Extremer Sonnensturm verursachte Funkausfälle in Australien

Stärkster Sonnensturm der letzten 20 Jahre – Polarlichter über Deutschland?

Eine außergewöhnlich starke Sonnensturm der Klasse X8.1 hat heute Nacht um 23:44 UTC die Aufmerksamkeit von Forschenden und Weltraumwetterdiensten auf sich gezogen. Der Strahlungssturm manifestierte sich aus der ungewöhnlich aktiven Sonnenfleckengruppe AR4366. Es handelte sich um den stärksten Sonnensturm des aktuellen Sonnenzyklus 25. In einigen Medien wird er als das stärkste Ereignis der letzten 20 Jahre bezeichnet. Nur gut eine Stunde später gab es einen zweiten Flare X2.9  Solche X-Flares gehören zur höchsten Kategorie solaren Ausbruchs und setzen große Energiemengen frei, die die 150 Millionen Kilometer entfernte Erde schnell in Form von Strahlung erreichen.

Sonnensturm

Minuten nach einer starken Eruption trifft intensive Röntgen- und UV-Strahlung auf die erdnahe Atmosphäre, da sie sich anders als Plasmawolken eines koronalen Massenauswurfs (CME) mit Lichtgeschwindigkeit bewegen. Das kann auf der sonnenzugewandten Seite der Erde zu kurzzeitigen Störungen im Kurzwellenfunk führen, etwa bei der Luft- und Seefahrt. Ob darüber hinausgehende Effekte auftreten, hängt vor allem davon ab, ob die Eruption von einem erdgerichteten CME begleitet wird. Tatsächlich verursachte der Sonnensturm bereits kurz nach seinem Auftreten Funkausfälle und GPS-Störungen im Pazifikraum, von denen besonders Australien betroffen war.


Polarlichter über Deutschland?

Trotz des starken Sonnensturms sehen die Chancen für Polarlichter in Deutschland momentan nicht gut aus. Dafür braucht es einen starken geomagnetischen Sturm mit einem hohen Kp-Index (etwa 5 bis 7 oder mehr) sowie eine günstige Ausrichtung des Magnetfeldes. Nach den Prognosen der GFZ-Polarlichtvorhersage sind diese Voraussetzungen bis morgen nicht gegeben. Offenbar gab es keinen starken CME, der auf die Erde gerichtet ist.

Warum ist die Sonne derzeit so aktiv?

Als Grund hierfür geben Forscher gerne den elfjährigen Sonnenzyklus an, dessen Maximum nun erreicht sein soll. Allerdings sagt man das seit nun fast 2 Jahren. Tatsache ist, dass die Sonne in den letzten Jahren ungewöhnlich aktiv war und es zu einer Häufung von Polarlichtern über Deutschland kam, wie man sie zuvor noch nicht erlebt hatte. Da offenbar konkrete Informationen fehlen, verweist man darauf, dass große, magnetisch komplexe Sonnenfleckenregionen noch Monate oder Jahre nach dem Maximum sehr starke Eruptionen erzeugen können. Die Sonnenaktivität folgt dabei keiner glatten Kurve, sondern zeigt ausgeprägte Schwankungen.

Ukraine: Unaufhaltsamer Eisstrom am Zhdaniwka

Unaufhaltsamer Eisstrom am Zhdaniwka wird zum Sinnbild des Kriegsgeschehens in der Ukraine

Es beginnt in den Bergen, fernab der Front. Im westukrainischen Transkarpatien, nahe dem Dorf Zhdeniievo im Bezirk Mukachewo, ereignet sich in diesen Tagen ein ungewöhnliches Naturschauspiel: Ein unaufhaltsamer Strom aus Eis wälzt sich den kleinen Fluss Zhdaniwka hinab. Metergroße Eisschollen, von der Strömung gedrängt, verkeilen sich, brechen auf und schieben sich übereinander – als würde der Winter selbst in Bewegung geraten. Dort, wo sich Eisdämme bilden, die unter dem Druck nachschiebender Massen brechen, wälzen sich Eistsunamis durch die Flussbetten. Videos davon verbreiteten sich schnell in sozialen Netzwerken. Sie wirken archaisch, fast surreal. Und sie stehen sinnbildlich für die eisigen Wochen, die die Ukraine im harten Winter des 4. Kriegsjahres derzeit erlebt.




