Karangetang: Beginn eines neuen Vulkanausbruchs

Vulkan Karangetang auf Siau eruptiert – Lavaströme auf der Vulkanflanke möglich

Am Abend des 12. Juli hat am Karangetang auf der indonesischen Insel Siau eine neue Eruptionsphase begonnen. Nach Angaben des VAAC Darwin und des PVMGB setzte gegen 19:13 Uhr Ortszeit verstärkte Aktivität ein, die von Lavaförderung, zunehmender Seismizität und einer thermischen Anomalie im Gipfelbereich begleitet wurde. Eine größere Aschewolke konnte satellitengestützt zwar nicht nachgewiesen werden, dennoch hielt die Eruption zunächst an. Wahrscheinlich handelt es sich um einen effusiven Vulkanausbruch mit Lavadomwachstum, möglicherweise begleitet von strombolianischen Eruptionen, wie es für den Karangetang typisch ist.



Die Messstationen registrierten neben einem Eruptionsbeben mehrere flache und tiefe vulkanotektonische Erschütterungen sowie nicht-harmonischen Tremor – typische Anzeichen für aufsteigendes Magma.

Eine Phase mit deutlich erhöhter Seismizität hatte es bereits Mitte Juni gegeben, als zeitweise mehr als 50 vulkanotektonische Erdbeben an einem Tag registriert worden waren. Wahrscheinlich gab es zu dieser Zeit einen größeren Magmaaufstieg.

Ein Livecambild zeigt nicht nur Rotglut am Gipfel, sondern auch an mehreren Stellen im Hangbereich.  Inzwischen wurde bestätigt, dass die Rotglut von Lavaströmen stammt. Sie fließen etwa 700–1000 m nach Süden, rund 400 m nach Westsüdwesten sowie etwa 700–1000 m nach Nordnordwesten. Außerdem gab es eine größere strombolianische Eruption am Nordkrater.

Die Behörden warnten vor Lavablockstürzen, pyroklastischen Strömen und möglichen Laharen in den Flusstälern, die bis zur Küste reichen können. Sperrzonen von bis zu 2,5 Kilometern bleiben in Kraft.

Der Karangetang bildet zusammen mit dem benachbarten Vulkan Api den langgestreckten Rücken der Insel Siau, die zwischen Sulawesi und den Philippinen liegt. Der auch als Api Siau bekannte Gipfel zählt zu den aktivsten Stratovulkanen Indonesiens. Sein steiler Kegel erhebt sich auf knapp 1.800 Meter Höhe und wird von 5 Gipfelkratern gekrönt, aus denen häufig zähflüssige Lavaströme austreten. Aufgrund der hohen Förderrate und der steilen Flanken kollabieren diese Ströme regelmäßig und erzeugen gefährliche Glutlawinen. Historische Berichte belegen zahlreiche Ausbrüche, die wiederholt Siedlungen auf der dicht besiedelten Insel bedrohten.

Die aktuelle Eruption fügt sich damit in das bekannte Verhaltensmuster des Vulkans ein. Für die Bewohner Siaus bedeutet dies erhöhte Wachsamkeit, zugleich unterstreicht das Ereignis die anhaltende Dynamik des Inselbogens im Norden Indonesiens.

Anak Krakatau eruptiert Vulkanasche bis in 900 m Höhe

Anak Krakatau mit anhaltender Ascheemission – Vulkan bleibt auf Warnstufe 3

Der indonesische Vulkan Anak Krakatau zeigt weiterhin eine erhöhte Aktivität. Am 10. Juli 2026 registrierte das Vulkanasche-Warnzentrum Darwin eine anhaltende Ascheemission, die auf Satellitenbildern des japanischen Wettersatelliten Himawari-9 deutlich identifiziert werden konnte. Die Aschewolke stieg bis in eine Höhe von etwa 3.000 Fuß (rund 900 Meter) über dem Meeresspiegel auf und driftete unter dem Einfluss schwacher Winde in südwestliche Richtung.



Krakatau am 9. Juli.

Nach Angaben des VAAC Darwin setzte die Aschefreisetzung bereits kontinuierlich ein. Die Wolke erstreckte sich über mehrere Kilometer südwestlich des Vulkans und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 18 km/h. Prognosen zufolge sollte die Aschewolke in den folgenden Stunden weiterhin in geringer Höhe über dem Vulkanbereich verbleiben, wobei eine Ausbreitung in Richtung Südwesten erwartet wurde.

