Mayon: Überarbeitete Hinweise zum Verhalten

Mayon bleibt 4 Wochen nach Eruptionsbeginn aktiv – Verhaltenshinweise wurden überarbeitet

Der philippinische Vulkan Mayon bleibt auch vier Wochen nach Beginn der Eruptionen, die durch Lavadomwachstum und die Abgänge von Schuttlawinen und pyroklastischen Strömen gekennzeichnet sind, aktiv. In den letzten 24 Stunden wurden vom seismischen Netzwerk Signale von 317 Steinschlagereignissen sowie 30 pyroklastischen Dichteströmen registriert. Zudem gab es 5 vulkanotektonische Erdbeben. Von den Dichteströmen gingen Aschewolken aus, die beim VAAC Warnungen für den Flugverkehr auslösten.




Tipps bei Aschefallout

Die anhaltenden Ascheemissionen beeinträchtigen das Leben der Menschen in Vulkannähe. Es kam bereits zu Evakuierungen von Anwohnern, die sich innerhalb der 6-Kilometer-Sperrzone befanden. PHILVOLCS und der Zivilschutz überarbeiteten nun die  Empfehlungen für das richtige Verhalten der Bevölkerung, die bereits seit 2015 gelten, und stellten sie in einem 2-seitigen Schaubild (von dem ich hier nur die erste Seite bringe) anschaulich dar. So wird z.B. empfohlen, Vulkanasche von Hausdächern zu fegen und von Autos mit viel Wasser abzuspülen. Offen gelagertes Trinkwasser solle man abkochen, wobei mir nicht so ganz klar ist, wie das gegen Asche helfen soll. Filtrieren wäre hier wohl angebrachter.

Ein Ende der Eruption ist nicht in Sicht. Darauf deuten die Beobachtungen der Vulkanologen hin. Neben den oben aufgeführten Daten zu den Erdbebensignalen beobachtete man nachts ein mit bloßem Auge mäßig gut sichtbares Kraterleuchten, was auf glühende Lava und Gasflammen im Gipfelbereich hinweist. Der Schwefeldioxid-Ausstoß (SO₂) konnte am 1. Februar 2026 nicht gemessen werden, da die Gasfahne von meteorologischen Wolken verdeckt war. Bei der letzten Messung am 31. Januar wurden mehr als 4100 Tonnen SO₂ emittiert.

Messungen der Bodenverformung zeigen, dass der Vulkankörper aufgebläht (inflatiert) ist. Dies deutet auf einen anhaltenden Magmenaufstieg im Untergrund hin.

Aus Sicherheitsgründen wird dringend empfohlen, den permanenten Gefahrenbereich (PDZ) im Umkreis von 6 Kilometern nicht zu betreten. Auch das Betreten der erweiterten Gefahrenzone (EDZ) sollte ohne erhöhte Wachsamkeit unterlassen werden. Zudem ist es nicht erlaubt, mit Flugzeugen in die Nähe des Vulkans zu fliegen.

Mögliche Gefahren, die jederzeit auftreten können, sind Steinschläge, Erdrutsche oder Lawinen, ballistische Auswurfprodukte, Lavaflüsse und Lavafontänen, pyroklastische Dichteströme, mittelstarke Explosionen sowie Lahare bei starkem und anhaltendem Regen.

Kanlaon: Gasflammen als Warnung vor Vulkanausbruch

Vulkanologen sichten Gasflammen am Krater des Kanlaon – Sorge vor größerem Vulkanausbruch

Der auf der philippinischen Insel Negros gelegene Vulkan Kanlaon zeigt weiterhin deutliche Anzeichen erhöhter Aktivität. Im Mittelpunkt der aktuellen Beobachtungen von PHILVOLCS-Vulkanologen stehen Gasflammen, die in den vergangenen Nächten mithilfe von Wärmebildkameras am Krater sichtbar wurden. Dabei handelt es sich um den Austritt stark überhitzter vulkanischer Gase, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind, im Infrarotbereich jedoch wie flackernde Flammen erscheinen. Für Vulkanologen gelten diese Emissionen als wichtiges Warnsignal aus dem Inneren des Berges.

