Merapi: 5 pyroklastische Ströme dokumentiert

Fünf Abgänge pyroklastischer Ströme seit dem Abend des 11. Aprils dokumentiert – Dom am Merapi seit März deutlich gewachsen

In der ersten Tageshälfte des 12. April gingen am Merapi laut Angaben des VSI (Volcanological Survey Indonesia) drei pyroklastische Ströme ab. Sie erreichten Gleitstrecken von bis zu 2.000 m und ließen Aschewolken aufsteigen, die beim VAAC Darwin allerdings keine VONA-Warnungen verursachten. Bereits am Abend des Vortags wurden zwei pyroklastische Ströme gemeldet, die vergleichbare Werte aufwiesen. Somit gingen innerhalb eines Tages fünf Dichteströme ab.



Merapi

Nach Angaben des zuständigen Überwachungszentrums ereignete sich der erste pyroklastische Strom am 12. April um 5:45 Uhr (WIB). Er legte eine Distanz von etwa 1.500 Metern zurück, und das zugehörige seismische Signal erreichte eine maximale Amplitude von 47,9 mm bei einer Dauer von rund 166 Sekunden. Der Strom bewegte sich in der Schlucht des Boyong-Flusses.

Ein zweites Ereignis folgte um 7:41 Uhr. Dabei betrug die Reichweite etwa 1.400 Meter, bei einer Amplitude von 18,2 mm und einer Dauer von gut 132 Sekunden – ebenfalls in Richtung Boyong.

Der dritte pyroklastische Strom wurde schließlich um 8:21 Uhr registriert. Mit rund 2.000 Metern war er der weitreichendste des Morgens, bei einer Amplitude von 26,7 mm und einer Dauer von etwa 154 Sekunden.

Bereits in der Nacht zuvor waren zwei ähnliche Abgänge in Richtung Boyong beobachtet worden, mit maximalen Distanzen von etwa 1.500 Metern.

Zusätzlich wurden 151 seismische Signale von Steinschlägen und Schuttlawinen registriert, die in südwestlicher Richtung abgingen und Reichweiten von bis zu 2.000 Metern erreichten.

Die Abgänge kamen nicht völlig überraschend: Bereits bei der letzten Messung des Lavadom-Volumens am 27. März stellten die Vulkanologen ein Wachstum des südwestlichen Lavadoms fest. Er hatte sein Volumen um etwa 34.600 Kubikmeter auf nun 4.055.300 Kubikmeter vergrößert. Mit dem Wachstum hatte sich auch die Morphologie des Doms deutlich verändert. Der Zentraldom hingegen blieb mit 2.368.800 Kubikmetern unverändert.

Der Alarmstatus des Vulkans bleibt weiterhin auf Stufe III. In dieser Phase besteht insbesondere die Gefahr von Lava- und pyroklastischen Strömen in den südlich bis südwestlich gelegenen Flusstälern, darunter Boyong, Bedog, Krasak und Bebeng. Auch im Südosten gelten die Flüsse Woro und Gendol als potenziell gefährdet.

Im Falle eines explosiven Ausbruchs könnten vulkanische Materialien bis zu drei Kilometer vom Gipfel entfernt ausgeworfen werden.

Merapi: Pyroklastischer Strom am 28. März

Pyroklastischer Strom am Merapi – Gleitstrecke von 1000 m

Am indonesischen Vulkan Merapi ereignete sich nach Angaben des BPPTKG (Forschungs- und Entwicklungszentrum für geologische Katastrophenschutztechnologie) ein pyroklastischer Strom. Er wurde am Samstagabend nach Sichtungen via Webcam gemeldet. Darüber hinaus dokumentierte die Beobachtungsstation Jurangjero das Ereignis sowohl visuell als auch mit Instrumenten.

Demnach ging der pyroklastische Strom um 20:14 Uhr WIB ab und brachte es auf eine Gleitstrecke von ca. 1.000 Metern. Er bewegte sich in Richtung Südwesten durch die Schlucht Hulu Kali. Das Event generierte ein seismisches Signal mit einer maximalen Amplitude von 30 mm und 103,67 Sekunden Dauer.