Anak Krakatau liegt in der Sundastraße zwischen den indonesischen Inseln Java und Sumatra und entstand nach dem katastrophalen Kollaps des ursprünglichen Krakatau-Vulkans im Jahr 1883. Der junge Inselvulkan erhebt sich heute noch 157 Meter über dem Meeresspiegel, nachdem es 2018 zu einem weiteren Kollaps gekommen war, bei dem die junge Vulkaninsel mehr als die Hälfte ihrer Höhe verlor. Anak befindet sich auf den Resten des alten Krakatau-Kegels in einer tektonisch besonders aktiven Zone, wo die Indisch-Australische Platte unter die Eurasische Platte abtaucht.

Auch die lokalen Vulkanologen des indonesischen Zentrums für Vulkanologie und geologische Gefahrenüberwachung (PVMBG) meldeten eine gesteigerte Aktivität. Am 9. Juli wurden mehrere vulkanische Ereignisse registriert, darunter eine Eruption mit einer seismischen Amplitude von 53 Millimetern und einer Dauer von 34 Sekunden. Zusätzlich wurden Signale starker Entgasungen, harmonische Tremorereignisse, hybride Erdbeben und kontinuierlicher Tremor aufgezeichnet.

Der Vulkan befindet sich weiterhin auf Warnstufe III („Siaga“). Besucher und Fischer dürfen sich dem aktiven Krater innerhalb eines Radius von drei Kilometern nicht nähern. Damit ist praktisch ein großer Teil der fischreichen Gründe des Archipels off limits. Trotz der erhöhten vulkanischen Aktivität sehen Vulkanologen derzeit kein vergleichbares Tsunami-Risiko wie beim Ereignis von 2018. Da Anak Krakatau heute deutlich niedriger ist als vor dem Kollaps, wird die Gefahr eines ähnlichen Szenarios aktuell als geringer eingeschätzt.

Vulkanausbruch am Anak Krakatau: 6 Eruptionen in 10 Stunden

Anak Krakatau steigert eruptive Aktivität: Vulkan stößt Aschewolken bis in mehrere Kilometer Höhe aus

Der Inselvulkan Krakatau, der in der Sundastraße zwischen den indonesischen Inseln Java und Sumatra liegt, zeigt weiterhin eine erhöhte Aktivität. Diese geht von Anak Krakatau, dem jüngsten Vulkan der Inselgruppe, aus. Nach Angaben des PVMBG kam es am 8. Juli 2026 innerhalb von weniger als zehn Stunden zu sechs Eruptionen. Vor und während der Ausbrüche wurde intensiver Tremor registriert. Auch am 9. Juli meldeten verschiedene Vulkanüberwachungsstellen anhaltende Ascheeruptionen, die deutlich energiereicher ausfielen als an den Vortagen.



Die erste der sechs registrierten Eruptionen ereignete sich kurz nach Mitternacht um 0:11 Uhr Ortszeit. Wegen eingeschränkter Sichtverhältnisse konnte die Aschesäule nicht direkt beobachtet werden. Die Messgeräte zeichneten jedoch ein vulkanisches Signal mit einer maximalen Amplitude von 24 Millimetern und einer Dauer von 40 Sekunden auf.

Im weiteren Tagesverlauf verstärkte sich die Aktivität. Um 5:50 Uhr stieg eine graue bis schwarze Aschewolke etwa 250 Meter über den Gipfel des Vulkans auf. Der Ausbruch dauerte 44 Sekunden und erreichte eine maximale Amplitude von 26,1 Millimetern. Eine weitere Eruption um 7:11 Uhr erzeugte eine gleich hohe Aschesäule, die nach Nordwesten abdriftete. Die seismische Aufzeichnung zeigte dabei eine deutlich stärkere Aktivität mit einer Amplitude von 44,4 Millimetern.

Weitere Ausbrüche folgten um 8:42 Uhr, 9:35 Uhr und 9:54 Uhr. Die letzte gemeldete Eruption am 8. Juli erzeugte eine etwa 100 Meter über den Kraterrand aufsteigende graue Aschewolke. Der Vulkanbeobachtungsposten registrierte dabei eine Amplitude von 45 Millimetern bei einer Dauer von 13 Sekunden.

