Bezymiyanny eruptiert Asche bis auf 5200 m

Eruption am Bezymianny lässt Vulkanasche aufsteigen – VONA-Warnung ausgegeben

Am Bezymianny auf Kamtschatka kam es heute Vormittag zu einer Eruption, bei der eine Aschewolke gefördert wurde, die bis auf 5200 m aufsteigt und sich über ein großes Areal in Richtung Norden verteilt. Zuvor berichtete KVERT vom Fortgang der effusiven Eruption, die den Lavadom weiter wachsen und stark dampfen lässt. Es entstehen Schuttlawinen und Dichteströme, von denen wiederum Aschewolken aufsteigen.

VONA-Warnung

Die Eruption kommt nicht völlig überraschend, denn bereits Anfang November wurde eine Zunahme der Seismizität registriert und man rechnete mit einer baldigen Eruption. Überraschend ist vielmehr, dass sie erst jetzt erfolgt. Wahrscheinlich handelte es sich auch erst um einen kleineren Ausbruch, dessen Hauptphase noch folgen könnte. Stärkere Explosionen lösen oft Kollapsereignisse am Dom aus, die dann pyroklastische Ströme generieren, die weite Strecken zurücklegen können.

Der Bezymjanny ist ein aktiver Stratovulkan auf der Halbinsel Kamtschatka in Russland. Er ist bekannt für seinen explosiven Ausbruch im Jahr 1955, der als eines der größten vulkanischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts gilt. Vor diesem Ausbruch war der Vulkan eine niedrige, abgeflachte Hügelkuppe. Der 1955er-Ausbruch zerstörte die Gipfelregion und führte zur Bildung eines neuen Kraterdoms. Seitdem ist der Bezymjanny durch regelmäßige Ausbrüche gekennzeichnet, die meist von der Bildung von Lava-Domen und pyroklastischen Strömen begleitet werden. Er gilt als einer der aktivsten Vulkane Kamtschatkas und wird intensiv überwacht. Die vulkanische Aktivität hat die Landschaft rund um den Vulkan stark geprägt und bietet wichtige Einblicke in die Dynamik von dombildenden Vulkanen. Wegen seiner Aktivität und Gefährlichkeit ist der Bezymjanny ein bedeutendes Forschungsobjekt für Vulkanologen weltweit.

Auf Kamtschatka ist auch der Krasheninnikov weiter effusiv aktiv und fördert einen Lavastrom, von dem eine moderate Thermalstrahlung ausgeht.

Japan: Erdbeben Mb 5,4 am Vulkan Aso

Mittelstarkes Erdbeben am Nordrand der japanischen Caldera Aso – Vulkan noch ruhig

Datum: 25.11.2025 | Zeit: 09:01:18 UTC | Koordinaten 33.054 ; 131.107 | Tiefe: 10 km | Mb 5,4

Auf der japanischen Insel Kyūshū bebte die Erde in einer Tiefe von 10 Kilometern mit einer Magnitude von 5,4. Das Epizentrum lag im Zentrum der Insel, am Nordrand der Aso-Caldera, etwa 13 Kilometer nördlich des gleichnamigen Ortes. Der Erdstoß manifestierte sich um 09:01:18 UTC. In Japan war es bereits 18:01:18 Uhr. Es gab ein Nachbeben der Magnitude 3,0.

Aso. © EMSC/Leaflet

Das Hauptbeben wurde von der Bevölkerung deutlich gespürt und weckte Erinnerungen an das Kumamoto-Erdbeben von 2016, das eine Magnitude von 7,0 hatte und einige Schäden verursachte. Allerdings lag dieses Beben weiter südlich an der Futagawa-Verwerfung. Diese verläuft entlang des Ostrands der Aso-Caldera und verliert sich an deren Nordrand, etwa dort, wo der aktuelle Erdstoß stattfand.

Obwohl das Erdbeben tektonischen Ursprungs war, war es stark genug, um sich auf die Aktivität des Vulkans auswirken zu können. Zudem liegen im Wirkungskreis des Bebens auch Vulkane wie Kirishima und Sakurajima, die ebenfalls mit erhöhter Aktivität reagieren könnten.

