Semeru: Vulkanausbruch generiert pyroklastische Dichteströme

Signifikante Aktivitätssteigerung am Semeru – Video dokumentiert pyroklastische Ströme

Am Semeru kam es Mitte Februar 2026 zu einer deutlichen Aktivitätssteigerung. Innerhalb weniger Tage wurden zahlreiche pyroklastische Ströme registriert, die teilweise sehr lange aktiv waren und kontinuierliche Ascheemissionen erzeugten. Man kann von einer signifikanten Zunahme der Aktivität bei steigendem Risiko für die Bevölkerung ausgehen. Dennoch beließen die Behörden die Warnstufe unverändert auf „3“.

Heute Morgen ereignete sich um 05:54 Uhr Ortszeit eine Eruption, bei der ein größerer pyroklastischer Dichtestrom entstand, der sich rund sechs Kilometer in südöstlicher Richtung entlang des Flusses Besuk Kobokan bewegte. Die dabei freigesetzte Aschewolke stieg etwa 2.000 Meter über den Gipfel auf und erreichte damit eine Höhe von rund 5.676 Metern über dem Meeresspiegel. Seismografen registrierten eine maximale Amplitude von 25 Millimetern bei einer Dauer von fast vierzig Minuten. Die Afar-TV-Livecam dokumentierte das Ereignis in einem recht langen, aber interessanten Video, das die Front des pyroklastischen Stroms sehr schön im Fokus hielt und zeigt, wie sich ein solcher Dichtestrom entwickelt. Zu berücksichtigen ist, dass er zwar eine große Strecke zurücklegte, im Vergleich zu katastrophalen pyroklastischen Strömen jedoch relativ langsam war und nur wenig Material transportierte.

Nur rund 90 Minuten später folgte eine weitere Eruption. Die Aschesäule erreichte diesmal eine Höhe von 1.500 Metern über Gipfelniveau. Auch diese Eruption ging mit deutlichen seismischen Signalen einher. Die Asche wurde jeweils nach Norden und Nordosten verfrachtet.

Das Darwin Volcanic Ash Advisory Centre warnte zudem vor einer ausgedehnten Aschewolke bis Flugfläche 180, entsprechend rund 5.500 Metern Höhe. Die Asche driftete mit etwa 9 km/h nach Nordosten. Aufgrund dichter Bewölkung war die Wolke auf Satellitenbildern zeitweise nicht eindeutig zu erkennen; Höhen- und Bewegungsangaben stützten sich daher auf Bodenbeobachtungen und Modellrechnungen. Weitere Emissionen gelten als wahrscheinlich.

Auch die seismischen Daten des Vortages belegen die erhöhte Aktivität des höchsten Vulkans der Insel Java: Am 14. Februar wurden die Signale von fünf pyroklastischen Strömen registriert, die bis zu 338 Sekunden lang unterwegs waren. Die pyroklastischen Ströme entstanden durch größere Abbrüche von Lavapaketen am Dom, wodurch sich die Anzahl der täglichen Schuttlawinenabgänge auf 58 reduzierte und sich damit gegenüber den Vortageswerten nahezu halbierte. Eine längere Phase harmonischen Tremors zeugte von verstärkten Fluidbewegungen im Inneren des Vulkans. Heute steigerte sich der Tremor weiter, und es liegt die Vermutung nahe, dass es zu einem verstärkten Lavaaustritt am Dom kommt. Das lässt weitere Abgänge größerer pyroklastischer Ströme wahrscheinlich werden.

Der Vulkan befindet sich weiterhin auf Alarmstufe „3“. Das indonesische Zentrum für Vulkanologie und geologische Gefahrenabwehr rät dringend davon ab, sich im südöstlichen Sektor entlang des Besuk Kobokan im Umkreis von 13 Kilometern vom Krater aufzuhalten. Zudem gilt ein generelles Betretungsverbot in einem Radius von fünf Kilometern um den Gipfel.

Besondere Vorsicht ist entlang der Flusssysteme geboten, da pyroklastische Ströme, Lavaströme und Lahare erhebliche Distanzen zurücklegen können. Die aktuelle Entwicklung bedingt ein sehr hohes Risiko für die Bevölkerung in Vulkannähe, wobei meiner Einschätzung nach pyroklastische Ströme und Lahare auch besiedeltes Gebiet erreichen könnten.

