Mayon: Überarbeitete Hinweise zum Verhalten

Mayon bleibt 4 Wochen nach Eruptionsbeginn aktiv – Verhaltenshinweise wurden überarbeitet

Der philippinische Vulkan Mayon bleibt auch vier Wochen nach Beginn der Eruptionen, die durch Lavadomwachstum und die Abgänge von Schuttlawinen und pyroklastischen Strömen gekennzeichnet sind, aktiv. In den letzten 24 Stunden wurden vom seismischen Netzwerk Signale von 317 Steinschlagereignissen sowie 30 pyroklastischen Dichteströmen registriert. Zudem gab es 5 vulkanotektonische Erdbeben. Von den Dichteströmen gingen Aschewolken aus, die beim VAAC Warnungen für den Flugverkehr auslösten.




Tipps bei Aschefallout

Die anhaltenden Ascheemissionen beeinträchtigen das Leben der Menschen in Vulkannähe. Es kam bereits zu Evakuierungen von Anwohnern, die sich innerhalb der 6-Kilometer-Sperrzone befanden. PHILVOLCS und der Zivilschutz überarbeiteten nun die  Empfehlungen für das richtige Verhalten der Bevölkerung, die bereits seit 2015 gelten, und stellten sie in einem 2-seitigen Schaubild (von dem ich hier nur die erste Seite bringe) anschaulich dar. So wird z.B. empfohlen, Vulkanasche von Hausdächern zu fegen und von Autos mit viel Wasser abzuspülen. Offen gelagertes Trinkwasser solle man abkochen, wobei mir nicht so ganz klar ist, wie das gegen Asche helfen soll. Filtrieren wäre hier wohl angebrachter.

Ein Ende der Eruption ist nicht in Sicht. Darauf deuten die Beobachtungen der Vulkanologen hin. Neben den oben aufgeführten Daten zu den Erdbebensignalen beobachtete man nachts ein mit bloßem Auge mäßig gut sichtbares Kraterleuchten, was auf glühende Lava und Gasflammen im Gipfelbereich hinweist. Der Schwefeldioxid-Ausstoß (SO₂) konnte am 1. Februar 2026 nicht gemessen werden, da die Gasfahne von meteorologischen Wolken verdeckt war. Bei der letzten Messung am 31. Januar wurden mehr als 4100 Tonnen SO₂ emittiert.

Messungen der Bodenverformung zeigen, dass der Vulkankörper aufgebläht (inflatiert) ist. Dies deutet auf einen anhaltenden Magmenaufstieg im Untergrund hin.

Aus Sicherheitsgründen wird dringend empfohlen, den permanenten Gefahrenbereich (PDZ) im Umkreis von 6 Kilometern nicht zu betreten. Auch das Betreten der erweiterten Gefahrenzone (EDZ) sollte ohne erhöhte Wachsamkeit unterlassen werden. Zudem ist es nicht erlaubt, mit Flugzeugen in die Nähe des Vulkans zu fliegen.

Mögliche Gefahren, die jederzeit auftreten können, sind Steinschläge, Erdrutsche oder Lawinen, ballistische Auswurfprodukte, Lavaflüsse und Lavafontänen, pyroklastische Dichteströme, mittelstarke Explosionen sowie Lahare bei starkem und anhaltendem Regen.

Island: Schadensbilanz für Grindavik steht

Schadensbilanz für Grindavik steht – Ausbruchsprognose unsicher

Seitdem im Oktober/November 2023 die von Erdbeben begleitete Serie magmatischer Gangintrusionen und Vulkanausbrüche im isländischen Svartsengi-Gebiet begann, waren Versicherer beschäftigt, die Schäden zu begutachten, die die Naturkatastrophe in Grindavik verursachte. Nun nähert sich die Aufarbeitung und Bilanzierung ihrem Abschluss. Mehr als 70 Gebäude wurden infolge massiver Bodenverformungen und direkter Lavaeinwirkung zerstört oder beschädigt. Bei der isländischen Naturkatastrophenversicherung NTÍ gingen rund 800 Schadensmeldungen ein. Die Gesamtsumme der Entschädigungen dürfte sich auf nahezu 12 Milliarden isländische Kronen (ca. 83 Millionen Euro) belaufen und könnte durch noch laufende Prüfverfahren geringfügig ansteigen.