Der Aso-Vulkan auf Kyūshū gehört zu den größten aktiven Vulkanen Japans und zeichnet sich durch seine gewaltige Caldera sowie den aktiven Nakadake-Krater aus. Der Vulkan ist latent unruhig und emittiert eine Dampfwolke, die bis zu 200 Meter hoch aufsteigt. Zudem werden vulkanisch bedingte Erdbeben und auch Tremor registriert. Allerdings ist der Vulkan nicht so unruhig, dass das Japanische Wetteramt (JMA) ständig aktualisierte Berichte herausgibt. Es ist jedoch anzunehmen, dass sich ein aktiver Magmenkörper unter dem Vulkan befindet und dass der Vulkan jederzeit ausbrechen könnte. Die aktuelle Warnstufe ist „1“. Im Juli wurde sie kurzfristig auf „2“ angehoben, da es zu einem Erdbebenschwarm gekommen war.

Im Juli 2025 wurde die Warnstufe kurzfristig von Stufe 1 auf Stufe 2 erhöht, nachdem verstärkte vulkanische Mikrobeben registriert wurden. Ende Juli wurde die Warnstufe jedoch wieder auf Stufe 1 gesenkt, da sich die vulkanische Aktivität beruhigte. Bei Warnstufe 1 ist der Zugang zum Krater grundsätzlich wieder möglich, jedoch können weiterhin Gasemissionen und kleinere vulkanische Aktivitäten auftreten.

White Island: Erneute Flugausfälle wegen Aschewolken

White Island am 22. November. © GeoNet

Vulkanasche von White Island sorgt erneut für Flugausfälle in Tauranga – Whakaari bleibt aktiv

Die anhaltende Aktivität des Vulkans Whakaari auf White Island hat gestern zum zweiten Mal innerhalb von einer Woche zu Flugausfällen an einem Airport der neuseeländischen Nordinsel geführt. Am Dienstag wurden mehr als ein Dutzend Verbindungen von und nach Tauranga gestrichen, nachdem staubähnliche Vulkanasche in die Flugrouten geweht worden war. Betroffene Reisende wurden auf spätere Flüge umgebucht, doch die Unterbrechungen sorgten erneut für Störungen im regionalen Luftverkehr.




Nach Angaben des neuseeländischen GeoNet-Überwachungssystems befindet sich Whakaari weiterhin auf Warnstufe 3. Diese Einstufung beschreibt eine Phase geringen eruptiven Verhaltens, bei der kleinere Asche- und Gasemissionen auftreten. Die aktuellen Beobachtungen zeigen überwiegend schwach beladene Wolken, die vom Wind über das Meer getragen werden. Gelegentlich steigen energiereichere Emissionen für wenige Minuten bis zu drei Kilometer hoch auf, was die Sichtbarkeit der Aktivität deutlich erhöht.

Satellitendaten bestätigen, dass die aufragenden Fahnen feine Aschepartikel sowie messbare Mengen Schwefeldioxid enthalten. Bei passenden Windrichtungen können diese Emissionen die Küste der Bay of Plenty erreichen. Für die Bevölkerung besteht laut Fachleuten jedoch weiterhin nur ein sehr geringes Risiko für Aschefall, auch wenn mitunter ein deutlicher Schwefelgeruch wahrgenommen werden kann.

Die sich wiederholenden Flugausfälle zeigen die anhaltende Sensibilität des regionalen Luftverkehrs gegenüber Vulkanasche, die bereits in geringen Konzentrationen Triebwerke und Sichtflugbedingungen beeinträchtigen kann. Der Flugwarncode bleibt deshalb auf Orange, was auf potenzielle Beeinträchtigungen durch Aschewolken hinweist.

Die vulkanische Aktivität scheint sich in den vergangenen Wochen leicht verstärkt zu haben, bleibt jedoch insgesamt niedrig. Da auf der Insel selbst keine Überwachungssensoren vorhanden sind, stützen sich die Behörden auf Kameras, Satellitenbilder sowie regelmäßige Beobachtungsflüge. Die Vulkanüberwachungsgruppe von Earth Sciences NZ betont, dass die Situation aufmerksam verfolgt wird und Aktualisierungen veröffentlicht werden, sobald neue Daten vorliegen.

