Huaynaputina: Lahar beschädigte Brücke am Fuß des Vulkans

Lahar am Vulkan Huaynaputina beschädigt Brücke in Südperu

Ein vulkanischer Schlammfluss (Lahar) hat gestern am südperuanischen Vulkan Huaynaputina starke Schäden an der lokalen Infrastruktur verursacht. Wie das Geophysikalische Institut von Peru (IGP) mitteilte, wurde am Nachmittag ein Lahar in der Schlucht El Volcán registriert. Die Schlammmassen flossen talwärts in Richtung des Río Tambo und beschädigten eine Brücke im Bezirk Quinistaquillas in der Provinz General Sánchez Cerro. Einen Ausbruch des Vulkans hatte es zuvor nicht gegeben und es gibt keine Anzeichen für sein Erwachen.

Huaynaputina

Der Lahar trat gegen 15:42 Uhr auf und bestand aus einer Mischung aus Wasser, alter Vulkanasche, Geröll und Sedimenten. Nach Angaben der Behörden handelt es sich nicht um eine direkte Folge eines Vulkanausbruchs, sondern um ein Ereignis, das durch intensive Niederschläge ausgelöst wurde. Die starken Regenfälle mobilisierten lockeres vulkanisches Material, das sich bei früheren Eruptionen an den Hängen des Huaynaputina angesammelt hatte. In Peru werden solche regenbedingten Murgänge häufig auch als „huaicos“ bezeichnet.

Die Gemeindeverwaltung von Quinistaquillas führt derzeit eine Schadens- und Bedarfsanalyse durch. Parallel überwacht das Nationale Notfallzentrum des Zivilschutzes die Lage. Das IGP rief die Bevölkerung dazu auf, sich von der Schlucht El Volcán fernzuhalten und auf der Straße Quinistaquillas–Sijuaya besondere Vorsicht walten zu lassen. Auch Flussläufe und Bewässerungsanlagen in tiefer gelegenen Gebieten könnten betroffen sein.


Der Huaynaputina zählt zu den historisch bedeutendsten Vulkanen Südamerikas. Er liegt rund 80 Kilometer nordöstlich von Arequipa und ist ein komplexer Stratovulkan ohne ausgeprägten Kegel, bestehend aus mehreren Kratern. Sein letzter und zugleich verheerendster Ausbruch ereignete sich im Jahr 1600. Mit einer Stärke von VEI 6 war er der größte dokumentierte Vulkanausbruch auf dem Kontinent und hatte sogar globale Klimafolgen, darunter Missernten in Europa.

Obwohl der Huaynaputina seit Jahrhunderten keine Eruptionen mehr gezeigt hat, gilt er weiterhin als aktiv. Der aktuelle Vorfall verdeutlicht, dass selbst ruhende Vulkane in Kombination mit extremen Wetterereignissen ein ernstzunehmendes Risiko darstellen können.

Sakurajima eruptiert Vulkanasche am 16. Januar

Anhaltender Ausbruch des Vulkans Sakurajima – Aschewolke zieht nach Nordosten

Heute eruptierte der japanische Vulkan Sakurajima eine Aschewolke, die nach Angaben des VAAC Tokio bis auf eine Höhe von 2400 m über dem Meeresspiegel aufstieg und mit dem Wind in nordöstlicher Richtung driftete. Die meteorologischen Observatorien in Kagoshima und Fukuoka detektierten die Eruption ebenfalls und bestätigten die Aschewolke, die sich nach ihren Angaben 1200 m über den Krater erhob. Der explosive Vulkanausbruch begann am 16. Januar 2026 um 15:47 Uhr Ortszeit (06:47 UTC) und dauert zum Zeitpunkt der Meldung noch an. Die erste internationale Aschewarnung wurde um 07:17 UTC veröffentlicht.

Archivbild

Der Ausbruch ereignete sich am Minamidake-Gipfelkrater, einem der aktivsten Krater des Sakurajima.  Die Eruptionswolke wurde von Vulkanbeobachtern am Boden als dunkelgrau beschrieben. Zudem war Dampf enthalten.

