Sakurajima eruptiert Vulkanasche am 16. Januar

Anhaltender Ausbruch des Vulkans Sakurajima – Aschewolke zieht nach Nordosten

Heute eruptierte der japanische Vulkan Sakurajima eine Aschewolke, die nach Angaben des VAAC Tokio bis auf eine Höhe von 2400 m über dem Meeresspiegel aufstieg und mit dem Wind in nordöstlicher Richtung driftete. Die meteorologischen Observatorien in Kagoshima und Fukuoka detektierten die Eruption ebenfalls und bestätigten die Aschewolke, die sich nach ihren Angaben 1200 m über den Krater erhob. Der explosive Vulkanausbruch begann am 16. Januar 2026 um 15:47 Uhr Ortszeit (06:47 UTC) und dauert zum Zeitpunkt der Meldung noch an. Die erste internationale Aschewarnung wurde um 07:17 UTC veröffentlicht.

Archivbild

Der Ausbruch ereignete sich am Minamidake-Gipfelkrater, einem der aktivsten Krater des Sakurajima.  Die Eruptionswolke wurde von Vulkanbeobachtern am Boden als dunkelgrau beschrieben. Zudem war Dampf enthalten.

Die japanischen Behörden halten weiterhin die Eruptionswarnstufe 3 aufrecht, die mit Zutrittsbeschränkungen im Berggebiet verbunden ist. In einem Umkreis von bis zu einem Kilometer um den Gipfel- und den Showa-Krater wurden große vulkanische Gesteinsbrocken sowie kleinere Auswurfmaterialien festgestellt. Zudem besteht die Gefahr von pyroklastischen Strömen, insbesondere bei stärkeren Explosionen.

Eine erste Eruption hatte es bereits am Vormittag des 16. Januar um 10:19 Uhr Ortszeit gegeben. Die dabei aufsteigende Aschewolke erreichte etwa 1.000 Meter über dem Kraterrand des Minamidake, zudem wurde Feuerschein am Krater beobachtet. Am benachbarten Showa-Krater hingegen traten keine Eruptionen auf.

Seismologisch wurden in den vergangenen Tagen nur wenige vulkanische Erdbeben, jedoch gelegentlich vulkanische Erschütterungen registriert. Langfristige GNSS-Messungen zeigen eine anhaltende Aufwölbung tief unter der Aira-Caldera, was auf eine fortgesetzte Magmaansammlung hindeutet. Auch die Emission von Schwefeldioxid bleibt auf hohem Niveau. Bei der letzten Messung am 6. Januar wurde eine Emission von 2800 Tonnen am Tag registriert, was darauf schließen lässt, dass die vulkanische Aktivität auch in der nächsten Zeit anhalten könnte.

Die Behörden warnen Anwohner und Besucher eindringlich vor herabfallenden vulkanischen Bomben, Asche und Schlackenpartikeln, die insbesondere auf der windabgewandten Seite weit transportiert werden können. Zudem können starke Luftdruckwellen Fensterscheiben beschädigen. Bei anhaltendem Ascheregen besteht in Verbindung mit Niederschlägen die Gefahr von Schlammlawinen.

Mayon: Militär bereitet Evakuierungen vor

PHILVOLCS warnt vor Lahar-Gefahr am Vulkan Mayon – Armee mobilisiert Rettungskräfte

Der philippinische Vulkan Mayon ist weiterhin hochaktiv: Seine Aktivität zeichnet sich durch Domwachstum aus, wodurch es zu fortgesetzten Kollapsereignissen kommt. Dadurch entstanden in den letzten 24 Stunden 68 pyroklastische Dichteströme und 308 Schuttlawinen bzw. Steinschlagabgänge. Nachts hinterlassen diese Phänomene Glutspuren auf dem oberen Vulkanhang. Der Mayon stieß zudem 1318 Tonnen Schwefeldioxid aus. Gegenüber der Vorwoche verdoppelte sich der Wert fast. Es wird weiterhin Inflation registriert und Aschewolken steigen auf. Da das Wetter kippt und intensive Regenfälle infolge des Taifuns Ada erwartet werden, gab das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (PHILVOLCS) nun eine Laharwarnung heraus.

