Ätna: Lavastrom im Valle bleibt bei limitierten Zugang aktiv

Lavastrom am Ätna weiterhin aktiv – Zugangskontrollen zum Valle del Bove aktiv durchgeführt

Der Lavastrom im Valle del Bove (Tal des Ochsen) am sizilianischen Vulkan Ätna ist weiterhin aktiv. Trotz des schlechten Wetters ist die Lavafront auf der Thermalcam sichtbar. Sie liegt knapp unterhalb der Wolkendecke. Der Stärke des Signals nach zu urteilen, ist ein neuer Lavaschub unterwegs. Berichten zufolge gibt es am Zugang zum Valle del Bove bei Pietracannone Kontrollen: Man darf sich der Lavafront nur mit Begleitung eines zertifizierten Vulkanführers einer bestimmten Vereinigung bis auf 200 Meter nähern. Selbst andere Vulkanprofis sind von der Regelung nicht ausgenommen.



Thermalaufnahme INGV

Einerseits kann ich verstehen, dass die Behörden besorgt sind, Unfälle vermeiden wollen und den Zugang zum Eruptionsgebiet limitieren, andererseits finde ich es erstaunlich, dass nicht differenziert wird und auch Vulkanprofis und Pressevertreter von der Regelung nicht ausgenommen sind, insbesondere, da die Risiken an einem Lavastrom auf flachem Gelände bei weitem nicht so groß sind wie direkt an einem explosiv tätigen Krater. Der Vulkan- und Pressefotograf und Gründer von EtnaWalk, Giuseppe Distefano, postete auf FB, dass es aber offenbar doch Ausnahmen gibt, wenn man eine hochgestellte Persönlichkeit ist, die über entsprechende Beziehungen verfügt. So beobachtete er, wie eine ihm bekannte Person in Begleitung von 2 Freunden an den Posten vorbei marschierte, ohne sich in der Besucherliste eintragen zu lassen, was die Posten akzeptierten. Der Vorgang führte zu einiger Empörung im Netz. Den Kommentaren ist zu entnehmen, dass die Verbotspolitik am Ätna (und nicht nur dort) vielen Menschen auf die Nerven geht!

Bilder dokumentieren allerdings auch den großen Besucheransturm: So ist die kurvenreiche Straße zwischen Milo und dem Valle del Bove am Wochenende komplett zugeparkt gewesen. Aufnahmen vom 3. Januar zeigen, wie sich Hunderte Schaulustige unmittelbar vor der Lavafront aufbauten. Etwas, was natürlich auch nicht geht.

Aus einem aktuellen Bericht des INGV geht hervor, dass die Lavafront, die gestern in etwa 1400 m ü. NN zum Stillstand gekommen war, inzwischen eine Höhe von rund 1360 m ü. NN erreicht hat und sich mit den Lavazungen der vorhergehenden Tage vereinigte. Auf etwa 1500 m ü. NN, wurde zudem ein neuer aktiver Lavastrom festgestellt, der sich ebenfalls mit den bestehenden Strömen überlagert.

Aus seismologischer Sicht zeigte die mittlere Amplitude des vulkanischen Tremors ab etwa 00:00 UTC am 5. Januar einen langsamen und kontinuierlichen Anstieg, der gegen 05:20 UTC seinen Maximalwert erreichte. Anschließend folgte ein abrupter Rückgang der Amplitude, die derzeit auf einem niedrigen Niveau liegt. Die Quelle des vulkanischen Tremors wird nordwestlich des Südostkraters in einer Höhe von etwa 1500 bis 2000 m über dem Meeresspiegel lokalisiert, was eine Verlagerung der Tremorquelle darstellt: bislang lagen die Signale unter dem Nordostkrater. Möglicherweise deutet sich hier an, dass der Südostkrater aktiv wird.