Viele der Eruptionen waren bei klarem Wetter gut zu beobachten, und Livecams lieferten Aufnahmen der Aschesäulen. Diese stiegen mitunter deutlich höher auf, als den Angaben des PVMBG zu entnehmen ist. Auch der Abgleich mit den Daten des VAAC stimmt nicht mit den vom PVMBG kommunizierten Aufstiegshöhen überein, wie sich an der bislang stärksten Eruption vom 9. Juli erkennen lässt.

Am 9. Juli bestätigte das Vulkanasche-Warnzentrum Darwin (VAAC) zudem eine anhaltende Ascheemission. Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9 zeigten Vulkanasche in einer Höhe von rund 15.000 Fuß (etwa 4.600 Metern). Die Wolke bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von etwa zehn Knoten in nordwestlicher Richtung. In der Mitteilung des PVMBG heißt es hingegen, dass die Asche lediglich 400 Meter über den Gipfel von Anak Krakatau aufstieg, was einer Höhe von rund 557 Metern über dem Meeresspiegel entspricht. Möglich, dass hier nicht die maximale Aufstiegshöhe ermittelt wurde, sondern die nach einer definierten Zeitspanne nach der Eruption.

Vulkanologen gehen davon aus, dass die Eruptionen im Gipfelbereich weiterhin anhalten. Die Warnstufe bleibt auf III („Siaga“), der zweithöchsten Stufe des vierstufigen indonesischen Warnsystems.

Vulkan Anak Krakatau mit Aktivitätszunahmen am 8. Juli

Anak Krakatau stößt verstärkt Aschewolken aus – deutliche Zunahme des Tremors registriert

Der Vulkan Anak Krakatau ist weiterhin eruptiv aktiv und stößt regelmäßig Aschewolken aus. Dabei scheint die Intensität der Eruptionen leicht zuzunehmen. Am Morgen des 8. Juli wurde eine dunkelgraue Aschewolke beobachtet, die nach Angaben des VAAC Darwin bis auf etwa FL020 (rund 600 Meter über dem Meeresspiegel) aufstieg. Die Eruption wurde um 07:40 UTC gemeldet und durch Satellitenbeobachtungen bestätigt. Die Aschewolke driftete mit einer Geschwindigkeit von etwa 9 km/h in nordwestliche Richtung und breitete sich über dem nordwestlich des Vulkans gelegenen Gebiet aus. Auch Beobachtungen vor Ort bestätigten die anhaltende Eruptionsaktivität. Zudem nahm die Häufigkeit der Ausbrüche deutlich zu: Allein in der ersten Tageshälfte wurden sieben entsprechende seismische Eruptionssignale registriert.



Krakatau

Auf den Livecam-Aufnahmen sind die Aschewolken bei hervorragender Sicht gut zu erkennen. Sie erscheinen zunehmend dunkler und enthalten frische Vulkanasche, die bei der Fragmentation neu aufsteigenden Magmas entsteht. Dieses erstarrt teilweise bereits im oberen Bereich des Förderschlots und wird anschließend explosiv zerrissen. Noch in der vergangenen Woche waren die Aschewolken deutlich heller und überwiegend rotbraun gefärbt, was darauf hindeutete, dass hauptsächlich älteres Material aus dem Schlot ausgeworfen wurde. Inzwischen zeichnet sich jedoch eine Entwicklung hin zu einem verstärkten Magmenaufstieg ab, was sich heute auch in der seismischen Aktivität widerspiegelt.

Nachdem in den vergangenen Tagen kaum Erdbeben registriert worden waren, nahm die Seismizität gestern wieder deutlich zu. So wurden 33 Phasen harmonischen Tremors aufgezeichnet, wobei die längste Episode fast 25 Minuten andauerte. Besonders bemerkenswert ist zudem das erneute Auftreten hybrider beziehungsweise mehrphasiger Erdbeben. Gestern wurde ein entsprechendes Ereignis mit einer Amplitude von 7,1 Millimetern und einer Dauer von 24 Sekunden registriert. Solche Signale entstehen häufig durch das Zusammenspiel spröder Gesteinsbrüche und der Bewegung von Magma oder vulkanischen Fluiden innerhalb des Fördersystems und gelten als Hinweis auf Magmenmigration.