Ein Teil der betroffenen Immobilien gilt als wirtschaftlich nicht mehr zu retten. Zwölf Gebäude wurden so stark beschädigt, dass eine Reparatur unverhältnismäßig teuer wäre, weshalb sie als finanzielle Totalschäden eingestuft werden. Bei diesen Gebäuden handelt es sich überwiegend um große Hallen oder öffentliche Einrichtungen. Es wurden auch 47 geotechnische Gutachten erstellt, um zu gucken, inwiefern für Gebäude eine Gefährdung durch große Erdspalten besteht. Dazu wurden unter Einsatz von Baggern größere Erdmassen bewegt, um verborgene Strukturen und Schäden sichtbar zu machen.

Parallel zur Schadensbewertung laufen in und um Grindavík weiterhin umfangreiche Schutzmaßnahmen. Seit Ende 2023 wurden großflächige Erd- und Lavawälle errichtet, um künftige Lavaströme von Wohngebieten und kritischer Infrastruktur wie dem Geothermiekraftwerk Svartsengi abzulenken. Diese Barrieren werden laufend angepasst, erhöht und verlängert, da sich Ausbruchszentren und Fließrichtungen der Lava mehrfach verändert haben. Die Arbeiten erfolgen mit schwerem Gerät und unter Zeitdruck, da neue Eruptionen jederzeit möglich sind. Dabei entstanden Kosten in Höhe von sieben Milliarden isländischen Kronen (rund 48 Millionen Euro). Finanziert werden sie größtenteils aus staatlichen Mitteln, für die zum Teil Kredite aufgenommen werden mussten.

Ob es zu weiteren Eruptionen kommen wird, ist ungewiss. Der Prozess der Bodenhebung durch Magmenintrusion in 4 bis 5 Kilometer Tiefe unter Svartsengi ist noch nicht abgeschlossen, verlor in den letzten 3 Monaten aber deutlich an Schwung. IMO stuft die Wahrscheinlichkeit weiterer Ausbrüche als hoch ein. Es ist aber nicht auszuschließen, dass sich die Aktivität in den nächsten Monaten oder Jahren auf ein anderes Spaltensystem von Reykjanes verlagern wird oder dass die Aktivität vorerst zum Erliegen kommt.

Extremer Sonnensturm verursachte Funkausfälle in Australien

Stärkster Sonnensturm der letzten 20 Jahre – Polarlichter über Deutschland?

Eine außergewöhnlich starke Sonnensturm der Klasse X8.1 hat heute Nacht um 23:44 UTC die Aufmerksamkeit von Forschenden und Weltraumwetterdiensten auf sich gezogen. Der Strahlungssturm manifestierte sich aus der ungewöhnlich aktiven Sonnenfleckengruppe AR4366. Es handelte sich um den stärksten Sonnensturm des aktuellen Sonnenzyklus 25. In einigen Medien wird er als das stärkste Ereignis der letzten 20 Jahre bezeichnet. Nur gut eine Stunde später gab es einen zweiten Flare X2.9  Solche X-Flares gehören zur höchsten Kategorie solaren Ausbruchs und setzen große Energiemengen frei, die die 150 Millionen Kilometer entfernte Erde schnell in Form von Strahlung erreichen.