Semeru: Pyroklastischer Strom am 12. Februar

Pyroklastischer Strom ging am Semeru ab und war 4 Minuten lang unterwegs

Der Vulkan Semeru liegt in Zentraljava und zählt nicht nur zu den aktivsten Vulkanen Indonesiens, sondern führt momentan auch die Rangliste der Feuerberge mit den meisten explosiven Eruptionen an. Seit Jahresbeginn wurden statistisch 299 Eruptionen erfasst, gefolgt vom Ibu, der mit 239 Eruptionen auf Platz zwei liegt.

Semeru

Tatsächlich waren das jedoch bei Weitem nicht alle Ausbrüche, die vom Semeru ausgingen, denn seismisch werden täglich rund 100 Explosionen registriert, von denen die meisten strombolianischer Natur sein dürften. Darüber hinaus meldete MAGMA/VSI heute den Abgang eines pyroklastischen Stroms, dessen Signaldauer 240 Sekunden betrug und der eine Maximalamplitude von 17 mm aufwies.

Über die Gleitstrecke des Dichtestroms ist bislang nichts bekannt geworden. Innerhalb von vier Minuten kann ein solcher pyroklastischer Strom am Semeru jedoch Strecken zwischen 2 und 3 Kilometern zurücklegen. Größere Ströme können deutlich schneller sein und stellen eine erhebliche Gefahr dar, da sie über die Grenzen des Sperrgebiets hinausgleiten können.

Pyroklastische Dichteströme wirbeln generell große Mengen Staub auf und erzeugen Aschewolken, die den Flugverkehr gefährden können. Aktuell gilt für das Gebiet des Semeru eine VONA-Warnung für Flugfläche 150 (ca. 4600 m Höhe). Die Aschewolke driftete mit einer Geschwindigkeit von 18,5 km/h in Richtung Osten und breitete sich weiträumig aus. Dabei kam es auch zu Ascheniederschlag in bewohntem Gebiet.

Die Ablagerungen pyroklastischer Ströme wirken lange nach: Sie akkumulieren sich zu immer dickeren Schichten, die bei Starkregen in Schlamm verwandelt werden. Dieser kann als Lahar talwärts rauschen und insbesondere in den Flusstälern große Schäden anrichten – so wie es am Semeru immer wieder vorkommt.

Die Vulkanwarnstufe steht auf 3. Es gilt eine permanente Gefahrenzone mit einem Radius von 5 Kilometern um den Krater. Entlang des besonders gefährdeten Flusslaufs des Besuk Kobokan wurde die Sperrzone auf 13 Kilometer ausgedehnt. Die Behörden weisen darauf hin, dass man sich mindestens 500 m von diesem Fluss entfernt aufhalten sollte und dass sich pyroklastische Ströme hier bis zu 17 Kilometer weit bewegen können.

Indonesien: Massive hydrogeologische Landbewegungen

Anhaltende Landbewegungen in Zentraljava: Region um den Vulkan Slamet betroffen

In Teilen Indonesiens und besonders in Zentraljava kommt es seit einigen Wochen vermehrt zu massiven Landbewegungen, die bereits Erdrutsche verursacht haben, in deren Folge große Schäden entstanden sind. Die Landbewegungen sollen zumindest teilweise den außergewöhnlich starken Regenfällen der letzten Monate geschuldet sein, die das Erdreich mit Wasser gesättigt und Hänge destabilisiert haben. Stark betroffen ist auch eine Vulkanregion.

Zentraljava. © BNPB

Im Dorf Padasari in Zentraljava kommt es seit Anfang Februar zu anhaltenden Landbewegungen, die große Schäden an der Infrastruktur verursacht haben. Mindestens 464 Häuser wurden beschädigt, und mehr als 2.460 Menschen sind von den Auswirkungen betroffen. Zahlreiche Familien mussten ihre Häuser verlassen und wurden in Notunterkünften untergebracht.