Derzeit gibt es keine Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende größere Eruption. Dennoch bleibt Anak Krakatau aufgrund seiner raschen Veränderungen unter intensiver Beobachtung. Der Vulkan entstand nach dem katastrophalen Krakatau-Ausbruch von 1883 und zählt aufgrund seines jungen Alters zu den dynamischsten Vulkanen Indonesiens. Die Kombination aus einer zunehmenden explosiven Ascheeruption und dem Wiederauftreten hybrider Erdbeben liefert wichtige Hinweise darauf, dass sich im Inneren des Vulkans derzeit magmatische Prozesse verstärken.

Anak Krakatau: Eruption trotz Seismizitätsrückgang

Anak Krakatau eruptiert nach Seismizitätsrückgang Vulkanasche

Der indonesische Vulkan Anak Krakatau ist am Dienstagmorgen erneut ausgebrochen. Nach Angaben des PVMBG ereignete sich die Eruption am 7. Juli 2026 um 08:21 Uhr Ortszeit (WIB). Dabei stieg eine dichte, graue Aschewolke etwa 100 Meter über den Gipfel des Vulkans auf und erreichte damit eine Höhe von 257 Metern über dem Meeresspiegel. Die Asche wurde vom Wind in nordwestlicher Richtung verfrachtet.

Anka Krakatau

Obwohl der Ausbruch vergleichsweise klein war, wurde er von den Überwachungssystemen registriert. Auf dem Seismographen erreichte das vulkanische Signal eine maximale Amplitude von 11 Millimetern und hielt etwa 15 Sekunden an. Auch das VAAC Darwin bestätigte den Ausbruch. Demnach breitete sich die Vulkanasche bis in eine Höhe von gut 300 Metern über dem Meeresspiegel aus und zog mit einer Geschwindigkeit von etwa 19 km/h nach Nordwesten. Nach Einschätzung der Vulkanasche-Warnzentrale dürfte sich die Aschewolke innerhalb von sechs Stunden vollständig auflösen.

Knapp 2 Stunden später manifestierte sich eine vergleichbare zweite Eruption, bei der ebenfalls Asche emittiert wurde.

Trotz der geringen Größe der Eruptionen bleibt der Anak Krakatau weiterhin auf Alarmstufe 3, da sich die vulkanische Aktivität jederzeit verstärken kann. Aus Sicherheitsgründen gilt daher unverändert ein Sperrbereich im Umkreis von drei Kilometern um den aktiven Krater. Besucher, Touristen und Fischer werden ausdrücklich aufgefordert, dieses Gebiet nicht zu betreten.

Die Explosionen ereigneten sich, obwohl die Erdbebentätigkeit in den letzten Tagen deutlich zurückgegangen war und sich wieder auf Hintergrundniveau befindet. Kurz vor dem ersten Ausbruch gab es allerdings einen deutlichen Anstieg des harmonischen Tremors, ein Anzeichen dafür, dass sich Magma im Untergrund bewegt.

Der Anak Krakatau entstand nach der verheerenden Eruption des Krakatau im Jahr 1883 und wächst seit seiner ersten Erscheinung im Jahr 1927 kontinuierlich durch wiederkehrende Ausbrüche. Der Vulkan zählt zu den aktivsten Feuerbergen Indonesiens. Kleinere explosive Eruptionen mit Ascheemissionen treten regelmäßig auf und sind typisch für seine derzeitige Aktivitätsphase. Die Behörden beobachten den Vulkan rund um die Uhr, um mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen und die Bevölkerung rechtzeitig zu informieren.

Merapi: Zwei weitere Abgänge pyroklastischer Ströme

Merapi generiert erneut pyroklastische Ströme – Südwest-Lavadom wächst weiter

Am indonesischen Vulkan Merapi hält die erhöhte Aktivität weiter an, die auf ein gesteigertes Domwachstum zurückzuführen ist. Inzwischen werden fast täglich Abgänge pyroklastischer Dichteströme gemeldet, die durch kleinere Kollapsereignisse am Lavadom entstehen. Nachdem bereits am Sonntag ein pyroklastischer registriert worden war, ging auch am Montagmorgen eine Glutlawine vom Gipfelbereich ab. Die Behörden warnen davor, dass der Magmanachschub unter dem Vulkan weiterhin anhält und jederzeit weitere Abgänge möglich sind.