Das Land steckt mitten in einer der härtesten Kälteperioden seit Jahren. In weiten Teilen der Ukraine fallen die Temperaturen nachts auf minus 20 Grad, lokal werden sogar bis minus 30 Grad gemessen. Was in den Karpaten zu spektakulären Eistsunamis auf den Flüssen führt, wird in den Städten zur existenziellen Belastung. Der Frost trifft ein Land, das durch Jahre des Kriegs ohnehin ausgezehrt ist.

Infolge russischen Terrors gegen die Zivilbevölkerung fällt in Großstädten wie Kiew, Charkiw, Dnipro oder Odesa der Strom tageweise aus, Heizungen bleiben kalt, Warmwasser ist Luxus. Russische Raketen- und Drohnenangriffe auf die Energieinfrastruktur haben ein System geschwächt, das nun unter Extrembedingungen funktionieren muss, was es aber nicht mehr tut. Viele Menschen wärmen sich mit Decken oder improvisierten Öfen. Notwärmestuben sind geöffnet, notdürftig beheizte Schulen und Verwaltungsgebäude dienen als Zufluchtsorte. Der Staat stemmt sich mit allen Mitteln gegen die Zerstörungen und repartiert – doch der Winter verzeiht keine Schwäche.

Der Frost hat auch eine psychologische Komponente. Er dringt nicht nur in Wohnungen ein, sondern auch in Körper und Geist. Er macht den Krieg greifbar, selbst dort, wo keine Sirenen heulen. Denn während im Westen des Landes zugefrorene Flüsse idyllisch anmuten, sterben im Osten bei eisigen Temperaturen weiterhin Menschen in en Schützengräben.

An der Front wirkt der Winter wie eine eigenständige Waffe. Die Kämpfe gehen langsam weiter und zermürben die Verteidiger. Russische Truppen rücken in manchen Abschnitten nur um wenige Meter vor, werden manchmal von tapferen Ukrainern wieder zurückgedrängt – doch im Endeffekt stehen die Verteidiger auf verlorenem Posten. Militäranalysten sprechen von einem zähen, verlustreichen Vormarsch ohne Durchbruch, aber mit stetigem Druck. Es ist kein Sturm, eher ein Schieben und Drängen. Wie der Eisstrom auf der Zhdaniwka: langsam, schwer, aber unaufhaltsam. So empfinden viele Ukrainer den Krieg in diesem Winter nicht als plötzliche Katastrophe, sondern als dauerhafte, kalte Bedrohung.

Home-Reef-Vulkan: Stärkerer Vulkanausbruch befürchtet

Stärkerer Vulkanausbruch am Home-Reef-Vulkan befürchtet – Thermalstrahlung deutet Aufheizung an

Die vulkanische Aktivität am Inselvulkan Home Reef (Tonga) hält an und hat sich im Verlauf der letzten Tage weiter verstärkt. Nach Angaben des Tonga Geological Services (TGS) wurden höhere Emissionen von Dampf und vulkanischen Gasen beobachtet, die von einer zunehmenden Wärmestrahlung begleitet werden. Es besteht die Möglichkeit von explosiven Eruptionen mit starkem Ascheausstoß. Die Warnstufe für die Luftfahrt bleibt auf „Orange“.

Wärmeanomalie

Die Vulkanologen vom TGS teilten mit, dass der Mitte Dezember begonnene Ausbruch unvermindert andauert. Seit Beginn der Eruption steigen aus dem Hauptkrater kontinuierlich Asche-Dampf-Wolken auf. Der Hauptschlot des Vulkans befindet sich weiterhin an derselben Position. Seine Ausdehnung wurde anhand von hochauflösenden Satellitenaufnahmen am 7. Januar auf etwa 100 × 130 Meter geschätzt. Am 28. Januar wurde – wie berichtet – der Alarmcode „Orange“ ausgegeben.

