Vulkan Karangetang eruptiert auch am 11. Oktober

Karangetang bleibt aktiv – Aschewolken erreichen 700 Meter über dem Gipfel

Der Karangetang liegt auf der indonesischen Insel Siau und bleibt auch am 11. Oktober aktiv. Wie das Zentrum für Vulkanologie und geologische Gefahrenabwehr (PVMBG) in einer kurzen Notiz mitteilte, wurden im Laufe des Nachmittags 2 kleinere Aschewolken registriert. Auf Nachtaufnahmen der letzten Tage ist zudem sichtbar, dass auch rotglühende Tephra gefördert wird. Auf einem Bild vom 8. Oktober sind glühende Schuttlawinenabgänge dokumentiert worden.



Karangetang-Archiv

Die erste gemeldete Eruption heute ereignete sich um 14:02 Uhr Ortszeit. Dabei stieg eine etwa 700 Meter über dem Gipfel aufragende Aschewolke auf. Wenig später, um 14:59 Uhr, wurde eine weitere Eruption registriert. Auch bei diesem Ausbruch reichte die Aschewolke 700 Meter über Gipfelhöhe, entsprechend etwa 2.484 Metern über dem Meeresspiegel. Die Wolke zeigte eine hellgraue, bis braune Färbung und driftete aufgrund der vorherrschenden Windrichtung vor allem nach Westen und Nordwesten. Beide Eruptionen waren zum Zeitpunkt der Berichte noch nicht abgeschlossen.

Die teils braune Färbung der Eruptionswolke deutet darauf hin, dass bei den Eruptionen nicht nur Lava aus frisch aufgestiegenem Magma eruptiert wird, sondern auch älteres, bereits chemisch umgewandeltes Material.

Die aktuellen Ausbrüche stehen im Zusammenhang mit einer bereits zuvor erhöhten Aktivität des Vulkans. Im Tagesbericht für den 10. Oktober wurden unter anderem 13 Abgänge von Gesteins- und Lavabrocken, 43 Exhalationssignale sowie zwölf harmonische Tremorphasen registriert. Hinzu kamen zwei nichtharmonische Tremorphasen und zwei weit entfernte tektonische Erdbeben. Die seismischen Signale belegen damit eine anhaltende magmatische Unruhe im Vulkansystem.

Der Karangetang ist 1.784 Meter hoch und zählt zu den aktivsten Vulkanen Indonesiens. Wegen der instabilen Lavamassen besteht weiterhin die Gefahr von Lavaabbrüchen und pyroklastischen Strömen. Das PVMBG warnt deshalb vor einem Aufenthalt innerhalb eines Radius von 1,5 Kilometern um die beiden Gipfelkrater. Südlich und südwestlich erweitert sich die Gefahrenzone sektoral auf 2,5 Kilometer.

Zusätzlich wird vor Laharen und Sturzfluten gewarnt. Besonders bei starken Regenfällen können vulkanische Ablagerungen mobilisiert werden und über die Flussläufe bis zur Küste gelangen.

Anak Krakatau wirft wieder rotglühende Tephra aus

KI-koloriert

Livecambild vom Anak Krakatau zeigt Auswurf rotglühender Tephra – Vulkanasche in 1500 Metern Höhe detektiert

Die vorgestern am Anak Krakatau erneut aufgeflammte eruptive Aktivität hält weiter an. Das VAAC Darwin registrierte am 6. Oktober eine Eruption, bei der Vulkanasche bis in eine Höhe von etwa 1.500 Metern über dem Meeresspiegel aufstieg. Die Aschewolke bewegte sich unter dem Einfluss des Windes mit einer Geschwindigkeit von 9 km/h in westliche Richtung. Außerdem wurde am Vorabend von MAGMA ein Livecam-Bild veröffentlicht, das um 20:18 Uhr Ortszeit den Auswurf rotglühender Tephra zeigt. Anak Krakatau eruptierte also innerhalb weniger Stunden mindestens 2 mal.



Livecambild

Nach Angaben des VAAC wurde die Ascheemission heute um 05:20 UTC beobachtet. Die Ausbreitung der Asche konnte anhand von Satelliten- und Modelldaten rekonstruiert werden. Auf den Satellitenbildern selbst war die Aschewolke zum Zeitpunkt der Meldung allerdings nicht eindeutig zu erkennen. Die Warnung basiert daher auf der Kombination verschiedener Datenquellen. Das VAAC erwartet zunächst eine weitere Ausbreitung der Asche nach Westen.

Auch die indonesische Vulkanüberwachung registrierte zuletzt wieder mehrere Eruptionen. Im Tagesbericht für den 5. Oktober wurden insgesamt vier Explosionsereignisse festgestellt. Dabei konnten wegen der Bewölkung keine Eruptionssäulen beobachtet werden. Die aufgezeichneten Eruptionsbeben dauerten zwischen 20 und 798 Sekunden und erreichten Amplituden von 39 bis 55 Millimetern.

Daneben wurden fünf Hybrid- bzw. Mehrphasenbeben, drei flache vulkanische Beben und zwei sogenannte Low-Frequency-Ereignisse registriert. Außerdem trat ein kontinuierliches Tremorsignal mit einer überwiegend geringen Amplitude von etwa 2 Millimetern auf. Die kombinierte Seismizität aus Explosionen, vulkanischen Erdbeben und Tremor zeigt, dass der Vulkan weiterhin sehr aktiv ist und seine Tätigkeit steigern könnte. Eine seismische Krise, wie sie kurz vor den starken Eruptionen Anfang September stattfand, findet bis jetzt nicht statt.

