Marapi eruptierte Aschewolken 1600 m hoch

Marapi erneut ausgebrochen – Vulkanasche 1600 m über Kraterhöhe aufgestiegen

Am Mittwoch ist der Vulkan Marapi in Westsumatra erneut explosiv ausgebrochen. Die Eruption ereignete sich um 09:36 Uhr westindonesischer Zeit (WIB). Dabei wurde eine Aschesäule beobachtet, die eine Höhe von etwa 1.600 Metern über dem Gipfel erreichte, was einer Gesamthöhe von rund 4.491 Metern über dem Meeresspiegel entspricht. Das VAAC Darwin veröffentlichte eine VONA-Meldung, nach der die Asche sogar bis auf 6000 m Höhe aufgestiegen sein soll und nach Osten driftete. So große Diskrepanzen zwischen visueller Beobachtung und Satellitendaten sind selten, kommen aber vor.  Aktuell gibt es auch eine VONA-Warnung, allerdings ist nur eine kleine Aschewolke unterwegs.




Nach Angaben der Beobachter des Vulkanologischen Observatoriums am Marapi war die Aschewolke grau gefärbt und zeigte eine zunehmende Dichte in nordöstlicher Richtung, was auf die vorherrschenden Windverhältnisse zum Zeitpunkt des Ausbruchs hindeutet. Die Explosion erzeugte ein seismisches Signal mit einer Amplitude von 29 mm und 31 Sekunden Dauer. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts hielt die eruptive Aktivität weiterhin an, was darauf schliessen lässt, dass es anhaltende Ascheemissionen gab, die aber relativ „geräuschlos“ verliefen und keine weitere Seismik erzeugten.

Im Rahmen der Eruption gab es auch eine Tremorphase; die restliche Seismizität ist unauffällig und deutet nicht darauf hin, dass ein grosser Ausbruch bevorsteht. Dennoch ist eine gewisse Wachsamkeit in Vulkannähe geboten. Es gilt eine 3-Kiloometer-Sperrzone um den aktiven Krater. von einer Besteigung des Vulkans ist abzusehen. Im Falle starker Regenereignisse drohen Lahare, die auch im weiteren Umfeld des Marapi eine Gefahr darstellen können. Hiervon sind besonders Flussläufe und Schluchten betroffen.

Der Ausbruch unterstreicht die anhaltende Aktivität des Marapi, einem der aktivsten Vulkane Indonesiens. Die zuständigen Behörden beobachten die Situation weiterhin aufmerksam und bewerten mögliche Gefahren für die umliegenden Regionen.

Auf der Nachbarinsel Java ist der Namensähnliche Merapi aktiv: Er baut an seinem Lavadom und es können jederzeit pyroklastische Ströme abgehen.

Popocatepetl eruptiert am 14. Januar Aschewolken

Aschewolken-Warnung am Popocatepetl – Vulkanasche inn 6700 m Höhe

Der mexikanische Vulkan Popocatepetl zeigt einmal mehr vulkanische Aktivität mit Ascheemission, die bis auf eine Höhe von 6.700 m aufgestiegen sind und in Richtung Nordosten driften. Dabei bewegt sich die Aschwolke mit einer Geschwindigkeit von ca. 28 km/h und breitet sich über ein großes Areal aus. In Gebieten unter der Eruptionswolke ist es zu Ascheniederschlag gekommen.

Die vorhergesagte Entwicklung der Aschewolke zeigt, dass noch in den nächsten 6 Stunden Vulkanasche in ähnlicher Höhe und Richtung erwartet wird. Ab 18:00 UTC sind keine weiteren Aschewolken vorhergesagt, ebenso für Mitternacht (00:00 UTC am 15. Januar). Aufgrund von Wolken am Satellitenbild sind die Ascheemissionen derzeit nicht klar sichtbar.

Die Daten der VONA-Meldung zusammengefasst:

  • Die Höhe der Aschewolke reicht bis etwa FL220 (Flight Level 220, ca. 6.700 Meter).
  • Bewegung der Aschewolke: Nordost mit ca. 15 Knoten.
  • Sichtbare Aschewolken am Satellitenbild sind durch Wetterwolken beeinträchtigt.
Popo

In einem Update von CENAPRED heißt es, dass es am 13. Januar zu 20 Asche-Dampf-Exhalationen kam. Sie hielten insgesamt gut 80 Minuten an. Zudem wurde moderater Tremor mit einer Gesamtdauer von 33 Minuten registriert, was für diesen Vulkan recht wenig ist. Am Vortag dauerte der Tremor genausolang an. Der Alarmstatus bleibt auf „Gelb Phase 2“.

