Stromboli: Lavastrom quillt aus dem Krater

Ein weiterer Lavaüberlauf aus den Nordkratersektor – kurzer Lavastrom auf der Sciara unterwegs

Auf der Sciara del Fuoco ist erneut ein kurzer Lavastrom unterwegs, der bereits gestern Abend zu fließen begann. Der Lavastrom wird von intensivem Lavaspattering aus dem nördlichen Schlot gespeist und ist Ausgangspunkt von Steinschlägen, die bis zur Küste rollen können. Diesem Phänomen verdankt der Steilhang seinen Namen: „Sciara del Fuoco“ heißt übersetzt „Feuerrutsche“ und lehnt sich daran an, dass glühende Tephra sowie Abbrüche aus den Lavaströmen in Form von Steinschlägen und Schuttlawinen bis ins Meer rollen können.

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Stromboli. © INGV

Wie das INGV in einer kurzen Notiz bekannt gab, wurde der Lavaüberlauf erneut per Livestream gesichtet. Forscher betreten die Gipfelregion nur noch selten, aus Furcht vor plötzlich auftretenden Paroxysmen. Während diese Furcht die meiste Zeit über unbegründet ist, sieht es aktuell anders aus: Der Vulkan befindet sich in der Anfangsphase erhöhter Aktivität, deren sichtbare Anzeichen die Lavaüberläufe und das Lavaspattering sind. Die Erdbeben der letzten Wochen stellen messbare Warnsignale dar, dass sich der Druck im Speichersystem des Stromboli erhöht, wodurch die Gefahr paroxysmaler Eruptionen und vereinzelt auftretender stärkerer Explosionen signifikant steigt.

Parallel zur Steigerung der Aktivität begann auch der Tremor auf mittelhohe Werte zu steigen und zeigt auch heute Nachmittag einen neuen Peak, nachdem er nach der Initialphase der Lavastromtätigkeit wieder gefallen war. Die GNSS-Sensoren zeigten keine ungewöhnliche Bodendeformation. Es ist damit zu rechnen, dass die Tätigkeit in den nächsten Stunden abklingt, bis es in einigen Tagen erneut zu einem ähnlichen Ereignis kommen wird.

Die Erdbebentätigkeit auf Stromboli hat sich wieder normalisiert. Das gilt nicht für die Seismizität im Tyrrhenischen Meer und in Nordsizilien, wo weiterhin eine leichte Häufung schwacher Erdbeben festzustellen ist. So gab es im Umfeld des Liparischen Archipels in den letzten 24 Stunden drei Erdbeben. Zwei weitere Erdstöße wurden im Norden Siziliens detektiert. Schwache Erdbeben kommen in der Region zwar immer wieder vor, jedoch nicht ganz so häufig wie im März. Sie zeigen, dass die Erdkruste unter großen Spannungen steht. Ob diese Spannungen allein tektonischen Prozessen geschuldet sind oder etwa mit Magmaakkumulation unter dem Ätna und in geringerem Umfang vielleicht auch unter Stromboli zusammenhängen, bleibt unklar und wird kontrovers diskutiert. Isländische Vulkanologen gehen davon aus, dass sich beispielsweise Bodenhebungen bei Svartsengi in einem größeren Umkreis auswirken. Liest man entsprechende Artikel mit Interviews der Vulkanologen, kristallisiert sich heraus, dass der Radius entsprechender Spannungsänderungen mindestens 50 Kilometer um das Zentrum der Bodendeformation beträgt.

Stromboli: Weiterer Lavaüberlauf auf der Sciara del Fuoco

Lavastrom fließt aus dem nördlichen Krater des Stromboli – Lavaspattering beobachtet

Am liparischen Inselvulkan Stromboli begann gestern Nachmittag ein erneutes Überfließen der Lava aus dem nördlichen Schlot des Kraters. Die Lavafront war im oberen Bereich der Sciara del Fuoco unterwegs. Der Tremor stieg kurzzeitig bis auf mittelhohe Werte. Laut INGV kam es zu keiner ungewöhnlichen Deformation des Vulkangebäudes. Abends konnte man via Livecam kontinuierliches Lavaspattering und anhaltende explosive Aktivität beobachten, wie sie für den Stromboli typisch ist.

