Fuego: Aktivitätssteigerung löst Alarmstimmung am Vulkan aus

Signifikante Aktivitätssteigerung am Vulkan Fuego – Paroxysmus möglich

Die guatemaltekischen Vulkanologen und Zivilschutzvertreter behalten den Fuego heute unter ganz besonderer Beobachtung und blicken besorgt auf die aktuelle Entwicklung am Feuervulkan, der kontinuierlich Asche emittiert und anhaltendes Lavaspattering aus dem Hauptkrater zeigt. Zwischendurch gibt es starke Explosionen, die den oberen Vulkanhang mit glühender Tephra eindecken und Aschewolken bis auf eine Höhe von 4300 m aufsteigen lassen. Die Vulkanüberwachungsbehörde INSIVUMEH hat ein Sonderbulletin herausgegeben und warnt vor einer weiteren Aktivitätssteigerung bis hin zum Paroxysmus.

Fuego

Paroxysmen sind Eruptionen, die sich zunächst über Tage oder Stunden langsam aufbauen, um sich dann innerhalb kürzester Zeit signifikant zu steigern. Typisch sind Lavafontänen, hoch aufsteigende Aschewolken und zum Teil Lavaströme und pyroklastische Ströme. Kleinere Dichteströme mit Längen von bis zu 2 Kilometern wurden nach Angaben der Vulkanbeobachter vor Ort bereits gesichtet. Die heißen Gemische aus Gas, Asche und vulkanischem Material bewegten sich über die Schluchten Barranca Ceniza und Barranca Seca hangabwärts.

Der Zivilschutz CONRED hat extra Personal abgestellt, um die besonders gefährdeten Schluchten, durch die sich pyroklastische Ströme hangabwärts bewegen könnten, zu beobachten, und steht im engen Kontakt zu den Anwohnern des Vulkans, um notfalls schnell zu evakuieren. Die Behörde erinnert die Bevölkerung an die Vulkangefahren und appelliert, einen Fluchtrucksack bereit zu halten, der alles Notwendige für eine schnelle Evakuierung enthält.

Am Fuego kommt es immer wieder zu Paroxysmen, wobei ihre Häufigkeit seit der Katastrophe von 2018 deutlich abgenommen hat. Vor der Katastrophe befand sich der Fuego in einer Phase regelmäßig wiederkehrender Ausbrüche, die neben der alltäglichen Aktivität im Schnitt alle 14 Tage auftraten. Während es damals noch keinen Livestream gab, ist die Aktivität heute sehr schön via Afar-Tv-Livestream zu beobachten:

Ob sich tatsächlich ein größerer Paroxysmus entwickelt, hängt von der weiteren Dynamik des Magmasystems ab. Die kommenden Stunden gelten als entscheidend. Genau vorhersagen lassen sich Paroxysmen nicht, so ist auch völlig unklar, wie groß ein möglicher Ausbruch werden kann. Die meisten dieser Eruptionen beschränken sich in ihrer Wirkung auf den Gipfelbereich des Fuegos, wobei Aschewolken und Paroxysmen größere Entfernung zurücklegen können.

Popocatépetl stößt Vulkanasche bis auf 6400 m Höhe aus

Popocatépetl eruptiert bei schönstem Wetter Aschewolken bis auf 6400 m Höhe

Der mexikanische Vulkan Popocatépetl bleibt aktiv und stößt Vulkanasche sowie Gase aus. Nach Angaben des VAAC Washington wurden am 3. August Ascheemissionen beobachtet, die sich mit dem Wind in südwestlicher Richtung ausbreiteten. Satellitenbilder des Wettersatelliten GOES-19 und Bilder von Webcams dokumentierten die Aktivität. Die Aschewolke reichte bis auf eine Höhe von 6.400 Metern über dem Meeresspiegel und driftete in Richtung Südwesten.

