Kilauea: Vulkanausbruch Nr. 40 hat begonnen

Die 40. eruptive Lavafontänen-Episode hat begonnen – Über 200 m hohe Fontäne steigt am Kilauea auf

Am Kilauea auf Hawaii hat die erwartete eruptive Episode Nr. 40 angefangen. Die Fontäne begann sich heute Abend gegen 19:30 Uhr MEZ (morgens 08:30 HST) aufzubauen und ist inzwischen gut 200 m hoch. Bis jetzt ist überwiegend der Nordschlot aktiv. Der südliche Schlot könnte aber noch in die Eruption einsteigen.




Am Kilauea auf Hawaii hat in den Morgenstunden des 12. Januar 2026 eine neue eruptive Phase begonnen. Nach einer Phase intermittierender Überläufe setzte um 8:22 Uhr HST offiziell Episode 40 der anhaltenden Gipfeleruption ein. Auslöser war ein rascher Wechsel zu starker Deflation des Vulkangebäudes, begleitet von einem deutlichen Anstieg des vulkanischen Tremors.

Bereits in den frühen Morgenstunden hatte sich die Aktivität am Nordvent schrittweise intensiviert. Zunächst förderte es niedrige, bogenförmige Spatterfontänen von 5 bis 10 Metern Höhe, die einen Lavastrom auf den Boden des Halemaʻumaʻu-Kraters speisten. Auch das Südvent war zeitweise aktiv, zeigte jedoch nur klassische, kuppelförmige Fontänen von wenigen Metern Höhe mit kurzen Überläufen.

Gegen 8:30 Uhr nahm die Aktivität am Nordvent deutlich zu. Die Fontänen erreichten zunächst 15 bis 20 Meter Höhe, was als Vorzeichen einer neuen eruptiven Episode gewertet wurde. Innerhalb weniger Minuten steigerten sich die Fontänen weiter auf rund 30 Meter, ehe sie ab 8:50 Uhr explosionsartig auf etwa 50 Meter anwuchsen. Der dabei freigesetzte Gasstrom stieg nahezu senkrecht bis in etwa 2.200 Meter Höhe auf.

Im weiteren Verlauf verstärkte sich die Eruption rapide. Um 9:00 Uhr erreichten die Lavafontänen bereits rund 100 Meter Höhe und speisten einen ausgedehnten Lavastrom auf dem Kraterboden. Teile der Gaswolke drifteten in etwa 1.500 Metern Höhe nach Westen ab. Kurz darauf folgte der bisherige Höhepunkt: Gegen 9:12 Uhr wurden am Nordvent Fontänen von bis zu 200 Metern Höhe beobachtet. Das Südvent zeigte zu diesem Zeitpunkt nur noch sehr geringe, auf den Schlot begrenzte Aktivität.

In den Tagen zuvor war es wiederholt zu Überläufen und sogenannten Drainback-Ereignissen gekommen, insbesondere am Südvent, wo sich mehrfach Lavakuppeln aufbauten und wieder entleerten. Leichte und wechselhafte Winde am Gipfel erschwerten zeitweise die Beobachtung, da sich vulkanische Gase nahe der Schlote stauten.

Mit Beginn von Episode 40 konzentriert sich die Aktivität nun klar auf das Nordvent. Die Entwicklung wird weiterhin genau überwacht, da hohe Lavafontänen und ausgedehnte Lavaströme das Erscheinungsbild des Halemaʻumaʻu-Kraters innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern können.

Kanlaon emittiert Vulkanasche am 12. Januar 2026

Kanlaon auf den Philippinen zeigt weiter erhöhte Aktivität – Ascheemissionen und Erdbeben registriert

Der Vulkan Kanlaon auf den Philippinen hat heute – am 12. Januar 2026 – erneut seine Aktivität verstärkt und mehrere Ascheemissionen freigesetzt. Insgesamt wurden vier VONA-Warnmeldungen vom VAAC Tokio veröffentlicht, die auf eine anhaltende Eruptionsphase hinweisen.