Die japanischen Behörden halten weiterhin die Eruptionswarnstufe 3 aufrecht, die mit Zutrittsbeschränkungen im Berggebiet verbunden ist. In einem Umkreis von bis zu einem Kilometer um den Gipfel- und den Showa-Krater wurden große vulkanische Gesteinsbrocken sowie kleinere Auswurfmaterialien festgestellt. Zudem besteht die Gefahr von pyroklastischen Strömen, insbesondere bei stärkeren Explosionen.

Eine erste Eruption hatte es bereits am Vormittag des 16. Januar um 10:19 Uhr Ortszeit gegeben. Die dabei aufsteigende Aschewolke erreichte etwa 1.000 Meter über dem Kraterrand des Minamidake, zudem wurde Feuerschein am Krater beobachtet. Am benachbarten Showa-Krater hingegen traten keine Eruptionen auf.

Seismologisch wurden in den vergangenen Tagen nur wenige vulkanische Erdbeben, jedoch gelegentlich vulkanische Erschütterungen registriert. Langfristige GNSS-Messungen zeigen eine anhaltende Aufwölbung tief unter der Aira-Caldera, was auf eine fortgesetzte Magmaansammlung hindeutet. Auch die Emission von Schwefeldioxid bleibt auf hohem Niveau. Bei der letzten Messung am 6. Januar wurde eine Emission von 2800 Tonnen am Tag registriert, was darauf schließen lässt, dass die vulkanische Aktivität auch in der nächsten Zeit anhalten könnte.

Die Behörden warnen Anwohner und Besucher eindringlich vor herabfallenden vulkanischen Bomben, Asche und Schlackenpartikeln, die insbesondere auf der windabgewandten Seite weit transportiert werden können. Zudem können starke Luftdruckwellen Fensterscheiben beschädigen. Bei anhaltendem Ascheregen besteht in Verbindung mit Niederschlägen die Gefahr von Schlammlawinen.

Mayon: Militär bereitet Evakuierungen vor

PHILVOLCS warnt vor Lahar-Gefahr am Vulkan Mayon – Armee mobilisiert Rettungskräfte

Der philippinische Vulkan Mayon ist weiterhin hochaktiv: Seine Aktivität zeichnet sich durch Domwachstum aus, wodurch es zu fortgesetzten Kollapsereignissen kommt. Dadurch entstanden in den letzten 24 Stunden 68 pyroklastische Dichteströme und 308 Schuttlawinen bzw. Steinschlagabgänge. Nachts hinterlassen diese Phänomene Glutspuren auf dem oberen Vulkanhang. Der Mayon stieß zudem 1318 Tonnen Schwefeldioxid aus. Gegenüber der Vorwoche verdoppelte sich der Wert fast. Es wird weiterhin Inflation registriert und Aschewolken steigen auf. Da das Wetter kippt und intensive Regenfälle infolge des Taifuns Ada erwartet werden, gab das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (PHILVOLCS) nun eine Laharwarnung heraus.

Die Behörde ruft die Bevölkerung in der Provinz Albay zu erhöhter Wachsamkeit auf, da anhaltende starke bis intensive Regenfälle in der Region die Gefahr von vulkanischen Sediment- und Schlammströmen deutlich erhöhen.

Die Vulkanologen erklärten, dass die Regenfälle entlang der Ostküste von Süd-Luzon instabile vulkanische Ablagerungen, insbesondere jene von neuen pyroklastische Dichteströme (PDC), mobilisieren und in die Flusssysteme und Schluchten rund um den Mayon einbringen könnten. „Starke Regenfälle können Lahare in den Hauptentwässerungsgräben an den Süd- und Osthängen des Vulkans auslösen“, heißt es in der Warnung. Diese Schlammströme können heiß sein und bei Kontakt schwere Verbrühungen verursachen.