Beobachtungen der vergangenen Tage zeigen, dass die Höhe dieser Emissionen zugenommen hat. Zusätzlich sind auf aktuellen Satellitenbildern Wasserverfärbungen erkennbar, die sich über ein großes Areal ausbreiten und auf anhaltende Aktivität unter der Wasseroberfläche hinweisen.

Neueste Satellitendaten vom 31. Januar und 1. Februar 2026 detektieren zudem mittelstarke Wärmeanomalien vom Hauptkrater, aber auch von einigen Stellen entlang der Küste. Sie belegt, dass die Oberfläche der neu entstandenen Insel weiterhin stark erhitzt ist und Lava im Fördersystem steht. Die Wärmeabstrahlung hat eine Leistung von bis zu 68 MW.

Trotz der fortgesetzten Aktivität stuft der TGS das Risiko für die Bevölkerungen von Vava’u und Ha’apai derzeit als gering ein. Für die Schifffahrt gelten jedoch weiterhin besondere Vorsichtsmaßnahmen: Seeleute werden dringend aufgefordert, einen Sicherheitsabstand von mindestens zwei Seemeilen zum Home Reef einzuhalten. Eine Gefahrenkarte wurde veröffentlicht, um die Navigation in dem betroffenen Seegebiet zu erleichtern.

Geografisch liegt Home Reef rund 25 Kilometer südwestlich von Late Island, etwa 22 Kilometer nordöstlich von Lateiki (Metis Shoal) und ungefähr 75 Kilometer nordwestlich von Mo’unga’one Island. Die Position des Vulkans wird mit 18,992° südlicher Breite und 174,775° westlicher Länge angegeben.

Fuego: Regelmäßige Vulkanausbrüche halten an

Fuego in Guatemala weiterhin daueraktiv – Ausbrüche bei guten Wetter gut zu beobachten

Der guatemaltekische Fuego gehört aktuell zu den zuverlässigsten Vulkanen der Welt und besticht durch seine regelmäßig stattfindenden strombolianischen Explosionen. Wahrscheinlich ist dieser Vulkan momentan die beste Wahl für Vulkanspotter und Touristen, die relativ gefahrlos einen eruptierenden Vulkan beobachten wollen. Ganz ohne Risiko ist eine Reise zu einem aktiven Vulkan allerdings nie, denn es kann jederzeit zu unerwartet starken Eruptionen oder Erdbeben kommen. Wetterextreme und Raubüberfälle stellen zusätzliche Risiken dar. Dennoch ist Guatemala ein für Lateinamerika vergleichsweise sicheres Reiseland.




Laut den Vulkanologen von INSIVUMEH schwebten gestern permanent Dampfwolken über dem Krater, die eine Höhe von 200 Metern erreichten und sich in nordwestliche Richtung ausbreiteten. Zudem wurden schwache bis mäßige strombolianische Explosionen mit einer Frequenz von 6 bis 9 Ereignissen pro Stunde registriert. Dabei entstandene Aschewolken stiegen bis auf 4800 Meter über dem Meeresspiegel auf. Die Asche wurde über eine Distanz von 8 bis 10 Kilometern nach Nordwesten verfrachtet, wobei feiner Ascheniederschlag aus Ortschaften an der Nordwestflanke gemeldet wurde. Die explosive Aktivität ging mit Grollen, Druckwellen und turbineähnlichen Geräuschen einher, die durch den kontinuierlichen Gasausstoß verursacht wurden. In den Nacht- und frühen Morgenstunden war ein Glühen im Kraterbereich zu beobachten.

