Merapi: Zwei Kilometer lange Dichteströme dokumentiert

Zwei pyroklastische Dichteströme am Merapi hinterließen zwei Kilometer lange Glutspuren – minimales Domwachstum im Zentraldom registriert

Der indonesische Vulkan Merapi liegt auf der Insel Java und generierte in den letzten 24 Stunden gleich 2 pyroklastische Dichteströme. Der erste ging am Freitagabend (28. August 2026) ab und ist aus einer glühenden Schuttlawine hervorgegangen. Nach Angaben der indonesischen Geologiebehörde Badan Geologi ereignete sich der sogenannte „Awan Panas“ um 21:22 Uhr Ortszeit. Der heiße Dichtestrom bewegte sich über eine Strecke von 2.000 Metern in südwestlicher Richtung und folgte dabei dem Oberlauf des Kali Sat/Putih. Der Abgang wurde mittels einer Überwachungskamera dokumentiert.

Der Dichtestrom erzeugte ein seismisches Signal mit einer maximalen Amplitude von 87,74 Millimetern und einer Dauer von knapp 117 Sekunden. Bei einem pyroklastischen Dichtestrom handelt es sich um eine Mischung aus heißem Gas, Asche und Gesteinsfragmenten, die mit hoher Geschwindigkeit die Hänge eines Vulkans hinabströmt. Am Merapi entstehen solche Ströme meistens durch den Kollaps instabiler Bereiche des Lavadoms.

Auch am Samstag setzte sich die Aktivität fort. Im Beobachtungszeitraum zwischen 6 und 12 Uhr Ortszeit wurde erneut ein pyroklastischer Strom mit einer maximalen Reichweite von 2.000 Metern registriert. Daneben wurden 17 Schuttlawinen und 19 hybride Erdbeben aufgezeichnet. Die Behörden sehen weiterhin eine aktive Magmazufuhr am Lavadom, durch die weitere Lavaabbrüche und pyroklastische Ströme ausgelöst werden können.

Der Merapi befindet sich derzeit auf der zweithöchsten Warnstufe Siaga (Level III). Besonders gefährdet sind mehrere Flusstäler an der Südwest- und Südseite des Vulkans. Für den Kali Boyong gilt eine Gefahrenzone von bis zu fünf Kilometern, für Kali Bedog, Krasak und Bebeng bis zu sieben Kilometer. Im Südosten erstrecken sich die asymmetrischen Sperrzonen entlang des Kali Woro über drei und des Kali Gendol über fünf Kilometer.

Die Aktivität steht im Zusammenhang mit dem weiteren Wachstum der Lavadome. Bei einer Drohnenbefliegung vom 15. August wurde das Volumen der Dome neu vermessen. Sie kam zu dem Ergebnis, dass sich das Volumen des südwestlichen Doms um 29.300 Kubikmeter auf 4,07 Millionen Kubikmeter vergrößerte. Der zentrale Dom wuchs um etwa 1.000 Kubikmeter auf 2,37 Millionen Kubikmeter, was trotz der geringen Volumenzunahme durchaus bemerkenswert ist, denn dieser Dom war seit Jahren inaktiv. Beide Dombereiche wiesen eine Temperatur von rund 243 °C auf.

Die Bevölkerung wird aufgefordert, die Gefahrenbereiche und Flusstäler zu meiden. Bei Regen besteht zudem die Gefahr von Laharen, während bei explosiven Eruptionen vulkanische Bomben in einem Radius von bis zu drei Kilometern um den Gipfel niedergehen können.

Vulkan Merapi: Pyroklastische Ströme ändern Richtung

Merapi mit drei pyroklastischen Strömen in Folge – der letzte änderte Richtung

Am Merapi auf Java hat sich die Aktivität in den vergangenen Tagen leicht verstärkt. Zwischen dem 10. und 12. August gingen an drei aufeinanderfolgenden Tagen pyroklastische Dichteströme vom Dom im Gipfelkrater ab. Besonders bemerkenswert ist dabei eine Veränderung der Fließrichtung: Während die ersten beiden Ereignisse nach Südwesten abgingen, erreichte der jüngste Strom erstmals den Bereich der südlichen Abflussrinne Kali Boyong.

