Australien: Extreme Bodentemperaturen gemessen

Neue Satellitendaten bestätigen extreme Bodentemperaturen während Hitzewelle in Australien

Australien erlebte Anfang Januar eine außergewöhnliche Hitzewelle, die nicht nur neue Lufttemperatur-Rekorde hervorbrachte, sondern auch extrem hohe Bodentemperaturen, die von Satelliten aus gemessen wurden. Heute veröffentlichte Daten des europäischen Copernicus-Programms dokumentieren Landoberflächentemperaturen von bis zu 60 Grad Celsius, die in Teilen des trockenen Binnenlands von New South Wales und South Australia auftraten. In Orten wie Willcania und Broken Hill heizte sich der Boden auf Werte auf, die selbst für australische Verhältnisse extrem sind und die Intensität der Hitzewelle hervorheben. Barfußlaufen ist da weniger empfehlenswert.

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Australien. © Copernicus

Die Hitzewelle ist nicht nur von akademischem Interesse, sondern wirkte sich auch auf die Gesundheit der Bevölkerung aus und ließ kreislaufbedingte Notfälle in die Höhe schnellen. Vorläufige Zahlen gehen von bis zu 50 Hitzetoten aus, weswegen man die Hitzewelle als Naturkatastrophe betrachten kann. Zudem kam es zu lokal begrenzten Stromausfällen, da die Stromnetze durch Klimaanlagen auf Volllast überfordert wurden.

Die Extremtemperaturen betreffen nicht nur die Luft, sondern auch die Oberfläche von Böden und versiegelten Flächen. Dennoch stehen sie in enger Beziehung zu den gemessenen Lufttemperaturen. Während des Höhepunkts der Hitzewelle kletterten diese vielerorts auf knapp 50 Grad Celsius. Eine über Tage hinweg ortsstabile Hochdruckwetterlage mit starker Sonneneinstrahlung führten dazu, dass sich die Erdoberfläche deutlich stärker aufheizt als die darüberliegende Luft. Die extremen Bodentemperaturen bewirken dabei eine verstärkende Rückkopplung: Sie geben besonders nachts Wärme an die Atmosphäre ab, erschweren dadurch die Abkühlung und treiben die Temperaturen auf Extremwerte. Die Hitzewelle erhöht die gesundheitliche Belastung ebenso wie das Risiko von Buschbränden.

Weitere Copernicus-Daten korrelieren mit den Extrembedingungen in Australien und stellen einen globalen Kontext her: Gemeint sind die Temperaturen der Ozeane, die auch 2025 deutlich über dem langjährigen Mittel lagen. Auswertungen des Copernicus Marine Service und von Mercator Ocean International zeigen weit verbreitete marine Hitzewellen und eine unterdurchschnittliche Meereisausdehnung, die sogar trotz eher kühlend wirkenden La-Niña-Bedingungen auftraten. Tatsächlich war 2025 das wärmste La-Niña-Jahr seit Beginn moderner Ozeanmessungen.

Diese warmen Ozeane spielen eine zentrale Rolle für das Geschehen über Land. Sie speichern den Großteil der überschüssigen Wärme im Klimasystem und beeinflussen großräumige Zirkulationsmuster der Atmosphäre. Im australischen Raum begünstigen sie stabile Hochdrucklagen mit geringer Bewölkung und eine anhaltende Trockenheit. Die extreme Erwärmung der australischen Landoberfläche ist damit Ausdruck eines Klimasystems, das insgesamt mehr Energie enthält – mit spürbaren Folgen für Mensch, Umwelt und Infrastruktur.

Pico del Teide: Droht ein Vulkanausbruch?

Erdbebenaktivität am Teide schürt Angst vor Vulkanausbruch

Der Vulkan Teide auf Teneriffa beansprucht zusammen mit dem Ätna, der größte Vulkan Europas zu sein. Betrachtet man den Teide vom Meeresboden aus, ist er in Bezug auf Höhe und Volumen tatsächlich deutlich größer als der Ätna. Dieser ist – zumindest in den letzten Jahrhunderten – aber wesentlich aktiver gewesen und daher für mich der mächtigste Vulkan Europas. Hinzu kommt, dass der Teide zwar politisch zu Europa gehört, geologisch gesehen aber zu Afrika. Abseits dieser Betrachtungen mehren sich die Sorgen, dass der seit 1909 ruhende Teide bald wieder ausbrechen könnte. Die Befürchtungen werden von einer hohen Anzahl an Erdbeben unter dem Teide befeuert: Alleine im letzten Jahr wurden laut INVOLCAN 2320 Erdbeben auf Teneriffa registriert, die meisten davon unter dem Bereich der Caldera Las Cañadas, in der sich der bekannte Pico del Teide erhebt.




