Naturkatastrophen-News 24.07.21: Flutkatastrophe in Deutschland und China

Die globalen Schreckensmeldungen reißen nicht ab. Nach der Flutkatastrophe in Deutschland, heißt es auch in China landunter.

Deutschland: Aufräumen nach der Flutkatastrophe

Gestern Mittag war ich im Eifler-Katastrophengebiet unterwegs und dokumentierte die Schäden und Aufräumarbeiten nach der Flutkatastrophe Mitte Juli. Viele Menschen, die in der Nähe des Flusses Ahr leben, haben so gut wie Alles verloren. Lobenswert ist die Solidarität der Menschen: neben den Anwohnern sind viele Helfer angereist. Da sind die Bauern aus der Umgebung, die mit ihren Traktoren Anhänger voller Müll abtransportieren, der Bauunternehmer aus der Schweiz, der mit Baggern angerückt ist, sowie Busse voller Studenten und Pfadfinder, die mit anpacken. Als Journalist und Fotograf, der nur seine Kamera hält, kommt man sich deplatziert vor und schämt sich auch ein wenig, weil man nicht mit Schaufel und Eimer bewaffnet den allgegenwertigen Schlamm beseitigt. Verständlich, dass einige Menschen gereizt reagieren. Andere zeigten Verständnis und meinten: „du machst auch deine Arbeit, gut, dass Andere sehen, was hier passiert ist“.

Inzwischen sprechen offizielle Stellen von einem „Jahrhundertereignis“, doch ich bin mit solchen Einschätzungen vorsichtig geworden, denn in diesem Jahrhundert haben wir schon mehrere Flut-bedingte Jahrhundertkatastrophen erlebt, und ich fürchte, das aktuelle Ereignis wird nicht das letzte dieser Größenordnung gewesen sein. Umso wichtiger erscheint es mir, dass wir uns besser auf die sich ändernden Umstände einstellen, denn der Klimawandel wird immer häufiger Extremwetterlagen verursachen. Die Katastrophe zeigt die Schwächen des Katastrophenschutzsystems, was bei mangelhafter Vorwarnung anfing und bei fehlenden Infrastrukturen in Sachen Katastrophenbewältigung aufhört. Auch im privaten Bereich muss man bessere Vorsorge treffen. So dramatisch die aktuelle Situation für die Betroffenen auch ist, war es eine regional begrenzte Katastrophe. Doch wie sind wir aufgestellt, wenn einmal große Teile des Landes von einer Katastrophe betroffen sind? Ein Blick nach China zeigt gerade, wie großräumig Fluten sein können.

Flutkatastrophe in China

In der zentralchinesischen Provinz Henan sind mehrere Millionen Menschen von den schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten betroffen. Auch hier spricht man von einer Jahrhundertflut. Ganze Landstriche stehen unter Wasser. Die Region um die Metropole Zhengzhou hat es besonders hart erwischt. Alleine hier leben 12 Millionen Menschen, die zeitweise von Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten waren. Die Katastrophe könnte sich auch auf uns auswirken, denn die Region ist ein wichtiger Industriestandort. Experten fürchten ein Anziehen der Inflation und Waren wie Iphones könnten sich verteuern.