Merapi

Am 10. August registrierte das BPPTKG einen pyroklastischen Dichtestrom mit einer Reichweite von 2.000 Metern. Das zugehörige seismische Signal erreichte eine maximale Amplitude von 66,31 Millimetern und dauerte 134,77 Sekunden. Am folgenden Tag wurde ein Abgang mit einer Reichweite von 2.000 Metern registriert: Der Strom lief ebenfalls nach Südwesten in Richtung Kali Sat und Kali Putih. Am 12. August folgte um 08:50 Uhr ein dritter Dichtestrom, der 1.800 Meter weit bis in die Oberläufe von Kali Krasak und Kali Boyong glitt. Die maximale Signalamplitude betrug 49,58 Millimeter bei einer Dauer von 82,61 Sekunden.

Die neue Fließrichtung ist für die Gefahreneinschätzung relevant. Für den Kali Boyong gilt ein Gefahrenbereich von fünf Kilometern ab dem Gipfel, während für Kali Bedog, Krasak und Bebeng bis zu sieben Kilometer angegeben werden.

Hintergrund der Aktivität ist das anhaltende Wachstum des Lavadoms. Eine Drohnenvermessung vom 1. August ergab für den südwestlichen Dom ein Volumen von rund 4,04 Millionen Kubikmetern. Gegenüber der vorherigen Vermessung nahm das Volumen um etwa 18.400 Kubikmeter zu. BPPTKG geht weiterhin von einer anhaltenden Magmazufuhr aus. Das neu aufsteigende Material wird am Dom abgelagert und anschließend durch die Schwerkraft und Instabilität teilweise wieder in Form von Schuttlawinen und pyroklastischen Strömen abgetragen.

Auch die Seismizität zeigt eine leichte Zunahme. Am 12. August wurden 76 Hybrid-/Mehrphasenbeben und 11 flache vulkanotektonische Beben registriert. Hinzu kamen 86 Schuttlawinenbeben. Insgesamt wurden an diesem Tag sieben Lavaabgänge mit einer maximalen Reichweite von 1.900 Metern beobachtet.

Der Merapi bleibt auf Alarmstufe III (Siaga). Die aktuelle Entwicklung spricht für eine weiterhin aktive Magmazufuhr und eine leicht intensivierte Domkollaps-Aktivität, liefert allerdings keinen Hinweis auf eine unmittelbar bevorstehende große explosive Eruption.

Merapi: Exklusive Bilder der beiden Lavadom

Zahlreiche Lavaabgänge und anhaltende Magmazufuhr am Merapi – Vulkanfotograf liefert spektakuläre Bilder

Während der indonesische Vulkan Merapi seine effusive Eruptionsphase mit anhaltenden Lavaabgängen und einzelnen pyroklastischen Strömen fortsetzt, bestieg Vulkanfotograf André Müller den Vulkan auf Zentraljava und versorgte uns erneut mit exklusiven Aufnahmen des Geschehens. Besonders spektakulär sind die Drohnenbilder der beiden Lavadome im Gipfelkrater des Feuerbergs, der auch gestern wieder einen kleinen pyroklastischen Strom erzeugte.

Der Merapi, einer der aktivsten Vulkane Indonesiens, liegt an der Grenze zwischen der Sonderregion Yogyakarta und der Provinz Zentraljava. Sein Gipfel erreicht eine Höhe von 2.968 Metern. Laut dem aktuellen PVMBG-Bericht zeigte sich der Vulkan am 22. Juli zeitweise wolkenfrei, bevor Wolken und Dunst die Sicht einschränkten. Aus dem Hauptkrater stieg eine weiße Dampfwolke auf, die eine Höhe von etwa 50 Metern über dem Gipfel erreichte.

Besonders auffällig waren die zahlreichen, gravitativ bedingten Schutt- und Lavaabgänge aus dem südwestlichen Lavadom. Am Berichtstag wurden insgesamt 14 Lavaabgänge beobachtet, die sich in Richtung des Oberlaufs des Kali Sat/Putih bewegten und eine maximale Strecke von 2 Kilometern zurücklegten. Zudem registrierten die Beobachter einen pyroklastischen Dichtestrom, der sich aus einem größeren Kollaps des Lavadoms entwickelte.

Unter diesen Bedingungen bestieg Vulkanfotograf André Müller den Gipfelbereich des Merapi und ließ seine Drohne weit über den Krater aufsteigen, sodass beide Lavadome eindrucksvoll in Erscheinung traten – ein Perspektive, die nur wenigen Drohnenpiloten am Merapi gelingt. Besonders gut erkennbar war der zentrale, derzeit weniger aktive Lavadom, während auch der aktivere Dom am Südwestrand deutlich zu sehen ist.