Sonnensturm

Minuten nach einer starken Eruption trifft intensive Röntgen- und UV-Strahlung auf die erdnahe Atmosphäre, da sie sich anders als Plasmawolken eines koronalen Massenauswurfs (CME) mit Lichtgeschwindigkeit bewegen. Das kann auf der sonnenzugewandten Seite der Erde zu kurzzeitigen Störungen im Kurzwellenfunk führen, etwa bei der Luft- und Seefahrt. Ob darüber hinausgehende Effekte auftreten, hängt vor allem davon ab, ob die Eruption von einem erdgerichteten CME begleitet wird. Tatsächlich verursachte der Sonnensturm bereits kurz nach seinem Auftreten Funkausfälle und GPS-Störungen im Pazifikraum, von denen besonders Australien betroffen war.


Polarlichter über Deutschland?

Trotz des starken Sonnensturms sehen die Chancen für Polarlichter in Deutschland momentan nicht gut aus. Dafür braucht es einen starken geomagnetischen Sturm mit einem hohen Kp-Index (etwa 5 bis 7 oder mehr) sowie eine günstige Ausrichtung des Magnetfeldes. Nach den Prognosen der GFZ-Polarlichtvorhersage sind diese Voraussetzungen bis morgen nicht gegeben. Offenbar gab es keinen starken CME, der auf die Erde gerichtet ist.

Warum ist die Sonne derzeit so aktiv?

Als Grund hierfür geben Forscher gerne den elfjährigen Sonnenzyklus an, dessen Maximum nun erreicht sein soll. Allerdings sagt man das seit nun fast 2 Jahren. Tatsache ist, dass die Sonne in den letzten Jahren ungewöhnlich aktiv war und es zu einer Häufung von Polarlichtern über Deutschland kam, wie man sie zuvor noch nicht erlebt hatte. Da offenbar konkrete Informationen fehlen, verweist man darauf, dass große, magnetisch komplexe Sonnenfleckenregionen noch Monate oder Jahre nach dem Maximum sehr starke Eruptionen erzeugen können. Die Sonnenaktivität folgt dabei keiner glatten Kurve, sondern zeigt ausgeprägte Schwankungen.

Ukraine: Unaufhaltsamer Eisstrom am Zhdaniwka

Unaufhaltsamer Eisstrom am Zhdaniwka wird zum Sinnbild des Kriegsgeschehens in der Ukraine

Es beginnt in den Bergen, fernab der Front. Im westukrainischen Transkarpatien, nahe dem Dorf Zhdeniievo im Bezirk Mukachewo, ereignet sich in diesen Tagen ein ungewöhnliches Naturschauspiel: Ein unaufhaltsamer Strom aus Eis wälzt sich den kleinen Fluss Zhdaniwka hinab. Metergroße Eisschollen, von der Strömung gedrängt, verkeilen sich, brechen auf und schieben sich übereinander – als würde der Winter selbst in Bewegung geraten. Dort, wo sich Eisdämme bilden, die unter dem Druck nachschiebender Massen brechen, wälzen sich Eistsunamis durch die Flussbetten. Videos davon verbreiteten sich schnell in sozialen Netzwerken. Sie wirken archaisch, fast surreal. Und sie stehen sinnbildlich für die eisigen Wochen, die die Ukraine im harten Winter des 4. Kriegsjahres derzeit erlebt.




Das Land steckt mitten in einer der härtesten Kälteperioden seit Jahren. In weiten Teilen der Ukraine fallen die Temperaturen nachts auf minus 20 Grad, lokal werden sogar bis minus 30 Grad gemessen. Was in den Karpaten zu spektakulären Eistsunamis auf den Flüssen führt, wird in den Städten zur existenziellen Belastung. Der Frost trifft ein Land, das durch Jahre des Kriegs ohnehin ausgezehrt ist.