Die Behörde ruft die Bevölkerung in der Provinz Albay zu erhöhter Wachsamkeit auf, da anhaltende starke bis intensive Regenfälle in der Region die Gefahr von vulkanischen Sediment- und Schlammströmen deutlich erhöhen.

Die Vulkanologen erklärten, dass die Regenfälle entlang der Ostküste von Süd-Luzon instabile vulkanische Ablagerungen, insbesondere jene von neuen pyroklastische Dichteströme (PDC), mobilisieren und in die Flusssysteme und Schluchten rund um den Mayon einbringen könnten. „Starke Regenfälle können Lahare in den Hauptentwässerungsgräben an den Süd- und Osthängen des Vulkans auslösen“, heißt es in der Warnung. Diese Schlammströme können heiß sein und bei Kontakt schwere Verbrühungen verursachen.

Besonders betroffen sind die Flussbetten und Kanäle Mi-isi, Bonga und Basud, die bereits mit erosionsgefährdeten Ablagerungen gefüllt sind. Mehrere Gemeinden, darunter Daraga, Mabinit und Legazpi City sind demnach durch potenzielle Überschwemmungen durch Schlammströme bedroht. Auch nicht-eruptionsbedingte Lahare, ausgelöst durch ältere Ablagerungen, stellen ein Risiko dar.

Die Lahar-Warnung gilt übrigens auch für den Kanlaon und andere aktive Vulkane der Philippinen.

Armee bereit für Rettungseinsätze

Angesichts dieser und vorangegangenen Bedrohungen hat die philippinische Armee bereits reagiert: Am Montag versicherte ein Armeesprecher, dass Truppen der 9. Infanteriedivision, darunter die 901. und 903. Infanteriebrigade, einsatzbereit sind, um Sicherheit zu gewährleisten und bei Rettungs- und Hilfseinsätzen zu unterstützen. Seit dem 6. Januar ist die Task Force Sagip aktiv und koordiniert präventive Evakuierungen sowie Hilfsmaßnahmen in enger Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Katastrophenschutzorganisationen.

Derzeit befinden sich rund 2.449 Menschen in Evakuierungszentren in Camalig, Guinobatan, Daraga und Tabaco City. Um die Sicherheit zu erhöhen, wurden zudem Kontrollpunkte an wichtigen Straßen eingerichtet.

Phivolcs hält weiterhin die Alarmstufe 3 für den Vulkan Mayon aufrecht und es gilt eine 6-Kilometer-Sperrzone um den Krater. Die Bevölkerung wird dringend aufgefordert, die Hinweise der Behörden zu beachten und sich auf mögliche weitere Entwicklungen vorzubereiten.

Kilauea: 3 Schwarmbeben nach der 40. Lavafontänenepisode

Schwarmbeben unter der Kilauea-Gipfelcaldera – 130 Beben innerhalb von 3 Tagen

Am Kilauea auf Hawaii manifestierten sich seit Dienstagnacht drei Schwarmbeben unter der Gipfelcaldera. Insgesamt wurden mehr als 130 Einzelbeben geringer Magnituden registriert. Die Beben setzten wenige Stunden nach Abklingen der 40. Lavafontänenepisode ein und sind die ersten ihrer Art, seitdem der episodisch verlaufende Vulkanausbruch am 23. Dezember 2024 begonnen hat.

Der jüngste Erdbebenschwarm begann am Mittwochabend gegen 19:35 Uhr hawaiianischer Zeit und veranlasste das HVO zu einer offiziellen Mitteilung. Die seismische Aktivität nahm demnach innerhalb von rund 40 Minuten wieder ab. Die Erdbeben verteilten sich räumlich unter der Ostseite des Halemaʻumaʻu-Kraters sowie der südlichen Caldera. Alle gemessenen Ereignisse blieben schwach. Keines der Beben erreichte eine Magnitude von 2,0 oder mehr. Bei den meisten Beben handelte es sich um Mikrobeben.