Die PVMBG-Analyse der vergangenen Woche zeigt leichte morphologische Veränderungen am südwestlichen Lavadom, die auf die anhaltende Lavaextrusion und die fortgesetzten Kollapsprozesse zurückzuführen sind. Der zentrale Lavadom blieb hingegen weitgehend unverändert. Ende Juni wurde das Volumen des südwestlichen Lavadoms auf rund 4,01 Millionen Kubikmeter geschätzt, während der zentrale Lavadom etwa 2,37 Millionen Kubikmeter umfasst.

Die Wochenbilanz verdeutlicht die weiterhin hohe Aktivität des Vulkans: Insgesamt wurden zwei pyroklastische Dichteströme registriert. Darüber hinaus beobachteten die Vulkanologen 9 Lavaabgänge in Richtung Boyong mit einer maximalen Reichweite von 2 Kilometern, 57 in Richtung des Oberlaufs des Krasak, 13 in Richtung Bebeng sowie 72 in Richtung Sat/Putih. Dort erreichten einzelne Lavaabgänge eine Länge von bis zu 2,5 Kilometern.

Auch die seismischen Messdaten sprechen für eine anhaltende Magmazufuhr. Das Überwachungsnetz registrierte innerhalb einer Woche 790 Kollaps- und Steinschlagbeben, 639 Mehrphasenbeben, 4 vulkanotektonische Erdbeben, 2 pyroklastische Strombeben, 1 Niederfrequenzbeben, 1 Tremorbeben sowie 8 tektonische Erdbeben. Insgesamt lag die seismische Aktivität damit über dem Niveau der Vorwoche.

Die Behörden warnen weiterhin vor pyroklastischen Dichteströmen, Schuttlawinen und Laharen. Besonders gefährdet sind die Täler von Boyong, Bedog, Krasak und Bebeng im Südwesten sowie Woro und Gendol im Südosten. Besucher und Anwohner werden eindringlich aufgefordert, die Sperrzonen einzuhalten.

Merapi: Zwei weitere Abgänge pyroklastischer Ströme

Merapi generiert erneut pyroklastische Ströme – Südwest-Lavadom wächst weiter

Am indonesischen Vulkan Merapi hält die erhöhte Aktivität weiter an, die auf ein gesteigertes Domwachstum zurückzuführen ist. Inzwischen werden fast täglich Abgänge pyroklastischer Dichteströme gemeldet, die durch kleinere Kollapsereignisse am Lavadom entstehen. Nachdem bereits am Sonntag ein pyroklastischer registriert worden war, ging auch am Montagmorgen eine Glutlawine vom Gipfelbereich ab. Die Behörden warnen davor, dass der Magmanachschub unter dem Vulkan weiterhin anhält und jederzeit weitere Abgänge möglich sind.

Nach Angaben der indonesischen Vulkanüberwachung (Badan Geologi) ereignete sich der jüngste pyroklastische Strom heute Morgen um 08:28 Uhr Ortszeit. Er bewegte sich rund 1.700 Meter weit in südwestlicher Richtung in das Oberlaufgebiet des Kali Krasak. Das vom Abgang erzeugte seismische Signal erreichte eine maximale Amplitude von 32,92 mm und dauerte 103,55 Sekunden. Die Bevölkerung wurde erneut aufgefordert, die Gefahrenzonen und Flusstäler am Merapi konsequent zu meiden.

Merapi

Bereits am 5. Juli war ein pyroklastischer Strom aufgezeichnet worden. Dieser erzeugte ein seismisches Signal mit 46 mm Amplitude und einer Dauer von 121,86 Sekunden. Zusätzlich beobachteten die Vulkanologen acht Lavalawinenabgänge in Richtung des Kali Sat/Putih, die Entfernungen von bis zu 2 Kilometern erreichten. Nachts erzeugen sie spektakuläre Glutspuren. Die meisten pyroklastischen Ströme gehen aus besonders große Schutlawinen hervor.

Der aktuelle Wochenbericht zeigt, dass die Aktivität des Merapi insgesamt auf hohem Niveau verharrt. Während der vergangenen Woche wurden vier pyroklastische Ströme, 156 Lavaabgänge, 42 flache vulkanotektonsiche

Erdbeben, 543 Hybrid- beziehungsweise Mehrphasenbeben, 900 Steinschlagbeben, ein Niederfrequenzbeben sowie 14 tektonische Erdbeben registriert. Die Zahl der Erdbeben lag damit höher als in der Vorwoche. Eine signifikante Bodendeformation blieb jedoch aus.

