Pico del Teide: Droht ein Vulkanausbruch?

Erdbebenaktivität am Teide schürt Angst vor Vulkanausbruch

Der Vulkan Teide auf Teneriffa beansprucht zusammen mit dem Ätna, der größte Vulkan Europas zu sein. Betrachtet man den Teide vom Meeresboden aus, ist er in Bezug auf Höhe und Volumen tatsächlich deutlich größer als der Ätna. Dieser ist – zumindest in den letzten Jahrhunderten – aber wesentlich aktiver gewesen und daher für mich der mächtigste Vulkan Europas. Hinzu kommt, dass der Teide zwar politisch zu Europa gehört, geologisch gesehen aber zu Afrika. Abseits dieser Betrachtungen mehren sich die Sorgen, dass der seit 1909 ruhende Teide bald wieder ausbrechen könnte. Die Befürchtungen werden von einer hohen Anzahl an Erdbeben unter dem Teide befeuert: Alleine im letzten Jahr wurden laut INVOLCAN 2320 Erdbeben auf Teneriffa registriert, die meisten davon unter dem Bereich der Caldera Las Cañadas, in der sich der bekannte Pico del Teide erhebt.




Erdbeben Teneriffa

Die hohe Erdbebenaktivität unter dem Teide scheint sich auch dieses Jahr fortzusetzen: Am 26. Januar wurde ein seismischer Schwamm aus 59 schwachen Erschütterungen registriert. Am Folgetag waren es 33 Erschütterungen, von denen einige Beben das Muster von Hybriderdbeben aufwiesen und sich im Südwesten der Caldera konzentrierten. Hybriderdbeben stehen mit Fluidbewegungen im Zusammenhang. Die Herdtiefen der aktuellen Schwärme liegen bei 12 Kilometern und könnten direkt von aufsteigendem Magma verursacht worden sein.

Die Vulkanologen von INVOLCAN veröffentlichten aufgrund der wachsenden Besorgnis nun ein Memorandum, in dem sie eine Einordnung der Beben vornehmen, offenbar in dem Bestreben, die wachsenden Wogen der Besorgnis zu dämpfen, was in meinen Augen nur sehr bedingt gelingt. Die Vulkanologen verweisen auf die seit 2016 erhöhte Erdbebenaktivität, die mit erhöhten CO₂-Emissionen einhergeht. Zudem wurde eine leichte Bodenhebung registriert. Die Vulkanologen argumentieren, dass die Erdbebenaktivität aktuell nur leicht über dem Durchschnitt liegt: Statistisch gesehen gibt es auf Teneriffa 6,35 Beben pro Tag. Seit 2016 wurden 130 Erdbebenschwärme registriert, also ordnet sich die aktuelle Aktivität in dieses Schema ein und es würde weder kurz noch mittelfristig ein Vulkanausbruch drohen. Langfristig betrachtet sieht es allerdings anders aus: Auch wenn der Teide in den nächsten Tagen und Wochen wahrscheinlich nicht eruptieren wird, kann sich die Situation innerhalb von Monaten und Jahren schnell ändern und eine Eruption kann sogar als wahrscheinlich betrachtet werden.

Die Beschwichtigungsversuche der Vulkanologen und Behörden sind mal wieder typisch für Menschen, die in Amtszeiten und Legislaturperioden denken. Zwar besteht aktuell kein Grund, Panik zu schüren, doch meiner Meinung nach sollte man die Gefahr eines Vulkanausbruchs am Pico del Teide nicht herabspielen, sondern die Menschen darauf vorbereiten. Ansonsten ist die Überraschung groß, sollte es zu einer ähnlichen Katastrophe wie 2021 auf La Palma kommen!

Home-Reef-Vulkan: Vulkanologen halten Warnung aufrecht

Home-Reef in Tonga: Inselvulkan gefährlich für die Schifffahrt

Der submarine Vulkan Home Reef ist auch Ende des Monats weiterhin aktiv und emittiert eine deutlich messbare Thermalstrahlung. Darüber hinaus stößt der kleine Inselvulkan im Südpazifik – der offiziell noch als submariner Vulkan geführt wird – Dampfwolken aus, die zudem feine Aschen enthalten. Vulkanologen des TGS (Tonga Geological Services) beobachteten auch Schlammfontänen, die marine Sedimente enthielten, was auf phreatische Eruptionen hindeutet. Damit zeigt Home-Reef, wie dynamisch die Erde unter den Ozeanen ist.




Home Reef
Thermische Anomalie

Die Aktivität hält seit Mitte Dezember 2025 an und das TGS veröffentlichte heute eine weitere Warnung, nach der die Eruption eine Gefahr für den Schiffsverkehr darstellt. Für Kapitäne gilt eine Sperrzone von 2 Seemeilen (fast 4 km) um den Inselvulkan und auch Flugkapitäne sollen die Gegend meiden: Aufgrund der Möglichkeit stärkerer Ascheeruptionen wurde der Farbcode für den Flugverkehr auf „Orange“ erhöht. Eine größere Gefahr für die Bewohner umliegender Inseln des Archipels von Tonga besteht derzeit nicht, hier steht der Alarmstatus auf „Grün“. Dieser Status bedeutet nicht, dass es überhaupt keine Gefahr gibt, denn sobald die Warnampel an einem Vulkan anspringt, gilt er als aktiv und steht unter besonderer Beobachtung.

Home Reef gehört zum Tofua-Vulkankomplex, zu dem auch eine große Caldera gehört. Die Vulkane Tongas reihen sich entlang einer der aktivsten Subduktionszonen der Erde auf, die für ihre große Anzahl submariner Vulkane bekannt ist, darunter dem Hunga-Tonga-Hunga-Ha’apai, der vor 4 Jahren die größte je von Menschen beobachtete Eruptionswolke hervorbrachte.  Die aktuelle Vulkaninsel liegt nur wenige Meter über dem Meeresspiegel und erhob sich infolge intensiver Eruptionen im Jahr 2022 über der Wasserlinie. Seitdem wuchs der Krater des Vulkans auf einen Durchmesser von 100 × 130 Metern an. Ob die kleine Vulkaninsel von Dauer sein wird, hängt von der weiteren eruptiven Aktivität ab. An dieser Stelle hatte sich schon in früheren Jahren eine Insel gebildet, die immer wieder von der Kraft des Wassers erodiert wurde.

In eruptiven Zeiten, in denen der Förderschlot unter Wasser liegt, bietet Home-Reef das besondere Naturspektakel surtseyanischer Eruptionen. Bei diesen Ausbrüchen kommt es zum Kontakt zwischen Lava und Meerwasser, was die Explosivität verstärkt und spektakuläre Eruptionswolken hervorbringt, die nicht nur aus Dampf und Vulkanasche bestehen, sondern mit dem Ausstoß von Wasser- und Schlammfontänen einhergehen.