Infolge russischen Terrors gegen die Zivilbevölkerung fällt in Großstädten wie Kiew, Charkiw, Dnipro oder Odesa der Strom tageweise aus, Heizungen bleiben kalt, Warmwasser ist Luxus. Russische Raketen- und Drohnenangriffe auf die Energieinfrastruktur haben ein System geschwächt, das nun unter Extrembedingungen funktionieren muss, was es aber nicht mehr tut. Viele Menschen wärmen sich mit Decken oder improvisierten Öfen. Notwärmestuben sind geöffnet, notdürftig beheizte Schulen und Verwaltungsgebäude dienen als Zufluchtsorte. Der Staat stemmt sich mit allen Mitteln gegen die Zerstörungen und repartiert – doch der Winter verzeiht keine Schwäche.

Der Frost hat auch eine psychologische Komponente. Er dringt nicht nur in Wohnungen ein, sondern auch in Körper und Geist. Er macht den Krieg greifbar, selbst dort, wo keine Sirenen heulen. Denn während im Westen des Landes zugefrorene Flüsse idyllisch anmuten, sterben im Osten bei eisigen Temperaturen weiterhin Menschen in en Schützengräben.

An der Front wirkt der Winter wie eine eigenständige Waffe. Die Kämpfe gehen langsam weiter und zermürben die Verteidiger. Russische Truppen rücken in manchen Abschnitten nur um wenige Meter vor, werden manchmal von tapferen Ukrainern wieder zurückgedrängt – doch im Endeffekt stehen die Verteidiger auf verlorenem Posten. Militäranalysten sprechen von einem zähen, verlustreichen Vormarsch ohne Durchbruch, aber mit stetigem Druck. Es ist kein Sturm, eher ein Schieben und Drängen. Wie der Eisstrom auf der Zhdaniwka: langsam, schwer, aber unaufhaltsam. So empfinden viele Ukrainer den Krieg in diesem Winter nicht als plötzliche Katastrophe, sondern als dauerhafte, kalte Bedrohung.

Home-Reef-Vulkan: Stärkerer Vulkanausbruch befürchtet

Stärkerer Vulkanausbruch am Home-Reef-Vulkan befürchtet – Thermalstrahlung deutet Aufheizung an

Die vulkanische Aktivität am Inselvulkan Home Reef (Tonga) hält an und hat sich im Verlauf der letzten Tage weiter verstärkt. Nach Angaben des Tonga Geological Services (TGS) wurden höhere Emissionen von Dampf und vulkanischen Gasen beobachtet, die von einer zunehmenden Wärmestrahlung begleitet werden. Es besteht die Möglichkeit von explosiven Eruptionen mit starkem Ascheausstoß. Die Warnstufe für die Luftfahrt bleibt auf „Orange“.

Wärmeanomalie

Die Vulkanologen vom TGS teilten mit, dass der Mitte Dezember begonnene Ausbruch unvermindert andauert. Seit Beginn der Eruption steigen aus dem Hauptkrater kontinuierlich Asche-Dampf-Wolken auf. Der Hauptschlot des Vulkans befindet sich weiterhin an derselben Position. Seine Ausdehnung wurde anhand von hochauflösenden Satellitenaufnahmen am 7. Januar auf etwa 100 × 130 Meter geschätzt. Am 28. Januar wurde – wie berichtet – der Alarmcode „Orange“ ausgegeben.

Beobachtungen der vergangenen Tage zeigen, dass die Höhe dieser Emissionen zugenommen hat. Zusätzlich sind auf aktuellen Satellitenbildern Wasserverfärbungen erkennbar, die sich über ein großes Areal ausbreiten und auf anhaltende Aktivität unter der Wasseroberfläche hinweisen.

Neueste Satellitendaten vom 31. Januar und 1. Februar 2026 detektieren zudem mittelstarke Wärmeanomalien vom Hauptkrater, aber auch von einigen Stellen entlang der Küste. Sie belegt, dass die Oberfläche der neu entstandenen Insel weiterhin stark erhitzt ist und Lava im Fördersystem steht. Die Wärmeabstrahlung hat eine Leistung von bis zu 68 MW.