Erdbeben Teneriffa

Die hohe Erdbebenaktivität unter dem Teide scheint sich auch dieses Jahr fortzusetzen: Am 26. Januar wurde ein seismischer Schwamm aus 59 schwachen Erschütterungen registriert. Am Folgetag waren es 33 Erschütterungen, von denen einige Beben das Muster von Hybriderdbeben aufwiesen und sich im Südwesten der Caldera konzentrierten. Hybriderdbeben stehen mit Fluidbewegungen im Zusammenhang. Die Herdtiefen der aktuellen Schwärme liegen bei 12 Kilometern und könnten direkt von aufsteigendem Magma verursacht worden sein.

Die Vulkanologen von INVOLCAN veröffentlichten aufgrund der wachsenden Besorgnis nun ein Memorandum, in dem sie eine Einordnung der Beben vornehmen, offenbar in dem Bestreben, die wachsenden Wogen der Besorgnis zu dämpfen, was in meinen Augen nur sehr bedingt gelingt. Die Vulkanologen verweisen auf die seit 2016 erhöhte Erdbebenaktivität, die mit erhöhten CO₂-Emissionen einhergeht. Zudem wurde eine leichte Bodenhebung registriert. Die Vulkanologen argumentieren, dass die Erdbebenaktivität aktuell nur leicht über dem Durchschnitt liegt: Statistisch gesehen gibt es auf Teneriffa 6,35 Beben pro Tag. Seit 2016 wurden 130 Erdbebenschwärme registriert, also ordnet sich die aktuelle Aktivität in dieses Schema ein und es würde weder kurz noch mittelfristig ein Vulkanausbruch drohen. Langfristig betrachtet sieht es allerdings anders aus: Auch wenn der Teide in den nächsten Tagen und Wochen wahrscheinlich nicht eruptieren wird, kann sich die Situation innerhalb von Monaten und Jahren schnell ändern und eine Eruption kann sogar als wahrscheinlich betrachtet werden.

Die Beschwichtigungsversuche der Vulkanologen und Behörden sind mal wieder typisch für Menschen, die in Amtszeiten und Legislaturperioden denken. Zwar besteht aktuell kein Grund, Panik zu schüren, doch meiner Meinung nach sollte man die Gefahr eines Vulkanausbruchs am Pico del Teide nicht herabspielen, sondern die Menschen darauf vorbereiten. Ansonsten ist die Überraschung groß, sollte es zu einer ähnlichen Katastrophe wie 2021 auf La Palma kommen!

Home-Reef-Vulkan: Vulkanologen halten Warnung aufrecht

Home-Reef in Tonga: Inselvulkan gefährlich für die Schifffahrt

Der submarine Vulkan Home Reef ist auch Ende des Monats weiterhin aktiv und emittiert eine deutlich messbare Thermalstrahlung. Darüber hinaus stößt der kleine Inselvulkan im Südpazifik – der offiziell noch als submariner Vulkan geführt wird – Dampfwolken aus, die zudem feine Aschen enthalten. Vulkanologen des TGS (Tonga Geological Services) beobachteten auch Schlammfontänen, die marine Sedimente enthielten, was auf phreatische Eruptionen hindeutet. Damit zeigt Home-Reef, wie dynamisch die Erde unter den Ozeanen ist.

Home Reef
Thermische Anomalie

Die Aktivität hält seit Mitte Dezember 2025 an und das TGS veröffentlichte heute eine weitere Warnung, nach der die Eruption eine Gefahr für den Schiffsverkehr darstellt. Für Kapitäne gilt eine Sperrzone von 2 Seemeilen (fast 4 km) um den Inselvulkan und auch Flugkapitäne sollen die Gegend meiden: Aufgrund der Möglichkeit stärkerer Ascheeruptionen wurde der Farbcode für den Flugverkehr auf „Orange“ erhöht. Eine größere Gefahr für die Bewohner umliegender Inseln des Archipels von Tonga besteht derzeit nicht, hier steht der Alarmstatus auf „Grün“. Dieser Status bedeutet nicht, dass es überhaupt keine Gefahr gibt, denn sobald die Warnampel an einem Vulkan anspringt, gilt er als aktiv und steht unter besonderer Beobachtung.