Das VAAC Wellington veröffentlichte heute eine VONA-Warnung, nach der Asche bis auf 600 m Höhe aufsteigt und nach Südwesten driftet. Laut Prognosen erreicht die Asche die Nordküste Neuseelands. Es könnte also zu weiteren Beeinträchtigungen an den Regionalflughäfen kommen.

Vulkanausbruch am Popocatépetl sorgt für Ascheregen

Popocatépetl verursacht Ascheregen in Mexiko – Stadt bereitet sich auf Auswirkungen vor

In Mexiko steigerte der Vulkan Popocatépetl seine Aktivität und Ascheregen hat Mexiko-Stadt in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Nach neun Tagen ohne nennenswerten Ascheausstoß verstärkte der Vulkan nahe der mexikanischen Hauptstadt gestern eine explosive Aktivität und stieß stundenlang Aschewolken aus, die laut VONA-Meldungen vom VAAC Washington zunächst bis auf 6000 m Höhe aufstiegen und nach Nordwesten drifteten, um dann bei geänderter Windrichtung mit einer Nordostdrift eine Höhe von 7300 m zu erreichen und bis über den Golf von Mexiko zu ziehen. Innerhalb von 24 Stunden wurden 19 Exhalationen registriert.




Die frühen Aschewolken, die sich in Richtung Nordwesten ausbreiten, erreichten mehrere Bezirke von Mexiko-Stadt. Besonders im Fokus standen die Bezirke Tláhuac und Tlalpan, wo es zu Ascheniederschlägen kam, die sich u.a. auf Autos ablagerten.

Die Behörde für Risikomanagement und Katastrophenschutz (SGIRPC) gab am Montagnachmittag eine offizielle Aschewarnung heraus. Zwischen 17:00 und 23:00 Uhr wurde in Teilen der Hauptstadt mit einer Verstärkung des Ascheregens gerechnet. Die Bevölkerung wurde über soziale Netzwerke aufgerufen, wachsam zu bleiben und den Anweisungen der Behörden zu folgen.

Gesundheitsamt und Katastrophenschutz betonen, dass Vulkanasche selbst bei geringer Konzentration gesundheitliche und infrastrukturelle Probleme verursachen kann. Der Aufenthalt im Freien sollte daher möglichst vermieden werden. Türen und Fenster sollen geschlossen, mögliche Luftlecks mit feuchten Tüchern oder Klebeband abgedichtet werden.
Wer ins Freie muss, sollte Masken oder Schals zum Schutz der Atemwege sowie Schutzbrillen tragen. Augenreizungen sollen keinesfalls durch Reiben behandelt werden.

Tipps gibt es auch für die Beseitigung der Asche: Sie sollte trocken zusammengekehrt und in Plastiksäcken entsorgt werden, da sie bei Kontakt mit Wasser zu Schlamm wird und Abflüsse verstopfen kann. Zudem wird geraten, Wassertanks gut abzudecken, um Verunreinigungen zu verhindern. Fahrzeuge hingegen sollte man mit viel Wasser abspülen, um den Lack nicht zu verkratzen.

Menschen mit Atemwegserkrankungen, Kinder, ältere Menschen und Schwangere sind laut Zivilschutz besonders gefährdet. Bei Atembeschwerden oder anhaltender Augenreizung sollten Betroffene ärztliche Hilfe aufsuchen. Haustiere sollten ebenfalls im Haus bleiben; ihre Futter- und Wasserschalen müssen vor Asche geschützt werden.

Die seismischen Daten des Popocatépetl sind auffällig unauffällig: Gestern meldete CENAPRED Tremor, der nur 19 Minuten lang anhielt . In den Tagen zuvor gab es keine nennenswerte Seismizität. Die Daten lassen ehr auf eine Verringerung der Aktivität schließen, als auf eine Verstärkung.

