Sakurajima mit Aschewolke in 2100 m Höhe

Sakurajima eruptiert erneut – Vulkanasche in 2100 m Höhe, Warnstufe 3 bleibt bestehen

Der Vulkan Sakurajima im Süden Japans ist heute Morgen um 06:58 Uhr Ortszeit (UTC 21:58) erneut ausgebrochen. Das Tokyo Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) veröffentlichte daraufhin eine VONA-Warnung, wonach eine Aschewolke bis in eine Höhe von FL070 (rund 2.100 m) aufstieg und sich mit etwa 19 km/h südwärts verlagerte. In den Folgestunden wurde die Vulkanasche über dem südlichen Kyushu und angrenzenden Seegebieten beobachtet. Im Tagesverlauf emittierte der Vulkan permanent eine diffuse Wolke aus Asche und Gas.

Archivbild

Die Eruption geht einher mit anhaltender vulkanischer Aktivität, weshalb die japanische Wetterbehörde JMA die Eruptionswarnstufe 3 weiterhin aufrechterhält. Besonders im Umfeld des Gipfelkraters Minami-dake und des Showa-Kraters besteht Gefahr durch ausgeworfene vulkanische Bomben und pyroklastisches Material, das bereits in den vergangenen Tagen über mehr als einen Kilometer vom Krater entfernt niedergegangen ist.

Nach Angaben der Meteorologischen Observatorien Fukuoka und Kagoshima hält die eruptive Phase des Sakurajima seit dem 2. Januar an. Am Minami-dake-Krater wurden wiederholt sehr kleine Eruptionen registriert, zudem zeigte sich nachts deutlicher Feuerschein, der mit hochempfindlichen Überwachungskameras erfasst wurde. Am Showa-Krater hingegen blieben Explosionen und Leuchterscheinungen bislang aus.

Seismisch zeigte sich der Vulkan vergleichsweise ruhig: Vulkanische Erdbeben traten nur vereinzelt auf, vulkanischer Tremor wurde nicht beobachtet. Zwischen dem 2. und 5. Januar wurden täglich zwischen 10 und 23 vulkanische Erdbeben registriert, Explosionen blieben in diesem Zeitraum aus.

Langfristige GNSS-Messungen belegen weiterhin eine langsamen Dehnung tief unter der Aira-Caldera, die sich unter der inneren Kagoshima-Bucht erstreckt. Dort sammelt sich seit Jahren Magma an – ein Prozess, der als treibende Kraft der anhaltenden Aktivität des Sakurajima gilt. Zusätzlich ist der Ausstoß von Schwefeldioxid weiterhin hoch, was nach Einschätzung der JMA dafür spricht, dass die vulkanische Aktivität auch in nächster Zeit anhalten wird.

Die Behörden warnen eindringlich vor dem Betreten des Sperrgebiets im Umkreis von etwa zwei Kilometern um die aktiven Krater. Neben herabfallenden Gesteinsbrocken können auch starke Druckwellen bei Explosionen auftreten, die Fensterscheiben beschädigen. Auf der windabgewandten Seite des Vulkans ist zudem mit Asche- und Schlackenfall in größerer Entfernung zu rechnen.

Island: 115 Erdbeben innerhalb von 2 Tagen

Zahlreiche Beben auf Island und speziell Reykjanes registriert – stärkstes Beben Mb 3,0

Auf Island hat es innerhalb von 48 Stunden 115 Erschütterungen gegeben. Die meisten davon auf der Reykjaneshalbinsel, wo 72 Erschütterungen registriert wurden – nur 2 der Beben trafen das Svartsengigebiet, wo die Bodenhebung mit ca. 1 mm pro Tag weitergeht und nach wie vor ein Vulkanausbruch jederzeit einsetzen könnte. Das stärkste Beben mit einer Magnitude von 3,0 (EMSC) manifestierte sich vor der Südwestspitze von Reykjanes, nahe der kleinen Insel Eldey.

