Ätna: Neuer Vulkanausbruch bestätigt

Intensive strombolianische Tätigkeit am Ätna Nordostkrater – Neben Tremor auch Bodendeformation registriert

Was gestern noch mit etwas Spekulation behaftet war, ist heute Gewissheit: An den Gipfelkratern des Ätnas setzte intensive strombolianische Aktivität ein. Zwar hüllte sich der Gipfel weiterhin meist in Wolken, doch kurzzeitig aufgelockerte Wolken erlaubten einen Blick auf das Geschehen: Schauplatz der Eruptionen ist der Nordostkrater, in dem es bereits in den vergangenen Tagen schwache intracraterische Aktivität gegeben hatte. Diese hat sich nun deutlich verstärkt.




Ätna

Die Vulkanologen des INGV veröffentlichten am Abend ein Bulletin, wonach seit Einbruch der Dämmerung Überwachungskameras starke, kontinuierliche Gluterscheinungen dokumentierten. Um 18:10 UTC wurde das Auswerfen von glühendem Material über den Kraterrand beobachtet. Die Eruption produziert einen dichten Dampfstrahl, Vulkanasche ist bisher jedoch nicht sichtbar.
Seismische Aktivität und Infraschall

Der vulkanische Tremor bleibt auf erhöhtem Niveau und zeigt einen relativ stabilen Verlauf. Das Epizentrum liegt im Bereich des Nordost-Kraters auf etwa 2800–2900 Metern Höhe. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Infraschall-Ereignisse zu, vor allem am Nordost-Krater und teils an der Bocca Nuova. Seit etwa 21:50 UTC ist der Infraschall-Tremor deutlich wahrnehmbar.

Bodendeformation

Laut Dr. Boris Behncke vom INGV zeigte der Ätna bereits in den letzten Monaten eine deutliche Inflation, etwas, das seit 2023 in dieser Form nicht mehr beobachtet wurde.

Die neuesten Messungen der Deformation liefern folgende Werte:

  • Der Dilatometer DRUV verzeichnet seit dem Morgen des 24. Dezember eine positive Bodenverformung von etwa 80 Nanostrain.
  • Das Klinometer ECP zeigt im gleichen Zeitraum eine Änderung der Flankenneigung von über 1,5 Mikroradianten.
  • Die GNSS-Messstationen melden bislang keine signifikanten Bewegungen.

Zusätzlich zeigen Satellitendaten eine moderate Wärmestrahlung von rund 25 MW, was auf oberflächennahe Lavaaktivität hinweist.

Interpretation

Diese Kombination aus erhöhter seismischer Aktivität, Infraschall, Bodendeformation und sichtbarer Glut deutet auf ein dynamisches Magmasystem im Nordost-Krater hin. Eine weitere Intensivierung der Aktivität sowie ein mögliches Einsetzen anderer Krater ist gut vorstellbar.

Popocatépetl verstärkte Aktivität zu Weihnachten

Asche über Zentralmexiko: Popocatépetl zeigt verstärkte Aktivität

Der mexikanische Vulkan Popocatépetl wartete zu Weihnachten mit einer verstärkten Aktivität auf und eruptierte mehrere Aschewolken. Das VAAC Washington veröffentlichte neue VONA-Warnungen, denen zufolge Asche bis in eine Höhe von rund 6.100 Metern aufstieg und in Richtung Südosten driftete. Parallel dazu registrierten die Überwachungsstationen des mexikanischen Zivilschutzes eine Zunahme von Tremor, Exhalationen und kontinuierlichen Gasemissionen, was als deutliches Zeichen einer Verstärkung der vulkanischen Aktivität gilt.

CENAPRED berichtete gestern von 15 Asche-Dampf-Exhalationen. Der Tremor verstärkte sich deutlich und hielt insgesamt 226 Minuten an. Noch in der vergangenen Woche wurde tageweise gar kein Tremor registriert, was als eher ungewöhnlich gilt. Tremor wird in der Regel durch Magma verursacht, das im Fördersystem aufsteigt und dort anhaltende Bodenvibrationen erzeugt. Diese sind nur mit empfindlichen Messinstrumenten zu detektieren, die leicht gestört werden können, etwa durch Schneefall oder Sturm. Möglich ist daher, dass der Tremor zuletzt aus diesen Gründen nicht erfasst wurde.

Der Vulkan, der rund 70 Kilometer von Mexiko-Stadt entfernt liegt, befindet sich weiterhin auf Alarmstufe Gelb, Phase 2. Diese Phase ist durch wiederholte Explosionen geringer bis mäßiger Stärke gekennzeichnet, die mit Ascheausstoß, glühenden Fragmenten im Kraterbereich und gelegentlichen Ascheniederschlägen in umliegenden Gemeinden einhergehen können. Die Behörden betonen, dass dieses Aktivitätsniveau zwar ernst zu nehmen ist, derzeit jedoch keine großräumigen Evakuierungen rechtfertigt.