Auslöser der Bodeninstabilität sind nach Einschätzung der Geologen der Katastrophenschutzbehörde BNPB lang anhaltende und teils extreme Regenfälle. Die starken Niederschläge führten dazu, dass sich der wassergesättigte Boden lockerte und langsam talwärts zu gleiten begann. Anders als bei plötzlichen Erdrutschen handelt es sich hier um eine schleichende Bewegung des Untergrunds, die sich über Tage hinweg verstärkt hat. In vielen Gebäuden entstanden Risse in Wänden und Fundamenten; einige Häuser neigten sich deutlich und gelten inzwischen als unbewohnbar.

Die betroffene Region liegt im Einflussbereich des rund 3.430 Meter hohen Vulkans Gunung Slamet, eines der höchsten und aktivsten Vulkane Javas. Die Hänge des Slamet bestehen aus vulkanischem Material, das sehr fruchtbar ist, aber bei starker Durchfeuchtung schnell instabil wird. Während der Regenzeit steigt hier das Risiko für Erdrutsche, Sturzfluten und Bodenbewegungen signifikant an. In den vergangenen Tagen wurden auch in anderen Regentschaften rund um den Vulkan – darunter Purbalingga, Pemalang und Brebes – Überschwemmungen und Hangrutsche gemeldet.

Neben Wohnhäusern sind in Padasari auch Straßen betroffen. Sie weisen Brüche und Verformungen auf. Einzelne öffentliche Gebäude wurden ebenfalls vorsorglich gesperrt. Einsatzkräfte und Katastrophenschutzbehörden überwachen die Lage weiterhin, da sich der Boden noch immer bewegt.

Für die Betroffenen wurden Notunterkünfte in Gemeindezentren und Schulen eingerichtet. Hilfsorganisationen versorgen die Menschen mit Lebensmitteln, Trinkwasser und medizinischer Betreuung. Das Ereignis macht deutlich, wie verwundbar Siedlungen in regenreichen, vulkanisch geprägten Gebirgsregionen sind – und wie wichtig Präventionsmaßnahmen, Hangüberwachung und angepasste Bauweisen für die Sicherheit der Bevölkerung bleiben.

Merapi: Pyroklastische Ströme und Schuttlawinen

Merapi produzierte 2 pyroklastische Ströme und 104 glühende Schuttlawinen

Der Merapi auf der indonesischen Insel Java hat gestern, am 8. Februar 2025, 2 pyroklastische Ströme generiert. Sie rauschten auf der Südwestflanke zu Tale und erzeugten seismische Signale, die bis zu 102 Sekunden dauerten. In dieser Zeit legen pyroklastische Ströme am Merapi meistens Gleitstrecken um 1500 m zurück. Darüber hinaus wurden 104 Abgänge teils glühender Schuttlawinen und Steinschläge detektiert. Eine Schuttlawine konnte via Afar-TV-Livecam dokumentiert werden. Die Originalaufnahmen waren im Infrarot-Nachtsichtmodus der Kamera aufgenommen worden und daher farblos. Ich habe das Bild hier mit Hilfe einer KI nachkoloriert.




Das seismische Netzwerk detektiert neben den erwähnten Signalen 84 Hybridbeben, die auf Fluidbewegungen im Inneren des Vulkans zurückzuführen sind. Die tägliche Anzahl der Beben nahm seit Januar leicht zu, was mit der gestiegenen Anzahl der Dichteströme- und Schuttlawinenabgänge korreliert. Leider gibt es noch keine neuen Daten zum Domvolumen. Bei der letzten Messung lag das des südwestlichen Doms bei 4,1 Millionen Kubikmetern.

Das Informationsmanagement der indonesischen Behörden kann ich nur noch als katastrophal beschreiben. Im November änderte man offenbar Zuständigkeiten und legte seit Jahren bewährte Strukturen und Webseiten still bzw. adressierte sie neu, mit dem Ergebnis, dass neue Daten kaum noch zu finden sind oder ausschließlich bei Instagram geteilt werden. Indonesische Texte sind in Bilddokumenten eingebunden, wo sie weder von Suchmaschinen erfasst werden können noch von Nutzern kopiert und in Übersetzungsprogrammen eingefügt werden können. Die Behörden haben offensichtlich den Sinn und das Wesen des Internets nicht verstanden und sind bemüht, die Meinungshoheit ihrer Daten zu behalten, obgleich sie als durch Steuern finanzierte Organe eigentlich Public Domain sein sollten. Ich vermute mal, dass man verhindern will, dass Medien die Daten aufgreifen und nach ihrem Gusto berichten. Leider sind damit auch relevante Informationen und Gefahrenhinweise für ausländische Touristen, die kein Indonesisch sprechen, praktisch nicht verfügbar, wobei ich auch immer mehr das Gefühl habe, dass man in Indonesien von Seiten der Politiker auch keine Touristen im Allgemeinen und Vulkantouristen im Speziellen mehr haben will.