Trotz der fortgesetzten Aktivität stuft der TGS das Risiko für die Bevölkerungen von Vava’u und Ha’apai derzeit als gering ein. Für die Schifffahrt gelten jedoch weiterhin besondere Vorsichtsmaßnahmen: Seeleute werden dringend aufgefordert, einen Sicherheitsabstand von mindestens zwei Seemeilen zum Home Reef einzuhalten. Eine Gefahrenkarte wurde veröffentlicht, um die Navigation in dem betroffenen Seegebiet zu erleichtern.

Geografisch liegt Home Reef rund 25 Kilometer südwestlich von Late Island, etwa 22 Kilometer nordöstlich von Lateiki (Metis Shoal) und ungefähr 75 Kilometer nordwestlich von Mo’unga’one Island. Die Position des Vulkans wird mit 18,992° südlicher Breite und 174,775° westlicher Länge angegeben.

Fuego: Regelmäßige Vulkanausbrüche halten an

Fuego in Guatemala weiterhin daueraktiv – Ausbrüche bei guten Wetter gut zu beobachten

Der guatemaltekische Fuego gehört aktuell zu den zuverlässigsten Vulkanen der Welt und besticht durch seine regelmäßig stattfindenden strombolianischen Explosionen. Wahrscheinlich ist dieser Vulkan momentan die beste Wahl für Vulkanspotter und Touristen, die relativ gefahrlos einen eruptierenden Vulkan beobachten wollen. Ganz ohne Risiko ist eine Reise zu einem aktiven Vulkan allerdings nie, denn es kann jederzeit zu unerwartet starken Eruptionen oder Erdbeben kommen. Wetterextreme und Raubüberfälle stellen zusätzliche Risiken dar. Dennoch ist Guatemala ein für Lateinamerika vergleichsweise sicheres Reiseland.




Laut den Vulkanologen von INSIVUMEH schwebten gestern permanent Dampfwolken über dem Krater, die eine Höhe von 200 Metern erreichten und sich in nordwestliche Richtung ausbreiteten. Zudem wurden schwache bis mäßige strombolianische Explosionen mit einer Frequenz von 6 bis 9 Ereignissen pro Stunde registriert. Dabei entstandene Aschewolken stiegen bis auf 4800 Meter über dem Meeresspiegel auf. Die Asche wurde über eine Distanz von 8 bis 10 Kilometern nach Nordwesten verfrachtet, wobei feiner Ascheniederschlag aus Ortschaften an der Nordwestflanke gemeldet wurde. Die explosive Aktivität ging mit Grollen, Druckwellen und turbineähnlichen Geräuschen einher, die durch den kontinuierlichen Gasausstoß verursacht wurden. In den Nacht- und frühen Morgenstunden war ein Glühen im Kraterbereich zu beobachten.

Bei guten Wetterbedingungen fanden sich wieder zahlreiche Vulkanspotter auf den Terrassen und am Gipfel des benachbarten Acatenango ein, von wo aus man die Eruptionen gut beobachten kann. Wer nicht das Glück hatte, vor Ort zu sein, konnte die Eruptionen via Afar-TV-Livestream verfolgen. Einige der Eruptionen waren vom fotografischen Standpunkt sehr ästhetisch.

Neben dem Fuego ist auch der Domvulkan Santiaguito weiter aktiv. Der Lavadom erhält Nachschub an frischem Material und es werden Schuttlawinen ausgelöst. Es kommt zu frequenten Ascheeruptionen, bei denen Vulkanasche bis zu 800 m über Kraterhöhe aufsteigt. Eine Eruptionsfrequenz wurde im jüngsten Bericht nicht genannt.

Update: Gerade erreicht mich die Meldung, dass sich eine Serie von Explosionen ereignet hat, die etwas stärker als üblich ausgefallen ist.