Kanlaon Archivbild

Die jüngste Meldung berichtete von einer Eruption gegen 09:10 UTC, bei der Vulkanasche bis in etwa 3.300 Meter Höhe (FL110) ausgestoßen wurde. Die Aschewolke verteilte sich nach West-Südwesten, war jedoch bei späteren Satellitenbeobachtungen nicht mehr eindeutig nachweisbar. Weitere Vorhersagen zur Ausbreitung der Asche waren zunächst nicht verfügbar, weshalb die zuständigen Vulkanbeobachter auf neue Daten warteten.

Zuvor wurden bereits drei VONA-Meldungen herausgegeben, die anhaltende Ascheemissionen bestätigten und nähere Details lieferten: Es gab separate Aschemissionen mit einer Dauer von 46 bis 80 Minuten. Die Aschesäule erreichte jeweils eine Höhe von etwa 200 Metern über dem Krater und driftete ebenfalls in südwestliche Richtungen.

Die seismische Überwachung der letzten 24 Stunden registrierte fünf vulkanotektonische Erdbeben, die auf eine Bewegung von Magma und heißen Gasen im Inneren des Vulkans hindeuten. Gleichzeitig wurde eine erhöhte Freisetzung von Schwefeldioxid registriert. Die Emissionen beliefen sich auf 1.691 Tonnen pro Tag, was für eine aktive magmatische Phase spricht. Darüber hinaus zeigten Bodenverformungsmessungen, dass der Vulkankörper sich aufbläht, was ein Indiz für steigenden Druck im Magmasystem ist.

Vor diesem Hintergrund gelten weiterhin strenge Sicherheitsmaßnahmen: Der Zutritt in die permanente Gefahrenzone von vier Kilometern rund um den Gipfel bleibt verboten, ebenso ist das Fliegen von Flugzeugen in unmittelbarer Nähe untersagt.

Experten warnen vor plötzlichen, dampfgetriebenen Eruptionen und raten zur Vorsicht. Die Behörden und das Vulkanobservatorium beobachten die Lage weiterhin genau und werden bei Veränderungen umgehend neue Warnungen herausgeben.

Neben dem Kanlaon bleibt auf den Philippinen auch der Mayon hochaktiv. Hier wurden weitere pyroklastische Ströme generiert. Vulkanasche stieg auf, blieb aufgrund der Bewölkung auf Satellitenaufnahmen aber unsichtbar, weshalb Höhenangaben fehlen.

Nyamuragira eruptiert Lavastrom am 12. Januar

Nyamuragira emittiert sehr hohe Wärmestrahlung – Satellitenbild zeigt Lavastrom

In der DRK ist der Vulkan Nyamuragira weiterhin effusiv tätig und emittiert eine sehr hohe Wärmestrahlung. Satellitenbilder belegen, dass der Vulkan einen mehrarmigen Lavastrom fördert, der mehrere Kilometer weit in nordöstlicher Richtung fließt. Der Lavastrom entspringt einem Lavasee im Krater in der Gipfelcaldera des Vulkans.

Nyamuragira. © Copernicus

Die Thermalstrahlung, die auf der Website von MIROVA einsehbar ist, hat eine Leistung von 2238 MW und ist somit als sehr hoch einzustufen. Die Sentinel-Satellitenbilder von Copernicus enthüllen im Thermalspektrum eine unterbrochene Wärmesignatur im Nordosten des Vulkans, die darauf hindeutet, dass die Lava teilweise unterirdisch durch Tunnel fließen muss. An einigen Stellen tritt sie an der Oberfläche aus. Die am weitesten fortgeschrittene Lavafront befindet sich in ca. 10 Kilometern Entfernung zum Krater. Das intensivste Thermalsignal stammt aus dem Bereich eines Lavasees, der sich aber nicht im Zentrum des Kraters befindet, sondern südlich anschließt.

