Vulkanausbruch am Popocatépetl – Aschewolke bis auf 6400 m Höhe gefördert
Obwohl der Popocatépetl in den letzten Wochen ungewöhnlich ruhig war, kam es heute Nacht um 01:54 UTC zu einer VONA-Meldung, nach der eine Aschewolke bis auf 6400 m aufstieg und mit einer Geschwindigkeit von 45 km/h Richtung Osten zog. Dabei breitete sich die Aschewolke über ein großes Gebiet aus. Zuletzt wurde eine kleinere Aschewolke vor 2 Tagen gemeldet, was für den mächtigsten Vulkan Mexikos ein vergleichsweise langes – aber nicht das längste – Pausenintervall darstellt.

In den letzten Wochen ist ein signifikanter Aktivitätsrückgang am Popocatépetl zu verzeichnen. So meldete CENAPRED gestern nur 14 Ascheexhalationen und ein vulkanotektonisches Erdbeben. Tremor wurde zuletzt am 24. Januar registriert und dieser brachte es nur auf eine Gesamtdauer von 15 Minuten. Noch vor einem Jahr gab es Tremorphasen, die sich zeitweise fast über den ganzen Tag erstreckten.
Trotz der geringeren Explosivität und dem ausbleibenden Tremor emittiert der Mexikaner kontinuierlich eine als moderat eingestufte Wärmestrahlung mit Spitzenleistung um 30 MW. Das spricht dafür, dass im Krater ein Dom wachsen könnte, wobei gleichzeitig zumindest ein Förderschlot frei sein müsste, durch den der Gasdruck entweicht. Bei einem verstopften Fördersystem würde man eine erhöhte Seismizität bzw. einen Tremor erwarten.
Die aktuelle Aktivitätsphase des Popocatépetl dauert nun mehr als zwei Jahrzehnte. Nach rund 70 Jahren relativer Ruhe begann im Dezember 1994 eine neue Eruptionsperiode, die den Vulkan dauerhaft reaktivierte. Innerhalb dieser Entwicklung wird die aktuelle, nahezu kontinuierliche Eruptionsphase meist auf den Januar 2005 datiert. Seitdem zeigt der Popocatépetl fast ununterbrochen Gas- und Ascheemissionen, kombiniert mit explosiven Ausbrüchen und wiederholtem Domwachstum im Krater.
Der stärkste Ausbruch dieser langfristigen Aktivitätsphase ereignete sich im Dezember 2000. Damals kam es zu sehr starken Explosionen mit großen Aschewolken und pyroklastischen Dichteströmen, die zu umfangreichen Evakuierungen der Anwohner führten.
Es bleibt abzuwarten, ob die aktuell ruhigere Phase letztendlich zum Erlöschen der Aktivität führt oder ob es nur ein ruhigeres Intermezzo ist.