Generell bewegt sich die Seismizität am Merapi auf hohem Niveau: Gestern wurden 142 seismische Signale von Schuttlawinen und Steinschlägen aufgezeichnet. Hinzu gesellten sich 101 Hybridbeben, die durch Fluidbewegungen ausgelöst wurden. Außerdem gab es 4 vulkanotektonische Erschütterungen.

Die Aktivitätsstufe des Merapi bleibt weiterhin auf Stufe „3“. Die Erdbeben und natürlich die effusive Tätigkeit am Südwestdom deuten auf einen anhaltenden Magmazufluss an die Oberfläche hin.

Die lokale Katastrophenschutzbehörde warnt davor, die Gefahrenzone am Merapi zu betreten. Jegliche Aktivitäten in der ausgewiesenen Gefahrenzone, insbesondere in Süd-Südwest- und Südost-Richtung, sind strikt untersagt. Zudem soll man sich von den Flussufern fernhalten, die am Merapi entspringen, da durch Regen am Gipfel Sekundärgefahren durch Lahare bestehen können.

Der Merapi liegt auf Java und gilt als einer der aktivsten Vulkane der Welt. Historische Aufzeichnungen berichten seit dem 16. Jahrhundert regelmäßig über Ausbrüche, wobei besonders verheerende Ereignisse aus den Jahren 1006, 1786 und 2010 bekannt sind. Charakteristisch für die Merapiausbrüche sind pyroklastische Ströme und Lahare, die regelmäßig umliegende Dörfer bedrohen. Wissenschaftler beobachten den Vulkan kontinuierlich, um Frühwarnungen zu ermöglichen, da seine Aktivität stark schwanken kann.

Merapi: pyroklastischer Strom am Samstag

Abgänge pyroklastischer Ströme am Merapi – Dom etwas geschrumpft

Der seit Jahren anhaltende effusive Vulkanausbruch am Merapi auf Java hat am Samstagnachmittag, dem 14. März 2026, erneut einen pyroklastischen Strom hervorgebracht, nachdem bereits in der ersten Monatshälfte drei Dichteströme abgegangen waren. Nach Angaben des ESDM wurde um 17:59 Uhr Ortszeit ein pyroklastischer Dichtestrom registriert, der sich rund 1,5 Kilometer in südlicher Richtung bewegte. Der Strom folgte dabei dem Oberlauf der Boyong-Schlucht. Das Ereignis erreichte eine maximale seismische Amplitude von 16 Millimetern und dauerte etwa 135 Sekunden.

Neben diesem einzelnen pyroklastischen Strom verzeichneten die Messstationen im Zeitraum zwischen 12:00 und 18:00 Uhr eine seismische Aktivität, wie sie für den Merapi typisch ist. Neben dem seismischen Signal des pyroklastischen Stroms wurden 31 Schuttlawinenabgänge mit Amplituden zwischen 1 und 29 Millimetern registriert. Zusätzlich wurden 30 Hybridbeben mit Amplituden von bis zu 41 Millimetern gemessen, was auf fortgesetzte Bewegungen von Magma und Gesteinsmaterial im Inneren des Vulkans hindeutet.

Der letzte Wochenbericht für den Beobachtungszeitraum 6. bis 12. März bestätigt den Abgang von 3 pyroklastischen Strömen. Der weiteste Strom erreichte eine maximale Gleitstrecke von etwa 1,7 Kilometern und bewegte sich ebenfalls in Richtung der Oberläufe der Flüsse Boyong und Krasak. Parallel dazu wurden zahlreiche Schuttlawinenabgänge mit Reichweiten von bis zu zwei Kilometern dokumentiert.

