagerte. In den Folgestunden wurde die Vulkanasche über dem südlichen Kyushu und angrenzenden Seegebieten beobachtet. Im Tagesverlauf emittierte der Vulkan permanent eine diffuse Wolke aus Asche und Gas.

Archivbild

Die Eruption geht einher mit anhaltender vulkanischer Aktivität, weshalb die japanische Wetterbehörde JMA die Eruptionswarnstufe 3 weiterhin aufrechterhält. Besonders im Umfeld des Gipfelkraters Minami-dake und des Showa-Kraters besteht Gefahr durch ausgeworfene vulkanische Bomben und pyroklastisches Material, das bereits in den vergangenen Tagen über mehr als einen Kilometer vom Krater entfernt niedergegangen ist.

Nach Angaben der Meteorologischen Observatorien Fukuoka und Kagoshima hält die eruptive Phase des Sakurajima seit dem 2. Januar an. Am Minami-dake-Krater wurden wiederholt sehr kleine Eruptionen registriert, zudem zeigte sich nachts deutlicher Feuerschein, der mit hochempfindlichen Überwachungskameras erfasst wurde. Am Showa-Krater hingegen blieben Explosionen und Leuchterscheinungen bislang aus.

Seismisch zeigte sich der Vulkan vergleichsweise ruhig: Vulkanische Erdbeben traten nur vereinzelt auf, vulkanischer Tremor wurde nicht beobachtet. Zwischen dem 2. und 5. Januar wurden täglich zwischen 10 und 23 vulkanische Erdbeben registriert, Explosionen blieben in diesem Zeitraum aus.

Langfristige GNSS-Messungen belegen weiterhin eine langsamen Dehnung tief unter der Aira-Caldera, die sich unter der inneren Kagoshima-Bucht erstreckt. Dort sammelt sich seit Jahren Magma an – ein Prozess, der als treibende Kraft der anhaltenden Aktivität des Sakurajima gilt. Zusätzlich ist der Ausstoß von Schwefeldioxid weiterhin hoch, was nach Einschätzung der JMA dafür spricht, dass die vulkanische Aktivität auch in nächster Zeit anhalten wird.

Die Behörden warnen eindringlich vor dem Betreten des Sperrgebiets im Umkreis von etwa zwei Kilometern um die aktiven Krater. Neben herabfallenden Gesteinsbrocken können auch starke Druckwellen bei Explosionen auftreten, die Fensterscheiben beschädigen. Auf der windabgewandten Seite des Vulkans ist zudem mit Asche- und Schlackenfall in größerer Entfernung zu rechnen.

Mayon: Pyroklastischer Strom am 06.01.2026

Pyroklastischer Strom am Mayon – Vulkan bleibt unter Alarmstufe 2

Am Dienstagvormittag ist es am Gipfel des philippinischen Vulkans Mayon zum Abgang eines kleinen pyroklastischen Dichtestroms gekommen, der infolge eines Lavaabbruchs am Dom entstand. Das zuständige Observatorium PHIVOLCS teilte mit, dass sich das Ereignis am Dienstag, dem 6. Januar 2026, um 12:26 Uhr (Ortszeit) ereignete. Der Abgang wurde sowohl von Überwachungskameras als auch von seismischen Messinstrumenten des Mayon-Vulkannetzwerks registriert.

Mayon. © PHILVOLCS

Bereits am Dienstagabend wurde der Abbruch einer glühenden Schuttlawine beobachtet. Solche Ereignisse sind eng mit der Entstehung pyroklastischer Dichteströme verknüpft: Im Endeffekt entscheiden die Größe des Kollapses am Dom und der Gasgehalt des abgebrochenen Lavapakets, ob eine Schuttlawine oder ein Dichtestrom entsteht.

Nach Angaben von PHIVOLCS wurden innerhalb der vergangenen 24 Stunden insgesamt 85 Felsstürze am Vulkan verzeichnet. Trotz der anhaltenden Aktivität bleibt der Mayon weiterhin unter Alarmstufe 2. Die Behörde betonte erneut, dass das Betreten der permanenten Gefahrenzone mit einem Radius von 6 Kilometern strikt untersagt ist.

Bereits am 1. Januar 2026 hatte PHIVOLCS die Alarmstufe von 1 auf 2 angehoben. Diese Stufe steht für eine zunehmende bis mäßige vulkanische Unruhe, die auf oberflächennahe magmatische Prozesse zurückzuführen ist. Laut PHIVOLCS besteht dabei die Möglichkeit gefährlicher magmatischer Eruptionen, weshalb eine erhöhte Wachsamkeit erforderlich ist.

