Tokachidake eruptierte Aschewolke

Tokachidake auf Hokkaido bricht erstmals seit 2004 wieder aus – Warnstufe bleibt auf Level 2

Der Vulkan Tokachidake befindet sich auf der japanischen Nordinsel Hokkaido und ist am Mittwoch erstmals seit 2004 wieder ausgebrochen. Nach Angaben der Japanischen Meteorologischen Behörde (JMA), der auch die Überwachung japanischer Vulkane und Erdbeben obliegt, ereignete sich die Eruption um 11:07 Uhr Ortszeit (02:07 UTC) am Krater 62-2. Trotz der weithin sichtbaren dunklen Eruptionswolke handelte es sich um eine kleine Eruption, die von den JMA-Vulkanologen als phreatische eingestuft wurde, weshalb die bereits seit Juni geltende Warnstufe 2 unverändert bestehen bleibt. Der Kraterbereich ist weiterhin gesperrt.

Tokachidake

Die Eruption erzeugte eine überwiegend schwarze Aschewolke, die etwa 200 Meter über den Kraterrand aufstieg und nahezu senkrecht in den Himmel aufstieg. Das VAAC Tokyo gab an, dass die Wolke eine Höhe von rund 2.100 Metern über dem Meeresspiegel erreichte. Auf Bildern einer Überwachungskamera ist zu erkennen, dass aus weiteren Schloten und Fumarolen Wasserdampfwolken aufstiegen.

Die Instrumente der JMA registrierten während des Ausbruchs rund 45 Sekunden lang vulkanischen Tremor sowie einen Luftdruckimpuls von 0,76 Pascal, der mit der Explosion in Zusammenhang gebracht wird. Hinweise auf größere ausgeworfene vulkanische Gesteinsbrocken gab es nicht. Dennoch warnen die Behörden davor, dass im Umkreis von 1,5 Kilometern um den Krater jederzeit ballistisch ausgeworfene Gesteinsbrocken niedergehen können. Außerdem kann Asche mit dem Wind auch in größerer Entfernung abgelagert werden.

Der Tokachidake zeigte bereits seit März eine zunehmende Unruhe. Messungen ergaben eine deutliche Bodenhebung, zudem stiegen die Schwefeldioxid-Emissionen erheblich an. Vor diesem Hintergrund erhöhte die JMA am 18. Juni die Alarmstufe auf Level 2 und sperrte den Gipfelbereich vorsorglich für Besucher.

Die aktuelle Eruption bestätigt die seit Wochen beobachtete Aktivierung des Vulkans. Die Meteorologische Behörde weist ausdrücklich darauf hin, dass weitere kleine Eruptionen in den kommenden Tagen möglich sind. Eine unmittelbare Entwicklung hin zu einer größeren magmatischen Eruption lässt sich aus dem bisherigen Aktivitätsmuster nicht ableiten, kann generell aber auch nicht völlig ausgeschlossen werden.

Der Tokachidake erhebt sich bis auf 2.077 Meter. Seine Ausbrüche sind häufig phreatischer Natur, können jedoch bei stärkerer Aktivität auch pyroklastische Ströme und Lahare auslösen. Die Entwicklung des Vulkans wird deshalb weiterhin engmaschig überwacht.

Vulkan Sakurajima eruptiert Asche bis auf 4300 m Höhe

Sakurajima stößt Asche bis in 4.300 Meter Höhe aus – Warnung vor starkem Ascheregen

Der japanische Vulkan Sakurajima ist am Dienstag erneut ausgebrochen und hat eine mehrere Kilometer hohe Aschewolke ausgestoßen. Nach Angaben der Japan Meteorological Agency (JMA) begann die Eruption um 14:14 Uhr Ortszeit (05:14 UTC) am Gipfelkrater Minamidake. Die Eruptionssäule stieg gut 3.000 Meter über den Kraterrand auf und erreichte damit eine Höhe von etwa 4.300 Metern über dem Meeresspiegel. Das Tokyo Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) meldete die Aschewolke zunächst bis Flugfläche 140 (ca. 4,3 Kilometer Höhe).