Home Reef gehört zum Tofua-Vulkankomplex, zu dem auch eine große Caldera gehört. Die Vulkane Tongas reihen sich entlang einer der aktivsten Subduktionszonen der Erde auf, die für ihre große Anzahl submariner Vulkane bekannt ist, darunter dem Hunga-Tonga-Hunga-Ha’apai, der vor 4 Jahren die größte je von Menschen beobachtete Eruptionswolke hervorbrachte.  Die aktuelle Vulkaninsel liegt nur wenige Meter über dem Meeresspiegel und erhob sich infolge intensiver Eruptionen im Jahr 2022 über der Wasserlinie. Seitdem wuchs der Krater des Vulkans auf einen Durchmesser von 100 × 130 Metern an. Ob die kleine Vulkaninsel von Dauer sein wird, hängt von der weiteren eruptiven Aktivität ab. An dieser Stelle hatte sich schon in früheren Jahren eine Insel gebildet, die immer wieder von der Kraft des Wassers erodiert wurde.

In eruptiven Zeiten, in denen der Förderschlot unter Wasser liegt, bietet Home-Reef das besondere Naturspektakel surtseyanischer Eruptionen. Bei diesen Ausbrüchen kommt es zum Kontakt zwischen Lava und Meerwasser, was die Explosivität verstärkt und spektakuläre Eruptionswolken hervorbringt, die nicht nur aus Dampf und Vulkanasche bestehen, sondern mit dem Ausstoß von Wasser- und Schlammfontänen einhergehen.

Ätna: Neue Analyse zu Bodenbewegungen am Südhang

Nach Erdbebenserie am Ätna-Südhang: Analyse bestätigt Hinweise auf eine aktive Verwerfung

Im Herbst 2025 sorgte eine Erdbebenserie zwischen Nicolosi und Tremestieri Etneo für Aufregung, die mit der Bildung von Bodenrissen einhergegangen ist. Dieses Phänomen war Anlass für eine neue INGV-Analyse (im Folgenden als Studie bezeichnet), die nun veröffentlicht wurde. Sie liefert neue Belege für oberflächennahe Bodendeformationen entlang der sogenannten Störung „Faglia di Tremestieri“ am Südhang des Ätna. Die Arbeit zeigt, dass der größte aktive Vulkan Europas nicht nur eruptiv, sondern auch tektonisch in Bewegung ist.

Bodenrisse

Im Fokus der Untersuchung stand die Störung „Faglia di Tremestieri“. Hierbei handelt es sich um eine mehrere Kilometer lange Störungszone zwischen Nicolosi und Tremestieri Etneo. Mithilfe von Geländeaufnahmen und strukturellen Bodenanalysen sowie der Auswertung seismischer Daten konnten die Forschenden nachweisen, dass sich der Untergrund entlang der Verwerfung kontinuierlich verformt.

Die Verformungen kommen weniger durch abrupte Verschiebungen infolge starker Erdbeben zustande, sondern durch eine schleichende Bewegung der Erdoberfläche, die die Studienautoren als „creep“ bezeichnen und die über längere Zeiträume hinweg abläuft. Solche Prozesse bleiben oft unbemerkt, bis Schäden an Straßen, Gebäuden und Versorgungsleitungen entstehen. Im untersuchten Fall öffneten sich Risse im Asphalt von Straßen und einem Parkplatz.

Zusätzliche Hinweise auf die Aktivität der Verwerfung liefern die oben erwähnten Erdbeben, die im Herbst 2025 am Südhang des Ätna registriert wurden. Ihre Ausbreitung passt gut zu der bekannten Geometrie der Störung. Dabei sind die Erdbeben Symptom und nicht Ursache der Bodenbewegung.

Welche Rolle spielt Magma?

Eine zentrale Frage der Studie lautet, ob magmatische Prozesse an der beobachteten Deformation beteiligt sein könnten. Tatsächlich ist bekannt, dass Magmenintrusionen im Inneren des Ätna das Spannungsfeld im Vulkangebäude verändern können. Steigendes oder seitlich migrierendes Magma wirkt dabei wie ein Keil, der vorhandene Schwächezonen belastet.