Morphologische Analysen der Lavadome zeigen leichte Veränderungen am südwestlichen Dom, die auf Lavaabgänge und kleine Volumenänderungen zurückgeführt werden. Der Zentraldom blieb dagegen weitgehend stabil. Luftbildanalysen vom Februar schätzen das Volumen des Südwestdoms auf rund 4,04 Millionen Kubikmeter und hat damit gegenüber der letzten Messung etwas an Volumen eingebüßt. Der Zentraldom hat ein Volumen von 2,37 Millionen Kubikmetern.

Neben den drei pyroklastischen Strömen wurden die seismischen Signale zehn flachen vulkanotektonischen Beben, 480 Mehrphasenbeben, 798 Steinschlagereignisse sowie elf tektonische Beben registriert – ein leichter Anstieg gegenüber der Vorwoche.

Messungen der Bodenverformung mittels GPS und elektronischer Distanzmessung zeigten keine signifikanten Veränderungen.

Die Behörden warnen weiterhin vor den Hauptgefahren: pyroklastische Ströme und Lahare entlang der Flusstäler sowie möglicher Auswurf vulkanischen Materials in einem Umkreis von bis zu drei Kilometern im Falle einer explosiven Eruption.

Merapi: Lahar verursacht 2 Todesopfer am Vulkan

Tödlicher Lahar am Merapi nach extremem Starkregen – mindesten 2 Menschen tot

Am Nachmittag des 3. März 2026 kam es am indonesischen Vulkan Mount Merapi zu einem tödlichen Lahar. Ausgelöst wurde der Schlamm- und Geröllstrom durch außergewöhnlich starke Regenfälle im Gipfelbereich des Vulkans. Drei Sandschürfer kamen ums Leben, sechs weitere wurden verletzt, zwei Menschen galten zeitweise als vermisst. Mindestens 15 Lastwagen wurden von den Massen aus Schlamm, Geröll und vulkanischem Material mitgerissen.

Nach Angaben des Überwachungszentrums für geologische Gefahren hielt der Starkregen etwa vier Stunden an. In dieser Zeit fielen rund 144 Millimeter Niederschlag – eine Menge, die in den steilen Einzugsgebieten des Vulkans als extrem gilt. Der Regen setzte gegen 15:00 Uhr Ortszeit ein. Bereits kurz darauf registrierte das automatische Messsystem erhöhte Niederschläge und gab ab etwa 15:15 Uhr Warnmeldungen aus.

Gegen 16:30 Uhr erreichten mehrere Lahare die Flussläufe, die vom Gipfel des Merapi nach Westen und Süden abfließen. Betroffen waren unter anderem die Flüsse Gendol, Apu, Trising, Senowo und Pabelan. Diese Täler fungieren als natürliche Abflusskanäle für lockere vulkanische Ablagerungen, die sich nach Eruptionen in großen Mengen am Vulkanhang ansammeln.

Besonders gefährdet sind die zahlreichen Sandabbauplätze entlang der Flussbetten. Dort wird vulkanisches Material mit Lastwagen abtransportiert, um es als Baumaterial zu verwenden – eine wirtschaftlich wichtige, aber riskante Tätigkeit, denn es kam bereits öfter zu ähnlichen Ereignissen. Die Opfer des Unglücks gehörten zu diesen Arbeitern.

Meteorologisch betrachtet stand das Ereignis mit den in der Regenzeit üblichen Starkregenereignissen im Zusammenhang, die sich immer wieder ereignen und durch eine Kombination aus feuchter tropischer Luft und lokaler Konvektion begünstigt werden. In der Regenzeit führen aufsteigende Luftmassen über den steilen Vulkanflanken häufig zu intensiven Gewitterschauern. Treffen solche Starkregenfälle auf die lockeren Asche- und Bimsablagerungen früherer Ausbrüche, können die Regenwasserfluten innerhalb kurzer Zeit zu gefährlichen Laharen anwachsen.

Behörden riefen die Bevölkerung entlang der Merapi-Flüsse zu erhöhter Wachsamkeit auf. Besonders bei starkem Regen im Gipfelbereich sollten Aktivitäten in den Flussbetten sofort eingestellt werden, da Lahare oft ohne lange Vorwarnzeit auftreten.