USA: Straßenblockaden und erneute Bombogenese eines Sturms

Autobahnsperrungen, Kältetote und ein neuer Extremsturm: Der Winter hält die USA in Atem

Ein ungewöhnlich strenger Winter bringt große Teile der USA weiterhin an ihre Belastungsgrenzen. Sinnbildlich für die Lage steht ein Glatteisunfall auf der Interstate 85 im Bundesstaat North Carolina, der Folgen für hunderte Autofahrer hatte: Nahe der Ausfahrt Lane Street im Cabarrus County kam es am späten Nachmittag zu einem Unfall zwischen einem Sattelzug und einem Pkw. Während die Einsatzkräfte den Crash absicherten, staute sich der Verkehr auf der vereisten Fahrbahn. Rund 30 weitere Sattelzüge und mehr als 100 Fahrzeuge blieben im Schneesturm stecken, viele Insassen saßen stundenlang in der Kälte fest. Die Nationalgarde wurde zur Hilfe gerufen, um Menschen zu versorgen und Fahrzeuge zu bergen. Todesopfer durch diesen konkreten Unfall wurden bislang nicht bestätigt, doch das Ereignis verdeutlicht die extremen Verkehrsbedingungen in weiten Teilen der USA.

winter
Wintersturm

Der Unfall ist Teil einer größeren Wetterkatastrophe. Seit dem vergangenen Wochenende hat eine arktische Kältewelle weite Teile der USA erfasst. Medienberichten zufolge sind mindestens 85 Menschen in mehreren Bundesstaaten ums Leben gekommen. Die Ursachen reichen von Verkehrsunfällen auf vereisten Straßen über Unterkühlung bis hin zu indirekten Folgen wie Stromausfällen, die Heizsysteme lahmlegten. Hunderttausende Haushalte waren zeitweise ohne Elektrizität, teils über Tage hinweg.

Während viele Regionen noch mit den Folgen dieser Kälte kämpfen, droht bereits die nächste Zuspitzung des Extremwetters: Vor der Südostküste der USA verstärkt sich ein Tiefdruckgebiet rasant und könnte sich zu einem sogenannten Bombenzyklon entwickeln. Meteorologen sprechen in diesem Zusammenhang von „Bombogenese“ – einem Prozess, bei dem der Luftdruck eines Tiefs innerhalb von 24 Stunden um mindestens 24 Hektopascal fällt. Diese explosive Verstärkung führt oft zu schweren Winterstürmen mit orkanartigen Winden und starkem Schneefall.

Besonders die Carolinas, Teile von Georgia und Virginia bereiten sich auf heftige Schneestürme, massive Windböen und extrem niedrige gefühlte Temperaturen vor. Einige frühe Wettermodelle sagen auch für das ansonsten sonnige Florida Minustemperaturen voraus, etwas, worauf man dort nicht vorbereitet ist. Meteorologen warnen vor lebensbedrohlichen Windchill-Werten und rufen die Bevölkerung auf, Reisen zu vermeiden.

Portugal droht neuer Sturm

Auch wenn sich die Wettersysteme nicht 1:1 über den Atlantik bis nach Europa fortsetzen, bedingt der von West nach Ost strömende Jetstream, dass es mit 1–2 Wochen Verzögerung in Europa zu ähnlichen Stürmen wie in den USA kommt, auch wenn diese sich oft etwas abschwächen. Nachdem Portugal letzte Woche bereits von einem schweren Sturm getroffen wurde, der erhebliche Schäden anrichtete, rollt nun eine weitere Sturmfront über den Atlantik auf das Land zu und wird dort auf eine vorgeschädigte Infrastruktur treffen. Viele der vom letzten Sturm beschädigten Dächer dürften den erneuten Belastungen nicht standhalten.
Gasspeicher

