Campi Flegrei zeigt stabile Aktivität

Solfatra in den Campi Flegrei, Jenny Morelia, KI-bearbeitet

Anhaltende Unruhe infolge des Druckanstiegs im Hydrothermalsystem der Campi Flegrei

Die süditaienische Caldera Campi Flegrei westlich von Neapel bleibt auch zum Jahresende 2025 unter intensiver Beobachtung. Wie aus dem aktuellen Wochenbericht des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) hervorgeht, zeigen die Messdaten weiterhin eine erhöhte, jedoch stabile Aktivität. Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Eskalation gibt es derzeit nicht, doch der langjährige Trend zur Druckbeaufschlagung hält an. Auffällig ist eine Verlagerung der Entgasungsaktivität von Pisciarelli in den Solfatara-Krater, wo die Fumarolentemperaturen besonders hoch sind. Heute gab es auch wieder ein Erdbeben Md 2,0.

Im Zeitraum vom 22. bis 28. Dezember registrierten die Geowissenschaftler insgesamt 48 Erdbeben mit geringen Magnituden. Die stärksten Erschütterungen erreichten eine Magnitude von 2,0 und lagen damit deutlich unterhalb der Schwelle, bei der Schäden zu erwarten wären. Die meisten Beben ereigneten sich in geringer Tiefe im Bereich von Pozzuoli und der Solfatara .

Besonders aufmerksam verfolgen die Wissenschaftler die anhaltende Bodenhebung, ein bekanntes Phänomen der Campi Flegrei. Seit Oktober 2025 hebt sich der Boden im Zentrum der Caldera mit einer Rate von 25 Millimetern pro Monat. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn bereits 22 Zentimeter Hebung gemessen. Ursache ist der zunehmende Druck im unterirdischen hydrothermalen System, indem sich heiße Gasen und Flüssigkeiten akkumulieren.

Auch die geochemischen Daten bestätigen die Druckzunahme: Die Temperaturen der Fumarolen, insbesondere der Hauptfumarole BG im Krater der Solfatara, sind weiter gestiegen und liegen aktuell bei durchschnittlich rund 170 Grad Celsius, mit Spitzenwerten von bis zu 173 Grad. Gleichzeitig bleiben die gemessenen Gasemissionen, etwa von Kohlendioxid, auf einem erhöhten, aber stabilen Niveau.

Trotz dieser Entwicklungen betont das INGV, dass es derzeit keine Anzeichen für eine kurzfristige, gefährliche Veränderung gibt. Die beobachteten Prozesse passen zu der seit Jahren andauernden Phase erhöhter Aktivität. Dennoch bleibt die Lage sensibel: Die Campi Flegrei zählen zu den am dichtesten besiedelten Vulkangebieten Europas. Auch wenn man derzeit nicht mit einem magmatisch bedingten Vulkanausbruch rechnet, könnten phreatische Explosionen auftreten.

In den vergangenen hatte unser Vereinsmitglied Jenny Morelia das Glück, bis auf den Rand Nordrand der Solfatara vorgelassen zu werden und konnte die Aufnahme oben machen, die ich mit KI-Hilfe aus 3 Screenshots ihres Videos zusammengesetzt habe.

Ätna: Weitere paroxysmale Eruption am Nordostkrater

Ätna erzeugte gestern eine zweite paroxysmale Eruption: Lavafontänen, Explosionen und Lavastrom Richtung Valle del Bove

Der Ätna auf Sizilien generierte gestern Nachmittag eine zweite paroxysmale Eruption, nachdem die erste erst wenige Stunden her war. Der Verlauf des Tremors zeigte am Abend eine weitere Spitze, als der Krater einen weiteren Anlauf nahm, Lavafontänen zu erzeugen, doch diese fiel schnell wieder ab, und es blieb bei intensiven Explosionen. Außerdem ist ein Lavastrom unterwegs, der aus einem neuen Schlot am Fuß der Voragine austritt. Der Gipfelkrater dieses jungen Kegels emittiert weiter geringe Mengen Vulkanasche. Der Tremor bewegt sich heute an der Basis des Roten Bereichs, und eine erneute Verstärkung der Aktivität ist sehr gut möglich. Damit zeigt der alte Nordostkrater, dass er auch nach 28 Jahren ohne Paroxysmen noch in der Lage dazu ist, wieder richtig aufzudrehen.