Island. © EMSC/Leaflet

Viele der Erdbeben gab es bei Krysuvik und anderen Spaltensystemen auf Reykjanes. In den letzten Tagen wurde auch vermehrt die Gegend um Selfoss im Süden der Hauptinsel erschüttert. Obwohl die Hekla nicht fern ist, werden diese Beben tektonischen Ursprungs gewesen sein, denn in der Region gibt es markante Störungszonen.

Einige Erschütterungen wurden im Bereich der Askja detektiert, wo die Bodenhebung wahrscheinlich ebenfalls anhält, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau als zu Beginn der Hebungsphase in 2021. Auch hier könnte es ohne langes Vorspiel zu einer Eruption kommen.

Ein wenig aus dem Fokus geraten ist die Seismizität im Bereich des Grjotarvatn bei Borganes am Rand der Snæfellsnes-Halbinsel Hier ereigneten sich binnen 2 Tagen 13 Erschütterungen. Seit einiger Zeit vermuten Geoforscher, dass hier das Ljósufjöll-Vulkansystem zu neuem Leben erwachen könnte, da hier neben den Erdbeben auch eine leichte Bodenhebung festgestellt wurde.

Weitere Kandidaten potenzieller Eruptionen auf Island sind Grimsvötn und Bardarbunga – beide liegen unter dem Vatnajökull – sowie Katla unter dem Myrdalsjökull und die westlich davon gelegene Hekla. Doch bei keinem der genannten Vulkane sind die Anzeichen eines bevorstehenden Ausbruchs so ausgeprägt wie bei Svartsengi und der Sundhnukur-Kraterreihe, wo man das 10. Ereignis seit 2023 erwartet. Bis zum Herbst war ich mir sicher, dass zeitnah ein Ausbruch erfolgen wird, doch mit der Abnahme der Bodenhebegeschwindigkeit ist diesbezüglich eine gewisse Unsicherheit eingekehrt. Wenn der Druck im Speichersystem zu langsam ansteigt, besteht die Möglichkeit, dass die nötige Schwelle zum Einsetzen einer Eruption nicht erreicht wird.

Japan: Erdbeben Mw 5,7 im Westen von Honshu

Starkes Erdbeben erschüttert West-Honshu in Japan – keine Tsunami-Warnung, aber erhöhte Wachsamkeit empfohlen

Datum: 06.01.2026 | Zeit: 01:18:48 UTC | Koordinaten  35.321 ; 133.124 | Tiefe: 10 km | Mw 5,7

Der Westen der japanischen Hauptinsel Honshu wurde am Dienstagmorgen von einem starken Erdbeben der Magnitude 5,7 erschüttert. Der Erdstoß ereignete sich um 10:18 Uhr Ortszeit (01:18 UTC) in einer Region 19 km westlich von Matsue, nahe der Küste des Japanischen Meeres. Das Epizentrum lag bei  den Dezimal-Koordinaten 35.321 ; 133.124, die Herdtiefe betrug zehn Kilometer.  Der Erdstoß wurde nicht nur deutlich gespürt, sondern ließ Gebäude stark schwanken. Größere Schäden wurden bis jetzt nicht gemeldet.

Japan. © EMSC/Leaflet

Das Beben war in weiten Teilen der Präfektur Shimane sowie in angrenzenden Regionen spürbar. In Matsue, rund 19 Kilometer nordnordwestlich des Epizentrums, berichteten Anwohner von deutlich schwankenden Gebäuden und herabfallenden Gegenständen. Auch in Fukuyama, knapp 100 Kilometer entfernt, wurde das Erdbeben noch wahrgenommen. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben, da das Hypozentrum an Land lag.

Tektonisch liegt das betroffene Gebiet in einer komplexen Übergangszone. Während große Teile Japans durch die Subduktion der Pazifischen Platte und der Philippinischen Meeresplatte geprägt sind, dominieren im Westen Honshus vor allem intraplattennahe Störungszonen innerhalb der Eurasischen (bzw. Amur-)Platte. Das relativ junge Japanische Meer öffnete sich, und alte Krustenbrüche werden bis heute reaktiviert. Erdbeben in dieser Region entstehen daher häufig durch seitliche Verschiebungen entlang solcher Störungen und nicht ausschließlich durch klassische Subduktionsprozesse.

