Erdbeben Mb 3,3 vor der Nordküste – Hafen aufgrund von Sturmschäden bis auf Weiteres geschlossen
Wenige Kilometer vor der Nordküste der Liparischen Insel Stromboli manifestierte sich gestern Abend um 20:34:37 UTC ein Erdbeben der Magnitude 3,3. Aufgrund der großen Tiefe des Hypozentrums von 271 Kilometern wurde es auf der Insel nicht verspürt. Dahingegen wurde die gefährliche Brandung, die in den letzten Tagen infolge des Zyklons „Harry“ aufkam, sehr wohl verspürt. Zudem verursachte sie Schäden am Hafen des kleinen Inselvulkans.
Obwohl der Fährverkehr zu den Liparischen Inseln heute wieder anlief, war der Hafen von Stromboli davon ausgenommen: Die Schäden am Anleger sind so groß, dass er bis auf Weiteres gesperrt wurde. Erst nach einer sorgfältigen Inspektion soll entschieden werden, ob hier demnächst wieder Tragflächenboote und Fähren anlegen dürfen. In Notfällen kann eine Abreise von Stromboli über den kleinen Hafen von Ginostra organisiert werden. Ob es im Zuge des Sturms auch wieder zu Murenabgängen kam, wurde nicht kommuniziert. Vermutlich waren die Regenfälle hier nicht so stark wie zuletzt im Frühsommer, als die Lahare und Muren abgingen.
Das eingangs erwähnte Erdbeben fand in ungewöhnlich großer Tiefe statt und könnte sich an einem Stück subduzierter Ionischer Platte zugetragen haben. Das Erdbeben kam nicht allein, sondern reiht sich in eine Bebenserie ein, die in den letzten 2 Wochen Süditalien heimsuchte. Neben dem ionischen Meer wurde auch die Nordküste von Sizilien von mittelstarken Erdbeben erschüttert.
Die Beben wirkten sich bis jetzt nicht auf die Aktivität des Vulkans Stromboli aus. Der Tremor bewegt sich im gelben Bereich und ist seit Tagen unauffällig. Die meisten geophysikalischen Messwerte bewegen sich auf mittlerem Niveau, sofern welche vorliegen. Viele Daten wurden zuletzt nicht aktualisiert. Vermutlich sind die Geräte oder Verbindungen infolge des Sturms ausgefallen oder konnten keine Daten sammeln. Ungewöhnliche Eruptionen haben sich aber nicht ereignet. Hinweise auf eine bevorstehende Aktivitätssteigerung gibt es ebenfalls nicht.
Hubschrauber stürzte am Aso-san auf aktiven Vulkankraterkegel – Tragödie wirft Fragen auf
Am japanischen Vulkan Aso auf Kyushu kam es am 20. Januar zu einem schweren Unfall, der international Aufmerksamkeit erregte: Ein Touristenhubschrauber mit drei Menschen an Bord stürzte im Bereich des aktiven Nakadake ab. Offenbar kamen alle drei Insassen ums Leben. Die Bergung gestaltet sich schwierig – nicht zuletzt wegen der besonderen Gefahren, die von einem der aktivsten Vulkane Japans ausgehen.
Aso-Nakadake
Der Vulkan Aso liegt in der Präfektur Kumamoto und zählt zu den größten Calderavulkanen der Welt. Im Zentrum der weitläufigen Caldera befindet sich der Nakadake. Im Krater befindet sich temporär ein säurehaltiger See, der vulkanische Gase ausstößt und zu phreatischen Eruptionen neigt. Ansonsten ist der Nakedake für seine Ascheeruptionen bekannt, die er phasenweise produziert. Zuletzt war das 2021 der Fall gewesen. Trotz – oder gerade wegen – seiner Aktivität ist der Vulkan eine bedeutende Touristenattraktion. Bei niedrigen Warnstufen dürfen Besucher den Kraterbereich unter strengen Auflagen betreten oder aus der Luft besichtigen.