kanlaon
Kanlaon

Die Interpretation der Gasflammen ist für Vulkanologin Mari Andylene Quintia eindeutig: Sie weist in einem Statement gegenüber der lokalen Presse darauf hin, dass Magma in geringer Tiefe unter dem Vulkan vorhanden ist und kontinuierlich Gase freisetzt. Dieser Entgasungsprozess erhöht den Druck im vulkanischen System und kann sowohl zu plötzlichen phreatischen Explosionen als auch zu einem magmatischen Ausbruch führen. Ähnliche Phasen intensiver Gasfreisetzung wurden am Kanlaon bereits vor früheren Eruptionen beobachtet, zuletzt im Dezember 2024 sowie im Mai und Oktober 2025.

Die Messdaten von heute stärken die Einschätzung der Vulkanologin. In den vergangenen 24 Stunden registrierten die Überwachungsstationen fünf vulkanotektonische Erdbeben, was auf Bewegungen von Fluiden oder Magma im Untergrund hindeutet. Gleichzeitig wurde ein hoher Schwefeldioxid-Ausstoß von 2020 Tonnen pro Tag gemessen. Schwefeldioxid ist ein typisches magmatisches Gas und gilt als verlässlicher Indikator für eine offene Verbindung zwischen Magma und Oberfläche. Hinzu kommt eine bis zu 1500 Meter hohe, voluminöse Gas- und Dampfwolke, die vom Krater aufstieg und in nordöstlicher Richtung geweht wurde. Messungen der Bodenverformung zeigen zudem, dass sich der Vulkankörper aufbläht, was ein klassisches Zeichen für Magmaansammlungen im Inneren des Vulkans darstellt.

Trotz der klaren Warnsignale ist der weitere Verlauf des Geschehens schwer vorherzusagen. Die Aktivität kann sich stabilisieren, aber auch kurzfristig eskalieren. Aus diesem Grund wiederholen die Behörden, dass das Betreten der vier Kilometer umfassenden permanenten Gefahrenzone strikt verboten ist. Die aktuellen Gasflammen sind damit nicht nur ein spektakuläres Naturphänomen, sondern vielmehr ein ernstzunehmender Hinweis darauf, dass der Kanlaon in einer kritischen Phase steht und größere Eruptionen folgen könnten.

Mayon: Lavastrom am Dom wächst

Vulkanausbruch am Mayon hält an – Lavastrom am Dom wird länger

Die erhöhte eruptive Aktivität am Mayon hält an. Diese äußert sich in anhaltendem Domwachstum und Abgängen von Schuttlawinen und pyroklastischen Dichteströmen, die über die Ostflanke des Vulkans gleiten. Bis jetzt haben sie zwar noch kein bewohntes Gebiet erreicht, doch die Gefahr größerer Abgänge mit mehr Reichweite besteht weiterhin. PHILVOLCS belässt die Warnstufe auf „3“.




Wer sich das Zahlenwerk der Vulkanologen genauer anschaut, staunt über die hohe Anzahl an Schuttlawinenabgängen, bei denen teils glühendes Material die Vulkanflanken hinabrollt: In den letzten 24 Stunden wurden 351 Schuttlawinen und 64 pyroklastische Dichteströme registriert. Die beiden vulkanischen Manifestationen sind eng miteinander gekoppelt und entstehen durch die gleichen Mechanismen: Am Lavadom, bzw. an dem von ihm abgehenden Lavastrom kommt es zu Kollapsereignissen. In erster Linie entscheiden Größe und Gasgehalt der abgebrochenen Lavapakete darüber, ob eine Schuttlawine oder ein pyroklastischer Strom entsteht. Ist genug Gas in der Lava vorhanden, kommt es zu Explosion und Fragmentation des Lavapakets, wodurch Gas freigesetzt und die Lava größtenteils zu Staub verwandelt wird und als pyroklastischer Strom den Hang hinab rast. Ohne explosionsartige Fragmentation geht das Material als Schuttlawine ab.

Fotos dokumentieren das anhaltende Wachstum des zähen Lavastroms, der vom Dom abgeht. Auf Satellitenaufnahmen erkennt man zudem seine Wärmesignatur, die sich in den Rinnen fortsetzt, durch die die Dichteströme und Schuttlawinen abgehen.