Historisch ist West-Honshu zwar weniger bekannt für Mega-Beben als der pazifische Küstenraum, blieb jedoch keineswegs verschont. Besonders in Erinnerung ist das Erdbeben von 1872 in der Region Hamada (ebenfalls Präfektur Shimane), das schwere Zerstörungen verursachte und tausende Opfer forderte. Auch im 20. und 21. Jahrhundert kam es wiederholt zu moderaten, aber lokal schadensträchtigen Beben. Das aktuelle Ereignis reiht sich somit in eine lange seismische Geschichte ein und unterstreicht, dass selbst abseits der großen Subduktionszonen Japans ein erhebliches Erdbebenrisiko besteht.

Auffällig ist, dass es in den letzten 24 Stunden entlang des Kamtschatka-Kurilengrabens und entlang des Japangrabens mehrere mittelstarke Erdbeben gab.

Mayon: Pyroklastischer Strom am 06.01.2026

Pyroklastischer Strom am Mayon – Vulkan bleibt unter Alarmstufe 2

Am Dienstagvormittag ist es am Gipfel des philippinischen Vulkans Mayon zum Abgang eines kleinen pyroklastischen Dichtestroms gekommen, der infolge eines Lavaabbruchs am Dom entstand. Das zuständige Observatorium PHIVOLCS teilte mit, dass sich das Ereignis am Dienstag, dem 6. Januar 2026, um 12:26 Uhr (Ortszeit) ereignete. Der Abgang wurde sowohl von Überwachungskameras als auch von seismischen Messinstrumenten des Mayon-Vulkannetzwerks registriert.

Mayon. © PHILVOLCS

Bereits am Dienstagabend wurde der Abbruch einer glühenden Schuttlawine beobachtet. Solche Ereignisse sind eng mit der Entstehung pyroklastischer Dichteströme verknüpft: Im Endeffekt entscheiden die Größe des Kollapses am Dom und der Gasgehalt des abgebrochenen Lavapakets, ob eine Schuttlawine oder ein Dichtestrom entsteht.

Nach Angaben von PHIVOLCS wurden innerhalb der vergangenen 24 Stunden insgesamt 85 Felsstürze am Vulkan verzeichnet. Trotz der anhaltenden Aktivität bleibt der Mayon weiterhin unter Alarmstufe 2. Die Behörde betonte erneut, dass das Betreten der permanenten Gefahrenzone mit einem Radius von 6 Kilometern strikt untersagt ist.

Bereits am 1. Januar 2026 hatte PHIVOLCS die Alarmstufe von 1 auf 2 angehoben. Diese Stufe steht für eine zunehmende bis mäßige vulkanische Unruhe, die auf oberflächennahe magmatische Prozesse zurückzuführen ist. Laut PHIVOLCS besteht dabei die Möglichkeit gefährlicher magmatischer Eruptionen, weshalb eine erhöhte Wachsamkeit erforderlich ist.

Ein besonders aktiver Tag wurde am 31. Dezember 2025 registriert: An diesem Tag zählten die Experten 47 Felsstürze, die höchste Tageszahl im gesamten vergangenen Jahr.

Auch der Luftverkehr ist betroffen. Die philippinische Zivilluftfahrtbehörde (CAAP) verlängerte das Flugverbot im Umfeld zweier aktiver Vulkane – Mayon in der Provinz Albay und Kanlaon auf der Insel Negros – bis Dienstag, den 6. Januar. Beide Vulkane stehen derzeit ebenfalls unter Alarmstufe 2. Flüge in der Nähe dieser Vulkane sind streng untersagt, da plötzliche Ausbrüche eine ernsthafte Gefahr für den Luftverkehr darstellen könnten.

Der Vulkan Mayon gilt als einer der aktivsten und zugleich formschönsten Vulkane der Erde. Er liegt im Südosten der philippinischen Insel Luzon in der Provinz Albay und erreicht eine Höhe von etwa 2.463 Metern. Berühmt ist Mayon für seinen nahezu perfekten kegelförmigen Aufbau, der ihm den Beinamen „perfekter Vulkan“ eingebracht hat.