Die beobachteten Verschiebungen lassen sich jedoch nicht allein durch einzelne Magmenintrusionen erklären. Vielmehr sprechen die langsame Geschwindigkeit und das dauerhafte Anhalten der Bodenverformung für einen langfristigen Prozess. Er wird hauptsächlich durch die gravitative Verlagerung des Vulkans Richtung Küste gesteuert. Dabei ist nicht auszuschließen, dass Magmenintrusionen als Impulsgeber wirken können: Wenn Magma intrudiert, können die Druckänderungen des Systems auf die bereits vorgespannte Störung treffen, Bodendeformationen beschleunigen und Erdbeben auslösen.

Ähnliche Prozesse kommen am Ätna auch an anderen bekannten Störungszonen vor, wie etwa an der bekannten Pernicana-Verwerfung am Nordosthang.

Die Studie macht klar, dass die Gefahren am Ätna nicht nur eruptiver Natur sind. Langsame tektonische Deformationen in dicht besiedelten Gebieten stellen ein eigenständiges Risiko dar, das in der Raumplanung und im Katastrophenschutz berücksichtigt werden muss.

(Quelle: INGVvulcani, Raffaele Azzaro e Carla Musumeci)

Shiveluch bricht aus und eruptiert über 9 km hohe Aschewolke

Vulkanausbruch des Shiveluch auf Kamtschatka – Aschewolken bis in große Höhen aufgestiegen

Der Vulkan Shiveluch liegt auf der russischen Halbinsel Kamtschatka und ist erneut ausgebrochen. Seit gestern Abend sorgen seine Aschewolken für Beeinträchtigungen des Luftverkehrs. Anwohner sorgen sich vor noch stärkeren Eruptionen. Nach Angaben des Kamchatka Volcanic Eruption Response Teams (KVERT) gilt nach mehreren Explosionen weiterhin der Aviation Colour Code ORANGE.




Der bislang stärkste Ausbruch der Serie ereignete sich heute früh gegen 04:50 UTC. Dabei wurde eine Aschewolke bis in eine Höhe von FL310 (ca. 9,5 Kilometer) geschleudert. Satellitenbeobachtungen bestätigten eine rasche Ausbreitung der Vulkanasche, die sich mit starken Höhenwinden bis zu 340 Kilometer westlich des Vulkans verlagerte. Der Ausbruch dauerte gut 15 Minuten.

Darüber hinaus berichtet KVERT, dass das Lavadom-Wachstum im Krater des „Jungen Shiveluch“ weiterhin anhält. Dieser Prozess ist von kräftigen Gas- und Dampfausstoßungen begleitet. Zusätzlich wurde in Satellitendaten eine deutliche thermische Anomalie registriert, was auf anhaltende magmatische Aktivität im Fördersystem hinweist. Die aktuelle Gipfelhöhe des Lavadoms wird auf etwa 2500 Meter geschätzt, während der Vulkan am höchsten Rand seiner Caldera eine Gesamthöhe von 3283 Metern erreicht.

Seit Beginn der jüngsten Aktivitätsphase wurden sieben VONA-Warnungen (Volcano Observatory Notice for Aviation) herausgegeben. Das zuständige VAAC Tokio bestätigte wiederholt neue Aschewolken in unterschiedlichen Höhenlagen – von bodennahen Schichten bis in große Reiseflughöhen. Teile der Asche waren zeitweise durch meteorologische Wolken verdeckt, konnten jedoch mithilfe moderner Satellitensysteme wie Himawari-9 eindeutig nachgewiesen werden. KVERT warnte in diesem Zusammenhang vor Aschewolken, die bis zu 15 km hoch aufsteigen könnten.

Bei der Vulkanasche handelt es sich nicht etwa um das Verbrennungsprodukt eines Feuers, sondern um fragmentierte Lava, die man eigentlich als Sand bezeichnen müsste. Gerät sie in Flugzeugturbinen, könnten diese geschädigt werden.

