Anstieg der Erdbebentätigkeit unter Piton Fournaise

Mehrere Erdbeben unter dem Krater vom Piton de la Fournaise – Magma sammelt sich an

Unter dem Schildvulkan Piton de la Fournaise auf La Réunion registrierte das seismische Netzwerk des OVPF einen Anstieg der Erdbebentätigkeit. Das geht aus einem Bulletin der Vulkanologen hervor. Seit dem 5. März wurden 27 schwache Erschütterungen vulkanotektonischer Herkunft detektiert. Die Magnituden der Beben waren sehr gering und lagen im Bereich der Mikroseismizität. Dennoch könnten sie andeuten, dass sich der Vulkan auf seinen nächsten Ausbruch vorbereitet. Die Erdbeben kommen nicht von ungefähr, denn sie gehen einher mit einer leichten Aufblähung des Vulkangebäudes, da sich unter ihm Magma ansammelt. Seit Februar verursacht die Magmaansammlung eine Versteilung der Vulkanhänge, die natürlich nicht visuell erfasst werden kann, sondern nur mit hochempfindlichen Messinstrumenten. Solche Flankenversteilungen bewegen sich für gewöhnlich im Bereich weniger Mikroradianten. Die Erdbebenherde konnten nur teilweise lokalisiert werden und lagen in 1 bis 2 Kilometern Tiefe unter dem zentralen Dolomieu-Krater. Sie deuten darauf hin, dass der Druck im Speichersystem steigt, wodurch es zu Rissbildungen in den Gesteinsschichten kommt, die das Speichersystem nach oben hin begrenzen.

Doch noch ist es zu früh für Alarmismus: Das OVPF weist darauf hin, dass es mehrere Tage bis mehrere Wochen dauern kann, bevor der nächste Ausbruch beginnt. Es wäre die erste Eruption in diesem Jahr am Fournaise. In den letzten Jahren gab es im Durchschnitt 2 bis 3 Eruptionen auf La Réunion. Die Letzte ereignete sich im Juli 2023. Bevor es letztendlich zur Eruption kam, gab es mehrere seismische Krisen infolge von Magmaintrusionen, die es nicht bis zur Erdoberfläche geschafft hatten. Tatsächlich ist das eher die Regel als die Ausnahme, denn zumindest an Vulkanen, die Basaltschmelze fördern, entstehen häufiger neue magmatische Gänge, als dass es zu Vulkanausbrüchen an der Oberfläche kommt.

Island: Wissenschaftler schwört auf lange Eruptionsphase ein

Bodenhebung im Bereich Fagradalsfjall

Auf der isländischen Reykjaneshalbinsel geht die Bodenhebung weiter und ein Ende des Magmenaufstiegs ist bis jetzt nicht in Sicht. Er hält seit Oktober ununterbrochen an und seitdem kam es zu 5 Gangbildungen und 3 Eruptionen im Svartsengisytem. Zu diesen Ereignissen gesellen sich drei Vulkanausbrüche und ebenfalls mehrere Intrusionen, die wir in den letzten Jahren am benachbarten Fagradalsfjallsystem gesehen haben. Auch dort wird seit Anfang des Jahres wieder eine vergleichsweise schwache, aber stetige Bodenhebung festgestellt, die mittlerweile bei 3-4 cm liegt. So erscheint es mir möglich, dass wir am Fagradalsfjall bald wieder einen Vulkanausbruch sehen werden. Nach der Litli-Hrútur-Eruption sagten die statistischen Prognosen, dass es im Mai wieder soweit sein könnte.