Campi Flegrei: Erdbeben Md 3,1 in der Solfatara

Campi Flegrei. © EMSC/Leaflet

Zunahme der Seismizität in der Solfatara der Campi Flegrei – stärkste Erschütterung Md 3,1

Nach einer aus seismischer Sicht vergleichsweise ruhigen Vorwoche startet die Erdbebentätigkeit in den Campi Flegrei diese Woche wieder erhöht durch. Seit gestern ist es zu drei deutlich spürbaren Erdbeben im Bereich des Solfatara-Kraters gekommen. Das stärkste Beben hatte eine Magnitude von 3,1 und eine Herdtiefe von 2400 m. Die beiden anderen Erschütterungen brachten es auf Md 2,9 und lagen 400 bis 500 m tiefer. Damit ereigneten sie sich im unteren Bereich des Hydrothermalsystems und gingen mit Gesteinsbruch infolge von Fluidaufstieg einher. Außerdem gehörten zum aktuellen Schwarmbeben 17 weitere Erschütterungen. Auf Jahressicht wurden 59 Beben lokalisiert.  Im letzten Jahr gab es übrigens 6807 lokalisierte Erschütterungen. In 2024 waren es 4899 Beben, also eine signifikante Steigerung der Seismizität.




Aus dem aktuellen INGV-Bulletin für den Beobachtungszeitraum 29.12.2025 bis 04.01.2026 ist zu entnehmen, dass es in dieser Woche „nur“ 26 Erdbeben gab. Das stärkste hatte eine Magnitude von 2,1. Wie immer, wenn es mal etwas ruhiger zugeht, feierten in den sozialen Medien einige Optimisten bereits das mögliche Ende der Krise, die aber nach wie vor mit einer Bodenhebung von 25 mm pro Monat einhergeht und daher alles andere als beendet ist. Die Erdbeben sind zwar die am deutlichsten wahrnehmbaren Manifestationen der Prozesse im Untergrund, aber im Endeffekt nur Symptome der Bodendeformationen und des zugrunde liegenden, magmatisch bedingten Aufheizungsprozesses des gewaltigen Calderavulkans. Meiner Meinung nach kann es zwar zu Fluktuationen in der Intensität der Prozesse kommen, doch dauerhaft stoppen werden sie vor einer Eruption wohl nicht mehr.

Die Vulkanologen vom INGV geben zwar keine Prognosen ab (nicht zuletzt, weil natürlich immer das Risiko besteht, mit seinen Einschätzungen falsch zu liegen und damit an Reputation zu verlieren), bestätigen in ihrem Bulletin aber den langjährigen Trend zur Druckbeaufschlagung des hydrothermalen Systems und damit auch des zugrunde liegenden magmatischen Systems. Der Gasausstoß und die Fumarolentemperaturen lagen im Bereich der Werte der letzten Wochen: Bei Pisciarelli wurden Durchschnittstemperaturen von 94 Grad gemessen, in der Solfatara bei 170 Grad mit Maximalwerten von 173 Grad.

Vesuv: Ungewöhnlich starker Erdbebenschwarm am 05. Januar

Vesuv startet mit Schwarmbeben ins neue Jahr – fast 90 Beben innerhalb weniger Stunden

Der italienische Vulkan Vesuv startete mit einer ungewöhnlich starken Schwarmbebensequenz ins neue Jahr und generierte innerhalb weniger Stunden fast 90 schwache Erdbeben in geringen Tiefen unter seinem Gipfelbereich. Die stärkste Erschütterung hatte eine Magnitude von 1,6 und ein Hypozentrum in nur 400 m Tiefe unter Normalnull. Die meisten der stärkeren Erdbeben mit Magnituden über 1,0 manifestierten sich im nördlichen Kraterbereich bzw. unter der Nordflanke des Gran Cono.



Vesuv. © INGV

Die bis dato fast jungfräuliche Shakemap des INGV für 2026 – auf der bis zum Beginn des Erdbebenschwarms am Abend des 4. Januars um 23:12:18 nur 6 Beben eingetragen waren – präsentiert sich inzwischen mit einem respektablen Cluster, der aus 93 Beben besteht. 87 der Beben entfallen auf das aktuelle Schwarmbeben, das bis heute Vormittag anhielt.

