Mexiko: Neue hydrothermale Aktivität

Der Kringel markiert das neue Hyrdothermalgebiet. Der rote Punkt rechts Unten den Paricutin. © Google

Vereinsmitglied Manfred Meyer entdeckte eine interessante Meldung aus Mexiko, die in den dortigen Medien die Runde macht: am Sonntag alarmierten besorgte Bürger aus Pueblo Viejo den Zivilschutz, weil sich am Rande eines Fußballplatzes neue Fumarolen und heiße Quellen gebildet hatten. Die Dämpfe der Fumarolen sollen über 200 Grad heiß sein. Zudem wurden 2 verbrannte Ziegen gefunden. Die Einheimischen sprechen auch von ausgetretener Lava. Man befürchtet nun, dass ein neuer Vulkan entstehen könnte. Was sich nun erst einmal weit hergeholt anhört, könnte in der Region des Lago de Chapala (nahe der Stadt Guadalajara) tatsächlich Realität werden. Vor gut 3 Jahren wurden am Ufer des Sees bereits neue heiße Quellen gesichtet. In Ixtlán de los Hervores gibt es ein Thermalgebiet. Dort sprang auch ein neuer Geysir

Das gesamte Gebiet liegt in einer vulkanisch aktiven Zone am Rande des Michoacán-Guanajuato-Vulkanfeldes, zu dem auch der Paricutin zählt. Dieser monogenetische Schlackenkegel entstand 1943 auf einem Acker. Das Vulkanfeld besteht aus mehr als 900 dieser Schlackenkegel. Statistisch gesehen bilden sich 2 neue Kegel pro 1000 Jahre. Diese Statistik würde eher dagegen sprechen, dass wir in absehbarer Zeit tatsächlich Zeugen einer Geburt eines Vulkans werden, gänzlich auszuschließen ist dies aber nicht. 

Das Video zeigt die aktuelle Situation im Pueblo Viejo. Dank an Jörg Harm der mir den Link schickte.

Fuego: Zunahme der Aktivität

Der Fuego in Guatemala steuert wieder auf einen Paroxysmus zu. MIROVA registriert heute eine Wärmestrahlung von 148 MW und der Tremor ist erhöht. Leider sind die LiveCams offline, so dass visuelle Bestätigung der Daten fehlt.

Am Ätna auf Sizilien sichtete Boris Behncke vom INGV heute kleine Aschewolken, die vom Neuen Südostkrater ausgingen. Zudem wurden in den letzten Tagen mehrere Erdbeben in Tiefen weniger als 5 km registriert, die sich in Richtung der Zentralkrater verlagern. Es ist sehr gut möglich, dass es in nächster Zeit wieder vulkanische Aktivität am Ätna zu bewundern gibt.

Maly Semyachik: Eruption registriert

Am Vulkan Maly Semyachik auf Kamtschatka hat es laut VAAC Tokyo eine Eruption gegeben. Gestern wurde in 3 km Höhe  eine Aschewolke registriert. Der entlegene Vulkan ist für seinen intensiv blau gefärbten Kratersee bekannt. Auf KVERT ist derzeit noch nichts von diesem Ausbruch zu lesen.

Der Klyuchevskoy dominiert derzeit das Geschehen auf der sibirischen Halbinsel. Bei mehreren Eruptionen pro Tag steigt die Vulkanasche steigt bis zu 2 km über den Krater auf.

Fuego: Steigerung der Aktivität

In den letzten Tagen nimmt die explosive Tätigkeit am Fuego in Guatemala leicht zu. Gestern registrierte INSIVUMEH 5-8 mittelstarke Eruptionen pro Stunde. Vulkanasche erreichte eine Höhe von 4800 m über NHN. Die Asche driftete bis zu 10 km in südöstlicher Richtung. Es ist nicht unwahrscheinlich, das der Fuego wieder auf einen neuen Paroxysmus zusteuert. 

Am Pacaya wurde leichter Tremor registriert und nächtliches Kraterglühen bescheinigt. Es ist gut möglich, dass es kleine Strombolianer im Mc Kenney Krater gibt.

Das VAAC Tokyo registrierte in den letzten 24 Stunden 5 Eruptionen des Klyuchevskoy auf Kamtschatka. Sporadisch meldet sich auch der Karymsky zu Wort. Um den Shiveluch ist es etwas ruhiger geworden, dennoch ist er mit täglichen Eruptionen vertreten.

Die Vulkaninsel Nishinoshima wächst weiterhin. Hier gibt es auch sporadische Ascheeruptionen. Das Eiland liegt gut 1000 km südlich von Tokyo und zählt zu den jüngsten Inseln der Erde. Genaueres lest ihr im neuen Steckbrief Nishinoshima

Turrialba: kleiner Lavasee

Im Krater des Vulkans Turrialba in Costa Rica wurde ein kleiner Lavasee entdeckt, der im Förderschlot des Vulkans brodelt. Die Forscher entdeckten den Lavasee Ende Juni auf einem Inspektionsflug mit einer Drohne. Sie vergleichen den Lavasee mit jenem im Vulkan Masaya (Nicaragua). 