Der Shiveluch zählt zu den aktivsten und gefährlichsten Vulkanen Kamtschatkas. Explosive Ausbrüche, gepaart mit Domkollapsen und pyroklastischen Strömen, treten hier regelmäßig auf. Für die lokale Bevölkerung besteht derzeit keine unmittelbare Bedrohung, da das Gebiet nur dünn besiedelt ist. Für den internationalen Flugverkehr im nördlichen Pazifikraum stellt die anhaltende Ascheemission jedoch ein ernstzunehmendes Risiko dar.

Philippinen: Starker Erdbebenschwarm im Süden

Starke Erdbebensequenz erschüttert Moro-Golf vor Mindanao auf den Philippinen

Datum: 28.01.2026 | Zeit: 06:47:01 UTC | Koordinaten 6.475 ; 123.795 | Tiefe: 10 km | Mw 5,9

Nach Daten des EMSC (European-Mediterranean Seismological Centre) ereignete sich am 28. Januar 2026 um 06:47 UTC im philippinischen Moro-Golf vor der Insel Mindanao ein Erdbeben der Magnitude 5,9. Das Hypozentrum lag in rund 10 Kilometern Tiefe bei den Koordinaten 6,475° Nord und 123,795° Ost. Das Epizentrum befand sich etwa 97 Kilometer süd-südwestlich von Cotabato sowie 30 Kilometer west-südwestlich von Kalamansig. Das Beben war der stärkste Stoß einer ungewöhnlich intensiven Serie weiterer Beben, darunter mehrere Ereignisse mit Magnituden zwischen 5,0 und 5,7. Der Schwarm begann bereits vor 10 Tagen, intensivierte sich in den letzten 24 Stunden aber signifikant. Insgesamt wurden bis jetzt 119 Beben registriert. An gleicher Stelle hatte es im November 2024 bereits ein sehr starkes Erdbeben Mw 7,1 in der ungewöhnlichen Tiefe von 620 Kilometern gegeben.

Philippinen. © EMSC/Leaflet

Die aktuellen Erschütterungen wurden in weiten Teilen des südwestlichen Mindanao deutlich wahrgenommen. Augenzeugen berichteten von schwankenden Möbeln, klirrenden Fenstern und grollenden Geräuschen sowie einem kurzzeitigen Stromausfall, von dem einzelne Gemeinden betroffen waren.

In Küstenorten wie Kalamansig und Palimbang verließen zahlreiche Menschen aus Angst vor möglichen Nachbeben oder einem Tsunami vorsichtshalber ihre Häuser und hielten sich im Freien auf oder flüchteten auf höher gelegenem Gelände. Offizielle Tsunamiwarnungen wurden nicht ausgegeben. Bestätigte Berichte über größere Sachschäden oder Verletzte lagen zunächst nicht vor, dennoch war die Verunsicherung in der Bevölkerung groß, da sich die Erdstöße über viele Stunden hinweg fortsetzten.

Seismologen ordnen das Ereignis als intensive Nachbebenserie mit schwarmähnlichem Charakter ein. Zwar hebt sich das Beben der Magnitude 5,9 als Hauptstoß ab, doch die Vielzahl vergleichsweise starker Folgebeben ist ungewöhnlich und deutet auf ein komplexes Muster hin. Tektonisch liegt der Moro-Golf in einer seismisch besonders aktiven Region, in der die Philippinische Seeplatte mit den Molukken- und Celebes-Mikroplatten – die der Sunda-Platte vorgelagert sind – aufeinandertreffen. Subduktionsprozesse entlang des Cotabato-Graben, bei dem eine Erdplatte in den Erdmantel abtaucht, dürften die treibende Kraft hinter der Erdbebensequenz sein.

In der Region gibt es zahlreiche aktive Vulkane, wie jene des Sangihe-Inselbogens und der Molukken. Besonders der Karangetang könnte durch die Erdbeben zu Eruptionen angeregt werden.

Die zuständigen Behörden beobachten die Lage weiterhin aufmerksam und rufen die Bevölkerung zur Vorsicht auf, insbesondere im Hinblick auf mögliche Nachbeben.

Island: Erdbebenschwarm im Hengill System

Erdbebenschwarm bei Lambafell erschüttert Region westlich von Þrengslin auf Island-  stärkstes Beben M 3,0

Das Erdbeben der Magnitude 3,0, welches heute Nacht um 02:01 Uhr die Region bei Lambafell im Hengill-System auf Reykjanes getroffen hat, war der bislang stärkste Stoß eines anhaltenden Erdbebenschwarms. Der Erdstoß war stark genug, um von Anwohnern am Rand der nahen Hauptstadtregion verspürt zu werden. Seit Beginn der Aktivität gegen 16:30 Uhr am 27. Januar wurden inzwischen mehr als 200 Erschütterungen registriert – Tendenz anhaltend.