Für gewöhnlich sagen die INGV-Vulkanologen des Observatoriums Neapel, dass es sich bei den Erdbeben am Vesuv um Setzungserdbeben handelt, die infolge gravitativer Kräfte und einer weiteren Schrumpfung infolge von Abkühlung der Schlotfüllung des Vesuvs entstehen. In den letzten Wochen gab es aber auch Hybridbeben, die auf die Zirkulation magmatischer Fluide schließen lassen. Von daher ist es durchaus möglich, dass der aktuelle Erdbebenschwarm vulkanotektonischen Ursprungs ist und durch Mikrofragmentierung der Gesteine infolge von Fluidaufstieg entstanden ist. Eine genaue Analyse der Daten von Seiten der zuständigen Vulkanologen und Seismologen steht allerdings noch aus. Spätestens im Monatsbulletin für Januar sollte darüber zu lesen sein. Vielleicht schaffen es einige Infos noch in die Dezember-Ausgabe, die in den nächsten Tagen erscheinen sollte.


In meinen Augen zeichnet sich eine langsame Umkehr des Trends ab, der mit Subsidenz und Schrumpfung des Vesuvs einhergeht. Ein Indiz hierfür ist, dass vor gut einem Jahr die Bodenabsenkung am unteren Flankenbereich des Vulkans aufhörte Mich würde es nicht wundern, wenn dieser subsidiäre Trend in den nächsten Monaten auch für den Bereich des Gran Cono zum Erliegen käme und es dann zu einer langsamen Aufblähung/Erwärmung des magmatischen Systems käme.

Ätna: Lavastrom im Valle bleibt bei limitierten Zugang aktiv

Lavastrom am Ätna weiterhin aktiv – Zugangskontrollen zum Valle del Bove aktiv durchgeführt

Der Lavastrom im Valle del Bove (Tal des Ochsen) am sizilianischen Vulkan Ätna ist weiterhin aktiv. Trotz des schlechten Wetters ist die Lavafront auf der Thermalcam sichtbar. Sie liegt knapp unterhalb der Wolkendecke. Der Stärke des Signals nach zu urteilen, ist ein neuer Lavaschub unterwegs. Berichten zufolge gibt es am Zugang zum Valle del Bove bei Pietracannone Kontrollen: Man darf sich der Lavafront nur mit Begleitung eines zertifizierten Vulkanführers einer bestimmten Vereinigung bis auf 200 Meter nähern. Selbst andere Vulkanprofis sind von der Regelung nicht ausgenommen.



Thermalaufnahme INGV

Einerseits kann ich verstehen, dass die Behörden besorgt sind, Unfälle vermeiden wollen und den Zugang zum Eruptionsgebiet limitieren, andererseits finde ich es erstaunlich, dass nicht differenziert wird und auch Vulkanprofis und Pressevertreter von der Regelung nicht ausgenommen sind, insbesondere, da die Risiken an einem Lavastrom auf flachem Gelände bei weitem nicht so groß sind wie direkt an einem explosiv tätigen Krater. Der Vulkan- und Pressefotograf und Gründer von EtnaWalk, Giuseppe Distefano, postete auf FB, dass es aber offenbar doch Ausnahmen gibt, wenn man eine hochgestellte Persönlichkeit ist, die über entsprechende Beziehungen verfügt. So beobachtete er, wie eine ihm bekannte Person in Begleitung von 2 Freunden an den Posten vorbei marschierte, ohne sich in der Besucherliste eintragen zu lassen, was die Posten akzeptierten. Der Vorgang führte zu einiger Empörung im Netz. Den Kommentaren ist zu entnehmen, dass die Verbotspolitik am Ätna (und nicht nur dort) vielen Menschen auf die Nerven geht!

Bilder dokumentieren allerdings auch den großen Besucheransturm: So ist die kurvenreiche Straße zwischen Milo und dem Valle del Bove am Wochenende komplett zugeparkt gewesen. Aufnahmen vom 3. Januar zeigen, wie sich Hunderte Schaulustige unmittelbar vor der Lavafront aufbauten. Etwas, was natürlich auch nicht geht.