Die pyroklastischen Ströme erzeugen zudem Aschewolken, die beim VAAC Tokio regelmäßig VONA-Warnungen auslösen Die Vulkanasche steigt meistens bis auf FL 090 und bleibt damit unter der 3000-Meter-Marke.

Gegenüber der Vorwoche ist der Ausstoß an Schwefeldioxid zurückgegangen und belief sich bei den letzten Messungen auf knapp 1500 Tonnen am Tag. Das Vulkangebäude ist aufgebläht und es steigt weiter Magma auf. Ein Ende der Eruption ist nicht in Sicht.

Behörden rufen die Bevölkerung in der Umgebung dazu auf, Sperrzonen strikt einzuhalten. Der Mayon ist bekannt für plötzlich einsetzende explosive Ausbrüche, die selbst bei scheinbar moderater Aktivität lebensgefährlich sein können.

Philippinen: Starker Erdbebenschwarm im Süden

Starke Erdbebensequenz erschüttert Moro-Golf vor Mindanao auf den Philippinen

Datum: 28.01.2026 | Zeit: 06:47:01 UTC | Koordinaten 6.475 ; 123.795 | Tiefe: 10 km | Mw 5,9

Nach Daten des EMSC (European-Mediterranean Seismological Centre) ereignete sich am 28. Januar 2026 um 06:47 UTC im philippinischen Moro-Golf vor der Insel Mindanao ein Erdbeben der Magnitude 5,9. Das Hypozentrum lag in rund 10 Kilometern Tiefe bei den Koordinaten 6,475° Nord und 123,795° Ost. Das Epizentrum befand sich etwa 97 Kilometer süd-südwestlich von Cotabato sowie 30 Kilometer west-südwestlich von Kalamansig. Das Beben war der stärkste Stoß einer ungewöhnlich intensiven Serie weiterer Beben, darunter mehrere Ereignisse mit Magnituden zwischen 5,0 und 5,7. Der Schwarm begann bereits vor 10 Tagen, intensivierte sich in den letzten 24 Stunden aber signifikant. Insgesamt wurden bis jetzt 119 Beben registriert. An gleicher Stelle hatte es im November 2024 bereits ein sehr starkes Erdbeben Mw 7,1 in der ungewöhnlichen Tiefe von 620 Kilometern gegeben.

Philippinen. © EMSC/Leaflet

Die aktuellen Erschütterungen wurden in weiten Teilen des südwestlichen Mindanao deutlich wahrgenommen. Augenzeugen berichteten von schwankenden Möbeln, klirrenden Fenstern und grollenden Geräuschen sowie einem kurzzeitigen Stromausfall, von dem einzelne Gemeinden betroffen waren.

In Küstenorten wie Kalamansig und Palimbang verließen zahlreiche Menschen aus Angst vor möglichen Nachbeben oder einem Tsunami vorsichtshalber ihre Häuser und hielten sich im Freien auf oder flüchteten auf höher gelegenem Gelände. Offizielle Tsunamiwarnungen wurden nicht ausgegeben. Bestätigte Berichte über größere Sachschäden oder Verletzte lagen zunächst nicht vor, dennoch war die Verunsicherung in der Bevölkerung groß, da sich die Erdstöße über viele Stunden hinweg fortsetzten.

Seismologen ordnen das Ereignis als intensive Nachbebenserie mit schwarmähnlichem Charakter ein. Zwar hebt sich das Beben der Magnitude 5,9 als Hauptstoß ab, doch die Vielzahl vergleichsweise starker Folgebeben ist ungewöhnlich und deutet auf ein komplexes Muster hin. Tektonisch liegt der Moro-Golf in einer seismisch besonders aktiven Region, in der die Philippinische Seeplatte mit den Molukken- und Celebes-Mikroplatten – die der Sunda-Platte vorgelagert sind – aufeinandertreffen. Subduktionsprozesse entlang des Cotabato-Graben, bei dem eine Erdplatte in den Erdmantel abtaucht, dürften die treibende Kraft hinter der Erdbebensequenz sein.