Italien: Unwetter in Neapel legt Verkehr lahm

Heftiges Unwetter in Neapel: Überschwemmungen, Verkehrschaos und Warnstufe Orange

Neapel und zahlreiche Gemeinden der Umgebung stehen derzeit unter dem Einfluss eines schweren Unwetters, das seit Tagen für Überschwemmungen, Erdrutsche und signifikante Verkehrsbehinderungen sorgt. Die anhaltenden Regenfälle haben Straßen überflutet, Hangrutschungen ausgelöst und in mehreren Stadtteilen zu gefährlichen Situationen geführt. Besonders betroffen sind die Küstenabschnitte zwischen Sorrent und Amalfi, wo seit Samstag immer wieder Erdrutsche und Schlammlawinen gemeldet werden. Auch in Posillipo stürzte eine Mauer ein und Steine blockierten die Fahrbahn und beschränkten die Zufahrt zu einzelnen Häusern.

Neapel

Die Lage spitzte sich am Montag weiter zu, als der Zivilschutz für weite Teile Kampaniens die Warnstufe Orange ausrief. Diese gilt ab Montagabend für 24 Stunden und betrifft verschiedene Zonen, darunter die gesamte Stadt Neapel, die vorgelagerten Inseln Capri, Procida und Ischia, das Vesuvgebiet sowie große Teile der sorrentinischen Halbinsel. Für die übrigen Gebiete bleibt die Warnstufe Gelb bestehen. Mit kräftigen Schauern, teils intensiven Gewittern sowie stürmischen Südwestwinden rechnen die Behörden bis Dienstagabend. Auch eine aufgewühlte See und mögliche Sturmfluten werden erwartet.

Aus den Grabungsstätten Herculaneum und Pompeji liegen noch keine Meldungen über evtl. Unwetterschäden vor, doch die Ruinen sind teilweise ungeschützt und es kommt immer wieder zu Unwetterschäden.

Die Regenfälle treffen auf eine Region, die ohnehin durch mehrere Naturgefahren geprägt ist. Erst am Wochenende brachte ein plötzlicher Temperatursturz Schnee auf den Vesuv – ein seltenes, aber nicht beispielloses Ereignis zu dieser Jahreszeit. Während am Vulkan selbst keine Beeinflussungen entstanden, verstärken die winterlichen Bedingungen die Herausforderungen für Einsatzkräfte und Bevölkerung.

Die Campi Flegrei stehen ebenfalls unter Beobachtung: Zwar gibt es keine Hinweise, dass das aktuelle Unwetter direkte Auswirkungen auf das seismisch aktive Gebiet hatte, doch bleibt die Möglichkeit bestehen, dass der hohe Wassereintrag ins Hydrothermalsystem phreatische Explosionen begünstigt.

Der Katastrophenschutz ruft die Bevölkerung auf, unnötige Fahrten zu vermeiden und in den kommenden Stunden besonders vorsichtig zu sein. Die Lage bleibt angespannt – und eine nachhaltige Wetterberuhigung ist vorerst nicht in Sicht.

Kanlaon: Laharwarnung wegen Tropensturm

Laharwarnung für Vulkan Kanlaon – Tropensturm Verbena erreicht Philippinen

Der Vulkan Kanlaon liegt auf der philippinischen Insel Negros und zeigt weiterhin eine erhöhte Aktivität, die Behörden und Bevölkerung in Alarmbereitschaft versetzt. Am 24. November bestätigte PHIVOLCS eine erneute Zunahme der seismischen Unruhe: Innerhalb der letzten 24 Stunden wurden 26 vulkanische Erdbeben registriert, und der Schwefeldioxid-Ausstoß lag bei über 2.400 Tonnen pro Tag. Zudem ist der Vulkan aufgebläht, was auf eine Magmaakkumulation unter dem Vulkan hinweist.

Kanlaon

Aufgrund seiner erhöhten Aktivität gilt für den Kanlaon die Alarmstufe „2“. DOST-PHIVOLCS warnt eindringlich davor, die 4-Kilometer-Sperrzone um den Vulkan zu betreten, und betont die Möglichkeit plötzlich auftretender phreatischer Eruptionen oder einer Intensivierung der magmatischen Aktivität.