Um 05:19 UTC wurde zudem ein deutliches seismisches Signal registriert, das insbesondere an den Gipfelstationen etwa zwei Minuten anhielt. Dieses Ereignis steht weder mit Bruchprozessen noch mit explosiver Aktivität in Zusammenhang, sondern wird vermutlich durch einen Erdrutsch verursacht.

Puracé: Ascheemissionen am 05. Januar

Anhaltende Aktivität am Vulkan Puracé – Ascheemissionen begründen erhöhte Warnstufe

Der Vulkan Puracé im Südwesten Kolumbiens bleibt weiterhin aktiv. Nach Angaben des Servicio Geológico Colombiano (SGC) sowie der Washington Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) zeigen aktuelle Daten, dass der Vulkan auch Anfang Januar 2026 kontinuierlich Gas- und Ascheemissionen freisetzt. Die kolumbianischen Behörden halten daher die Warnstufe Orange für den Vulkan in der Kette Los Coconucos aufrecht.

Puracé Archivbild vom Dezember

In einem außerordentlichen Bulletin vom 4. Januar 2026 erklärte der SGC, dass mehrere überwachte Parameter weiterhin signifikante Anomalien aufweisen. Insbesondere wurde eine anhaltende seismische Aktivität registriert, bestehend aus Tremor-Signalen und langperiodischen Erdbeben. Diese deuten auf die fortgesetzte Bewegung von Gasen und anderen Fluiden im Fördersystem des Vulkans hin. Zusätzlich bestätigten Überwachungskameras und Sensoren wiederholte Emissionen von Vulkanasche und Gasen, deren direkte Sichtung zeitweise durch dichte meteorologische Bewölkung erschwert war.

Diese Beobachtungen werden durch eine VONA-Meldung des VAAC-Washington vom 5. Januar 2026 (08:42 UTC) gestützt. Demnach stößt der Vulkan weiterhin Vulkanasche aus, die sich vom Boden bis in Höhen von etwa 5.500 m (FL180) ausbreitet. Die Aschewolke wurde im Umfeld des Vulkans lokalisiert und bewegte sich mit geringer Geschwindigkeit in nordwestliche Richtung. Satellitendaten zeigten zwar keine eindeutige Ascheerkennung, was ebenfalls auf starke Wetterbewölkung zurückgeführt wurde, doch bestätigte die VONA-Meldung eindeutig eine laufende Ascheemission.

Für die Luftfahrt stellen diese Emissionen ein Risiko dar, weshalb wiederholt Aschewarnungen herausgegeben wurden. Die VAAC-Prognosen gehen davon aus, dass sich die Windrichtung in den kommenden Stunden allmählich ändern könnte, was die Ausbreitung der Asche beeinflusst.

Der SGC betont, dass die Warnstufe Orange keine unmittelbar bevorstehende große Eruption bedeutet, jedoch eine Phase erhöhter Instabilität kennzeichnet. Die Bevölkerung in den umliegenden Gemeinden wird weiterhin aufgerufen, sich von den Kraterbereichen fernzuhalten und ausschließlich offiziellen Mitteilungen zu folgen. Die vulkanische Aktivität des Puracé bleibt damit ein zentrales Beobachtungsobjekt für Wissenschaftler, Zivilschutz und Luftfahrtbehörden gleichermaßen.

Ätna: Lavastrom im Valle del Bove weiterhin aktiv

Lavastrom am Ätna. © Copernicus

Lava fließt am Ätna im Vale del Bove – Mehrere Generationen von Strömen übereinander

Der Ätna bleibt den 4. Tag in Folge aktiv und erzeugt multiple Lavaströme, die zum Teil übereinander fließen und dabei sind, ein respektables Lavafeld zu formieren. Fotos und Videos dokumentieren das Geschehen und zeigen einen Aa-Lavastrom, von dessen Front metergroße glühende Blöcke abbrechen – so, wie man es von früheren Flankeneruptionen her kennt. Die Aktivität fluktuiert und es gibt stärkere und schwächere Phasen.

