Zwei kleine Ascheeruptionen am Sakurajima – Vulkan bleibt auf Warnstufe 3
Der japanische Vulkan Sakurajima liegt auf der südlichen Insel Kyushu und hat am Donnerstag zwei kleinere Ascheeruptionen erzeugt. Die Aktivität ereignete sich am Minamidake, dem derzeit aktivsten Krater des Vulkans innerhalb der Aira-Caldera. Die beiden Aschewolken lösten VONA-Warnungen beim VAAC Tokyo aus und könnten einer stärkeren Eruptionsserie vorangehen. Die Aufblähung des Gipfelbereichs stoppte inzwischen.

Nach Angaben des Volcanic Ash Advisory Center mit Sitz in Tokyo kam es um 06:55 UTC zu einer Explosion, bei der eine Aschewolke bis auf Flughöhe 60 (rund 1.800 Meter über dem Meeresspiegel) aufstieg und sich ostwärts ausbreitete. Satellitenaufnahmen des Wettersatelliten Himawari-9 bestätigten die Eruption und die Drift der Aschefahne.
Eine weitere Explosion wurde um 12:39 UTC registriert. Dabei stieg eine dunkle Aschewolke etwa 400 Meter über den Kraterrand auf und erreichte eine Höhe von gut 1.460 Metern über dem Meeresspiegel. Die Eruptionswolke driftete ebenfalls nach Osten. Nach Messungen des Seto-Luftseismometers war die Druckwelle mit 0,7 Pascal vergleichsweise schwach. Dennoch wurden größere vulkanische Gesteinsbrocken auf ballistischen Bahnen bis in Entfernungen von 500 bis 700 Metern vom Krater geschleudert. Die Ascheemission wurde als gering eingestuft.
Die japanische Wetterbehörde hält weiterhin an der Vulkanwarnstufe 3 fest, die Zugangsbeschränkungen für den Gipfelbereich vorsieht. Trotz einer Anfang Mai beobachteten Hebung des Vulkangebäudes, die inzwischen weitgehend gestoppt hat, bleibt die Aktivität erhöht. Geodätische Messungen zeigen, dass sich tief unter der Aira-Caldera weiterhin Magma ansammelt. Zudem werden anhaltend hohe Schwefeldioxid-Emissionen registriert.
Die Behörden warnen im Falle stärkerer Explosionen vor vulkanischen Bomben und kleinräumigen pyroklastischen Strömen im Umkreis von etwa zwei Kilometern um die Krater des Minamidake und des Showadake. In Windrichtung kann Asche auch in größerer Entfernung niedergehen. Starke Druckwellen sowie mögliche Lahare, die sich nach Niederschlägen bilden könnten, bleiben weitere Gefahren für die Bevölkerung und Besucher rund um den Sakurajima, der zu den aktivsten Feuerbergen Japans zählt.