Die Behörden empfehlen weiterhin, einen Sicherheitsabstand von mindestens zwei Kilometern zum aktiven Krater einzuhalten. Dies gilt insbesondere für Besucher und Boote in der Umgebung des Vulkans.

Anak Krakatau zeigt am 5. Oktober 2 Eruptionen

Anak Krakatau eruptierte heute 2 mal – Vulkanasche und glühende Tephra ausgestoßen

Am Anak Krakatau ereigneten sich heute ziemlich überraschend mindestens 2 Explosionen, die neben Aschewolken auch glühende Tephra ausstießen. Nach Angaben des VAAC Darwin stieg die Asche bis auf etwa 2700 Meter Höhe auf und driftete mit schwachem Wind in Richtung Nordwesten.



Krakatau

Eine erste explosive Eruption wurde vom indonesischen Vulkanobservatorium am 5. Oktober um 20:13 Uhr Ortszeit registriert. Zum Zeitpunkt der Meldung dauerte der Ausbruch noch an. Wenige Minuten später, um 20:28 Uhr, wurde eine weitere Explosion aufgezeichnet. Dabei erreichte das seismische Signal eine maximale Amplitude von 33 mm und dauerte 61 Sekunden. Visuell konnte die Eruption aufgrund der Dunkelheit beziehungsweise eingeschränkter Sicht vom Observatorium aus nicht direkt beobachtet werden. LiveCam-Aufnahmen dokumentierten aber beide Eruptionen und lassen neben den Aschewolken auch rotglühende Tephra erahnen. Allerdings ist der Bildausschnitt der neuen Überwachungskamera – deren Datum noch nicht richtig eingestellt ist – seltsam gewählt und zeigt mehr die provisorische Beobachtungsstation als den Vulkan. Möglich, dass hiermit auch die Ausrüstung vor Vandalismus und Diebstahl geschützt werden soll.

Die geophysikalischen Daten vom 4. Oktober lieferten nur schwache Hinweise auf eventuelle Magmabewegungen im Untergrund: Es wurden ein Exhalationssignal, ein niederfrequentes Erdbeben sowie fünf hybride bzw. mehrphasige Beben registriert. Zudem trat kontinuierlicher Tremor geringer Amplitude auf. An der Oberfläche wurde eine 10 bis 50 Meter hoch aufsteigende Dampf- und Gasfahne beobachtet. Außerdem zeigten Satellitendaten gestern Nachmittag ein thermisches Signal mit einer Leistung von 20 Megawatt, was neben dem Tremor das stärkste Vorzeichen einer evtl. bevorstehenden Eruption darstellte.

Der Anak Krakatau befindet sich im Zentrum der Caldera des ehemaligen Krakatau-Vulkans, dessen großer Ausbruch von 1883 weltgeschichtlich bekannt ist. Der heutige Vulkankegel wächst seit seinem Auftauchen im Jahr 1927 und zeigt immer wieder explosive Aktivität. Nach dem erneuten Teilkollaps des Anak Krakatau in 2018, zählt die Eruptionsphase von Anfang September zu den stärksten Ereignissen der letzten Jahre.

Merapi: Neue Studie zeigt mögliche Wege des Magmatransports

Neue Studie zeigt mögliche Wege des Magmas am Merapi – strukturelle Verbindung zu den Nachbarvulkanen

Während am indonesischen Vulkan Merapi weiterhin ein Lavadom wächst, von dem regelmäßig glühende Lavalawinen und pyroklastische Ströme über die Flanken des Vulkans abgehen, beschäftigt sich eine im September 2026 in Geophysical Research Letters veröffentlichte Studie mit dem tiefen Untergrund des Vulkans. Sie liefert neue Erkenntnisse darüber, welche Strukturen im Untergrund den Aufstieg von Magma am Merapi beeinflussen könnten. Die Ergebnisse zeichnen das Bild eines komplex aufgebauten Vulkansystems, in dem Störungen, Klüfte und magmatische Gänge eine wichtige Rolle beim Magmatransport spielen.


Pyroklastischer Strom am Merapi. © Marc Szeglat

Der Merapi ist einer der gefährlichsten Vulkane der Welt, was zum einen an seiner Eruptionsart liegt, die maßgeblich vom Magmatyp bestimmt wird, zum anderen aber auch durch seine Lage am Rand eines der wichtigsten Ballungsgebiete Javas. Dabei erhebt sich der Merapi nicht als einziger Vulkan der Region über Yogyakarta, sondern er bildet mit dem etwas größeren Merbabu und dem deutlich kleineren Telomoyo eine Kette eng beieinander liegender Feuerberge, zu der auch noch der Ungaran gehört. Zumindest vom Merapi ist bekannt, dass von ihm einst pyroklastische Ströme ausgingen, auf deren Ablagerungen Teile der Millionenstadt Yogyakarta errichtet wurden. Sollten sich heute vergleichbare Eruptionen ereignen, wären die Folgen fatal. Grund genug also, die Prozesse genau zu untersuchen, die für die Aktivität des Merapis maßgeblich sind.