Parallel zu den vulkanischen Gefahren zieht der Tropensturm „Verbena“ über die Zentralphilippinen hinweg. Verbena landete am Morgen in der Provinz Surigao del Sur im Nordosten von Mindanao und bewegt sich derzeit mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 75 km/h weiter in Richtung Visayas und Negros. Starke Regenfälle sind in den kommenden Tagen in weiten Teilen der Zentralphilippinen zu erwarten.

Diese Kombination aus starken Niederschlägen und erhöhter Vulkanaktivität führt zu einer gefährlichen Situation: Die Regenfälle könnten vulkanische Lockerstoffe, die bei den jüngsten Eruptionen des Kanlaon abgelagert wurden, in mobilisieren und in Schlamm verwandeln. Dadurch steigt das Risiko von Laharen, die Flüsse und Täler mit Geröll füllen und für Menschen, Infrastruktur und Landwirtschaft lebensbedrohlich sein können.

Besonders betroffen sind die Gemeinden entlang der Hauptflüsse an den Süd-, West- und Osthängen des Vulkans Kanlaon, darunter Bago City, Moises Padilla und San Carlos City sowie Canlaon City in Negros Oriental. Die Behörden haben bereits Evakuierungsempfehlungen ausgesprochen und raten dringend dazu, Flüsse nicht zu überqueren und die Gefahrenzonen strikt zu meiden.

Neben den Laharen warnen Meteorologen auch vor Überschwemmungen und Erdrutschen, da der Taifun Tino in den vergangenen Wochen das Gebiet bereits geschwächt hatte. Die Kombination aus vulkanischem Material, intensivem Regen und instabilen Hängen erhöht die Gefahr von Massenbewegungen deutlich.

DRK: Erdbeben Mb 4,6 am Kivu-See

Beide Arme des Rifvalleys, dazwischen der Lake Victoria. Die aktiven Vulkane beider Arme Vulkane fast auf einer geogr. Breite. © EMSC/Leaflet

Mittelstarkes Erdbeben erschüttert Süden des Kivu-Sees – Gefahr von Kohlendioxidausgasungen

Datum: 24.11.2025 | Zeit: 12:22:10 UTC | Koordinaten -2.728 ; 28.612 | Tiefe: 10 km | Mb 4,6

Ein Erdbeben der Stärke 4,6 hat am Montagnachmittag die Kivu-Region im Osten der Demokratischen Republik Kongo erschüttert. Das Beben ereignete sich um 14:22 Uhr Ortszeit rund 37 Kilometer südlich von Bukavu und war in weiten Teilen der Region spürbar. Schäden wurden zunächst nicht gemeldet, doch der Erdstoß rückt erneut die komplexe und potenziell gefährliche Geodynamik der Region am Albert-Rift in den Fokus des Interesses. Hierbei handelt es sich um eine Zone, in der sich tektonische Spannungen, aktiver Vulkanismus und ein außergewöhnlich gasreicher See zusammentreffen, was ein hohes Gefahrenpotenzial für die Bevölkerung mit sich bringt.

Die Region liegt im westlichen Zweig des Ostafrikanischen Grabensystems, wo sich der afrikanische Kontinent langsam auseinanderzieht und zu zerbrechen droht. Diese Dehnung führt regelmäßig zu moderaten Erdbeben wie dem aktuellen Ereignis. „Die seismische Aktivität ist hier ein permanenter Prozess des Rift-Systems“, erklären Geologen. Doch die Erschütterungen sind nicht nur tektonische Randerscheinungen, denn sie können auch mit dem assoziierten Vulkanismus und dem Kivu-See selbst in Wechselwirkung treten.

