Vulkan Sakurajima mit 2 kleinen Ascheeruptionen am 11. Juni

Zwei kleine Ascheeruptionen am Sakurajima – Vulkan bleibt auf Warnstufe 3

Der japanische Vulkan Sakurajima liegt auf der südlichen Insel Kyushu und hat am Donnerstag zwei kleinere Ascheeruptionen erzeugt. Die Aktivität ereignete sich am Minamidake, dem derzeit aktivsten Krater des Vulkans innerhalb der Aira-Caldera. Die beiden Aschewolken lösten VONA-Warnungen beim VAAC Tokyo aus und könnten einer stärkeren Eruptionsserie vorangehen. Die Aufblähung des Gipfelbereichs stoppte inzwischen.

Sakurajima

Nach Angaben des Volcanic Ash Advisory Center mit Sitz in Tokyo kam es um 06:55 UTC zu einer Explosion, bei der eine Aschewolke bis auf Flughöhe 60 (rund 1.800 Meter über dem Meeresspiegel) aufstieg und sich ostwärts ausbreitete. Satellitenaufnahmen des Wettersatelliten Himawari-9 bestätigten die Eruption und die Drift der Aschefahne.

Eine weitere Explosion wurde um 12:39 UTC registriert. Dabei stieg eine dunkle Aschewolke etwa 400 Meter über den Kraterrand auf und erreichte eine Höhe von gut 1.460 Metern über dem Meeresspiegel. Die Eruptionswolke driftete ebenfalls nach Osten. Nach Messungen des Seto-Luftseismometers war die Druckwelle mit 0,7 Pascal vergleichsweise schwach. Dennoch wurden größere vulkanische Gesteinsbrocken auf ballistischen Bahnen bis in Entfernungen von 500 bis 700 Metern vom Krater geschleudert. Die Ascheemission wurde als gering eingestuft.

Die japanische Wetterbehörde hält weiterhin an der Vulkanwarnstufe 3 fest, die Zugangsbeschränkungen für den Gipfelbereich vorsieht. Trotz einer Anfang Mai beobachteten Hebung des Vulkangebäudes, die inzwischen weitgehend gestoppt hat, bleibt die Aktivität erhöht. Geodätische Messungen zeigen, dass sich tief unter der Aira-Caldera weiterhin Magma ansammelt. Zudem werden anhaltend hohe Schwefeldioxid-Emissionen registriert.

Die Behörden warnen im Falle stärkerer Explosionen vor vulkanischen Bomben und kleinräumigen pyroklastischen Strömen im Umkreis von etwa zwei Kilometern um die Krater des Minamidake und des Showadake. In Windrichtung kann Asche auch in größerer Entfernung niedergehen. Starke Druckwellen sowie mögliche Lahare, die sich nach Niederschlägen bilden könnten, bleiben weitere Gefahren für die Bevölkerung und Besucher rund um den Sakurajima, der zu den aktivsten Feuerbergen Japans zählt.

Sakurajima: Vulkanausbruch verursacht Ascheregen

Lange anhaltende Eruption am Sakurajima verursacht Ascheregen und legt Teile von Kagoshima unter graubraunem Schleier

Nach einer Woche ohne nennenswerte Eruption brach der Sakurajima gestern Abend europäischer Zeit erneut aus und erzeugte eine mehrere Stunden lang anhaltende Ascheeruption. Starker Wind drückte die Asche zu Boden und erzeugte so ein dichtestromähnliches Phänomen, das in der Präfektur Kagoshima für erhebliche Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens sorgte. Die Asche brachte den Verkehr teilweise zum Erliegen und zwang Menschen, sich in Gebäuden aufzuhalten oder im Freien Staubschutzmasken und Brillen zu tragen. Bereits Anfang Juni wies das JMA auf verstärkte seismische Unruhen und Inflation des Gipfelbereichs hin und warnte vor stärkeren Ausbrüchen.