Die Forscher untersuchten den Untergrund des Merapi-Merbabu-Telomoyo-Vulkankette mithilfe der seismischen Tomografie und der Analyse der sogenannten Azimutalanisotropie. Dabei wurden Daten von 42 Breitbandseismometern ausgewertet, die mit Hilfe des seismischen Rauschens gewonnen wurden, das überwiegend durch die Meeresbrandung an der ca. 50 Kilometer entfernten Küste erzeugt wurde. Zur Auswertung kamen die Daten der Rayleigh-Wellen. Die Messungen stammen zwar bereits aus den Jahren 2013 bis 2015 und spiegeln nicht die aktuelle Eruption wider, sondern ermöglichen einen detaillierten Blick auf die langfristige Struktur der oberen Erdkruste.

Die Studie identifizierte eine ausgeprägte Zone hoher Vs-Werte, die sich vom Süden des Merapi über den Merbabu bis zum Telomoyo erstreckt. Sie folgt ungefähr der bekannten Merapi-Merbabu-Verwerfung. Die Autoren interpretieren diese Struktur als relativ starres Krustenfragment, das die drei Vulkane strukturell miteinander verbindet. Unter dem Merbabu reicht die Hochgeschwindigkeitsanomalie bis etwa 10 km Tiefe.

Untergrundstrukturen

Besonders auffällig ist zudem eine Zone mit niedrigen Geschwindigkeiten seismischer Wellen unterhalb des Merapi. Sie reicht bis in etwa 7 bis 8 Kilometer Tiefe und befindet sich vor allem südwestlich des Vulkans. Niedrige Wellengeschwindigkeiten können auf stark zerklüftetes Gestein, Fluide oder teilweise geschmolzenes Material hinweisen. Zusammen mit anderen geophysikalischen Untersuchungen ergibt sich der Verdacht auf einen fluid- und magmatisch beeinflussten Bereich im Untergrund.

Noch interessanter ist die ausgeprägte seismische Anisotropie. Unter dem Merapi erreicht sie Werte von etwa 6 bis 7 Prozent und ist bis in 8 Kilometer Tiefe besonders deutlich ausgeprägt. Die bevorzugte Richtung der Anisotropie verläuft ungefähr Nordnordwest–Südsüdost. Diese Orientierung entspricht in etwa dem Verlauf der Merapi-Merbabu-Störung. Nach Interpretation der Autoren könnten ausgerichtete Klüfte und annähernd vertikale Magmagänge für dieses Muster verantwortlich sein.

Damit entsteht ein Modell, nach dem das Magma nicht völlig beliebig durch die Kruste aufsteigt aber auch nicht an einen Förderschlot gebunden ist. Vielmehr können vorhandene Störungen und Klüfte als bevorzugte Aufstiegswege dienen. Die Merapi-Merbabu-Störung könnte dabei eine wichtige strukturelle Rolle spielen. Interessanterweise unterscheidet sich der Untergrund des Merbabu deutlich vom Merapi. Dort dominiert eine Zone hoher seismischer Wellengeschwindigkeiten, die auf relativ kompaktes und stärker konsolidiertes Gestein schließen lässt. Das könnte ein Grund dafür sein, dass der Merbabu zuletzt im Jahr 1797 ausbrach: die Schmelze im Untergrund ist erstarrt und die Aufstiegswege verdichtet bzw. zementiert.

Die Ergebnisse sind auch in Bezug auf die aktuelle Aktivität des Merapi interessant, die von anhaltendem Domwachstum geprägt ist. Die am Dom austretende Lava könnte in Form von Magma entlang der Strukturen aufsteigen, die in den bereits mehr als 10 Jahre alten Datensätzen entdeckt wurden.

Die Ergebnisse legen nahe, dass die Störungszonen und Klüfte der oberen Kruste den Magmatransport wesentlich mitbestimmen. Das Speicher- und Fördersystem des Merapi passt somit in das Bild, welches viele jüngere Studien an unterschiedlichen Vulkanen zeigen: Die klassische Vorstellung einer Magmakammer unter dem Vulkan, von der ein senkrechter Schlot zum Krater aufsteigt, scheint generell absurd vereinfacht zu sein. Vielmehr befindet sich unter dem Merapi – wie unter vielen Vulkanen, die weiterentwickelte Laven hervorbringen – ein komplexes System aus Magmareservoirs, Gängen und strukturellen Schwächezonen, die als Magmaaufstiegswege dienen.

Quelle der Studie: Ramadhan, I. et al. (2026): Crustal Shear-Wave Velocity and Azimuthal Anisotropy Imaging Reveals the Merapi-Merbabu-Telomoyo Volcanic Chain, Central Java. Geophysical Research Letters, 53(18). https://doi.org/10.1029/2026GL123165, Lizenz der CC

Merapi zeigt Abgängen glühender Lava

Lavaabgänge Merapi setzen sich fort – Südwestdom wächst weiter

Auf Java in Indonesien hält die effusive Eruption am Merapi an und erzeugt zahlreiche Lavaabgänge, die besonders auf Nachtfotografien die charakteristischen Glutspuren hinterlassen. In einigen Fällen entstehen aus diesen Schuttlawinen auch kleine pyroklastische Dichteströme. Nach den aktuellen Messungen des indonesischen Vulkanüberwachungsdienstes PVMBG wurden am 2. Oktober innerhalb von 24 Stunden drei glühende Lavaabgänge beobachtet. Das Material bewegte sich bis zu 2000 Meter weit in Richtung Kali Sat und Kali Putih. Damit bleibt vor allem die Südwestflanke der am meisten gefährdete Bereich des Vulkans – nach dem Gipfelkrater versteht sich.