Nach Angaben der indonesischen Vulkanüberwachung (Badan Geologi) ereignete sich der jüngste pyroklastische Strom heute Morgen um 08:28 Uhr Ortszeit. Er bewegte sich rund 1.700 Meter weit in südwestlicher Richtung in das Oberlaufgebiet des Kali Krasak. Das vom Abgang erzeugte seismische Signal erreichte eine maximale Amplitude von 32,92 mm und dauerte 103,55 Sekunden. Die Bevölkerung wurde erneut aufgefordert, die Gefahrenzonen und Flusstäler am Merapi konsequent zu meiden.



Merapi

Bereits am 5. Juli war ein pyroklastischer Strom aufgezeichnet worden. Dieser erzeugte ein seismisches Signal mit 46 mm Amplitude und einer Dauer von 121,86 Sekunden. Zusätzlich beobachteten die Vulkanologen acht Lavalawinenabgänge in Richtung des Kali Sat/Putih, die Entfernungen von bis zu 2 Kilometern erreichten. Nachts erzeugen sie spektakuläre Glutspuren. Die meisten pyroklastischen Ströme gehen aus besonders große Schutlawinen hervor.

Der aktuelle Wochenbericht zeigt, dass die Aktivität des Merapi insgesamt auf hohem Niveau verharrt. Während der vergangenen Woche wurden vier pyroklastische Ströme, 156 Lavaabgänge, 42 flache vulkanotektonsiche

Erdbeben, 543 Hybrid- beziehungsweise Mehrphasenbeben, 900 Steinschlagbeben, ein Niederfrequenzbeben sowie 14 tektonische Erdbeben registriert. Die Zahl der Erdbeben lag damit höher als in der Vorwoche. Eine signifikante Bodendeformation blieb jedoch aus.

Eine Drohnenbefliegung des Gipfels vom 29. Juni ergab, dass der Südwest-Lavadom sein Volumen innerhalb einer Woche um etwa 1.600 Kubikmeter vergrößerte und nun 4.013.500 Kubikmeter umfasst. Der zentrale Lavadom blieb dagegen mit 2.368.800 Kubikmetern praktisch unverändert. Die Oberflächentemperaturen beider Dome wurden mit jeweils 243 °C gemessen und zeigten gegenüber der vorherigen Messungen keine Veränderungen.

Das anhaltende Domwachstum im Südwesten des Kraters und die zahlreichen Abgänge glühender Schuttlawinen und pyroklastischer Ströme sprechen dafür, dass der Merapi weiterhin kontinuierlich mit frischem Magma versorgt wird. Die indonesischen Behörden warnen daher unverändert vor den Vulkangefahren. Als besonders gefährdet gelten die Flusstäler an der Süd- und Südwestflanke, wo pyroklastische Ströme Reichweiten von bis zu 7 Kilometern erreichen können. Auch bei starken Regenfällen besteht weiterhin die Gefahr von Laharen in den vom Merapi ausgehenden Flussläufen.

Vulkan Anak Krakatau: Ascheeruption am 3. Juli

Anak Krakatau eruptiert erneut – widersprüchliche Angaben zur Höhe der Aschewolke

Der indonesische Vulkan Anak Krakatau ist am Freitagvormittag erneut ausgebrochen. Nach Angaben des indonesischen Vulkanologischen Dienstes (PVMBG) ereignete sich die Eruption um 11:50 Uhr Ortszeit. Dabei wurde eine Aschewolke beobachtet, die 200 Meter über den Kraterrand aufstieg und damit eine Höhe von etwa 357 Metern über dem Meeresspiegel erreichte. Die Eruptionssäule wurde als grau bis braun beschrieben und driftete mit mäßiger bis dichter Intensität nach Westen und Nordwesten. Auf dem Seismogramm erreichte das Ereignis eine maximale Amplitude von 65 Millimetern und dauerte 32 Sekunden.

Anak Krakatau

Bemerkenswert ist allerdings, dass diese Angaben deutlich von den Informationen des VAAC Darwin abweichen, ein Phänomen, das bereits gestern aufgefallen ist. Das VAAC registrierte den Ausbruch anhand von Satellitendaten des Himawari-9. Dem Advisory zufolge erreichte die Vulkanasche eine Höhe von Flight Level 040, was einer Höhe von gut 1.200 Metern über dem Meeresspiegel entspricht. Die Aschewolke wurde mit einer Geschwindigkeit von 18 km/h westwärts transportiert und war auf Satellitenbildern klar identifizierbar.

