Spektakulärer Ausbruch eines Schlammvulkans in Aserbaidschan

Ausbruch am Schlammvulkan Hamari ließ Flammen mehrere Hundert Meter hoch in die Luft schießen.

Im Rayon Hacıqabul in Aserbaidschan ist es gestern Nachmittag zu einem Ausbruch des Schlammvulkans am Harami dağı gekommen. Wie lokale Medien unter Berufung auf APA berichten, dauerte die eigentliche Eruptionsphase nur wenige Minuten, war aber dennoch spektakulär: Bilder dokumentieren, wie mehrere hundert Meter hohe Flammen in die Luft schießen Der Ausbruch war deutlich von der Baku-Gazakh-Magistrale sowie aus mehreren umliegenden Dörfern zu beobachten.



Schlammvulkan
Schlammvulkan am Harami Dağı

Die Eruption des Schlammvulkans löste zudem Erdbebensignale aus, die von seismischen Stationen des Russischen Zentrums für seismische Untersuchungen (RSSS) der Nationalen Akademie der Wissenschaften Aserbaidschans registriert wurden. Nach Angaben der Abteilung für Erdbebenherddynamik verlief das Ereignis in einer einzigen Phase und dauerte insgesamt 13 Minuten. Die Herdtiefe wurde mit etwa drei Kilometern angegeben, die freigesetzte Energie auf 3,38 × 10⁶ Joule geschätzt. Berichte über Verletzte oder Sachschäden liegen bislang nicht vor.

Der Haramıdağı zählt zu den bekannten, aber nur episodisch aktiven Schlammvulkanen Zentralaserbaidschans. Er liegt im Übergangsbereich zwischen dem Kura-Becken und der südöstlichen Ausläuferzone des Großen Kaukasus, einer Region mit mächtigen Sedimentpaketen und hohem Erdgasgehalt. Historische Daten zeigen, dass Harami unregelmäßig eruptiert. Der letzte dokumentierte Ausbruch wird in wissenschaftlichen Katalogen auf die frühen 2000er-Jahre datiert; seither war der Vulkan über längere Zeit ruhig oder zeigte lediglich schwache Gas- und Schlammaustritte.

Typisch für Harami sind kurze, explosive Eruptionen, bei denen große Mengen Methan schlagartig freigesetzt werden. Entzündet sich das Gas, entstehen die spektakulären Flammensäulen, für die Schlammvulkane Aserbaidschans bekannt sind. Anders als bei magmatischen Vulkanen handelt es sich dabei nicht um Lava, sondern um brennendes Erdgas, das zusammen mit wasserreichem Schlamm an die Oberfläche gepresst wird. Das oben beschriebene Erdbebensignal dürfte mit der explosionsartigen Freisetzung einer größeren Gasblase in 3 Kilometern Tiefe zusammenhängen, die umliegendes Gestein des Gasreservoirs bersten ließ. Das Erdbeben hatte aber eine zu geringe Magnitude, um in den Listen des EMSC aufzutauchen.

Der aktuelle Ausbruch verdeutlicht die hohe geodynamische Aktivität der Region und bestätigt die Bedeutung des Harami-Schlammvulkans als eines der markanten geologischen Phänomene in Aserbaidschan.