Der Popocatepetl ist einer der aktivsten Vulkane Mexikos und befindet sich etwa 70 km südöstlich von Mexiko-Stadt. Seit Beginn seiner aktuellen Eruptionsphase im Jahr 1994 zeigt er immer wieder explosionsartige Aktivitäten mit Ausstoß von Asche, Gasen und gelegentlich kleinen Lavafontänen.

Die aktuelle Aktivität ist typisch für den Vulkan mit häufigen kleineren Eruptionen und Aschewolken, die lokal in der Umgebung zu Beeinträchtigungen führen können. Die mexikanische Vulkanüberwachungsbehörde CENAPRED hält die Bevölkerung und den Luftverkehr ständig über mögliche Gefahren auf dem Laufenden.

Wegen der Emission von Aschewolken wird Flugverkehr in der Region regelmäßig überwacht, da Asche in Triebwerken gefährlich sein kann. Die Warnungen des VAAC Washington unterstützen hierbei mit Satellitenbeobachtungen und Wettermodellen.

Merapi: Zwei Abgänge pyroklastischer Ströme

Zwei pyroklastische Ströme am Merapi – Neue Daten zum Lavadom

Am Gunung Merapi auf Java (Indonesien) sind letzte Nacht zwei pyroklastische Ströme niedergegangen und unterstreichen die anhaltende Aktivität des Vulkans. Da der Vulkan in Wolken gehüllt war, konnte man die Dichteströme nicht direkt beobachten. Dennoch brachten sie die Wolken zum Leuchten. Sie gingen auf der Südwestflanke ab und erreichten fast die Basis des Kegels. Auf dem Seismogramm hinterließen sie Signale mit Amplituden zwischen 41 und 51 mm und einer Dauer von 113 und 123 Sekunden. Die Zeit reicht aus, um eine Gleitstrecke von 1500 m zurückzulegen. 

Neben den Signalen registrierte das seismische Netzwerk am Merapi 99 Steinschlagsignale, die auch mit dem Abgang von Schuttlawinen assoziiert werden. Dazu gesellten sich 67 Hybridbeben, die von Fluidbewegungen im Vulkaninneren zeugten. Diese Aktivität ist seit Monaten typisch für den Merapi.

Die Abgänge von pyroklastischen Strömen und Schuttlawinen zeugen von anhaltendem Domwachstum und steigender Instabilität der Lavakuppel. Im jüngsten Wochenbericht für den Beobachtungszeitraum 2. bis 8. Januar 2026 heißt es, dass der südwestliche Lavadom bei der letzten Messung am 13. Dezember ein Volumen von 4.171.800 Kubikmetern aufwies und weiterhin leichte morphologische Veränderungen infolge anhaltender Abgänge zeigte. Damit lag das Domvolumen nur knapp unterhalb des letzten Wertes vom November. Der Zentraldom hat sich praktisch nicht verändert und bleibt inaktiv.

Auf Wochensicht wurden am Merapi acht pyroklastische Ströme registriert, die sich mit einer maximalen Reichweite von bis zu 1.500 Metern in Richtung Südwesten bewegten. Betroffen waren vor allem die Oberläufe der Flüsse Krasak, Bebeng und Sat/Putih. Begleitet wurden diese Ereignisse von intensiver seismischer Aktivität: Insgesamt wurden 505 Hybriderdbeben, 732 Steinschlagbeben, 2 flache vulkanotektonische Beben sowie 4 tektonische Erdbeben aufgezeichnet. Die Behörden sprechen von einer höheren seismischen Intensität als in der Vorwoche. Die größeren Schuttlawinen glühten nachts und legten Strecken von bis zu 2000 m zurück.

Messungen zur Bodendeformation mittels GPS und EDM ergaben keine signifikanten Veränderungen. Auch nach starken Regenfällen am 8. Januar 2026 wurden bislang keine Lahare gemeldet. Die Behörden warnen jedoch weiterhin vor Gefahren in den bekannten Abflussrinnen und halten an der erhöhten Alarmstufe fest.

