Sakurajima setzt Eruptionen nach kurzer Pause fort – Asche in 2400 m Höhe detektiert
Am japanischen Vulkan Sakurajima hat sich die eruptive Aktivität am 8. September in einer weiteren Ascheeruption manifestiert. Nach Angaben des japanischen Wetterdienstes JMA – der auch für Naturereignisse wie Erdbeben und Vulkanausbrüche zuständig ist – begann der Ausbruch am 8. September um 12:46 Uhr Ortszeit (03:46 UTC) am Minamidake-Gipfelkrater. Eine Aschewolke stieg dabei bis auf etwa 1.300 Meter über dem Krater auf und wurde vom Wind in südliche Richtung verfrachtet.

Das VAAC Tokyo registrierte die Eruption ebenfalls. In seinem aktuellen Vulkanausbruchsbericht wird eine Aschewolke angegeben, die bis zu einer Flughöhe von FL080 aufgestiegen ist, was etwa 2.400 Metern über dem Meeresspiegel entspricht. Zum Zeitpunkt der Satellitenbeobachtung um 03:50 UTC war die Aschewolke in den Himawari-9-Daten allerdings bereits nicht mehr eindeutig identifizierbar. Wegen der schlechten Erkennbarkeit wurde keine weitere Aschewolkenprognose erstellt.
Der Ausbruch von Vulkanasche war allerdings auf Livecam-Aufnahmen zu sehen: Die Aschewolke schob sich bei relativ starkem Wind aus dem Krater und wurde direkt vom Wind erfasst, weswegen die Asche schnell verdriftete. Zusätzlich mischte sie sich unter Wetterwolken, was erklärt, warum sie auf den Satellitenbildern nur bedingt auftauchte.
Die Eruption ereignete sich im Rahmen der moderaten Aktivitätsphase der letzten Woche. Im jüngsten JMA-Lagebericht wurden zwischen dem 4. und 7. September mehrfach kleine Eruptionen am Minamidake beobachtet, die keine VONA-Warnungen beim VAAC Tokyo auslösten. Die letzte Warnung vor der aktuellen stammte vom 2. September. Am Showa-Krater wurden dagegen weder Eruptionen noch Rotglut festgestellt. Vulkanische Erdbeben treten derzeit nur selten auf, während vulkanischer Tremor gelegentlich registriert wird.
Gleichzeitig gibt es Hinweise auf eine anhaltende Magmazufuhr in der Tiefe. GNSS-Messungen zeigen seit etwa Mai eine leichte Verlängerung einiger Messlinien auf Sakurajima, was auf eine Ausdehnung des Vulkankörpers hindeutet. Auch im Untergrund der Aira-Caldera wird eine langfristige Ausdehnung beobachtet. Nach Einschätzung der JMA sammelt sich dort weiterhin Magma an. Zudem ist die Freisetzung von Schwefeldioxid allgemein hoch.
Die Vulkanwarnstufe 3 bleibt bestehen. Im Umkreis von etwa 2 Kilometern um die Gipfelkrater muss weiterhin mit ballistischen Gesteinsbrocken und pyroklastischen Strömen und – bei Regen – mit Laharen gerechnet werden.