Tremor am Ätna. © INGV

Nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) zeigte der Nordostkrater eine rasche Abfolge unterschiedlicher eruptiver Phasen, begleitet von starken Explosionen, Lavafontänen und lang anhaltender Aschefreisetzung.

Bereits in der Nacht zum 27. Dezember war die strombolianische Aktivität am Nordostkrater nahezu kontinuierlich, wenngleich die Sicht durch dichte Bewölkung stark eingeschränkt war. Leuchtende Wolken zeugten jedoch von intensiven Explosionen. Am Vormittag, gegen 09:00 UTC, nahm die Aktivität deutlich zu: Lavafontänen erreichten Höhen von bis zu 200 Metern, begleitet von kontinuierlichen Ascheemissionen. Kurz vor 10:00 UTC schwächte sich die Aktivität vorübergehend wieder ab.
Parallel dazu öffnete sich am oberen Osthang des Voragine-Kraters eine neue Förderöffnung. Von dort aus setzte ein Lavastrom ein, der sich ostwärts in Richtung der oberen Valle del Bove bewegte. Aufgrund anhaltender Wolken war seine genaue Ausdehnung zunächst nicht erkennbar, später bestätigten Satellitendaten jedoch eine Länge von rund 1,8 Kilometern.

Am frühen Nachmittag folgte eine erneute, noch energiereichere Phase: Um 14:15 UTC begann am Nordostkrater eine Lavafontänen-Episode mit Auswurfhöhen von bis zu 400 Metern. Eine dichte, bis zu 12 Kilometer hohe Eruptionssäule wurde vom Wind nach Westen verfrachtet und zog en. Gegen 14:45 UTC ging diese Phase in heftige Explosionen über, bei denen grobes pyroklastisches Material weit über den Kraterkegel hinausgeschleudert wurde.

Am Abend kam es erneut zu starken Explosionen am Nordostkrater. Zeitgleich verstärkte sich die Aktivität an der Voragine-Öffnung, die nun eine kontinuierliche Lavafontäne von mehreren Dutzend Metern Höhe speiste. Messdaten zeigen wiederholt sehr hohe Tremor- und Infraschallwerte, typisch für explosive Lavafontänen. Deformationsmessungen deuten auf kurzfristige Deflations- und Inflationsphasen im Gipfelbereich hin, während das GNSS-Netz keine größeren Bodenbewegungen registrierte.

Am Vormittag des 28. Dezembers zeigt sich die Situation etwas entspannter und der Alarmstatus für den Flugverkehr wurde auf Orange reduziert. Dennoch ist es Lebensgefährlich sich dem Nordostkrater zu nähern, da jederzeit in Paroxysmus einsetzen kann.

Da ich gerade in den USA unterwegs bin, erscheinen meine Berichte immer etwas zeitversetzt. Wie es für Ätna typisch ist, bricht er immer aus, wenn ich weit, weit weg bin.

Ätna: Kleiner Paroxysmus aus dem Nordostkrater

Paroxysmale Eruption aus dem Ätna-Nordostkrater und Lavastrom aus der Voragine

Am Ätna auf Sizilien schoss morgens gegen 09:00 UTC der Tremor in die Höhe, ganz so, wie wir es von paroxysmalen Eruptionen her kennen. Zeitgleich steigerte sich die Aktivität aus dem Nordostkrater, der bis zu 200 m hohe Lavafontänen förderte. Eine Asche-Dampf-Wolke stieg bis zu 11 Kilometer (FL360) hoch auf und löste beim VAAC Toulouse eine VONA-Warnung aus. Die Alarmstufe wurde auf Rot erhöht. Die Eruptionswolke driftete in Richtung Westen und breitete sich über weite Teile Siziliens aus. Gegen 09:50 UTC stürzte der Tremor ab und die Lavafontäne brach in sich zusammen. Aktuell ist der Tremor noch im roten Bereich, aber nahe der Grenze zum Gelben.