Eine Drohnenbefliegung des Gipfels vom 29. Juni ergab, dass der Südwest-Lavadom sein Volumen innerhalb einer Woche um etwa 1.600 Kubikmeter vergrößerte und nun 4.013.500 Kubikmeter umfasst. Der zentrale Lavadom blieb dagegen mit 2.368.800 Kubikmetern praktisch unverändert. Die Oberflächentemperaturen beider Dome wurden mit jeweils 243 °C gemessen und zeigten gegenüber der vorherigen Messungen keine Veränderungen.

Das anhaltende Domwachstum im Südwesten des Kraters und die zahlreichen Abgänge glühender Schuttlawinen und pyroklastischer Ströme sprechen dafür, dass der Merapi weiterhin kontinuierlich mit frischem Magma versorgt wird. Die indonesischen Behörden warnen daher unverändert vor den Vulkangefahren. Als besonders gefährdet gelten die Flusstäler an der Süd- und Südwestflanke, wo pyroklastische Ströme Reichweiten von bis zu 7 Kilometern erreichen können. Auch bei starken Regenfällen besteht weiterhin die Gefahr von Laharen in den vom Merapi ausgehenden Flussläufen.

Merapi: zwei pyroklastische Ströme am 2. Juli

Zwei pyroklastische Ströme am Merapi hinterließen bis zu 1.800 Meter lange Glutspuren

Der ruhige Morgen des 3. Juli am Mount Merapi täuscht darüber hinweg, dass gestern zwei pyroklastische Ströme am indonesischen Vulkan abgingen, die sich aus größeren Schuttlawinen entwickelten. Dabei handelt es sich um die gefährlichsten Phänomene des Vulkanismus, die in der Vergangenheit bei deutlich größeren Ereignissen bereits zahlreiche Todesopfer forderten.

Der erste pyroklastische Strom ereignete sich um 06:01 Uhr Ortszeit. Nach Angaben der geologischen Behörde legte die heiße Mischung aus Gas, Asche und Gesteinsfragmenten eine Strecke von 1.700 Metern in südwestlicher Richtung zurück und erreichte das Quellgebiet des Flusses Krasak. Die maximale seismische Amplitude betrug 30,75 Millimeter, die Dauer des Ereignisses 139,58 Sekunden.

Merapi

Ein zweiter pyroklastischer Strom folgte am späten Abend um 23:58 Uhr. Dieser erreichte mit gut 1.800 Metern eine etwas größere Reichweite und bewegte sich ebenfalls nach Südwesten, diesmal in Richtung der Quellgebiete der Flüsse Sat und Putih. Die Maximalamplitude des zugehörigen seismischen Signals lag bei 53,05 Millimetern, die Dauer betrug 92,91 Sekunden. Beide Ereignisse wurden von den Überwachungsstationen eindeutig registriert.

Interessant ist, dass der zweite Abgang kürzer dauerte als der erste und dennoch eine größere Reichweite erzielte. Das deutet darauf hin, dass sich der Dichtestrom deutlich schneller bewegte. Livecam-Aufnahmen dokumentierten das Ereignis. Meiner Einschätzung nach handelte es sich allerdings eher um eine große glühende Schuttlawine, mit einem kleinen Dichtestrom im oberen Bereich des Abgangs, als um einen klassischen pyroklastischen Strom. Das nächtliche Schauspiel war dennoch beeindruckend.

Im Tagesbericht für den 2. Juli verzeichnete das Vulkanologische Observatorium außerdem 14 Lavalawinen, die ebenfalls über den Südwesthang in Richtung Sat/Putih glitten und Entfernungen von bis zu zwei Kilometern erreichten. Insgesamt wurden 131 seismische Signale von Lavaschuttabgängen und Steinschlägen sowie 83 Hybridbeben registriert. Letztere liefern deutliche Hinweise auf anhaltende Magmabewegungen im Untergrund, während die erstgenannten Signale auf Instabilitäten des Lavadoms und dessen weiteres Wachstum hindeuten.