Nur wenige Dutzend Kilometer nördlich des Epizentrums erheben sich die Vulkane Nyiragongo und Nyamuragira, zwei der aktivsten Feuerberge Afrikas. Ihre Magmasysteme reichen tief unter die Region und werden durch tektonische Bewegungen beeinflusst. Stärkere Beben können Magmenkörper stören, den Druck verändern oder hydrothermale Systeme aktivieren. Zwar gilt ein Beben der Magnitude 4,6 als zu schwach, um direkt vulkanische Aktivität auszulösen, doch es zeigt, dass das Spannungsfeld im Kivu-Rift weiterhin dynamisch ist.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Kivu-See, einem der weltweit größten Gasreservoire. In seiner Tiefe lagern enorme Mengen Kohlendioxid und Methan, gespeist durch vulkanische und biologische Prozesse. Die stabile Schichtung des Sees verhindert, dass diese Gase entweichen – doch starke Störungen könnten theoretisch eine gefährliche Entgasung einleiten, die wohlmöglich ähnlich katastrophale Folgen hätte, wie das Ereignis 1986 am Nyos-See.  Wahrscheinlich reicht ein einzelnes moderates Beben wie das jüngste nicht aus, um diese Schichtung aufzubrechen. Dennoch wird jedes Ereignis sorgfältig analysiert, da die Kombination aus Rifttektonik, aktiven Vulkanen und einem potenziell entgasenden See eine seltene und sensible geologische Konstellation bildet.

Kilauea: Warten auf Eruption Nr 37

Kilauea steht kurz vor 37. Fontänenepisode – Aktivität am Vulkan nimmt weiter zu

Die Anzeichen für den bevorstehenden Beginn der nächsten Fontänenepisode am Kilauea verdichten sich. Seit Tagen registrieren die Vulkanologen des Hawaiian Volcano Observatory (HVO) eine deutliche Zunahme kurzzeitiger Lavaüberläufe im Halemaʻumaʻu-Krater – ein bekanntes Vorläufersignal für eruptive Phasen dieses derzeit hochaktiven Eruptionszyklus.




Vor allem der südliche Krater zeigt seit Freitagmorgen ein auffälliges Verhaltensmuster: Gestern traten die Überläufe tagsüber in Abständen von 15 bis 45 Minuten auf. Sie dauerten zwischen 5 und 15 Minuten. Am Abend verlangsamt sich der Rhythmus deutlich und es wurden längere Ereignisse beobachtet, die bis zu 70 Minuten dauern und bis zu 10 Meter hohe kuppelförmige Fontänen hervorbrachten. Seit Freitag wurden 58 solcher Überläufe gezählt. Das seismische und geodätische Bild bestätigt die visuelle Aktivität: Jeder Überlauf geht mit einem Anstieg der seismischen Intensität und einer geringfügigen Verringerung der Gipfelneigung einher.

Trotz der wiederholten Ausbrüche bleibt die Bodenhebung am Vulkan moderat, aber stabil. Seit dem Ende von Episode 36 am 9. November wurde eine kumulative Inflation von 21,4 Mikroradian gemessen. Auch Gaswolken über beiden Kratern sowie Schwefeldioxid-Emissionen von 1.200 bis 1.500 Tonnen pro Tag deuten auf weiterhin magmatische Aktivität hin. In den Riftzonen östlich und südwestlich des Gipfels herrscht hingegen nahezu völlige Ruhe: Weder bedeutsame Erdbeben noch nennenswerte Bodenverformungen wurden dort festgestellt.

Die Modelle der Vulkanologen vom HVO weisen darauf hin, dass Episode 37 zwischen dem 23. und 26. November einsetzen könnte. Am Wahrscheinlichsten ist es, dass die neuen Episode bis zum 25. November einsetzt. Die langsamer werdende Inflation könnte die Prognose allerdings noch verschieben. Die derzeitigen Beobachtungen ähneln stark den Vorzeichen früherer Episoden, bei denen entgastes Magma bereits Stunden bis Tage vor den eigentlichen Fontänen austrat.

Episode 36 hatte Anfang November eindrucksvoll gezeigt, welche Dynamik der Kilauea derzeit entfalten kann: Fünf Stunden lang schossen bis zu 360 Meter hohe Lavafontänen aus den Kratern und füllten große Teile des Halemaʻumaʻu. Vieles deutet nun darauf hin, dass sich ein ähnliches Schauspiel in Kürze wiederholen könnte.