Gasspeicher in Deutschland laufen leer

Auch auf Deutschland wirkt sich der ungewöhnlich starke Winter mit der langen Frostperiode aus: Es kommt immer wieder zu Verkehrsbehinderungen durch Glatteis und die Gasspeicher laufen in rasantem Tempo leer: Die Stände liegen bei nur noch 35 % und theoretisch könnten die Reserven in den nächsten 6 Wochen aufgebraucht sein. Zwar gibt es noch Nachschub, aber ohne die Speicherreserven drohen Versorgungsengpässe mit dramatischen Folgen für Industrie und Privathaushalte. Wenigstens droht eine erneute Kostenexplosion! Die Verantwortung trägt CDU-Wirtschaftsministerin Reiche, die Habecks Gesetz zu den vorgeschriebenen Speicherfüllständen direkt nach Amtsantritt kippte! Ein Plan „B“ fehlt offenbar, dabei ist es niemals gut, auf das Prinzip „Hoffnung“ zu setzen. Politische Unfähigkeit, wohin mal blickt!

Ätna: Schneemassen werden gefährlich

Schneechaos. © Etna Sci

Sizilianischer Vulkan Ätna versinkt im Schnee – Nachlese zu den Erdbeben im Westen

In den sizilianischen Höhenlagen schneit es unablässig und der Vulkan Ätna wird aktuell unter Schneemassen regelrecht begraben. Zumindest die Regionen oberhalb von 1500 m versinken metertief im Schnee. Dabei kam es heute im Bereich des Skigebiets Etna Nord auf der Piano Provenzana zu langen Staus mit regelrechten Straßenblockaden. Besorgte Bergführer posteten in den sozialen Medien, dass es im Falle eines Notfalls zu Panik kommen könnte und Retter nicht bis zu den Opfern vordringen könnten. Und an einem aktiven Vulkan, der zudem ein Skigebiet ist, kann es schnell zu Notfällen kommen, zumal es Anzeichen gibt, dass Ätna nicht lange ruhig bleiben wird.



Erdbebensituation vom 26. Januar. © INGV

Diese Anzeichen manifestieren sich in Erdbeben, von denen es in den letzten Tagen reichlich gab. Wie berichtet gab es am 25. Januar einige Erdbeben mit Magnituden über 2,0, die sich unter der Westflanke ereigneten. Mit der verspäteten Veröffentlichung der INGV-Daten auf der Shakemap des Instituts ist im Nachhinein deutlich geworden, dass es eine größere Anzahl an schwächeren Beben gab, als aus den EMSC-Daten ersichtlich war. Möglich, dass wir am Ätna früher einen neuen Ausbruch sehen werden als bislang gedacht, obwohl die restlichen Geodaten darauf keinen Hinweis liefern.

In diesem Sinne kritisieren die erwähnten Bergführer auch, dass die Behörden im Falle des Lavastroms Anfang des Monats mit Sperrungen und Sicherheitsvorkehrungen überreagiert hätten, jetzt im Falle des Schneechaos aber absolut unvorbereitet sind und keinen Plan haben, wie sie vorgehen sollen! Etwas, was mir auch immer wieder durch den Kopf geht: wirkliche Experten fehlen in den Kommunen und Regierungen und planlose Chaoten haben das sagen.

Geodaten unauffällig – Ätna scheint stabil

Den Daten des Bulletins für den Beobachtungszeitraum vom 19. bis 25. Januar 2026 sind allerdings darauf keine weiteren Hinweise zu entnehmen, doch das ist es in den seltensten Fällen.

Im Gipfelbereich des Vulkans wurde an allen Kratern eine teils intensive Gasemission beobachtet. Diese Degassierung stellt momentan die dominierende Aktivitätsform dar. Explosive oder effusive Eruptionen traten im Berichtszeitraum nicht auf.

Auch der vulkanische Tremor bewegte sich überwiegend auf einem mittel-niedrigen Niveau. Infraschallmessungen zeigten eine mäßige Aktivität, die hauptsächlich dem Nordostkrater zugeordnet wird. Die höchste Anzahl an Infraschallereignissen wurde am 23. Januar gemessen. Diese standen mit explosionsartigen Entgasungen oder tief im Schlot stattfindenden Eruptionen im Zusammenhang.