Besonders betroffen sind die Flussbetten und Kanäle Mi-isi, Bonga und Basud, die bereits mit erosionsgefährdeten Ablagerungen gefüllt sind. Mehrere Gemeinden, darunter Daraga, Mabinit und Legazpi City sind demnach durch potenzielle Überschwemmungen durch Schlammströme bedroht. Auch nicht-eruptionsbedingte Lahare, ausgelöst durch ältere Ablagerungen, stellen ein Risiko dar.

Die Lahar-Warnung gilt übrigens auch für den Kanlaon und andere aktive Vulkane der Philippinen.

Armee bereit für Rettungseinsätze

Angesichts dieser und vorangegangenen Bedrohungen hat die philippinische Armee bereits reagiert: Am Montag versicherte ein Armeesprecher, dass Truppen der 9. Infanteriedivision, darunter die 901. und 903. Infanteriebrigade, einsatzbereit sind, um Sicherheit zu gewährleisten und bei Rettungs- und Hilfseinsätzen zu unterstützen. Seit dem 6. Januar ist die Task Force Sagip aktiv und koordiniert präventive Evakuierungen sowie Hilfsmaßnahmen in enger Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Katastrophenschutzorganisationen.

Derzeit befinden sich rund 2.449 Menschen in Evakuierungszentren in Camalig, Guinobatan, Daraga und Tabaco City. Um die Sicherheit zu erhöhen, wurden zudem Kontrollpunkte an wichtigen Straßen eingerichtet.

Phivolcs hält weiterhin die Alarmstufe 3 für den Vulkan Mayon aufrecht und es gilt eine 6-Kilometer-Sperrzone um den Krater. Die Bevölkerung wird dringend aufgefordert, die Hinweise der Behörden zu beachten und sich auf mögliche weitere Entwicklungen vorzubereiten.

USA: Erdbeben Mw 6,0 nahe Axial Seamount

Erdbeben der Magnitude 6,0 vor der Küste Oregons – tektonische Aktivität nahe Unterwasservulkan Axial Seamount

In den frühen Morgenstunden kam es um 03:25:53 UTC zu einem starken Erdbeben bzw. Seebeben der Magnitude 6,0, das den Nordostpazifik vor der Küste des US-Bundesstaates Oregon erschütterte. Das Epizentrum lag bei den Koordinaten 43,727° N; 127,985° W, rund 300 Kilometer westlich von Coos Bay und fast 400 Kilometer west-südwestlich von Eugene. Die Herdtiefe betrug etwa 10 Kilometer, was auf ein vergleichsweise flaches, potenziell stark spürbares Beben hindeutet, auch wenn es aufgrund der großen Distanz zur Küste keine Schäden verursachte.




Lage des Erdbebens zum Axial Seamount. © Google Maps

Tektonisch lässt sich das Ereignis klar der Blanco Transform Fault Zone (BTF) zuordnen. Diese markante Störungszone verbindet den Juan-de-Fuca-Rücken mit dem Gorda-Rücken und ist eine der seismisch aktivsten Transformverwerfungen im Nordostpazifik. Entlang der BTF gleiten ozeanische Platten (Juan de Fuca und Pazifikplatte) seitlich aneinander vorbei, wodurch sich regelmäßig Spannungen aufbauen, die sich in starken bis sehr starken Erdbeben entladen können. Das aktuelle Beben passt in dieses bekannte Muster und gilt als klassisch tektonisches Ereignis.

Besondere Aufmerksamkeit erhält das Beben jedoch durch seine relative Nähe zum Axial Seamount, einem großen submarinen Schildvulkan etwa 330 Kilometer nordwestlich des Epizentrums. Der Axial Seamount gilt als aktivster Unterwasservulkan im Nordostpazifik und wird seit Jahrzehnten intensiv überwacht. Seine letzten Eruptionen fanden 1998, 2011 und 2015 statt.

Vulkanologen hatten aufgrund der gemessenen Hebung des Calderabodens prognostiziert, dass es im letzten Jahr erneut zu einem Ausbruch kommen könnte, doch dieser blieb bekanntlich aus. Neuere Daten deuteten zuletzt auf eine Verzögerung der Magmainflation hin und die Forscher gehen von einem Ausbruch in 2026 aus.