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Stromboli. © INGV-Livecam

Seit gut Februar kommt es immer wieder zu diesen Lavaüberläufen, die wir bereits in den vergangenen Jahren immer wieder in Phasen haben auftreten sehen. Nicht selten steigerte sich die Aktivität zu Paroxysmen und vereinzelt auftretenden stärkeren Explosionen, die eine ernste Gefahr für Vulkanbeobachter im Gipfelbereich darstellen können, weswegen der Aufstieg in die Gipfelregion seit Jahren verboten ist. Die Lavaströme können auch zu Kollapsereignissen am Kraterrand führen. In solchen Fällen können pyroklastische Ströme entstehen, die hunderte Meter weit aufs Meer rauslaufen können. Vorhersagen lassen sich diese Ereignisse praktisch nicht, was ein generelles Problem am Stromboli darstellt: Durch das offene Fördersystem kommt es nur selten zu einer Druckerhöhung, die signifikante geophysikalische Anzeichen liefert. So sind vulkanotektonische Erdbeben und Bodendeformationen am Stromboli selten. Treten sie auf, sollte man sie ernst nehmen. Zudem ist kontinuierliches Lavaspattering ein Warnsignal, dass eine größere Menge Magma aufsteigt.

Die täglich automatisch erhobenen Daten des LGS sind diesbezüglich aktuell wenig aufschlussreich und zeichnen ein Bild durchschnittlicher Aktivität am Stromboli. Der Aktivitätsindex steht auf „Medium“. Allerdings sind einige Messanlagen seit Monaten außer Betrieb und es werden keine Daten zu den thermischen Durchgängen ermittelt. Auch die 6 Mikrobeben vom 17. März finden keine Erwähnung in den Updates. Meiner Meinung nach übersieht man hier einige Signale, die eine Aktivitätssteigerung in den nächsten Tagen/Wochen ankündigen könnten.

Stromboli: Erhöhte seismische Aktivität im März

Mehrere Erdbeben unter Stromboli – Seismizität deutlich erhöht

Datum: 17.03.2026 | Zeit: 22:03:09 UTC | Koordinaten: 38.796 ; 15.217 | Tiefe: 3,4 km | Mb 1,1

Unter Stromboli, dem aktivsten Vulkan Europas, manifestierten sich am 17. März fünf Erdbeben, die erst heute auf der INGV-Shakemap angezeigt werden. Bereits zwei Tage zuvor hatte es schon einen schwachen Erdstoß gegeben. Die Epizentren von 5 Beben liegen unter der Nordflanke des Vulkans, wobei 2 Beben sich direkt unter der Sciara manifestierten. und ein weiteres am Rand der Cima. Ein Erdstoss lag im Süden der Insel. Alle Beben lagen in geringen Tiefen zwischen 3,5 und 1,4 km unter dem Meeresspiegel. Der stärkste Erdstoß hatte eine Magnitude von 1,1. Zwei weitere brachten es auf 1,0.  Normalerweise sollte man meinen, dass eine Handvoll Mikrobeben an einem aktiven Vulkan nichts Besonderes sind, doch am Stromboli verhält es sich anders.


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Stromboli. © INGV

In den letzten Tagen schrieb ich bereits öfters über eine leichte Zunahme der Seismizität im Bereich des Tyrrhenischen Meers und in der Nähe von Stromboli. Bei den meisten Beben handelte es sich um Tiefenbeben und ich erwartete, dass es auch direkt unter der Insel Erdbeben geben wird, so wie es jetzt der Fall ist. Als es die letzten Male eine entsprechende Seismizität unter Stromboli gegeben hatte, folgten innerhalb weniger Tage bis Wochen Phasen stärkerer Eruptionen, bei denen es nicht nur zu stärkeren Lavaüberläufen gekommen war, sondern auch zu Paroxysmen mit pyroklastischen Strömen. Diese will ich zwar nicht prognostizieren, doch ich rechne fest mit einer Aktivitätssteigerung am Stromboli. Welcher Art sie sein wird, werden wir sehen.

Unter Vulcano hat es übrigens auch wieder ein Mikrobeben gegeben. Inzwischen wurde der Monatsbericht nachgereicht, der weitestgehend stabile Werte zeigte. Einzelne Erschütterungen sind hier nicht so relevant wie auf Stromboli, zeigen aber, dass es weiterhin Fluidbewegungen unter der Insel gibt. Mit einer Aktivitätssteigerung ist aber nur zu rechnen, wenn ein neuer Schub Magma unterhalb Vulcanos intrudiert. Anders als am Stromboli, der über ein offenes Fördersystem verfügt und bei dem ein Magmaschub entweder keine oder nur wenige Beben verursacht, sind die seismischen Schwärme in so einem Fall auf Vulcano intensiver.