Merapi

Am 2. Oktober registrierten die Seismometer 85 Abgangsbeben, 48 Hybrid- beziehungsweise Mehrphasenbeben und acht flache vulkanotektonische Erdbeben. Die hohe Zahl der Hybridbeben gilt dabei als Hinweis auf Magmabewegungen im Fördersystem. Die Vulkanologen gehen davon aus, dass die Versorgung mit Magma weiterhin anhält und dadurch auch weitere pyroklastische Abgänge ausgelöst werden können.

Bereits in der Woche vom 25. September bis 1. Oktober wurden zehn Lavaabgänge dokumentiert. Hinzu kamen fünf pyroklastische Ströme. Die Lavaaktivität ist damit Teil eines länger anhaltenden Wachstums- und Kollapsprozesses der Lavadome am Gipfel.

Die Entwicklung des Südwestdoms ist besonders interessant, da dieser die größere Dynamik der beiden Dome zeigt. Bei einer Drohnenvermessung am 19. September wurde sein Volumen mit 4,1827 Millionen Kubikmetern angegeben. Bei der vorherigen Messung Anfang September waren es 4,1633 Millionen Kubikmeter. Innerhalb dieses Zeitraums nahm das Volumen somit um rund 19.400 Kubikmeter zu. Ende Juli lag der Wert noch bei etwa 4,0212 Millionen Kubikmetern. Über knapp zwei Monate ergibt sich damit ein Zuwachs von rund 161.500 Kubikmetern beziehungsweise etwa vier Prozent.

Der Dom wächst somit trotz regelmäßiger Lavaabgänge langsam weiter. Das Volumen des mittleren Domes beträgt 2,3696 Millionen Kubikmeter und hat sich in den letzten Wochen praktisch nicht verändert.

Der Merapi bleibt auf Warnstufe III (Siaga). Bei starken Regenfällen besteht zusätzlich die Gefahr, dass frische vulkanische Ablagerungen als Lahare mobilisiert werden und die Flusstäler hinabströmen. Die Behörden rufen deshalb dazu auf, die Gefahrenbereiche weiterhin zu meiden.

Vulkan Marapi eruptiert 42 Sekunden lang

Marapi mit erneuten Eruptionen – Vulkanasche in 3000 m Höhe vermutet

Der indonesische Vulkan Marapi auf Sumatra bleibt sporadisch aktiv und eruptierte am heutigen Dienstag in einem kurzen Puls. Nach Angaben des indonesischen Vulkanüberwachungsdienstes PVMBG ereignete sich der Ausbruch um 17:35 Uhr Ortszeit (10:35 UTC). Eine Eruptionswolke war wegen der Sichtverhältnisse nicht zu beobachten, das Ereignis wurde jedoch eindeutig seismisch registriert. Die maximale Amplitude erreichte 25,9 mm, die Eruption dauerte 42 Sekunden.

VONA

Auch das VAAC Darwin erhielt eine VONA-Meldung und gab daraufhin ein Vulkanaschebulletin heraus. Demnach wurde um 10:35 UTC eine Ascheemission bis etwa FL100, also rund 3.000 Meter über Meeresspiegel, gemeldet. Da der Vulkan auf Satellitenbildern von dichten meteorologischen Wolken verdeckt war, konnte die Aschewolke dort nicht eindeutig identifiziert werden. Aufgrund des aktuellen Eruptionsverhaltens, der Bodenbeobachtungen und meteorologischer Modelle wurde die Wolkenobergrenze vorsorglich bis FL110 angesetzt. Die Asche sollte sich innerhalb von zwei bis sechs Stunden auflösen.

Die Aktivität hatte sich bereits in den vergangenen Tagen bemerkbar gemacht. Bereits am 26. September wurde eine Eruption registriert, die eine maximale seismische Amplitude von 30 mm erreichte und 79 Sekunden dauerte. Damit kam es innerhalb von drei Tagen zu mindestens zwei instrumentell bestätigten Ausbrüchen, die allerdings nur von kurzer Dauer waren.

Die geophysikalischen Messungen vom 28. September weisen auf eine erhöhte Aktivität des Vulkans hin. Neben einem Low-Frequency-Erdbeben wurden zwei flache und ein tiefes vulkanisches Beben registriert. PVMBG weist ausdrücklich auf eine Zunahme der seismischen Aktivität hin.

Dieser Trend zeichnete sich schon in der Vorwoche ab, als es mehrere Tage hintereinander zu einer deutlich erhöhten Seismizität kam und auch Tremor registriert wurde. In Spitzenzeiten gab es mehr als 30 tägliche Tremorpulse, zudem zahlreiche Entgasungsbeben.

Der Marapi steht weiterhin unter genauer Beobachtung der Vulkanologen. Die Behörden empfehlen, einen Radius von drei Kilometern um den Verbeek-Krater zu meiden. Zusätzlich besteht bei starken Niederschlägen die Gefahr, dass sich in Flusstälern am Vulkan Lahare bilden.

Ili Lewotolok: Vulkan bleibt explosiv und effusiv aktiv

Ili Lewotolok mit zahlreichen Eruptionen und aktivem Lavastrom auf der Südostflanke

Der Vulkan Ili Lewotolok liegt auf der Insel Lembata und zählt aktuell zu den aktivsten Vulkanen Indonesiens. Am 22. September wurden bereits zwei Eruptionen registriert, deren Aschewolken hoch genug aufstiegen, um beim VAAC Darwin VONA-Warnungen auszulösen. Bei einem Ausbruch um 03:20 Uhr WITA stieg eine Aschewolke etwa 500 Meter über den Gipfel auf. Die Eruption dauerte 29 Sekunden und erzeugte eine maximale seismische Amplitude von 40 mm. Bei einer weiteren Eruption um 12:36 Uhr erreichte die Aschewolke eine Höhe von rund 400 Metern über dem Krater. Sie driftete in Richtung Westen und Nordwesten. Darüber hinaus werden täglich mehr als 100 seismische Explosionssignale von diesem Vulkan aufgefangen.