Für die Japaner war es zur Zeit des Ausbruchs bereits Sonntagmorgen, als sich gegen 5 Uhr Ortszeit die ersten Ascheeruptionen manifestierten, die sich innerhalb kurzer Zeit zu einem beständigen Ascheausstoß steigerten. Livecambilder zeigen, dass die Bewohner Kagoshimas bereits kurz vor 6 Uhr von einem ungewöhnlich starken Ascheregen überrascht wurden: Starke Winde mit Geschwindigkeiten von mehr als 15 Metern pro Sekunde verfrachteten die Vulkanasche direkt über das Stadtgebiet. Dort entstand das als „Hai-Kagura“ bekannte Phänomen – ein regelrechter Tanz aus aufgewirbelter Asche, der Straßen, Fahrzeuge und Gebäude in eine graubraune Staubschicht hüllte.

Nach Angaben des Tokyo Volcanic Ash Advisory Center ereignete sich gegen 11:06 Uhr Ortszeit eine weitere Eruption. Die Aschewolke stieg dabei auf gut 2.400 Meter Höhe auf und wurde dann in südöstliche Richtung verfrachtet. Satellitenaufnahmen des Wettersatelliten Himawari-9 bestätigten die Ausbreitung der Aschefahne über die Region.

Eine weitere Eruption förderte um 16:15 Uhr Lokalzeit eine Aschewolke bis auf 3500 m Höhe. Die Eruption manifestierte sich aus dem Gipfelkrater Minamidake. Die Asche wurde in Richtung Südosten getragen und erreichte die Städte Tarumizu und Kanoya. Für Teile der Präfektur Kagoshima wurde mäßiger bis stärkerer Ascheniederschlag vorhergesagt. Selbst in der Präfektur Miyazaki, mehr als 50 Kilometer entfernt, rechneten die Behörden noch mit leichtem Aschefall. Zudem bestand die Gefahr, dass kleine vulkanische Gesteinsfragmente bis zu zehn Kilometer östlich des Kraters niedergehen könnten.



Die anhaltende Aktivität kommt nicht überraschend. Messungen zeigen seit Ende Mai neben tiefer Magmaakkumulation unter der Aira-Caldera auch eine Aufwölbung des Gipfelbereichs des Vulkans, die auf zunehmenden Magmadruck im Untergrund hindeutet. Die Zahl vulkanotektonischer Erdbeben nahm leicht zu. Gleichzeitig wurden hohe Schwefeldioxid-Emissionen von 2.900 Tonnen pro Tag registriert.

Die Vulkanologen warnen, dass weitere Ausbrüche jederzeit möglich sind. Neben Ascheniederschlägen stellen insbesondere größere vulkanische Gesteinsbrocken, pyroklastische Ströme sowie starke Druckwellen eine Gefahr dar. Die Bevölkerung wird aufgefordert, aktuelle Warnungen zu beachten und bei Aschefall Schutzmaßnahmen wie Masken, Schutzbrillen und vorsichtiges Fahren einzuhalten. Das JMA hält weiterhin die Eruptionswarnstufe 3 aufrecht, die den Zugang zu Bereichen in Gipfelnähe einschränkt.

Kräfte Explosion am Vulkan Sakurajima bei schlechtem Wetter

Vulkanausbruch am Sakurajima erzeugte hochaufsteigende Aschewolke – Null Sicht am Berg

In der japanischen Aira-Caldera eruptierte der Vulkan Sakurajima explosiv und förderte eine Aschewolke, die nach Angaben des Tokyo Volcanic Ash Advisory Centers (VAAC) bis auf FL 170 aufstieg. Diese Flughöhen-Angabe in Fuß entspricht einer Höhe von gerundet 5200 m über dem Meeresspiegel. Die Aschewolke wurde von einer Eruption ausgestoßen, die sich am 27. Mai 2026 um 05:12 UTC ereignete. Die Aschewolke wurde fast 20 Kilometer südwestlich von Kagoshima City beobachtet und bewegte sich anschließend in östlicher Richtung mit etwa 58 km/h. Die Eruption fand unter ungünstigen Wetterbedingungen bei Nullsicht am Vulkan statt, so dass es diesmal keine aktuellen Bilder gibt, außer von einem wolkenverhangenen Vulkan.