Der Ausbruch dauert bereits seit vielen Jahren und fand seinen Anfang im Jahr 2023. Augenzeugenberichte des Geschehens sind selten, da die Hänge des Nyamuragira von Rebellen kontrolliert werden und ein Vordringen in die Region lebensgefährlich ist. Leider weiteten sich die Unruhen in den letzten Jahren aus, so dass man auch den Nachbarvulkan Nyiragongo nicht mehr besteigen kann, was früher zumindest in Begleitung bewaffneter Ranger möglich war.

Der Status des Nyiragongo ist nicht so klar wie der des Nyamuragira, da sich sein Gipfel ständig in Wolken hüllt. Lichten sich die Wolken mal, verdeckt die vom Krater emittierte Gaswolke den Blick in sein Innerstes. Nur gelegentlich gibt es am Rand der Gaswolke thermische Signaturen, die vermuten lassen, dass im Schlot Magma steht. Wie groß die Ansammlung ist, lässt sich praktisch nicht abschätzen.

Nyiragongo und Nyamuragira sind Teil der Virunga-Vulkankette im Dreiländereck der Demokratischen Republik Kongo, Ruanda und Uganda. Große Gebiete der Vulkankette stehen im Schutz eines Nationalparks, der auch Heimat der vom Aussterben bedrohten Berggorillas ist.

Semeru: Lahar trifft pyroklastischen Strom

Pyroklastischer Strom am Mount Semeru – bestätigter Lahar entlang des Besuk Kobokan

Gestern ging es am Mount Semeru geschäftig her, als es zu mehreren interessanten Ereignissen vulkanischen Ursprungs gekommen ist. Am Sonntagnachmittag bildete sich infolge starker Regenfälle ein Lahar, der durch den Fluss Besuk Kobokan floss. Wenige Stunden später ging dann ein pyroklastischer Strom ab, der über die Südostflanke bis zur Basis des Vulkans glitt.




Der pyroklastische Strom bildete sich nach einer explosiven Eruption am Krater, bei der ein Teil des Lavadomes abbrach. Der pyroklastische Strom legte eine Gleitstrecke von etwa fünf Kilometern zurück und erzeugte ein seismisches Signal von 696 Sekunden Dauer, wie die Vulkanüberwachung bestätigte.

Der explosive Ausbruch ereignete sich gegen 22:25 Uhr Ortszeit. Dabei entstand auch eine bis zu 2000 m hohe Aschewolke Sie driftete in östliche bis südöstliche Richtung.

Am Nachmittag hatte bereits der Lahar für Alarmstimmung gesorgt. Die Seismographen fingen ein entsprechendes seismisches Signal mit einer Amplitude von 35 Millimetern und einer außergewöhnlich langen Dauer von 6.120 Sekunden auf. Dieses Signal wird offiziell als Lahar-Ereignis interpretiert und steht im Zusammenhang mit einer Überschwemmung entlang des Besuk Kobokan. Lahare entstehen, wenn starke Niederschläge lockeres vulkanisches Material mobilisieren und als Schlamm- und Geröllströme die Flusstäler hinabfließen. Auf den Livecams waren wieder sekundäre Explosionen zu sehen gewesen, da die Schlammmassen den gleichen Weg wählten wie die pyroklastischen Ströme im November. Das belegt, wie lange die Ignimbrit-Ablagerungen unter der Oberfläche glühend heiß bleiben.

Der Mount Semeru befindet sich weiterhin auf Alarmstufe III (Siaga). Das Zentrum für Vulkanologie und geologische Gefahrenabwehr (PVMBG) hat die Bevölkerung erneut eindringlich gewarnt:

Im südöstlichen Sektor entlang des Besuk Kobokan sind alle Aktivitäten innerhalb eines Radius von 13 Kilometern vom Gipfel untersagt. Darüber hinaus gilt ein Aufenthaltsverbot im Umkreis von 500 Metern entlang der Flussufer, da sich pyroklastische Ströme und Lahare bis zu 17 Kilometer vom Gipfel ausbreiten können.