Indonesien: Starkes Erdbeben vor Java verursachte Schäden

Starkes Erdbeben MW 5,8 erschüttert Küste im Süden von Java – mehrere Vulkane in der Nähe

Ein starkes Erdbeben der Magnitude 5,8 hat am Abend des 5. Februar 2026 um 18:06 UTC (01:06 Ortszeit am 6. Februar) den Süden der indonesischen Insel Java erschüttert. Das Epizentrum lag offshore 101 Kilometer südlich von Ponorogo. Die Herdtiefe betrug 53 Kilometer unter dem Meeresboden. Wegen der Tiefe und Lage vor der Küste gab es keine offizielle Tsunami-Warnung. Die Daten stammen vom EMSC.

java
Indonesien. © EMSC/Leaflet

Das USGS und der indonesische Erdbebendienst hatten zunächst stärkere Lokalmagnituden angegeben. Die Angaben schwanken zwischen ML 6,1 und 6,4. Generell fallen Lokalmagnituden-Angaben nach der Richterskala etwas stärker aus als die mittlerweile häufiger verwendete Momentmagnitude Mw. Da die Berechnung der Mw komplexer ist als die von Lokalmagnituden, sind diese Werte aber schneller verfügbar.

Laut lokalen Medienberichten war das Erdbeben nicht nur in einem großen Gebiet deutlich zu spüren gewesen, sondern hatte in Küstengemeinden nahe des Epizentrums Schäden an Gebäuden und öffentlicher Infrastruktur verursacht Es handelt sich überwiegend um geringe bis mittelstarke Schäden. In den sozialen Medien geteilte Aufnahmen zeigen neben Gebäuderissen abgefallene Fassadenteile, Dachziegel und auf den Straßen liegenden Verputz, der von Wänden und Decken abgeplatzt ist.

Die Erschütterungen waren in zahlreichen Ortschaften in Zentral- und Ostjava deutlich spürbar – Meldungen liegen u.a. aus Yogyakarta, Trenggalek, Surakarta, Kediri und Madiun vor.

Tektonischer Hintergrund

Schäden
Erdbebenschäden

Erdbeben in Java und besonders vor der Südküste kommen häufig vor. Nicht selten bescheren sie der Insel katastrophale Schäden. Der Grund hierfür liegt in der besonderen Lage der Insel, die sich nördlich des Sundagrabens mit seiner Subduktionszone befindet. Java liegt am südlichen Rand der Eurasischen Platte, wo sich die Indisch-Australische Platte unter diese schiebt. Diese tektonische Grenze ist Teil des sogenannten Sunda-Bogens und erzeugt regelmäßige Erdbeben. Darüber hinaus bedingt die Subduktion, dass in der Asthenosphäre und im Erdmantel Magma entsteht, das hinter der Subduktionszone aufsteigt und die Vulkane der Region speist.

Einer der Vulkane ist der Merapi, der nördlich von Yogjakarta liegt. Der Ort wiederum befindet sich keine 200 Kilometer vom Epizentrum des Bebens entfernt. Eine Reaktion des Vulkans in Form von verstärkten Eruptionen ist möglich.

Die Region um Java ist historisch immer wieder von zerstörerischen Erdbeben heimgesucht worden:

  • Mai 2006 – Beben der Stärke 6,2 vor der Südküste Javas verursachte verheerende Schäden in der Region Yogyakarta und Bantul. Tausende Menschen kamen ums Leben, Zehntausende wurden verletzt oder obdachlos; Hunderttausende Häuser wurden zerstört oder beschädigt.
  • 1943 – Zentrales Java, Mw ~7,4, forderte hunderte Tote, Tausende Verletzte und tausende zerstörte Gebäude in der Region um Yogyakarta und darüber hinaus.
  • 1867 – Starkes Beben Mw ~7,8 traf Zentral-Java mit schweren Zerstörungen.
  • 1994 – Ostjava, Mw ~7,8 erzeugte einen Tsunami und tötete rund 250 Menschen; insbesondere Ost- und Zentraljava waren betroffen.