Der Vulkan selbst bleibt vom Regen unbeeindruckt und arbeitet an seinem Lavadom: Gestern wurden 128 Schuttlawinenabgänge bzw. Steinschläge und 48 Hybriderdbeben detektiert. Zudem gab es 3 vulkanotektonische Erschütterungen. Die vulkanische Aktivität ist unverändert stabil.

Indonesien: Starkregen am Vulkan Merapi erhöht Lahar-Risiko

Anhaltender Starkregen nebst Überflutungen in Zentraljava – erhöhte Lahar-Gefahr am Merapi und anderen Vulkanen

In den letzten Tagen haben langanhaltend intensive Regenfälle in mehreren Regionen von Zentraljava in Indonesien zu schweren Überschwemmungen geführt, die weitreichende Schäden und Evakuierungen verursachten. Vor allem im Grobogan-Regierungsbezirk stiegen mehrere Flusspegel nach Starkregen in kurzer Zeit stark an, sodass Dämme und Uferbefestigungen brachen und große Gebiete bis zu einen halben Meter unter Wasser standen. In dem Überflutungsgebiet liegen 42 Dörfer. Tausende Familien waren von den Überflutungen betroffen, Straßen und Verkehrswege wurden beschädigt. Mehr als 1 800 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, auf denen überwiegend Reis angebaut wird, wurden überschwemmt. Zahlreiche Schulen und Häuser wurden beschädigt oder sogar zerstört.

Überflutungen

Die National Disaster Mitigation Agency (BNPB) meldete, dass viele Bewohner vorübergehend in öffentlichen Einrichtungen wie Moscheen oder Notunterkünften Schutz suchten, während die örtlichen Behörden Nahrungsmittel, Kleidung und medizinische Versorgung bereitstellten. Nachdem das Wasser inzwischen vielerorts zurückgegangen ist, setzen die Gemeinden den Aufräum- und Wiederaufbauprozess fort, wobei die Gefahr von durch stagnierendes Wasser übertragenen Krankheiten weiterhin besteht.

Diese extremen Niederschläge fallen in die Hauptphase der indonesischen Regenzeit, die zwischen November und April ihren Höhepunkt erreicht und traditionell wiederkehrend zu hydrometeorologischen Katastrophen wie Überschwemmungen und Erdrutschen beiträgt.

Der Starkregen verlagerte sich heute in Richtung Küste, wo aus Yogyakarta überflutete Straßen und geflutete Erdgeschosse gemeldet werden. Betroffen ist auch der aktive Vulkan Merapi, der unmittelbar nördlich von Yogyakarta liegt. Bei ihm handelt es sich mu einen der aktivsten Vulkane Indonesiens. Durch die Regenfälle steigt dort die Lahar-Gefahr deutlich an, denn wenn starke Niederschläge mit frischem vulkanischem Material im oberen Einzugsgebiet des Vulkans zusammentreffen, können schnell Schlammlawinen (Lahare) entstehen, die Talbereiche entlang von Flussläufen gefährden. Diese Schlammströme fließen mit hoher Geschwindigkeit und können Infrastruktur zerstören. Sie gelten als besonders gefährlich für Anwohner an den Flanken des Merapi.

Insgesamt zeigt die Kombination aus starken Regenfällen, gesättigten Böden und der topografischen Lage Zentraljavas, wie stark hydrometeorologische und vulkanische Risiken dort miteinander verknüpft sind.

Merapi: Pyroklastische Ströme und Schuttlawinen

Merapi produzierte 2 pyroklastische Ströme und 104 glühende Schuttlawinen

Der Merapi auf der indonesischen Insel Java hat gestern, am 8. Februar 2025, 2 pyroklastische Ströme generiert. Sie rauschten auf der Südwestflanke zu Tale und erzeugten seismische Signale, die bis zu 102 Sekunden dauerten. In dieser Zeit legen pyroklastische Ströme am Merapi meistens Gleitstrecken um 1500 m zurück. Darüber hinaus wurden 104 Abgänge teils glühender Schuttlawinen und Steinschläge detektiert. Eine Schuttlawine konnte via Afar-TV-Livecam dokumentiert werden. Die Originalaufnahmen waren im Infrarot-Nachtsichtmodus der Kamera aufgenommen worden und daher farblos. Ich habe das Bild hier mit Hilfe einer KI nachkoloriert.

