Tokachidake auf Hokkaido bricht erstmals seit 2004 wieder aus – Warnstufe bleibt auf Level 2
Der Vulkan Tokachidake befindet sich auf der japanischen Nordinsel Hokkaido und ist am Mittwoch erstmals seit 2004 wieder ausgebrochen. Nach Angaben der Japanischen Meteorologischen Behörde (JMA), der auch die Überwachung japanischer Vulkane und Erdbeben obliegt, ereignete sich die Eruption um 11:07 Uhr Ortszeit (02:07 UTC) am Krater 62-2. Trotz der weithin sichtbaren dunklen Eruptionswolke handelte es sich um eine kleine Eruption, die von den JMA-Vulkanologen als phreatische eingestuft wurde, weshalb die bereits seit Juni geltende Warnstufe 2 unverändert bestehen bleibt. Der Kraterbereich ist weiterhin gesperrt.

Die Eruption erzeugte eine überwiegend schwarze Aschewolke, die etwa 200 Meter über den Kraterrand aufstieg und nahezu senkrecht in den Himmel aufstieg. Das VAAC Tokyo gab an, dass die Wolke eine Höhe von rund 2.100 Metern über dem Meeresspiegel erreichte. Auf Bildern einer Überwachungskamera ist zu erkennen, dass aus weiteren Schloten und Fumarolen Wasserdampfwolken aufstiegen.
Die Instrumente der JMA registrierten während des Ausbruchs rund 45 Sekunden lang vulkanischen Tremor sowie einen Luftdruckimpuls von 0,76 Pascal, der mit der Explosion in Zusammenhang gebracht wird. Hinweise auf größere ausgeworfene vulkanische Gesteinsbrocken gab es nicht. Dennoch warnen die Behörden davor, dass im Umkreis von 1,5 Kilometern um den Krater jederzeit ballistisch ausgeworfene Gesteinsbrocken niedergehen können. Außerdem kann Asche mit dem Wind auch in größerer Entfernung abgelagert werden.
Der Tokachidake zeigte bereits seit März eine zunehmende Unruhe. Messungen ergaben eine deutliche Bodenhebung, zudem stiegen die Schwefeldioxid-Emissionen erheblich an. Vor diesem Hintergrund erhöhte die JMA am 18. Juni die Alarmstufe auf Level 2 und sperrte den Gipfelbereich vorsorglich für Besucher.
Die aktuelle Eruption bestätigt die seit Wochen beobachtete Aktivierung des Vulkans. Die Meteorologische Behörde weist ausdrücklich darauf hin, dass weitere kleine Eruptionen in den kommenden Tagen möglich sind. Eine unmittelbare Entwicklung hin zu einer größeren magmatischen Eruption lässt sich aus dem bisherigen Aktivitätsmuster nicht ableiten, kann generell aber auch nicht völlig ausgeschlossen werden.
Der Tokachidake erhebt sich bis auf 2.077 Meter. Seine Ausbrüche sind häufig phreatischer Natur, können jedoch bei stärkerer Aktivität auch pyroklastische Ströme und Lahare auslösen. Die Entwicklung des Vulkans wird deshalb weiterhin engmaschig überwacht.