Sakurajima

Unmittelbar nach dem Ausbruch konnte die Vulkanasche auf Satellitenbildern aufgrund von Bewölkung über dem Vulkan nicht eindeutig identifiziert werden. Wenig später wurde sie aber auf neuen Bildern bestätigt. Man stellte fest, dass sich die Asche mit einer Geschwindigkeit von etwa 9 km/h nach Norden verlagerte. Im weiteren Tagesverlauf rechneten die Vulkanologen mit einer Ausbreitung der Asche über größere Teile der Präfektur Kagoshima, bevor sich die Wolke allmählich auflösen sollte.

Auf Bildern einer Webcam in Kagoshima konnte man die Eruptionswolke fast senkrecht aufsteigen sehen, während Kameras nordöstlich des Vulkans nur filmten, wie eine diffuse Aschewolke aus meteorologischen Wolken hervorbrach und die Landschaft mit einem grauen Schleier aus Vulkanasche überzog. Der meiste Ascheniederschlag ging somit in den Gemeinden direkt am Fuß des Vulkans nieder. In der südwestlich gelegenen Stadt Kagoshima wurde mäßiger Ascheniederschlag erwartet. Geringere Mengen Vulkanasche sollten außerdem die Städte Tarumizu, Kirishima und Kanoya sowie weitere Gemeinden im Süden der Präfektur erreichen. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, Masken und Regenschirme als Schutz vor der Asche zu benutzen. Autofahrer wurden aufgefordert, wegen der eingeschränkten Sicht und rutschiger Fahrbahnen vorsichtig zu fahren.

Der Ausbruch erfolgte vor dem Hintergrund einer seit langem erhöhten vulkanischen Aktivität des Sakurajima, der alle paar Tage ausbricht. Die Warnstufe 3 bleibt bestehen und der Zugang zum Vulkan gesperrt.

Nach Einschätzung der JMA ist das Magmasystem unter der Aira-Caldera weiterhin gut gefüllt. GNSS-Messungen zeigen seit längerem eine langsame Ausdehnung des Untergrundes, die auf eine fortgesetzte Magmenakkumulation in größerer Tiefe hindeutet. Zudem werden anhaltend hohe Schwefeldioxid-Emissionen registriert, ein Hinweis auf aktives Magma im Fördersystem.

Vulkan Sakurajima eruptiert 3300 m hohe Aschewolke

Vulkanausbruch am Sakurajima fördert 3300 Meter hohe Aschewolke – Großstadt Kagoshima schaut gebannt zu

Nach mehr als drei Wochen ohne größere Eruption ist der japanische Vulkan Sakurajima am Sonntagmorgen europäischer Zeit erneut ausgebrochen. In Japan war es zum Zeitpunkt des Ausbruchs Samstagnachmittag, 16:57 Uhr, als sich am Minamidake-Gipfelkrater eine Explosion ereignete. Dabei wurde eine dunkel gefärbte Aschewolke gut 1700 Meter über den Krater hinausgeschleudert. Satellitenaufnahmen zeigten die Asche anschließend in einer Höhe von etwa 3300 Metern über dem Meeresspiegel, wo sie mit dem Wind nach Norden driftete – direkt auf den internationalen Flughafen von Kagoshima zu. Die japanische Wetterbehörde hält die Warnstufe 3 aufrecht, die das Betreten des Vulkans untersagt.

Der Ausbruch konnte aufgrund zeitweise dichter Bewölkung nicht von allen Überwachungskameras aufgezeichnet werden. Der beste Blick bot sich von der zehn Kilometer entfernt gelegenen Großstadt Kagoshima aus, wo nicht nur die Kameras auf den Vulkan gerichtet waren, sondern auch viele der rund 594.000 Einwohner das Geschehen verfolgten. Die Stadt liegt südwestlich des Vulkans auf der gegenüberliegenden Seite der gleichnamigen Bucht. Die Aufnahmen zeigen, wie sich eine dichte Aschewolke mit markanter Blumenkohlstruktur langsam über die Wolkendecke erhebt, die den Gipfel des Sakurajima verhüllte. Trotz des vergleichsweise geringen Explosionsdrucks beziehungsweise der moderaten Aufstiegsgeschwindigkeit der Eruptionswolke wurde eine beträchtliche Menge Asche ausgestoßen.