Popocatépetl

Die anhaltenden Emissionen zeigen, dass sich der rund 5.426 Meter hohe Stratovulkan weiterhin in einer Phase moderater Aktivität befindet. Auf den Afar-TV-Livestreamaufnahmen lassen sich in den letzten 12 Stunden explosive Ascheeruptionen ausmachen sowie mehrere schwache Dampfexhalationen. Während der Nacht ist ein intensiver roter Lichtschein rot illuminierter Dampfwolken zu sehen. Sie deuten auf glühende Lava im Schlotbereich des tiefen Kraters hin.

Die Asche-Emissionen können je nach Windrichtung die Luftqualität in umliegenden Ortschaften beeinträchtigen und stellen insbesondere für den Luftverkehr nahe dem Hauptstadtflughafen eine Herausforderung dar. Je nach Windrichtung können bereits kleinere Eruptionen den Flugverkehr startender und landender Flugzeuge beeinträchtigen.

Der jüngste Lagebericht des mexikanischen Vulkanüberwachungszentrums CENAPRED beschreibt insgesamt zwanzig schwache Exhalationen, die hauptsächlich aus Wasserdampf und vulkanischen Gasen bestanden. Darüber hinaus registrierten die Seismometer 65 Minuten harmonischen Tremor mit sehr geringer Amplitude. Harmonischer Tremor entsteht durch die Bewegung von Magma oder vulkanischen Gasen im Fördersystem und gilt als Hinweis darauf, dass der Vulkan weiterhin unter Druck steht.

Die offizielle Alarmstufe bleibt unverändert auf Gelb Phase 2. CENAPRED appelliert erneut an die Bevölkerung, den Vulkan nicht zu besteigen und die Sperrzone von zwölf Kilometern um den Krater strikt einzuhalten. Selbst kleinere Explosionen können glühende Gesteinsbrocken über weite Entfernungen auswerfen. Dabei werden häufig Schuttlawinen ausgelöst, die bereits Bergsteiger auf der Flanke des Popocatépetl getroffen und getötet haben. Zudem besteht bei starken Regenfällen die Gefahr, dass sich in den Schluchten Schlamm- und Gerölllawinen bilden. Die Behörden beobachten den Popocatépetl daher weiterhin rund um die Uhr.

Vulkan Sakurajima: Aschewolken in 4300 Meter Höhe

Sakurajima erzeugte Eruptonsserie und förderte Aschewolke auf 4300 Meter Höhe

Der japanische Vulkan Sakurajima erhebt sich in der Aira-Caldera und erzeugte am Sonntag mehrere Eruptionen, die vom VAAC Tokio registriert wurden und dort 7 VONA-Meldungen auslösten. Der Halbinselvulkan gehört zu den aktivsten Feuerbergen Japans und liegt unmittelbar vor der Stadt Kagoshima, in der mehr als eine halbe Milionen Menschen wohnen.

Nach Angaben des VAAC Tokyo setzte sich die seit Tagen erhöhte eruptive Aktivität auch am 2. August fort. Zuletzt wurde um 17:20 UTC eine Aschewolke detektiert, die vom Gipfelbereich des Sakurajima bis in Höhen von 14.000 Fuß (etwa 4.300 Meter) über dem Meeresspiegel aufstieg. Die Asche driftete zunächst in südwestliche Richtung und wurde mit einer Geschwindigkeit von etwa 18 km/h verfrachtet. Modellberechnungen zufolge sollte die Aschewolke in den folgenden Stunden weiter über das Meer in Richtung Südwesten ziehen.

Eine besonders kräftige Eruption ereignete sich am Sonntag um 23:34 Uhr Ortszeit am Minamidake-Gipfelkrater. Dabei stieg eine dunkle Aschesäule bis auf 3.000 Meter über den Kraterrand auf. Nach Angaben der japanischen Wetterbehörde JMA erreichte die Eruption ihre Intensitätsspitze kurz vor Mitternacht. Um 00:30 Uhr am 3. August ließ die Ascheemission nach und es wurde Entwarnung gegeben. Die Asche driftete in Richtung Südwesten, wodurch für Teile der Stadt Kagoshima, einschließlich des Sakurajima-Gebiets, leichter bis mäßig starker Ascheniederschlag vorhergesagt wurde.