Tatsächlich bin ich demnächst auf den Inseln unterwegs – sofern weder ein Streik noch ein Sturm dazwischenfunken werden – und kann mit ein wenig Glück dann mal wieder live berichten.

Stromboli: Lavaüberlauf und Erdbeben am 18. März

Erneuter Lavaüberlauf auf Stromboli – weitere Erdbeben im Tyrrhenischen Meer

In der Nacht begann am liparischen Inselvulkan Stromboli ein weiterer Lavaüberlauf aus dem nördlichen Kratersektor. Der Lavastrom fließt im Bereich der Sciara del Fuoco über die obere Vulkanflanke, ohne dass der Tremor besonders angestiegen wäre: Die Amplitude des vulkanischen Zitterns bewegt sich weiter im mittleren Bereich. Das INGV brachte eine kurze Notiz heraus, in der mitgeteilt wird, dass alle geophysikalischen Parameter normal seien und weder eine Aufblähung des Vulkans noch erhöhter Tremor registriert werde.

Seit Februar gab es bereits mehrere dieser Lavaüberläufe. Außerdem steigerte sich die Seismizität im Umfeld des Inselvulkans leicht. Am 15. März wurde ein schwaches Beben Mb 0,3 unter der Sciara del Fuoco registriert. Gestern gab es einen Erdstoß kurz vor der Nordküste und heute Nacht bebte es mit Mb 2,6 weiter nördlich unter dem Tyrrhenischen Meer. Die Beben unter dem Meer sind tektonischen Ursprungs und treten immer wieder auf. Wissenschaftlich ist ein direkter Zusammenhang mit den Vorgängen auf Stromboli nicht bewiesen, ich meine aber, beobachtet zu haben, dass bereits eine leichte Häufung von Erdbeben oft mit einer Aktivitätssteigerung des Vulkans einhergeht. Es könnte aber auch eine subjektive Wahrnehmung sein. Letztendlich sind in Vulkanregionen aber vulkanische Prozesse über Magmenaufstieg und Fluidbewegungen, die Spannungsänderungen verursachen, oft mit tektonischen Vorgängen verlinkt und es kann zu Wechselwirkungen kommen.

Im jüngsten INGV-Bericht zum Stromboli, der gestern veröffentlicht wurde und den Beobachtungszeitraum 9. bis 15. März beschreibt, wird dem Vulkan eine normale Tätigkeit ohne besondere Auffälligkeiten attestiert. Die Explosionshäufigkeit schwankte zwischen 10 und 20 schwachen bis mittelstarken Ereignissen in der Stunde. Eine besondere Bodenhebung wurde auch auf Wochensicht nicht detektiert. Weiterhin erhöht ist der Kohlendioxid-Ausstoß am Pizzo und die Helium-Isotopen-Konzentration im Wasser eines Brunnens. Dieser Wert deutet auf Aufstieg frischen Magmas in tieferen Regionen des Strombolis hin, was an einem daueraktiven Vulkan aber nicht ungewöhnlich ist.

Auch wenn die Daten nicht darauf hindeuten, dass sich eine große Eruption anbahnt, besteht das latente Risiko zu Paroxysmen, die sich am Stromboli oft nur Minuten vorher ankündigen. In Zeiten mit Lavaüberläufen und Lavaspattering ist das Risiko hierfür erhöht.

Liparische Inseln: Erdbeben Mb 3,8 nördlich des Archipels

Erdbeben Mb 3,8 nördlich der Liparischen Inseln – schwacher Erdstoß auf Stromboli

Die Region der Liparischen Inseln nördlich von Sizilien wird dieser Tage häufiger von tiefen Erdbeben erschüttert. So auch gestern Abend, als sich um 17:29 UTC ein Erdbeben der Magnitude 3,8 zutrug, dessen Epizentrum etwa 95 km westnordwestlich von Messina und rund 38 km nordwestlich von Lipari im Tyrrhenischen Meer lag. Besonders auffällig ist die große Herdtiefe von 291 km, was auf ein Beben im oberen Erdmantel schließen lässt. Aufgrund dieser Tiefe dürfte das Erdbeben an der Oberfläche nicht spürbar gewesen sein und hatte keine erkennbaren Auswirkungen auf die Erdoberfläche.