In der Region gibt es zahlreiche aktive Vulkane, wie jene des Sangihe-Inselbogens und der Molukken. Besonders der Karangetang könnte durch die Erdbeben zu Eruptionen angeregt werden.

Die zuständigen Behörden beobachten die Lage weiterhin aufmerksam und rufen die Bevölkerung zur Vorsicht auf, insbesondere im Hinblick auf mögliche Nachbeben.

Taal-Vulkan: 23 Tremorphasen kündigen Vulkanausbruch an

Erhöhte Unruhe am Vulkan Taal – Anstieg der Seismizität kündigt phreatische Eruption an

Am Taal-Vulkan auf den Philippinen ist es in den letzten 24 Stunden zu einem erneuten Anstieg der seismischen Aktivität gekommen. Wie das Philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (PHILVOLCS) mitteilte, wurden innerhalb von 24 Stunden 23 vulkanische Tremorphasen registriert, die jeweils eine Dauer von zwei bis drei Minuten hatten. Diese seismischen Signale treten typischerweise einige Tage bis Stunden vor einer phreatischen Explosion auf, so wie wir sie in den letzten Monaten häufiger sahen.

Taal
Taal

Darüber hinaus verzeichneten die Messstationen am 25. Januar elf vulkanische Erdbeben, nachdem am Vortag bereits neun weitere Ereignisse aufgezeichnet worden waren. Damit setzt sich eine Phase zunehmender seismischer Unruhe fort, nachdem die Aktivität in den Tagen zuvor deutlich geringer ausgefallen war.

Laut PHILVOLCS zeigten die Überwachungsdaten zwischen dem 12. und 23. Januar eine vergleichsweise ruhige Phase mit lediglich 25 vulkanotektonischen Erdbeben und zehn Tremor-Signalen innerhalb von zwölf Tagen. Der jüngste Anstieg stellt somit eine signifikante Abweichung vom vorherigen Trend dar.

Vulkanologen erklärten, dass vulkanische Erdbeben durch Prozesse im Inneren eines aktiven Vulkans verursacht werden und sich durch charakteristische seismische Muster, Amplituden und Wellenperioden auszeichnen. Bei Tremor handelt es sich hingegen um kontinuierliche Signale mit niedrigen Frequenzen, die auf die Bewegung von Fluiden wie Gasen oder hydrothermalen Lösungen im Untergrund hinweisen können.

Neben den Erdbebensignalen ergaben die jüngsten Messungen, dass der Taal rund 271 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag emittiert. Diesen Wert stufen die Vulkanologen als schwache Gasemission ein.

In den vergangenen Wochen gab es am Taal mehrere phreatische Eruptionen, die von Dampf angetrieben wurden. Sie folgten alle dem gleichen Muster, wie es sich jetzt wieder ankündigt.

Neben dem Taal ist auf den Philippinen der Mayon weiterhin aktiv und baut an seinem Lavadom. Täglich gibt es zahlreiche Schuttlawinen und Abgänge pyroklastischer Dichteströme, bei denen Aschewolken entstehen, die beim VAAC Tokio VONA-Warnungen auslösen. Heute gab es drei dieser Warnungen.

Mayon: 19. Tag des Vulkanausbruchs

Vulkanausbruch am Mayon dauert seit 19 Tagen an – Lavadom wächst weiter

Der philippinische Vulkan Mayon ist seit 19 Tagen ununterbrochen aktiv und hält die Vulkanbeobachter von PHILVOLCS-DOST in Atem. Heute fotografierten sie im Morgengrauen eine rot illuminierte Wolkenkappe, die den Lavadom einhüllte. Sein Wachstum hält zwar schon länger als 19 Tage an, doch der eigentliche Vulkanausbruch begann für die Mitarbeiter der Behörde offenbar mit den Abgängen von glühenden Schuttlawinen und pyroklastischen Strömen. Von diesen geht eine besondere Gefahr aus: Im Falle größerer Abbrüche vom Lavadom oder dem kurzen Lavastrom, der vom Dom ausgeht, können große pyroklastische Ströme entstehen, die bewohntes Gebiet erreichen.