Zwischen dem 31. Juli und dem 3. August registrierte die JMA am Minamidake-Krater insgesamt 17 Eruptionen sowie zwei Explosionen. Bei einer dieser Explosionen wurden große vulkanische Gesteinsbrocken beobachtet, die über einen Kilometer weit geschleudert wurden. Zudem registrierten empfindliche Kameras nachts vulkanisches Glühen im Kraterbereich.

Die langfristige Überwachung zeigt weiterhin eine langsame Ausdehnung der Aira-Caldera, was auf eine anhaltende Magmazufuhr in der Tiefe hindeutet. Gleichzeitig bleibt die Schwefeldioxid-Freisetzung hoch.

Die Vulkanwarnstufe 3 mit Zugangsbeschränkungen bleibt bestehen. Innerhalb eines Radius von etwa zwei Kilometern um die Krater müssen Besucher mit dem Auftreten großer Vulkanbomben und pyroklastischer Ströme rechnen. Zusätzlich warnt die JMA vor weitreichendem Aschefall sowie vor kleinen Gesteinsfragmenten, die vom Wind verfrachtet werden können.

Die JMA geht deshalb davon aus, dass die aktive Phase des Sakurajima weiter anhalten wird.

Island: Erdbebenschwarm erschüttert Katla Anfang August

Schwarmbeben unter der Katla – 28 Beben innerhalb von zwei Tagen

Unter einem der gefährlichsten Vulkane Islands ereigneten sich in den letzten 2 Tagen 28 Erdbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 2,7 und manifestierte sich auf dem Niveau des Meeresspiegels, der sich gut 1500 m unterhalb des Gletschers Myrdalsjökull befindet, der den großen Zentralvulkan bedeckt. Das Epizentrum des Bebens wurde 4,0 km nordöstlich von Goðabunga verortet. Der Erdstoß ereignete sich am Sonntagabend um 17:54:34 Uhr UTC. Das jüngste Beben der Serie wurde heute Morgen registriert. Der Erdbebenschwarm könnte sich fortsetzen.

Katla

In den letzten Monaten wurde eine kontinuierlich erhöhte Seismizität unter Myrdalsjökull und Katla registriert, was nach Meinung vieler Geowissenschaftler auf eine erhöhte hydrothermale und evtl. auch magmatische Aktivität des Vulkans zurückzuführen ist. Katla steht schon seit Jahren im Fokus von Wissenschaft und Zivilschutz, da ein größerer Ausbruch des Vulkans befürchtet wird. Seit Juni zeigt der GNNS-Sensor AUST auf dem Gletscher eine steil verlaufende Bodenhebung von ca. 50 mm, doch ob sie durch Magma hervorgerufen wird, ist unsicher. Vielmehr könnte es sich um Schmelzwassersammlungen unter dem Eis handeln, die sich bald in einem Gletscherlauf entleeren könnten. Solche Gletscherläufe ereignen sich immer wieder und stellen eine Gefahr entlang der entwässernden Flussläufe am Gletscher dar.

Im Bodenhebungsgebiet von Svartsengi gab es erneut vereinzelte Erdbeben. Die Messungen zur Bodenhebung zeigen an einigen Stationen nahe des Geothermalkraftwerks Svartsengi eine leichte Bodenhebung an. Auffällig ist, dass es an den weiter südlich gelegenen Messpunkten in den letzten Tagen zu einer deutlichen Subsidenz, sprich Bodenabsenkung, gekommen zu sein scheint. Das betrifft vor allem die Stationen im Bereich von Grindavík. Damit einher geht eine horizontale Bodenverschiebung in Richtung Osten. Ob es sich um Messfehler handelt oder um tatsächliche Bodenbewegungen, wird sich erst in einigen Tagen bestätigen.

Ob es in dem Gebiet zu einer weiteren Eruption kommen wird, ist unklar, obgleich die IMO-Vulkanologen das immer noch als ein wahrscheinliches Szenario in Betracht ziehen. Das nächste Naturschauspiel, auf das man sich auf Island vorbereitet, ist die totale Sonnenfinsternis am 12. August, die von den Westfjorden aus zu sehen ist. Flüge nach Island sind zu diesem Termin bereits seit Monaten ausgebucht.