Lewotolok

Bereits am Vortag war die Eruptionsaktivität hoch. Zwischen 10:53 und 17:31 Uhr wurden fünf Ausbrüche dokumentiert, bei denen die Aschewolken Höhen von 700 bis 800 Metern über dem Gipfel erreichten. Insgesamt registrierte das Observatorium am 21. September 335 Eruptions- beziehungsweise Explosionssignale. Hinzu kamen 111 Explosionssignale, 26 nicht-harmonische Tremorphasen und zwei harmonische Tremorsignale. Die hohe Zahl vulkanisch bedingter Erdbeben zeigt, dass sich weiterhin Magma beziehungsweise vulkanische Fluide im oberflächennahen Fördersystem bewegen.

Davon zeugt auch der Umstand, dass nachts nicht nur glühende Tephra beobachtet werden kann, sondern auch ein Lavastrom aktiv ist. Nach Angaben der Beobachtungsstation in Laranwutun bewegt er sich auf der Südostflanke und hatte am 21. September eine Entfernung von etwa 500 Metern vom Kraterrand erreicht. Solche Lavaströme treten am Ili Lewotolok seit der großen Eruptionsphase Ende November 2020 immer wieder auf. Damals führte eine deutlich stärkere explosive Aktivität zur Evakuierung von fast 8.000 Menschen; Asche wurde bis zu vier Kilometer über den Gipfel eruptiert. Die aktuelle Aktivität bleibt aber deutlich schwächer.

Dennoch wird der Flugverkehr über die Aktivität des Lewotolok auf dem Laufenden gehalten. Das VAAC Darwin meldete am 22. September eine Aschewolke, die in Satellitendaten allerdings nicht eindeutig erkennbar war. Nach den verfügbaren Beobachtungen wurde eine Ausbreitung bis etwa Flugfläche 070 (ca. 2100 m) in nordwestlicher Richtung angenommen.

Der Vulkan steht weiterhin auf Warnstufe 2 („Waspada“), der zweiten von vier indonesischen Alarmstufen. Besucher sollen einen Bereich von zwei Kilometern um den Krater meiden; auf der Süd- und Südostseite gilt ein erweiterter Radius von drei Kilometern. Zudem besteht dort die Gefahr von Lavaabbrüchen und pyroklastischen Strömen.

Bali: Living in

Ubud – Paradies für Götter und Schlemmerer im Osten von Bali

Der erste Teil unserer Reisedokumentation über Bali 2026

Bali ist die wohl am touristischsten geprägte der großen Inseln Indonesiens und dementsprechend gut besucht. Besonders im Osten ist man auf gesundheitsbewusste Wellnesstouristen aus Übersee eingestellt, die es sich eine Zeitlang gut gehen lassen und die freundliche Atmosphäre auf sich wirken lassen wollen, die die hinduistisch geprägte Gesellschaft mit sich bringt. Darüber hinaus ist Bali für seine vergleichsweise luxuriösen Häuser bekannt, die architektonisch oft asiatische Tradition mit westlicher Moderne kombinieren. Genau hier setzte unser diesjähriger Sommerurlaub an, denn für Sightseeing ist Bali aufgrund seines enorm dichten Verkehrs wenig geeignet, obgleich wir natürlich einige Sehenswürdigkeiten ansteuerten, hierunter u.a. die Vulkane Batur und den Kawah Ijen auf der benachbarten Insel Java. Beide Vulkane – so viel sei vorweggenommen – stellten für mich eine herbe Enttäuschung dar!


Sonnenaufgangsblick vom Batur über die Caldera mit dem See. © Marc Szeglat

Eigentlich war für dieses Jahr ein Safariurlaub in Tansania geplant gewesen, doch ausgerechnet als es ans Buchen der Flüge ging, griff dieser Idiot Trump den Iran an und durch die Angriffe des Irans auf die Nachbarländer kam es zu massiven Störungen des Flugbetriebs der Fluggesellschaften, die in den Emiraten zwischenlanden. Entsprechend explodierten nicht nur Bomben und Raketen, sondern auch die Flugpreise in Richtung Ostafrika, weswegen wir umdisponierten und gen Bali buchten. Leroy stieß auf die bei uns kaum bekannte Fluggesellschaft Xiamen Airlines, die aus China stammt und von Amsterdam aus Bali ansteuert – für Preise, zu denen man in den Sommerferien von Düsseldorf aus gerade mal bis Kreta kommt. Da Sohn und Frau mal im Luxus schwelgen wollten, anstatt sich in einem Camper zu quetschen, ließ ich mich zur Buchung einiger Villen hinreißen, die ich normalerweise für dekadent gehalten hätte, was der Vergleich zu europäischen Hotelpreisen allerdings schnell wieder relativierte, insbesondere unter der Berücksichtigung, dass man hier mit einem Jugendlichen im Schlepp zu Dritt oft 2 Zimmer buchen muss. Tatsächlich kostete auf Bali eine Nacht in einem Luxushaus mit eigenem Pool und 2 bis 3 Schlafzimmern so viel, wie man inzwischen für ein Mittelklassehotel in Deutschland zahlt.