Zum Zeitpunkt des Unglücks galt für den Aso ein vergleichsweise niedriger Alarmstatus. Der Zugang war nicht grundsätzlich gesperrt, auch touristische Rundflüge waren erlaubt. Aus der Luft lassen sich die Dimensionen der Caldera und der tiefblaue Kratersee des Nakadake besonders eindrucksvoll erleben. Der abgestürzte Hubschrauber befand sich auf einem dieser Rundflüge und hatte ein älteres Touristenpaar aus Taiwan an Bord. Der Hubschrauber startete am Vormittag zu seinem dritten Flug und sollte nur wenige Minuten unterwegs sein, als der Kontakt abbrach.
Der Nakadake-Krater gilt selbst bei niedriger Warnstufe als anspruchsvolles Fluggebiet, dass von starken auf- und abwinden dominiert wird. Nebel und Gase beeinträchtigen oft die Sicht und es kommt zu Turbulenzen. Doch warum der hubschraub plötzlich abstürzte ist bislang unklar. Erst nach einiger Suche wurden die Wrackteile des Hubschraubers an einer schwer zugänglichen Stelle der Nakadake-Nordflanke entdeckt.
Bergungsmaßnahmen waren nach der Sichtung von Wrackteilen bisher nicht möglich, da dichte Gase und wechselnde Winde einen Abstieg zur Absturzstelle vereitelten. Der Absturzort liegt in einem Gebiet, das selbst für erfahrene Bergretter nur schwer zugänglich ist. Die drei Insassen gelten offiziell als vermisst. Ob und wann eine Bergung möglich sein wird, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der vulkanischen und meteorologischen Lage ab.
Der Vorfall dürfte eine erneute Debatte darüber auslösen, wie nah touristische Aktivitäten an aktive Vulkane heranreichen dürfen.
Dem nicht genug, kam es kürzlich auch am Fuji zu einem Bergunfall, der die Diskussion über Kostenübernahme im Falle eines Rettungseinsatzes entfachte.
Zyklon Harry wütete in Griechenland und richtete Zerstörungen an – mindestens 2 Menschen starben
Nachdem der Zyklon Harry in den letzten Tagen über Süditalien hinweggezogen war und große Schäden an der küstennahen Infrastruktur angerichtet hatte, erreichte er gestern Griechenland. Anders als in Italien, wo offenbar keine Menschenleben zu beklagen waren, starben hier mindestens zwei Personen.
Griechenland
Sturmtief Harry, ein sogenannter Mittelmeerzyklon, der auch als Medicane (mediterraner Hurricane) bezeichnet werden kann, traf vor allem die Küstenregionen sowie Teile des griechischen Festlands mit voller Wucht. Heftige Regenfälle mit Orkanböen und außergewöhnlich hoher Seegang führten innerhalb weniger Stunden zu Überschwemmungen und Erdrutschen, die starke Sachschäden verursachten. In der Region Attika wurden Straßen überflutet, Keller liefen voll, und der Verkehr kam zeitweise zum Stillstand. Einsatzkräfte mussten zahlreiche Menschen aus Fahrzeugen und Gebäuden retten.
Besonders dramatisch war die Lage an den Küsten. Ein Angehöriger der griechischen Küstenwache kam ums Leben, als er während eines Einsatzes von einer gewaltigen Welle erfasst wurde. Ein weiterer Todesfall ereignete sich, als eine Frau von den Wassermassen mitgerissen wurde. Dabei wurde sie unter ein – ebenfalls von den Fluten erfasstes – Auto gedrückt und kam ums Leben. Die Behörden warnten eindringlich davor, sich während des Sturms in Küstennähe oder in ausgetrockneten Flussbetten aufzuhalten.