Die Behörde merkte an, dass die aktuelle Aktivität weiterhin von einer anhaltenden Magmazufuhr gespeist wird. Dadurch können jederzeit weitere pyroklastische Dichteströme entstehen. Besonders gefährdet bleiben die Täler der Flüsse Boyong, Bedog, Krasak, Bebeng, Woro und Gendol, die als bevorzugte Abflussbahnen für heiße Schuttlawinen und Lahare gelten.

Die Bevölkerung wird deshalb eindringlich aufgefordert, sämtliche ausgewiesenen Gefahrenzonen sowie die Flussläufe am Merapi zu meiden. Die Bilanz der vergangenen sechs Monate unterstreicht die anhaltend hohe Aktivität des Vulkans: In diesem Zeitraum registrierten die Vulkanologen bereits 93 pyroklastische Dichteströme. Die jüngsten Ereignisse verdeutlichen einmal mehr, dass die spektakuläre Landschaft des Merapi nur mit dem nötigen Respekt vor seinen vulkanischen Gefahren betrachtet werden sollte.

Merapi: Vulkan erzeugte pyroklastischen Strom

Pyroklastischer Strom am Merapi – Überwachungskamera nimmt rotglühende Schuttlawinen auf

Am Gunung Merapi auf der indonesischen Insel Java ist es am Abend des 28. Juni zum Abgang eines weiteren pyroklastischen Stroms gekommen. Das Vulkanobservatorium registrierte das Ereignis um 20:56 Uhr Ortszeit. Der heiße Strom aus Gas, Asche und Gesteinsfragmenten entstand durch den Kollaps eines Lavapakets am Dom und legte auf der Westflanke in Richtung der Oberläufe von Kali Sat und Kali Putih eine Strecke von rund 2 Kilometern zurück. Das zugehörige seismische Signal erreichte eine maximale Amplitude von 50 Millimetern und dauerte 118 Sekunden. Später filme eine LiveCam die Abgänge zahlreicher glühender Schuttlawinen.

Der pyroklastische Strom war Teil einer anhaltend hohen Aktivität des Vulkans. Im Verlauf des Tages wurden außerdem mehrere Lavaabgänge auf der Westflanke beobachtet, die im Tal des Kali Krasak Reichweiten von bis zu 1,9 Kilometern hatten.

Die seismischen Daten passen in das Muster der anhaltenden Tätigkeit des Vulkans. Neben dem seismischen Signal des pyroklastischen Stroms registrierten die Messstationen 141 Steinschlagbeben, 83 Hybridbeben, die auf aufsteigendes Magma hindeuten, sowie fünf flache vulkanotektonische Erdbeben. Zusätzlich wurde ein entferntes tektonisches Erdbeben aufgezeichnet. Die hohe Zahl an Hybrid- und vulkanischen Erdbeben zeigt, dass weiterhin Magma in das Fördersystem des Merapi nachströmt und jederzeit neue Domkollapse mit weiteren pyroklastischen Strömen auslösen kann. Der Magmannachschub ist derzeit allerdings geringer, als an Schuttlawinen und pyroklastischen Strömen an Lava abgeführt wird. So verringerte sich das Volumen des Südwestdoms um 4500 Kubikmeter auf nun 4.011.900 Kubikmeter. Das Volumen des Zentraldoms bleibt unverändert bei 2.368.800 Kubikmetern.

Die Behörden belassen den Merapi daher auf der Alarmstufe „Siaga“ (Stufe III von IV). Besonders gefährdet bleiben die Täler an der Südwest- und Westflanke. Dort können Lavaabgänge und pyroklastische Ströme je nach Flusslauf Entfernungen von bis zu 7 Kilometern erreichen. Bei explosiveren Eruptionen sind zudem ballistische Gesteinsbrocken bis in einen Radius von 3 Kilometern um den Gipfel möglich. Die Bevölkerung wird aufgefordert, sämtliche Sperrzonen konsequent zu meiden. Darüber hinaus warnen die Vulkanologen vor Laharen während starker Regenfälle sowie vor möglichem Ascheniederschlag infolge weiterer Eruptionen. Eine Änderung der Alarmstufe soll erfolgen, falls sich die Aktivität des Vulkans deutlich verstärkt.

Merapi: 3 pyroklastische Ströme am 16. Juni

Merapi erzeugte drei pyroklastische Ströme und zahlreiche Schuttlawinen – Aktivität bleibt auf hohem Niveau

Der indonesische Vulkan Merapi auf Java ist weiterhin hochaktiv und erzeugte gestern (16. Juni) gleich 3 pyroklastische Ströme, die über der Südwestflanke abgingen. Das geht aus einer Meldung des PVMGB/ESDM hervor. Die Behörde des geologischen Dienstes Indonesien ist neben einer Vielzahl anderer Stellen für die Überwachung der indonesischen Vulkane und insbesondere des Merapi verantwortlich.