Mayon. © PHILVOLDS-DOST

Eine Entspannung der Situation ist nicht in Sicht. Der Mayon ist weiterhin aufgebläht, der Magmanachschub aus der Tiefe dauert an, was sich in gelegentlichen vulkanotektonischen Erdbeben zeigt. Der Ausstoß an Schwefeldioxid steigerte sich im Eruptionsverlauf und betrug in den letzten 24 Stunden mehr als 2200 Tonnen. Dem täglichen Datenblatt von PHILVOLCS ist außerdem zu entnehmen, dass es zwischen dem 24. und 25.01.2026 jeweils um 12:00 Uhr zu 44 Abgängen pyroklastischer Ströme und 253 Steinschlägen gekommen ist, die seismische Signale erzeugten. Es steigt Vulkanasche auf, die beim VAAC Tokio häufig VONA-Warnungen auslöst, ohne dass die Höhe der Aschewolken genau bestimmt werden kann.

Die Alarmstufe „3“ wird aufrechterhalten. Es gilt eine permanente 6-Kilometer-Sperrzone um den Vulkangipfel mit seinem Lavadom sowie ein Überflugverbot. Die Bevölkerung wird aufgefordert, im Freien Staubschutzmasken zu tragen und Schluchten und Flussläufe in Vulkannähe zu meiden.

Neben dem Mayon stehen auf den Philippinen noch die Vulkane Bulusan, Kanlaon und Taal unter besonderer Beobachtung. Der Kanlaon erzeugte innerhalb von 24 Stunden 19 vulkanisch bedingte Erdbeben und kann jederzeit weitere Eruptionen hervorbringen. Das Gleiche gilt für den Taal, an dem 11 Beben festgestellt wurden. Der Bulusan ist momentan der unauffälligste der beobachteten Vulkane, gilt aber ebenfalls als aufgebläht und eruptionsbereit.

Mayon: Überflutungen und erhöhte Seismizität

Überschwemmungen durch Tropensturm und wachsende Gefahr am Mayon-Vulkan

Die Situation am Mayon bleibt angespannt und gefährlich: Zu den Gefahren infolge pyroklastischer Ströme gesellte sich nun noch ein hohes Lahar-Risiko. Starke Regenfälle setzten Ortschaften am Vulkanfuß bereits unter Wasser. Infolge des Wassereintrags könnten phreatomagmatische Explosionen getriggert werden. In den letzten beiden Tagen wurde zudem eine erhöhte Seismizität registriert, die auf eine Beschleunigung des Magmennachschubs und damit des Domwachstums hindeutet.




Überflutungen

Starke Regenfälle, ausgelöst durch den Tropensturm Ada, haben am Freitag weite Teile der Provinz Albay unter Wasser gesetzt. Besonders betroffen sind Gemeinden am Fuß des Mayon-Vulkans, wo Straßen überflutet wurden und sich Geröll vom Vulkanhang abgelagerte, wodurch Straßen unpassierbar wurden. Behörden warnen eindringlich vor einer erhöhten Lahargefahr, da die intensiven und anhaltenden Niederschläge große Mengen lockeren vulkanischen Materials aus den oberen Hangbereichen mobilisieren können. Entlang von Flussläufen und Entwässerungskanälen besteht akute Gefahr durch Schlammlawinen, die Siedlungen, Felder und wichtige Infrastruktur bedrohen. Einsatzkräfte stehen in erhöhter Bereitschaft, während lokale Verwaltungen Notfallpläne überprüfen und Evakuierungsrouten vorbereiten.

Parallel zur angespannten Wettersituation bleibt auch die vulkanische Aktivität des Mayon auf einem hohen Niveau. Der Vulkan befindet sich weiterhin unter Alarmstufe 3, da der effusive Ausbruch am Gipfel  andauert und den Lavadom wachsen lässt. Aktuelle Beobachtungen zeigen, dass es zu häufigen Felsstürzen, Schuttlawinen und pyroklastischen Dichteströmen kommt. Innerhalb eines Tages wurden 338 Rockfall-Ereignisse sowie 72 pyroklastische Dichteströme registriert, die vor allem die südlichen und östlichen Flanken betreffen. Ein Kraterglühen ist bei günstigen Sichtverhältnissen mit bloßem Auge erkennbar und zeugt von der fortgesetzten Förderung heißen Materials.