VONA

Auch die japanischen Wetter- und Katastrophenbehörden meldeten die explosive Aktivität am Südschlot des Hauptkraters Minamidake. Demnach stieg eine Eruptionssäule bis zu 3.500 Meter über den Kraterrand auf, was sich mit den VONA-Angaben deckt, die auf die Daten des JMA zurückgriffen Die Asche wurde vom Wind in südöstlicher Richtung verfrachtet und führte innerhalb kurzer Zeit zu messbarem bis teils starkem Ascheniederschlag in Kagoshima City sowie in den Städten Tarumizu und Kanoya. Feine Aschepartikel wurden sogar bis in Teile der Präfektur Miyazaki transportiert.

Die Behörden warnen zudem vor pyroklastischen Fragmenten, die bis zu zehn Kilometer östlich des Kraters niedergehen könnten. Im unmittelbaren Umfeld der beiden Krater Minamidake und Showadake wurden zudem ausgeworfene Gesteinsblöcke beobachtet, die über einen Kilometer weit flogen.

Auch langfristige Messdaten deuten auf eine anhaltende magmatische Aktivität hin. Geodätische Beobachtungen zeigen eine langsame Ausdehnung des Untergrunds im Bereich der Aira-Caldera. Zwar sind vulkanische Erdbeben derzeit selten, doch bleibt die Gefahr explosiver Ereignisse bestehen.

Die Eruptionswarnstufe 3 ist weiterhin in Kraft. Es gelten Einschränkungen für den Zugang zum Sakurajima. Es wird vor Aschefall, pyroklastischen Strömen und Laharen gewarnt. Aufgrund starker Regenfälle ist das Auftreten von Schlammströmen aktuell durchaus möglich.

Japan: Erdbeben Mw 5,9 trifft Okinawa

Starkes Erdbeben der Magnitude 5,9 erschüttert die Ryūkyū-Inseln nahe Okinawa

Datum: 20.06.2026 | Zeit: 02:46:25 UTC | Koordinaten: 27.515 ; 128.575 | Tiefe: 43 km | Mw 5,9

Ein Erdbeben der Magnitude 5,9 hat am 20. Mai 2026 die Region der Ryūkyū–Inseln im Süden Japans erschüttert. Das Hypozentrum lag in etwa 43 Kilometern Tiefe und befand sich nordöstlich der Insel Okinawa und 16 Kilometer von der kleinen Insel Wadomari entfernt. Der bekannte Inselvulkan Suwanosejima – der in den letzten Monaten ungewöhnlich ruhig war – liegt ca. 29 Kilometer nördlich des Epizentrums. Sollte er in den nächsten Tagen aktiv werden, könnte es mit dem Erdbeben zusammenhängen.

Okinawa. © EMSC/Leaflet

Das Beben wurde trotz der relativ großen Herdtiefe, die an der Oberfläche dämpfend wirkt, auf mehreren Inseln deutlich wahrgenommen, insbesondere auf den Amami-Inseln sowie im nördlichen Okinawa. In Wadomari berichteten Bewohner von starkem Schütteln. Auf der Hauptinsel Okinawa waren die Erdbebenwellen noch so stark, dass besonders höhere Gebäudestockwerke stark schwankten. Berichte über größere Schäden stehen aus.

Tektonisch liegt das Ereignis an der Subduktionszone des Ryūkyū-Grabens, wo die Philippinische Seeplatte unter die Eurasische Platte abtaucht. Diese Konvergenzzone erzeugt regelmäßig mittelstarke bis starke Erdbeben und ist für den Vulkanismus des Inselbogens verantwortlich.