Das aktuelle Erdbeben liefert keinen direkten Hinweis auf eine unmittelbar bevorstehende Eruption des Axial Seamount. Allerdings liegt der Vulkan im Wirkungskreis des Erdbebens, und der erwartete Vulkanausbruch könnte von den Vibrationen der Erschütterung getriggert werden. Bis jetzt wurden aber noch keine Anzeichen bekannt, dass es zu einem Ausbruch gekommen wäre. Starke Erdbeben können aber noch über ein Jahr nachwirken, was bewirkt, dass es wissenschaftlich schwierig ist, zu beweisen, ob ein Vulkanausbruch von einem länger zurückliegenden Erdbeben ausgelöst wurde.

Kilauea: 3 Schwarmbeben nach der 40. Lavafontänenepisode

Schwarmbeben unter der Kilauea-Gipfelcaldera – 130 Beben innerhalb von 3 Tagen

Am Kilauea auf Hawaii manifestierten sich seit Dienstagnacht drei Schwarmbeben unter der Gipfelcaldera. Insgesamt wurden mehr als 130 Einzelbeben geringer Magnituden registriert. Die Beben setzten wenige Stunden nach Abklingen der 40. Lavafontänenepisode ein und sind die ersten ihrer Art, seitdem der episodisch verlaufende Vulkanausbruch am 23. Dezember 2024 begonnen hat.

Der jüngste Erdbebenschwarm begann am Mittwochabend gegen 19:35 Uhr hawaiianischer Zeit und veranlasste das HVO zu einer offiziellen Mitteilung. Die seismische Aktivität nahm demnach innerhalb von rund 40 Minuten wieder ab. Die Erdbeben verteilten sich räumlich unter der Ostseite des Halemaʻumaʻu-Kraters sowie der südlichen Caldera. Alle gemessenen Ereignisse blieben schwach. Keines der Beben erreichte eine Magnitude von 2,0 oder mehr. Bei den meisten Beben handelte es sich um Mikrobeben.

Bereits zuvor hatten sich zwei ähnliche Episoden ereignet: Der erste Schwarm begann in der Nacht zum Dienstag gegen 0:40 Uhr und dauerte etwa eine halbe Stunde. Ein zweiter folgte am Mittwochmorgen gegen 9:10 Uhr und blieb ebenfalls kurz. In allen drei Fällen ähnelten sich die Magnituden. Nach Einschätzung der Vulkanologen lagen die Hypozentren der Beben überwiegend in der Nähe der flachen Magmakammer des Halemaʻumaʻu, in etwa 1,5 bis 4 Kilometern Tiefe.

Bei den registrierten Erdbeben handelt es sich überwiegend um vulkanotektonische Ereignisse, die entstehen, wenn magmatischer Druck Risse im umgebenden Gestein aufsprengt. Schwarmbeben können der Öffnung neuer Eruptionsspalten vorausgehen und auch auf eine Änderung magmatischer Prozesse im Untergrund hindeuten. Von daher könne sich der Charakter der Eruption ändern oder die eruptive Phase sogar enden. Historisch betrachtet enden episodische Fontänenausbrüche nicht selten, wenn sich die Magmazufuhr auf diese Weise umlenkt.

Ob die aktuellen Schwärme tatsächlich Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Lavafontänen an der Oberfläche haben werden, ist nach Angaben des HVO derzeit noch offen. Die Bodenhebung setzt sich in gewohnter Weise fort, was dafür spricht, dass die Aktivität weitergehen wird.

Aktuell bleibt die Aktivität jedoch auf den Bereich unter der Kilauea-Caldera beschränkt. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Magma in die östliche oder südwestliche Riftzone abfließt. Beide Zonen gelten derzeit als ruhig. Das Hawaiian Volcano Observatory kündigte an, die seismische Entwicklung und den Zustand der Vulkane Hawaiis weiterhin engmaschig zu überwachen.