Die Diskrepanz der Angaben zwischen beiden Behörden ist erstaunlich. Während das PVMBG lediglich eine 200 Meter hohe Eruptionssäule meldet, entspricht die VAAC-Angabe einer Wolkenobergrenze von etwa 1.050 Metern über dem Krater, also mehr als dem Fünffachen der offiziell in Indonesien angegebenen Höhe. Solche Unterschiede treten vermutlich auf, weil das PVMBG die Höhe der unmittelbar sichtbaren Eruptionssäule vom Boden aus bestimmt, während das VAAC satellitengestützt die maximale Ausdehnung der Aschewolke für die Luftfahrt bewertet. Dennoch bleibt die Größenordnung der Abweichung ungewöhnlich und wirft Fragen hinsichtlich der tatsächlichen Eruptionsintensität auf.

Die geophysikalischen Daten im Tagesbericht vom 2. Juli erwähnten die explosive Eruption von gestern. Darüber hinaus wurden 8 Hybriderdbeben, 7 vulkanotektonische Ereignisse und 4 Niederfrequenzerdbeben festgestellt. Sie deuten auf Bewegungen magmatischer Fluide im Untergrund hin. Der Höhepunkt der Seismizitätssteigerung wurde allerdings in der letzten Woche erreicht, als zeitweise bis zu 100 dieser vulkanisch bedingten Erdbeben registriert wurden.

Die aktuellen Beobachtungen deuten darauf hin, dass sich Anak Krakatau weiterhin in einer Phase gesteigerter Aktivität befindet, auch wenn die Stärke der einzelnen Explosionen derzeit vergleichsweise schwach bleibt.

Merapi: zwei pyroklastische Ströme am 2. Juli

Zwei pyroklastische Ströme am Merapi hinterließen bis zu 1.800 Meter lange Glutspuren

Der ruhige Morgen des 3. Juli am Mount Merapi täuscht darüber hinweg, dass gestern zwei pyroklastische Ströme am indonesischen Vulkan abgingen, die sich aus größeren Schuttlawinen entwickelten. Dabei handelt es sich um die gefährlichsten Phänomene des Vulkanismus, die in der Vergangenheit bei deutlich größeren Ereignissen bereits zahlreiche Todesopfer forderten.

Der erste pyroklastische Strom ereignete sich um 06:01 Uhr Ortszeit. Nach Angaben der geologischen Behörde legte die heiße Mischung aus Gas, Asche und Gesteinsfragmenten eine Strecke von 1.700 Metern in südwestlicher Richtung zurück und erreichte das Quellgebiet des Flusses Krasak. Die maximale seismische Amplitude betrug 30,75 Millimeter, die Dauer des Ereignisses 139,58 Sekunden.

Merapi

Ein zweiter pyroklastischer Strom folgte am späten Abend um 23:58 Uhr. Dieser erreichte mit gut 1.800 Metern eine etwas größere Reichweite und bewegte sich ebenfalls nach Südwesten, diesmal in Richtung der Quellgebiete der Flüsse Sat und Putih. Die Maximalamplitude des zugehörigen seismischen Signals lag bei 53,05 Millimetern, die Dauer betrug 92,91 Sekunden. Beide Ereignisse wurden von den Überwachungsstationen eindeutig registriert.

Interessant ist, dass der zweite Abgang kürzer dauerte als der erste und dennoch eine größere Reichweite erzielte. Das deutet darauf hin, dass sich der Dichtestrom deutlich schneller bewegte. Livecam-Aufnahmen dokumentierten das Ereignis. Meiner Einschätzung nach handelte es sich allerdings eher um eine große glühende Schuttlawine, mit einem kleinen Dichtestrom im oberen Bereich des Abgangs, als um einen klassischen pyroklastischen Strom. Das nächtliche Schauspiel war dennoch beeindruckend.

Im Tagesbericht für den 2. Juli verzeichnete das Vulkanologische Observatorium außerdem 14 Lavalawinen, die ebenfalls über den Südwesthang in Richtung Sat/Putih glitten und Entfernungen von bis zu zwei Kilometern erreichten. Insgesamt wurden 131 seismische Signale von Lavaschuttabgängen und Steinschlägen sowie 83 Hybridbeben registriert. Letztere liefern deutliche Hinweise auf anhaltende Magmabewegungen im Untergrund, während die erstgenannten Signale auf Instabilitäten des Lavadoms und dessen weiteres Wachstum hindeuten.