In der weiteren Umgebung befinden sich mehrere aktive Vulkane, neben den bereits erwähnen Suwanosejima auch die Vulkane bei Kagoshima auf Kyushu, allen voran der Sakurajima, einer der aktivsten Vulkane Japans. Ebenfalls relevant ist der Inselvulkan Kuchinoerabujima. Beide sind Teil des südjapanischen Inselbogens.

Seismologen ordnen solche Beben als typisches Resultat der fortschreitenden Subduktion ein, die langfristig auch die vulkanische Aktivität der Region steuert. Die Kombination aus tektonischer Spannung und magmaführenden Prozessen macht den südjapanischen Inselbogen zu einer der dynamischsten geologischen Zonen des pazifischen Feuerrings.

Forscher beobachten das Gebiet kontinuierlich mithilfe von seismischen Netzwerken und GPS-Messungen, um Spannungsaufbau entlang der Plattengrenzen besser zu verstehen.

Sakurajima: Vulkanausbruch am 19 Mai fördert Aschewolke

Neue Aschewolke durch Eruption am Sakurajima in Japan – Aktivität bleibt erhöht

Nach einer gut 10 Tage dauernden Eruptionspause hat der japanische Vulkan Sakurajima heute Nacht (gestern Nachmittag Ortszeit) wieder eine Aschewolke ausgestoßen. Davon zeugt eine neue Die VONA-Meldung des VAAC Tokio vom 19. Mai um 00:29 UTC, die in erster Linie für den Luftverkehr herausgegeben wurde, berichtet, dass bereits um 00:03 UTC Vulkanasche südlich des Flughafens Kagoshima in einer Höhe von etwa 2.100 Metern registriert wurde. Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9 sowie ein Pilotenbericht bestätigten die Aschewolke, die sich westwärts ausbreitete. Für den Luftverkehr in Südjapan bedeutete dies erhöhte Aufmerksamkeit, da selbst vergleichsweise kleine Aschewolken Triebwerke beschädigen und die Sichtverhältnisse erheblich beeinträchtigen können.

Tatsächlich war die Aschewolke nicht nur auf Satellitenaufnahmen sichtbar, sondern auch per Livestream über Webcams zu beobachten. Die Eruption ereignete sich bei bewölktem Wetter, doch zeitweise ermöglichten Wolkenlücken freie Sicht auf das Geschehen. Der Ausbruch verlief in drei explosiven Schüben und dauerte mehr als 40 Minuten. Zunächst stieg die Asche vergleichsweise langsam auf und die Eruptionswolke erschien dabei hellgrau – ein Hinweis darauf, dass überwiegend älteres Material aus dem Schlot ausgeworfen wurde. Die beiden späteren Schübe waren deutlich kräftiger und erzeugten eine dunkler gefärbte Eruptionswolke. Solche Emissionen gehen am Sakurajima häufig einer Phase stärkerer Eruptionen voraus, mit denen auch in den kommenden Stunden und Tagen gerechnet werden muss.

Nach Angaben der Vulkanologen des JMA ereignete sich der Ausbruch am Gipfelkrater Minamidake und begann am 18. Mai um 16:15 Uhr Ortszeit. Die Eruptionswolke stieg dabei etwa 3.500 Meter über den Kraterrand auf – eine deutliche Abweichung zu den Satellitenbeobachtungen, die lediglich eine Höhe von rund 2.100 Metern erfassten. Anschließend driftete die Vulkanasche südöstlich in Richtung Tarumizu und Kanoya. Die japanischen Behörden warnten vor mäßigem Ascheniederschlag im Raum Kagoshima, insbesondere auf Sakurajima selbst sowie in Tarumizu. Leichter Ascheregen wurde sogar bis in die Präfektur Miyazaki erwartet, darunter auch für die Stadt Kushima.