Isländischer Geoforscher sagt langjährige Eruptionsphase voraus

In diesen Kontext passt die Aussage von Geophysikprofessor Magnús Tumi Guðmundsson, dass dem Svartsengi-System eine mehrjährige Eruptionsphase bevorsteht und dass man sich auf Reykjanes und insbesondere in Grindavik darauf einstellen müsse. Bis jetzt wurden 10 bis 15 % der Schmelze eruptiert, die vor ca. 2000 Jahren ausgestoßen wurde, als die Sundhnúka-Kraterreihe entstand. Die geologische Geschichte der Region zeigt, dass Eruptionsphasen auf Reykjanes mehrere Jahrzehnte dauern und ca. alle 800 Jahre einsetzten. Aus der Tiefe scheint also periodisch eine ähnlich große Magmamenge aufzusteigen. Welcher Mechanismus dafür verantwortlich ist, konnte bis jetzt noch nicht erforscht werden. Der Geophysikprofessor sprach vorgestern vor einer Arbeitgeberversammlung in Grindavik. Die Unternehmer versuchen natürlich abzuschätzen, wie es in der Region weitergehen soll und welche Maßnahmen erforderlich sind, um die geschäftlichen Tätigkeiten auf lange Sicht aufrechtzuerhalten. Einfach dürfte sich in der Region wohl kein Geld verdienen lassen, es sei denn, man ist Bauunternehmer und damit beschäftigt, die Schäden zu beseitigen, die von den Erdgewalten permanent verursacht werden. Jeder, der einen Bagger hat, muss in Grindavik wohl nicht um seine finanzielle Existenz bangen.

Länge des magmatischen Gangs vom letzten Samstag bestimmt

Bei der Intrusion vom 2. März bildete sich ein 3 Kilometer langer Dyke zwischen Stóra-Skógfell und Hagafell, der jetzt auf einer neuen Karte von IMO eingetragen wurde. Das Volumen der Intrusion wurde bereits früher bestimmt und lag bei 1,3 Millionen Kubikmetern. Eine doppelt so große Menge dürfte inzwischen wieder ins Speichersystem aufgestiegen sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass in den nächsten Stunden oder Tagen ein neues Ereignis eintritt, ist groß. Je mehr Zeit es sich lässt, desto stärker könnte es ausfallen. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, das wieder nur etwas Dampf abgelassen wird, so wie es am letzten Samstag der Fall gewesen ist.

Übrigens, die Erdbebentätigkeit hält weiter an und gestern kam es zu einem Erdbeben Mb 2,8 am Thorbjörn-Vulkan im Svartsengisystem.

Starkes Erdbeben vor den Philippinen am 08.03.24

Erdbeben Mw 6,0 erschüttert die Philippinen bei Mindanao

Datum 08.03.2024 | Zeit: 09:11:46 UTC | Lokation: 5.855 ; 126.870 | Tiefe: 124 km | Mw 6,0

Heute Morgen wurde die Region der philippinischen Insel Mindanao von einem starken Erdbeben der Magnitude 6,0 erschüttert. Das Hypozentrum befand sich in einer recht großen Tiefe von 124 Kilometern. Das Epizentrum lag offshore und wurde 95 km ostsüdöstlich von Pondaguitan lokalisiert. Der Erdstoß richtete aufgrund der großen Tiefe offenbar keine größeren Schäden an, noch wurde Tsunamialarm gegeben. Dafür war das Beben in einem großen Umkreis wahrnehmbar gewesen und es liegen Wahrnehmungsmeldungen von Menschen vor, die sich mehr als 200 Kilometer vom Epizentrum entfernt befanden. Interessanterweise gab es keine Nachbeben. Dafür manifestierten sich schwache Erdbeben an anderen Lokationen von Mindanao. Die meisten Beben waren mit dem gleichen Störungssystem assoziiert, wie es sich auch für das schwere Erdbeben verantwortlich zeigt. Die Rede ist von der Subduktionszone des Philippinengrabens, der sich vor der Ostküste des Archipels befindet. Das beschriebene Erdbeben manifestierte sich zudem in einer Region, in der die große Philippinenstörung auf die Subduktionszone trifft. Doch diese dürfte bei dem Erdbeben eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Grund für diese Annahme ist die große Tiefe des Hypozentrums. Der Erdbebenherd lag bereits in der Asthenosphäre und ein Stück westlich des Philippinengrabens. Sehr wahrscheinlich haben sich mit dem Erdbeben Spannungen in einem Stück subduzierter Kruste der Philippinenseeplatte abgebaut, die sich unter die Sundplatte schiebt, die dem Eurasischen Kontinent vorgelagert ist.

Auf den Philippinen, die in einer seismisch aktiven Region liegen, die auch als Pazifischer Feuerring bekannt ist, kommt es häufig zu Erdbeben. Im Dezember letzten Jahres wurde der Inselstaat innerhalb von zwei Tagen von zwei aufeinanderfolgenden Erdbeben heimgesucht. Am 4. Dezember 2023 ereignete sich vor der Küste der südlichen Philippinen ein Erdbeben der Stärke 6,9. Entlang des Pazifischen Feuerrings besteht immer eine erhöhte Erdbebengefahr. So muss man auch mit weiteren starken Erdbeben bei den Philippinen rechnen.