Die Eruption reiht sich in eine bereits mehrere Jahre andauernde Phase erhöhter Aktivität ein, in der es im Abstand von wenigen Tagen bis mehreren Wochen immer wieder zu Serien aufeinanderfolgender Explosionen kommt. Hält sich der Sakurajima an dieses bekannte Muster, dürften in den kommenden zwei bis drei Tagen weitere Ausbrüche folgen, die durchaus stärker ausfallen könnten als die heutige Eruption.

Bereits in den vergangenen Tagen registrierten die Vulkanologen wiederholt kleinere Ascheexhalationen sowie nächtliches Glühen am Minamidake-Krater. Am benachbarten Showa-Krater blieb die Aktivität hingegen gering. Besonders auffällig ist der Anstieg der Schwefeldioxid-Emissionen: Bei Messungen Anfang Juli wurden täglich rund 3000 Tonnen des vulkanischen Gases freigesetzt – mehr als doppelt so viel wie noch Mitte Juni. Die Zahl der vulkanotektonischen Erdbeben blieb dagegen niedrig.

Geodätische Messungen deuten darauf hin, dass sich tief unter der Aira-Caldera weiterhin Magma ansammelt. Eine langsame Ausdehnung des Untergrunds bestätigt, dass das magmatische System unter der Bucht von Kagoshima nach wie vor unter Druck steht.

Für die Umgebung des Vulkans gelten weiterhin strenge Vorsichtsmaßnahmen. Im Umkreis von etwa zwei Kilometern um die aktiven Krater können große Gesteinsbrocken niedergehen; zudem besteht die Gefahr pyroklastischer Ströme. In Windrichtung ist mit erheblichem Ascheregen sowie dem Transport kleiner Lavapartikel über größere Entfernungen zu rechnen. Selbst die Druckwellen explosiver Eruptionen können noch in einiger Entfernung Schäden verursachen.

Kuchinoerabujima: Warnstufe wegen Erdbebenschwarm angehoben

Vulkan Kuchinoerabujima auf Warnstufe 2 erhöht – Behörden warnen vor möglichem Ausbruch

Die seismische Aktivität auf der japanischen Vulkaninsel Kuchinoerabu hat am 9. Juli 2026 deutlich zugenommen. Die Observatorien von Fukuoka und Kagoshima haben deshalb eine Vulkanwarnung der Stufe 2 herausgegeben. Damit gilt rund um die Kraterbereiche ein Sperrgebiet. Die Warnstufe wurde von Stufe 1 („Achtung: aktiver Vulkan“) auf Stufe 2 („Beschränkungen im Kraterbereich“) angehoben.

Nach Angaben der japanischen Meteorologischen Behörde (JMA) registrierten die Messstationen seit etwa 1 Uhr morgens eine Zunahme vulkanischer Erdbeben. Zwischen etwa 1:00 Uhr und 2:15 Uhr wurden elf vulkanische Erschütterungen festgestellt. Die Behörden bewerten die Aktivität als erhöht und halten einen Vulkanausbruch für möglich.

Betroffen ist insbesondere der Bereich um die Krater Shin-dake und Kodake. Innerhalb eines Radius von etwa einem Kilometer besteht die Gefahr, dass bei einer Eruption große Gesteinsbrocken in ballistischen Flugbahnen aus dem Krater geschleudert werden. Zudem wird vor pyroklastischen Strömen gewarnt. Hierbei handelt es sich um ein extrem heißes Gemisch aus Gasen, Asche und Gesteinstrümmern, die mit hoher Geschwindigkeit die Vulkanhänge hinabströmen können.

Besondere Aufmerksamkeit gilt einem Gebiet von etwa zwei Kilometern westlich einer neuen Ausbruchsöffnung. Dort könnten pyroklastische Ströme auftreten. Auch außerhalb der unmittelbaren Gefahrenzone besteht eine mögliche Belastung durch Vulkanasche und kleinere Gesteinsfragmente, die durch den Wind über größere Entfernungen transportiert werden können.