Zusätzlich bestand in einem Umkreis von zehn Kilometern östlich des Kraters die Gefahr kleiner vulkanischer Lapilli, die durch den Wind verfrachtet werden könnten. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Schutzmaßnahmen gegen die Asche zu ergreifen. Dazu gehörten das Tragen von Atemschutzmasken sowie vorsichtiges Fahren auf aschebedeckten Straßen. In besonders gefährdeten Bereichen sollten geschlossene Gebäude aufgesucht werden.

Die Vulkanwarnstufe 3 bleibt weiterhin bestehen, ebenso die damit verbundenen Zugangsbeschränkungen. Zwar wurden in den vergangenen Tagen überwiegend kleinere Explosionen registriert, doch nächtliches Glühen am Minamidake-Krater deutet darauf hin, dass sich weiterhin heißes Material nahe der Oberfläche befindet.

Die Alarmstufe bleibt auf Gelb. Weitere Ascheemissionen gelten als wahrscheinlich.

Meakan: Schwarmbeben schüren Sorge vor Vulkanausbruch

Erdbebenschwarm unter japanischem Vulkan Meakan-dake (Akan) – Diskussion um Erhöhung der Alarmstufe

In den letzten Tagen wurde der japanische Vulkan Meakan-dake auf Hokkaidō von einem starken Erdbebenschwarm erschüttert, der am 13. Mai seinen Höhepunkt erreichte. An diesem Tag wurden vom seismischen Netzwerk der JMA (Japan Meteorological Agency) 237 vulkanotektonische Erschütterungen registriert. Die seismische Aktivität konzentrierte sich dabei auf den Ponmachineshiri-Krater, dessen Schwefeldioxid-Ausstoß ebenfalls leicht zunahm. Die steigende Aktivität veranlasste die Vulkanbeobachtungsbehörde dazu, über eine Anhebung der Vulkanwarnstufe von 2 auf 3 nachzudenken.

Erdbebenstatistik Meakan-dake. © JMA

Nach Angaben der JMA begann die Zunahme vulkanischer Erdbeben am Ponmachineshiri-Krater am 10. Mai und verstärkte sich ab dem Abend des 11. Mai deutlich. In den 24 Stunden bis zum Vormittag des 13. Mai – an dem ein Bericht zur Aktivität veröffentlicht wurde – registrierten die Messstationen 137 vulkanische Erdbeben, ein Wert, den die Behörde ausdrücklich als Zeichen anhaltend hoher Aktivität bezeichnete. Bis zum Abend summierte sich die Zahl auf 237 Erdbeben. Begleitend wurde vulkanischer Tremor beobachtet. Hierbei handelt es sich um ein besonders besorgniserregendes Signal, da Tremor direkt durch die Bewegung magmatischer Fluide ausgelöst wird und häufig im Zusammenhang mit Eruptionen auftritt.

Weitere Messungen zeigen zudem eine leichte Inflation des Vulkangebäudes sowie anhaltende Schwefeldioxid-Emissionen von etwa 300 bis 400 Tonnen pro Tag. Seit der letzten phreatischen Eruption vom 16. März wurde zwar keine neue Eruption beobachtet, doch der aktuelle Erdbebenschwarm markiert eine deutliche Verschärfung der Lage.

Die Unruhe am Meakan-dake begann bereits im vergangenen Spätsommer: Seit September 2025 war es zu mehreren phreatischen Eruptionen gekommen, die auch Vulkanasche förderten. Zudem stößt der 96-1-Krater beziehungsweise Förderschlot innerhalb des Ponmachineshiri-Kraters seit Monaten verstärkt heiße Dampf- und Gasfahnen aus.

Belastbare Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende größere Eruption gibt es derzeit allerdings nicht. Die JMA formuliert ihre Hinweise entsprechend vorsichtig: Sollte die vulkanische Aktivität weiter zunehmen, könnte die Warnstufe von 2 auf 3 angehoben werden. In den sozialen Medien wurde diese Botschaft zum Teil überhöht wiedergegeben.