Obwohl der Ausbruch relativ intensiv ist, ist er nicht mit den großen Eruptionen von 2001 und 2002 zu vergleichen, als der Vulkan wie eine überreife Tomate aufplatzte und sich mehrere lange Spalten öffneten, die die Vulkanflanken mit Lava überfluteten. Der Ausbruch hat eher die Dimension der subterminalen Lavastromtätigkeit, die wir im letzten Jahr zweimal bewundern konnten. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht bis jetzt nicht.

Auf der Sentinel-Satellitenaufnahme, die von Copernicus geteilt wurde, erkennt man durch den leichten 3D-Effekt schön die Höhenlage der Schlotöffnung. Das Bild stammt vom 1. Januar und zeigt den Lavastrom in einem frühen Entwicklungsstadium.

Wie das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV), Ätna-Observatorium, mitteilt, zeigen aktuelle Aufnahmen der Überwachungskameras sowie Geländebegehungen durch INGV-Mitarbeiter, dass das Lavafeld im Valle del Bove weiterhin aktiv ist. Der Lavastrom, dessen Front am Vortag eine Höhe von 1.360 m über dem Meeresspiegel erreicht hatte, ist derzeit zum Stillstand gekommen und befindet sich in der Abkühlungsphase. Dagegen bleibt der darüberliegende Lavastrom, der gestern bis auf 1.600 m über dem Meeresspiegel vorgedrungen war, aktiv; seine Front liegt aktuell bei etwa 1.400 m über dem Meeresspiegel. Auf der Thermalcam-Aufnahme ist seine Spur deutlich sichtbar.

Parallel dazu hält die strombolianische Tätigkeit im Voragine-Krater mit wechselnder Intensität an und wird von sporadischen, schwachen Ascheemissionen begleitet, die sich rasch im Gipfelbereich ausbreiten. Aus seismologischer Sicht befindet sich die mittlere Amplitude des vulkanischen Tremors trotz gewisser Schwankungen weiterhin auf einem normalen Niveau. Die Hauptquellen des Tremors scheinen im Bereich des Voragine-Kraters in Höhenlagen zwischen etwa 2.800 und 3.000 m über dem Meeresspiegel lokalisiert zu sein.

Eine verlässliche Analyse der Infraschallsignale hinsichtlich ihrer Häufigkeit und Herkunft war aufgrund starker Störgeräusche infolge ungünstiger Wetterbedingungen nicht möglich. Die Messdaten der Neigungs- und GNSS-Netzwerke zeigen derzeit keine signifikanten Veränderungen.

Wie gestern berichtet, gibt es Zugangsbeschränkungen zum Lavastrom. Wer sich das Naturspektakel von der Serra della Concazze aus anschauen will, sollte unbedingt auf eine alpine Winterausrüstung nebst Steigeisen achten, denn die Hänge im Nornen können besonders nach Einbruch der Nacht vereisen. Die Bergrettung musste bereits anrücken und zwei junge Männer aus einer Notlage retten.

Piton de la Fournaise weiterhin im Alarmzustand

Piton de la Fournaise: Magmaintrusion gestoppt – Alarmstufe weiter erhöht

Der französische Vulkan Piton de la Fournaise auf der Insel La Réunion (Indischer Ozean) zeigt weiterhin Zeichen erhöhter Aktivität, obwohl die jüngste Magmaintrusion vom 1. Januar 2026 als endgültig gestoppt gilt. Nach einer intensiven seismischen Krise am Morgen des Neujahrstags hatte sich die Lage zunächst zugespitzt, und viele Beobachter hofften auf einen baldigen Ausbruch. Doch das erwartete Magma kam -zum wiederholten Mal- nicht an die Oberfläche.