Aus einem aktuellen Bericht des INGV geht hervor, dass die Lavafront, die gestern in etwa 1400 m ü. NN zum Stillstand gekommen war, inzwischen eine Höhe von rund 1360 m ü. NN erreicht hat und sich mit den Lavazungen der vorhergehenden Tage vereinigte. Auf etwa 1500 m ü. NN, wurde zudem ein neuer aktiver Lavastrom festgestellt, der sich ebenfalls mit den bestehenden Strömen überlagert.

Aus seismologischer Sicht zeigte die mittlere Amplitude des vulkanischen Tremors ab etwa 00:00 UTC am 5. Januar einen langsamen und kontinuierlichen Anstieg, der gegen 05:20 UTC seinen Maximalwert erreichte. Anschließend folgte ein abrupter Rückgang der Amplitude, die derzeit auf einem niedrigen Niveau liegt. Die Quelle des vulkanischen Tremors wird nordwestlich des Südostkraters in einer Höhe von etwa 1500 bis 2000 m über dem Meeresspiegel lokalisiert, was eine Verlagerung der Tremorquelle darstellt: bislang lagen die Signale unter dem Nordostkrater. Möglicherweise deutet sich hier an, dass der Südostkrater aktiv wird.

Um 05:19 UTC wurde zudem ein deutliches seismisches Signal registriert, das insbesondere an den Gipfelstationen etwa zwei Minuten anhielt. Dieses Ereignis steht weder mit Bruchprozessen noch mit explosiver Aktivität in Zusammenhang, sondern wird vermutlich durch einen Erdrutsch verursacht.

Puracé: Ascheemissionen am 05. Januar

Anhaltende Aktivität am Vulkan Puracé – Ascheemissionen begründen erhöhte Warnstufe

Der Vulkan Puracé im Südwesten Kolumbiens bleibt weiterhin aktiv. Nach Angaben des Servicio Geológico Colombiano (SGC) sowie der Washington Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) zeigen aktuelle Daten, dass der Vulkan auch Anfang Januar 2026 kontinuierlich Gas- und Ascheemissionen freisetzt. Die kolumbianischen Behörden halten daher die Warnstufe Orange für den Vulkan in der Kette Los Coconucos aufrecht.

Puracé Archivbild vom Dezember

In einem außerordentlichen Bulletin vom 4. Januar 2026 erklärte der SGC, dass mehrere überwachte Parameter weiterhin signifikante Anomalien aufweisen. Insbesondere wurde eine anhaltende seismische Aktivität registriert, bestehend aus Tremor-Signalen und langperiodischen Erdbeben. Diese deuten auf die fortgesetzte Bewegung von Gasen und anderen Fluiden im Fördersystem des Vulkans hin. Zusätzlich bestätigten Überwachungskameras und Sensoren wiederholte Emissionen von Vulkanasche und Gasen, deren direkte Sichtung zeitweise durch dichte meteorologische Bewölkung erschwert war.

Diese Beobachtungen werden durch eine VONA-Meldung des VAAC-Washington vom 5. Januar 2026 (08:42 UTC) gestützt. Demnach stößt der Vulkan weiterhin Vulkanasche aus, die sich vom Boden bis in Höhen von etwa 5.500 m (FL180) ausbreitet. Die Aschewolke wurde im Umfeld des Vulkans lokalisiert und bewegte sich mit geringer Geschwindigkeit in nordwestliche Richtung. Satellitendaten zeigten zwar keine eindeutige Ascheerkennung, was ebenfalls auf starke Wetterbewölkung zurückgeführt wurde, doch bestätigte die VONA-Meldung eindeutig eine laufende Ascheemission.

Für die Luftfahrt stellen diese Emissionen ein Risiko dar, weshalb wiederholt Aschewarnungen herausgegeben wurden. Die VAAC-Prognosen gehen davon aus, dass sich die Windrichtung in den kommenden Stunden allmählich ändern könnte, was die Ausbreitung der Asche beeinflusst.