Zusätzlich dürfen sich Menschen nicht innerhalb von fünf Kilometern um den Krater- und Gipfelbereich aufhalten, da jederzeit glühendes Gestein ausgeworfen werden kann.

Mayon: Zunahme der Hintergrundseismizität

Glühende Schuttlawine am Mayon. © AFAR-TV

Mayon-Vulkan: Unruhe wächst – Behörden warnen vor möglicher Eskalation

Der Mayon-Vulkan auf den Philippinen zeigt in den letzten Tagen eine deutliche Zunahme vulkanischer Aktivität, die sowohl Vulkanologen als auch Anwohner in Alarmbereitschaft versetzt. Heute gab PHILVOLCS-DOST ein Sonderbulletin heraus, nach dem es zu einer deutlichen Erhöhung der Signalstärke von Hintergrundbeben gekommen ist, obgleich es nicht zu einer Zunahme vulkanotektonischer Beben kam. Diese Art der Seismizität könnte auf einen verstärkten Magmenaufstieg in einem offenen Förderkanal hindeuten, was in einem erhöhten Domwachstum und einer Zunahme der Aktivität resultiert.

Der perfekt geformte Stratovulkan, der als einer der aktivsten des Landes gilt, hat seit Jahresbeginn eine Phase intensiver Unruhe durchlaufen, die am 6. Januar bereits zur Erhöhung des Alarmstatus auf Stufe 3 führte. Diese Stufe signalisiert einen „erhöhten Hang zu gefährlichen Eruptionen“ und wird von den philippinischen Vulkanologen des DOST-PHIVOLCS nicht leichtfertig ausgegeben.

Die Entwicklung begann bereits am 1. Januar, als die Behörden die Warnstufe von Level 1 auf Level 2 anhoben, nachdem vermehrt Steinschläge und seismische Unruhen registriert worden waren, die infolge des beschleunigten Wachstums des Lavadoms auftraten, bevor Teile davon kollabierten und pyroklastische Dichteströme (PDCs) talwärts rasten, was ein charakteristisches, aber gefährliches Zeichen fortschreitender Aktivität darstellt.

Am 8. Januar bildete sich am Lavadom ein neuer dunkler Bereich aus frischer Lava, begleitet von wiederholten pyroklastischen Strömen, die durch verschiedene Schluchten des Vulkanhangs abgingen, darunter der Miisi- und Bonga-Gully. Diese Ströme können Dimensionen erreichen, die für Menschen und Infrastruktur lebensbedrohlich sind, und die Behörden veranlassten die Evakuierung von tausenden Bewohnern aus den umliegenden Gemeinden.

Trotz der anhaltenden Aktivität zeigen überwachte Parameter ein gemischtes Bild: Zwar stieg die seismische Energie zuletzt spürbar an, doch Bodenverformung und Schwefeldioxid-Emissionen bewegen sich weiterhin auf moderatem Niveau, was nahelegt, dass der Vulkan derzeit effusiv („ausfließend“) statt explosiv aktiv ist.

PHIVOLCS warnt jedoch ausdrücklich, dass sich die Lage schnell verschärfen kann, wenn weitere Magmaintrusionen stattfinden. In diesem Fall könnte die Eruption in den kommenden Tagen oder Wochen an Heftigkeit zunehmen. Bis dahin gilt: Rund um den Mayon besteht eine ernsthafte Gefahr durch Lava, Lahare, Gesteinslawinen, pyroklastische Ströme und mögliche Aschewolken – und die Bevölkerung bleibt in erhöhter Alarmbereitschaft.

