Vulkan-News 22.09.22: Ätna

Erdbeben Ml 3,6 am Ätna

Gestern Abend ereignete sich unter der Ätna-Südflanke ein Erdstoß der Magnitude 3,6. Das Hypozentrum befand sich in 9,6 km Tiefe. Das Epizentrum wurde 2.4 km südlich von Paterno lokalisiert. Beim EMSC kommt das Beben auf Ml 3,8. Der Erdstoß wurde von den Anwohnern wahrgenommen. Kurz zuvor bebte es einige Kilometer weiter nördlich mit Ml 2,5. Einen Schwarm, oder mehrere Nachbeben gab es offenbar nicht. Einzelne Beben sind oft tektonischer Natur. Studien belegen aber, dass auch tektonische Erdbeben indirekt durch Magmenaufstieg ausgelöst werden können, indem die Magmen-Akkumulation das Spannungsfeld im Vulkan ändert. In der Region gibt es immer wieder Erschütterungen. Einige Monate vor einer neuen Eruptionsphase nehmen sie für gewöhnlich signifikant zu. Eine leichte Steigerung der Seismizität unter dem Ätna beobachten wir bereits seit einigen Wochen. Der Tremor ist in den letzten Tagen etwas zurück gegangen und bewegt sich im oberen Teil des gelben Bereichs.

Bei Paterno liegt auch die bekannte Salinelle. Hier treten kalte Kohlendioxid-getriebene Schlammquellen zu Tage. In den Monaten vor neuen Eruptionsphasen soll sich hier die Aktivität erhöhen. Kohlendioxid gilt als ein früher Marker aufsteigenden Magmas. Aktuell liegen aber keine Berichte über außergewöhnliche Ereignisse der Salinelle vor.

Leider gibt es im Netzt den Trend, dass wieder angefangen wird, viele Daten offline zu nehmen. Tägliche Daten und Berichte über Infraschalltätigkeit etc. gibt es zum Ätna aktuell nicht mehr. Das INGV Bulletin erscheint nur noch monatlich. So machen wir in der Vulkan-Community einen großen schritt rückwärts. Ähnlich düster sieht es am Piton de la Fournaise aus. Das OVPF war noch nie für viele Online-Live-Daten bekannt, doch seit einigen Monaten funktionieren nicht einmal mehr die LiveCams. Online ist nur noch eine Panorama-Kamera.

Eruption des Vulkans Piton Fournaise am 21.09.22

Der Vulkanausbruch am Fournaise geht weiter

Staat: Frankreich | Koordinaten: 21.23, -55.71 | Eruption: Spalteneruption

Am Montag begann eine neue Eruption des Vulkans Piton de la Fournaise. Der Vulkanausbruch hält bis heute an, weist jedoch eine deutliche Aktivitätsabnahme auf. Die Eruption beschränkt sich inzwischen auf einige Schlote im unteren Teil der Eruptionsspalte, doch auch dort wurde eine rückläufige Tendenz der Aktivität festgestellt. Die Seismizität hat weiter abgenommen. Der Tremor hat noch 10% seiner ursprünglichen Stärke. In den letzten 24 Stunden wurden keine vulkanotektonischen Erdbeben unter dem Gipfelbereich registriert. Aufgrund der Bewölkung konnte keine Wärmestrahlung gemessen werden, daher war auch eine Bestimmung der aktuellen Förderrate unmöglich. Während der Initialphase des Ausbruchs stieß der Fournaise 28 Kubikmeter Lava pro Sekunde aus.

Obwohl das Wetter auf La Réunion schlecht ist, rissen die Wolken gelegentlich auf und einigen sehr ausdauernden Fotografen gelangen schöne Bilder der Eruption. Das Bilderset unten zeigt den Ausbruch während der Nacht von Montag auf Dienstag.

Prognosen über den weiteren Verlauf der Eruption lassen sich -wie immer- nur bedingt abgegeben und beruhen auf Erfahrungswerten. Meistens halten solche Spalteneruption am Fuß des Hauptkraterkegels Dolomieu einige Tage lang an. Nach einer lebhaften Initialphase nimmt die Aktivität recht schnell ab, um sich dann auf einem niedrigen-moderaten Niveau zu stabilisieren. Dieses wird für einige Tage gehalten, bevor die Eruption dann langsam ausläuft. In einigen Fällen Endet die Eruption bereits nach kurzer Zeit. Es kann auch sein, dass sich die Aktivität kurzfristig verstärkt. In ganz seltenen Fällen öffnen sich weitere Eruptionsspalten und die Aktivität verstärkt sich signifikant. Besonders, wenn sich Eruptionsspalten außerhalb der Caldera öffnen, kann die Lava das Meer erreichen. Ich erlebte solche Eruptionen 2 Mal am Fournaise. Die Ausbrüche in den Jahren 2004 und 2007 zählten zu meinen eindrücklichsten Vulkanabenteuern.