Die Region um den Akan-See ist bei japanischen Wanderern beliebt. Eine Hochstufung der Warnstufe hätte unmittelbare Folgen für die touristische Infrastruktur: Wanderwege würden geschlossen und der Zugang zum Berg vollständig untersagt. Derzeit gilt lediglich eine Sperrzone mit einem Radius von 500 Metern um den Ponmachineshiri-Krater. Dabei handelt es sich um den aktivsten Krater des Komplexvulkans im Osten Hokkaidōs.

Erst am 27. April hatte sich in relativer Nähe zum Meakan-dake ein Erdbeben der Magnitude Mw 6,7 ereignet, dessen Epizentrum im Süden der Insel lag. Damals wies ich darauf hin, dass das Erdbeben die Aktivität der Vulkane beeinflussen könnte – eine Annahme, die nun bestätigt werden könnte, wenn auch wissenschaftliche Beweise ausstehen.

Japan: Erdbeben Mw 6,7 südöstlich von Kamaishi

Starkes Erdbeben erschüttert Japan – Magnitude 6,7 vor der Nordostküste von Honshu

Datum: 15.05.2026 | Zeit: 11:22:01 UTC | Koordinaten: 38.944 ; 142.050 | Tiefe: 40 km | Mw 6,7

Am Freitagabend um 20:22 Uhr Ortszeit erschütterte ein Erdbeben der Magnitude 6,7 die Pazifikküste Nordostjapans. Laut EMSC lag das Hypozentrum in 40 Kilometern Tiefe vor der Ostküste Honshūs. Das Epizentrum wurde 40 Kilometer südöstlich von Kamaishi und knapp 90 Kilometer nordöstlich von Ishinomaki verortet. Trotz der beachtlichen Stärke blieben Berichte über größere Schäden zunächst aus, ein Umstand, der für Japans erdbebenerprobte Tōhoku-Region nicht ungewöhnlich ist, da alle maroden Gebäude bereits 2011 zerstört worden sind.

Japan. © EMSC/Leaflet

Die Erschütterungen wurden über Hunderte Kilometer hinweg wahrgenommen. Bebenzeugen beschrieben ein lang anhaltendes, rollendes Schwingen. „Pretty strong and steady for about 15 seconds before tapering off“, berichtete ein Bewohner der Küstenregion. Ein anderer schilderte die Bewegung als „about a four magnitude rolling side to side motion“, bei der nichts beschädigt worden sei. Selbst in Tokio war das Beben deutlich spürbar: „Strong, long lasting (6 seconds) shake in Bunkyo-ku, Tokyo, felt on 11th floor“, meldete ein Beobachter aus dem 11. Stock eines Gebäudes im Stadtbezirk Bunkyō. Die lange Schwingungsdauer passt zu einem tieferen Offshore-Beben, dessen Energie sich weit ausbreitet und sich besonders in Hochhäusern bemerkbar macht.

Tektonisch betrachtet ereignete sich das Beben in einer der aktivsten Subduktionszonen der Erde. Vor Japans Nordostküste schiebt sich die Pazifische Platte mit mehreren Zentimetern pro Jahr unter die Okhotsk- beziehungsweise Nordamerikanische Platte. Diese Plattengrenzenkonstellation ist besonders anfällig für starke Erdbeben: Hier entstand auch das verheerende Tōhoku-Erdbeben von 2011. Das aktuelle Ereignis war aber deutlich schwächer und dürfte wegen seiner größeren Herdtiefe geringere Bodenbeschleunigungen an Land verursacht haben.

In vulkanischer Hinsicht richtet sich der Blick auf den Vulkanbogen Nordjapans. Relativ nahe liegen die Vulkane Mount Kurikoma, Mount Iwate und Mount Zao. Zwar können starke tektonische Beben Spannungen im Untergrund verändern, doch bei einem Magnitude-6,7-Ereignis ohne unmittelbare Nähe zu Magmakammern gelten direkte Auswirkungen auf die Aktivität dieser Vulkane als eher unwahrscheinlich, auch wenn sie nicht völlig ausgeschlossen sind. Überwachungsbehörden achten daher besonders auf Änderungen bei Mikrobeben, Gasemissionen oder Bodenhebung, die Anzeichen für einen sich aufbauenden Vulkanausbruch wären.