Die Eruptionen begannen am 23. Dezember 2024 und dauern somit seit 11 Monaten an. Die Ausbrüche laufen ausschließlich im Halemaʻumaʻu-Krater ab. Fernsehberichte, nach denen die Lavaströme über die Vulkanflanke fließen, sind nicht korrekt.

Vulkanausbruch in Äthiopien: Hayli Gubbi als Eruptionsort bestätigt

Starke explosive Eruption in Äthiopien ging vom Hayli Gubbi aus – lange Phase der Unsicherheit

Gestern Morgen war es gegen 8:30 UTC in der äthiopischen Afar-Region zu einer starken explosiven Eruption gekommen, die eine Eruptionswolke bis auf fast 14 Kilometer Höhe aufsteigen ließ. Da die Eruption nur aus großer Distanz von den ortsansässigen Afars beobachtet wurde, herrschte zunächst Unklarheit über den Ort des Geschehens: Als Erstes ging man davon aus, dass sich die Explosion am bekannten Schildvulkan Erta Alé ereignete, dann nahm man an, dass die Eruption vom benachbarten Stratovulkan Ale Bagu ausging. Letztendlich wurden fast 7 Stunden später erste Satellitenaufnahmen veröffentlicht, die den Hayli Gubbi als Ort des Geschehens identifizierten. Das VAAC Toulouse bestätigte nach 15 Uhr die Eruption und brachte eine VONA-Warnung für den Flugverkehr heraus, lange nachdem sich die Aschewolke bereits in 13.700 m Höhe über ein großes Gebiet verteilt hatte und eine Gefahr für den Flugverkehr darstellte.




Als ich gegen 14 Uhr in die Berichterstattung einstieg, ging man davon aus, dass der Ale Bagu für die Eruption verantwortlich sei. Im Endeffekt liegen alle drei erwähnten Vulkane in einem Umkreis mit einem Radius von 7 Kilometern ausgehend von einem zentralen Punkt zwischen den Vulkanen und da war es für Augenzeugen in mehr als 50 Kilometern Entfernung schwierig, den genauen Eruptionsort zu bestimmen.

Generell gehören alle 3 Vulkane zur Erta-Alé-Vulkankette, wobei Ale Bagu am Westrand des Areals liegt und nicht ganz in das Schema der calderabildenden Schildvulkane der Kette passt. Weder Ale Bagu noch Hayli Gubbi waren in historischen Zeiten aktiv, oder zumindest gibt es keine Berichte über Aktivität. Das GVP geht sogar so weit und schreibt, dass es keine bekannten größeren holozänen Eruptionen der beiden Vulkane gab, womit sie so offiziell als erloschen gelistet werden. Etwas, dass ich mir in Bezug auf den Hayli Gubbi kaum vorstellen kann.

Ich erwähnte den Hayli Gubbi erstmalig im Juli 2025 im Zusammenhang mit einer massiven Magmaintrusion, die offenbar vom Erta Alé ausgegangen war und bis in den südöstlichen Randbereich der Erta-Alé-Range vorgedrungen war. Zunächst war auf Satellitenaufnahmen zu erkennen gewesen, dass Lava durch unterirdische Tunnel bis in die Hayli-Gubbi-Region geflossen war und dort an Entgasungslöchern thermische Anomalien verursacht hatte. Damals gab ich zu bedenken, dass es auch nicht völlig ausgeschlossen ist, dass der Hayli Gubbi selbst aktiv geworden war.

Eine InSAR-Aufnahme, die ich aus den Tiefen des Netzes gefischt habe und deren Datum oder Ursprung mir nicht bekannt ist, zeigt massive Bodendeformationen entlang der Erta-Alé-Kette. Die Bodendeformation lässt vermuten, dass die Eruption gestern erst der Anfang einer intensiven Eruptionsphase gewesen sein könnte.

Bis ein Wissenschaftlerteam vor Ort ist und Berichte liefert, wird es wohl noch einige Tage dauern, sofern sich überhaupt jemand spontan auf den Weg in die entlegene Region machen kann.