Erdbebenschwarm Island

Erdbebenschwärme sind in diesem Gebiet kein ungewöhnliches Phänomen. Die betroffene Region liegt auf der Reykjanes-Halbinsel, einem der geologisch aktivsten Gebiete Islands. Hier verläuft ein Teil des Mittelatlantischen Rückens, an dem die Nordamerikanische und Eurasische Platte auseinanderdriften. Diese kontinuierliche Dehnung der Erdkruste führt regelmäßig zu Spannungsaufbau und -abbau in Form von Erdbeben entlang von Störungszonen.

Die Ursache hinter dem aktuellen Erdbebenschwarm ist nicht zur Gänze geklärt. Es könnte sich um rein tektonisch bedingte Erdbeben handeln und mit dem oben beschriebenen Spannungsabbau im Zusammenhang stehen. Darüber hinaus beherbergt die Reykjanes-Halbinsel mehrere aktive Vulkansysteme, und in den vergangenen Jahren kam es hier wiederholt zu magmatischen Intrusionen und Eruptionen. In Vulkanregionen stehen Schwarmbeben entlang von Störungen oft von magmatischen Fluiden ausgelöst. Es kann sich aber auch genauso gut um vulkanotektonische Beben handeln, die direkt von Fluidbewegungen ausgelöst werden, ohne dass Störungszonen involviert werden. Als Drittes ist auch die Einflussnahme des nahen Geothermalkraftwerks Hellisheiði eine mögliche Ursache, indem man mit hohem Druck Wasser in Bohrungen verpresst.

Nach aktuellem Stand besteht an dieser Stelle keine akute Gefahr und ein sich anbahnender Vulkanausbruch gilt als unwahrscheinliches Szenario. Anders sieht es an einem anderen Geothermalkraftwerk auf Reykjanes aus: Unter Svartsengi gibt es eine große Magmaansammlung bei anhaltendem Druckaufbau. Entsprechend groß ist das Eruptionsrisiko. Allerdings flachte die Kurve der Bodenhebungsgeschwindigkeit in den letzten Tagen merklich ab und es sieht beinahe so aus, als würde die Inflation stoppen, wodurch das Ausbruchsrisiko abnimmt. Der vermeintliche Rückgang der Hebegeschwindigkeit könnte aber auch auf Messungenauigkeiten zurückzuführen sein. Die nächsten Tage werden zeigen, ob sich der Trend bestätigt.

Kilauea: Erdbeben Mb 4,5 bei Pāhala

Erdbeben erschüttert Kilauea auf Hawaii – Magmatische Prozesse tief unter Pāhala

Am späten Montagabend wurde die Insel Hawaii von einem deutlich spürbaren Erdbeben der Magnitude 4,5 erschüttert. Laut Angaben vom HVO registrierten die Seismometer um 23:37 Uhr Ortszeit einen Erdstoß, dessen Epizentrum rund drei Kilometer nordwestlich der Ortschaft Pāhala lag. Der Ort liegt auf der Küstenebene im Süden der Insel, am überseeischen Fuß des Vulkans. Der Erdbebenherd befand sich in etwa 33 Kilometern Tiefe. Erschütterungen waren auf der gesamten Insel zu spüren gewesen, teils bis in den Norden nach North Kohala. Schäden an Gebäuden oder Infrastruktur wurden nicht gemeldet, auch eine Tsunami-Gefahr bestand nicht.

Erdbeben
Kilauea.© EMSC/ Leaflet

Trotz der moderaten Stärke erregte das Beben nicht nur bei den Anwohnern der Region Aufmerksamkeit, sondern auch bei Wissenschaftlern: Der Erdstoß gehört zu einem seit Jahren andauernden Schwarm tiefer Erdbeben unter der Region Pāhala, einer der seismisch aktivsten Regionen der Vulkaninsel. Nach Angaben des HVO begann diese ungewöhnliche Aktivität im Jahr 2015 und umfasst inzwischen zehntausende einzelne Erschütterungen. In den letzten 2 Jahren war die Aktivität allerdings rückläufig.