Vulkan Mayon: Lavaströme und Ascheerutpionen

Mayon eruptiert Aschewolken und löst Ascheniederschlag in Legazpi aus

Der Vulkan Mayon bleibt auch am Tag 209 nach Eruptionsbeginn weiterhin effusiv und explosiv aktiv. Nach Angaben des philippinischen Vulkanobservatoriums PHIVOLCS wird der Dom im Gipfelkrater weiterhin mit Lava versorgt und speist drei Lavaströme auf den Vulkanflanken. Am 2. August kam es zudem zu weiteren Ascheemissionen, die vom VAAC Tokio registriert wurden.

Mayon

Demnach ereignete sich der Ausbruch um 07:19 UTC (15:19 Uhr Ortszeit). Die Aschewolke erreichte eine Höhe von 2.700 Metern über dem Meeresspiegel und wurde mit dem Wind nach Osten verfrachtet. Auf Satellitenbildern ließ sich die Vulkanasche aufgrund der Wetterbedingungen anschließend nicht mehr eindeutig identifizieren. Das VAAC veröffentlichte dennoch eine Warnung für die Luftfahrt.

Auch die Livecams von PHIVOLCS dokumentierten die Ascheemissionen, die allerdings kaum die meteorologischen Wolken durchbrachen, die den Gipfel des Mayon seit Tagen einhüllen. Die Ascheemission vom Sonntagnachmittag dauerte rund eine Minute und erzeugte eine graue Eruptionswolke, die etwa 200 Meter über den Krater aufstieg und ostwärts zog. Darüber hinaus strömt weiterhin Lava durch mehrere Schluchten an den Flanken des Vulkans. Die längsten Lavaströme reichen derzeit bis zu 3,8 Kilometer in die Basud-Schlucht, 3,2 Kilometer in die Bonga-Schlucht und 2,7 Kilometer in die Mi-isi-Schlucht.

Noch nicht von offiziellen Stellen bestätigt sind Ascheemissionen, die man heute auf der AFAR-TV-Livecam beobachten konnte. Zwar war eine Eruption aufgrund dichter Bewölkung nicht zu erkennen gewesen, dennoch prasselten im Sichtfeld der Livecam Asche und Lapilli nieder. Es besteht auch die Möglichkeit, dass es sich dabei um von starken Winden aufgewirbelte Asche handelte, so wie wir es aktuell am Bezymianny auf Kamtschatka sehen.

Innerhalb der vergangenen 24 Stunden registrierten die Messstationen 21 vulkanische Erdbeben sowie elf Signale von Steinschlägen. Die Schwefeldioxid-Emission belief sich am 2. August auf 1.798 Tonnen pro Tag. Zudem wird weiterhin eine Aufblähung (Inflation) des Vulkangebäudes beobachtet, auch wenn im nordöstlichen Sektor kurzfristig eine leichte Deflation gemessen wurde. Nachts ist über dem Krater ein mäßiges Glühen sichtbar.

Die Alarmstufe bleibt unverändert auf Alert Level 3, was einen Zustand magmatischer Unruhe mit der Möglichkeit weiterer Eruptionen bedeutet. PHIVOLCS warnt eindringlich davor, die sechs Kilometer umfassende permanente Gefahrenzone zu betreten. Zu den möglichen Gefahren zählen explosive Ascheeruptionen, pyroklastische Dichteströme, Lavafontänen, Lavastromaktivität, Steinschläge sowie Lahare bei anhaltenden oder starken Regenfällen. Auch der Flugverkehr sollte den Bereich in Gipfelnähe weiterhin meiden.