Sangay mit Aschewolken und Schuttlawinen am 8. März

Sangay eruptiert Vulkanasche bis auf 7300 m Höhe – Hohe Thermalstrahlung detektiert

In Ecuador ist nicht nur der La Cumbre auf den Galapagosinseln aktiv, sondern auch der Sangay auf dem Festland. Das VAAC registrierte Aschewolken vom Sangay, die gestern bis auf eine Höhe von 7300 m aufstiegen und in Richtung Südwesten drifteten. Die Vulkanologen vom IGPEN bestätigten die Eruptionen und schrieben in einer Notiz, dass Vulkanasche bis zu 2100 m über Kraterhöhe aufgestiegen war. In Ortschaften der Provinz Chimborazo kam es zu Ascheniederschlägen.

Heute detektiert MIROVA heute eine hohe Thermalstrahlung mit einer Leistung von 155 MW. Sie stammt von glühendem Material, das bis auf ein Höhenniveau herabsteigt, das sich 1800 m unterhalb des Kraters befindet. Ob es sich hier um glühende Schuttlawinen handelt oder um einen Lavastrom, bleibt zunächst unklar. Aus den Meldungen der Vulkanologen geht auch hervor, dass das seismische Netzwerk innerhalb von 24 Stunden 453 Explosionssignale aufgezeichnet hat. Der Schwefeldioxidausstoß lag bei 662 Tonnen am Tag. Aufgrund dieser Daten gehe ich davon aus, dass es sich bei der Lava auf der Vulkanflanke eher um glühende Schuttlawinen handelt als um einen längeren Lavastrom. Es ist nicht auszuschließen, dass vom Krater eine kurze Lavazunge ausgeht, die im oberen Bereich der Flanke unterwegs ist und von ihrer Front Schuttlawinen abgehen lässt.

Die Vulkanologen weisen auf die Gefahr hin, dass Lahare entstehen könnten. Doch obwohl es zu leichten Niederschlägen kam, bildeten sich in den letzten Tagen keine Schlammströme.

Beim Sangay handelt es sich um einen mehr als 5230 m hohen Stratovulkan, der in den östlichen Anden liegt. Er ist Teil des Nationalparks Sangay, eines UNESCO-Weltnaturerbes.

La Cumbre auf Galapagos bleibt aktiv

Beim Eingangs erwähnten La Cumbre handelt es sich ebenfalls um einen Vulkan, der in einem Schutzgebiet der UNESCO liegt. Gestern wurde ein neues Copernicus-Satellitenbild veröffentlicht, das den Lavastrom zeigt, der seit dem Wochenende unterwegs ist. Er hat ca. die Hälfte des Weges zur Küste zurückgelegt. Das Bild zeigt allerdings nicht den weitesten Vorstoß der Lava, doch es sieht nicht so aus, als hätte sie den Ozean erreicht gehabt, wie es einige Fotos nahelegten, die in sozialen Medien geteilt wurden. Wahrscheinlich handelte es sich dabei um alte Bilder.

Campi Flegrei wird am 8. März von Schwarmbeben erschüttert

Weiterer Erdbebenschwarm trifft italienischen Calderavulkan Campi Flegrei

Der Untergrund der süditalienischen Caldera Campi Flegrei bleibt unruhig: Gestern Nachmittag begann ein neuer Erdbebenschwarm, der sich bis jetzt aus ca. 40 Einzelbeben zusammensetzt. Die meisten Beben haben Magnituden im Bereich der Mikroseismizität und liegen sehr flach. Sie manifestieren sich also im Hydrothermalsystem und könnten mit Fluidbewegungen im Zusammenhang stehen. Einige Beben haben Magnituden oberhalb von 1,5 und Erdbebenherde, die tiefer als 2 Kilometer liegen. Diese Beben könnten auf Bruch von Gesteinen hindeuten. Die stärkste Erschütterung brachte es auf Mb 1,9. Das Hypozentrum wurde in 2,5 km Tiefe lokalisiert. Dieses Beben ereignete sich nachts um 03:41:14 Uhr. Obwohl es eigentlich zu schwach war, um von den Anwohnern gespürt zu werden, liegen zahlreiche Wahrnehmungsberichte vor. Lokale Medien berichten, dass die Erschütterungen deutlich von den Bürgern zu spüren gewesen waren, die zwischen den oberen und unteren Teilen der Stadt Pozzuoli, in Arco Felice, Lucrino, Toiano und im neapolitanischen Viertel Agnano lebten. Der Erdbebenschwarm löste einmal mehr Sorgen bei den Anwohnern aus: sie Fragen sich, ob sich da etwa ein starkes Erdbeben oder ein Vulkanausbruch zusammenbraut.