Auch mehrere Inseln der Ägäis waren betroffen. Dort registrierten die Meteorologen Windgeschwindigkeiten von teils über 120 Kilometern pro Stunde. Fähren blieben in den Häfen, zahlreiche Verbindungen wurden gestrichen. Auf einigen Inseln kam es zu Stromausfällen, nachdem Leitungen beschädigt oder Masten umgestürzt waren. Landwirte berichten zudem von Ernteverlusten durch Starkregen und Sturm.
In den sozialen Medien wurden teils dramatische Aufnahmen geteilt, auf denen man sieht, wie sich die Straßen in reißende Flüsse verwandelten und alles mitrissen, was nicht niet- und nagelfest war. Dabei wurden Unmengen an Geröll mitgeschwemmt und auf der Straße abgelagert. Wer diese Bilder gesehen hat oder sogar selbst direkt betroffen war, wird klar, dass der Klimawandel bittere Realität ist, und dürfte sich von Klimawandelleugner Trump vor den Kopf gestoßen gefühlt haben, sofern er gestern Zeit hatte, die Rede des offenbar geisteskranken Präsidenten zu hören.
Während sich der Zyklon weiter nach Osten zieht und sich dabei abschwächt, beginnen in Griechenland die Aufräumarbeiten. Die Regierung kündigte Soforthilfen für besonders betroffene Regionen an. Meteorologen sehen in Harry ein weiteres Beispiel für die zunehmende Intensität extremer Wetterereignisse im Mittelmeerraum. Vor allem sogenannte Medicanes, also tropenähnliche Stürme über dem Mittelmeer, treten nach Einschätzung vieler Klimaforscher häufiger und stärker auf. Umso erstaunlicher die wirre Rede von Präsident Trump gestern in Davos, in der einer der mächtigsten (und auch einer der gestörtesten) Menschen der Welt den Klimawandel offen als „großen Schwindel“ bezeichnete. Einfach irre!
Vulkanspotter und Naturliebhaber haben es in den letzten Monaten in Costa Rica nicht einfach, denn eine der vulkanischen Hauptattraktionen wurde im letzten Jahr aufgrund erhöhter Aktivität des Vulkans Póas über das Frühjahr hinweg bis zum Sommer geschlossen. Nun wurde eine erneute mehrtägige Schließung angekündigt. Grund hierfür ist aber nicht die erhöhte Aktivität des Vulkans, sondern eine marode Brücke.
Poás
In einer offiziellen Meldung der Nationalparkverwaltung heißt es, dass der Nationalpark Vulkan Poás ab dem 21. Januar bis einschließlich 25. Januar, vorübergehend für Besucher geschlossen wird. Grund ist die vorsorgliche Sperrung der Brücke über den Bach Tigre im Sektor Poasito de Poás, nachdem das Ministerium für öffentliche Arbeiten und Verkehr bei einer technischen Inspektion erhebliche strukturelle Schäden festgestellt hat. Die Maßnahme dient der öffentlichen Sicherheit und ist unabhängig von der aktuellen vulkanischen Aktivität, fällt jedoch in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit rund um den Poás. Ob die Schäden an der Brücke durch die Aktivität des Vulkans verursacht wurden, in deren Rahmen es im letzten Jahr auch zu Bodendeformationen gekommen war, wurde nicht kommuniziert.
Während der Schließung sollen Sicherungsarbeiten durchgeführt und eine provisorische Metallbrücke installiert werden. Parallel dazu wird eine Fertigteilbrücke vorbereitet, über die der Verkehr auf der Nationalstraße 120 innerhalb der kommenden Wochen wiederhergestellt werden soll.