Kilauea mit Schwarmbeben am 21.09.22

  • Gegen 15 Uhr Ortszeit began unter dem Kilauea ein Schwarmbeben
  • Der Pegel des Lavasees fiel stark ab
  • Anschließend kam es zur Bodenhebung
  • Lavaströme traten im Krater aus

Schwarmbeben und Lavaströme im Halema’uma’u-Krater

Staat: USA | Lokation: 19.42, -155.29 | Eruption: Hawaiianisch

Heute Nacht (Nachmittags auf Hawaii) steigerte sich die seismische Aktivität unter der Kilauea-Gipfelcaldera und dem Halema’uma’u-Krater signifikant. Bis jetzt manifestierten sich über 100 Beben. 52 hatte Magnituden im 2er-Bereich und wurden vom EMSC erfasst. Die Beben lagen auf Höhe des Meeresspiegels. Kurz nach Einsetzten des Schwarmbebens begann der Kilauea vermehrt Lava auszustoßen und innerhalb des Krater flossen Lavaströme. Die Aktivität rief natürlich auch die Vulkanologen des HVOs auf den Plan. Sie schrieben ein Update, in dem es heißt, dass sich die Tätigkeit auf die Gipfelcaldera beschränke und es keine Anzeichen für eine Verlagerung in eine der beiden Rift-Zonen gäbe. Der Zugang zum Nationalpark wurde kurzfristig gesperrt.

Details zu den Vorgängen am Kilauea

Die Beben begannen gegen 15.00 Uhr Ortszeit. Die stärkste Erschütterung brachte es auf M 2,9. Um 16:20 Uhr wurde eine rasch zunehmende Bodenhebung festgestellt. Gleichzeitig fiel der Pegel des Lavasees um ca. 7 m. Die Subsidenz griff auf den gesamten Kraterboden über, der sich um mehrere Meter absenkte. Anschließend kam es zu Lava-Durchbrüchen im Westen und Norden des Kraters, Lavaströme fingen zu fließen an. Zeitgleich begann sich der Boden wieder zu heben. Die Bodenneigung betrug 12 µrad. Die Vulkanologen gehen davon aus, dass es zu einer kurzeitigen Blockade im Fördersystem kam.

Ähnliche Schwarmbeben sahen wir auch in den Wochen vor der großen Leilani-Eruption in 2018. Damals beschränkte sich das Geschehen auch zunächst auf den Gipfelkrater. Auffällig ist, dass der lang anhaltenden Inflationäre Trend bereits vor einigen Tagen einen Dämpfer erhielt. Man muss sich fragen, ob plötzlich weniger Magma aus der Tiefe aufstieg, oder ob es sich einen anderen Weg suchte? Die Lavasee-Aktivität nahm nicht signifikant ab. Es ist nicht auszuschließen, dass wir in den nächsten Wochen doch eine Aktivitäts-Verlagerung in eines der Rift-Systeme sehen werden. Möglich, dass es eine Reaktivierung des Pu’u’O’o-Kraters geben wird. Doch das ist Spekulatius meinerseits.

Vulkan-News 22.09.22: Fournaise

Piton Fournaise macht weiter

Staat: Frankreich | Koordinaten: 21.23, -55.71 | Eruption: Spalteneruption

Auf La Réunion ist der Piton de la Fournaise weiter aktiv. Das Wetter bleibt leider ebenso schlecht, wie es zu Beginn der der Eruption der Fall war. Die Bewölkung reißt nur gelegentlich auf und gibt Blicke auf die Eruption frei. Fernblicke via Livecam erwiesen sich als recht ernüchternd, denn die Kameras stehen weit von der Spalte entfernt und enthüllen nur ein schwaches Tischfeuerwerkt. Aus der Nähe betrachtet, sieht es schon etwas eindrucksvoller aus, wie man auf dem Video unten erkennen kann. Alles in allem eine ehr durchschnittliche Eruption, über die noch nicht sonderlich viele Details bekannt geworden sind. Trotzdem versuchen zahlreiche Schaulustige einen Blick auf die Eruption erhaschen zu können und folgen dem Wanderweg entlang des Calderarandes, der gestern wieder frei gegeben wurde. Das Betreten der Caldera bleibt weiter untersagt.