Starker explosiver Vulkanausbruch am Sakurajima in Japan

Sakurajima explodiert und fördert Vulkanasche bis auf 4600 m Höhe – starker Ascheniederschlag gemeldet

Heute scheint Vulkanexplosionstag zu sein: Einige Stunden nachdem es am indonesischen Vulkan Dukono eine starke Explosion gegeben hat, bei der mindestens 3 Menschen starben, kam es auch am Sakurajima in Japan zu einem stärkeren explosiven Vulkanausbruch, bei dem Vulkanasche bis auf 4600 m Höhe geschleudert wurde und sich großflächig verteilte. Nach Angaben des Tokyo Volcanic Ash Advisory Center ereignete sich die Eruption um 07:15 UTC (16:15 Uhr Ortszeit). Die Aschewolke driftete mit hoher Geschwindigkeit nach Südosten. Satellitenbilder des Wettersatelliten Himawari-9 zeigten, wie sie sich rasch in südöstlicher Richtung über die Bucht von Kagoshima ausbreitete.

Die japanische Wetterbehörde JMA meldete, dass die Eruption am Minamidake-Gipfelkrater stattfand. Bereits kurz nach dem Ausbruch erreichte die dunkle Eruptionssäule 3.500 Meter über dem Kraterrand.

Aufnahmen dokumentierten das Ereignis und zeigen eine ungewöhnlich dichte Aschewolke. Sie zog allerdings nicht in Richtung Kagoshima, sondern in die entgegengesetzte Richtung und driftete weit über das Meer. Weiterführende Bildanalysen zeigen, dass starke Fallwinde die Vulkanasche schnell zu Boden drückten, was ungünstig für Leute in Vulkannähe war. Besonders betroffen war die Stadt Tarumizu, wo innerhalb kurzer Zeit starker Ascheniederschlag registriert wurde. Selbst in weiter entfernten Regionen der Präfektur Miyazaki wurde Ascheregen erwartet.

Kurz nach der Eruption warnten Behörden vor den Folgen des Ausbruchs. In Gebieten mit stärkerem Ascheregen wurden Autofahrer zu langsamer Fahrt aufgefordert, da Straßenmarkierungen unter der grauen Schicht kaum noch sichtbar seien. Bewohner sollten Masken und Regenschirme nutzen, um sich vor der feinen Vulkanasche zu schützen. Zudem bestand im Umkreis von etwa zehn Kilometern östlich des Kraters die Gefahr herabfallender kleiner vulkanischer Gesteinsbrocken.

Die Eruption kam nicht völlig überraschend: Seit gestern wurde eine verstärkte Bodenhebung infolge von Magma-Inflation festgestellt, auf die das JMA in seinem kurz vor der Eruption veröffentlichten Update hinwies. Neigungs- und Dehnungsmesser auf der Insel weisen darauf hin, dass sich Magma unter der Aira-Caldera ansammelt. Vulkanologen sehen darin ein Zeichen anhaltenden Druckaufbaus im Untergrund. Ob die aktuelle Eruption den Druck bereits abgebaut hat oder ob weitere Ausbrüche folgen werden, ist offen.

Die offizielle Vulkanwarnstufe bleibt deshalb auf Stufe 3 bestehen, was Zugangsbeschränkungen rund um den Krater bedeutet. Experten warnen, dass weitere explosive Ausbrüche möglich seien. Bereits in den vergangenen Tagen wurden größere Gesteinsbrocken mehr als einen Kilometer weit geschleudert, außerdem traten kleinere pyroklastische Ströme auf.