Bereits zuvor hatten sich zwei ähnliche Episoden ereignet: Der erste Schwarm begann in der Nacht zum Dienstag gegen 0:40 Uhr und dauerte etwa eine halbe Stunde. Ein zweiter folgte am Mittwochmorgen gegen 9:10 Uhr und blieb ebenfalls kurz. In allen drei Fällen ähnelten sich die Magnituden. Nach Einschätzung der Vulkanologen lagen die Hypozentren der Beben überwiegend in der Nähe der flachen Magmakammer des Halemaʻumaʻu, in etwa 1,5 bis 4 Kilometern Tiefe.

Bei den registrierten Erdbeben handelt es sich überwiegend um vulkanotektonische Ereignisse, die entstehen, wenn magmatischer Druck Risse im umgebenden Gestein aufsprengt. Schwarmbeben können der Öffnung neuer Eruptionsspalten vorausgehen und auch auf eine Änderung magmatischer Prozesse im Untergrund hindeuten. Von daher könne sich der Charakter der Eruption ändern oder die eruptive Phase sogar enden. Historisch betrachtet enden episodische Fontänenausbrüche nicht selten, wenn sich die Magmazufuhr auf diese Weise umlenkt.

Ob die aktuellen Schwärme tatsächlich Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Lavafontänen an der Oberfläche haben werden, ist nach Angaben des HVO derzeit noch offen. Die Bodenhebung setzt sich in gewohnter Weise fort, was dafür spricht, dass die Aktivität weitergehen wird.

Aktuell bleibt die Aktivität jedoch auf den Bereich unter der Kilauea-Caldera beschränkt. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Magma in die östliche oder südwestliche Riftzone abfließt. Beide Zonen gelten derzeit als ruhig. Das Hawaiian Volcano Observatory kündigte an, die seismische Entwicklung und den Zustand der Vulkane Hawaiis weiterhin engmaschig zu überwachen.

Marapi eruptierte Aschewolken 1600 m hoch

Marapi erneut ausgebrochen – Vulkanasche 1600 m über Kraterhöhe aufgestiegen

Am Mittwoch ist der Vulkan Marapi in Westsumatra erneut explosiv ausgebrochen. Die Eruption ereignete sich um 09:36 Uhr westindonesischer Zeit (WIB). Dabei wurde eine Aschesäule beobachtet, die eine Höhe von etwa 1.600 Metern über dem Gipfel erreichte, was einer Gesamthöhe von rund 4.491 Metern über dem Meeresspiegel entspricht. Das VAAC Darwin veröffentlichte eine VONA-Meldung, nach der die Asche sogar bis auf 6000 m Höhe aufgestiegen sein soll und nach Osten driftete. So große Diskrepanzen zwischen visueller Beobachtung und Satellitendaten sind selten, kommen aber vor.  Aktuell gibt es auch eine VONA-Warnung, allerdings ist nur eine kleine Aschewolke unterwegs.




Nach Angaben der Beobachter des Vulkanologischen Observatoriums am Marapi war die Aschewolke grau gefärbt und zeigte eine zunehmende Dichte in nordöstlicher Richtung, was auf die vorherrschenden Windverhältnisse zum Zeitpunkt des Ausbruchs hindeutet. Die Explosion erzeugte ein seismisches Signal mit einer Amplitude von 29 mm und 31 Sekunden Dauer. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts hielt die eruptive Aktivität weiterhin an, was darauf schliessen lässt, dass es anhaltende Ascheemissionen gab, die aber relativ „geräuschlos“ verliefen und keine weitere Seismik erzeugten.