Die Sperrung des Parks erfolgt vor dem Hintergrund einer Aktivitätsphase des Vulkans Poás, die bereits seit Herbst 2024 andauert. In der vergangenen Woche registrierten die Überwachungsinstrumente der OVSICORI-UNA wiederholt kleine phreatische Eruptionen. Diese äußerten sich durch plötzliche Emissionen von Wasserdampf, vulkanischen Gasen und feinen Partikeln, ausgelöst durch das Zusammenwirken von heißem Gestein, Gasen und Grundwasser. Erdbeben bei San José sorgt für zusätzliche Aufmerksamkeit
Für zusätzliche Aufregung sorgte am 19. Januar ein Erdbeben der Magnitude 4,4, das sich in geringer Tiefe nur wenige Kilometer westnordwestlich des Stadtzentrums von San José ereignete. Das Beben war im zentralen Hochland – in dem auch der Póas liegt – deutlich spürbar, verursachte jedoch nach bisherigen Informationen keine größeren Schäden.
Geoforscher betonen, dass kein direkter Zusammenhang zwischen dem Erdbeben und der Aktivität des Vulkans Poás besteht. Das Epizentrum lag rund 30 bis 35 Kilometer südöstlich des Vulkans und wird dem tektonisch aktiven Störungssystem des Valle Central zugeordnet. Solche Beben sind in Costa Rica keine Seltenheit und stehen in der Regel nicht mit magmatischen Prozessen in Verbindung.
Bodenhebung bei Svartsengi auf Island hält an – Gefahrenanalyse unverändert
Seit Monaten richtet sich der Blick von Wissenschaftlern, Behörden, Anwohnern und Vulkanspottern auf die Reykjanes-Halbinsel im Südwesten Islands. Die Bodenhebung unter dem Gebiet des Geothermalkraftwerks Svartsengi, die im Herbst 2023 begann, hält weiter an und nähert sich langsam aber stetig der 1-Meter-Marke, wovon sich 30 Zentimeter seit dem letzten Ausbruch ansammelten – ein Hinweis auf fortgesetzte Magmenakkumulation in einer Tiefe von 4 bis 5 Kilometern unter dem Gebiet, in dem nicht nur das Geothermalkraftwerk liegt, sondern auch das Resort der Blauen Lagune. Nach aktuellen Modellrechnungen der IMO-Wissenschaftler haben sich seit dem letzten Ausbruch im Juli rund 20 Millionen Kubikmeter geschmolzenes Gestein im Untergrund angesammelt. Mit der zunehmenden Magmamenge steigt auch der Druck im vulkanischen System, wodurch sich die Ausbruchsgefahr erhöht.
Bodenhebung
Nach Einschätzung des Isländischen Meteorologischen Amtes gilt eine weitere Magmaintrusion aus dem Bereich Svartsengi und ein Ausbruch im benachbarten Sundhnúkur-Kraterfeld als wahrscheinlichstes Szenario. Sollte es dazu kommen, dürfte der Ausbruch den bisherigen Ereignissen entlang der Sundhnúkagígar-Kraterserie ähneln und effusiver Natur sein, bei dem kleine Lavafontänen und Lavaströme gefördert werden. Eine explosive Eruption gilt als unwahrscheinlich. Dennoch kann es bei Kontakt der Lava mit Grundwasser zu begrenzten Explosionen kommen.
Messbares Anzeichen der Magenakkumulation im Untergrund ist die Bodenhebung. Die Hebungsrate hat sich in den letzten Wochen auf ca. 1 mm pro Tag verlangsamt, hält aber weiter an, so dass sich der Boden seit dem Ende der letzten Eruption um fast 30 cm gehoben hat. Betrachtet man den Zeitraum seit Beginn der Magmaansammlung im Oktober 2023, hat sich der Boden um fast einen Meter angehoben. Die Hebungsrate war anfangs besonders hoch, hat jedoch mit jedem weiteren Ausbruch spürbar abgenommen. Messungen von GNSS-Stationen nordöstlich von Svartsengi dokumentieren diese Entwicklung detailliert.