Fournaise

Trotzdem bleibt die Situation angespannt: In den vergangenen Stunden ist die seismische Aktivität erneut auf ein Niveau angestiegen, das mit jenem vor der Intrusion vergleichbar ist. Wissenschaftler berichten von etwa ein bis drei Erdbeben pro Stunde. Parallel dazu wird eine langsame, aber kontinuierliche Aufblähung des Gipfelbereichs registriert, was als ein deutliches Zeichen für eine anhaltende Druckzunahme im oberflächennahen Magmareservoir des Piton Fournaise interpretiert wird.

Dieser Druckaufbau kann mehrere Tage, Wochen oder sogar Monate andauern, bevor das Reservoirdach bricht und Magma aufsteigt, was einen Ausbruch auslösen könnte. Gleichzeitig ist es aber auch möglich, dass dieser Prozess ohne kurzfristige Eruption endet.

Vor diesem Hintergrund hat die Präfektur von Réunion den Notfallplan ORSEC angepasst und die Alarmstufe 1 – die höchste Gefahrenstufe – wieder aktiviert. Dies bedeutet eine erhöhte Wachsamkeit, jedoch keine akute Eruption. Der Zugang zum oberen Teil der Caldera wurde unter Auflagen wieder freigegeben. Nur bestimmte Wanderwege sind geöffnet, während kritische Bereiche weiterhin gesperrt bleiben.

Die Behörden betonen, dass die Lage dynamisch bleibt. Eine neue Magmaintrusion oder eine plötzliche Zunahme der Aktivität könnten jederzeit zu einer weiteren Eskalation führen. Besucher und Anwohner werden daher dringend gebeten, die Sicherheitshinweise genau zu beachten. Doch auch wenn es zur Eruption kommen sollte, besteht für die Anwohner des Vulkans nur eine geringe Gefahr, dass die Lava bewohntes Gebiet erreicht. Von daher dürfen Vulkanspotter auf eine eruption hoffen.

Taal: Zunahme der Seismizität am 4. Januar

Zunahme der Erdbeben am Taal-Vulkan sorgt für erhöhte Aufmerksamkeit

Der Taal-Vulkan auf den Philippinen hat in den vergangenen Tagen eine spürbare Zunahme seiner seismischen Aktivität gezeigt. Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (PHIVOLCS) meldete, dass sich die Zahl der vulkanischen Erdbeben in den letzten 72 Stunden deutlich erhöht hat. Am 4. Januar 2026 wurden beispielsweise innerhalb von 24 Stunden 55 vulkanische Erdbeben registriert – eine deutliche Steigerung gegenüber den Tagen zuvor. Die 55 Erschütterungen enthalten 9 Tremore, darunter eine langanhaltende Phase, die am 3. Januar begann und auch heute aktiv ist. Solche langanhaltenden Tremorphasen kündigen oft hydrothermale Explosionen im Kratersee von Volcano Island an.

Im Dezember 2025 kam es zudem zu mehreren kleineren hydrothermalen Eruptionen, die von PHIVOLCS als „minor phreatic“ oder „minor phreatomagmatic“ Ereignisse klassifiziert wurden. Besonders am 4. Dezember stiegen Dampf- und Aschewolken bis zu 1,2 Kilometer auf. Ein weiteres ähnliches Ereignis wurde am 26. Dezember verzeichnet, bei dem Dampfwolken in einer Höhe von bis zu 600 Metern über dem Hauptkrater beobachtet wurden.

Hydrothermale Eruptionen entstehen, wenn Wasser in Kontakt mit heißem Magma oder Gestein kommt und sich explosionsartig in Dampf verwandelt. Diese kleineren Ausbrüche sind meist weniger gefährlich als größere magmatische Eruptionen, können aber Vorboten für eine zunehmende vulkanische Aktivität sein.

