Fluten treiben Hunderttausende in Mosambik in die Flucht – schwerste Krise seit Jahren
Mosambik erlebt eine der schwersten humanitären Krisen der letzten Jahre. Ungewöhnlich lang anhaltende Monsun-Regenfälle führten im Süden und Zentrum des Landes zu massiven Überflutungen Seit Jahresbeginn wurden fast 400.000 Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Besonders betroffen sind die Provinzen Gaza, Maputo und Teile Zentralmosambiks. Alleine in Gaza ist eine Fläche von der Größe Zyperns überflutet. Für viele Familien kam das Wasser über Nacht: Flüsse traten über die Ufer und Dämme hielten den Wassermassen nicht stand, ganze Dörfer wurden überflutet.

Laut Berichten der Flüchtlingshilfswerke sind die Folgen der Überschwemmungen katastrophal. Familien flohen panisch in höher gelegene Gebiete und ließen Vorräte und andere Güter zurück. Berichte sprechen von Kindern, die von ihren Eltern getrennt wurden, und von alten Menschen, die den Evakuierungen kaum folgen konnten. Personen mit Behinderungen wurden oft zurückgelassen. Gut 100.000 Betroffene leben derzeit in etwa Notunterkünften. Meistens wurden Schulen oder öffentliche Gebäude umfunktioniert. Diese sind überfüllt und bergen hohe Sicherheitsrisiken. Vor allem Frauen und Mädchen sind einem erhöhten Risiko von sexueller Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt, viele benötigen dringend psychosoziale Unterstützung.
Die Flut trifft ein Land, das ohnehin mehrfach belastet ist. Im Norden Mosambiks dauert ein bewaffneter Konflikt an, der allein Ende 2025 mehr als 300.000 Menschen zur Flucht zwang. Wiederholte Zyklone, Tropenstürme und Dürren haben die betroffenen Regionen bereits in der Vergangenheit geschwächt. Humanitäre Organisationen stoßen daher an ihre Grenzen.
Die natürlichen Gegebenheiten des Landes verschärfen die Katastrophe zusätzlich. Große Teile Süd- und Zentralmosambiks liegen in flachen Küstenebenen, die von großen Flüssen durchzogen sind. Breite Schwemmlandgebiete wirken wie natürliche Sammelbecken. Starkregen in Kombination mit gesättigten Böden lässt das Wasser kaum abfließen. Diverse Klimaphänomene, die vom Klimawandel verstärkt werden, schaffen ungünstige Bedingungen und verstärken die natürlichen Regenfälle.
Mosambik steht am Limit seiner Belastbarkeit. Die Situation wird durch den von Präsident Trump angezettelten Austritt der USA aus dem UN-Flüchtlingshilfswerk verschärft, da wichtige finanzielle Unterstützung fehlt. Mir mutet es paradox an, dass die reichsten Menschen der Welt den Ärmsten Hilfe verweigern, nur um noch mehr Reichtum anzuhäufen, den weder sie noch ihre Familien jemals ausgeben können.