Bei guten Wetterbedingungen fanden sich wieder zahlreiche Vulkanspotter auf den Terrassen und am Gipfel des benachbarten Acatenango ein, von wo aus man die Eruptionen gut beobachten kann. Wer nicht das Glück hatte, vor Ort zu sein, konnte die Eruptionen via Afar-TV-Livestream verfolgen. Einige der Eruptionen waren vom fotografischen Standpunkt sehr ästhetisch.

Neben dem Fuego ist auch der Domvulkan Santiaguito weiter aktiv. Der Lavadom erhält Nachschub an frischem Material und es werden Schuttlawinen ausgelöst. Es kommt zu frequenten Ascheeruptionen, bei denen Vulkanasche bis zu 800 m über Kraterhöhe aufsteigt. Eine Eruptionsfrequenz wurde im jüngsten Bericht nicht genannt.

Update: Gerade erreicht mich die Meldung, dass sich eine Serie von Explosionen ereignet hat, die etwas stärker als üblich ausgefallen ist.

USA: Straßenblockaden und erneute Bombogenese eines Sturms

Autobahnsperrungen, Kältetote und ein neuer Extremsturm: Der Winter hält die USA in Atem

Ein ungewöhnlich strenger Winter bringt große Teile der USA weiterhin an ihre Belastungsgrenzen. Sinnbildlich für die Lage steht ein Glatteisunfall auf der Interstate 85 im Bundesstaat North Carolina, der Folgen für hunderte Autofahrer hatte: Nahe der Ausfahrt Lane Street im Cabarrus County kam es am späten Nachmittag zu einem Unfall zwischen einem Sattelzug und einem Pkw. Während die Einsatzkräfte den Crash absicherten, staute sich der Verkehr auf der vereisten Fahrbahn. Rund 30 weitere Sattelzüge und mehr als 100 Fahrzeuge blieben im Schneesturm stecken, viele Insassen saßen stundenlang in der Kälte fest. Die Nationalgarde wurde zur Hilfe gerufen, um Menschen zu versorgen und Fahrzeuge zu bergen. Todesopfer durch diesen konkreten Unfall wurden bislang nicht bestätigt, doch das Ereignis verdeutlicht die extremen Verkehrsbedingungen in weiten Teilen der USA.

winter
Wintersturm

Der Unfall ist Teil einer größeren Wetterkatastrophe. Seit dem vergangenen Wochenende hat eine arktische Kältewelle weite Teile der USA erfasst. Medienberichten zufolge sind mindestens 85 Menschen in mehreren Bundesstaaten ums Leben gekommen. Die Ursachen reichen von Verkehrsunfällen auf vereisten Straßen über Unterkühlung bis hin zu indirekten Folgen wie Stromausfällen, die Heizsysteme lahmlegten. Hunderttausende Haushalte waren zeitweise ohne Elektrizität, teils über Tage hinweg.

Während viele Regionen noch mit den Folgen dieser Kälte kämpfen, droht bereits die nächste Zuspitzung des Extremwetters: Vor der Südostküste der USA verstärkt sich ein Tiefdruckgebiet rasant und könnte sich zu einem sogenannten Bombenzyklon entwickeln. Meteorologen sprechen in diesem Zusammenhang von „Bombogenese“ – einem Prozess, bei dem der Luftdruck eines Tiefs innerhalb von 24 Stunden um mindestens 24 Hektopascal fällt. Diese explosive Verstärkung führt oft zu schweren Winterstürmen mit orkanartigen Winden und starkem Schneefall.

Besonders die Carolinas, Teile von Georgia und Virginia bereiten sich auf heftige Schneestürme, massive Windböen und extrem niedrige gefühlte Temperaturen vor. Einige frühe Wettermodelle sagen auch für das ansonsten sonnige Florida Minustemperaturen voraus, etwas, worauf man dort nicht vorbereitet ist. Meteorologen warnen vor lebensbedrohlichen Windchill-Werten und rufen die Bevölkerung auf, Reisen zu vermeiden.