Die Vulkanologen beobachtet die aktuelle Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit, da steigende Erdbebenzahlen oft ein Hinweis auf Bewegung von Magma oder erhitztem Gestein im Untergrund sind. Begleitend zu den Erdbeben wurde auch ein anhaltendes Beben registriert, das seit dem Morgen des 3. Januar andauert. Die Alarmstufe für den Vulkan bleibt bei Stufe 1, was eine erhöhte, aber noch nicht kritische Unruhe signalisiert.

PHIVOLCS rät Anwohnern und Besuchern, die Warnungen ernst zu nehmen und den Vulkan weiterhin genau zu beobachten. Die seismische Unruhe des Taal bleibt ein Zeichen dafür, dass der Vulkan nicht zur Ruhe gekommen ist.

Schlammvulkan Piparo: Massive Rissbildungen richten Schäden an

Schlammvulkan Piparo weiter unter Druck – Schäden über die Feiertage

Der Schlammvulkan Piparo liegt im Zentrum der Karibikinsel Trinidad und hat über die Weihnachtsfeiertage seine zerstörerische Kraft entfesselt. In den frühen Morgenstunden des 24. Dezember 2025 nahm die Aktivität deutlich zu und hielt bis zum Folgetag an. In dieser Phase kam es zu häufigen, teils explosionsartigen Ausbrüchen, bei denen Schlamm und Gase über 4 Meter hoch ausgestoßen wurden. Die Eruptionen traten in kurzen Abständen von etwa 10 bis 20 Sekunden auf und waren deutlich hörbar. Soweit handelt es sich um ein Naturphänomen, doch infolge des unterirdischen Druckaufbaus kam es zu starken Bodenhebungen nebst Rissbildungen, die Schäden an der umliegenden Infrastruktur verursachten.

Die Risse durchzogen mehrere Wohnhäuser und Straßen im Umfeld des Schlammvulkans. Mehrere Zufahrtsstraßen wurden beschädigt und zeitweise unpassierbar, während einzelne Gebäude strukturelle Schäden erlitten. Geologen der Universität der Westindies und zuständige Behörden führten fortlaufend Lagebeurteilungen durch und leiteten Sicherheitsmaßnahmen ein, um die Bevölkerung zu schützen.

Wissenschaftlich betrachtet ist Piparo Teil eines außergewöhnlich aktiven geologischen Systems. Trinidad liegt an der Nahtstelle zwischen der Karibischen und der Südamerikanischen Platte, wo seitlich wirkende tektonische Kräfte Sedimente stark komprimieren. In dieser Region haben sich mächtige, wasser- und gasreiche Ton- und Schluffschichten angesammelt. Unter anhaltendem Druck stauen sich Fluide und Gase im Untergrund, bis sie entlang von Schwächezonen entweichen können. Schlammvulkane wie Piparo sind das sichtbare Resultat dieses Prozesses.

Aktuelle Messungen zeigen, dass sich der Druck im Untergrund zwar zeitweise abbaut, das System insgesamt jedoch aktiv und instabil bleibt. Neue Risse fungieren als temporäre Entlastungskanäle, erhöhen jedoch gleichzeitig das Risiko weiterer Bodenbewegungen.

Das Ministerium für ländliche Entwicklung und Kommunalverwaltung erklärte, dass gemeinsam mit Katastrophenschutz, Feuerwehr und weiteren staatlichen Stellen Schadensanalysen durchgeführt und Vorsorgemaßnahmen koordiniert würden. Anwohner wurden erneut aufgefordert, gefährdete Zonen zu meiden und auf mögliche neue Risse oder Gasaustritte zu achten. Auch nach dem Abklingen der stärksten Aktivität gilt Piparo weiterhin als potenzielle Gefahrenquelle, deren Entwicklung eng überwacht wird.

Trinidad ist vulkanischen Ursprungs und liegt vor der Küste es ölreichen Venezuelas. Schlammvulkane sind oft mit entsprechenden Strukturen assoziiert. Weiter nördlich befindet sich der vulkanische Inselbogen der Kleinen Antillen, wo es zahlreiche echte Vulkane gibt. Gestern manifestierte sich östlich von Martinique mit dem Montagne Pele ein Erdbeben der Magnitude 5,5, dass sich auch auf den aktiven Vulkan auswirken könnte.