Im Rahmen der Eruption gab es auch eine Tremorphase; die restliche Seismizität ist unauffällig und deutet nicht darauf hin, dass ein grosser Ausbruch bevorsteht. Dennoch ist eine gewisse Wachsamkeit in Vulkannähe geboten. Es gilt eine 3-Kiloometer-Sperrzone um den aktiven Krater. von einer Besteigung des Vulkans ist abzusehen. Im Falle starker Regenereignisse drohen Lahare, die auch im weiteren Umfeld des Marapi eine Gefahr darstellen können. Hiervon sind besonders Flussläufe und Schluchten betroffen.

Der Ausbruch unterstreicht die anhaltende Aktivität des Marapi, einem der aktivsten Vulkane Indonesiens. Die zuständigen Behörden beobachten die Situation weiterhin aufmerksam und bewerten mögliche Gefahren für die umliegenden Regionen.

Auf der Nachbarinsel Java ist der Namensähnliche Merapi aktiv: Er baut an seinem Lavadom und es können jederzeit pyroklastische Ströme abgehen.

Popocatepetl eruptiert am 14. Januar Aschewolken

Aschewolken-Warnung am Popocatepetl – Vulkanasche inn 6700 m Höhe

Der mexikanische Vulkan Popocatepetl zeigt einmal mehr vulkanische Aktivität mit Ascheemission, die bis auf eine Höhe von 6.700 m aufgestiegen sind und in Richtung Nordosten driften. Dabei bewegt sich die Aschwolke mit einer Geschwindigkeit von ca. 28 km/h und breitet sich über ein großes Areal aus. In Gebieten unter der Eruptionswolke ist es zu Ascheniederschlag gekommen.

Die vorhergesagte Entwicklung der Aschewolke zeigt, dass noch in den nächsten 6 Stunden Vulkanasche in ähnlicher Höhe und Richtung erwartet wird. Ab 18:00 UTC sind keine weiteren Aschewolken vorhergesagt, ebenso für Mitternacht (00:00 UTC am 15. Januar). Aufgrund von Wolken am Satellitenbild sind die Ascheemissionen derzeit nicht klar sichtbar.

Die Daten der VONA-Meldung zusammengefasst:

  • Die Höhe der Aschewolke reicht bis etwa FL220 (Flight Level 220, ca. 6.700 Meter).
  • Bewegung der Aschewolke: Nordost mit ca. 15 Knoten.
  • Sichtbare Aschewolken am Satellitenbild sind durch Wetterwolken beeinträchtigt.
Popo

In einem Update von CENAPRED heißt es, dass es am 13. Januar zu 20 Asche-Dampf-Exhalationen kam. Sie hielten insgesamt gut 80 Minuten an. Zudem wurde moderater Tremor mit einer Gesamtdauer von 33 Minuten registriert, was für diesen Vulkan recht wenig ist. Am Vortag dauerte der Tremor genausolang an. Der Alarmstatus bleibt auf „Gelb Phase 2“.

Der Popocatepetl ist einer der aktivsten Vulkane Mexikos und befindet sich etwa 70 km südöstlich von Mexiko-Stadt. Seit Beginn seiner aktuellen Eruptionsphase im Jahr 1994 zeigt er immer wieder explosionsartige Aktivitäten mit Ausstoß von Asche, Gasen und gelegentlich kleinen Lavafontänen.

Die aktuelle Aktivität ist typisch für den Vulkan mit häufigen kleineren Eruptionen und Aschewolken, die lokal in der Umgebung zu Beeinträchtigungen führen können. Die mexikanische Vulkanüberwachungsbehörde CENAPRED hält die Bevölkerung und den Luftverkehr ständig über mögliche Gefahren auf dem Laufenden.

Wegen der Emission von Aschewolken wird Flugverkehr in der Region regelmäßig überwacht, da Asche in Triebwerken gefährlich sein kann. Die Warnungen des VAAC Washington unterstützen hierbei mit Satellitenbeobachtungen und Wettermodellen.