Australien: Sturzfluten reißen Autos mit

Sturzfluten verwüsten Südküste von Australien – Great Ocean Road gesperrt

Ein ungewöhnlich starkes Unwetter hat den australischen Bundesstaat Victoria erschüttert und entlang der berühmten Great Ocean Road schwere Verwüstungen angerichtet. Innerhalb weniger Stunden fielen in Teilen der Südküste außergewöhnlich hohe Regenmengen, die zu abrupten Sturzfluten führten. Besonders betroffen waren die Orte Wye River, Lorne und Kennett River, wo Bäche und kleine Flüsse über die Ufer traten und sich reißende Wassermassen ihren Weg Richtung Meer bahnten. Dabei wurden mehrere Fahrzeuge in den Ozean gespült.

Die Great Ocean Road, eine der bekanntesten Küstenstraßen Australiens und ein wichtiger touristischer Anziehungspunkt, musste vollständig gesperrt werden. Überflutete Fahrbahnen, Geröll, umgestürzte Bäume und Erdrutsche blockieren sie und machen ein Passieren unmöglich. In mehreren Abschnitten riss das Wasser Teile der Straße fort und unterspült sie oder übersähte sie mit Trümmern und sorgte für Blockaden.

Besonders dramatisch waren die Szenen in Küstennähe: Mehrere Autos wurden von den Fluten erfasst und ins Meer gespült. Auch Wohnwagen, Zelte und Campingausrüstung aus nahegelegenen Ferienanlagen wurden mitgerissen und zerstört. Augenzeugen berichteten von Wassermassen, die innerhalb von Minuten Parkplätze und Campingplätze überfluteten. Nach bisherigen Angaben kamen keine Menschen ums Leben; die Behörden gehen davon aus, dass sich in den weggeschwemmten Fahrzeugen keine Personen befanden.

Die Einsatzkräfte des State Emergency Service, der Feuerwehr und der Polizei waren die ganze Nacht im Dauereinsatz. Menschen wurden aus überfluteten Häusern gerettet, einige suchten auf Dächern oder höher gelegenem Gelände Schutz. In mehreren Caravan-Parks ordneten die Behörden vorsorgliche Evakuierungen an. Zusätzlich kam es zu Stromausfällen, die Tausende Haushalte betrafen.

Meteorologen sprechen von einem extrem intensiven Gewitterereignis, wie es in dieser Stärke nur selten vorkommt. Innerhalb weniger Stunden fielen mehr als 170 mm Niederschlag, was in etwa die doppelte Monatsmenge entspricht. Die Behörden warnen, dass weitere Regenfälle nicht ausgeschlossen sind und sich die Lage erneut verschärfen könnte. Während Aufräumarbeiten beginnen, wird bereits über die wachsende Häufigkeit solcher Extremwetterereignisse in Australien diskutiert und über die Frage, wie gut die Infrastruktur darauf vorbereitet ist.

Australien hat sich zum Ziel gesetzt, seinen CO₂-Ausstoß bis 2030 um 43% gegenüber 2005 zu senken, und hat es bisher geschafft, den Ausstoß um etwa 28% zu reduzieren. Überwiegend durch den Ausbau der erneuerbaren Energien. Man darf aber nicht vergessen, dass Australien einer der weltgrößten Kohlförderer ist ca. 80% seiner Kohle nach China, Indien, Japan und Südkorea exportiert.