Kuchinoerabujima gehört zur Präfektur Kagoshima und liegt südlich der japanischen Hauptinsel Kyushu im Bereich der Ryukyu-Inselkette. Der Vulkan gilt als aktiv und ist für seine teilweise explosiven Ausbrüche bekannt. Besonders der Ausbruch des Shin-dake-Kraters im Jahr 2015 zeigte das Gefahrenpotenzial des Vulkans: Damals kam es zu einer größeren Eruption, die eine vollständige Evakuierung der Inselbevölkerung erforderlich machte.

Japan: 2 Erdbeben nahe Vulkan Fudschi und Tokio

Erdbeben beim Fudschi links unten (lila). © EMSC/Leaflet

Zwei Erdbeben mit Magnituden zwischen 5 und 6 erschüttern die Regionen um den Mount Fudschi und Tokio

Japan ist am Freitag von zwei mittelstarken Erdbeben erschüttert worden. Das jüngste und geologisch besonders interessante Beben ereignete sich um 13:29 UTC (22:29 Ortszeit) im Osten der Hauptinsel Honshu. Es erreichte eine Magnitude von 5,7 und hatte seinen Herd zunächst in einer Tiefe von 40 Kilometern. Das Epizentrum lag nördlich von Gotenba und westnordwestlich von Hadano – nur 23 Kilometer vom berühmten Vulkan Fudschi entfernt.

Obwohl sich das Erdbeben in unmittelbarer Nähe des höchsten Berges Japans ereignete, gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass der 3776 m hohe Stratovulkan Fudschi (auch Fudschijama, international Fuji) unmittelbar von dem Beben beeinflusst wurde. Die Herdtiefe wurde zunächst mit 40 Kilometern angegeben, später jedoch auf 12,1 Kilometer korrigiert. Wahrscheinlich handelte es sich um ein tektonisches Erdbeben im Zusammenhang mit der komplexen Tektonik Zentraljapans, die durch die Subduktion der Pazifischen und Philippinischen Platten unter mehreren Eurasien vorgelagerten Kleinplatten geprägt wird. Solche Erschütterungen sind in der Region nicht ungewöhnlich, weisen aber auf die hohe tektonische Aktivität im Umfeld des Vulkans hin. Der Fuji liegt am Schnittpunkt mehrerer aktiver Störungszonen und ist nicht der einzige Vulkan der Region. Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass die Erdbebenwellen bereits vorhandenes Magma unter dem Fudschi beeinflussen könnten.

Bereits am Vormittag war die Region östlich von Tokio von einem ersten Erdbeben erschüttert worden. Dieses erreichte eine Magnitude von 5,8 und ereignete sich um 03:46 UTC (12:46 Ortszeit). Das Hypozentrum lag in 49 Kilometern Tiefe im Bereich der Pazifikküste Honshus. Das Epizentrum befand sich rund 19 Kilometer ostsüdöstlich des internationalen Flughafens Narita sowie etwa sieben Kilometer südwestlich von Yōkaichiba. Das Stadtzentrum von Tokio liegt etwa 70 Kilometer westlich des Epizentrums.

Aufgrund der Nähe zum Großraum Tokio wurde das Beben in weiten Teilen der Millionenmetropole deutlich gespürt. Berichte über größere Schäden oder Verletzte lagen zunächst nicht vor. Auch eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben. Augenzeugen beschrieben den Erdstoß als deutlich spürbaren Ruck; selbst Haustiere, darunter Katzen, reagierten verängstigt. Im Anschluss registrierten die Messnetze mehrere schwächere Nachbeben im Großraum Tokio.

Japan zählt zu den seismisch aktivsten Regionen der Erde. Das Land liegt am Zusammentreffen mehrerer tektonischer Platten, deren Bewegungen regelmäßig starke Erdbeben auslösen. Die beiden Erschütterungen vom Freitag stehen nach bisherigem Kenntnisstand nicht in einem direkten Zusammenhang, verdeutlichen jedoch erneut die anhaltend hohe geodynamische Aktivität im Zentrum und Osten der japanischen Hauptinsel Honshu.