Das seismische Netzwerk detektiert neben den erwähnten Signalen 84 Hybridbeben, die auf Fluidbewegungen im Inneren des Vulkans zurückzuführen sind. Die tägliche Anzahl der Beben nahm seit Januar leicht zu, was mit der gestiegenen Anzahl der Dichteströme- und Schuttlawinenabgänge korreliert. Leider gibt es noch keine neuen Daten zum Domvolumen. Bei der letzten Messung lag das des südwestlichen Doms bei 4,1 Millionen Kubikmetern.

Das Informationsmanagement der indonesischen Behörden kann ich nur noch als katastrophal beschreiben. Im November änderte man offenbar Zuständigkeiten und legte seit Jahren bewährte Strukturen und Webseiten still bzw. adressierte sie neu, mit dem Ergebnis, dass neue Daten kaum noch zu finden sind oder ausschließlich bei Instagram geteilt werden. Indonesische Texte sind in Bilddokumenten eingebunden, wo sie weder von Suchmaschinen erfasst werden können noch von Nutzern kopiert und in Übersetzungsprogrammen eingefügt werden können. Die Behörden haben offensichtlich den Sinn und das Wesen des Internets nicht verstanden und sind bemüht, die Meinungshoheit ihrer Daten zu behalten, obgleich sie als durch Steuern finanzierte Organe eigentlich Public Domain sein sollten. Ich vermute mal, dass man verhindern will, dass Medien die Daten aufgreifen und nach ihrem Gusto berichten. Leider sind damit auch relevante Informationen und Gefahrenhinweise für ausländische Touristen, die kein Indonesisch sprechen, praktisch nicht verfügbar, wobei ich auch immer mehr das Gefühl habe, dass man in Indonesien von Seiten der Politiker auch keine Touristen im Allgemeinen und Vulkantouristen im Speziellen mehr haben will.

Merapi: Pyroklastischer Strom Anfang Feburar

Pyroklastischer Strom am Merapi – Anzahl hybrider Erdbeben hat zugenommen

Am Mount Merapi auf Java ist gestern erneut ein pyroklastischer Strom abgegangen. Dabei handelt es sich um eines der gefährlichsten Phänomene dieses Vulkans. Die Messstationen registrierten ein entsprechendes Erdbebensignal mit einer Amplitude von 16 Millimetern und einer Dauer von 151 Sekunden. Solche Signale entstehen, wenn heißes Gas, vermengt mit Asche und Gesteinsmaterial, infolge eines Domkollapses mit hoher Geschwindigkeit die Flanken des Vulkans hinabströmt Doch eine große Gefahr bestand nicht, denn es handelte sich um einen kleineren pyroklastischen Strom auf der Südwestflanke, der innerhalb der ausgewiesenen Sperrzone blieb. Dennoch verdeutlicht dieses Phänomen die weiterhin angespannte Lage.

Obwohl es gestern den größten Teil des Tages über bewölkt war, gelang es einem Anwohner des Vulkans, den Abgang mit seinem Handy zu filmen. Die Aufnahmen enthüllen, dass die entstandene Eruptionswolke von heller Färbung war und nur einen geringen Ascheanteil aufwies.

Begleitet wurde der pyroklastische Strom von einer hohen Anzahl weiterer seismischer Signale, die auf eine anhaltende Instabilität des Lavadoms hindeuten. Insgesamt wurden 92 Schutt- und Lawinenbeben aufgezeichnet, mit Amplituden zwischen 1 und 29 Millimetern und teils langen Signalverläufen von bis zu 184 Sekunden.