Portugal droht neuer Sturm

Auch wenn sich die Wettersysteme nicht 1:1 über den Atlantik bis nach Europa fortsetzen, bedingt der von West nach Ost strömende Jetstream, dass es mit 1–2 Wochen Verzögerung in Europa zu ähnlichen Stürmen wie in den USA kommt, auch wenn diese sich oft etwas abschwächen. Nachdem Portugal letzte Woche bereits von einem schweren Sturm getroffen wurde, der erhebliche Schäden anrichtete, rollt nun eine weitere Sturmfront über den Atlantik auf das Land zu und wird dort auf eine vorgeschädigte Infrastruktur treffen. Viele der vom letzten Sturm beschädigten Dächer dürften den erneuten Belastungen nicht standhalten.
Gasspeicher

Gasspeicher in Deutschland laufen leer

Auch auf Deutschland wirkt sich der ungewöhnlich starke Winter mit der langen Frostperiode aus: Es kommt immer wieder zu Verkehrsbehinderungen durch Glatteis und die Gasspeicher laufen in rasantem Tempo leer: Die Stände liegen bei nur noch 35 % und theoretisch könnten die Reserven in den nächsten 6 Wochen aufgebraucht sein. Zwar gibt es noch Nachschub, aber ohne die Speicherreserven drohen Versorgungsengpässe mit dramatischen Folgen für Industrie und Privathaushalte. Wenigstens droht eine erneute Kostenexplosion! Die Verantwortung trägt CDU-Wirtschaftsministerin Reiche, die Habecks Gesetz zu den vorgeschriebenen Speicherfüllständen direkt nach Amtsantritt kippte! Ein Plan „B“ fehlt offenbar, dabei ist es niemals gut, auf das Prinzip „Hoffnung“ zu setzen. Politische Unfähigkeit, wohin mal blickt!

Ätna: Schneemassen werden gefährlich

Schneechaos. © Etna Sci

Sizilianischer Vulkan Ätna versinkt im Schnee – Nachlese zu den Erdbeben im Westen

In den sizilianischen Höhenlagen schneit es unablässig und der Vulkan Ätna wird aktuell unter Schneemassen regelrecht begraben. Zumindest die Regionen oberhalb von 1500 m versinken metertief im Schnee. Dabei kam es heute im Bereich des Skigebiets Etna Nord auf der Piano Provenzana zu langen Staus mit regelrechten Straßenblockaden. Besorgte Bergführer posteten in den sozialen Medien, dass es im Falle eines Notfalls zu Panik kommen könnte und Retter nicht bis zu den Opfern vordringen könnten. Und an einem aktiven Vulkan, der zudem ein Skigebiet ist, kann es schnell zu Notfällen kommen, zumal es Anzeichen gibt, dass Ätna nicht lange ruhig bleiben wird.



Erdbebensituation vom 26. Januar. © INGV

Diese Anzeichen manifestieren sich in Erdbeben, von denen es in den letzten Tagen reichlich gab. Wie berichtet gab es am 25. Januar einige Erdbeben mit Magnituden über 2,0, die sich unter der Westflanke ereigneten. Mit der verspäteten Veröffentlichung der INGV-Daten auf der Shakemap des Instituts ist im Nachhinein deutlich geworden, dass es eine größere Anzahl an schwächeren Beben gab, als aus den EMSC-Daten ersichtlich war. Möglich, dass wir am Ätna früher einen neuen Ausbruch sehen werden als bislang gedacht, obwohl die restlichen Geodaten darauf keinen Hinweis liefern.

In diesem Sinne kritisieren die erwähnten Bergführer auch, dass die Behörden im Falle des Lavastroms Anfang des Monats mit Sperrungen und Sicherheitsvorkehrungen überreagiert hätten, jetzt im Falle des Schneechaos aber absolut unvorbereitet sind und keinen Plan haben, wie sie vorgehen sollen! Etwas, was mir auch immer wieder durch den Kopf geht: wirkliche Experten fehlen in den Kommunen und Regierungen und planlose Chaoten haben das sagen.