Merapi: Zwei Abgänge pyroklastischer Ströme

Zwei pyroklastische Ströme am Merapi – Neue Daten zum Lavadom

Am Gunung Merapi auf Java (Indonesien) sind letzte Nacht zwei pyroklastische Ströme niedergegangen und unterstreichen die anhaltende Aktivität des Vulkans. Da der Vulkan in Wolken gehüllt war, konnte man die Dichteströme nicht direkt beobachten. Dennoch brachten sie die Wolken zum Leuchten. Sie gingen auf der Südwestflanke ab und erreichten fast die Basis des Kegels. Auf dem Seismogramm hinterließen sie Signale mit Amplituden zwischen 41 und 51 mm und einer Dauer von 113 und 123 Sekunden. Die Zeit reicht aus, um eine Gleitstrecke von 1500 m zurückzulegen. 

Neben den Signalen registrierte das seismische Netzwerk am Merapi 99 Steinschlagsignale, die auch mit dem Abgang von Schuttlawinen assoziiert werden. Dazu gesellten sich 67 Hybridbeben, die von Fluidbewegungen im Vulkaninneren zeugten. Diese Aktivität ist seit Monaten typisch für den Merapi.

Die Abgänge von pyroklastischen Strömen und Schuttlawinen zeugen von anhaltendem Domwachstum und steigender Instabilität der Lavakuppel. Im jüngsten Wochenbericht für den Beobachtungszeitraum 2. bis 8. Januar 2026 heißt es, dass der südwestliche Lavadom bei der letzten Messung am 13. Dezember ein Volumen von 4.171.800 Kubikmetern aufwies und weiterhin leichte morphologische Veränderungen infolge anhaltender Abgänge zeigte. Damit lag das Domvolumen nur knapp unterhalb des letzten Wertes vom November. Der Zentraldom hat sich praktisch nicht verändert und bleibt inaktiv.

Auf Wochensicht wurden am Merapi acht pyroklastische Ströme registriert, die sich mit einer maximalen Reichweite von bis zu 1.500 Metern in Richtung Südwesten bewegten. Betroffen waren vor allem die Oberläufe der Flüsse Krasak, Bebeng und Sat/Putih. Begleitet wurden diese Ereignisse von intensiver seismischer Aktivität: Insgesamt wurden 505 Hybriderdbeben, 732 Steinschlagbeben, 2 flache vulkanotektonische Beben sowie 4 tektonische Erdbeben aufgezeichnet. Die Behörden sprechen von einer höheren seismischen Intensität als in der Vorwoche. Die größeren Schuttlawinen glühten nachts und legten Strecken von bis zu 2000 m zurück.

Messungen zur Bodendeformation mittels GPS und EDM ergaben keine signifikanten Veränderungen. Auch nach starken Regenfällen am 8. Januar 2026 wurden bislang keine Lahare gemeldet. Die Behörden warnen jedoch weiterhin vor Gefahren in den bekannten Abflussrinnen und halten an der erhöhten Alarmstufe fest.

Kanlaon: Anstieg der Seismizität Mitte Januar

Zunehmende Unruhe am Vulkan Kanlaon: Behörden warnen vor möglicher Eskalation

Am Vulkan Kanlaon auf der philippinischen Insel Negros hat sich die Lage erneut verschärft. Nach Angaben des staatlichen Instituts DOST-PHIVOLCS wurde heute Nacht eine deutlich erhöhte seismische Aktivität registriert. Insgesamt wurden innerhalb kurzer Zeit 45 vulkanotektonische Erdbeben aufgezeichnet, die durch Gesteinsbruch infolge von Magmenaufstieg entstanden sind – ein klarer Hinweis auf verstärkte Prozesse im Untergrund des Vulkans.

Die gemessenen Erdbeben erreichten Magnituden zwischen ML 0,6 und ML 3,9 und hatten Herdtiefen von bis zu 13 Kilometern unter den nordwestlichen Flanken des Kanlaon. Die stärkeren Erschütterungen waren in mehreren Städten spürbar, darunter La Carlota, Bago und Bacolod. Dort wurden Mercalli-Intensitäten zwischen I und IV gemeldet.