Fähre lief im Hafen von Pozzuoli auf Grund

Die Sorgen sind nicht ganz unberechtigt, denn die Bodenhebungen in der Caldera sind inzwischen so groß, dass man sie nicht ignorieren kann. Seit 2011 hob sich der Boden um 116 Zentimeter. Die Hebungsphase begann aber schon im Jahr 2005 und seitdem hob sich der Boden bereits um 121 Zentimeter. Vorgestern lief bei Ebbe die Fähre „Rosa D’Abundo“ auf Grund, die im Hafen von Pozzuoli anlegen wollte und von der Insel Ischia kam. Die Passagiere konnten das Schiff erst nach einiger Zeit verlassen. Ein zweites Schiff kam der aufgelaufenen Fähre zu Hilfe und übernahm offenbar die Passagiere und brachte sie an Land. Verletzt wurde niemand, doch das Ereignis zeigt einmal mehr, wie sehr sich der Boden im Bereich des Hafens angehoben hat. Weitere Probleme sind vorprogrammiert.

Gestern beriet die Kommission des Zivilschutzes und des wissenschaftlichen Beirats des INGVs über die Vorgänge der Campi Flegrei und bestätigte den „Gelben“ Alarmstatus für das Gebiet. Die geophysikalischen Parameter seien unverändert und die Ereignisse entsprechen den Erwartungen in dieser Phase des Bradyseismos. Offenbar ging es darum zu diskutieren, ob man die Alarmstufe nicht auf „Orange“ erhöhen sollte.

Erdbeben Mb 3,2 am Bardarbunga auf Island

Isländischer Gletschervulkan wird von Erdbeben Mb 3,2 gerockt

Am Nordrand des subglazialen Vulkans Bardarbunga ereignete sich heute Morgen ein Erdbeben der Magnitude 3,2. Das Hypozentrum befand sich in einer Tiefe von 0,1 Kilometern und lag somit sehr oberflächennahe. obwohl das Beben unter Garantie zu Spüren war, gibt es keine Wahrnehmungsmeldungen, da die Gegend praktisch unbewohnt ist.

Vatnajökull ist der Gletscher, der den großen Calderavulkan bedeckt, der zum letzten Mal im Jahr 2014 ausgebrochen ist und das größte isländische Lavafeld seit der Laki-Eruption im 18. Jahrhundert erzeugte. Einige Erdbeben gab es auch an den benachbarten Vulkanen Grimsvötn und Askja. Die GPS-Daten vom Grimsvötn zeigen einen deutlichen horizontalen Versatz von 15 mm, während scheinbar Subsidenz eingesetzt hat.

Die Vulkane nahe des Island-Mantelplumes bereiten sich nur langsam auf ihre nächsten Eruptionen vor. Deutlich schneller steuert der Vulkanismus auf der Reykjaneshalbinsel einem neuen Ausbruch entgegen.

Mehr als 10 Millionen Kubikmeter Magma akkumuliert

Wie die Forscher von IMO heute Nachmittag mitteilten, hat sich im Magmaspeichersystem unter Svartsengi wieder so viel neues Magma akkumuliert, wie bei der Gangbildung am 2. März abgeflossen ist. Seit der letzten Eruption am 8. Februar sammelten sich somit mehr als 10 Millionen Kubikmeter Schmelze an und das nächste Ereignis könnte jederzeit beginnen. So rechnet man auf Island entweder mit einer weiteren Gangbildung oder mit einer Eruption der Schmelze an der Oberfläche.