Sowohl GNSS-Daten als auch Neigungsmessungen weisen auf stabile Verhältnisse hin. Geochemische Analysen ergaben einen SO₂-Ausstoß auf mittlerem Niveau sowie einen niedrigen CO₂-Fluss aus dem Boden. Satellitendaten bestätigten eine insgesamt geringe thermische Aktivität.

Zusammenfassend befindet sich der Ätna derzeit in einer stabilen Phase mit geringem Gefährdungspotenzial. Dennoch signalisiert die Infraschalltätigkeit im Nordostkrater, dass es Aktivität gibt, die sich schnell steigern könnte Ein ähnliches Muster gab es vor der Eruption zum Jahreswechsel.

Island: Spürbare Erdbeben unter 2 gefährlichen Vulkanen

Erdbeben unter zwei der gefährlichsten Vulkanen Islands: Bardarbunga (M 5,3) und Katla (M 3,0)

Datum: 31.01.2026 | Zeit: 11:54:53 UTC | Koordinaten 64.671 ; -17.426 | Tiefe: 1,1 km | Mb 5,3

Auf Island bebte heute die Erde unter zwei der gefährlichsten Vulkane der Insel. Das stärkste Beben ereignete sich um 11:54 Uhr unter Bardarbunga und hatte eine Magnitude von 5,3 bei einer Herdentiefe von nur 1100 m unter dem Meeresspiegel. Das Epizentrum lag rund fünf Kilometer nordöstlich des Zentrums des Calderavulkans, tief unter dem Vatnajökull-Gletscher. Der zweite Erdstoß hatte eine Magnitude von 3,0 und traf die Katla nur rund 2 Minuten nach dem Beben unter Bardarbunga. Das Hypozentrum hatte eine Tiefe von 5,2 Kilometern. Unter beiden Vulkanen folgten weitere Nachbeben.




Erdbeben unter Island. © EMC

Beide Vulkane sind von Gletschern bedeckt und ihre Eruptionen bergen aufgrund von potenziellem Schmelzwassereinfluss ein hohes Gefahrenpotenzial. Zum einen können Schmelzwasser Explosionen dramatisch verstärken, zum anderen können unter dem Gletscher hervorbrechende Schmelzwasserströme ganze Landstriche überfluten und dabei Straßen, Brücken und Ortschaften zerstören. Letztere sind vor allem im Bereich der Katla gefährdet, da die Gegend in Südisland dichter besiedelt ist als im Osten der Insel, wo Bardarbunga relativ weit von der nächsten Siedlung entfernt liegt. Daher war auch der deutlich schwächere Erdstoß bei der Katla von Bewohnern Südislands deutlich zu spüren gewesen, während das Beben unter Bardarbunga zwar im spürbaren Bereich lag, aber tatsächlich keine Wahrnehmungsmeldungen eingegangen sind. Darüber hinaus gibt es sehr unterschiedliche Angaben zur Magnitude des Bebens: Während das EMSC auf die hier genannte Magnitude M 5,3 kommt, meldete das INGV eine Magnitude von 5,8. Beim zuständigen IMO kursieren 2 Zahlen: einmal 4,1 und dann 5,3.

Bardarbunga gilt als eines der mächtigsten Vulkansysteme Europas. Sein letzter Ausbruch 2014/2015 führte zu monatelangen Lavaergüssen und erheblichen Gasemissionen. Der letzte Ausbruch der Katla liegt schon länger zurück und datiert auf das Jahr 1918. Damals richteten Gletscherfluten große Zerstörungen an.

Die beiden Ereignisse deuten nicht unmittelbar auf einen bevorstehenden Vulkanausbruch hin, obwohl sie Teil der anhaltenden Aufladungsprozesse der Vulkane sind.

Island bleibt ein Land in ständiger Bewegung – obwohl die Erddynamik rund um die Uhr überwacht wird, gehören die Manifestationen der Naturgewalten zum Leben der Menschen und treten häufig überraschend auf.