Kanlaon: Anstieg der Seismizität Mitte Januar

Zunehmende Unruhe am Vulkan Kanlaon: Behörden warnen vor möglicher Eskalation

Am Vulkan Kanlaon auf der philippinischen Insel Negros hat sich die Lage erneut verschärft. Nach Angaben des staatlichen Instituts DOST-PHIVOLCS wurde heute Nacht eine deutlich erhöhte seismische Aktivität registriert. Insgesamt wurden innerhalb kurzer Zeit 45 vulkanotektonische Erdbeben aufgezeichnet, die durch Gesteinsbruch infolge von Magmenaufstieg entstanden sind – ein klarer Hinweis auf verstärkte Prozesse im Untergrund des Vulkans.

Die gemessenen Erdbeben erreichten Magnituden zwischen ML 0,6 und ML 3,9 und hatten Herdtiefen von bis zu 13 Kilometern unter den nordwestlichen Flanken des Kanlaon. Die stärkeren Erschütterungen waren in mehreren Städten spürbar, darunter La Carlota, Bago und Bacolod. Dort wurden Mercalli-Intensitäten zwischen I und IV gemeldet.

Seismik. © PHILVOLCS

Zusätzlich zur seismischen Aktivität beobachteten die Geowissenschaftler erhöhte Schwefeldioxid-Emissionen. Am 13. Januar lagen die SO₂-Ausstöße bei durchschnittlich 1.248 Tonnen pro Tag. Zwar entspricht dieser Wert in etwa dem mittelfristigen Durchschnitt seit Jahresbeginn, doch war es bereits am 9. Januar zu einem deutlichen Peak von über 4.100 Tonnen pro Tag gekommen. Insgesamt deuten diese Parameter auf einen erneuten Intrusionsprozess hin, der das Potenzial für einen mäßig explosiven Ausbruch birgt.

Trotz der angespannten Lage bleibt die Alarmstufe für den Kanlaon vorerst bei Level 2, was einen Zustand erhöhter Unruhe beschreibt. PHIVOLCS warnt jedoch, dass die Zunahme der vulkanotektonischen Erdbeben die Wahrscheinlichkeit für plötzlich auftretende, phreatische oder phreatomagmatische Eruptionen erhöht. Diese könnten gefährliche Begleiterscheinungen wie pyroklastische Ströme, Ascheregen und Gesteinswurf verursachen.

Die Behörden appellieren eindringlich an die Bevölkerung, Sicherheitsanweisungen strikt zu befolgen. Gemeinden innerhalb der vier Kilometer großen permanenten Gefahrenzone sollen weiterhin evakuiert bleiben, während im Umkreis von sechs Kilometern erhöhte Alarmbereitschaft gilt. Auch vor Laharen wird gewarnt, insbesondere bei Starkregen. Für den Luftverkehr gilt ebenfalls erhöhte Vorsicht: Flugzeuge sollen den Gipfelbereich meiden, da Vulkanasche eine erhebliche Gefahr darstellen kann.

Marapi: Explosive Eruption verursachte lauten Knall

Lauter Knall: Eine explosive Eruption erschütterte den Marapi auf Sumatra

Die Anwohner des indonesischen Vulkans Marapi wurden heute Abend vom Knall einer lauten Explosion aus ihrer Ruhe gerissen, als es gegen 19:59 Uhr Ortszeit zu einem Ausbruch kam. Das Unheimliche an dem Geschehen war, dass die Eruption nur zu hören, aber aufgrund dichter Bewölkung nicht zu sehen gewesen war. Dennoch gab es vom VAAC Darwin eine VONA-Warnung, nach der die Aschewolke in fast 4000 m Höhe (Fl130) vermutet wurde und ostwärts trieb.

VONA-Warnung Marapi

Der Ausbruch wurde vom zuständigen Observatorium seismisch registriert. Auf dem Seismogramm zeigte sich eine maximale Amplitude von 30,3 Millimetern bei einer Dauer von rund 35 Sekunden.

Bislang liegen keine Berichte über Aschefall in bewohnten Gebieten vor. Der Vulkan verbleibt weiterhin in Warnstufe II (Waspada). Die Behörden empfehlen dringend, alle Aktivitäten im Umkreis von drei Kilometern um den Krater zu unterlassen.

Die Eruption kam nicht ganz ohne Ankündigung, denn in den letzten 24 Stunden wurden 4 Tremor-Signale mit Maximalamplituden von 1,8 Millimetern und bis zu 113 Sekunden Dauer aufgezeichnet. Tremor deutet im Allgemeinen auf Fluidbewegungen im Untergrund hin. Vermutlich war Grundwasser verdampft worden und es kam zu einer phreatischen Explosion.