Japan: Starkes Erdbeben auf Hokkaidō

Starkes Erdbeben Mw 6,0 erschütterte den Süden von Hokkaidō in Japan

Datum: 26.04.2026 | Zeit: 20:23:55 UTC | Koordinaten: 42.722 ; 142.955 | Tiefe: 79 km | Mw 6,0

Am Abend des 26. Aprils europäischer Zeit ereignete sich im Süden der japanischen Nordinsel Hokkaidō ein starkes Erdbeben der Magnitude 6,0. Zu diesem Zeitpunkt war es vor Ort bereits frühmorgens am 27. April. Das Epizentrum befand sich rund 30 km südlich von Obihiro und etwa 111 km ostnordöstlich von Tomakomai, wo ca. 174.000 Menschen leben. Das Hypozentrum lag in 79 km Tiefe, womit es sich um ein vergleichsweise tiefes Erdbeben handelte, das sich an der Oberfläche geringer auswirkte, als man anhand der Magnitude vermuten würde, da sich die seismische Energie über eine größere Strecke verteilte. Solche Beben werden oft weniger stark wahrgenommen als flache Ereignisse ähnlicher Magnitude, dennoch wackelten Häuser und die Bewohner der Region wurden aufgeschreckt. Meldungen über größere Schäden liegen nicht vor.

Hokkaido. © EMSC/Leaflet

Großtektonisch betrachtet liegt die Region im Einflussbereich der Subduktionszone am Japan Trench, wo die Pazifische Platte unter die Okhotsk-Platte abtaucht. In diesem System entstehen Erdbeben entlang der sogenannten Wadati-Benioff-Zone, die den Weg der absinkenden ozeanischen Platte in den Mantel markiert. Die Tiefe von etwa 79 km deutet darauf hin, dass das Ereignis innerhalb der subduzierten Platte stattfand, also ein sogenanntes Intraslab-Erdbeben war. Solche Beben werden durch Spannungen verursacht, die beim Abtauchen der Platte entstehen, etwa durch Biegung oder Kompression.

Das Epizentrum liegt zudem am Ostrand des Hidaka-Gebirges und befindet sich somit in einer komplexen Kollisionszone innerhalb des Inselbogens, wo der Kurillenbogen auf den Japanbogen trifft. Dort wird die Kruste durch das Aufeinandertreffen verschiedener Krustenblöcke stark verkürzt und deformiert, was zu einer Überlagerung von Subduktionsprozessen und oberflächennaher Stauchung führt. Diese tektonische Komplexität beeinflusst die Spannungsverteilung auch in der Tiefe, sodass sich Spannungen in der subduzierten Platte lokal konzentrieren können. Das Erdbeben steht daher primär mit der Subduktion in Zusammenhang, wurde jedoch wahrscheinlich durch die besondere tektonische Situation im Bereich des Hidaka-Gebirges zusätzlich begünstigt.

Die Subduktion führt zudem zur Bildung eines ausgeprägten vulkanischen Bogens in Hokkaidō. In der Umgebung des Epizentrums befinden sich mehrere aktive oder potenziell aktive Vulkane, darunter der Mount Tarumae nahe Tomakomai, der häufig aktiv ist, sowie der Mount Tokachi und der Meakan-dake, der im letzten Jahr phreatische Eruptionen erzeugte. Ebenfalls bedeutend ist der Mount Usu, der im 20. Jahrhundert mehrfach ausgebrochen ist. Diese Vulkane entstehen, weil Fluide aus der subduzierten Platte in den darüberliegenden Mantel gelangen und dort Schmelzprozesse auslösen, die Magma entstehen lassen.

Das Erdbeben steht zwar im direkten Zusammenhang mit der aktiven Plattentektonik der Region, könnte aber magmatische Prozesse beeinflussen und Eruptionen triggern oder unterdrücken. Während man ersteres dann ggf. beobachten kann, lässt sich letzteres kaum nachweisen.