Taal: deutliche Zunahme der Seismizität am 11. Januar

Zunehmende Unruhe am Taal-Vulkan: Erdbeben, Gasemissionen und Bodenhebung registriert

Am Taal-Vulkan in der philippinischen Provinz Batangas ist in den vergangenen Tagen eine deutliche Zunahme der seismovulkanischen Aktivität beobachtet worden: Nachdem es am Freitag zu 2 kleinen phreatischen Eruptionen aus dem Kratersee auf Volcano Island gekommen war, steigerte sich am Samstag die Erdnebenaktivität: Nach Angaben der Überwachungsbehörden wurden 20 vulkanische Erdbeben registriert, darunter 14 vulkanische Tremor-Episoden, die zwischen einer und 125 Minuten andauerten. Die Messwerte deuten auf eine erneute Unruhe im Vulkansystem hin, bei der sich der Druck im Fördersystem erhöht. Die Gefahr weiterer phreatischer Eruptionen steigt somit.

Taal-Archivbild

Generell gab es im letzten Jahr Hinweise auf ein Abkühlen des Vulkansystems am Taal, obwohl es zugleich eine Häufung phreatischer Eruptionen gab, was allerdings kein Widerspruch sein muss: Neuere Studien belegen, dass es während Abkühlungsphasen zu einer Zunahme phreatischer Eruptionen kommen kann, da der Druck durch Verschließung von Poren und Klüften in einem Hydrothermalsystem zunehmen kann. Der zuletzt am 19. Februar 2025 gemessene pH-Wert des Wassers im Kratersee lag bei 0,3, was weniger sauer war als noch ein Jahr zuvor. Auch die Wassertemperatur verringerte sich und wurde am 20. November 2025 mit 58,1 Grad Celsius angegeben. Mit Spannung darf man die neuen Messungen erwarten, die in den nächsten Wochen stattfinden sollten.

Was gegen eine Abkühlung des Systems spricht, ist eine weiterhin anhaltende Inflation von Teilen des Inselvulkans, die sich in Form einer leichten Bodenhebung widerspiegelt. Diese Deformation wird üblicherweise mit Druckaufbau im flachen Magmareservoir in Verbindung gebracht, wobei es aber auch ein Effekt des Hydrothermalsystems sein kann.

Die Kombination der Messwerte unterstreicht, dass sich der Taal-Vulkan weiterhin in einem Zustand erhöhter Unruhe befindet. Die Behörden setzen die engmaschige Überwachung fort und weisen darauf hin, dass plötzliche Dampf- oder Ascheeruptionen auch ohne längere Vorwarnzeit möglich sind. Das Betreten von Volcano Island bleibt verboten.

Kilauea: Vulkan bereitet sich auf Ausbruch No 40 vor

Kilauea vor 40. Eruptionsphase seit Dezember 2024 – kleine Lavafontänen nehmen deutlich zu

Am Kilauea auf Hawaii verdichten sich die Anzeichen für den Beginn einer neuen Eruptionsphase. Seit den frühen Morgenstunden des 10. Januar 2026 zeigen beide aktiven Schlote im Halemaʻumaʻu-Krater eine zunehmende Aktivität, die durch sogenannte Gaspistons verursacht wird. Besonders auffällig sind immer heftigere Episoden meterhohen Lavaspatterings und die Bildung kleiner Fontänen, die nach Angaben des Hawaiian Volcano Observatory (HVO) auf den Aufstieg gasreichen Magmas hindeuten.  Aktuell sieht man auf den LiveCams eine anhaltende Aktivität, bei der bis zu 5 m hohe Fontänen gefördert werden, die kleinere Lavaströme speisen.




Gegen 7:00 Uhr HST (17:00 UTC) sprudelten sowohl am nördlichen als auch am südlichen Schlot wiederholt Lavafontänen, begleitet von einer Zunahme seismischer Erschütterungen. Zwar blieb die Neigung des Kraterbodens zunächst unverändert, doch bereits seit Ende des letzten Ausbruchs hatten Messinstrumente eine langsame, anhaltende Aufblähung des Gipfelbereichs registriert. Diese Bodenverformung gilt als klassisches Vorzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch. Momentan liegt die Bodenhebung aber noch unter dem Wert vor der 39. Eruption.