Diese Ereignisse zeigen, wie stark die Region seismisch belastet ist und wie groß das Gefährdungspotential auch für moderne Zentren wie Yogyakarta ist.

3 explosive Vulkanausbrüche am Marapi auf Sumatra

Drei explosive Eruptionen erschütterten den Marapi  – Vulkanasche in 5900 Metern höhe detektiert

Der indonesische Vulkan Marapi auf Sumatra ist am Donnerstag dreimal ausgebrochen und förderte dabei Aschewolken. Die stärkste Explosion ereignete sich abends um 22:25 Uhr Ortszeit (WIB). Nach Angaben des indonesischen Zentrums für Vulkanologie und geologische Gefahrenminderung stieg eine Aschesäule rund 3000 Meter über den Gipfel des Vulkans auf, was einer Höhe von etwa 5890 Metern über dem Meeresspiegel entspricht. Die Aschewolke wurde als dicht und grau beschrieben und driftete überwiegend in nordöstliche Richtung. Seismische Messungen registrierten eine maximale Amplitude von 30,3 Millimetern bei einer Dauer von 87 Sekunden, was auf eine explosive Eruption hindeutet.

marapi
Marapi

Auch das VAAC Darwin bestätigte den Ausbruch. Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9 zeigten Vulkanasche bis in eine Höhe von Flughöhe 200 (rund 6100 Metern), die sich in südöstlicher Richtung verlagerte. Entsprechend wurde eine Vulkanaschewarnung für den Flugverkehr herausgegeben.

Die beiden anderen Eruptionen waren deutlich schwächer und förderten Aschewolken nur einige Hundert Meter über Gipfelhöhe. Darüber hinaus stellen die Sensoren am Vulkan mehrere unterschiedliche Erdbebensignale fest. Darunter befanden sich 2 starke Entgasungen, 3 Erdbeben mit niedrigen Frequenzen und 4 vulkanotektonische Erdbeben. Insgesamt eine vergleichsweise bescheidene Seismizität für einen der aktivsten Vulkane Sumatras. Dennoch belegen die Signale, dass sich unter dem Vulkan Magma akkumuliert. Seit November letzten Jahres nahm die Erdbebentätigkeit unter dem Marapi leicht zu.

Die letzten Explosionen manifestierten sich Ende Januar. In diesem Monat erfolgten die Eruptionen in kürzeren Abständen als es momentan der Fall ist.

Der 2885 Meter hohe Marapi zählt zu den aktivsten Vulkanen Indonesiens. Die Behörden riefen die Bevölkerung erneut dazu auf, das Sperrgebiet mit einem Radius von 3 Kilometern um den Verbeek-Krater einzuhalten und sich über offizielle Kanäle über die weitere Entwicklung zu informieren. Die Alarmstufe steht auf „2“ bzw. „Gelb-Achtung“.

Merapi: Pyroklastischer Strom Anfang Feburar

Pyroklastischer Strom am Merapi – Anzahl hybrider Erdbeben hat zugenommen

Am Mount Merapi auf Java ist gestern erneut ein pyroklastischer Strom abgegangen. Dabei handelt es sich um eines der gefährlichsten Phänomene dieses Vulkans. Die Messstationen registrierten ein entsprechendes Erdbebensignal mit einer Amplitude von 16 Millimetern und einer Dauer von 151 Sekunden. Solche Signale entstehen, wenn heißes Gas, vermengt mit Asche und Gesteinsmaterial, infolge eines Domkollapses mit hoher Geschwindigkeit die Flanken des Vulkans hinabströmt Doch eine große Gefahr bestand nicht, denn es handelte sich um einen kleineren pyroklastischen Strom auf der Südwestflanke, der innerhalb der ausgewiesenen Sperrzone blieb. Dennoch verdeutlicht dieses Phänomen die weiterhin angespannte Lage.

Obwohl es gestern den größten Teil des Tages über bewölkt war, gelang es einem Anwohner des Vulkans, den Abgang mit seinem Handy zu filmen. Die Aufnahmen enthüllen, dass die entstandene Eruptionswolke von heller Färbung war und nur einen geringen Ascheanteil aufwies.