Die Behörde merkte an, dass die aktuelle Aktivität weiterhin von einer anhaltenden Magmazufuhr gespeist wird. Dadurch können jederzeit weitere pyroklastische Dichteströme entstehen. Besonders gefährdet bleiben die Täler der Flüsse Boyong, Bedog, Krasak, Bebeng, Woro und Gendol, die als bevorzugte Abflussbahnen für heiße Schuttlawinen und Lahare gelten.

Die Bevölkerung wird deshalb eindringlich aufgefordert, sämtliche ausgewiesenen Gefahrenzonen sowie die Flussläufe am Merapi zu meiden. Die Bilanz der vergangenen sechs Monate unterstreicht die anhaltend hohe Aktivität des Vulkans: In diesem Zeitraum registrierten die Vulkanologen bereits 93 pyroklastische Dichteströme. Die jüngsten Ereignisse verdeutlichen einmal mehr, dass die spektakuläre Landschaft des Merapi nur mit dem nötigen Respekt vor seinen vulkanischen Gefahren betrachtet werden sollte.

Semeru: weiterer pyroklastischer Strom im Besuk Kobokan

Semeru generierte einen weiteren pyroklastischen Strom im Besuk-Kobokan-Tal

Am 2. Juli 2026 ist der Gunung Semeru auf Ostjava erneut ausgebrochen und erzeugte eine explosive Eruption, die einen gefährlichen pyroklastischen Strom auslöste. Nach Angaben der indonesischen Vulkanbehörde (PVMBG) stieg die Aschewolke rund 1.500 Meter über den Gipfel auf und driftete in südöstlicher Richtung. Besonders kritisch war eine pyroklastische Dichteströmung, die sich etwa vier Kilometer weit durch das Besuk-Kobokan-Tal bewegte. Sie kam erst kurz vor besiedeltem Gebiet zum Stillstand.

Semeru

Pyroklastische Ströme gehören zu den zerstörerischsten Phänomenen vulkanischer Aktivität. Sie bestehen aus extrem heißen Gasen, Asche und Gesteinsfragmenten, die sich mit hoher Geschwindigkeit talwärts bewegen und nahezu alles auf ihrem Weg zerstören.

Auf dem Bild des pyroklastischen Stroms, das von einem Afar-TV-Livestream stammt, ist zu erkennen, dass der Dichtestrom unter einer Wolkendecke hervorgebrochen ist, die den Krater einhüllte. Für Menschen in der Region ist so etwas besonders gefährlich, da bei größeren Ereignissen – oder wenn man auf der Vulkanflanke unterwegs ist – kaum noch Zeit zur Flucht bleibt.

Der Semeru ist Indonesiens höchster und zugleich einer der aktivsten Vulkane des Landes. Pyroklastische Dichteströme treten dort regelmäßig auf und werden mit zunehmender Größe des Lavadoms wahrscheinlicher. Meist folgen sie der bekannten Abflussrinne im Besuk-Kobokan-Tal. Viele dieser Ströme erreichen Laufweiten zwischen zwei und vier Kilometern, doch gelegentlich legen sie deutlich größere Distanzen zurück. Dann stellen sie insbesondere für Schürfer eine Gefahr dar, die Sand und Geröll aus den Flussbetten am Fuß des Vulkans gewinnen.

Die wissenschaftlichen Beobachtungen zeigen, dass sich der Vulkan weiterhin in einer anhaltend aktiven Eruptionsphase befindet. Häufige Explosionen sowie Kollapsprozesse am Lavadom und im Gipfelbereich führen immer wieder zur Entstehung pyroklastischer Ströme.

Trotz ihrer gewissen Regelmäßigkeit bleiben diese Ereignisse nur eingeschränkt vorhersehbar und stellen ein dauerhaftes Risiko für Menschen im Einflussbereich des Vulkans dar. Pyroklastische Ströme erreichen oft Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h und weisen Temperaturen von mehreren hundert Grad Celsius auf. Sie können Vegetation in Brand setzen und Infrastruktur innerhalb weniger Sekunden zerstören.

Die Behörden halten deshalb die großräumige Sperrzone im Südostsektor weiterhin aufrecht. Für die Bevölkerung gilt: Auch wenn solche Ereignisse am Semeru vergleichsweise häufig auftreten, bleiben sie hochgefährlich und potenziell tödlich – insbesondere im Falle stärkerer, unerwarteter Eruptionen..