Ägypten: Erdbeben erschüttert Suez-Kanal

Suez-Kanal in Ägypten von mittelstarkem Erdbeben erschüttert – Tausende Wahrnehmungen

Es kommt relativ selten vor, dass Vnet über Erdbeben in Ägypten berichten muss, doch heute ist es mal wieder so weit: Gegen 3:00 Uhr Ortszeit ist in der Nacht zum Montag im Norden des Landes zu einem mittelstarken Erdbeben gekommen, das von den Anwohnern Nordägyptens deutlich wahrgenommen wurde. Nach Angaben des EMSC erreichte das Beben eine Magnitude von 5,2. Das Hypozentrum lag in einer Tiefe von 10 Kilometern, das Epizentrum befand sich 38 Kilometer nördlich von Suez beziehungsweise 111 Kilometer südsüdöstlich von Port Said am wichtigen Suez-Kanal.

Ägypten

Bewohner berichteten beim EMSC und in den sozialen Medien von ihren Wahrnehmungen, zu denen ein lautes Grollen, schwankende Möbel und vibrierende Gebäude gehörten. Besonders in den oberen Stockwerken von Wohnhäusern in der Hauptstadt Kairo wurden die Schwingungen deutlich wahrgenommen. Viele Menschen flüchteten vorsorglich aus ihren Wohnungen und versammelten sich im Freien, nachdem sie aus dem Schlaf gerissen worden waren. Auch aus Alexandria, dem Nildelta und weiteren Städten gingen zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen ein.

Trotz der vergleichsweise kräftigen Magnitude blieb das Erdbeben nach bisherigem Kenntnisstand ohne schwerwiegende Folgen. Die ägyptischen Behörden meldeten zunächst keine Verletzten und keine nennenswerten Gebäudeschäden. Das Nationale Seismologische Netzwerk bestätigte die Parameter des Bebens und erklärte, dass die Situation unter Kontrolle sei.

Das Erdbeben ereignete sich in einer tektonisch aktiven Region in der Verlängerung des Roten Meeres. Dort setzt sich das Ostafrikanische Rift-System nach Norden fort. Entlang dieser Dehnungszone entfernen sich die Afrikanische und die Arabische Platte langsam voneinander, wodurch Spannungen in der Erdkruste aufgebaut und in Form von Erdbeben freigesetzt werden. Das Gebiet um den Golf von Suez und das nördliche Rote Meer zählt deshalb zu den seismisch aktivsten Regionen Ägyptens.

Auch wenn Erdbeben dieser Größenordnung dort nicht ungewöhnlich sind, rief das Ereignis Erinnerungen an das verheerende Kairo-Erdbeben von 1992 wach. Damals führte ein Beben der Magnitude 5,8 aufgrund seiner geringen Herdtiefe und der dichten Besiedlung zu schweren Zerstörungen und zahlreichen Todesopfern. Entsprechend sensibel reagierten viele Menschen auf die nächtlichen Erschütterungen, obwohl sich das aktuelle Beben letztlich als deutlich weniger folgenschwer erwies.

Die sensible Infrastruktur entlang des Suezkanals rückt heutzutage in den Fokus der Besorgnis: Sollte es hier einmal infolge eines starken Erdbebens zu ernsten Schäden kommen, wären weltweite Lieferketten gefährdet, was eine erneute Wirtschaftskrise nach sich ziehen könnte.

Puracé: Anhebung der Alarmstufe des Vulkans in Kolumbien

Alarmstufe des Vulkans Puracé auf „Orange“ angehoben – Vulkan speit seit Wochen Vulkanasche

Die Aktivität des kolumbianische Vulkan Puracé hat in den letzten Tagen weiter zugenommen, weshalb der Kolumbianische Geologische Dienst (SGC) am 1. August die Alarmstufe von Gelb auf Orange angehoben hat. Darüber hinaus meldete das VAAC Washington in den frühen Morgenstunden des 2. August anhaltende Ascheemissionen. Die Aschewolken können an klaren Tagen auch via Livecam beobachtet werden und zeigen die Aktivität des Puracé auf eindrückliche Weise.

Puracé

Nach Angaben des VAAC wurde gegen 05:00 UTC eine Aschewolke per Satellit nordwestlich des Gipfels nachgewiesen. Sie erreichte eine Höhe von bis zu 5.500 Metern über dem Meeresspiegel entspricht, und driftete mit etwa 37 km/h in nordwestliche Richtung. Für die folgenden Stunden erwarteten die Meteorologen zunächst eine Fortsetzung dieser Zugbahn, bevor sich die Windrichtung in größerer Höhe allmählich drehen und die Aschewolke zunehmend nach Westen und später aus östlichen Richtungen verdriften könnte. Die Vulkanwarnung (VONA) bestätigt, dass die Emissionen weiterhin andauern.