Während der Nacht wechselte die Aktivität zwischen den beiden Kratern: Während der südliche Krater zeitweise schmale Lavaströme von bis zu 200 Metern Länge speiste, dominierten im nördlichen Krater kräftige Fontänen, die kurze Ströme auf dem Boden des Halemaʻumaʻu bildeten. Wiederholte kurze Pausen und sogenannte Rücklaufereignisse erzeugten dabei Tremorspitzen, ohne das Gesamtsystem spürbar zu entspannen.

Nach Einschätzung der Vulkanologen steht der Kilauea kurz vor dem Beginn der 40. Lavafontänen-Episode seit Wiederaufnahme der Aktivität im Dezember 2024. Prognosemodelle sehen den wahrscheinlichen Startzeitraum zwischen dem 10. und 14. Januar. Bereits nach dem Ende von Episode 39 am 24. Dezember hatte sich der Vulkan rasch wieder aufgeladen: Das Neigungsmessgerät Uēkahuna registrierte seitdem eine erneute Aufblähung von mehr als 21 Mikroradian, was auf Magmanachschub aus tieferen Reservoirs hindeutet.

Während die Ost- und Südwest-Riftzone weiterhin ruhig bleiben, konzentriert sich die Aktivität klar auf den Gipfelbereich. Die Vulkanwarnstufe steht derzeit auf „Beobachtung“, der Luftfahrtfarbcode auf Orange. Das HVO überwacht die Lage engmaschig und steht in engem Austausch mit dem Hawaii-Volcanoes-Nationalpark und dem Katastrophenschutz.

Barren Island mit Ascheeruptionen am 10. Januar

Barren Island weiterhin aktiv: Indischer Inselvulkan zeigt Asche-Schübe

Im entlegenen Andamanischen Meer bleibt der Barren Island Volcano, der einzige historisch aktive Vulkan Indiens, auch Anfang Januar 2026 aktiv. Wie aus einer VONA-Meldung des VAAC Darwin hervorgeht, eruptierte der Vulkan heute Vulkanasche bis auf 1200 Metern Höhe. Neue Satellitenbeobachtungen zeigen zudem, dass der Flankenschlot der seit Mitte November 2025 fließenden Lava-Ströme zwar weiterhin thermisch aktiv ist, die Lavafront an der Küste aber zum Erliegen gekommen ist und der Lavastrom abkühlt.

In den letzten Wochen emittiert der Barren Island sporadisch Aschewolken, die Partikel bis in Höhen von rund 1.200 Metern (FL040) erreichen und von den VAAC-Darwin-Warnstellen erfasst werden. Diese Asche-Ausbrüche wurden in den jüngsten VAAC-Advisories am 10. Januar 2026 mehrfach bestätigt, wobei sich die Aschewolken demnach vorwiegend nach Westen und Südwesten über dem offenen Meer bewegten.

Geologen werten das Geschehen als eine kombinierte explosive-effusive Phase: Neben den Lavaflüssen am Nordhang zeigt der Vulkan an seinem zentralen Krater weiterhin strombolianische Aktivität, begleitet von Asche- und Gasemissionen.

Die gesamte Insel ist unbewohnt und wird ausschließlich über Fernerkundung und Satellitendaten überwacht, weshalb Bodenmessungen fehlen. Doch die konsistenten thermischen Signale im Infrarot und die wiederkehrenden VAAC-Meldungen deuten unmissverständlich auf anhaltende vulkanische Aktivität hin.

Barren Island liegt rund 135 Kilometer nordöstlich von Port Blair im Bundesstaat Andamanen und Nikobaren und ist Teil eines tektonisch sehr aktiven Bereichs entlang der Grenze zwischen der Indo-Australischen und der Burma-Platte. Diese Plattengrenze begünstigt Magmenaufstieg und wiederholte Eruptionsphasen, wie sie auch in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach beobachtet wurden.