Trotz der Magmaansammlung bleibt die seismische Aktivität vergleichsweise ruhig. In den vergangenen Wochen wurden überwiegend schwache Erdbeben mit Magnituden unter 1,5 registriert, vor allem zwischen Sýlingarfell und Stóra-Skógfell südlich des Berges Þorbjörn sowie im Gebiet von Víkurnar. Die Beben werden als Folge von Spannungsänderungen im Untergrund interpretiert, während die Aktivität am Kleifarvatn weiter abnimmt.
Die aktuelle Gefahreneinschätzung des Meteorologischen Amtes bleibt bis zum 3. Februar gültig. Die Lage wird fortlaufend überwacht – denn auch bei geringer Erdbebentätigkeit kann sich ein Ausbruch auf Reykjanes innerhalb kurzer Zeit ankündigen.
Sonnensturm von historischer Stärke – warum es keinen Blackout gab und wann es gefährlich geworden wäre
Der jüngste Sonnensturm hat selbst erfahrene Weltraumwetterforscher in seiner Stärke überrascht und aufhorchen lassen. Mit gemessenen Magnetfeldstärken von rund 91 Nano-Tesla in Erdnähe erreichte der Sturm Werte, wie sie in den Messreihen seit Beginn systematischer Aufzeichnungen in den 1990er-Jahren wahrscheinlich noch nie beobachtet wurden. Astronomen sprechen von einem der stärksten Ereignisse seit Beginn systematischer Aufzeichnungen. Rekordverdächtig war auch die Geschwindigkeit des Sonnensturms, der mit 4,2 Millionen Kilometern pro Stunde auf die Erde zuraste. Dennoch blieb das Schreckensszenario eines großflächigen Stromausfalls bzw. Blackouts aus. Der Grund dafür liegt nicht in der Stärke begründet – der Sturm war vermutlich stark genug hierfür –, sondern in seinen physikalischen Details.
Polarlicht in Oberhausen
Ein Sonnensturm entsteht meist durch einen koronalen Massenauswurf (CME), bei dem Milliarden Tonnen magnetisierten Plasmas ins All geschleudert werden. Trifft eine solche Plasmawolke die Erde, kann sie das Magnetfeld unseres Planeten massiv stören, wodurch Polarlichter entstehen. Die gemessene Feldstärke von über 90 Nano-Tesla deutet darauf hin, dass enorme Energiemengen freigesetzt wurden. Im ruhigen Sonnenwind liegen die Werte meist bei 5 bis 10 Nano-Tesla.
Doch entscheidend ist nicht nur, wie stark ein Sturm ist, sondern wie sein Magnetfeld ausgerichtet ist. Besonders kritisch ist eine langanhaltende südliche Ausrichtung des von der solaren Plasmawolke mitgeführten Magnetfeldes. In diesem Fall kann es zu einer effektiven Kopplung mit dem Erdmagnetfeld kommen. Dabei handelt es sich um einen Prozess, den Physiker „magnetische Rekonnexion“ nennen. Erst dadurch gelangt die Energie tief in die Magnetosphäre und kann sich auch in den unteren Schichten der Erdatmosphäre ausbreiten und sich negativ auf Stromnetze und andere kritische Infrastruktur auswirken.
Christian Möstl, Forscher von GeoSphere Austria, meinte gegenüber der Presse, dass der Sonnensturm vom Montag zu den schwerwiegendsten Ereignissen der letzten Jahrzehnte geworden wäre, wenn das Magnetfeld der Plasmawolke Richtung Süden ausgerichtet gewesen wäre. Offenbar hatten wir noch einmal Glück gehabt. Das ungünstigste Szenario
Sonnensturm
Ein Blackout wäre im Worst Case möglich gewesen, wenn mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt worden wären: eine sehr hohe Feldstärke, eine über Stunden stabile südliche Magnetfeldkomponente, hohe Geschwindigkeit des Plasmas sowie eine direkte Treffergeometrie auf die Erde. Unter solchen Umständen entstehen starke geomagnetisch induzierte Ströme, die über lange Hochspannungsleitungen fließen und Transformatoren in die Übersättigung treiben und durchbrennen lassen können. Historische Beispiele wie der Québec-Blackout 1989 zeigen, dass regionale Stromausfälle dann realistisch sind.