Wärmesignatur Mayon

Besonders auffällig sind die derzeit sehr hohen Schwefeldioxid-Emissionen. Am 16. Januar wurde ein durchschnittlicher SO₂-Ausstoß von 4.970 Tonnen pro Tag gemessen, der höchste Wert der vergangenen 15 Jahre. Die Vulkanfahne war zeitweise durch dichte Wolken verdeckt, während Messungen der Bodenverformung weiterhin eine Aufblähung des Vulkangebäudes anzeigen – ein deutlicher Hinweis auf anhaltenden Magmenaufstieg im Untergrund. Vulkanische Erdbeben wurden zuletzt zwar nicht registriert, doch Experten betonen, dass das Fehlen von Erdbeben keine Entwarnung bedeutet.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erregt eine erhöhte seismische Energiephase, die an mehreren Messstationen festgestellt wurde. Der Anstieg der seismischen Werte ist auf die Häufung von Felsstürzen und pyroklastischen Strömen zurückzuführen und wird als mögliches Vorzeichen neuer Magmaintrusionen interpretiert. Vulkanologen schließen daher Lavafontänen oder moderat explosive Ausbrüche nicht aus. Die Behörden mahnen zur Vorsicht, halten an den Sperrzonen fest und appellieren an die Bevölkerung, offizielle Warnungen strikt zu befolgen und gefährdete Gebiete konsequent zu meiden.

Mayon: Militär bereitet Evakuierungen vor

PHILVOLCS warnt vor Lahar-Gefahr am Vulkan Mayon – Armee mobilisiert Rettungskräfte

Der philippinische Vulkan Mayon ist weiterhin hochaktiv: Seine Aktivität zeichnet sich durch Domwachstum aus, wodurch es zu fortgesetzten Kollapsereignissen kommt. Dadurch entstanden in den letzten 24 Stunden 68 pyroklastische Dichteströme und 308 Schuttlawinen bzw. Steinschlagabgänge. Nachts hinterlassen diese Phänomene Glutspuren auf dem oberen Vulkanhang. Der Mayon stieß zudem 1318 Tonnen Schwefeldioxid aus. Gegenüber der Vorwoche verdoppelte sich der Wert fast. Es wird weiterhin Inflation registriert und Aschewolken steigen auf. Da das Wetter kippt und intensive Regenfälle infolge des Taifuns Ada erwartet werden, gab das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (PHILVOLCS) nun eine Laharwarnung heraus.

Die Behörde ruft die Bevölkerung in der Provinz Albay zu erhöhter Wachsamkeit auf, da anhaltende starke bis intensive Regenfälle in der Region die Gefahr von vulkanischen Sediment- und Schlammströmen deutlich erhöhen.

Die Vulkanologen erklärten, dass die Regenfälle entlang der Ostküste von Süd-Luzon instabile vulkanische Ablagerungen, insbesondere jene von neuen pyroklastische Dichteströme (PDC), mobilisieren und in die Flusssysteme und Schluchten rund um den Mayon einbringen könnten. „Starke Regenfälle können Lahare in den Hauptentwässerungsgräben an den Süd- und Osthängen des Vulkans auslösen“, heißt es in der Warnung. Diese Schlammströme können heiß sein und bei Kontakt schwere Verbrühungen verursachen.

Besonders betroffen sind die Flussbetten und Kanäle Mi-isi, Bonga und Basud, die bereits mit erosionsgefährdeten Ablagerungen gefüllt sind. Mehrere Gemeinden, darunter Daraga, Mabinit und Legazpi City sind demnach durch potenzielle Überschwemmungen durch Schlammströme bedroht. Auch nicht-eruptionsbedingte Lahare, ausgelöst durch ältere Ablagerungen, stellen ein Risiko dar.

Die Lahar-Warnung gilt übrigens auch für den Kanlaon und andere aktive Vulkane der Philippinen.