Lavastrom

Neben der Aktivität am Nordostkrater – mit der in dieser Stärke auch die Experten nicht gerechnet haben – stimmten auch die Krater Bocca Nuova und Voragine mit ein. Aus letzterem Krater ergoss sich ein Lavastrom im oberen Teil des Valle del Bove bzw. Valle del Leone. Dieser Lavastrom kontrastiert schön mit der dicken Schneedecke. Das Foto stammt wieder von André Müller.

Lavastrom und Lavafontäne generierten eine hohe Thermalstrahlung mit 2900 MW Leistung, die bei MIROVA einsehbar ist.

Nach Angaben des INGV weisen die Bodenverformungsdaten klare Veränderungen auf, die sowohl in den Klinometernetzen als auch im DRUV-Dilatometer erfasst wurden. Letzteres verzeichnete zwischen 08:30 und 09:40 UTC eine Abnahme von rund 110 Nanostrain, bevor sich die Entwicklung erneut umkehrte. An den Gipfelklinometern sind deutliche Anzeichen einer Deflation im Gipfelbereich erkennbar, während vergleichbare Signale in mittleren Höhenlagen nur abgeschwächt registriert wurden. Besonders aussagekräftig ist das ECP-Gipfelklinometer, an dem zwei klar unterscheidbare Deformationsphasen festgestellt wurden: eine erste Phase am 26.12.2025 mit einer Veränderung von etwa 5 Mikroradian zwischen 16:30 und 21:00 UTC, gefolgt von einer zweiten Phase mit rund 3,5 Mikroradian im Zeitraum von 09:00 bis 10:00 UTC am 27. Dezember. Das hochfrequente GNSS-Messnetz zeigte hingegen keine signifikanten Bodenbewegungen.

Prognosen über das weitere Verhalten des Ätnas sind nur schwer zu treffen. Paroxysmen kommen oft in Serien, wobei das Zeitintervall stark schwanken kann. Manchmal folgen die Paroxysmen mit nur wenigen Stunden Abstand zueinander, manchmal vergehen mehrere Wochen. Weitere Aktivität halte ich für wahrscheinlich.

Ätna: Spektakulärer Vulkanausbruch am Nordostkrater

Platzende Lavablase im Ätna-Nordostkrater. © André Müller. Screenshot aus Video

Ätna ist weiterhin aktiv – spektakuläre Lavablasen im Nordostkrater fotografiert

Dass der Ätna auf Sizilien zu Heiligabend aus seinem Dornröschenschlaf erwacht ist, hat sich inzwischen rumgesprochen. Den meisten unbekannt dürften aber die spektakulären Bilder sein, die Vulkanspotter André Müller gestern am Ätna mithilfe seiner Drohne schoss: Im Nordostkrater sind mindestens zwei Schlote aktiv. Während der eine kleine Lavafontäne förderte, generierte der andere phänomenale Lavablasen, die beim Platzen sich kugelförmig ausbreitende Lavafetzen ausbreiteten. Im Krater bildet sich unterdessen ein sekundärer Lavasee. Bilder, wie man sie nur selten zu Gesicht bekommt!




Das INGV hat in einem neuen Update die Daten vom Vortag bestätigt. Inzwischen wurde auch eine VONA-Warnung vom VAAC Toulouse ausgegeben: Auf Satellitenbildern tauchte bis jetzt keine Vulkanasche auf, dennoch wurde vorsichtshalber der Warncode Orange ausgegeben. In einigen Ortschaften, darunter Taormina, kam es zu leichtem Ascheregen.

Neben dem Nordostkrater zeigte auch der Krater Bocca Nuova in der Nacht sporadische strombolianische Explosionen.