Beim aktuellen Ereignis fehlte jedoch genau dieser entscheidende Faktor: Die Magnetfeld-Ausrichtung wechselte und blieb nicht dauerhaft südlich. Die Folge waren spektakuläre Polarlichter bis in mittlere Breiten – aber keine kritische Belastung der Stromnetze.
Die Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis, das global oder kontinental zu großflächigen Blackouts führt, gilt als sehr gering. Schätzungen aus der Raumwetterforschung gehen davon aus, dass Stürme vom Kaliber eines Carrington-Ereignisses (1859) statistisch nur alle 100 bis 200 Jahre auftreten. Selbst dann ist ein globaler Zusammenbruch moderner Stromnetze nicht automatisch gegeben, da heutige Systeme als robust eingestuft werden und Überlastungs-Frühwarnungen erlauben, schnell zu reagieren. Dennoch bleibt die Möglichkeit bestehen, dass es eines Tages zu einem großangelegten Blackout kommen könnte, der dann nicht in kurzer Zeit behoben werden kann.
Realistischer sind aber lokale oder regionale Effekte: temporäre Störungen von Satelliten, GPS-Ungenauigkeiten, Kurzwellen-Funkprobleme oder vorsorgliche Abschaltungen einzelner Netzkomponenten in hohen Breiten. Auch kurzfristige Spannungsschwankungen in Stromnetzen sind möglich. Solche Effekte werden mit zunehmender Sonnenaktivität häufiger, bleiben aber beherrschbar.
Der jüngste Sonnensturm war außergewöhnlich stark, aber noch kein Beinahe-Blackout, wie es in einigen Medien dargestellt wird. Er zeigt jedoch, wie schwer Vorhersagen zur Stärke eines geomagnetischen Sturms sind und dass die Sonne ungewöhnlich aktiv ist. Tatsächlich ist sie aktiver, als sie es im Zuge ihres Sonnenzyklus derzeit sein dürfte. Sie hält sich nicht an Prognosen der Wissenschaftler und Prognosen haben sich als unzuverlässig erwiesen.
Starke Zerstörungen entlang der Ostküste von Sizilien – Medicane „Harry“ wütete mit voller Kraft
Mit Merkmalen eines Zyklons bzw. Medicanes wütete Wintersturm Harry in weiten Teilen Süditaliens und hat insbesondere entlang der Ostküste Siziliens eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Italienische Medien sprechen von einem außergewöhnlichen Wetterereignis, das in seiner Intensität für den winterlichen Mittelmeerraum ungewöhnlich war. Eine Kombination aus orkanartigen Winden, gepaart mit extremen Regenfällen und schweren Sturmfluten, führte lokal zu starken Schäden an der küstennahen Infrastruktur. Noch heute fließt durch zahlreiche Küstenstraßen Meerwasser. Ufermauern und Kaianlagen wurden stark beschädigt oder sogar völlig zerstört.
Besonders betroffen waren Sizilien, der Süden Kalabriens und Sardinien. Dort trafen meterhohe Wellen ungebremst auf die Küsten und richteten schwere Schäden an Promenaden, Hafenanlagen und Stränden an. In einigen Orten drang das Meer weit ins Landesinnere vor, überschwemmte Straßen und Erdgeschosse und machte Verkehrswege unpassierbar. Küstenstraßen mussten gesperrt werden, weil Asphalt unterspült oder durch Geröll und Treibgut blockiert war. An mehreren Abschnitten brachen Fahrbahnen ein, was den Verkehr zum Erliegen brachte und die Verwundbarkeit der Küsteninfrastruktur verdeutlichte.