Der Flug mit Zwischenlandung in Xiamen – dem Herkunftsort der Fluggesellschaft – verlief reibungslos und ich wunderte mich über die Pünktlichkeit der Chinesen, von der sich andere Fluggesellschaften eine Scheibe abschneiden können. Das Umsteigen klappte gut, auch wenn die Kontrollen ernst genommen wurden und man sich besorgt zeigte, dass Passagiere ein Feuerzeug mit an Bord nehmen könnten. Diese wurden gnadenlos einkassiert und ich fragte mich, ob China schon von der Gasmangellage betroffen ist, die man bei uns im nächsten Winter fürchten muss.

Die Immigration im Flughafen Denpasar lief vollautomatisch ab, da wir bereits zuhause das Visum nebst allen geforderten Formularen und Bestätigungen online erledigt hatten, was allerdings eine nervenaufreibende Sache gewesen war.

Für die erste Nacht hatten wir ein Hotel in ca. 5 Kilometern Entfernung zum Flughafen reserviert und wollten uns mit dem Taxi dorthin bringen lassen. Der Fahrer rief mal eben 60 USD für die Fahrt auf, woraufhin ich ihm einen Vogel zeigte. Ich bezahle doch keinen indonesischen Wochenlohn für eine 10 Minuten Fahrt! Er ließ sich zwar auf 25 runterhandeln, was mir aber immer noch zu teuer erschien. Zum Schluss fuhren wir mit dem hiesigen Uber-Äquivalent Grab für umgerechnet 5 Euro. Auf Bali gilt die Regel: Meide Taxis, wann immer es geht!

Als Erstes steuerten wir ein Haus in Ubud an, von wo aus nicht nur die Reisterrassen von Tegallalang und diverse Tempelanlagen schnell zu erreichen waren, sondern auch Wasserfälle und ein Affenwald, der sich als ziemlicher Reinfall erwies. Während die Villa in einer kleinen Anlage in einem ruhigen Viertel gut 20 Fahrtminuten vom Stadtzentrum Ubud entfernt lag, war die Stadt selbst alles andere als ruhig: Hier schoben sich wahre Autokolonnen durch die schmalen Straßen, begleitet von Schwärmen stinkender Mopeds, die sich überall vordrängelten und selbst durch die kleinste Lücke quetschten. Wer als Fußgänger unterwegs ist, muss nicht nur aufpassen, nicht umgefahren zu werden, sondern sollte auch tunlichst nicht auf eines der kleinen Blumenpäckchen treten, die praktisch vor jedem Hauseingang auf dem Boden rumliegen. Hierbei handelt es sich um Opfergaben für die vielfältige hinduistische Götterwelt. Bei genauerem Hinblicken entdeckte ich nicht nur Kronkorken mit brauner Flüssigkeit, sondern auch vereinzelt Zigaretten. OK, das passt vielleicht zu Göttern, die in Vulkanen wohnen.

Zum Glück bin ich diesmal nicht selbst gefahren, sondern wir nutzten die oben erwähnte Grab-App um private Fahrer zu bestellen, was gut funktionierte und vergleichsweise günstig war. Die Fahrer verwickelten einen sofort in Gespräche, was man denn bereits gesehen hat und noch unternehmen will, in der Hoffnung, eine Folgebuchung zu bekommen oder sogar für einen ganzen Tag engagiert zu werden. Tatsächlich erwies es sich oft günstiger, einen Grap-Fahrer für den ganzen Tag zu mieten, was so mit ca. 30 bis 40 € zu Buche schlug, als organisierte Touren zu unternehmen, bei denen der Fahrtpreise deutlich höher lagen.

Generell sind die vergleichsweise geringen Lebenshaltungskosten das Hauptargument für einen Bali-Urlaub. Ein 3-Gänge-Menü inklusive Bier oder Cocktail bzw. Mocktail zum Abendessen belastete das Portemonnaie mit ca. 15 bis 20 € pro Person, eine einstündige Massage oder einen Yogakurs konnte man für nicht einmal 10 € die Stunde buchen und eine Tour zum Batur kostete mit Fahrer und Guide ca. 50 € pro Person. Womit wir beim Thema wären…

Die Besteigung des Vulkans Batur zum Sonnenaufgang

Wir ließen uns gegen 2 Uhr nachts von unserem Haus abholen und erreichten nicht mal eine dreiviertel Stunde später die Caldera, aus der sich der Gunung Batur am Ufer Batur-Sees (Danau Batur) erhebt. Unser Chauffeur parkte uns auf einem großen Parkplatz, der von Verkaufsbuden umgeben war, und meinte, wir müssten noch auf den Führer warten. Der kam dann erst eine halbe Stunde später, als die anderen Touristen eintrudelten. Wir begannen unseren Marsch in Richtung Vulkan über eine schmale Asphaltstraße, die zunächst sanft bergauf führte und in ihrem 3 Kilometer langen Verlauf immer steiler wurde. Zu Fuß waren nur wenige andere Touristen unterwegs, doch zu meinem Erstaunen nahm der Verkehr permanent zu, bis ständig Autos und Mopeds an uns vorbeifuhren und ich langsam sauer wurde: Warum latschten wir hier lang, wenn man noch weiter hochfahren konnte, und was sollte dieser Verkehr mitten in der Nacht? Von einem schönen Vulkantrekking, um vom Gipfel des Vulkans den Sonnenaufgang über Bali zu erleben – was schlichtweg der Klassiker ist – konnte hier kaum die Rede sein. Ich fauchte den Führer an, ob es nicht einen vernünftigen Wanderweg ohne Verkehr gebe, auf dem man nicht um sein Leben fürchten müsse, als wir auch schon das Ende des Asphalts erreichten und an einer schier endlosen Kolonne geparkter Autos entlangschlenderten. Kurz darauf traf mich endgültig der Schlag, als ich die nicht enden wollende Lichterkette erspähte, die sich die steile Flanke des Batur hinaufbewegte. Nun befanden wir uns inmitten unzähliger Füße, die sich den viel zu steilen Pfad hochwühlten und dabei Tonnenweise Schlacken und Lapilli nach unten traten, so dass sich Nachfolgende in einer permanenten Staubwolke bewegen mussten.