Der SGC betont, dass die Warnstufe Orange keine unmittelbar bevorstehende große Eruption bedeutet, jedoch eine Phase erhöhter Instabilität kennzeichnet. Die Bevölkerung in den umliegenden Gemeinden wird weiterhin aufgerufen, sich von den Kraterbereichen fernzuhalten und ausschließlich offiziellen Mitteilungen zu folgen. Die vulkanische Aktivität des Puracé bleibt damit ein zentrales Beobachtungsobjekt für Wissenschaftler, Zivilschutz und Luftfahrtbehörden gleichermaßen.

Italien: Schwarmbeben am Rand des Apennin

Erdbebenschwarm erschüttert zentrales Italien – stärkstes Beben mit Magnitude 3,8

Heute Nacht ist es in Zentralitalien zu einem Erdbebenschwarm gekommen, der sich aus mehr als 20 Erschütterungen zusammensetzt. Das stärkste Beben ereignete sich um 02:31 Uhr Ortszeit (01:31 UTC) mit einer Magnitude von 3,8. Das Epizentrum lag rund 14 Kilometer süd-südwestlich von Mogliano in der Region Marche, östlich des Hauptkamms der Apenninen. Die restlichen Erschütterungen hatten Magnituden zwischen 2,0 und 3,3. Die Tätigkeit erstreckte sich über mehrere Stunden. Die Hypozentren lagen dabei auffallend konstant in 21 bis 26 Kilometern Tiefe, was auf die Aktivierung einer tiefer liegenden Störungszone hindeutet.

Italien: © EMSC/Leaflet

Das stärkste Beben wurde in weiten Teilen der Provinzen Macerata und Fermo deutlich gespürt. Berichte über größere Schäden oder Verletzte lagen zunächst nicht vor. Die vergleichsweise große Tiefe der Erdbeben wirkte dämpfend auf die Bodenerschütterungen, auch wenn einzelne Stöße von der Bevölkerung als deutlich wahrgenommen wurden.

Seismologen sprechen von einem klassischen Erdbebenschwarm, da kein einzelnes Vor- oder Nachbeben klar dominiert, sondern viele ähnlich starke Ereignisse in engem Raum und kurzer Zeit auftreten. Die Epizentren konzentrieren sich in einem nur wenige Kilometer großen Gebiet bei etwa 43,08° nördlicher Breite und 13,40° östlicher Länge.

Solche Schwärme sind im zentralen Apennin nicht ungewöhnlich und stehen in Zusammenhang mit der anhaltenden Dehnung der Erdkruste in dieser Region.

Tektonischer Hintergrund: Das Gebirge wird auseinandergezogen

Zentralitalien liegt im Spannungsfeld zwischen der Adria-Mikroplatte und der Eurasischen Platte. Während die Apenninen ursprünglich durch Zusammenstöße und Subduktion entstanden, dominiert heute ein gegenteiliger Prozess: Extension.

Die Erdkruste wird hier gedehnt, weil sich die ehemals subduzierte Lithosphäre unter Italien nach Osten zurückzieht. In der Folge entstehen Abschiebungen, entlang derer sich die Erdkruste ruckartig bewegt – der typische Mechanismus für Erdbeben in dieser Region.

Auch der aktuelle Schwarm wird sehr wahrscheinlich durch eine solche Normalstörung verursacht, die tief in der kontinentalen Kruste aktiv ist.

Das betroffene Gebiet gehört zu den seismisch aktivsten Zonen Italiens. In den vergangenen Jahrzehnten kam es hier wiederholt zu starken Erdbeben, darunter die Ereignisse von 1997 (Umbrien–Marche) sowie die Erdbebenserie 2016–2017 in Mittelitalien.

Ob der aktuelle Schwarm bereits abgeschlossen ist oder weitere Erschütterungen folgen, lässt sich derzeit nicht sicher sagen. Erfahrungsgemäß können solche Serien stunden- bis tagelang andauern, ohne zwangsläufig in ein größeres Beben überzugehen.

Die Behörden riefen die Bevölkerung zur Ruhe auf, empfehlen jedoch – wie in seismisch aktiven Gebieten üblich – Aufmerksamkeit und die Einhaltung grundlegender Vorsichtsmaßnahmen.