Ätna: Vulkanausbruch im Valle del Bove geht weiter

Lavastrom im Valle del Bove am Neujahrstag. © Boris Behncke/INGV

Lavastrom im Valle del Bove weiterhin aktiv – Debatte um Zugang und Sicherheit am Ätna

Der Lavastrom am Ätna ist weiterhin aktiv, auch wenn die Förderrate in den letzten Stunden abgenommen hat. Das Lavafeld des zähen Aa-Lavastroms wächst weiter, die Lavafront hat aber flacheres Gelände erreicht und stagniert mehr oder weniger. Die am weitesten fortgeschrittene Front befindet sich auf 1360 m Höhe über dem Meeresspiegel. Die aktive Front des Lavastroms liegt derzeit bei rund 1.600 Metern Höhe.




Thermalbild. © INGV

Nach Angaben des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) ist die Aktivität im Bereich zwischen 1.700 und 1.800 Metern nahe der Rocca Musarra am intensivsten: Dort speist ein Hauptkanal mehrere kleinere Lavaströme, die sich teilweise über bereits erstarrte Lava der Vortage legen. Parallel dazu setzt sich die strombolianische Aktivität am Voragine-Krater fort, begleitet von leichter Ascheemission.

Auch die geophysikalischen Messdaten unterstreichen die anhaltende Unruhe des Vulkans. Seit dem 2. Januar gegen 11 Uhr zeigt das vulkanische Tremor-Signal deutliche Schwankungen und erreicht zeitweise hohe Werte. Heute bewegt sich der Tremor im unteren Teil des Roten Bereichs. Die Quellen dieses Tremors werden in unmittelbarer Nähe des Voragine-Kraters lokalisiert, in Höhen zwischen 2.800 und 3.000 Metern. Eine genaue Auswertung der Infraschall-Daten war aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen bislang nicht möglich.

Flache Erdbeben vor der Eruption. © INGV

Auf den Livecams sieht man heute Abend Rotglut an der Voragine und die thermale Signatur des Lavastroms.

Meine Analyse der Erdbebendaten zeigt, dass es nicht nur am 30. Dezember mehrere Erdbeben nahe der Oberfläche gab, sondern auch am Folgetag, als die Eruption einsetzte. Das INGV hätte eigentlich vor der Tätigkeit warnen können, unterließ aber jegliche Prognose. Ob es daran lag, dass man eine Gefährdung der Bevölkerung ausschloss, oder weil man es schlicht weg übersah, bleibt rätselhaft.

Zugangsbeschränkungen sorgen für Diskussionen

Vor dem Hintergrund des seit dem 1. Januar 2026 andauernden Ausbruchs hat die Gemeinde Milo mit einer Verordnung den Zugang zum Valle del Bove eingeschränkt. Ziel ist der Schutz der öffentlichen Sicherheit – insbesondere angesichts eines unkontrollierten Besucherandrangs, der Sicherstellung freier Zufahrtswege für Einsatzfahrzeuge auf der Straße Mareneve SP sowie des strikten Verbots, sich der Lavafront auf weniger als 200 Meter zu nähern.

Der regionale Verband der Natur- und Vulkanführer Federescursionismo Sicilia unterstützt diese Sicherheitsziele ausdrücklich, übt jedoch zugleich Kritik an der aus seiner Sicht zu strengen Auslegung der Maßnahmen. Der Verband betont, dass zertifizierte Naturführer seit Jahren im Ätna-Gebiet tätig seien und über die notwendige fachliche und praktische Erfahrung verfügten, um Besucher verantwortungsvoll zu begleiten und sie in die Nähe der Lavaströme zu führen.