Riposto am Fuß des Ätnas
In den sozialen Medien geteilte Aufnahmen zeigen das Ausmaß der Zerstörungen, die bis jetzt noch nicht bilanziert werden konnten. Im Großraum Catania und entlang der Küste von Aci Trezza und Aci Reale wurden zahlreiche Küstenmauern – aus Lavagestein des Ätnas erbaut – zerlegt und die Trümmer gegen Vorgärten und Hauswände geschoben, die ihrerseits beschädigt wurden. Die durch den rauen Seegang ausgelösten Überflutungen in den küstennahen Bereichen verwandelten Straßen in Flüsse, die allerlei Unrat mit sich führten. Der Fährverkehr zu den Liparischen Inseln vor der Nordküste Siziliens wurde eingestellt, die Inseln waren zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. Berichte über neue Murenabgänge auf Stromboli liegen bis jetzt nicht vor.
Im Landesinneren sorgten anhaltende Starkregenfälle für Überflutungen und Erdrutsche. Bäche und kleine Flüsse traten über die Ufer und setzten Wohngebiete sowie landwirtschaftliche Flächen unter Wasser. Hangrutsche beschädigten Straßen und isolierten zeitweise kleinere Gemeinden. Der Bahn- und Fährverkehr wurde in vielen Regionen eingestellt, da Wind und Wellengang den sicheren Betrieb unmöglich machten.
Die Behörden veranlassten umfangreichen Schutzmaßnahmen. Für besonders gefährdete Gebiete wurden Evakuierungen angeordnet. Die Schulen blieben geschlossen. Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Zivilschutz arbeiteten im Dauereinsatz. Auch freiwillige Helfer sicherten Gebäude, pumpten Wasser ab und unterstützten Menschen, die ihre Häuser vorübergehend verlassen mussten.
Der Wintersturm Harry zeigte einmal mehr, wie anfällig der Mittelmeerraum für extreme Wetterlagen ist, die durch den Klimawandel an Häufigkeit und Intensität zunehmen können.
Leichtes Erdbeben erschütterte die Region Zermatt in der Schweiz – zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen
Datum: 20.01.2026 | Zeit: 20:21:46 UTC | Koordinaten 45.952 ; 7.728 | Tiefe: 2 km | Mb 3,4
Am Dienstagabend wurde die Region rund um Zermatt im Schweizer Kanton Wallis von einem schwachen, aber spürbaren Erdbeben der Magnitude 3,4 erschüttert. Die Erschütterung ereignete sich um 21:21 Uhr Ortszeit in einer Tiefe von nur 2000 m. Das Epizentrum lag rund acht Kilometer südlich von Zermatt, nahe der italienischen Grenze. Nicht zuletzt wegen der geringen Herdtiefe wurde das Erdbeben in der Umgebung deutlich wahrgenommen.
Zermatt
Zahlreiche Anwohner berichteten beim EMSC von grollenden Vibrationen und leichtem Zittern ihrer Häuser, das Fenster und Türen zum Rattern brachte. Meldungen über Schäden oder Verletzte gingen jedoch nicht ein. Die Behörden stuften das Ereignis als harmlos ein und sahen keinen Anlass für besondere Maßnahmen.
Tektonisch betrachtet stand das Erdbeben mit der Alpenorogenese im Zusammenhang. Das Gebirge gehört zu den geologisch aktivsten Regionen Mitteleuropas und ist das Ergebnis der fortdauernden Kollision zwischen der Eurasischen Platte und der Adriatischen Kleinplatte, die dem Afrikanischen Kontinent vorgelagert ist und von diesem in Europa hineingeschoben wird. Diese langsame, aber stetige Konvergenz führt nicht nur zum anhaltenden Wachstum der Alpen, sondern auch zu Spannungen in der Erdkruste, die sich immer wieder in kleineren Erdbeben entladen. Anders als an klassischen Plattengrenzen handelt es sich im Alpenraum überwiegend um sogenannte Intraplattenbeben entlang lokaler Störungszonen.