Für die zivile Schifffahrt und den Luftverkehr bleibt die Region aufgrund der unregelmäßigen Aschewolken ein Bereich, der aufmerksam überwacht werden muss. Kleinere Schiffe sind nicht unmittelbar gefährdet, doch für Flugzeuge besteht nach wie vor ein Risiko durch Asche in niedrigen Flugschichten, wie die jüngsten Advisory-Berichte zeigen.

Insgesamt lässt sich festhalten: Die vulkanische Aktivität am Barren Island ist auch Anfang 2026 nicht abgeklungen, sondern setzt sich mit Lavaflüssen und wiederkehrenden Ascheausstößen fort.

Mayon: Lavadomwachstum generiert pyroklastische Ströme

Starkes Domwachstum am Mayon – 90 pyroklastische Ströme innerhalb von 24 Stunden

Am philippinischen Vulkan Mayon wird weiterhin eine signifikante eruptive Aktivität beobachtet, geprägt durch Lavadom-Wachstum, wobei sich eine Lavazunge bildet, die über den eigentlichen Kraterbereich hinauswächst Die Seiten und Fronten solcher Lavazungen, bei denen es sich im Endeffekt um kurze Lavaströme handelt, sind äußerst instabil. Dadurch kommt es zu zahlreichen Abbrüchen, die Steinschläge, Schuttlawinen und pyroklastische Ströme generierten.  In den vergangenen 24 Stunden wurden rund 150 Felsstürze nebst Schuttlawinen sowie etwa 90 pyroklastische Dichteströme registriert, was die anhaltende Instabilität im Gipfelbereich widerspiegelt.




Von den Ereignissen kursieren zahlreiche Aufnahmen im Netz, die überwiegend von Anwohnern online gestellt wurden. Darüber hinaus berichten die Vulkanologen von PHILVOLCS, dass im Kraterbereich inzwischen mit bloßem Auge deutliches Kraterglühen zu beobachten ist – in der vergangenen Woche war das nur mit Hilfe von Teleskopen möglich. Dies belegt zusätzlich der beschriebenen Phänomenologie die oberflächennahe, hochtemperierte Magmaaktivität.

Die Schwefeldioxid-Emissionen (SO₂) lagen am 8. Januar 2026 bei etwa 195 Tonnen pro Tag. Obwohl die Daten für einen aktiven Vulkan, der in Eruption begriffen ist, nicht sonderlich hoch sind, bestätigen die Emissionen eine fortgesetzte Entgasung des aufsteigenden Magmas. Zusätzlich steigt von den pyroklastischen Dichteströmen Vulkanasche auf, die eine Höhe von rund 500 Metern über Gipfelhöhe erreicht und auch VONA-Warnungen hervorruft. Die Asche- und Gasemissionen drifteten überwiegend in westnordwestliche bis südwestliche Richtung.

Messungen zur Bodenverformung zeigen, dass sich das Vulkangebäude weiterhin aufbläht, was auf Magmazufuhr in flacheren Reservoirebenen schließen lässt. Aktuell wurden keine vulkanischen Erdbeben mit ausreichenden Standortdaten erfasst.

Der Zutritt zur permanenten Gefahrenzone (PDZ) mit einem Radius von 6 Kilometern um den Gipfel ist weiterhin strikt untersagt. Ebenso ist das unbefugte Betreten der erweiterten Gefahrenzone (EDZ) nicht erlaubt. Der Flugverkehr in der Nähe des Vulkans sollte vermieden werden.

Zu den derzeit relevanten Risiken zählen Felsstürze, Erdrutsche und Lawinen, das Auswerfen geballter vulkanischer Fragmente, Lavaströme und Lavafontänen, pyroklastische Ströme sowie mittelstarke Explosionen. Bei starken und anhaltenden Regenfällen besteht zudem die Gefahr von Laharen in den Abflussrinnen des Vulkans.