Nachdem es gestern Morgen zunächst zu einer leichten Verringerung der Tremoramplitude kam, steigerte sie sich mittags deutlich und verläuft seitdem konstant seitwärts. Die oben beschriebene Tätigkeit dürfte mit der Tremorsteigerung eingesetzt haben.

Nachts verhüllte sich der Gipfel des Ätnas wieder mit Wolken, so dass die Livecams keine Beobachtungen zuließen.

Die Messinstrumente lieferten gestern noch Anzeichen für eine deutliche Bodenhebung im Gipfelbereich, was auf magmatische Prozesse in geringer Tiefe schließen lässt.

Die Vulkanologen vom INGV beobachten den Ätna engmaschig. Dennoch bleibt es schwierig, das Verhalten des Vulkans vorauszusagen. Der Ätna ist für schnelle Änderungen seines Aktivitätsniveaus bekannt – und dafür, dass auf scheinbar ruhige Phasen jederzeit neue Ausbrüche folgen können.

Für Anwohner und Besucher bedeutet die aktuelle Lage vor allem eines: erhöhte Aufmerksamkeit, aber keinen Anlass zur Panik. Der Ätna zeigt einmal mehr, warum er seit Jahrhunderten als eines der faszinierendsten Naturphänomene Europas gilt.

Der Ätna ist nicht der einzige aktive Vulkan in Italien. Nördlich von Sizilien liegt der Stromboli, der gestern erneut mit der Förderung eines kleinen Lavastroms begann, der aus dem Nordkrater überläuft und über die Sciara del Fuoco fließt.

Ätna: Strombolianische Eruptionen im Nordosten

Anhaltende Unruhe am Ätna: Strombolische Eruptionen prägen das Weihnachtswochenende

Der Ätna lebte nach Monaten der Ruhe zum Jahresende 2025 wieder auf. Was sich in meinem letzten Bericht bereits andeutete, wurde nun durch klare Sicht auf das Geschehen bestätigt: Es gibt definitiv strombolianische Eruptionen aus dem Nordostkrater!

Nach Angaben des INGV, zeigt der höchste aktive Vulkan Europas weiterhin eine ausgeprägte strombolianische Aktivität, die sich überwiegend m Nordostkrater abspielt. Dort kommt es seit zwei Tagen zu intensiven, anhaltenden Explosionen, bei denen glühendes Material ausgeworfen wird und teilweise auf den Außenflanken des Kegels niedergeht. Begleitet wird diese Tätigkeit vom Ausstoß kleiner Mengen Vulkanasche.

Die vom Wind nach Nordosten getragene Aschewolke führte zu leichten Ascheniederschlägen in Piano Provenzana sowie in der bei Touristen beliebten Stadt Taormina – ein sichtbares Zeichen dafür, dass die aktuelle Aktivität nicht nur auf den Gipfelbereich beschränkt bleibt. sondern auch das Umland beeinflusst. Auch am Krater Bocca Nuova wurde in der Nacht sporadische strombolische Aktivität beobachtet. Vor allem aus dem Schlot BN-2 schleuderten Explosionen glühendes Material mehrere Dutzend Meter über den Kraterrand hinaus.

Geophysikalische Messdaten unterstreichen die anhaltende Unruhe im Inneren des Vulkans. Die Stärke des Tremors bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau und zeigte nach Mitternacht sogar einen leichten Anstieg. Die Quellen dieses Tremors liegen stabil im Bereich des Nordostkraters in etwa 3000 Metern Höhe über dem Meeresspiegel, was auf aktive Magmenbewegungen nahe der Oberfläche hinweist.

Auch Infraschallsignale, die mit Explosionen und Gasfreisetzungen zusammenhängen, treten weiterhin sehr häufig auf. Zwar endete eine ausgeprägte Tremor-Episode am Vorabend, doch folgte in den frühen Morgenstunden bereits eine weitere, was auf anhaltend Magmenaufstieg schließen lässt.