Begleitet wurde der pyroklastische Strom von einer hohen Anzahl weiterer seismischer Signale, die auf eine anhaltende Instabilität des Lavadoms hindeuten. Insgesamt wurden 92 Schutt- und Lawinenbeben aufgezeichnet, mit Amplituden zwischen 1 und 29 Millimetern und teils langen Signalverläufen von bis zu 184 Sekunden.

Hinzu kamen 61 sogenannte Hybrid- oder Multiphasenbeben, die mit Amplituden bis 39 Millimeter und kurzen S-P-Differenzen auf Magma- und Gasbewegungen im Fördersystem schließen lassen. Sie zeigen, dass der Magmanachschub weiterhin anhält. Die Anzahl der Hybridbeben nahm im Januar leicht zu, was bedeuten kann, dass sich der Magmenaufstieg intensivierte. Darüber hinaus registrierten die Seismologen fünf tektonische Fernbeben, die jedoch nicht in direktem Zusammenhang mit der vulkanischen Aktivität stehen.

Im aktuellen Wochenbericht wurden gemeldet:

  • 520 Schuttlawinen
  • 644 Multiphase-Beben
  • 81 flache vulkanotektonische Beben
  • 9 tektonische Fernbeben

Neue Messungen zu den Lavadom-Volumina stehen aus.

Magma/VSI warnen, dass das Hauptgefährdungspotenzial derzeit in weiteren Domkollapsen und pyroklastischen Strömen liegt, insbesondere in den südlichen und südwestlichen Abflussrinnen wie Boyong, Bedog, Krasak und Bebeng. Auch Lahare bei starkem Regen stellen eine zusätzliche Gefahr dar. Die Bevölkerung wird erneut aufgefordert, keine Aktivitäten in den Gefahrenzonen durchzuführen und wachsam gegenüber Ascheregen zu bleiben. Die Gefahrenzone ist asymmetrisch und erstreckt sich bis zu 7 Kilometer vom Krater aus gesehen. Die Alarmstufe steht auf „3“.

Lahar am Semeru kappt wichtige Straße

Lahar des Semeru unterbricht zentrale Verkehrsverbindung in Lumajang auf Java

Ein massiver Lahar (Schlammstrom) vom Vulkan Mount Semeru hat am Samstag die wichtigste Verbindungsstraße zwischen den Distrikten Pasirian und Tempursari vollständig zerstört. Die rund 20 Meter lange Straßenpassage im Dorf Gondoruso wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag unterspült und brach infolge starker Erosion ein. Seither ist die Strecke weder für Fahrzeuge noch für Fußgänger passierbar.

Brücke

Lahare gehören am Semeru mittlerweile zwar fast zum Alltag, beeinträchtigen das öffentliche Leben nichtsdestotrotz massiv. Besonders nach den Abgängen pyroklastischer Ströme, wie wir sie zuletzt im November sahen, kommt es infolge von starken Regenfällen gehäuft zu den Schlammfluten, die nicht selten Schäden verursachen.

Gegenüber der Lokalpresse schilderte ein Anwohner von Gondoruso, wie er die Katastrophe wahrnahm. Er meinte, dass die Wucht der Lavaflut (Schlammlawine) den Untergrund der Straße regelrecht weggespült habe. „Die Flut war so stark, dass der Boden nachgab. Es gibt kein Durchkommen mehr“, erklärte er vor Ort. Auch die Schutzmauer entlang des Flussufers brach auf einer Länge von etwa 20 Metern, wodurch der Lahar direkt auf Straßen und Felder übertrat.

Durch die Zerstörung der Ufermauer wurden mindestens vier Weiler im Distrikt Pasirian zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. Bewohner müssen seither weite Umwege in Kauf nehmen oder flache Flussabschnitte durchqueren, um Nachbargebiete zu erreichen. Im Falle neuer Schlammlawinen ist das lebensgefährlich. Besonders betroffen sind Schulkinder, die ihren Unterricht nur noch mit Hilfe ihrer Eltern erreichen können. Ein Bewohner namens Agus berichtete, dass Eltern ihre Kinder entlang des noch aktiven Laharstroms zur Schule begleiten müssten – ein riskanter und beschwerlicher Weg.