Heute war die Erdbebentätigkeit im Svartsengigebiet vergleichsweise gering und es wurden nur einige Erschütterungen detektiert. Allerdings weist IMO darauf hin, dass es windig ist, und die Witterungsbedingungen könnten die Seismometer sabotieren, sodass nicht alle Erschütterungen von den Messgeräten erfasst werden können.

Die Grafiken der GPS-Messungen flachten sich etwas ab, ganz so, wie wir es vor den letzten Manifestationen der Erdgewalten auf Reykjanes sahen. Hier könnte der Gegendruck der Schmelze im Speichersystem neu aufsteigendes Magma aus größerer Tiefe ausbremsen.

Starkes Erdbeben vor Küste von Costa Rica

Erdbeben Mw 5,7 erschüttert Pazifikküste von Costa Rica

Datum 07.03.2024 | Zeit: 08:20:12 UTC | Lokation: 9.786 ; -86.359 | Tiefe: 15 km | Mw 5,7

Heute Morgen wurde die Pazifikküste des lateinamerikanischen Staates Costa Rica von einem starken Erdbeben der Magnitude 5,7 erschüttert. Der Erdbebenherd befand sich in einer Tiefe von 15 Kilometern und das Epizentrum wurde 100 km südwestlich vor der Küste bei Santa Cruz lokalisiert. Masaya in Nicaragua liegt 245 km vom Epizentrum entfernt. Über diesen Vulkan berichtete ich heute Morgen, wobei es keinen Zusammenhang zwischen den Vorgängen am Vulkan Masaya und dem Erdbeben gibt. Der Erdstoß könnte sich allerdings nun auf die Aktivität des Vulkans auswirken. Allerdings gibt es auch in Costa Rica genügend Vulkane, die von dem Erbeben beeinflusst werden könnten. In einem Stadium der Unruhe befinden sich die Vulkane Rincon de la Vieja und Poás. Letzterer stand in den letzten Wochen aufgrund seiner phreatischen Eruptionen in den Schlagzeilen.

Auch wenn das Erdbeben und die Eruptionen der Vulkane nicht unmittelbar miteinander verknüpft sind, so haben sie doch einen gemeinsamen Ursprung: er liegt in der Subduktion der Cocosplatte unter die karibische Platte. Weiter südlich gliedert sich noch die Nascar-Platte in den Reigen ein. Das aktuelle Erdbeben manifestierte sich direkt auf der plattentektonischen Naht der beiden erstgenannten Platten. Dort liegt eine besonders aktive Zone der Plattengrenze, an der es Ende letzten Jahres zu starken Schwarmbeben kam.

Der aktuelle Erdstoß konnte von den Bewohnern der Region in einem großen Umkreis gespürt werden. Dem EMSC liegen Wahrnehmungsmeldungen aus mehr als 200 km Entfernung zum Epizentrum vor. In diesem Radius liegt auch die Landeshauptstadt San José. Größere Schäden wurden aber offenbar nicht generiert.

Übrigens gab es heute zwei weitere Beben mit Magnituden im Fünferbereich: sie manifestierten sich in China, genauer, in der Provinz Qinghai.

Popocatepetl mit Aschewolken am 07.03.24

Popocatepetl eruptiert Aschewolken bis zu 7 km hoch – Starker Tremor detektiert

Die Eruptionen am mexikanischen Vulkan Popocatepetl gehen weiter und könnten sich noch intensivieren, denn die Vulkanologen von CENAPRED meldeten gestern langanhaltenden Tremor mit einer Dauer von 1030 Minuten. Ein Abklingen der eruptiven Tätigkeit ist auf jeden Fall nicht in Sicht.

Das VAAC registrierte Aschewolken, die bis auf eine Höhe von 7000 m aufsteigen. Zunächst drifteten sie in östliche Richtung, um dann nach Süden abzubiegen. In den Ortschaften unter der Eruptionswolke kommt es zu Ascheniederschlag, der für die Anwohner langsam lästig wird.

Asche bedeckt Autos am Popocatepetl

Bilder, die in unserer FB-Gruppe geteilt wurden, zeigen feine Ascheablagerungen auf Autos. Man sollte keinesfalls den Fehler machen, die feine Asche trocken abzuwischen, denn das hätte einen Schmirgelpapiereffekt und würde den Lack zerkratzen. Am besten spült man die Asche mit sehr viel Wasser ab. Wenn man keines hat, kann man die Scheiben vorsichtig mit einem Handfeger abwedeln. Den Rest erledigt der Fahrtwind.