Geodaten unauffällig – Ätna scheint stabil

Den Daten des Bulletins für den Beobachtungszeitraum vom 19. bis 25. Januar 2026 sind allerdings darauf keine weiteren Hinweise zu entnehmen, doch das ist es in den seltensten Fällen.

Im Gipfelbereich des Vulkans wurde an allen Kratern eine teils intensive Gasemission beobachtet. Diese Degassierung stellt momentan die dominierende Aktivitätsform dar. Explosive oder effusive Eruptionen traten im Berichtszeitraum nicht auf.

Auch der vulkanische Tremor bewegte sich überwiegend auf einem mittel-niedrigen Niveau. Infraschallmessungen zeigten eine mäßige Aktivität, die hauptsächlich dem Nordostkrater zugeordnet wird. Die höchste Anzahl an Infraschallereignissen wurde am 23. Januar gemessen. Diese standen mit explosionsartigen Entgasungen oder tief im Schlot stattfindenden Eruptionen im Zusammenhang.

Sowohl GNSS-Daten als auch Neigungsmessungen weisen auf stabile Verhältnisse hin. Geochemische Analysen ergaben einen SO₂-Ausstoß auf mittlerem Niveau sowie einen niedrigen CO₂-Fluss aus dem Boden. Satellitendaten bestätigten eine insgesamt geringe thermische Aktivität.

Zusammenfassend befindet sich der Ätna derzeit in einer stabilen Phase mit geringem Gefährdungspotenzial. Dennoch signalisiert die Infraschalltätigkeit im Nordostkrater, dass es Aktivität gibt, die sich schnell steigern könnte Ein ähnliches Muster gab es vor der Eruption zum Jahreswechsel.

Island: Spürbare Erdbeben unter 2 gefährlichen Vulkanen

Erdbeben unter zwei der gefährlichsten Vulkanen Islands: Bardarbunga (M 5,3) und Katla (M 3,0)

Datum: 31.01.2026 | Zeit: 11:54:53 UTC | Koordinaten 64.671 ; -17.426 | Tiefe: 1,1 km | Mb 5,3

Auf Island bebte heute die Erde unter zwei der gefährlichsten Vulkane der Insel. Das stärkste Beben ereignete sich um 11:54 Uhr unter Bardarbunga und hatte eine Magnitude von 5,3 bei einer Herdentiefe von nur 1100 m unter dem Meeresspiegel. Das Epizentrum lag rund fünf Kilometer nordöstlich des Zentrums des Calderavulkans, tief unter dem Vatnajökull-Gletscher. Der zweite Erdstoß hatte eine Magnitude von 3,0 und traf die Katla nur rund 2 Minuten nach dem Beben unter Bardarbunga. Das Hypozentrum hatte eine Tiefe von 5,2 Kilometern. Unter beiden Vulkanen folgten weitere Nachbeben.




Erdbeben unter Island. © EMC

Beide Vulkane sind von Gletschern bedeckt und ihre Eruptionen bergen aufgrund von potenziellem Schmelzwassereinfluss ein hohes Gefahrenpotenzial. Zum einen können Schmelzwasser Explosionen dramatisch verstärken, zum anderen können unter dem Gletscher hervorbrechende Schmelzwasserströme ganze Landstriche überfluten und dabei Straßen, Brücken und Ortschaften zerstören. Letztere sind vor allem im Bereich der Katla gefährdet, da die Gegend in Südisland dichter besiedelt ist als im Osten der Insel, wo Bardarbunga relativ weit von der nächsten Siedlung entfernt liegt. Daher war auch der deutlich schwächere Erdstoß bei der Katla von Bewohnern Südislands deutlich zu spüren gewesen, während das Beben unter Bardarbunga zwar im spürbaren Bereich lag, aber tatsächlich keine Wahrnehmungsmeldungen eingegangen sind. Darüber hinaus gibt es sehr unterschiedliche Angaben zur Magnitude des Bebens: Während das EMSC auf die hier genannte Magnitude M 5,3 kommt, meldete das INGV eine Magnitude von 5,8. Beim zuständigen IMO kursieren 2 Zahlen: einmal 4,1 und dann 5,3.