Natürlich war ich mir bereits zuvor bewusst gewesen, dass man hier nicht alleine unterwegs ist, aber mit mehreren Tausend Leidensgenossen hatte ich nicht gerechnet. Doch irgendwann ist auch das schlimmste Trekking vorbei und so standen wir nach gut 90 Minuten Steilstück auf einer Terrasse kurz unterhalb des Batur-Kraters und gafften wie Mondkälber in Richtung Sonnenaufgang. Unnötig zu erwähnen, dass ich mir albern und deplatziert vorkam, die Kids – kaum einer der Gipfelstürmer war älter als 30 – dabei zu beobachten, wie sie ihre TikTok- und Insta-Selfies schossen und dabei nicht nur wie Enten befremdliche Grimassen schnitten, sondern sich auch seltsam verrenkten: Wenn ich irgendetwas noch mehr als lila Elefanten (siehe unten) hasse, dann sind es Fotos von Silikongespritzten Lippen auf Duckface in Tanzpose auf einem Vulkan!

Mit meinen inzwischen fast 60 Jahren war ich der Senior unter den Vulkanbesteigern und heilfroh, dass ich dieses Ziel nicht früher angesteuert habe, denn es hätte wahrscheinlich meine Vulkanbegeisterung im Keim erstickt, wobei ich noch nie besonders gerne auf inaktive Vulkanruinen gestiegen bin. Enttäuschend kam hinzu, dass die Sicht auf den Koloss Agung durch eine weitere Vulkanruine – Gunung Abang – auf der gegenüberliegenden Seite des Sees blockiert war und man nur die Ränder des Sitzes der Götter Balis sehen konnte. Wenigstens dauerte es nicht lange, bis die Sonne aufging.

Der Sonnenaufgang war … nun ja, ein Sonnenaufgang! Runter wählten wir einen angenehmeren Weg, der in Serpentinen verlief. Der Pfad führte zunächst recht steil durch einen Wald auf der oberen Flanke und meine Laune wurde langsam besser, bis der Pfad durch weniger steiles Gelände verlief und uns Dutzende knatternder Mopeds entgegenkamen, um all jene aufzulesen, die aus eigener Kraft den Abstieg nicht mehr schafften. Gegen eine für balinesische Verhältnisse unverschämte Gebühr, die kleiner wurde, je weiter unten man sich auflesen ließ. Aber nix da, Senior stapfte weiter und wollte sich nun auch nicht vom Fahrer am Ende der Straße abholen lassen, sondern marschierte stur bis zum unteren Parkplatz durch. Leroy und Ullah zogen mit, wobei der Sohn vorneweg sprintete.

Nach dem nächtlichen Trekking ging es zu einem Thermalressort am Ufer des Danau-Batur, um die müden Knochen ein wenig im warmen Wasser zu entspannen. Warum man die wasserspeienden Elefanten am Beckenrand allerdings lila strich, ist mir bis heute ein Rätsel. Spätestens da wurde mir bewusst: Auch das Paradies hat seine Höllen!

Dieses Bild sollte mich auch am nächsten Tag nicht loslassen, als wir einen Ausflug zu den Reisterrassen von Sidemen unternahmen. Die Reisterrassen liegen in einem idyllischen Tal zu Füßen des Gunung Agung, über den ich im Rahmen seiner jüngsten Eruption im Jahr 2017 häufig berichtete. Angesichts seiner beachtlichen Höhe, gepaart mit Inaktivität, verzichtete ich auf einen Aufstieg. Obwohl die Entfernung zwischen Ubud und Sidemen nur etwas mehr als 30 Kilometer beträgt, dauerte die Fahrt auf den verstopften Straßen fast 2 Stunden.

Ausflug nach Sidemen im Schatten des Agung

Auf den Straßen Indonesiens herrscht Anarchie und jeder Versuch, Ordnung ins Chaos zu bringen, etwa in Form von Verkehrsschildern und insbesondere Ampeln, führt unweigerlich zu kilometerlangen Rückstaus. Hinzu kommen zahlreiche LKWs, die oft maßlos überladen sind und an der kleinsten Steigung versagen. Besonders in der Nähe des Agung, wo man in den Flussbetten vulkanischen Schotter schürft, um ihn als Baumaterial zu verwenden, standen mehrere Laster mit Platten oder Achsbruch am Straßenrand und erschwerten ein Durchkommen. Einen 5-Tonner belädt man halt besser nicht mit 15 Tonnen Steinen. Ausgerechnet auf dieser Fahrt erwischten wir den Intellektuellen unter den Grap-Fahrern – nennen wir ihn Taki – und er war der Teufel in Person! Ausgestattet mit Brille und guten Englischkenntnissen löcherte mich Taki laufend mit Fragen, die zu beantworten ich eigentlich keine große Lust hatte. Am Ende der Fahrt wusste Taki nicht nur, wie viel ein Croissant in Deutschland kostet, wie unser Bildungssystem (nicht) funktioniert und warum unser Kanzler als unfähig deklariert wird, sondern auch, wie viele Stunden am Tag ich arbeite und was man im Durchschnitt in Deutschland verdient. Dass er mich nicht nach der PIN meiner Kreditkarte fragte, grenzte an ein Wunder.