Stromboli. © INGV

Wissenschaftlich ist der Erdstoß dennoch von Interesse, da er mit der Subduktion der Ionischen Kleinplatte zusammenhängen könnte. Dieser Prozess ist für den Vulkanismus in Süditalien verantwortlich und belegt, dass die Vorgänge im Erdinneren, die letztendlich auch zu Magmenbildung führen, nicht zum Erliegen gekommen sind.

Darüber hinaus registrierten die Seismometer des INGV-Netzwerkes einen sehr schwachen Erdstoß der Magnitude 0,3. Dieses Beben ereignete sich bereits am 15. März um 22:43:08 UTC in einer Tiefe von 1500 m unter dem Meeresspiegel Das Epizentrum lag bei den Koordinaten 38.7979° N; 15.2107° E unter der Sciara del Fuoco nördlich des Kraters. Nun sind schwache Erdbeben unter Vulkanen normalerweise nichts Besonderes. Am Stromboli kommen sie aber vergleichsweise selten vor und gehen oft einer Aktivitätssteigerung des Vulkans voran, insbesondere wenn es zu einer Häufung kommt, wobei eine Häufung von Erdbeben unter Stromboli durchaus im einstelligen Bereich liegen kann.

Laut den Daten vom LGS zeigte der Stromboli gestern wenige Auffälligkeiten: Gegenüber der letzten Woche hat die Explosionshäufigkeit abgenommen und liegt im durchschnittlichen Bereich. Dafür hat der akustische Explosionsdruck einiger Eruptionen zugenommen und hat Werte von mehr als 1 bar erreicht. Die Schwefeldioxid- und Kohlendioxid-Werte sind unauffällig und der Tremor bewegt sich im gelben Bereich. Eine etwaige bevorstehende Aktivitätssteigerung lässt sich hier nicht ablesen.

Liparischen Inseln: Mehrere Erdbeben im Tyrrhenisches Meer

Erdbeben Mb 3,7 bei den Liparischen Inseln – schwächere Erschütterung nördlich von Stromboli

Seit einigen Wochen ist die Seismizität im Gebiet der vulkanisch geprägten Liparischen Inseln erhöht. So kam es in den letzten 24 Stunden zu mehreren Erdbeben, von denen sich das stärkste gestern Abend um 18:25:37 UTC manifestierte und eine Magnitude von 3,7 hatte. Die Herdtiefe wird beim ESC mit 21 Kilometern angegeben. Das Epizentrum befand sich südlich der Insel Filicudi. Eine halbe Stunde später folgte in 9 km Tiefe ein zweiter Erdstoß der Magnitude Mb 2,9, dessen Epizentrum südlich des ersten Bebens ausgemacht wurde. Von besonderem Interesse ist ein Beben der Magnitude Mb 2,4, das sich um 22:08 Uhr in 17 Kilometern Tiefe nördlich von Stromboli ereignete. Die Tiefenangaben sind aufgerundet.

Liparische Inseln

Die mitteltiefen Erschütterungen im Tyrrhenischen Meer sind für gewöhnlich tektonischen Ursprungs und stehen mit den plattentektonischen Prozessen in dieser tektonisch komplexen Region des Mittelmeeres in Verbindung, die übergeordnet von der Kollision Afrikas mit Europa geprägt wird. Es kommt zur Subduktion der Ionischen Platte, die Afrika vorgelagert ist und von diesem Kontinent unter Europa gedrückt wird. Dadurch entsteht ein Rückrolleffekt sowie eine Ausdünnung des tyrrhenischen Beckens, was für Spannungen in der Erdkruste sorgt und Erdbeben erzeugt. Die gleichen Prozesse sind auch für den Vulkanismus der Liparischen Inseln verantwortlich.

Obwohl es wissenschaftlich nicht bewiesen ist, zeigen meine Beobachtungen der letzten 30 Jahre, dass besonders Erdbeben im Bereich von Stromboli oft einer Phase erhöhter Aktivität des Vulkans vorausgehen. Hier reicht bereits eine leichte Häufung seismischer Ereignisse aus, um auf eine baldige Reaktion des Vulkans schließen zu können.