Am 2. Juni ereignete sich am Popocatepetl in Mexiko eine größere Ascheeruption. Asche stieg gut 3 km über den Krater auf. Am gleichen Tag gab es eine weitere Eruption am Bogoslof auf den Aleuten und am Ätna auf Sizilien manifestierten sich weiter Erdbeben in geringer Tiefe.

Dieng: phreatische Eruption mit Verletzten

Auf dem indonesischen Dieng-Plateau ereignete sich heute eine spontane phreatische Eruption am Sileri Krater. Bei der Eruption wurde ein Gemisch aus anstehendem Gestein, Wasser, Schlamm und Dampf mehr als 50 m hoch in die Luft geschleudert und regnete auf eine Besuchergruppe einheimischer Touristen nieder. Mindestens 4 Personen wurden verletzt. Das Tragische: ein Rettungshubschrauber, der zur Hilfe eilte, stürzte ab. Dabei fanden mindestens 2 Personen den Tod. Update: die Zahl der Opfer erhöhte sich auf 8.

Das Dieng Plateau liegt in Zentraljava auf 2000 m Höhe. Es ist ein spirituelles Zentrum mit mehreren alten Hindutempeln. Bei Pilgern und Touristen steht das Dieng Plateau hoch im Kurs. Neben den Tempeln werden die zahlreichen Vulkankrater besucht, in denn es mehrere bunte Seen und Pools zu besichtigen gibt. Die Gegend ist Hydrothermal sehr aktiv und es gibt ein kleines Geothermalkraftwerk und Mudpools.

Ätna: Zunahme der Seismik

In den letzten 2 Tagen hat die Tätigkeit schwacher Erdbeben am Ätna deutlich zugenommen. Unter der Südflanke ereignete sich ein Schwarmbeben in mittlerer Tiefe zwischen 15 und 5 km. Somit wird der Vulkan wieder deutlich munterer. Leider funktioniert derzeit die Tremoranzeige auf der Seite des INGV nicht, so dass ein wichtiges Instrument zur seismischen Beobachtung fehlt.

Poas: Ascheeruption

Gestern morgen eruptierte der Vulkan Poas in Costa Rica erneut eine Aschewolke. Sie stieg mehrere Hundert Meter hoch auf, stellte aber keine Gefahr für die Anwohner dar. Mittlerweile ist der Kratersee verschwunden. Daher gibt es keine phreatischen Eruptionen mehr.

Am indonesischen Vulkan Sinabung geht die explosive Aktivität weiter. Der Vulkan emittierte in den letzten 48 Stunden mindestens 2 Aschewolken. Pyroklastische Ströme wurden nicht generiert.

Dafür wurde ein pyroklastischer Strom am Vulkan Shiveluch beobachtet. Der Vulkan in Kamtschatka war in den vergangenen Tagen sehr aktiv und es gab einige größere Eruptionen. Die Vulkanasche stieg bis zu 5,5 km hoch auf. Der benachbarte Vulkan Kliuchevskoi ist ebenfalls weiterhin aktiv. Am Karymsky gibt es sporadische Ascheeruptionen, die vom VAAC Tokyo registriert werden.

Der Sakurajima in Japan meldete sich nach 11 Tagen Stillschweigen zu Wort und eruptierte gestern ein Mal. Die Aschewolke erreichte eine Höhe von 2 km über Meeresspiegel.

Am Stromboli in Italien ist die Aktivität nicht mehr ganz so hoch, wie es noch vor 2 Wochen der Fall war. Dafür wurde eine neue LiveCam installiert, die einen Videostream des nordöstlichen Kraters zeigt.

 

Bogoslof: 2 neue explosive Eruptionen

Der entlegene Inselvulkan Bogoslof der Aleuten bei Alaska erzeugte gestern 2 neue explosive Eruptionen. Das VAAC Tokyo registrierte Vulkanasche in 9 km Höhe. In den letzten Tagen ist der Vulkan häufiger tätig, als in den Wochen zuvor.

Das VAAC registrierte ebenfalls eine Ascheeruption der neuen Vulkaninsel Nishinoshima, die rund 1000 km südlich der japanischen Hauptstadt liegt. Die Asche stieg gut 3 km hoch auf. In erster Linie ist der Vulkan effusiv und strombolianisch tätig, es gibt aber auch vulcanianische Eruptionen.

Am Kilauea auf Hawaii ereignete sich am Sonntag ein kleiner Kollaps des Lavadeltas. Dies hatte multiple Lava-Ausbrüche am „ocean entry“ zur Folge. Vulkanologen detektierten per Infrarotmessung einen heißen Riss, der in etwa in der Mitte des Deltas verläuft. Dort steht dann wohl ein größerer Kollaps an, der durchaus für die Lavatour-Boote gefährlich werden könnte.