Die Entscheidung des SGC, die Alarmstufe auf Orange anzuheben, basiert auf einer Reihe von Veränderungen der geophysikalischen Parameter am Vulkan, die sich seit dem 20. Juli verstärkt haben. Von besonderer Bedeutung ist die Zunahme des vulkanischen Tremors und von seismischen Signale, die direkt mit den Ascheemissionen in Verbindung stehen. Der Tremor konzentriert sich in weniger als einem Kilometer Tiefe direkt unter dem Krater und deuten darauf hin, dass Magma und Gase weiter aufsteigen und sich unter dem Krater ansammeln.

Auch die sichtbare Aktivität hat erheblich zugenommen. Gas- und Aschewolken steigen inzwischen bis zu 3.400 Meter über den Kraterrand auf. Gleichzeitig wurden erhöhte Temperaturen der emittierte Eruptionswolken von 140 Grad Celsius gemessen. Hinzu kommen deutlich erhöhte Schwefeldioxid-Emissionen von bis zu 4.200 Tonnen pro Tag sowie steigende Kohlendioxidwerte im Boden mit gemessenen 688 ppm. Darüber hinaus registrieren die Messstationen eine anhaltende Bodendeformation im Gebiet zwischen den Vulkanen Puracé, Piocollo und Curiquinga.

Die Alarmstufe Orange signalisiert dass sich das Verhalten des Vulkans deutlich verändert hat und sich die Aktivität innerhalb von Tagen oder Wochen weiter verstärken könnte. Die Behörden rufen die Bevölkerung dazu auf, offizielle Informationen aufmerksam zu verfolgen.

Vulkan Sakurajima bricht am 1. August erneut aus

Sakurajima erutpierte am 1. August Vulkanasche bis auf 4000 m Höhe – Warnung vor Ascheniederschlag

Der japanische Vulkan Sakurajima ist am Samstag, dem 1. August um 14:45 UTC ein weiteres Mal ausgebrochen. Die Eruption aus dem Minamidake-Gipfelkrater transportierte Vulkanasche mehrere Kilometer hoch und verursachte Ascheniederschlag in bewohnten Gebieten. Die japanische Wetterbehörde (JMA) hält deshalb an der Eruptionswarnstufe 3 fest, die den Zugang zum Vulkan einschränkt.

Sakurajima

Nach Angaben des VAAC Tokio begann die jüngste explosive Phase am 1. August um 14:45 UTC (23:45 Uhr Ortszeit). Die Aschewolke erreichte zunächst eine Höhe von ca. 4 Kilometern über dem Meeresspiegel und wurde mit dem Wind nach Südwesten verfrachtet. Wenig später meldete die JMA, dass die Eruption weiterhin andauere. Die sichtbare Aschewolke stieg im Fortgang des Ausbruchs bis auf 1.500 Meter über den Krater auf, nachdem sie Anfangs eine maximale Höhe von 2.800 Metern über dem Krater erreicht hatte.

Rotglühende Tephra wurde auch in der Anfangsphase der Eruption nicht ausgeworfen. Dafür konnte man bei genauer Betrachtung der Livecamaufnahmen einige vulkanische Blitze in der Eruptionswolke aufleuchten sehen.

Kurz nach Mitternacht Ortszeit wurde eine zweite Eruptionsmeldung veröffentlicht. Demnach zog die Asche in Richtung Süden über die Halbinsel Satsuma. Für Teile der Stadt Kagoshima, insbesondere den Sakurajima-Distrikt, wurde mäßiger bis stellenweise starker Ascheniederschlag prognostiziert. Auch die Stadt Tarumizu musste mit leichtem Ascheregen rechnen. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, Masken und Regenschirme als Schutz vor der Vulkanasche zu verwenden und im Straßenverkehr besonders vorsichtig zu fahren. Zudem können bis in eine Entfernung von zwei Kilometern vom Krater kleine vulkanische Lapilli niedergehen.