In Sidemen unternahmen wir eine kleine Rundwanderung durch die Schwüle, um uns dann von Taki zum Wasserfall von Tukad Cepung fahren zu lassen. Obwohl Luftlinie nur wenige Kilometer von Sidemen entfernt, dauerte auch diese Fahrt gut eine Stunde. Neben dem dichten Verkehr lag das Problem darin begründet, dass man ein tief eingeschnittenes Tal großräumig umfahren musste; ein Problem, das auf Bali typisch ist.

Der Wasserfall selbst ist recht idyllisch gelegen, am Grund einer höhlenartigen Schlucht, in die man über unzählige Stufen absteigt, die selbst für meine langen Beine viel zu hoch waren und obendrein noch ungleichmäßige Abstände aufwiesen, so dass man hier mehr stolperte als stieg. Zum Glück war es inzwischen später Nachmittag und es waren nur noch wenige Besucher unterwegs. Unten angekommen wateten wir durch den Bach zum Wasserfall und nahmen in einem Becken weiter Strom ab, ein kurzes Bad.

Eigentlich standen noch weitere Sehenswürdigkeiten auf dem Tagesprogramm, doch angesichts der fortgeschrittenen Stunde und der fast 2-stündigen Rückfahrt skippten wir diese. Auf der Rückfahrt entzog ich mich Takis Fragen, indem ich vorgab zu schlafen. Am Ende des Tages saßen wir für 2 Stunden Sightseeing 5 Stunden im Auto, aber wenigstens wusste ich jetzt, dass Balinesen neugierig sind und keine Treppen bauen können!

Am nächsten Tag endete der erste Teil unserer Reise in Ostbali und wir zogen in den Westen, doch das ist eine andere Geschichte.

Vulkan Lewotolok eruptiert in hoher Frequenz

Lewotolok eruptiert weiterhin ungewöhnlich häufig – 322 Explosionen an einem Tag

Der indonesische Vulkan Lewotolok liegt auf der Insel Lembata und bleibt außergewöhnlich aktiv. Allein am heutigen Freitag, 11. September 2026, wurden bis zum frühen Nachmittag bereits sieben größere Eruptionen registriert. Dabei erreichten die Aschewolken Höhen von bis zu 700 Metern über dem Gipfel. Das entspricht einer Höhe von etwa 2.100 Metern über dem Meeresspiegel. Hinzu kommen weitere Explosionen, die nicht explizit in den Meldungen des VSI erwähnt werden. So wurden am 10. September 322 seismische Explosionssignale registriert.

Lewotolok

Die Eruptionen lösen VONA-Meldungen beim Darwin Volcanic Ash Advisory Centre aus. Die jüngste Meldung heute bestätigt die Eruptionen und wies Vulkanasche in einer Höhe von 2100 m über dem Meeresspiegel nach. Die Asche bewegte sich mit dem Wind in westliche Richtungen. Das VAAC geht ausdrücklich davon aus, dass die Eruptionen weiterhin anhalten werden.

Bereits in der Nacht wurden mehrere explosive Eruptionen dokumentiert, die rotglühende Tephra förderten und kurz hintereinander erfolgten. Um 02:08 Uhr Ortszeit wurde eine erste Explosion registriert, kurz darauf folgte um 02:21 Uhr eine weitere Eruption. Am Morgen ereigneten sich weitere Ausbrüche um 07:09, 08:02 und 09:06 Uhr. Um 13:20 Uhr kam es erneut zu einem Ausbruch, bei dem eine etwa 500 Meter hohe, graue und dichte Aschewolke beobachtet wurde. Die Ausbrüche dauerten zwischen 60 und 94 Sekunden und erzeugten jeweils deutliche Signale auf dem Seismografen.

Auch die seismischen Daten des Vortages verdeutlichen die außergewöhnliche Aktivität. Am 10. September registrierte das indonesische Vulkanobservatorium insgesamt 322 Eruptions- beziehungsweise Ausbruchs-Beben. Hinzu kamen 84 Entgasungsereignisse, fünf harmonische Tremorphasen sowie zwölf nicht-harmonische Tremorphasen. Außerdem wurden sechs vulkanotektonische Beben in geringer Tiefe und zwei tiefere vulkanische Erdbeben aufgezeichnet.

Die hohe Zahl der Eruptionen ist damit nicht auf einzelne stärkere Ausbrüche beschränkt, sondern Ausdruck einer anhaltend intensiven Aktivitätsphase. Obgleich der Lewotolok bereits seit Monaten sehr munter ist, steigerte sich die Eruptivität nochmals am 24. August; gut 9 Tage nach dem starken Erdbeben Mw 7,7 auf der Nachbarinsel Flores, wo es immer noch viele Nachbeben gibt.

Am Vulkan bestehen zudem ältere Lavaströme beziehungsweise Lavaablagerungen an der Südost- und Nordostflanke. Der Lewotolok zeigt damit derzeit eine anhaltend hohe eruptive Aktivität, wobei sich die einzelnen Ausbrüche bislang auf relativ geringe Höhen beschränken.