Home Reef Volcano: Eruption hält an

Der submarine Vulkan Home Reef gehört zum Tonga-Archipel und ist weiterhin in Eruption begriffen. Er brachte ein neues Vulkan-Inselchen hervor und eruptierte offenbar explosiv. Lokale Medien berichten von mehreren Explosionen, bei denen Asche-Dampf-Wolken bis zu 3000 m hoch aufgestiegen sind. Rechercheur Manfred förderte indes Sentinel-Fotos zu Tage, die im Infrarotbereich eine thermische Anomalie enthüllen, die praktisch das ganze Inselchen einnehmen. Die Aufnahmen stützen meine These, dass die Insel überwiegend effusiv entstand.

Vulkan-News 19.09.22: Fournaise

Erste Bilder vom Vulkanausbruch am Piton Fournaise

Staat: Frankreich | Koordinaten: 21.23, -55.71 | Eruption: Spalteneruption

Heute Nachmittag wurden ersten Bilder vom Vulkanausbruch am Piton de la Fournaise veröffentlicht. Zu sehen sind bis zu 30 m hohe Lavafontänen aus der Eruptionsspalte am Kala-Pélé-Krater. Genaue Informationen über die Länge der Spalte liegen mir noch nicht vor, doch sie scheint länger zu sein wie die vorangegangenen Fissuren der letzten Ausbrüche. In der Initialphase der Eruption schoss der Tremor in die Höhe, fiel dann ebenso schnell wieder ab und stabilisierte sich auf niedrigem Niveau. MIROVA detektiert eine hohe Thermalstrahlung mit 830 MW Leistung. Der Wert könnte durch Bewölkung verfälscht sein. Vorhersagen zur Eruptionsdauer sind nicht machbar, doch erfahrungsgemäß halten solche Spalteneruptionen meistens 2-3 Wochen an. Es gab aber auch schon vulkanische Eintagsfliegen und Dauerbrenner.


Sangay mit starkem thermischen Signal

Staat: Ecuador | Koordinaten: -2.00, -78.34 | Eruption: Vulcanianisch

Der Sangay in Ecuador emittiert heute eine sehr hohe Wärmestrahlung mit mehr als 1000 MW Leistung, wie von MIROVA festgestellt wurde. Das IGEPN teilte auf Twitter Aufnahmen von strombolianischen Eruptionen, die schnell hintereinander kamen. Wahrscheinlich entstand dabei ein Lavastrom, von dem die Wärmestrahlung ausging. Vulkanasche stieg bis zu 1500 m über Kraterhöhe auf. Es wurden 817 seismische Eruptionssignale aufgefangen.


White Island mit Asche-Emissionen

Staat: Neuseeland | Koordinaten: -37.52, 177.18 | Eruption: Ascheemissionen

Der neuseeländische Inselvulkan White Island stieß etwas Vulkanasche aus, die sich mit Dampf vermischte und eine kleine Asche-Dampf-Wolke erzeugte. Die Vulkanologen von GeoNet brachten eine entsprechende Warnung zur gesteigerten Aktivität heraus, beließen die Warnstufe aber auf „2“.

Piton Fournaise: Vulkanausbruch am 19.09.22

Neuer Vulkanausbruch am Piton de la Fournaise

Staat: Frankreich | Koordinaten: 21.23, -55.71 | Eruption: Spalteneruption

Am Vulkan auf La Réunion hat ein neuer Vulkanausbruch angefangen. Das OVPF teilte mit, dass heute Morgen um 7:48 Uhr Ortszeit vulkanischer Tremor eingesetzt hatte. Gut 90 Minuten vorher begann eine seismische Krise, die den finalen Magmenaufstieg anzeigte. Die Eruption ereignet sich auf der Südwestflanke des Vulkans. Auf gut 2200 m Höhe öffnete sich eine Spalte. Sie liegt in der Nähe des Kraters Rivals.

Aufgrund des schlechten Wetters konnte die Eruption nicht visuell bestätigt werden, doch heiße Gase wurden detektiert, so dass es als gesichert gilt, dass es zu einer Eruption gekommen ist.

Aufgrund der unklaren Gefahrensituation wurde der Zugang zur Caldera Enclose gesperrt, egal, ob man vom Aussichtspunkt am Pas de Bellecombe kommt, oder von einem anderen Zugangspunkt startet. Das OVPF erinnert daran, dass das Landen mit Helikoptern in der Caldera einer Sondergenehmigung bedarf.

Vulkanausbruch kommt nicht überraschend

Die Eruption kommt nun nicht völlig überraschend, denn erst vor einigen Tagen gab es eine seismische Krise und Inflation. Schon zu diesem Zeitpunkt intrudierte ein Magmatischer Gang, der vom Magmenkörper ausging, doch die Schmelze schaffte es nicht bis zur Erdoberfläche und blieb im Boden stecken. Es war aber sehr wahrscheinlich, dass in absehbarer Zeit ein weiterer Ausbruchsversuch unternommen werden würde. Der heutige führte zum Erfolg.