Zudem gab es zwei tiefe vulkanotektonische Erdbeben mit Amplituden von 0,9 bis 1,5 Millimetern und 5 tektonisch bedingte Erschütterungen. Bis auf den Tremor war die Erdbebenaktivität unauffällig.

Die indonesischen Vulkanologen und die Regionalregierung rufen die Bevölkerung zu Vorsicht und Besonnenheit auf. Insbesondere bestehen sie auf strikter Einhaltung des Sperrradius von drei Kilometern um den Verbeek-Krater. Anwohner entlang von Tälern und Flussläufen, die am Marapi entspringen, sollen sich der Gefahr von Laharen bewusst sein. Bei möglichem Aschefall wird das Tragen von Atemschutzmasken empfohlen.

In der Vergangenheit kam es wiederholt zu tödlichen Zwischenfällen, insbesondere mit Bergsteigern, die sich zu nah am Krater aufhielten. Daher gilt Marapi als Vulkan, bei dem Zugangsverbote strikt durchgesetzt werden müssen.

Der Mount Marapi ist einer der aktivsten Vulkane Indonesiens. Er liegt auf der Insel Sumatra, etwa 20 Kilometer nordöstlich der Stadt Bukittinggi, und erreicht eine Höhe von rund 2.891 Metern. Der Stratovulkan gehört zum Sunda-Vulkanbogen, der durch die Subduktion der Indo-Australischen Platte unter die Eurasische Platte entsteht.

Campi Flegrei: Reduzierung der Hebegeschwindigkeit

Hebegeschwindigkeit des Bodens der Campi Flegrei reduzierte sich – Fumarolentemperaturen weiterhin hoch

Für die Bewohner von Pozzuoli und den angrenzenden Orten im Calderavulkan Campi Flegrei dürfte das erst einmal eine gute Nachricht sein: In den letzten zwei Wochen reduzierte sich die Hebegeschwindigkeit des Bodens an der Messstation Rione Terra von 25 mm auf 15 mm und liegt damit auf dem Niveau, wie es während der Hälfte des letzten Jahres der Fall gewesen war. Die Erdbebenaktivität der Campi Flegrei bewegte sich in der letzten Woche auf moderatem Niveau: Es wurden 76 Erschütterungen registriert. Dennoch kann keine Entwarnung gegeben werden, denn die Gastemperatur der BG-Fumarole in der Solfatara bewegt sich weiterhin nahe der Höchstwerte, und auch bei Pisciarelli stieg die Gastemperatur wieder leicht an.




Bodenhebung. © INGV

Im INGV-Wochenbericht für den Beobachtungszeitraum 5.–11. Januar 2026 heißt es, dass die durchschnittliche Temperatur der Gase des Thermalbeckens von Pisciarelli bei 95 Grad lag. Zuvor waren es 94 Grad. Dennoch sehen die Forscher hier eine leichte Abnahme der Aktivität. Dafür steigerte sie sich im benachbarten Solfatara-Krater, wo die Durchschnittstemperatur der Bocca-Grande-Fumarole bei 173 Grad lag. Was jetzt als „durchschnittlich“ bezeichnet wird, war noch vor wenigen Wochen die Maximaltemperatur.

Leider kann man die Werte von Pisciarelli und der Solfatara nicht 1:1 vergleichen, da nicht nur unterschiedliche Sensoren verwendet werden, sondern die Messungen bei Pisciarelli in 5 m Entfernung von der Hauptquelle der Emissionen erfolgen. Die tatsächlichen Temperaturen der Gase dürften deutlich höher sein.

Die Kohlendioxid-Emissionen sind immer noch hoch, liegen aber unterhalb der Maximalwerte vom letzten Mai, als die Situation eskalierte und es häufige Erdbeben mit Magnituden im 4er-Bereich gegeben hatte. Ich gehe davon aus, dass die Krise damals von einem Magmenkörper verursacht wurde, der in 4–5 Kilometern Tiefe aufgestiegen ist, ähnlich wie es auch bei Vulcano vorkam. Solche Magmenkörper oder magmatischen Gänge erreichen nur selten die Erdoberfläche, selbst an Vulkanen wie dem Piton de la Fournaise, wo wir im Dezember mehrere Intrusionen sahen, ohne dass es zu einem Ausbruch kam. Sollte es jedoch in relativ kurzer Zeit mehrere solcher Intrusionen geben, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Eruption.