Die jüngsten geophysikalischen und geochemischen Daten des Wochenbulletins für den Beobachtungszeitraum vom 02.–08. März attestierten dem Vulkan eine normale strombolianische Tätigkeit, wobei die Explosionshäufigkeit schwankte und an einigen Tagen hohe Werte annahm. Eine steigende Tendenz spezieller chemischer Komponenten im Gasausstoß deutet darauf hin, dass sich frisches Magma auf dem Weg in das obere Fördersystem befindet. In der zweiten Februarhälfte gab es bereits mehrere Lavaüberläufe, die ebenfalls eine Drucksteigerung im System signalisierten. Ob letztendlich ein größerer Ausbruch resultieren wird, ist indes ungewiss; die Wahrscheinlichkeit weiterer Lavaüberläufe ist jedoch relativ hoch.

Stromboli: Vulkanausbruch fördert Lavastrom Anfang März

Weiterer Lavaüberlauf am Stromboli – Lavastrom auf der Sciara del Fuoco unterwegs

Am Stromboli begann gestern Abend gegen 18:00 Uhr Ortszeit ein erneuter Lavaüberlauf aus dem N2-Schlot des Nordkraters, der bis heute Morgen anhält. Auf der Thermalcam ist ein ausgeprägtes thermisches Signal sichtbar, das meiner Meinung nach das stärkste der aktuellen Überlaufphase ist, die in der zweiten Februarhälfte begann.

Das Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia (INGV) brachte eine entsprechende Notiz heraus und bestätigte das Ereignis, das auch von den Vulkanologen zunächst via Webcam gesichtet wurde. Diese zeigt, wie sich der Lavastrom aus dem Krater über den oberen Bereich der Sciara del Fuoco ergoss.

Der effusive Vulkanausbruch verursachte keine signifikanten Änderungen der geophysikalischen Parameter, die sich gemäß den Vulkanologen im durchschnittlichen Bereich bewegen. Das betrifft vor allem die Tremoramplitude sowie die Bodendeformation, bei der nichts Ungewöhnliches festgestellt wurde. Der Stromboli setzt zudem seine normale explosive Tätigkeit fort.

Betrachtet man die Tremorgrafik des LGS, stellt man allerdings fest, dass es einen kleinen Tremor-Peak bis in den orangenen Bereich gab. Er fällt jedoch kleiner aus als bei den vorherigen Überläufen. Interessant ist der starke Peak am 17. Februar, der ganz links in der Grafik zu sehen ist und bis in den roten Bereich vordrang. Dieses Ereignis markiert den Beginn der aktuellen Überlaufepisode und dürfte mit der Ankunft frischen Magmas im oberen Speichersystem zusammenfallen.

Den Daten der automatischen Messstationen des LGS am Stromboli ist wenig Neues zu entnehmen. Das liegt zum einen daran, dass mehrere Stationen seit Monaten offline sind, und zum anderen daran, dass man hier in erster Linie darauf ausgelegt ist, die explosive Aktivität im Auge zu behalten. Die einzigen Auffälligkeiten sind, dass die Anzahl der VLP-Erdbeben auf ein mittelhohes Niveau zurückgegangen ist, es dafür aber vereinzelt stärkere Explosionen gibt, die einen Schalldruck von bis zu 1,57 bar erzeugen. Normal sind Werte bis etwa 1 bar.

Stromboli: Lavaüberlauf am Abend des 27. Februars

Erneute effusive Aktivität am Stromboli – Lava läuft über Sciara del Fuocco

Der Stromboli setzt seine in Intervallen stattfindenden Lavaüberläufe aus dem N2-Förderschlot an der Nordbasis des Kraterkomplexes fort. Wie das INGV heute Abend mitteilte, wird mit Hilfe der Überwachungskameras derzeit eine als moderat beschriebene effusive Aktivität beobachtet. Dabei tritt Lava über den Kraterrand aus und speist einen Lavastrom, dessen Fronten sich im oberen Abschnitt der Sciara del Fuoco befinden.

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Stromboli. © INGV

Die Aktivität wird ausdrücklich als moderat beschrieben. Es handelt sich nicht um eine explosive Intensivierung, sondern um ein begrenztes Überlaufen von Lava aus dem Kraterbereich.