Hinzu kamen 61 sogenannte Hybrid- oder Multiphasenbeben, die mit Amplituden bis 39 Millimeter und kurzen S-P-Differenzen auf Magma- und Gasbewegungen im Fördersystem schließen lassen. Sie zeigen, dass der Magmanachschub weiterhin anhält. Die Anzahl der Hybridbeben nahm im Januar leicht zu, was bedeuten kann, dass sich der Magmenaufstieg intensivierte. Darüber hinaus registrierten die Seismologen fünf tektonische Fernbeben, die jedoch nicht in direktem Zusammenhang mit der vulkanischen Aktivität stehen.

Im aktuellen Wochenbericht wurden gemeldet:

  • 520 Schuttlawinen
  • 644 Multiphase-Beben
  • 81 flache vulkanotektonische Beben
  • 9 tektonische Fernbeben

Neue Messungen zu den Lavadom-Volumina stehen aus.

Magma/VSI warnen, dass das Hauptgefährdungspotenzial derzeit in weiteren Domkollapsen und pyroklastischen Strömen liegt, insbesondere in den südlichen und südwestlichen Abflussrinnen wie Boyong, Bedog, Krasak und Bebeng. Auch Lahare bei starkem Regen stellen eine zusätzliche Gefahr dar. Die Bevölkerung wird erneut aufgefordert, keine Aktivitäten in den Gefahrenzonen durchzuführen und wachsam gegenüber Ascheregen zu bleiben. Die Gefahrenzone ist asymmetrisch und erstreckt sich bis zu 7 Kilometer vom Krater aus gesehen. Die Alarmstufe steht auf „3“.

Merapi: Zwei Abgänge pyroklastischer Ströme

Zwei pyroklastische Ströme am Merapi – Neue Daten zum Lavadom

Am Gunung Merapi auf Java (Indonesien) sind letzte Nacht zwei pyroklastische Ströme niedergegangen und unterstreichen die anhaltende Aktivität des Vulkans. Da der Vulkan in Wolken gehüllt war, konnte man die Dichteströme nicht direkt beobachten. Dennoch brachten sie die Wolken zum Leuchten. Sie gingen auf der Südwestflanke ab und erreichten fast die Basis des Kegels. Auf dem Seismogramm hinterließen sie Signale mit Amplituden zwischen 41 und 51 mm und einer Dauer von 113 und 123 Sekunden. Die Zeit reicht aus, um eine Gleitstrecke von 1500 m zurückzulegen. 

Neben den Signalen registrierte das seismische Netzwerk am Merapi 99 Steinschlagsignale, die auch mit dem Abgang von Schuttlawinen assoziiert werden. Dazu gesellten sich 67 Hybridbeben, die von Fluidbewegungen im Vulkaninneren zeugten. Diese Aktivität ist seit Monaten typisch für den Merapi.

Die Abgänge von pyroklastischen Strömen und Schuttlawinen zeugen von anhaltendem Domwachstum und steigender Instabilität der Lavakuppel. Im jüngsten Wochenbericht für den Beobachtungszeitraum 2. bis 8. Januar 2026 heißt es, dass der südwestliche Lavadom bei der letzten Messung am 13. Dezember ein Volumen von 4.171.800 Kubikmetern aufwies und weiterhin leichte morphologische Veränderungen infolge anhaltender Abgänge zeigte. Damit lag das Domvolumen nur knapp unterhalb des letzten Wertes vom November. Der Zentraldom hat sich praktisch nicht verändert und bleibt inaktiv.

Auf Wochensicht wurden am Merapi acht pyroklastische Ströme registriert, die sich mit einer maximalen Reichweite von bis zu 1.500 Metern in Richtung Südwesten bewegten. Betroffen waren vor allem die Oberläufe der Flüsse Krasak, Bebeng und Sat/Putih. Begleitet wurden diese Ereignisse von intensiver seismischer Aktivität: Insgesamt wurden 505 Hybriderdbeben, 732 Steinschlagbeben, 2 flache vulkanotektonische Beben sowie 4 tektonische Erdbeben aufgezeichnet. Die Behörden sprechen von einer höheren seismischen Intensität als in der Vorwoche. Die größeren Schuttlawinen glühten nachts und legten Strecken von bis zu 2000 m zurück.