Messungen der Bodenverformung bestätigen diesen Eindruck: Seit dem 24. Dezember setzen sich langsame, aber deutliche Deformationstrends fort, die auf einen zunehmenden inneren Druck hindeuten. Größere Veränderungen an den GNSS-Stationen blieben bislang jedoch aus. Insgesamt zeichnet sich damit das Bild eines Vulkans, der weiterhin aktiv und aufmerksam zu beobachten bleibt.

Ätna: Neuer Vulkanausbruch bestätigt

Intensive strombolianische Tätigkeit am Ätna Nordostkrater – Neben Tremor auch Bodendeformation registriert

Was gestern noch mit etwas Spekulation behaftet war, ist heute Gewissheit: An den Gipfelkratern des Ätnas setzte intensive strombolianische Aktivität ein. Zwar hüllte sich der Gipfel weiterhin meist in Wolken, doch kurzzeitig aufgelockerte Wolken erlaubten einen Blick auf das Geschehen: Schauplatz der Eruptionen ist der Nordostkrater, in dem es bereits in den vergangenen Tagen schwache intracraterische Aktivität gegeben hatte. Diese hat sich nun deutlich verstärkt.




Ätna

Die Vulkanologen des INGV veröffentlichten am Abend ein Bulletin, wonach seit Einbruch der Dämmerung Überwachungskameras starke, kontinuierliche Gluterscheinungen dokumentierten. Um 18:10 UTC wurde das Auswerfen von glühendem Material über den Kraterrand beobachtet. Die Eruption produziert einen dichten Dampfstrahl, Vulkanasche ist bisher jedoch nicht sichtbar.
Seismische Aktivität und Infraschall

Der vulkanische Tremor bleibt auf erhöhtem Niveau und zeigt einen relativ stabilen Verlauf. Das Epizentrum liegt im Bereich des Nordost-Kraters auf etwa 2800–2900 Metern Höhe. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Infraschall-Ereignisse zu, vor allem am Nordost-Krater und teils an der Bocca Nuova. Seit etwa 21:50 UTC ist der Infraschall-Tremor deutlich wahrnehmbar.

Bodendeformation

Laut Dr. Boris Behncke vom INGV zeigte der Ätna bereits in den letzten Monaten eine deutliche Inflation, etwas, das seit 2023 in dieser Form nicht mehr beobachtet wurde.

Die neuesten Messungen der Deformation liefern folgende Werte:

  • Der Dilatometer DRUV verzeichnet seit dem Morgen des 24. Dezember eine positive Bodenverformung von etwa 80 Nanostrain.
  • Das Klinometer ECP zeigt im gleichen Zeitraum eine Änderung der Flankenneigung von über 1,5 Mikroradianten.
  • Die GNSS-Messstationen melden bislang keine signifikanten Bewegungen.

Zusätzlich zeigen Satellitendaten eine moderate Wärmestrahlung von rund 25 MW, was auf oberflächennahe Lavaaktivität hinweist.

Interpretation

Diese Kombination aus erhöhter seismischer Aktivität, Infraschall, Bodendeformation und sichtbarer Glut deutet auf ein dynamisches Magmasystem im Nordost-Krater hin. Eine weitere Intensivierung der Aktivität sowie ein mögliches Einsetzen anderer Krater ist gut vorstellbar.

Popocatépetl verstärkte Aktivität zu Weihnachten

Asche über Zentralmexiko: Popocatépetl zeigt verstärkte Aktivität

Der mexikanische Vulkan Popocatépetl wartete zu Weihnachten mit einer verstärkten Aktivität auf und eruptierte mehrere Aschewolken. Das VAAC Washington veröffentlichte neue VONA-Warnungen, denen zufolge Asche bis in eine Höhe von rund 6.100 Metern aufstieg und in Richtung Südosten driftete. Parallel dazu registrierten die Überwachungsstationen des mexikanischen Zivilschutzes eine Zunahme von Tremor, Exhalationen und kontinuierlichen Gasemissionen, was als deutliches Zeichen einer Verstärkung der vulkanischen Aktivität gilt.