Italien: Erdbeben Mb 4,4 im Ionischen Meer

Erdbeben im Ionischen Meer bei Italien: Ruck entlang einer komplexen Nahtstelle

Datum: 15.01.2026 | Zeit: 08:35:17 UTC | Koordinaten 38.721 ; 18.054 | Tiefe: 10 km | Mb 4,4

Ein moderates Erdbeben der Magnitude Mb 4,4 hat am Morgen das nördliche Ionische Meer erschüttert. Das Epizentrum wurde vom EMSC 90 km ost-südöstlich von Crotone in Italien verortet. Die Tiefe des Hypozentrums wurde mit 10 Kilometern angegeben. Der Erdstoß manifestierte sich um 08:35:17 UTC und blieb ohne größere Schäden. Auch Wahrnehmungsmeldungen liegen nicht vor.  Es war nicht das einzige Beben in der Region, denn zuvor gab es um 06:02:08 UTC ein Beben Mb 4,3 in 15 km Tiefe sowie einige schwächere Erdstöße.  Die Beben lenken den Blick auf eine der tektonisch komplexesten Zonen des Mittelmeerraums.




Italien. © EMSC/Leaflet

Was auf den ersten Blick wie ein typisches mittelstarkes Seebeben erscheint, ist aus tektonischer Sicht bemerkenswert. Die Epizentren liegen in einer bekannten Deformationszone im Übergangsbereich zwischen der Adriatischen und der Ionischen Mikroplatte, nahe der Apulischen Schichtstufe mit der gleichnamigen Großstörung. Diese Zone ist kein klar definierter Plattenrand, sondern ein mehrere Dutzend Kilometer breiter Störungsgürtel, in dem sich unterschiedliche Bewegungen überlagern. Entgegen vereinfachter Darstellungen in manchen globalen Karten handelt es sich dabei nicht um eine direkte Grenze zwischen der afrikanischen und der adriatischen Platte. Die afrikanische Großplatte liegt weiter südlich; im zentralen Mittelmeer dominieren Mikroplatten und Übergangszonen das Geschehen.

Auffällig ist, dass es in den letzten Tagen zu einer Zunahme der Seismizität im Osten Italiens kommt. Offenbar haben sich durch tektonische Prozesse größere Spannungen aufgebaut, die nun entladen werden. Erst am 10. Januar hatte es im Ionischen Meer ein Erdbeben der Stärke Mb 5,1 gegeben. Diese Erschütterung manifestierte sich im gleichen Störungsregime, aber weiter südlich und näher an der Küste, weshalb ich die aktuellen Erdbeben nicht als Nachbeben einordne. Stärkere Erdbeben sind jederzeit möglich.

Das nördliche Ionische Meer ist seit Jahrhunderten als seismisch aktive Region bekannt. Historische Großbeben wie jenes von Messina 1908 haben gezeigt, welches Potenzial in diesem System steckt. Das aktuelle Ereignis bewegt sich jedoch klar im moderaten Bereich und fügt sich in die normale seismische Hintergrundaktivität der Region ein.

Marapi eruptierte Aschewolken 1600 m hoch

Marapi erneut ausgebrochen – Vulkanasche 1600 m über Kraterhöhe aufgestiegen

Am Mittwoch ist der Vulkan Marapi in Westsumatra erneut explosiv ausgebrochen. Die Eruption ereignete sich um 09:36 Uhr westindonesischer Zeit (WIB). Dabei wurde eine Aschesäule beobachtet, die eine Höhe von etwa 1.600 Metern über dem Gipfel erreichte, was einer Gesamthöhe von rund 4.491 Metern über dem Meeresspiegel entspricht. Das VAAC Darwin veröffentlichte eine VONA-Meldung, nach der die Asche sogar bis auf 6000 m Höhe aufgestiegen sein soll und nach Osten driftete. So große Diskrepanzen zwischen visueller Beobachtung und Satellitendaten sind selten, kommen aber vor.  Aktuell gibt es auch eine VONA-Warnung, allerdings ist nur eine kleine Aschewolke unterwegs.




Nach Angaben der Beobachter des Vulkanologischen Observatoriums am Marapi war die Aschewolke grau gefärbt und zeigte eine zunehmende Dichte in nordöstlicher Richtung, was auf die vorherrschenden Windverhältnisse zum Zeitpunkt des Ausbruchs hindeutet. Die Explosion erzeugte ein seismisches Signal mit einer Amplitude von 29 mm und 31 Sekunden Dauer. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts hielt die eruptive Aktivität weiterhin an, was darauf schliessen lässt, dass es anhaltende Ascheemissionen gab, die aber relativ „geräuschlos“ verliefen und keine weitere Seismik erzeugten.