Für die Bevölkerung an den Hängen des Ätna, insbesondere auf der Ostseite und im Raum Catania, ist der Vulkan seit jeher Teil der eigenen Geschichte und Identität. Die bewusste, fachlich begleitete Beobachtung von Ausbrüchen habe in der Vergangenheit stattgefunden, ohne zwangsläufig zu gefährlichen Situationen zu führen, argumentiert der Verband. Wie in den Bergen oder auf dem Meer gehe es nicht um ein absolutes Verbot, sondern um intelligentes Risikomanagement und fordert Zugang von geführten Gruppen zu den Lavaströmen.

Manam: Vulkanasche und Wärmestrahlung am 03.01.2026

Anhaltende Aktivität am Vulkan Manam: Aschewolken und Wärmestrahlung detektiert

Der Inselvulkan Manam liegt vor der Nordküste Papuas-Neuguineas und zeigt zu Beginn des neuen Jahres Aktivität: Nach Angaben des VAAC Darwin wurden am 3. Januar kontinuierliche Vulkanascheemissionen beobachtet, die sich vom Gipfel aus ostwärts ausbreiten und eine Höhe von 2400 Metern erreichen. Daten des Wettersatelliten HIMAWARI-9 geben auf MIROVA eine Höhe von FL080 an. Die Aschewolken bewegten sich langsam und erreichten eine Geschwindigkeit von etwa fünf Knoten (9 km/h) und blieben laut Prognosen über viele Stunden nachweisbar.

Manam. © VAAC Darwin

Ergänzend dazu registrierte das thermische Überwachungssystem MIROVA eine Wärmeanomalie von rund 67 Megawatt. Diese moderate thermische Signatur deutet darauf hin, dass heißes magmatisches Material an der Oberfläche ausgetreten ist. Möglicherweise gibt es einen kleinen Lavastrom. Die Wärmeanomalie könnte aber auch durch eine Ansammlung glühender Tephra im Kraterbereich verursacht werden. In Kombination mit der Asche spricht dies für eine starke strombolianische Aktivität: Gasentlastungen und Explosionen fördern Asche, während glühendes Material im Schlot oder Krater eine messbare Wärmequelle bildet.

Manam gehört zu den aktivsten Vulkanen Papua-Neuguineas. Der etwa 1.800 Meter hohe Inselvulkan liegt im Bismarckmeer und ist ein steiler Stratovulkan mit mehreren Gipfelkratern. Seine Geschichte ist geprägt von häufigen Ausbrüchen, Ascheemissionen und zeitweiligen Lavaüberläufen. Besonders bekannt sind Episoden, bei denen anhaltende Aktivität zu Evakuierungen der Inselbevölkerung führte.

Die aktuelle Phase reiht sich in dieses bekannte Muster ein: keine extreme Eskalation, aber eine anhaltende, magmatisch gespeiste Unruhe. Für die Luftfahrt bleibt Manam damit relevant, für Vulkanologen ein weiterer Beleg für die dauerhafte Aktivität eines der dynamischsten Vulkane der Region.

Der Manam wurde nach einem starken Erdbeben der Magnitude 6,5 aktiver, das sich am 22. Dezember in der Nähe des Inselvulkans an der Nordostküste von Papua ereignete. Aber auch vor dem Erdbeben gab es sporadische Aktivität, so dass nicht zweifelsfrei davon ausgegangen werden kann, dass der Erdstoß die aktuellen Eruptionen triggerte. Die Möglichkeit besteht aber.

Ätna: Flankeneruption im Valle del Bove

Flankeneruption am Ätna. © Dr. Boris Behncke

Erste Flankeneruption am Ätna seit Jahren – Lavastrom im Valle del Bove

In der Silvesternacht öffnete sich eine Eruptionsspalte im unteren Bereich des Valle del Bove, nahe des Grates von Serracozo. Ein beeindruckender Lavastrom bewegt sich talabwärts und fließt in Richtung der Ortschaft Milo. Die Lavafront ist aber noch einige Kilometer vom Ort entfernt. Die Eruption begann still und leise und wurde erst anhand von Thermal-Satellitendaten entdeckt. Der Tremor bewegte sich im gelben Bereich.