CENAPRED berichtete gestern von 15 Asche-Dampf-Exhalationen. Der Tremor verstärkte sich deutlich und hielt insgesamt 226 Minuten an. Noch in der vergangenen Woche wurde tageweise gar kein Tremor registriert, was als eher ungewöhnlich gilt. Tremor wird in der Regel durch Magma verursacht, das im Fördersystem aufsteigt und dort anhaltende Bodenvibrationen erzeugt. Diese sind nur mit empfindlichen Messinstrumenten zu detektieren, die leicht gestört werden können, etwa durch Schneefall oder Sturm. Möglich ist daher, dass der Tremor zuletzt aus diesen Gründen nicht erfasst wurde.

Der Vulkan, der rund 70 Kilometer von Mexiko-Stadt entfernt liegt, befindet sich weiterhin auf Alarmstufe Gelb, Phase 2. Diese Phase ist durch wiederholte Explosionen geringer bis mäßiger Stärke gekennzeichnet, die mit Ascheausstoß, glühenden Fragmenten im Kraterbereich und gelegentlichen Ascheniederschlägen in umliegenden Gemeinden einhergehen können. Die Behörden betonen, dass dieses Aktivitätsniveau zwar ernst zu nehmen ist, derzeit jedoch keine großräumigen Evakuierungen rechtfertigt.

Im Fokus steht dennoch die Frage nach möglichen Gesundheitsrisiken durch Ascheniederschlag. Vulkanasche besteht aus feinen Gesteins- und Glaspartikeln, die – abhängig von Korngröße und Konzentration – Atemwege, Augen und Haut reizen können. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen. Bei stärkerem Aschefall kann es zudem zu Sichtbehinderungen im Straßenverkehr sowie zu Belastungen von Trinkwasser- und Abwassersystemen kommen.

Gesundheitsbehörden raten der Bevölkerung in betroffenen Gebieten, Fenster und Türen geschlossen zu halten, Atemschutzmasken oder zumindest feuchte Tücher zu verwenden und aufgewirbelte Asche zu vermeiden. Trotz der aktuellen Aktivitätsverstärkung gilt: Ascheniederschläge stellen meist eine kurzfristige, aber kontrollierbare Gefährdung dar, sofern die empfohlenen Schutzmaßnahmen eingehalten werden.

Ätna: Tremoranstieg zu Weihnachten

Unerwarteter Tremoranstieg am Ätna – Amplitude bewegt sich im roten Bereich

Am Ätna auf Sizilien stieg gestern Abend die vulkanische Tremoramplitude rasch bis in den unteren roten Bereich an und bewegt sich seitdem Seitwärts. Das italienische Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) erhöhte gegen 18:45 Uhr die VONA-Warnstufe für den Flugverkehr auf „Gelb“. Gleichzeitig wiesen die Vulkanologen darauf hin, dass sich der Vulkan in einer Phase erhöhter Unruhe befinde, ohne bislang genauere Angaben zur Art der Aktivität machen zu können.

Tremor

Ein Grund für die zurückhaltende Informationslage dürfte die dichte Wolkenkappe über dem Gipfelbereich des Ätnas sein, die visuelle Beobachtungen stark einschränkt. Somit bleibt unklar, welche Prozesse die seismische Aktivität derzeit widerspiegelt. In der Vergangenheit wurde ein vergleichbarer Tremoranstieg, zuletzt im Sommer, von einer subterminalen Eruption begleitet. Damals öffnete sich an der südlichen Basis des Kraterkomplexes eine kurze Eruptionsspalte, aus der über mehrere Wochen hinweg Lava austrat. Der daraus entstandene Lavastrom erreichte schließlich die 1900-Meter-Höhenlinie. Alternativ könnte sich nun auch eine Phase intensiver Intrakratertätigkeit ankündigen, die überwiegend von strombolianischen Explosionen geprägt ist und möglicherweise von kleinen Lavaströmen aus dem Zentralkrater begleitet wird.