Seismik. © PHILVOLCS

Zusätzlich zur seismischen Aktivität beobachteten die Geowissenschaftler erhöhte Schwefeldioxid-Emissionen. Am 13. Januar lagen die SO₂-Ausstöße bei durchschnittlich 1.248 Tonnen pro Tag. Zwar entspricht dieser Wert in etwa dem mittelfristigen Durchschnitt seit Jahresbeginn, doch war es bereits am 9. Januar zu einem deutlichen Peak von über 4.100 Tonnen pro Tag gekommen. Insgesamt deuten diese Parameter auf einen erneuten Intrusionsprozess hin, der das Potenzial für einen mäßig explosiven Ausbruch birgt.

Trotz der angespannten Lage bleibt die Alarmstufe für den Kanlaon vorerst bei Level 2, was einen Zustand erhöhter Unruhe beschreibt. PHIVOLCS warnt jedoch, dass die Zunahme der vulkanotektonischen Erdbeben die Wahrscheinlichkeit für plötzlich auftretende, phreatische oder phreatomagmatische Eruptionen erhöht. Diese könnten gefährliche Begleiterscheinungen wie pyroklastische Ströme, Ascheregen und Gesteinswurf verursachen.

Die Behörden appellieren eindringlich an die Bevölkerung, Sicherheitsanweisungen strikt zu befolgen. Gemeinden innerhalb der vier Kilometer großen permanenten Gefahrenzone sollen weiterhin evakuiert bleiben, während im Umkreis von sechs Kilometern erhöhte Alarmbereitschaft gilt. Auch vor Laharen wird gewarnt, insbesondere bei Starkregen. Für den Luftverkehr gilt ebenfalls erhöhte Vorsicht: Flugzeuge sollen den Gipfelbereich meiden, da Vulkanasche eine erhebliche Gefahr darstellen kann.

Marapi: Explosive Eruption verursachte lauten Knall

Lauter Knall: Eine explosive Eruption erschütterte den Marapi auf Sumatra

Die Anwohner des indonesischen Vulkans Marapi wurden heute Abend vom Knall einer lauten Explosion aus ihrer Ruhe gerissen, als es gegen 19:59 Uhr Ortszeit zu einem Ausbruch kam. Das Unheimliche an dem Geschehen war, dass die Eruption nur zu hören, aber aufgrund dichter Bewölkung nicht zu sehen gewesen war. Dennoch gab es vom VAAC Darwin eine VONA-Warnung, nach der die Aschewolke in fast 4000 m Höhe (Fl130) vermutet wurde und ostwärts trieb.

VONA-Warnung Marapi

Der Ausbruch wurde vom zuständigen Observatorium seismisch registriert. Auf dem Seismogramm zeigte sich eine maximale Amplitude von 30,3 Millimetern bei einer Dauer von rund 35 Sekunden.

Bislang liegen keine Berichte über Aschefall in bewohnten Gebieten vor. Der Vulkan verbleibt weiterhin in Warnstufe II (Waspada). Die Behörden empfehlen dringend, alle Aktivitäten im Umkreis von drei Kilometern um den Krater zu unterlassen.

Die Eruption kam nicht ganz ohne Ankündigung, denn in den letzten 24 Stunden wurden 4 Tremor-Signale mit Maximalamplituden von 1,8 Millimetern und bis zu 113 Sekunden Dauer aufgezeichnet. Tremor deutet im Allgemeinen auf Fluidbewegungen im Untergrund hin. Vermutlich war Grundwasser verdampft worden und es kam zu einer phreatischen Explosion.

Zudem gab es zwei tiefe vulkanotektonische Erdbeben mit Amplituden von 0,9 bis 1,5 Millimetern und 5 tektonisch bedingte Erschütterungen. Bis auf den Tremor war die Erdbebenaktivität unauffällig.

