Signifikante Aktivitätssteigerung am Semeru – Video dokumentiert pyroklastische Ströme
Am Semeru kam es Mitte Februar 2026 zu einer deutlichen Aktivitätssteigerung. Innerhalb weniger Tage wurden zahlreiche pyroklastische Ströme registriert, die teilweise sehr lange aktiv waren und kontinuierliche Ascheemissionen erzeugten. Man kann von einer signifikanten Zunahme der Aktivität bei steigendem Risiko für die Bevölkerung ausgehen. Dennoch beließen die Behörden die Warnstufe unverändert auf „3“.
Heute Morgen ereignete sich um 05:54 Uhr Ortszeit eine Eruption, bei der ein größerer pyroklastischer Dichtestrom entstand, der sich rund sechs Kilometer in südöstlicher Richtung entlang des Flusses Besuk Kobokan bewegte. Die dabei freigesetzte Aschewolke stieg etwa 2.000 Meter über den Gipfel auf und erreichte damit eine Höhe von rund 5.676 Metern über dem Meeresspiegel. Seismografen registrierten eine maximale Amplitude von 25 Millimetern bei einer Dauer von fast vierzig Minuten. Die Afar-TV-Livecam dokumentierte das Ereignis in einem recht langen, aber interessanten Video, das die Front des pyroklastischen Stroms sehr schön im Fokus hielt und zeigt, wie sich ein solcher Dichtestrom entwickelt. Zu berücksichtigen ist, dass er zwar eine große Strecke zurücklegte, im Vergleich zu katastrophalen pyroklastischen Strömen jedoch relativ langsam war und nur wenig Material transportierte.
Nur rund 90 Minuten später folgte eine weitere Eruption. Die Aschesäule erreichte diesmal eine Höhe von 1.500 Metern über Gipfelniveau. Auch diese Eruption ging mit deutlichen seismischen Signalen einher. Die Asche wurde jeweils nach Norden und Nordosten verfrachtet.
Das Darwin Volcanic Ash Advisory Centre warnte zudem vor einer ausgedehnten Aschewolke bis Flugfläche 180, entsprechend rund 5.500 Metern Höhe. Die Asche driftete mit etwa 9 km/h nach Nordosten. Aufgrund dichter Bewölkung war die Wolke auf Satellitenbildern zeitweise nicht eindeutig zu erkennen; Höhen- und Bewegungsangaben stützten sich daher auf Bodenbeobachtungen und Modellrechnungen. Weitere Emissionen gelten als wahrscheinlich.
Auch die seismischen Daten des Vortages belegen die erhöhte Aktivität des höchsten Vulkans der Insel Java: Am 14. Februar wurden die Signale von fünf pyroklastischen Strömen registriert, die bis zu 338 Sekunden lang unterwegs waren. Die pyroklastischen Ströme entstanden durch größere Abbrüche von Lavapaketen am Dom, wodurch sich die Anzahl der täglichen Schuttlawinenabgänge auf 58 reduzierte und sich damit gegenüber den Vortageswerten nahezu halbierte. Eine längere Phase harmonischen Tremors zeugte von verstärkten Fluidbewegungen im Inneren des Vulkans. Heute steigerte sich der Tremor weiter, und es liegt die Vermutung nahe, dass es zu einem verstärkten Lavaaustritt am Dom kommt. Das lässt weitere Abgänge größerer pyroklastischer Ströme wahrscheinlich werden.
Der Vulkan befindet sich weiterhin auf Alarmstufe „3“. Das indonesische Zentrum für Vulkanologie und geologische Gefahrenabwehr rät dringend davon ab, sich im südöstlichen Sektor entlang des Besuk Kobokan im Umkreis von 13 Kilometern vom Krater aufzuhalten. Zudem gilt ein generelles Betretungsverbot in einem Radius von fünf Kilometern um den Gipfel.
Besondere Vorsicht ist entlang der Flusssysteme geboten, da pyroklastische Ströme, Lavaströme und Lahare erhebliche Distanzen zurücklegen können. Die aktuelle Entwicklung bedingt ein sehr hohes Risiko für die Bevölkerung in Vulkannähe, wobei meiner Einschätzung nach pyroklastische Ströme und Lahare auch besiedeltes Gebiet erreichen könnten.