Merapi

Das ESDM veröffentlichte eine stark verrauschte Webcamaufnahme des Nachglühens der Ablagerungen eines pyroklastischen Stroms, der sich um 19:31 Uhr WIB manifestierte. Die hier gezeigte Aufnahme wurde aufwendig nachbearbeitet und teilweise rekonstruiert, gibt die tatsächlichen Verhältnisse dennoch realistisch wieder. Die sichtbare Rotglut verdeutlicht die enormen Temperaturen eines pyroklastischen Stroms, die tagsüber nicht erkennbar sind, da die Dichteströme dann lediglich wie Aschewolken wirken, die den Vulkanhang hinabgleiten.

Pyroklastische Ströme werden in Indonesien als „Awan Panas Guguran“ bezeichnet und stoßen regelmäßig auf großes mediales Interesse, da sie in größerem Ausmaß eine Gefahr für die Bewohner der Vulkanregion darstellen können. Die drei heißen Asche- und Gesteinslawinen vom gestrigen Tag bewegten sich jedoch ausschließlich innerhalb der Sperrzone und erreichten Laufweiten von bis zu 1,7 Kilometern. Sie flossen überwiegend in Richtung des Oberlaufs des Kali Krasak an der Südwestflanke des Vulkans.

Obwohl die Abgänge keine Bereiche außerhalb des Vulkans betrafen, verdeutlichen sie die anhaltende Instabilität der Lavadome im Gipfelbereich. Derzeit ist allerdings nur der Südwestdom aktiv. Von ihm geht weiterhin ein erhebliches Gefahrenpotenzial aus.

Neben den pyroklastischen Strömen kam es zu weiteren Kollapsen am Lavadom, bei denen Steinschläge und Schuttlawinen entstanden. Die Messstationen registrierten innerhalb von 24 Stunden insgesamt 129 entsprechende seismische Signale. Darüber hinaus wurden 65 Hybridbeben aufgezeichnet. Diese gelten als wichtiger Hinweis auf Bewegungen von Magma und vulkanischen Fluiden im Fördersystem des Vulkans.

Die Vulkanologen sehen darin ein deutliches Zeichen dafür, dass die Magmazufuhr aus der Tiefe weiterhin anhält. In ihrem täglichen Bericht verweisen die Behörden darauf, dass die fortgesetzte Versorgung des Vulkans mit frischem Magma weitere Domkollapse und damit zusätzliche pyroklastische Ströme auslösen kann.

Der Merapi befindet sich weiterhin auf der Warnstufe „Siaga“ (Alarmstufe III). Die größten Gefahren bestehen derzeit durch Lavaabgänge und pyroklastische Ströme entlang mehrerer Flusstäler, darunter Krasak, Bebeng, Bedog und Boyong. Die Behörden rufen die Bevölkerung dazu auf, die ausgewiesenen Gefahrenzonen strikt zu meiden und insbesondere bei starken Niederschlägen auf mögliche Lahare sowie weitere Glutwolkenabgänge vorbereitet zu sein.

Vulkan Merapi generierte pyroklastischen Strom und Schuttlawinen

Anhaltender Vulkanausbruch am Merapi erzeugt Schuttlawinen und pyroklastische Ströme

Gunung Merapi ist weiterhin aktiv und erzeugte gestern zahlreiche Schuttlawinen und einen pyroklastischen Strom. Die Entwicklung des Vulkans, der sich in der Region Yogyakarta in Zentraljava befindet, kann als sehr dynamisch betrachtet werden. Neben den Abgängen werden Hybriderdbeben registriert, die mit Magmenaufstieg in Verbindung stehen.

Das BPPTKG meldete gestern den Abgang eines pyroklastischen Dichtestroms, der eine Reichweite von mehr als 2000 m hatte und sich aus einer großen Schuttlawine heraus entwickelte. Aufnahmen einer Überwachungskamera dokumentierten das Ereignis. Bei pyroklastischen Strömen handelt es sich um die wohl größte Vulkangefahr. Die auch als Glutwolken bezeichneten Phänomene bestehen aus einem Gemisch aus superheißen Gasen, Vulkanasche, gröberer Tephra bis hin zu Blöcken und rasen lawinenartig zu Tal. Dabei können sie deutlich schneller als 100 km/h werden. Eine Flucht vor einem pyroklastischen Strom gelingt nur selten.