Der aktuelle Aktivitätsschub fügt sich in eine bereits seit Wochen anhaltende Phase erhöhter Unruhe ein. Zwischen dem 27. und 31. Juli registrierte die JMA am Minamidake-Gipfelkrater 20 Eruptionen, darunter eine Explosion. Die höchste Aschewolke dieser Periode erreichte 2.200 Meter über dem Krater. Ballistisch ausgeworfene Lavabrocken flogen dabei bis zu 900 Meter weit. Am benachbarten Showa-Krater wurden dagegen keine Eruptionen beobachtet.

Die Messungen zeigen außerdem eine seit Jahren andauernde Ausdehnung der Aira-Caldera, was auf eine fortgesetzte Magmaansammlung in größerer Tiefe hindeutet. Gleichzeitig bleiben die Schwefeldioxid-Emissionen auf hohem Niveau. Dies spricht dies dafür, dass die vulkanische Aktivität weiter anhalten dürfte.

Ätna: Vulkan am 1. August weiterhin effusiv aktiv

Lavastrom am Ätna weiter in Bewegung – Tremor im mittleren Bereich

Die Aktivität am Ätna auf Sizilien hat sich nach der jüngsten Eruptionsphase deutlich abgeschwächt, doch nach Berichten des INGV ist der Lavastrom, der am Abend des 30. Juli zu fließen begann, weiterhin in Bewegung. Allerdings wird er inzwischen nur noch schwach gespeist. Der Lavastrom entspringt einer kurzen Eruptionsspalte, die sich im oberen Bereich des Valle del Leone auf einer Höhe von etwa 2700 Metern über dem Meeresspiegel entwickelt hatte. In der Nacht zum 31. Juli erreichte die Lava eine geschätzte Höhe von 1700 bis 1750 Metern, oberhalb des Bereichs Rocca Capra. Die Lava war sehr dünnflüssig und entsprechend schnell unterwegs, so dass sie für die 1000 m Höhenunterschied nur wenige Stunden brauchte.

Ätna

Aktuelle Auswertungen der Bilder des Überwachungskameranetzes zeigen die am weitesten vorgedrungenen Bereiche des Lavafeldes sowie die vorderen Loben der Lavafront oberhalb der Rocca Capra. Dort ist keine Aktivität mehr sichtbar und die Ströme beginnen abzukühlen. Lediglich weiter oben wird der Lavastrom noch gespeist. Aktuell laufen Geländeuntersuchungen, um die genaue Ausdehnung und Beschaffenheit des Stroms zu bestimmen. An den Gipfelkratern des Ätna wird weiterhin eine ausgeprägte Entgasung beobachtet.

Die effusive Aktivität war von einer intensiven strombolianischen Phase am Krater Voragine begleitet worden. Dabei wurde eine Aschewolke erzeugt, die eine Höhe von rund 7000 Metern über dem Meeresspiegel erreichte und in Richtung Südwesten driftete. Gegen Mitternacht zum 31. Juli kam die explosive Aktivität abrupt zum Erliegen.

Der vulkanische Tremor zeigte zunächst hohe Werte. Nach dem Ende der strombolianischen Aktivität fiel die Tremoramplitude bis in den grünen Bereich ab, bewegt sich inzwischen aber mit starken Schwankungen wieder im mittleren Bereich.

Gestern Nachmittag kam es erneut zu einer Erhöhung der Infraschallaktivität, die auf explosive Prozesse an der Oberfläche hinweist. Bei den Messstationen zur Überwachung der Bodenverformung wurden zuletzt keine signifikanten Veränderungen registriert.

Der INGV-Vulkanologe Boris Behncke ordnet die Aktivität der letzten Tage als Paroxysmus der Voragine ein. Dementsprechend kann es sein, dass innerhalb weniger Tage oder Wochen vergleichbare Eruptionsphasen folgen. Dafür spricht das gestern beschriebene Tremormuster, das sich auch jüngst wieder im Tremorgrafen fand.