Ätna: Erdbeben deuten weiteren Magmenaufstieg an

Eruptionsstatus unklar – Weitere Erdbeben deuten Magmenaufstieg am Ätna an

Häufige Wolkenbedeckung verhinderte in den letzten Tagen visuelle Beobachtungen am sizilianischen Vulkan Ätna. Doch heute Morgen ist es klar und die Thermalcam zeigt im Valle del Bove einen erkalteten Lavastrom. Dennoch berichtet das INGV, dass es in den letzten Tagen gelegentlich zu Leuchterscheinungen im Bereich der neuen Schlote auf der Ostflanke und an der Basis der Voragine gekommen ist. Von daher deklariere ich den Aktivitätsstatus des Vulkans als unklar, obgleich ich davon ausgehe, dass die Episode erstmal vorüber ist.

Ätna. © INGV

Für diese Einschätzung spricht auch die vergleichsweise niedrige Tremoramplitude, die ich entlang der Grenze zwischen niedrigem und mittelstarkem Tremor beobachte Die Tremorquellen befinden sich in gut 2400 m Höhe im Vulkangebäude und konzentrieren sich auf ein Areal nordwestlich des Nordostkraters. Signifikante Bodenverformungen hat es in den letzten Tagen nicht gegeben.

Dass dieser Zustand der Ruhe lange anhält, glaube ich nicht, denn in den letzten Tagen gab es im Westen des Vulkans wieder Erdbeben – die eine Magnitude bis 3,3 erreichten – in Tiefen, die darauf hindeuten, dass neues Magma in die Erdkruste unter dem Ätna eindringt. Wie lange das Magma braucht, um in das flache Reservoir aufzusteigen, von wo aus es Eruptionen speist, ist ungewiss. Dennoch kann es durch das aufsteigende Magma zu einem Zahnpastatuben-Effekt kommen: Die aufsteigende Schmelze erhöht von unten her den Druck im Fördersystem, was nicht nur Erdbeben auslöst, sondern weiter oben befindliche Schmelze anschiebt, so dass insgesamt Bewegung ins System kommt und Eruptionen getriggert werden.

Erdbeben gab es aber nicht nur in größerer Tiefe, sondern auch nahe der Oberfläche. Hier sind vor allem die Beben im Gipfelbereich, aber auch unter der Ostflanke des Ätnas bemerkenswert. Die Beben deuten zwar noch keine unmittelbar bevorstehende Intensivierung der Ausbruchsaktivität an, zeigen aber, dass der aktivste Vulkan Europas bereits wieder auflädt.

Kilauea: Vulkanausbruch Nr. 40 hat begonnen

Die 40. eruptive Lavafontänen-Episode hat begonnen – Über 200 m hohe Fontäne steigt am Kilauea auf

Am Kilauea auf Hawaii hat die erwartete eruptive Episode Nr. 40 angefangen. Die Fontäne begann sich heute Abend gegen 19:30 Uhr MEZ (morgens 08:30 HST) aufzubauen und ist inzwischen gut 200 m hoch. Bis jetzt ist überwiegend der Nordschlot aktiv. Der südliche Schlot könnte aber noch in die Eruption einsteigen.




Am Kilauea auf Hawaii hat in den Morgenstunden des 12. Januar 2026 eine neue eruptive Phase begonnen. Nach einer Phase intermittierender Überläufe setzte um 8:22 Uhr HST offiziell Episode 40 der anhaltenden Gipfeleruption ein. Auslöser war ein rascher Wechsel zu starker Deflation des Vulkangebäudes, begleitet von einem deutlichen Anstieg des vulkanischen Tremors.

Bereits in den frühen Morgenstunden hatte sich die Aktivität am Nordvent schrittweise intensiviert. Zunächst förderte es niedrige, bogenförmige Spatterfontänen von 5 bis 10 Metern Höhe, die einen Lavastrom auf den Boden des Halemaʻumaʻu-Kraters speisten. Auch das Südvent war zeitweise aktiv, zeigte jedoch nur klassische, kuppelförmige Fontänen von wenigen Metern Höhe mit kurzen Überläufen.

Gegen 8:30 Uhr nahm die Aktivität am Nordvent deutlich zu. Die Fontänen erreichten zunächst 15 bis 20 Meter Höhe, was als Vorzeichen einer neuen eruptiven Episode gewertet wurde. Innerhalb weniger Minuten steigerten sich die Fontänen weiter auf rund 30 Meter, ehe sie ab 8:50 Uhr explosionsartig auf etwa 50 Meter anwuchsen. Der dabei freigesetzte Gasstrom stieg nahezu senkrecht bis in etwa 2.200 Meter Höhe auf.