Japan: Starkes Erdbeben Mw 6,9 in 49 Kilometern Tiefe

Starkes Erdbeben vor der Ostküste Japans – Magnitude 6,9 erschüttert Honshu

Datum: 24.06.2026 | Zeit: 22:30:15 UTC | Koordinaten: 40.290 ; 142.169 | Tiefe: 49 km | Mw 6,9

Heute scheint einer jener Tage zu sein, der durch Berichterstattung über Erdbeben anstatt Vulkane geprägt ist. Gut 25 Minuten nach dem verheerenden Doppelbeben in Venezuela, zu dem ich gleich auch noch ein weiteres Mal schreiben werde, manifestierte sich um 22:30:15 UTC vor der Nordostküste der japanischen Insel Honshu ein starkes Beben Mw 6,9. Das Hypozentrum wurde in einer Tiefe von etwa 49 Kilometern registriert. Das Epizentrum befand sich 61 Kilometer östlich von Hachinohe in der Präfektur Aomori sowie etwa 36 Kilometer nordöstlich von Noda.

Japan. © EMSC/Leaflet

Das Beben trat gegen 07:30 Uhr Ortszeit auf und war in weiten Teilen der Tōhoku-Region deutlich spürbar. Berichte über größere Schäden liegen nicht vor. Tsunamialarm wurde aufgrund der Tiefe des Hypozentrums ebenfalls nicht gegeben.

Japan liegt an einer der aktivsten tektonischen Plattengrenzen der Erde, wo die Pazifische Platte kontinuierlich unter die Nordamerikanische bzw. Okhotsk-Platte subduziert wird. In der Region sind sowohl flache Megathrust-Erdbeben an der Plattengrenze als auch tiefere Beben innerhalb der subduzierenden Platte häufig.

Aufgrund der relativ großen Tiefe handelte es sich wahrscheinlich um ein sogenanntes Intraslab-Erdbeben innerhalb der abtauchenden Pazifischen Platte hinter dem Japan-Graben. Solche Beben entstehen typischerweise durch Spannungen, die beim weiteren Abtauchen der ozeanischen Lithosphäre unter den japanischen Inselbogen auftreten. Aufgrund der zeitlichen Korrelation halte ich es für möglich, dass der Erdstoß durch die Wellen des Venezuela-Erdbebens getriggert wurde. Sie durchliefen den gesamten Planeten und haben selbst die Seismogramme europäischer Messstationen durcheinandergebracht.

Seismologen weisen darauf hin, dass das aktuelle Beben im Rahmen der erwartbaren seismischen Aktivität in Nordost-Japan liegt und nicht ungewöhnlich für die Region ist. Die hohe tektonische Belastung des japanischen Inselbogens führt regelmäßig zu Ereignissen dieser Größenordnung.

Mount Aso: Erhöhung der Alarmstufe aufgrund von Tremor

Aktivität am Vulkan Aso deutlich erhöht – JMA hebt Warnstufe auf 2

Am Vulkan Mount Aso (auch Aso-san genannt) auf der südjapanischen Insel Kyūshū ist es zu einer messbaren Aktivitätszunahme gekommen. Nach Angaben des Meteorologischen Observatoriums Fukuoka wurde am 21. Juni um 16:00 Uhr die Vulkanwarnstufe von 1 auf 2 angehoben. Damit ist eine Sperrung des Kraterbereichs rund um den aktiven Nakadake verbunden. Im Umkreis von etwa einem Kilometer um den Hauptkrater besteht erhöhte Gefahr durch explosive Auswürfe vulkanischer Schlacken und Bomben.

