Sakurajima eruptierte nach längerer Pause explosiv – Vulkanasche in 4200 m Höhe
Heute Morgen ist der japanische Vulkan Sakurajima nach einer mehrwöchigen Pause erneut explosiv ausgebrochen. Eine Aschewolke durchbrach die meteorologischen Wolken, in der sich der Gipfel hüllte, und wurde vom Himawari-9-Satelliten detektiert. Demnach erreichte die Aschewolke eine Höhe von 3352 m und bewegte sich auf Flugfläche 110 mit einer Geschwindigkeit von 37 km/h Richtung Osten. Für die folgenden Stunden wurde eine weitere Verlagerung in östlicher bis südöstlicher Richtung prognostiziert, ehe sich die Asche allmählich auflösen sollte.
Nach Angaben der japanischen Wetterbehörde IJMA ereignete sich die Eruption um 14:50 Uhr Ortszeit (05:50 UTC). Der Ausbruch ging vom Minamidake-Gipfelkrater aus und schleuderte eine deutlich sichtbare, graue Aschewolke bis auf rund 2.200 Meter über den Kraterrand – was sich mit den Angaben des VAAC Tokio deckt, wenn man die Höhe des Sakurajimas dazu addiert.
Auf der Livecam-Aufnahmen sieht man die Aschewolke am oberen rechten Bildrand. Meiner Meinung nach ist sie deutlich höher aufgestiegen als angegeben wurde. Zu erkennen ist auch der massive Ascheniederschlag auf der Vulkanflanke.
Bereits in den Tagen vor dem Ausbruch hatte sich eine anhaltende Unruhe abgezeichnet. Aus dem letzten JMA-Bericht geht hervor, dass zwischen dem 20. und 23. Februar keine Explosionen registriert wurden, doch die Zahl vulkanischer Erdbeben war signifikant erhöht. Gestern wurden 1406 vulkanotektonische Beben festgestellt, die höchste Anzahl, die ich in den letzten Jahren in den Statistiken des Sakurajima gesehen habe. Die Beben zeigen, dass ein Magmenkörper aufgestiegen ist und auf seinem Weg nach oben Gesteinsbruch verursacht hat und den Druck im Fördersystem erhöhte. Bei der Explosion wurde auch altes Material aus dem Schlot geblasen, so dass man von einem Schloträumer sprechen kann.
Zudem zeigten Nachtaufnahmen Gluterscheinungen im Minamidake-Krater, und die Emission von Schwefeldioxid war weiterhin hoch. Geodätische Messungen deuten zudem auf eine langsame Ausdehnung im Bereich der Aira-Caldera hin, was auf Magmenansammlung in der Tiefe schließen lässt.
Die Behörden halten die Warnstufe 3 mit Zutrittsbeschränkungen rund um den Krater aufrecht. Innerhalb eines Radius von etwa zwei Kilometern besteht Gefahr durch herabfallende vulkanische Bomben und mögliche pyroklastische Ströme. Auch Druckwellen könnten Schäden verursachen.
Sakurajima zählt zu den aktivsten Vulkanen Japans. Die jüngste Explosion verdeutlicht, dass trotz kurzfristig ruhiger Phasen jederzeit mit neuen eruptiven Impulsen gerechnet werden muss. die Wahrscheinlichkeit für weitere Explosionen in den nächsten Stunde und Tagen ist hoch.








