Vulkanausbruch am Mayon dauert seit 19 Tagen an – Lavadom wächst weiter
Der philippinische Vulkan Mayon ist seit 19 Tagen ununterbrochen aktiv und hält die Vulkanbeobachter von PHILVOLCS-DOST in Atem. Heute fotografierten sie im Morgengrauen eine rot illuminierte Wolkenkappe, die den Lavadom einhüllte. Sein Wachstum hält zwar schon länger als 19 Tage an, doch der eigentliche Vulkanausbruch begann für die Mitarbeiter der Behörde offenbar mit den Abgängen von glühenden Schuttlawinen und pyroklastischen Strömen. Von diesen geht eine besondere Gefahr aus: Im Falle größerer Abbrüche vom Lavadom oder dem kurzen Lavastrom, der vom Dom ausgeht, können große pyroklastische Ströme entstehen, die bewohntes Gebiet erreichen.

Eine Entspannung der Situation ist nicht in Sicht. Der Mayon ist weiterhin aufgebläht, der Magmanachschub aus der Tiefe dauert an, was sich in gelegentlichen vulkanotektonischen Erdbeben zeigt. Der Ausstoß an Schwefeldioxid steigerte sich im Eruptionsverlauf und betrug in den letzten 24 Stunden mehr als 2200 Tonnen. Dem täglichen Datenblatt von PHILVOLCS ist außerdem zu entnehmen, dass es zwischen dem 24. und 25.01.2026 jeweils um 12:00 Uhr zu 44 Abgängen pyroklastischer Ströme und 253 Steinschlägen gekommen ist, die seismische Signale erzeugten. Es steigt Vulkanasche auf, die beim VAAC Tokio häufig VONA-Warnungen auslöst, ohne dass die Höhe der Aschewolken genau bestimmt werden kann.
Die Alarmstufe „3“ wird aufrechterhalten. Es gilt eine permanente 6-Kilometer-Sperrzone um den Vulkangipfel mit seinem Lavadom sowie ein Überflugverbot. Die Bevölkerung wird aufgefordert, im Freien Staubschutzmasken zu tragen und Schluchten und Flussläufe in Vulkannähe zu meiden.
Neben dem Mayon stehen auf den Philippinen noch die Vulkane Bulusan, Kanlaon und Taal unter besonderer Beobachtung. Der Kanlaon erzeugte innerhalb von 24 Stunden 19 vulkanisch bedingte Erdbeben und kann jederzeit weitere Eruptionen hervorbringen. Das Gleiche gilt für den Taal, an dem 11 Beben festgestellt wurden. Der Bulusan ist momentan der unauffälligste der beobachteten Vulkane, gilt aber ebenfalls als aufgebläht und eruptionsbereit.