In den vergangenen Tagen war – wie bereits berichtet – eine leicht erhöhte seismische Aktivität zu beobachten. Tiefe Erdbeben im Nordwesten sowie Beben in mittleren Tiefen, die sich entlang einer Linie von Westen nach Osten unter dem Vulkan ereigneten, deuten auf einen allmählichen Druckaufbau im Fördersystem hin. Massive Schwarmbeben, wie sie häufig den paroxysmalen Eruptionsserien der vergangenen Jahre vorausgingen, blieben jedoch aus. Dies schließt eine paroxysmale Aktivität zwar nicht vollständig aus, doch ist die aktuelle Tremoramplitude dafür bislang nicht hoch genug.

Der Ätna gilt als aktivster Vulkan Europas und ist für seine häufigen, meist effusiven Eruptionen bekannt. Zudem treten in Phasen starke Paroxysmen auf, die hoch aufsteigende Aschewolken erzeugen können. Aufgrund seiner Größe und der Nähe zu besiedelten Gebieten wird er rund um die Uhr überwacht.

Campi Flegrei: Hoher Gasausstoß im Dezember

Leichte Erdbeben, steigende Temperaturen und hoher Gasausstoß: Keine Entwarnung in den Campi Flegrei

In den Campi Flegrei hat die Alarmstimmung in den letzten 3 Wochen etwas nachgelassen. Grund hierfür ist, dass es Tage mit nur wenigen Erdbeben gegeben hat. Optimisten sehen hierin eine Entspannung der Situation und geben ihnen Grund zur Hoffnung, die ich als optimistischer Pessimist nicht teile Grund hierfür ist die anhaltende Bodenhebung, deren Hebegeschwindigkeit weiterhin bei 25 mm im Monat liegt. Zudem zeigt eine neue Studie – über die ich ausführlicher in den nächsten Tagen berichten werde –, dass die Erdbebenhäufigkeit trotz anhaltender Bodenhebung abnehmen kann, weil Störungen immer schwerer anzuregen sind.

Erdbeben © INGV

Trotz des vermeintlichen Rückgangs der Seismizität registrierten Vulkanologen des INGV in der Woche vom 15. bis 21. Dezember 2025 insgesamt 76 Erdbeben. Die stärksten dieser Erschütterungen erreichten eine Magnitude von bis zu 2,0. Besonders auffällig waren zwei kleine Erdbebenschwärme am 15. und 19. Dezember. Trotz dieser seismischen Aktivität sehen Wissenschaftler derzeit keine Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende größere Eruption.

Parallel zu den Erdbeben beobachten die Forscher eine konstant anhaltende Bodenhebung. Seit Anfang Oktober steigt die Erdoberfläche im Zentrum der Campi Flegrei mit einer Geschwindigkeit von etwa 2,5 Zentimetern pro Monat an. Insgesamt hat sich der Boden an einer Messstation nahe Pozzuoli seit Jahresbeginn um mehr als 21 Zentimeter angehoben. Diese Verformungen werden sorgfältig überwacht, da sie Hinweise auf Veränderungen im unterirdischen Magmasystem liefern können.

Auch die Gasemissionen des Vulkans zeigen interessante Entwicklungen. Im Bereich Pisciarelli, einer bekannten Zone mit hoher vulkanischer Gasfreisetzung, blieb der CO₂-Fluss in der letzten Woche stabil, ohne plötzliche Anstiege. Die Temperatur der Fumarolen dort lag bei etwa 94 Grad Celsius. Im Kontrast dazu erhitzt sich die Hauptfumarole BG im Krater der Solfatara in den letzten Wochen weiter: Ihre Temperatur stieg auf durchschnittlich 173 Grad Celsius – ein Zeichen für zunehmende Wärme und Aktivität im hydrothermalen System.

Die langjährige Beobachtung zeigt, dass der Vulkan weiterhin magmatisch aktiv ist, sich aber in einem stabilen Zustand befindet. Die Vulkanologen betonen, dass Änderungen in den Messdaten umgehend kommuniziert werden würden, um die Bevölkerung bestmöglich zu informieren und vorzubereiten.