Die indonesischen Vulkanologen und die Regionalregierung rufen die Bevölkerung zu Vorsicht und Besonnenheit auf. Insbesondere bestehen sie auf strikter Einhaltung des Sperrradius von drei Kilometern um den Verbeek-Krater. Anwohner entlang von Tälern und Flussläufen, die am Marapi entspringen, sollen sich der Gefahr von Laharen bewusst sein. Bei möglichem Aschefall wird das Tragen von Atemschutzmasken empfohlen.

In der Vergangenheit kam es wiederholt zu tödlichen Zwischenfällen, insbesondere mit Bergsteigern, die sich zu nah am Krater aufhielten. Daher gilt Marapi als Vulkan, bei dem Zugangsverbote strikt durchgesetzt werden müssen.

Der Mount Marapi ist einer der aktivsten Vulkane Indonesiens. Er liegt auf der Insel Sumatra, etwa 20 Kilometer nordöstlich der Stadt Bukittinggi, und erreicht eine Höhe von rund 2.891 Metern. Der Stratovulkan gehört zum Sunda-Vulkanbogen, der durch die Subduktion der Indo-Australischen Platte unter die Eurasische Platte entsteht.

Campi Flegrei: Reduzierung der Hebegeschwindigkeit

Hebegeschwindigkeit des Bodens der Campi Flegrei reduzierte sich – Fumarolentemperaturen weiterhin hoch

Für die Bewohner von Pozzuoli und den angrenzenden Orten im Calderavulkan Campi Flegrei dürfte das erst einmal eine gute Nachricht sein: In den letzten zwei Wochen reduzierte sich die Hebegeschwindigkeit des Bodens an der Messstation Rione Terra von 25 mm auf 15 mm und liegt damit auf dem Niveau, wie es während der Hälfte des letzten Jahres der Fall gewesen war. Die Erdbebenaktivität der Campi Flegrei bewegte sich in der letzten Woche auf moderatem Niveau: Es wurden 76 Erschütterungen registriert. Dennoch kann keine Entwarnung gegeben werden, denn die Gastemperatur der BG-Fumarole in der Solfatara bewegt sich weiterhin nahe der Höchstwerte, und auch bei Pisciarelli stieg die Gastemperatur wieder leicht an.




Bodenhebung. © INGV

Im INGV-Wochenbericht für den Beobachtungszeitraum 5.–11. Januar 2026 heißt es, dass die durchschnittliche Temperatur der Gase des Thermalbeckens von Pisciarelli bei 95 Grad lag. Zuvor waren es 94 Grad. Dennoch sehen die Forscher hier eine leichte Abnahme der Aktivität. Dafür steigerte sie sich im benachbarten Solfatara-Krater, wo die Durchschnittstemperatur der Bocca-Grande-Fumarole bei 173 Grad lag. Was jetzt als „durchschnittlich“ bezeichnet wird, war noch vor wenigen Wochen die Maximaltemperatur.

Leider kann man die Werte von Pisciarelli und der Solfatara nicht 1:1 vergleichen, da nicht nur unterschiedliche Sensoren verwendet werden, sondern die Messungen bei Pisciarelli in 5 m Entfernung von der Hauptquelle der Emissionen erfolgen. Die tatsächlichen Temperaturen der Gase dürften deutlich höher sein.

Die Kohlendioxid-Emissionen sind immer noch hoch, liegen aber unterhalb der Maximalwerte vom letzten Mai, als die Situation eskalierte und es häufige Erdbeben mit Magnituden im 4er-Bereich gegeben hatte. Ich gehe davon aus, dass die Krise damals von einem Magmenkörper verursacht wurde, der in 4–5 Kilometern Tiefe aufgestiegen ist, ähnlich wie es auch bei Vulcano vorkam. Solche Magmenkörper oder magmatischen Gänge erreichen nur selten die Erdoberfläche, selbst an Vulkanen wie dem Piton de la Fournaise, wo wir im Dezember mehrere Intrusionen sahen, ohne dass es zu einem Ausbruch kam. Sollte es jedoch in relativ kurzer Zeit mehrere solcher Intrusionen geben, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Eruption.