Im Rahmen der Eruption gab es auch eine Tremorphase; die restliche Seismizität ist unauffällig und deutet nicht darauf hin, dass ein grosser Ausbruch bevorsteht. Dennoch ist eine gewisse Wachsamkeit in Vulkannähe geboten. Es gilt eine 3-Kiloometer-Sperrzone um den aktiven Krater. von einer Besteigung des Vulkans ist abzusehen. Im Falle starker Regenereignisse drohen Lahare, die auch im weiteren Umfeld des Marapi eine Gefahr darstellen können. Hiervon sind besonders Flussläufe und Schluchten betroffen.

Der Ausbruch unterstreicht die anhaltende Aktivität des Marapi, einem der aktivsten Vulkane Indonesiens. Die zuständigen Behörden beobachten die Situation weiterhin aufmerksam und bewerten mögliche Gefahren für die umliegenden Regionen.

Auf der Nachbarinsel Java ist der Namensähnliche Merapi aktiv: Er baut an seinem Lavadom und es können jederzeit pyroklastische Ströme abgehen.

Santorin: Erneute Erdbeben am 14. Januar

Santorin von weiteren Erdbeben erschüttert – ähnliches Muster wie zu Beginn der Krise im letzten Jahr

Heute ereigneten sich östlich von Santorin insgesamt 4 Erdbeben, von denen die beiden stärksten die Magnituden 3,2 und 3,0 hatten. Während das stärkere Beben wieder kurz vor der Küste von Santorin lag und von Anwohnern der Insel verspürt wurde, bildeten die drei anderen Beben einen kleinen Cluster nordöstlich von Anydros. In der Region der unbewohnten Insel gab es im Frühjahr letzten Jahres eine massive Magmenintrusion, die vom submarinen Vulkan Kolumbos ausging und mit magmatischen Prozessen der Santorin-Caldera gekoppelt war. Wahrscheinlich handelt es sich bei den aktuellen Erschütterungen um Nachwehen der Beinahe-Geburt eines neuen Unterwasservulkans, doch es besteht die Möglichkeit neuerlicher Intrusionen.

Santorin. © EMSC/Leaflet

Die Wahrnehmungsmeldungen beim EMSC beschreiben den Erdstoß Mb 3,2 als leichtes Zittern, das durch die Gebäude in Küstennähe lief und hörbares Grummeln verursachte. Da die Menschen auf Santorin im letzten Jahr zahlreiche Erdbeben mit Magnituden im Fünferbereich erdulden mussten, blieben sie bei den aktuellen Erdstößen zumindest äußerlich gelassen. Doch ich denke, die Gelassenheit verwandelt sich schnell ins Gegenteil, sollte es wieder stärkere Erdbebensequenzen geben.

Generell ist das Leben auf einem aktiven Vulkan nicht einfach, denn ständig muss man mit der Angst leben, sein Hab und Gut und im Extremfall auch sein Leben zu verlieren. Dabei geht die Gefahr nicht nur von Vulkanausbrüchen aus, sondern auch von starken Erdbeben und Tsunamis, die auch umliegende Küstengebiete abseits des eigentlichen Vulkans beeinträchtigen können.

Aktuell kennen wir auf der Erde 4 große Calderavulkane, die seismische Unruhen zeigen und sich langfristig gesehen auf neue Eruptionen vorbereiten könnten: Hierzu zählen neben Santorin die italienische Caldera Campi Flegrei, der Taal (Philippinen) und die Laguna del Maule (Chile). Santorin ist der kleinste der Vulkane, aber durchaus in der Lage, VEI-6-Eruptionen zu verursachen. Das stärkste Eruptionspotenzial weisen die Taal und Laguna del Maule auf. Sollte es hier einmal zu den stärkstmöglichen Eruptionen kommen, würde das Weltklima nachhaltig beeinflusst werden.