Im weiteren Verlauf verstärkte sich die Eruption rapide. Um 9:00 Uhr erreichten die Lavafontänen bereits rund 100 Meter Höhe und speisten einen ausgedehnten Lavastrom auf dem Kraterboden. Teile der Gaswolke drifteten in etwa 1.500 Metern Höhe nach Westen ab. Kurz darauf folgte der bisherige Höhepunkt: Gegen 9:12 Uhr wurden am Nordvent Fontänen von bis zu 200 Metern Höhe beobachtet. Das Südvent zeigte zu diesem Zeitpunkt nur noch sehr geringe, auf den Schlot begrenzte Aktivität.

In den Tagen zuvor war es wiederholt zu Überläufen und sogenannten Drainback-Ereignissen gekommen, insbesondere am Südvent, wo sich mehrfach Lavakuppeln aufbauten und wieder entleerten. Leichte und wechselhafte Winde am Gipfel erschwerten zeitweise die Beobachtung, da sich vulkanische Gase nahe der Schlote stauten.

Mit Beginn von Episode 40 konzentriert sich die Aktivität nun klar auf das Nordvent. Die Entwicklung wird weiterhin genau überwacht, da hohe Lavafontänen und ausgedehnte Lavaströme das Erscheinungsbild des Halemaʻumaʻu-Kraters innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern können.

Kanlaon emittiert Vulkanasche am 12. Januar 2026

Kanlaon auf den Philippinen zeigt weiter erhöhte Aktivität – Ascheemissionen und Erdbeben registriert

Der Vulkan Kanlaon auf den Philippinen hat heute – am 12. Januar 2026 – erneut seine Aktivität verstärkt und mehrere Ascheemissionen freigesetzt. Insgesamt wurden vier VONA-Warnmeldungen vom VAAC Tokio veröffentlicht, die auf eine anhaltende Eruptionsphase hinweisen.

Kanlaon Archivbild

Die jüngste Meldung berichtete von einer Eruption gegen 09:10 UTC, bei der Vulkanasche bis in etwa 3.300 Meter Höhe (FL110) ausgestoßen wurde. Die Aschewolke verteilte sich nach West-Südwesten, war jedoch bei späteren Satellitenbeobachtungen nicht mehr eindeutig nachweisbar. Weitere Vorhersagen zur Ausbreitung der Asche waren zunächst nicht verfügbar, weshalb die zuständigen Vulkanbeobachter auf neue Daten warteten.

Zuvor wurden bereits drei VONA-Meldungen herausgegeben, die anhaltende Ascheemissionen bestätigten und nähere Details lieferten: Es gab separate Aschemissionen mit einer Dauer von 46 bis 80 Minuten. Die Aschesäule erreichte jeweils eine Höhe von etwa 200 Metern über dem Krater und driftete ebenfalls in südwestliche Richtungen.

Die seismische Überwachung der letzten 24 Stunden registrierte fünf vulkanotektonische Erdbeben, die auf eine Bewegung von Magma und heißen Gasen im Inneren des Vulkans hindeuten. Gleichzeitig wurde eine erhöhte Freisetzung von Schwefeldioxid registriert. Die Emissionen beliefen sich auf 1.691 Tonnen pro Tag, was für eine aktive magmatische Phase spricht. Darüber hinaus zeigten Bodenverformungsmessungen, dass der Vulkankörper sich aufbläht, was ein Indiz für steigenden Druck im Magmasystem ist.

Vor diesem Hintergrund gelten weiterhin strenge Sicherheitsmaßnahmen: Der Zutritt in die permanente Gefahrenzone von vier Kilometern rund um den Gipfel bleibt verboten, ebenso ist das Fliegen von Flugzeugen in unmittelbarer Nähe untersagt.

Experten warnen vor plötzlichen, dampfgetriebenen Eruptionen und raten zur Vorsicht. Die Behörden und das Vulkanobservatorium beobachten die Lage weiterhin genau und werden bei Veränderungen umgehend neue Warnungen herausgeben.

Neben dem Kanlaon bleibt auf den Philippinen auch der Mayon hochaktiv. Hier wurden weitere pyroklastische Ströme generiert. Vulkanasche stieg auf, blieb aufgrund der Bewölkung auf Satellitenaufnahmen aber unsichtbar, weshalb Höhenangaben fehlen.