Update: 15:00 Uhr:

Die effusive Eruption im Valle del Bove hält weiter an und zeigt im zeitlichen Verlauf eine stetige Entwicklung des Lavastroms. Nach Angaben des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV), wurde die Aktivität zunächst am späten Nachmittag des. 1. Januars durch Überwachungskameras registriert. Um etwa 16:30 UTC war nahe der nordwestlichen Wand des Tals effusive Tätigkeit zu beobachten, während gleichzeitig im Gipfelbereich eine anhaltende explosive Aktivität aus dem Krater Bocca Nuova gemeldet wurde. Diese äußerte sich in schwachen Ascheemissionen, die sich rasch im Gipfelareal verteilten.

Zu diesem Zeitpunkt bewegten sich die geophysikalischen Parameter insgesamt im normalen Bereich. Die Amplitude des vulkanischen Tremors lag im mittleren (gelben) Niveau, die Infraschallaktivität war gering und konzentrierte sich vor allem auf den Bereich des Voragine-Kraters. Auch die Deformationsmessungen lieferten zunächst keine Hinweise auf größere Veränderungen im Untergrund. Die letzte verfügbare Lokalisierung der Tremorquellen zeigte ein Epizentrum nordwestlich des Nordostkraters in rund 2.800 bis 3.000 Metern Höhe.

Im weiteren Verlauf konkretisierten sich die Beobachtungen zur effusiven Aktivität. Feldteams des INGV sowie Satellitenbilder bestätigten, dass sich die effusive Öffnung im Bereich des Monte Simone auf etwa 2.100 Metern Höhe befindet. Der Lavastrom bewegte sich hangabwärts durch das Valle del Bove, wobei der zu diesem Zeitpunkt am weitesten fortgeschrittene Frontbereich unmittelbar südlich von Rocca Musarra lag, auf rund 1.580 Metern Höhe. Auch in dieser Phase blieben die seismischen und infrasonischen Parameter weitgehend stabil. Lediglich ein moderater Trend zur Dekompression wurde im Strainmeter von Monte Ruvolo registriert, ohne dass dies bislang mit einer markanten Intensivierung der Aktivität einherging.

Die jüngsten Berichte vom frühen Nachmittag des 2. Januars zeigen, dass das Lavagebiet weiterhin aktiv gespeist wird. Der Lavastrom hat inzwischen eine Länge von etwa 2,8 Kilometern erreicht, wobei die vorderste Front auf rund 1.420 Metern Höhe östlich von Rocca Musarra liegt. Zusätzlich wurde in den frühen Morgenstunden eine schwache strombolianische Aktivität am Voragine-Krater beobachtet, begleitet von geringen Ascheemissionen. Schlechte Sichtverhältnisse erschwerten zuletzt jedoch direkte Beobachtungen im Gipfelbereich.

Lavafront. © INGV

Gegen 15.00 Uhr MEZ hielt die Lavastromaktivität weiter an und auf der Thermalcam ist die Lavafront sichtbar. Der Tremor sit wieder deutlich gestiegen und befindet sich im oberen gelben Bereich. MIROVA zeigt eine hohe Thermalstrahlung mit 2250 MW Leistung an.

Insgesamt bleibt die Eruption derzeit von moderater Intensität. Die Messnetze zur Überwachung von Seismik, Infraschall und Bodendeformation zeigen keine signifikanten Anomalien. Dennoch handelt es sich um eine der interessantesten Eruptionen der letzten Zeit, da sich seit Jahren kein Förderschlot mehr soweit unten auf der Vulkanflanke geöffnet hat.