Beim Piton de la Fournaise handelt es sich um einen 2631 m hohen Schildvulkan vom Hawaii-Typ. Die Lava stammt von einem Mantelplume und ist vergleichsweise dünnflüssig. Gelegentlich erreichen Lavaströme die Küste und fließen bis ins Meer. Das geschieht meistens, wenn sich Eruptionsspalten auf der Ostflanke des Vulkans öffnen.

Der bislang letzte Vulkanausbruch ereignete sich im Dezember letzten Jahres und endete im Januar.

Vulkan Alaid am 18.09.22

Alaid mit thermischem Signal und Aschewolke

Staat: Russland | Koordinaten: 50.85 ,155.55 | Eruption: Ascheeruption

Der Inselvulkan Alaid (Kurilen, Russland) emittiert eine sehr hohe Wärmestrahlung mit einer Leistung von 365 MW. MIROVA begann am 16. September erste Anzeichen einer Wärmestrahlung zu detektieren. Auf Sentinel-Satellitenbildern erkennt man im Infrarotbereich eine ausgeprägte Anomalie im Kraterbereich, die selbst eine dünne Wolkendecke durchdringen kann. Das VAAC Tokio brachte heute drei VONA-Warnungen heraus, nach denen Vulkanasche in einer Höhe von 3400 m detektiert wurde. Die Aschewolke driftete nach Nordosten. Auch der zuständige vulkanologische Dienst KVERT brachte eine Meldung zum Alaid heraus. Demnach rechnet man mit Aschewolken, die bis zu 6 km hoch aufsteigen könnten und dann niedrig fliegende Flugzeuge gefährden. Bislang soll die Asche eine Höhe von 2600 m erreicht haben. Auf einem Bild ist der Vulkan zu erahnen. Von seinem Gipfel geht eine dünne Asche-Dampf-Wolke aus. Die Vulkanologen vermuten hinter den Ereignissen strombolianische Eruptionen, die am 15. September begonnen haben könnten. Ein Wärmesignal von dieser Leistung wird aber nur in den seltensten Fällen von abgelagerter Tephra verursacht, die von strombolianischen Eruptionen gefördert wird. Dazu bedarf es kontinuierlichen Eruptionen (Lavafontäne), oder effusiv geförderter Lava.

Die Vulkaninsel Alaid liegt 30 km nordwestlich der Insel Paramushir und 70 km südwestlich von Kamtschatka entfernt. Der Vulkan kann starke explosive Eruptionen erzeugen und birgt ein entsprechend großes Gefährdungspotenzial, besonders für Flugzeuge, die Kamtschatka und die Kurilen überfliegen. Die Eruptionswolken können bis zu 15 km hoch aufsteigen und sich über Hunderte von Kilometern erstrecken. Die Dauer der Eruptionen kann mehrere Monate betragen. Die letzte größere Eruption des Alaid war 2015-2016.

Auf der Nachbarinsel Paramushir liegt der Vulkan Ebeko, der heute ebenfalls in den VONA-Meldungen auftaucht. Hier stieg die Aschewolke bis auf einer Höhe von 3100 m auf und driftete ebenfalls in Richtung Nordosten.

Vulkan Ol Doinyo Lengai am 17.09.22

Thermische Anomalie am Ol Doinyo Lengai

Der Ol Doinyo Lengai in Tansania ist aktuell sehr aktiv. MIROVA detektiert eine moderate thermische Anomalie im Krater des Vulkans. Sie hat eine Leistung von 15 MW. Während dieser Wert für einen normalen Vulkan nicht aufsehenerregend wäre, ist er es für den kältesten Vulkan der Welt schon. Die Natriumkarbonat-Lava am Ol Doinyo Lengai ist nur etwa halb so heiß, wie gewöhnliche Basaltschmelze und so fließfähig wie dünner Schlamm. Diese Lava-Art wird rezent nur am Ol Doinyo Lengai gefördert, darum übertreibt man nicht, wenn man den Vulkan als einzigartig bezeichnet. Die Anomalie erkennt man auch auf einem aktuellen Sentinel-Satellitenbild. Im normalen Lichtspektrum sieht man das Schwarz von frischer Lava, die aus dem zentralen Hornitokomplex stammt. Ausnahmsweise sind wir nicht nur auf die Fernanalyse von Satellitenbilder angewiesen, sondern es gibt ein tolles Video, das im Juni gedreht wurde.