Tremor

Auslöser der Hochstufung sind mehrere gleichzeitige Anzeichen einer Aktivitätssteigerung. Seit dem Vormittag registrierten Messstationen eine deutliche Zunahme vulkanischen Tremors mit einer durchschnittlichen Amplitude von rund 1,5 Mikrometern pro Sekunde. Parallel dazu wurde ein signifikanter Anstieg der Gasemissionen gemessen: Mobile Messteams wurden ausgeschickt und haben festgestellt, dass der Aso etwa 1.700 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag ausstößt – ein deutlich erhöhter Wert, der auf entgasendes Magma nahe der Oberfläche hindeutet.

Vor Ort bestätigten visuelle Beobachtungen zudem eine verstärkte Entgasung des Kraters. Hell gefärbte Asche- und Dampfwolken stiegen zeitweise mehrere hundert Meter über den Kraterrand auf. Die Gefahr ist hoch, dass es ohne weitere Vorwarnungen zu Eruptionen kommt.

Die Behörden warnen insbesondere vor ballistischen Auswürfen, Aschefall und giftigen Gasen. Der Zugang zum Kraterbereich bleibt bis auf Weiteres gesperrt.

Der Aso gehört zu den größten aktiven Vulkankomplexen der Erde. Die heutige Landschaft entstand durch mehrere gewaltige Eruptionen während des Mittel-Pleistozäns, die eine Caldera der Dimension 25 mal 18 Kilometern formten. Im Inneren dieser riesigen Einbruchstruktur haben sich später neue Vulkankegel gebildet, von denen Nakadake der aktivste ist. Er ist für seine phreatomagmatischen Explosionen bekannt, die Asche und Gesteinsfragmente freisetzen können. Trotz der Gefährdung durch den Vulkan befinden sich in der Caldera mehrere Orte, deren Gemeinden eng an die vulkanische Aktivität angepasst sind. Insofern erinnern die Umstände an die italienischen Campi Flegrei.

Sakurajima: Explosiver Vulkanausbruch am 21. Juni

Sakurajima explodierte zur Abenddämmerung und förderte Vulkanasche

Der Kirschblüteninselvulkan Sakurajima auf Kyushu zeigte heute, dass er noch nicht eingeschlafen ist, und emittierte laut VONA-Warnungen vom VAAC Tokio Aschewolken, die zunächst bis auf Höhen von 2400 m und dann auf 2700 m aufgestiegen sind und vom Wind mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h nach Südosten verfrachtet wurden. Die erste Meldung stammte von 09:50 UTC, die zweite folgte nur 5 Minuten später. Tatsächlich wurden hier 2 Warnungen für dieselbe Eruption ausgegeben. Auf Videoaufzeichnungen ist zu erkennen, dass die Eruptionswolke relativ langsam aufstieg, weshalb 2 Meldungen mit unterschiedlichen Aschewolkenhöhen veröffentlicht wurden.

Sakurajima

Die lokale Überwachung durch die japanische Wetterbehörde JMA registrierte die Eruption um 18:55 Uhr JST am Südkrater des Minamidake mit einer Aschehöhe von rund 1500 Metern über dem Krater. Ballistische Gesteinsauswürfe erreichten Entfernungen von 300 bis 500 Metern, begleitet von einem moderaten Ausstoß und einem gemessenen Luftdruckimpuls von 31 Pa.

Die Vulkanologen warnen vor Ascheniederschlag, der besonders in Windrichtung niedergehen könnte. Die Asche macht Straßen rutschig, daher gilt für Autofahrer besondere Vorsicht. Auch Lahare, die sich im Zusammenhang mit starken Niederschlägen bilden könnten, bleiben ein mögliches Risiko.

Der Alarmstatus bleibt auf „3“ und es gelten weiterhin Zutrittsbeschränkungen und der Sakurajima darf nicht bestiegen werden. Geodätische Messungen zeigen eine langfristige Inflation der Aira-Caldera, was auf Magmaakkumulation in tieferen Reservoiren hinweist. Gleichzeitig bleibt die Gasemission von Schwefeldioxid erhöht. Bei der letzten Messung am 12. Juni wurden 1400 Tonnen Schwefeldioxid am Tag ausgestoßen. Bei der vorherigen Messung am 3. Juni waren es 2900 Tonnen. Die Erdbebentätigkeit liegt nur leicht über dem Hintergrundniveau.