Die Asche stellt aber nicht nur ein Problem für Fahrzeuge dar, sondern auch für die Gesundheit der Bewohner. So wird über die schlechte Luftqualität geklagt. Besonders Menschen mit Vorerkrankungen sollten es vermeiden, mit Asche kontaminierte Luft einzuatmen. Es gilt die Empfehlung der Behörden, sich im Inneren von Gebäuden aufzuhalten oder Atemmasken zu tragen.
Obwohl der Alarmstaus auf „Gelb Phase 2“ steht und eine 12 km große Sperrzone um den Krater eingerichtet wurde, trauen sich immer wieder Gipfelstürmer, bis zum 5462 m hoch gelegenen Krater aufzusteigen. In den sozialen Medien wurde heute ein Video geteilt, das gestern hochgeladen wurde und einen Schwenk über den Krater zeigt. Die Größe des Kraters empfinde ich immer als sehr beeindruckend, einen Lavadom gibt es an seinem Boden aber nicht.

Masaya: Lavasee durch Hangrutsch verschüttet

Staat: Nicaragua | Lokation: 11.98, -86.15 | Eruption: Lavasee

Lavasee im Masaya-Krater durch Hangrutsch verschüttet – Nationalpark wurde gesperrt

Am Masaya in Nicaragua ging im Krater ein größerer Hangrutsch ab. Er verschüttete am 2. März den kleinen Lavasee, der seit Jahren im Krater brodelt und erst im Februar wieder angestiegen war. Bereits Ende Februar kam es zu einigen Hangrutschen und Steinschlägen, und einem Team aus Vulkanspottern wurde nur noch ein kurzer Aufenthalt auf der Aussichtsplattform am Kraterrand gewährt. Aktuell wurde der Nationalpark, in dem sich der Vulkan befindet, komplett gesperrt, da die Situation unklar ist: Nach dem Hangrutsch, der den Lavasee verschüttete, gab es einige kleinere Explosionen, und offenbar fürchtet man, dass sich unter den Hangrutschmassen ein größerer Gasdruck aufbaut, so dass es zu stärkeren Explosionen kommen könnte. Im Vorfeld der Lavaseebildung im Jahr 2015 sprengte sich das Fördersystem ebenfalls frei, wobei größere Tephrabrocken bis auf die Besucherplattform und den Parkplatz am Kraterrand landeten.

Auf einem aktuellen Satellitenfoto im Infrarotbereich ist nur noch eine kleine Wärmeanomalie zu sehen, die von einem freien Schlot am Rand des Lavasees ausgeht. Am 22. Februar war die Anomalie deutlich größer. Auf der Livecam sieht man folglich auch nichts mehr.

Vulkanreisen zum Masaya

Aus dieser Beschreibung wird klar, dass es sich beim Masaya um einen der wenigen „Drive-in-Vulkane“ der Welt handelt. Tatsächlich kann man normalerweise bequem bis zum Kraterrand fahren. Der Vulkan besteht aus einem relativ flach geneigten Kegel, der sich innerhalb einer verschachtelten Caldera bildete. Der Krater liegt auf 635 m Höhe über dem Meeresspiegel, wobei sich der Kegel mit dem Krater nur ca. 400 m über dem Umland erhebt.

Der Masaya liegt in der Nähe der nicaraguanischen Hauptstadt und bei großen Eruptionen wurde das Gebiet vor der Urbanisierung von Lavaströmen des Vulkans heimgesucht. Eigentlich wäre der Masaya das ideale Ziel für Vulkanreisende, wenn da nicht die immer wiederkehrenden politischen Instabilitäten des Landes wären. Im Jahr 2018 kam es zu gewalttätigen Protesten und die COVID-Pandemie vergrößerte Armut und soziale Ungerechtigkeit weiter, so dass es zu einem Anstieg der Kriminalität kam. Ein Phänomen, das man in weiten Teilen der Welt beobachten kann und Vulkanreisen nicht gerade sicherer macht. Trotzdem kann man generell noch Reisen in Nicaragua durchführen, sollte aber unbedingt den Ratschlägen des Auswärtigen Amtes befolgen.