Ein besonders aktiver Tag wurde am 31. Dezember 2025 registriert: An diesem Tag zählten die Experten 47 Felsstürze, die höchste Tageszahl im gesamten vergangenen Jahr.

Auch der Luftverkehr ist betroffen. Die philippinische Zivilluftfahrtbehörde (CAAP) verlängerte das Flugverbot im Umfeld zweier aktiver Vulkane – Mayon in der Provinz Albay und Kanlaon auf der Insel Negros – bis Dienstag, den 6. Januar. Beide Vulkane stehen derzeit ebenfalls unter Alarmstufe 2. Flüge in der Nähe dieser Vulkane sind streng untersagt, da plötzliche Ausbrüche eine ernsthafte Gefahr für den Luftverkehr darstellen könnten.

Der Vulkan Mayon gilt als einer der aktivsten und zugleich formschönsten Vulkane der Erde. Er liegt im Südosten der philippinischen Insel Luzon in der Provinz Albay und erreicht eine Höhe von etwa 2.463 Metern. Berühmt ist Mayon für seinen nahezu perfekten kegelförmigen Aufbau, der ihm den Beinamen „perfekter Vulkan“ eingebracht hat.

Campi Flegrei: Erdbeben Md 3,1 in der Solfatara

Campi Flegrei. © EMSC/Leaflet

Zunahme der Seismizität in der Solfatara der Campi Flegrei – stärkste Erschütterung Md 3,1

Nach einer aus seismischer Sicht vergleichsweise ruhigen Vorwoche startet die Erdbebentätigkeit in den Campi Flegrei diese Woche wieder erhöht durch. Seit gestern ist es zu drei deutlich spürbaren Erdbeben im Bereich des Solfatara-Kraters gekommen. Das stärkste Beben hatte eine Magnitude von 3,1 und eine Herdtiefe von 2400 m. Die beiden anderen Erschütterungen brachten es auf Md 2,9 und lagen 400 bis 500 m tiefer. Damit ereigneten sie sich im unteren Bereich des Hydrothermalsystems und gingen mit Gesteinsbruch infolge von Fluidaufstieg einher. Außerdem gehörten zum aktuellen Schwarmbeben 17 weitere Erschütterungen. Auf Jahressicht wurden 59 Beben lokalisiert.  Im letzten Jahr gab es übrigens 6807 lokalisierte Erschütterungen. In 2024 waren es 4899 Beben, also eine signifikante Steigerung der Seismizität.




Aus dem aktuellen INGV-Bulletin für den Beobachtungszeitraum 29.12.2025 bis 04.01.2026 ist zu entnehmen, dass es in dieser Woche „nur“ 26 Erdbeben gab. Das stärkste hatte eine Magnitude von 2,1. Wie immer, wenn es mal etwas ruhiger zugeht, feierten in den sozialen Medien einige Optimisten bereits das mögliche Ende der Krise, die aber nach wie vor mit einer Bodenhebung von 25 mm pro Monat einhergeht und daher alles andere als beendet ist. Die Erdbeben sind zwar die am deutlichsten wahrnehmbaren Manifestationen der Prozesse im Untergrund, aber im Endeffekt nur Symptome der Bodendeformationen und des zugrunde liegenden, magmatisch bedingten Aufheizungsprozesses des gewaltigen Calderavulkans. Meiner Meinung nach kann es zwar zu Fluktuationen in der Intensität der Prozesse kommen, doch dauerhaft stoppen werden sie vor einer Eruption wohl nicht mehr.

Die Vulkanologen vom INGV geben zwar keine Prognosen ab (nicht zuletzt, weil natürlich immer das Risiko besteht, mit seinen Einschätzungen falsch zu liegen und damit an Reputation zu verlieren), bestätigen in ihrem Bulletin aber den langjährigen Trend zur Druckbeaufschlagung des hydrothermalen Systems und damit auch des zugrunde liegenden magmatischen Systems. Der Gasausstoß und die Fumarolentemperaturen lagen im Bereich der Werte der letzten Wochen: Bei Pisciarelli wurden Durchschnittstemperaturen von 94 Grad gemessen, in der Solfatara bei 170 Grad mit Maximalwerten von 173 Grad.