Video zeigt Lavapool

Das Video wurde vom französischen Expeditionsanbieter „80 Jours Voyages“ online gestellt und dokumentiert sehr schön die aktuellen Vorgänge. Im zentralen Hornitokomplex kam es zum Kollaps von einem der Hornitos. In ihm brodelt ein Lavapond, wie es für den Ol Doinyo Lengai typisch ist. Ich konnte am Lengai bereits öfters den Kollaps von Hornitos miterleben. Damals war der Krater noch zugänglich gewesen und man geriet schnell in Teufelsküche, wenn so etwas passierte. Aufgrund der Nähe zum Geschehen gab es am Lengai früher oft schwere Unfälle, wenn es zu einem Duell „man versus lava“ kam. Da seit den Eruptionen 2007 ein neuer Kraterkegel entstand, der senkrecht abfallende Kraterwände hat, ist der Kraterboden nicht mehr erreichbar. Dadurch hatte der Vulkan viel an Attraktivität eingebüßt, doch seitdem sich der Krater immer weiter auffüllt und der Boden nach oben rückt, werden Beobachtungen der Eruptionen wieder einfacher. Daher finden wieder öfters Reisen zum Vulkan statt.

Das Video zeigt nicht nur den brodelnden Lavapool, sondern auch Lavaspattering aus verschiedenen Öffnungen in intakten Hornitos. Die herausspritzende Lava lässt die Hornitos wachsen und füllt den Krater weiter auf. Eine Besonderheit der natriumkarbonatitischen Lava ist, dass sie bei Kontakt mit Feuchtigkeit schnell zu einem weißen Pulver zerfällt.

Den Machern des Videos ist es tatsächlich gelungen, die schwache Rotglut der Lava zu dokumentieren. Das gelingt nun dank moderner, lichtempfindlicher Kamerasensoren.

Vulkan-News 16.09.22: Lewotolok

Lewotolok eruptiert Aschewolke

Staat: Indonesien | Lokation: -8.272, 123.505| Eruption: Strombolianisch

Nach längerer Abstinenz gibt es wieder eine Meldung vom Vulkan Lewolotok. Er liegt auf der indonesischen Insel Lembata. Wie das VAAC Darwin berichtete, gab es eine Eruption, bei der Vulkanasche bis auf 3000 m Höhe aufstieg und in Richtung Südwesten driftete. Der Ausbruch ereignete sich gestern Abend um 21:09 WIT. Er generierte ein seismisches Signal von 39 Sekunden Dauer und einer Maximal-Amplitude von 21 mm. Heute folgten 2 weitere Ausbrüche, die sogar einen etwas stärkeren seismischen Fußabdruck hinterließen. Bei der ersten Eruption wurde auch rotglühende Lava gefördert, die eine langgestreckte thermische Anomalie erzeugte. Bis Mitte Juli war der Lewotolok hoch aktiv und erzeugte täglich mehrere Explosionen. Es wurde vulkanischer Tremor registriert. Seitdem war die Aktivität stark rückläufig.


Fuego in guter Form

Staat: Guatemala | Koordinaten: 14.47, -90.88 | Eruption: Ejektiv

Nach einer vergleichsweisen ruhigen Phase, steigerte sich die explosive Aktivität in den letzten Tagen. Pro Stunde werden zwischen 7-15 explosive Eruptionen gezählt. Damit verdoppelte sich ihre Anzahl fast. Vulkanasche erreicht eine Höhe von bis zu 4800 m über dem Meeresspiegel. Glühende Tephra wird bis zu 300 m über Kraterhöhe ausgeworfen. Es werden Schuttlawinen erzeugt, die durch verschiedenen Abflussrinnen abgehen. In den vergangenen Tagen wurden mehrere Lahare beobachtet. Starke Regenfälle lösten die Schlammlawinen aus.


Merapi: deutliche Zunahme der Seismizität

Staat: Indonesien | Koordinaten: -7.541, 110.445 | Eruption: Dom

Ende August nahm die Seismizität unter dem Merapi signifikant zu. Täglich werden um 150 vulkanisch bedingte Erdbeben registriert. Bei den meisten Beben handelt es sich um Hybriderdbeben, doch besonders auffällig ist die Zunahme tiefer vulkanotektonischer Erdbeben. Sie deuten an, dass sich in der Tiefe Magma akkumulierte, das nun aufsteigen könnte und den beiden Lavadomen bald einen Wachstumsschub bescheren könnte. Aktuell ist das Domwachstum relativ gering. Das meiste Material wird in Form von Schuttlawinen abgebaut. Täglich gibt es davon ca. 50 Stück.