Armee bereit für Rettungseinsätze

Angesichts dieser und vorangegangenen Bedrohungen hat die philippinische Armee bereits reagiert: Am Montag versicherte ein Armeesprecher, dass Truppen der 9. Infanteriedivision, darunter die 901. und 903. Infanteriebrigade, einsatzbereit sind, um Sicherheit zu gewährleisten und bei Rettungs- und Hilfseinsätzen zu unterstützen. Seit dem 6. Januar ist die Task Force Sagip aktiv und koordiniert präventive Evakuierungen sowie Hilfsmaßnahmen in enger Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Katastrophenschutzorganisationen.

Derzeit befinden sich rund 2.449 Menschen in Evakuierungszentren in Camalig, Guinobatan, Daraga und Tabaco City. Um die Sicherheit zu erhöhen, wurden zudem Kontrollpunkte an wichtigen Straßen eingerichtet.

Phivolcs hält weiterhin die Alarmstufe 3 für den Vulkan Mayon aufrecht und es gilt eine 6-Kilometer-Sperrzone um den Krater. Die Bevölkerung wird dringend aufgefordert, die Hinweise der Behörden zu beachten und sich auf mögliche weitere Entwicklungen vorzubereiten.

Kanlaon: Anstieg der Seismizität Mitte Januar

Zunehmende Unruhe am Vulkan Kanlaon: Behörden warnen vor möglicher Eskalation

Am Vulkan Kanlaon auf der philippinischen Insel Negros hat sich die Lage erneut verschärft. Nach Angaben des staatlichen Instituts DOST-PHIVOLCS wurde heute Nacht eine deutlich erhöhte seismische Aktivität registriert. Insgesamt wurden innerhalb kurzer Zeit 45 vulkanotektonische Erdbeben aufgezeichnet, die durch Gesteinsbruch infolge von Magmenaufstieg entstanden sind – ein klarer Hinweis auf verstärkte Prozesse im Untergrund des Vulkans.

Die gemessenen Erdbeben erreichten Magnituden zwischen ML 0,6 und ML 3,9 und hatten Herdtiefen von bis zu 13 Kilometern unter den nordwestlichen Flanken des Kanlaon. Die stärkeren Erschütterungen waren in mehreren Städten spürbar, darunter La Carlota, Bago und Bacolod. Dort wurden Mercalli-Intensitäten zwischen I und IV gemeldet.

Seismik. © PHILVOLCS

Zusätzlich zur seismischen Aktivität beobachteten die Geowissenschaftler erhöhte Schwefeldioxid-Emissionen. Am 13. Januar lagen die SO₂-Ausstöße bei durchschnittlich 1.248 Tonnen pro Tag. Zwar entspricht dieser Wert in etwa dem mittelfristigen Durchschnitt seit Jahresbeginn, doch war es bereits am 9. Januar zu einem deutlichen Peak von über 4.100 Tonnen pro Tag gekommen. Insgesamt deuten diese Parameter auf einen erneuten Intrusionsprozess hin, der das Potenzial für einen mäßig explosiven Ausbruch birgt.

Trotz der angespannten Lage bleibt die Alarmstufe für den Kanlaon vorerst bei Level 2, was einen Zustand erhöhter Unruhe beschreibt. PHIVOLCS warnt jedoch, dass die Zunahme der vulkanotektonischen Erdbeben die Wahrscheinlichkeit für plötzlich auftretende, phreatische oder phreatomagmatische Eruptionen erhöht. Diese könnten gefährliche Begleiterscheinungen wie pyroklastische Ströme, Ascheregen und Gesteinswurf verursachen.

Die Behörden appellieren eindringlich an die Bevölkerung, Sicherheitsanweisungen strikt zu befolgen. Gemeinden innerhalb der vier Kilometer großen permanenten Gefahrenzone sollen weiterhin evakuiert bleiben, während im Umkreis von sechs Kilometern erhöhte Alarmbereitschaft gilt. Auch vor Laharen wird gewarnt, insbesondere bei Starkregen. Für den Luftverkehr gilt ebenfalls erhöhte Vorsicht: Flugzeuge sollen den Gipfelbereich meiden, da Vulkanasche eine erhebliche Gefahr darstellen kann.