Bardarbunga gilt als eines der mächtigsten Vulkansysteme Europas. Sein letzter Ausbruch 2014/2015 führte zu monatelangen Lavaergüssen und erheblichen Gasemissionen. Der letzte Ausbruch der Katla liegt schon länger zurück und datiert auf das Jahr 1918. Damals richteten Gletscherfluten große Zerstörungen an.

Die beiden Ereignisse deuten nicht unmittelbar auf einen bevorstehenden Vulkanausbruch hin, obwohl sie Teil der anhaltenden Aufladungsprozesse der Vulkane sind.

Island bleibt ein Land in ständiger Bewegung – obwohl die Erddynamik rund um die Uhr überwacht wird, gehören die Manifestationen der Naturgewalten zum Leben der Menschen und treten häufig überraschend auf.

Lahar am Semeru kappt wichtige Straße

Lahar des Semeru unterbricht zentrale Verkehrsverbindung in Lumajang auf Java

Ein massiver Lahar (Schlammstrom) vom Vulkan Mount Semeru hat am Samstag die wichtigste Verbindungsstraße zwischen den Distrikten Pasirian und Tempursari vollständig zerstört. Die rund 20 Meter lange Straßenpassage im Dorf Gondoruso wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag unterspült und brach infolge starker Erosion ein. Seither ist die Strecke weder für Fahrzeuge noch für Fußgänger passierbar.

Brücke

Lahare gehören am Semeru mittlerweile zwar fast zum Alltag, beeinträchtigen das öffentliche Leben nichtsdestotrotz massiv. Besonders nach den Abgängen pyroklastischer Ströme, wie wir sie zuletzt im November sahen, kommt es infolge von starken Regenfällen gehäuft zu den Schlammfluten, die nicht selten Schäden verursachen.

Gegenüber der Lokalpresse schilderte ein Anwohner von Gondoruso, wie er die Katastrophe wahrnahm. Er meinte, dass die Wucht der Lavaflut (Schlammlawine) den Untergrund der Straße regelrecht weggespült habe. „Die Flut war so stark, dass der Boden nachgab. Es gibt kein Durchkommen mehr“, erklärte er vor Ort. Auch die Schutzmauer entlang des Flussufers brach auf einer Länge von etwa 20 Metern, wodurch der Lahar direkt auf Straßen und Felder übertrat.

Durch die Zerstörung der Ufermauer wurden mindestens vier Weiler im Distrikt Pasirian zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. Bewohner müssen seither weite Umwege in Kauf nehmen oder flache Flussabschnitte durchqueren, um Nachbargebiete zu erreichen. Im Falle neuer Schlammlawinen ist das lebensgefährlich. Besonders betroffen sind Schulkinder, die ihren Unterricht nur noch mit Hilfe ihrer Eltern erreichen können. Ein Bewohner namens Agus berichtete, dass Eltern ihre Kinder entlang des noch aktiven Laharstroms zur Schule begleiten müssten – ein riskanter und beschwerlicher Weg.

Semeru

Die jüngsten Schäden stehen im Zusammenhang mit der weiterhin hohen Aktivität des Mount Semeru, der allein gestern 96 Mal explosiv eruptierte. Dabei war das Wetter in den Morgenstunden noch gut und die Eruptionen konnten mittels der AFAR-TV-Livecam beobachtet werden, wobei der Livestream auch langanhaltende Explosionsgeräusche übermittelte. Die Eruptionen erzeugten bis zu 700 m hohen Ascheauswurf.

Die indonesische Vulkanologiebehörde PVMBG hält den Alarmstatus Stufe III (Siaga) aufrecht und warnt eindringlich vor Aktivitäten entlang der Flussläufe, die vom Gipfel des Vulkans ausgehen.