Darüber hinaus war die seismische Aktivität der letzten 24 Stunden auffällig. Insgesamt wurden 140 Steinschlag- bzw. Abbruchbeben registriert, begleitet von 66 Hybridbeben, fünf flachen vulkanotektonischen Erschütterungen sowie einem weit entfernten tektonischen Beben. Auch der pyroklastische Strom verursachte ein seismisches Signal. Im gleichen Zeitraum wurden zudem zwei dokumentierte größere Schuttlawinen beobachtet, die in Richtung der Flusstäler Sat/Putih eine maximale Reichweite von etwa 2.000 Metern erreichten.

Für den Zeitraum der ersten 6 Tagesstunden des 10. Juni wurden aus den seismischen Daten bereits 26 Steinschlagbeben sowie 21 Hybridbeben ausgewertet. Innerhalb dieses Intervalls wurden außerdem mindestens elf Schuttlawinen registriert, die sich vor allem in südwestliche Entwässerungstäler bewegten.

Die Behörden halten die Warnstufe weiterhin auf Level III (Siaga). Das BPPTKG warnt, dass eine fortgesetzte Magmazufuhr jederzeit pyroklastische Ströme auslösen kann. Besonders gefährdet sind die südlichen und südwestlichen Sektoren mit Flusssystemen wie Boyong, Bedog, Krasak und Bebeng sowie der südöstliche Bereich um Woro und Gendol.

Vulkanausbruch Merapi: 2 pyroklastische Ströme gefördert

Vulkan Merapi auf Java weiterhin aktiv – Abgänge von 2 pyroklastischen Strömen dokumentiert

Der indonesische Vulkan Gunung Merapi ist weiterhin effusiv aktiv und fördert Lava, die im Gipfelkrater austritt und den südwestlichen Lavadom wachsen lässt. Gestern kam es dabei zweimal zu Kollapsereignissen am Dom, die pyroklastische Ströme hervorgebracht haben. Im Fokus stand das zweite Ereignis, da es via LiveCam aufgrund guter Sichtbedingungen dokumentiert werden konnte.

Der „Awan Panas Guguran“, wie pyroklastische Dichteströme auf Indonesisch genannt werden, manifestierte sich um 19:20 Uhr WIB und zog eine 2000 m lange Bahn glühender Gesteinsbrocken in westlicher Richtung entlang des Kali Sat/Putih. Das Ereignis verursachte ein seismisches Signal von über zwei Minuten Dauer und erreichte eine maximale seismische Amplitude von gut 68 mm, was auf eine vergleichsweise starke Energieentladung hindeutet.

Bereits im Verlauf des Tages war der Vulkan wiederholt aktiv geworden. Beobachter von der Behörde „Badan Geologie“ meldeten insgesamt 25 Abgänge von Lava- und Gesteinsmaterial in Richtung derselben Flusssysteme, ebenfalls mit einer maximalen Reichweite von rund 2.000 Metern. Der Gipfelbereich war zeitweise klar sichtbar, wurde jedoch mehrfach durch Nebel verdeckt, weshalb der zweite pyroklastische Strom nicht visuell dokumentiert wurde.

Insgesamt wurden 149 sogenannte seismische Signale von Lavalawinenabgängen und Steinschlägen registriert. Sie wurden von 49 Hybridbeben sowie mehreren vulkanisch-tektonischen Ereignissen begleitet. Zusätzlich trat ein fernes tektonisches Beben auf. Diese Daten bestätigen, dass weiterhin Magma in das Fördersystem nachströmt und das Potenzial für weitere explosive oder kollapsbedingte Ereignisse besteht.

Die Behörden warnen daher eindringlich vor Aufenthalten in den ausgewiesenen Gefahrenzonen, insbesondere entlang der Flusstäler im Südwesten und Südosten des Vulkans. Dort können pyroklastische Ströme und Lavaschutt Entfernungen von mehreren Kilometern erreichen, während bei explosiven Ausbrüchen auch der Gipfelbereich im Umkreis von bis zu drei Kilometern gefährdet bleibt. Zusätzlich wird auf die Gefahr von Laharen bei Regenfällen sowie auf mögliche Aschebelastungen in umliegenden Siedlungen hingewiesen.