Insgesamt zeigt Sakurajima eine typische Phase, die von sporadisch auftretenden strombolianisch bis vulkanianischen Explosionen geprägt ist. Die Überwachungsdaten bestätigen abseits der sichtbaren Aktivität, dass Magma im oberflächennahen System aktiv ist. Für die Bevölkerung in Kagoshima und Umgebung bleibt daher erhöhte Vorsicht geboten, insbesondere bei wechselnden Windrichtungen und möglichem Aschefall.

Japan: Erdbeben Mb 5,5 im Großraum Tokio

Mittelstarkes Erdbeben Mb 5,5 nördlich des Stadtzentrums von Tokio – Schnellzüge stoppten

Bereits gestern (16. Juni 2026) hat ein Erdbeben der Magnitude 5,5 den Großraum Tokio und Teile der Kantō-Region erschüttert. Nach Angaben seismologischer Dienste lag das Epizentrum in Eastern Honshu, gut 20 Kilometer nördlich von Koshigaya und etwa 12 Kilometer nord-nordöstlich von Kasukabe. Das Stadtzentrum der Hauptstadt Tokio lag ca. 50 Kilometer entfernt. Das Hypozentrum befand sich in einer Tiefe von 50 Kilometern, womit es sich um ein vergleichsweise tiefes Intraplattenbeben innerhalb der subduzierenden Pazifischen Platte handelte.

Japan. © EMSC/Leaflet

Das Beben manifestierte sich um 10:46:33 UTC, entsprechend 19:46 Uhr Ortszeit in Japan, und wurde im gesamten Ballungsraum deutlich wahrgenommen. Aus Tokio, Saitama und Chiba berichteten Bewohner von einem kräftigen Ruck, der Möbel und lose Gegenstände zum Wanken brachte. In höheren Stockwerken von Bürogebäuden wurde die Erschütterung verstärkt wahrgenommen. Viele Menschen rannten ins Freie oder suchten Schutz unter stabilen Möbelstücken und Türrahmen. Der öffentliche Nahverkehr reagierte mit automatischen Sicherheitsstopps, von denen das Netzwerk des Hochgeschwindigkeitszuges Shinkansen besonders betroffen war. Nach kurzen Kontrollen wurde der Betrieb wieder aufgenommen.

Schäden oder Verletzte wurden nach bisherigen offiziellen Angaben nicht bestätigt. Dennoch gab es in den sozialen Medien Berichte über 2 verletzte Personen. Größere infrastrukturelle Schäden blieben aus, was angesichts der erdbebensicheren Bauweise im Ballungsraum Tokio nicht anders zu erwarten war.

Tektonisch betrachtet lässt sich das Erdbeben einer der seismisch aktivsten Regionen der Erde zuordnen. Unter Honshu taucht die Pazifische Platte unter die Okhotsk-Platte ab, wodurch sich kontinuierlich Spannungen aufbauen, die sich sowohl in flachen als auch in tieferen Beben entladen können. Das aktuelle Ereignis gehört zur letzteren Kategorie und steht nicht unmittelbar mit einer oberflächennahen Hauptverwerfung in Verbindung. Vielmehr brauten sich Spannungen innerhalb der subduzierten Platte ab.

In der weiteren Umgebung befinden sich mehrere aktive Vulkanregionen, darunter die Fuji-Hakone-Izu-Zone mit dem berühmten Mount Fuji sowie dem hydrothermal aktiven Hakone-System und den Vulkanen der Izu-Inselkette südlich von Japan. Theoretisch könnte sich die Aktivität auf einen der Vulkane der Region auswirken.

Wie immer bei deutlich spürbaren Erdbeben in Japans Ballungszentren rückt auch diesmal wieder die Frage nach einem möglichen Megabeben in den Fokus der Medien. Besonders die Nankai-Subduktionszone gilt als kritisch, wo langfristig ein sehr starkes Erdbeben erwartet wird. Kurzfristige Vorhersagen zu einem möglichen Beben sind nicht möglich.