Insbesondere die Flüsse Besuk Kobokan, Besuk Bang und angrenzende Nebenarme gelten als hochgefährdet, da sich dort Lava, Schlamm und Geröll über viele Kilometer talwärts bewegen können. Behörden schließen nicht aus, dass bei anhaltenden Regenfällen weitere Infrastrukturschäden entstehen.

Lokale Katastrophenschutzbehörden (BPBD Lumajang) prüfen derzeit den Bau provisorischer Übergänge und haben Anwohner aufgefordert, gefährdete Zonen zu meiden. Priorität haben laut Behörden die Sicherung von Schulwegen sowie die Wiederherstellung grundlegender Mobilität zwischen den Distrikten.

Spektakulärer Ausbruch eines Schlammvulkans in Aserbaidschan

Ausbruch am Schlammvulkan Hamari ließ Flammen mehrere Hundert Meter hoch in die Luft schießen.

Im Rayon Hacıqabul in Aserbaidschan ist es gestern Nachmittag zu einem Ausbruch des Schlammvulkans am Harami dağı gekommen. Wie lokale Medien unter Berufung auf APA berichten, dauerte die eigentliche Eruptionsphase nur wenige Minuten, war aber dennoch spektakulär: Bilder dokumentieren, wie mehrere hundert Meter hohe Flammen in die Luft schießen Der Ausbruch war deutlich von der Baku-Gazakh-Magistrale sowie aus mehreren umliegenden Dörfern zu beobachten.



Schlammvulkan
Schlammvulkan am Harami Dağı

Die Eruption des Schlammvulkans löste zudem Erdbebensignale aus, die von seismischen Stationen des Russischen Zentrums für seismische Untersuchungen (RSSS) der Nationalen Akademie der Wissenschaften Aserbaidschans registriert wurden. Nach Angaben der Abteilung für Erdbebenherddynamik verlief das Ereignis in einer einzigen Phase und dauerte insgesamt 13 Minuten. Die Herdtiefe wurde mit etwa drei Kilometern angegeben, die freigesetzte Energie auf 3,38 × 10⁶ Joule geschätzt. Berichte über Verletzte oder Sachschäden liegen bislang nicht vor.

Der Haramıdağı zählt zu den bekannten, aber nur episodisch aktiven Schlammvulkanen Zentralaserbaidschans. Er liegt im Übergangsbereich zwischen dem Kura-Becken und der südöstlichen Ausläuferzone des Großen Kaukasus, einer Region mit mächtigen Sedimentpaketen und hohem Erdgasgehalt. Historische Daten zeigen, dass Harami unregelmäßig eruptiert. Der letzte dokumentierte Ausbruch wird in wissenschaftlichen Katalogen auf die frühen 2000er-Jahre datiert; seither war der Vulkan über längere Zeit ruhig oder zeigte lediglich schwache Gas- und Schlammaustritte.

Typisch für Harami sind kurze, explosive Eruptionen, bei denen große Mengen Methan schlagartig freigesetzt werden. Entzündet sich das Gas, entstehen die spektakulären Flammensäulen, für die Schlammvulkane Aserbaidschans bekannt sind. Anders als bei magmatischen Vulkanen handelt es sich dabei nicht um Lava, sondern um brennendes Erdgas, das zusammen mit wasserreichem Schlamm an die Oberfläche gepresst wird. Das oben beschriebene Erdbebensignal dürfte mit der explosionsartigen Freisetzung einer größeren Gasblase in 3 Kilometern Tiefe zusammenhängen, die umliegendes Gestein des Gasreservoirs bersten ließ. Das Erdbeben hatte aber eine zu geringe Magnitude, um in den Listen des EMSC aufzutauchen.

Der aktuelle Ausbruch verdeutlicht die hohe geodynamische Aktivität der Region und bestätigt die Bedeutung des Harami-Schlammvulkans als eines der markanten geologischen Phänomene in Aserbaidschan.