Semeru

Die jüngsten Schäden stehen im Zusammenhang mit der weiterhin hohen Aktivität des Mount Semeru, der allein gestern 96 Mal explosiv eruptierte. Dabei war das Wetter in den Morgenstunden noch gut und die Eruptionen konnten mittels der AFAR-TV-Livecam beobachtet werden, wobei der Livestream auch langanhaltende Explosionsgeräusche übermittelte. Die Eruptionen erzeugten bis zu 700 m hohen Ascheauswurf.

Die indonesische Vulkanologiebehörde PVMBG hält den Alarmstatus Stufe III (Siaga) aufrecht und warnt eindringlich vor Aktivitäten entlang der Flussläufe, die vom Gipfel des Vulkans ausgehen.

Insbesondere die Flüsse Besuk Kobokan, Besuk Bang und angrenzende Nebenarme gelten als hochgefährdet, da sich dort Lava, Schlamm und Geröll über viele Kilometer talwärts bewegen können. Behörden schließen nicht aus, dass bei anhaltenden Regenfällen weitere Infrastrukturschäden entstehen.

Lokale Katastrophenschutzbehörden (BPBD Lumajang) prüfen derzeit den Bau provisorischer Übergänge und haben Anwohner aufgefordert, gefährdete Zonen zu meiden. Priorität haben laut Behörden die Sicherung von Schulwegen sowie die Wiederherstellung grundlegender Mobilität zwischen den Distrikten.

Marapi: Aschewolke in 3600 m Höhe detektiert

Weitere Eruption am Marapi auf Sumatra – Vulkanasche in 3600 m Höhe detektiert

Der indonesische Vulkan Marapi in Westsumatra ist heute um 10:51 Uhr WIB erneut ausgebrochen und stieß Vulkanasche aus, die nach Angaben des VAAC Darwin bis auf eine Höhe von 3600 m (FL120) aufgestiegen ist. Der Wind verfrachtete die Aschewolke in Richtung Westen. Meldungen über Ascheniederschlag gibt es nicht.

Die Angaben des VIS weichen von jenen des VAAC ab. Demnach stieg die Eruptionswolke bis zu 300 Meter über Kraterhöhe auf, was etwa 3200 m über dem Meeresspiegel entspricht. Die Vulkanbeobachter des örtlichen Observatoriums beschrieben die Färbung der Aschesäule von weiß bis grau und sie soll ihren Angaben zufolge in Richtung Norden und Nordosten aufgestiegen sein.

Die Eruption wurde von Seismographen aufgezeichnet und verursachte auf dem Seismogramm ein Explosionssignal mit einer maximalen Amplitude von 7 Millimetern und einer Dauer von 2 Minuten und 25 Sekunden. In den letzten 24 Stunden ereignete sich ein vulkanotektonisches Beben sowie 4 weiter entfernte tektonische Erschütterungen.

Der Marapi eruptierte in den letzten Tagen mehrfach. Eruptionen mit Aschewolken – deren Höhen aber nicht bestimmt werden konnten – gab es am 8.1.2026 und 13.1.2026. Am letzten Mittwoch (14.1.2026) schleuderte der Marapi Asche bis zu 1600 m hoch, worüber ich bereits berichtete.

Der Alarmstatus befindet sich weiterhin in Stufe „2“. Die Bevölkerung wird gebeten, sich nicht dem Krater zu nähern und keine Aktivitäten im Umkreis von drei Kilometern durchzuführen. „Wir appellieren an alle, die in der Nähe von Tälern oder Flüssen leben, die am Gipfel des Mount Marapi entspringen, stets auf die potenzielle Lavagefahr zu achten, insbesondere bei Regen“, betonte ein Mitarbeiter des lokalen Observatoriums gegenüber der Lokalpresse.  Darüber hinaus wird den Bewohnern geraten, bei Ascheregen Masken zu tragen, da dieser gesundheitsgefährdend sein kann.

Der letzte große Ausbruch des Mount Marapi ereignete sich am 3. Dezember 2023, wobei 23 Bergsteiger ums Leben kamen. Seitdem ist der Berg weiterhin aktiv. Am Samstag, dem 5. November 2024, ereignete sich eine weitere Katastrophe in Form eines Lahars, der zahlreiche Einwohner in den Regierungsbezirken Tanah Datar, Agam und Padang Pariaman tötete.