Die Ursache dieser tiefen Beben hängt nicht direkt mit den Eruptionen des Kilauea zusammen, steht aber dennoch in einem vulkanischen bzw. magmatischen Kontext: Die Erschütterungen reihen sich im Bereich der oberen Asthenosphäre und werden von aufsteigendem Magma verursacht, das ein tiefes Verteilerreservoir füllt, aus dem sowohl der Kilauea als auch der größere Mauna Loa gespeist werden.

Eine weitere Rolle bei der Entstehung moderater Erdbeben spielt vermutlich auch die enorme Last der hawaiischen Vulkane, die die Erdkruste nach unten biegt und Spannungen in großer Tiefe erzeugt. Dadurch können Gesteinsbrüche erfolgen, die sich in mittelstarken Erdbeben entladen.

Das HVO betont, dass das aktuelle Erdbeben keine erkennbaren Auswirkungen auf den derzeit pausierten Ausbruch im Halemaʻumaʻu-Krater des Kilauea oder auf den Mauna Loa hatte. Dennoch liefern die Ereignisse unter Pāhala wichtige Hinweise darauf, wie das vulkanische System Hawaiis in der Tiefe funktioniert – und warum selbst ruhige Phasen von mächtigen Kräften begleitet werden.

Lewotolok: verstärkte strombolianische Aktivität

Serie strombolianischer Eruptionen am Vulkan Ili Lewotolok auf Lembata – typische Glutspuren fotografiert

Der indonesische Vulkan Ili Lewotolok liegt auf der Insel Lembata und ist am Dienstag, dem 27. Januar 2026, erneut aktiv gewesen. Innerhalb eines Tages registrierten die Behörden mehrere strombolianische Ausbrüche, die glühende Tephra und Vulkanasche hervorbrachten. Außerdem wurde eine deutlich erhöhte seismische Aktivität registriert. Die Eruptionen verdeutlichen, dass der Vulkan weiterhin unruhig ist und aufmerksam überwacht werden muss.




Der erste Ausbruch des Tages ereignete sich heute Nacht um 1:01 Uhr WITA. Dabei stieg eine Eruptionssäule rund 200 Meter über den Gipfel des Vulkans auf, der sich auf etwa 1.423 Meter über dem Meeresspiegel erhebt. Die Wolke driftete ostwärts und brachte nicht nur Asche hervor, sondern auch rotglühende Tephra, die auf lange belichteten Aufnahmen die typischen Glutspuren strombolianischer Eruptionen zeigte. Seismographen zeichneten ein starkes Signal mit einer maximalen Amplitude von 23 Millimetern und einer Dauer von 36 Sekunden auf.

Tagsüber gab es mehrere vergleichbare Eruptionen, die allerdings keine expliziten Meldungen beim VSI/Magma auslösten. Wahrscheinlich, weil der Vulkan entweder in den Wolken hing oder weil die Eruptionen tagsüber unspektakulär ausschauten. Doch von den Eruptionen zeugten seismische Ausbruchssignale, von denen im Tagesverlauf 103 registriert wurden. Dazu gesellten sich 422 Signale starker Entgasungen sowie ein flaches und ein tiefes vulkanotektonisches Erdbeben sowie zwei weiter entfernte tektonische Beben. Diese Daten deuten auf anhaltende Bewegungen von Magma und Gasen im Untergrund hin, ohne Hinweise auf eine evtl. Eskalation der Situation zu liefern.

Am Abend folgten zwei weitere Ereignisse. Um 20:46 Uhr wurde ein Ausbruch ausschließlich seismisch registriert, ohne sichtbare Ascheemission. Nur wenige Minuten später, um 20:53 Uhr, kam es erneut zu einer Eruption mit einer etwa 200 Meter hohen, grauen Aschesäule mittlerer bis hoher Intensität, die ebenfalls nach Osten zog.

Der Ili Lewotolok ist ein aktiver Schichtvulkan, der seit Jahren immer wieder durch explosive Eruptionen und Lavaausflüsse auffällt. Die Behörden halten daher an der Empfehlung fest, einen Sperrradius von drei Kilometern um den Krater einzuhalten. Besonders in mehreren Sektoren besteht Gefahr durch Lawinen, pyroklastische Ströme und Ascheregen.