Marapi erzeugte explosive Eruption – Aschewolke in FL 180 beobachtet
Am indonesischen Vulkan Marapi auf Sumatra kam es heute erneut zu einer explosiven Eruption, die nach Angaben des VAAC Darwin eine Aschewolke bis in Flughöhe FL180 erzeugte. Umgerechnet aufs metrische System entspricht das einer Höhe von gerundeten 5500 m über dem Meeresspiegel. Die Aschewolke war nicht in Satellitendaten auszumachen. Beobachtungen des indonesischen Vulkanbeobachtungsdienstes bestätigten am Morgen, als es hell wurde, dass die Aschesäule etwa 2.400 m über dem Krater aufstieg und in nordöstliche Richtung driftete.

Besonders auffällig war in den 24 Stunden vor der Eruption die seismische Aktivität, die eindeutig auf erhöhte Magmen- und Gasbewegungen im Untergrund hinweist. Insgesamt wurden 28 Ereignisse von nicht-harmonischem Tremor registriert. Sie hatten Amplituden zwischen 4 und 8,2 mm und hielten bis zu 282 Sekunden an. Diese hohe Anzahl sowie die vergleichsweise lange Dauer der Tremorphasen sind ein klarer Hinweis auf ein anhaltend instabiles Fördersystem, in dem sich magmatische Fluide bewegen. Ergänzend wurde ein kontinuierlicher Tremor mit einer Grundamplitude von 1–3 mm festgestellt, was auf eine dauerhafte Bewegung von Fluiden im Vulkangebäude hindeutet. Neben dem Tremor wurden auch vermehrt seismische Signale durch starke Entgasungen registriert. Gestern waren es 25.
Zusätzlich traten mehrere langperiodische Erdbeben sowie tiefe vulkanotektonische Beben auf, darunter ein stärkeres Beben in größerer Tiefe mit 17 mm Amplitude. Diese Erdbebenkombination spricht für einen aktiven Magmenaufstieg.
Insgesamt zeigt der Marapi eine Phase deutlich erhöhter Aktivität, wobei insbesondere der hohe Tremoranteil als Warnsignal für eine potenziell eskalierende vulkanische Situation zu bewerten ist. Eine stärkere Eruption ist ohne weitere Vorwarnung jeder Zeit möglich. Vorsicht bleibt daher in der Umgebung des Kraters zwingend erforderlich. Das Sperrgebiet um den Krater hat einen Radius von 3 Kilometern. Ein Eindringen in diese Zone ist nicht empfehlenswert. Im Dezember 2023 kamen 23 Vulkanwanderer infolge einer plötzlichen Explosion am Marapi ums Leben.




