Fünf Abgänge pyroklastischer Ströme seit dem Abend des 11. Aprils dokumentiert – Dom am Merapi seit März deutlich gewachsen
In der ersten Tageshälfte des 12. April gingen am Merapi laut Angaben des VSI (Volcanological Survey Indonesia) drei pyroklastische Ströme ab. Sie erreichten Gleitstrecken von bis zu 2.000 m und ließen Aschewolken aufsteigen, die beim VAAC Darwin allerdings keine VONA-Warnungen verursachten. Bereits am Abend des Vortags wurden zwei pyroklastische Ströme gemeldet, die vergleichbare Werte aufwiesen. Somit gingen innerhalb eines Tages fünf Dichteströme ab.

Nach Angaben des zuständigen Überwachungszentrums ereignete sich der erste pyroklastische Strom am 12. April um 5:45 Uhr (WIB). Er legte eine Distanz von etwa 1.500 Metern zurück, und das zugehörige seismische Signal erreichte eine maximale Amplitude von 47,9 mm bei einer Dauer von rund 166 Sekunden. Der Strom bewegte sich in der Schlucht des Boyong-Flusses.
Ein zweites Ereignis folgte um 7:41 Uhr. Dabei betrug die Reichweite etwa 1.400 Meter, bei einer Amplitude von 18,2 mm und einer Dauer von gut 132 Sekunden – ebenfalls in Richtung Boyong.
Der dritte pyroklastische Strom wurde schließlich um 8:21 Uhr registriert. Mit rund 2.000 Metern war er der weitreichendste des Morgens, bei einer Amplitude von 26,7 mm und einer Dauer von etwa 154 Sekunden.
Bereits in der Nacht zuvor waren zwei ähnliche Abgänge in Richtung Boyong beobachtet worden, mit maximalen Distanzen von etwa 1.500 Metern.
Zusätzlich wurden 151 seismische Signale von Steinschlägen und Schuttlawinen registriert, die in südwestlicher Richtung abgingen und Reichweiten von bis zu 2.000 Metern erreichten.
Die Abgänge kamen nicht völlig überraschend: Bereits bei der letzten Messung des Lavadom-Volumens am 27. März stellten die Vulkanologen ein Wachstum des südwestlichen Lavadoms fest. Er hatte sein Volumen um etwa 34.600 Kubikmeter auf nun 4.055.300 Kubikmeter vergrößert. Mit dem Wachstum hatte sich auch die Morphologie des Doms deutlich verändert. Der Zentraldom hingegen blieb mit 2.368.800 Kubikmetern unverändert.
Der Alarmstatus des Vulkans bleibt weiterhin auf Stufe III. In dieser Phase besteht insbesondere die Gefahr von Lava- und pyroklastischen Strömen in den südlich bis südwestlich gelegenen Flusstälern, darunter Boyong, Bedog, Krasak und Bebeng. Auch im Südosten gelten die Flüsse Woro und Gendol als potenziell gefährdet.
Im Falle eines explosiven Ausbruchs könnten vulkanische Materialien bis zu drei Kilometer vom Gipfel entfernt ausgeworfen werden.





