
Sizilianischer Vulkan Ätna versinkt im Schnee – Nachlese zu den Erdbeben im Westen
In den sizilianischen Höhenlagen schneit es unablässig und der Vulkan Ätna wird aktuell unter Schneemassen regelrecht begraben. Zumindest die Regionen oberhalb von 1500 m versinken metertief im Schnee. Dabei kam es heute im Bereich des Skigebiets Etna Nord auf der Piano Provenzana zu langen Staus mit regelrechten Straßenblockaden. Besorgte Bergführer posteten in den sozialen Medien, dass es im Falle eines Notfalls zu Panik kommen könnte und Retter nicht bis zu den Opfern vordringen könnten. Und an einem aktiven Vulkan, der zudem ein Skigebiet ist, kann es schnell zu Notfällen kommen, zumal es Anzeichen gibt, dass Ätna nicht lange ruhig bleiben wird.

Diese Anzeichen manifestieren sich in Erdbeben, von denen es in den letzten Tagen reichlich gab. Wie berichtet gab es am 25. Januar einige Erdbeben mit Magnituden über 2,0, die sich unter der Westflanke ereigneten. Mit der verspäteten Veröffentlichung der INGV-Daten auf der Shakemap des Instituts ist im Nachhinein deutlich geworden, dass es eine größere Anzahl an schwächeren Beben gab, als aus den EMSC-Daten ersichtlich war. Möglich, dass wir am Ätna früher einen neuen Ausbruch sehen werden als bislang gedacht, obwohl die restlichen Geodaten darauf keinen Hinweis liefern.
In diesem Sinne kritisieren die erwähnten Bergführer auch, dass die Behörden im Falle des Lavastroms Anfang des Monats mit Sperrungen und Sicherheitsvorkehrungen überreagiert hätten, jetzt im Falle des Schneechaos aber absolut unvorbereitet sind und keinen Plan haben, wie sie vorgehen sollen! Etwas, was mir auch immer wieder durch den Kopf geht: wirkliche Experten fehlen in den Kommunen und Regierungen und planlose Chaoten haben das sagen.
Geodaten unauffällig – Ätna scheint stabil
Den Daten des Bulletins für den Beobachtungszeitraum vom 19. bis 25. Januar 2026 sind allerdings darauf keine weiteren Hinweise zu entnehmen, doch das ist es in den seltensten Fällen.
Im Gipfelbereich des Vulkans wurde an allen Kratern eine teils intensive Gasemission beobachtet. Diese Degassierung stellt momentan die dominierende Aktivitätsform dar. Explosive oder effusive Eruptionen traten im Berichtszeitraum nicht auf.
Auch der vulkanische Tremor bewegte sich überwiegend auf einem mittel-niedrigen Niveau. Infraschallmessungen zeigten eine mäßige Aktivität, die hauptsächlich dem Nordostkrater zugeordnet wird. Die höchste Anzahl an Infraschallereignissen wurde am 23. Januar gemessen. Diese standen mit explosionsartigen Entgasungen oder tief im Schlot stattfindenden Eruptionen im Zusammenhang.
Sowohl GNSS-Daten als auch Neigungsmessungen weisen auf stabile Verhältnisse hin. Geochemische Analysen ergaben einen SO₂-Ausstoß auf mittlerem Niveau sowie einen niedrigen CO₂-Fluss aus dem Boden. Satellitendaten bestätigten eine insgesamt geringe thermische Aktivität.
Zusammenfassend befindet sich der Ätna derzeit in einer stabilen Phase mit geringem Gefährdungspotenzial. Dennoch signalisiert die Infraschalltätigkeit im Nordostkrater, dass es Aktivität gibt, die sich schnell steigern könnte Ein ähnliches Muster gab es vor der Eruption zum Jahreswechsel.