Aus seismischer Sicht liegt die durchschnittliche Amplitude des vulkanischen Tremors im mittleren Wertebereich. Es werden keine signifikanten Veränderungen in der Häufigkeit oder Stärke der sogenannten Explosionserdbeben registriert. Auch die geodätische Überwachung zeigt ein stabiles Bild: Die GNSS-Messstationen weisen keine nennenswerten Bodenverformungen auf.

Bereits in den letzten Tagen gab es am Stromboli mehrere Phasen mit Lavaüberläufen. Die jüngste ist gerade mal 2 Tage her und ebbte erst gestern ab. Darüber hinaus zeigt der Vulkan seine gewohnte strombolianische Aktivität mit regelmäßigen Explosionen aus mehreren Kraterbereichen. Hinweise auf eine stärkere Druckzunahme im Fördersystem gibt es nicht. Die nun beobachtete effusive Phase fügt sich in das bekannte Aktivitätsmuster ein und stellt eine kurzfristige Episode dar. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder solche Phasen, die sich oft im Laufe mehrerer Wochen intensivierten und zu stärkeren Ausbrüchen führten.

Die geophysikalischen und chemischen Daten des jüngsten Wochenberichts vom 24. Februar zeigen, dass sowohl die Anzahl der Explosionsbeben als auch die Stärke der Eruptionen selbst zuletzt etwas zugenommen hat und kurz davor steht, hohe Werte anzunehmen. Die Kohlendioxid-Emissionen haben diese hohen Werte bereits erreicht. Die Daten sprechen dafür, dass sich die Aktivität weiter steigern könnte. Das INGV warnt, dass stärkere Explosionen nicht ausgeschlossen werden können.

Stromboli: Erneuter Lavaüberlauf am 23.02.2026

Stromboli erzeugt Lavaüberläufe am laufenden Band – Lavastrom auf der Sciara del Fuoco unterwegs

Kurz nach Mitternacht begann am Inselvulkan Stromboli ein weiterer Lavaüberlauf aus dem N2-Schlot im nördlichen Kratersektor. Hierbei handelt es sich um einen relativ weit unten liegenden Schlot an der Basis des Kraterbereichs, der zur Sciara del Fuoco offen ist. Dadurch können Lavaströme ungehindert über die Vulkanflanke abfließen. Die explosive Aktivität hält mit variabler Intensität aus den anderen Schloten an. Außerdem gibt es Lavaspattering.

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Stromboli

Wie das italienische Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) berichtet, zeigten Analysen von Überwachungskamerabildern, dass die effusive Aktivität am 23. Februar gegen 00:00 UTC begann und ein Lavaüberlauf aus dem nördlichen Kraterbereich einsetzte. Dabei entstand ein Lavastrom, dessen Fronten sich im oberen Teil der Sciara del Fuoco befanden. Aus seismischer Sicht lag die durchschnittliche Amplitude des vulkanischen Tremors im durchschnittlichen Bereich. Es wurden keine signifikanten Veränderungen in der Häufigkeit und Amplitude von Explosionsbeben festgestellt und auch in den GNSS-Netzwerkdaten wurden keine größeren Veränderungen beobachtet. Allerdings wurde um 02:50 UTC eine moderate Wärmestrahlung mit 11 MW Leistung registriert.

Wie ein Blick auf die Thermalcam bestätigt, hält die beschriebene Aktivität heute Vormittag weiter an. Auf der normalen Kamera ist indes wenig zu erkennen. Die Lavaströme fließen durch Schluchten, die sich immer tiefer in den Vulkanhang eingraben und so vor Blicken weitestgehend verborgen sind.

Die Serie der Lavaüberläufe begann in der letzten Woche und entspricht dem typischen Aktivitätsmuster, das wir in den letzten Jahren immer wieder am Stromboli beobachten konnten. Zwar liefern die Überwachungsdaten keinen Hinweis darauf, doch es sieht so aus, als würde ein größerer Magmenkörper aus der Tiefe aufsteigen, wodurch der Druck im Fördersystem erhöht wird, was immer wieder Magma aus dem Fördersystem quetscht, noch bevor der größere Körper das obere Fördersystem erreicht hat. Tut er das, droht ein größerer Strom, der sich gewaltsam seinen Weg bahnt und im Schlotbereich Kollapse auslöst, die dann ihrerseits pyroklastische Ströme verursachen. Solche Phasen werden für gewöhnlich durch eine Serie tiefer Erdbeben im Umkreis des Stromboli und im südöstlichen Tyrrhenischen Meer eingeleitet.