Der Kanton Wallis gilt innerhalb der Schweiz als besonders erdbebenaktiv. Jährlich werden hier zahlreiche kleinere Erschütterungen registriert, von denen die meisten unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegen. Ereignisse mit Magnituden im Dreierbereich sind zwar nicht alltäglich, kommen aber immer wieder vor.
Während solche schwachen Erdbeben normalerweise ungefährlich sind und keine größeren Schäden an der Infrastruktur verursachen, könnten sie im Laufe der Zeit dennoch bestehende Instabilität in steilen Felswänden vergrößern, insbesondere im Zusammenhang mit den schmelzenden Permafrostböden und auftauenden Klutffüllungen. Somit steigt insbesondere während der Sommermonate das Felssturzrisiko auch infolge schwacher bis moderater Erdbeben.
Der beschriebene Erdstoß war nicht das einzige Erdbeben, dass sich gestern in der Alpenregion und im Alpenvorland zutrug. In den letzten Tagen gab es eine rege Seismizität entlang der kontinentalen Naht.
Ausbruch am Vulkan Piton de la Fournaise stoppte bereits – Erdbebenaktivität hält an, Reaktivierung möglich
Gestern stoppte der Ausbruch am Piton de la Fournaise nach nur 2 Tagen Aktivität. Damit war es eine der kürzesten Eruptionen an diesem faszinierenden Schildvulkan im Indischen Ozean. Anhaltende Seismizität deutet aber an, dass das Magmaspeichersystem weiterhin unter Druck steht – eine Reaktivierung der Aktivität ist durchaus möglich.
Fournaise
Wie das Vulkanologische Observatorium Piton de la Fournaise (OVPF) mitteilte, flachte der Tremor am 20. Januar gegen 5:00 Uhr morgens ab, was als Zeichen für das Ende der eruptiven Phase gilt. An der Oberfläche sind seitdem keine aktiven Lavaströme mehr zu beobachten.
Dennoch geben die Vulkanologen noch keine Entwarnung und halten den Alarmstatus 2-1 aufrecht. Als Grund hierfür wird ein Anhalten der Erdbebenaktivität unter dem Gipfelbereich angegeben. Im Durchschnitt werden etwa zehn Erdbeben pro Stunde gemessen – genauso viele wie vor Beginn der seismischen Krise, die im Ausbruch gipfelte. Diese anhaltenden Beben deuten darauf hin, dass das Magmasystem des Vulkans weiterhin unter Druck steht. Ein erneuter Ausbruch, der entweder an derselben Stelle oder an einem anderen Ort innerhalb der Caldera stattfinden könnte, kann daher nicht ausgeschlossen werden.
Vor Ort werden weiterhin Gasemissionen sowie rötliche Gluterscheinungen entlang der Lavafront und den zuletzt aktiven Förderschloten festgestellt.
Der Vulkanausbruch war nicht nur vergleichsweise kurz, sondern förderte ersten Schätzungen zufolge weniger als eine Million Kubikmeter Lava. ein weiteres Indiz, dass sich im flachen Speichersystem unter dem Gipfelbereich noch Schmelze befinden muss.
Aus Sicherheitsgründen bleibt der Zugang zur Caldera des Piton de la Fournaise weiterhin strikt verboten. Das Tor zu den Treppen in der Calderawand am Parkplatz Pas del Bellecombe ist geschlossen. Auch Drohnenflüge unterliegen strengen Auflagen, da sie den Einsatz von Überwachungs- und Rettungshubschraubern gefährden könnten. Die Behörden erinnern zudem an die Verkehrsprobleme, die es während der ersten Eruptionsnacht auf der Vulkanwaldstraße gab, und appellieren an Besucher, abruptes Anhalten zu vermeiden. Bilder zeigten kilometerlange Schlangen am Straßenrand geparkter Autos.