Signifikante Aktivitätssteigerung am Vulkan Fuego – Paroxysmus möglich
Die guatemaltekischen Vulkanologen und Zivilschutzvertreter behalten den Fuego heute unter ganz besonderer Beobachtung und blicken besorgt auf die aktuelle Entwicklung am Feuervulkan, der kontinuierlich Asche emittiert und anhaltendes Lavaspattering aus dem Hauptkrater zeigt. Zwischendurch gibt es starke Explosionen, die den oberen Vulkanhang mit glühender Tephra eindecken und Aschewolken bis auf eine Höhe von 4300 m aufsteigen lassen. Die Vulkanüberwachungsbehörde INSIVUMEH hat ein Sonderbulletin herausgegeben und warnt vor einer weiteren Aktivitätssteigerung bis hin zum Paroxysmus.

Paroxysmen sind Eruptionen, die sich zunächst über Tage oder Stunden langsam aufbauen, um sich dann innerhalb kürzester Zeit signifikant zu steigern. Typisch sind Lavafontänen, hoch aufsteigende Aschewolken und zum Teil Lavaströme und pyroklastische Ströme. Kleinere Dichteströme mit Längen von bis zu 2 Kilometern wurden nach Angaben der Vulkanbeobachter vor Ort bereits gesichtet. Die heißen Gemische aus Gas, Asche und vulkanischem Material bewegten sich über die Schluchten Barranca Ceniza und Barranca Seca hangabwärts.
Der Zivilschutz CONRED hat extra Personal abgestellt, um die besonders gefährdeten Schluchten, durch die sich pyroklastische Ströme hangabwärts bewegen könnten, zu beobachten, und steht im engen Kontakt zu den Anwohnern des Vulkans, um notfalls schnell zu evakuieren. Die Behörde erinnert die Bevölkerung an die Vulkangefahren und appelliert, einen Fluchtrucksack bereit zu halten, der alles Notwendige für eine schnelle Evakuierung enthält.
Am Fuego kommt es immer wieder zu Paroxysmen, wobei ihre Häufigkeit seit der Katastrophe von 2018 deutlich abgenommen hat. Vor der Katastrophe befand sich der Fuego in einer Phase regelmäßig wiederkehrender Ausbrüche, die neben der alltäglichen Aktivität im Schnitt alle 14 Tage auftraten. Während es damals noch keinen Livestream gab, ist die Aktivität heute sehr schön via Afar-Tv-Livestream zu beobachten:
Ob sich tatsächlich ein größerer Paroxysmus entwickelt, hängt von der weiteren Dynamik des Magmasystems ab. Die kommenden Stunden gelten als entscheidend. Genau vorhersagen lassen sich Paroxysmen nicht, so ist auch völlig unklar, wie groß ein möglicher Ausbruch werden kann. Die meisten dieser Eruptionen beschränken sich in ihrer Wirkung auf den Gipfelbereich des Fuegos, wobei Aschewolken und Paroxysmen größere Entfernung zurücklegen können.