Messungen zur Bodendeformation mittels GPS und EDM ergaben keine signifikanten Veränderungen. Auch nach starken Regenfällen am 8. Januar 2026 wurden bislang keine Lahare gemeldet. Die Behörden warnen jedoch weiterhin vor Gefahren in den bekannten Abflussrinnen und halten an der erhöhten Alarmstufe fest.

Merapi: Neue Volumendaten zum Lavadom liegen vor

Neue Daten zu den Dom-Volumina liegen vor – Nur kleine Veränderungen gegenüber den Messungen vom Oktober

Der Gunung Merapi ist nach wie vor einer der aktivsten Vulkane Indonesiens und zeigt im auch Dezember 2025 eine kontinuierliche vulkanische Aktivität, die durch Abgänge von Schuttlawinen und Entgasungen an den beiden Domen gekennzeichnet ist. Zudem ging heute ein kleiner pyroklastischer Strom ab, der eine gleitstrecke von 1000 m hatte. Nach einer mehrmonatigen Wartezeit hat das VSI nun in Zusammenarbeit mit dem indonesischen Ministerium für Energie und Bodenschätze neue Daten zu den Volumina der beiden Dome im Krater des Merapis veröffentlicht: Trotz mehrerer Phasen, bei denen pyroklastische Ströme abgegangen sind, und bei weiter anhaltenden Abgängen von Schuttlawinen und Steinschlägen hat sich das Domvolumen recht moderat verringert.

Drohnenflüge vom 13. Dezember lieferten aktuelle Luft- und Thermalfotos, die die Veränderungen an den Lavadomen dokumentieren. Das Volumen der Südwest-Kuppel ist um etwa 137.000 Kubikmeter geschrumpft und liegt nun bei knapp 4,17 Millionen Kubikmetern. Die Zentralkuppel blieb mit 2,37 Millionen Kubikmetern konstant. Auffällig ist zudem ein deutlicher Temperaturrückgang an beiden Kuppeln: Die Temperatur des südwestlichen Doms sank um 6,3 °C auf 249,3 °C, die Zentralkuppel kühlte um 10,3 °C auf 209,5 °C ab. Dies kann auf eine geringere Aktivität oder eine Abkühlung des Magmas an der Oberfläche hinweisen.

Die seismischen Messungen zeigen eine erhöhte Erdbebenaktivität gegenüber der Vorwoche. Insgesamt wurden 8 flache vulkanische, 453 hybride Mehrphasenbeben, 4 niederfrequente Erschütterungen und 9 tektonische Beben registriert. Zudem gab es 694 Steinschlagsignale. Trotz dieser Aktivität konnten mittels EDM und GPS keine signifikanten Bodenverformungen festgestellt werden, was auf eine derzeit stabile Magmakammer hindeutet.

Am 14. Dezember gab es starke, lokale Niederschläge mit 28,23 mm Regen in der Stunde, jedoch kam es nicht zu zusätzlichen Laharen oder Abflusssteigerungen in den umliegenden Flüssen. Diesen sollte man aber besonders, wenn es regnet, fernbleiben.

Die asymmetrische Sperrzone, die sich zwischen 3 und 7 Kilometer um den Gipfel ausdehnt, bleibt bestehen. Der Alarmstatus steht auf 3 bzw. orange.
Zusammenfassend zeigt der Gunung Merapi eine anhaltende, aber derzeit relativ stabile Aktivität. Die Beobachtungen lassen keine unmittelbare Gefahr für größere Ausbrüche erkennen, dennoch wird die Situation weiterhin engmaschig überwacht.

Merapi-Drohnenvideo geht viral

Mitte Dezember wurde auch ein eindrückliches Drohnenvideo vom Merapi online gestellt, dass den Abbruch eines größeren Lavapakets am Dom dokumentiert, woraus eine Schuttlawine hervorging. beim Abbruch von größeren und heißeren Paketen entstehen pyroklastische Ströme.