Im Fokus steht dennoch die Frage nach möglichen Gesundheitsrisiken durch Ascheniederschlag. Vulkanasche besteht aus feinen Gesteins- und Glaspartikeln, die – abhängig von Korngröße und Konzentration – Atemwege, Augen und Haut reizen können. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen. Bei stärkerem Aschefall kann es zudem zu Sichtbehinderungen im Straßenverkehr sowie zu Belastungen von Trinkwasser- und Abwassersystemen kommen.

Gesundheitsbehörden raten der Bevölkerung in betroffenen Gebieten, Fenster und Türen geschlossen zu halten, Atemschutzmasken oder zumindest feuchte Tücher zu verwenden und aufgewirbelte Asche zu vermeiden. Trotz der aktuellen Aktivitätsverstärkung gilt: Ascheniederschläge stellen meist eine kurzfristige, aber kontrollierbare Gefährdung dar, sofern die empfohlenen Schutzmaßnahmen eingehalten werden.

Ätna: Tremoranstieg zu Weihnachten

Unerwarteter Tremoranstieg am Ätna – Amplitude bewegt sich im roten Bereich

Am Ätna auf Sizilien stieg gestern Abend die vulkanische Tremoramplitude rasch bis in den unteren roten Bereich an und bewegt sich seitdem Seitwärts. Das italienische Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) erhöhte gegen 18:45 Uhr die VONA-Warnstufe für den Flugverkehr auf „Gelb“. Gleichzeitig wiesen die Vulkanologen darauf hin, dass sich der Vulkan in einer Phase erhöhter Unruhe befinde, ohne bislang genauere Angaben zur Art der Aktivität machen zu können.

Tremor

Ein Grund für die zurückhaltende Informationslage dürfte die dichte Wolkenkappe über dem Gipfelbereich des Ätnas sein, die visuelle Beobachtungen stark einschränkt. Somit bleibt unklar, welche Prozesse die seismische Aktivität derzeit widerspiegelt. In der Vergangenheit wurde ein vergleichbarer Tremoranstieg, zuletzt im Sommer, von einer subterminalen Eruption begleitet. Damals öffnete sich an der südlichen Basis des Kraterkomplexes eine kurze Eruptionsspalte, aus der über mehrere Wochen hinweg Lava austrat. Der daraus entstandene Lavastrom erreichte schließlich die 1900-Meter-Höhenlinie. Alternativ könnte sich nun auch eine Phase intensiver Intrakratertätigkeit ankündigen, die überwiegend von strombolianischen Explosionen geprägt ist und möglicherweise von kleinen Lavaströmen aus dem Zentralkrater begleitet wird.

In den vergangenen Tagen war – wie bereits berichtet – eine leicht erhöhte seismische Aktivität zu beobachten. Tiefe Erdbeben im Nordwesten sowie Beben in mittleren Tiefen, die sich entlang einer Linie von Westen nach Osten unter dem Vulkan ereigneten, deuten auf einen allmählichen Druckaufbau im Fördersystem hin. Massive Schwarmbeben, wie sie häufig den paroxysmalen Eruptionsserien der vergangenen Jahre vorausgingen, blieben jedoch aus. Dies schließt eine paroxysmale Aktivität zwar nicht vollständig aus, doch ist die aktuelle Tremoramplitude dafür bislang nicht hoch genug.

Der Ätna gilt als aktivster Vulkan Europas und ist für seine häufigen, meist effusiven Eruptionen bekannt. Zudem treten in Phasen starke Paroxysmen auf, die hoch aufsteigende Aschewolken erzeugen können. Aufgrund seiner Größe und der Nähe zu besiedelten Gebieten wird er rund um die Uhr überwacht.

Campi Flegrei: Hoher Gasausstoß im Dezember

Leichte Erdbeben, steigende Temperaturen und hoher Gasausstoß: Keine Entwarnung in den Campi Flegrei

In den Campi Flegrei hat die Alarmstimmung in den letzten 3 Wochen etwas nachgelassen. Grund hierfür ist, dass es Tage mit nur wenigen Erdbeben gegeben hat. Optimisten sehen hierin eine Entspannung der Situation und geben ihnen Grund zur Hoffnung, die ich als optimistischer Pessimist nicht teile Grund hierfür ist die anhaltende Bodenhebung, deren Hebegeschwindigkeit weiterhin bei 25 mm im Monat liegt. Zudem zeigt eine neue Studie – über die ich ausführlicher in den nächsten Tagen berichten werde –, dass die Erdbebenhäufigkeit trotz anhaltender Bodenhebung abnehmen kann, weil Störungen immer schwerer anzuregen sind.

Erdbeben © INGV

Trotz des vermeintlichen Rückgangs der Seismizität registrierten Vulkanologen des INGV in der Woche vom 15. bis 21. Dezember 2025 insgesamt 76 Erdbeben. Die stärksten dieser Erschütterungen erreichten eine Magnitude von bis zu 2,0. Besonders auffällig waren zwei kleine Erdbebenschwärme am 15. und 19. Dezember. Trotz dieser seismischen Aktivität sehen Wissenschaftler derzeit keine Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende größere Eruption.

Parallel zu den Erdbeben beobachten die Forscher eine konstant anhaltende Bodenhebung. Seit Anfang Oktober steigt die Erdoberfläche im Zentrum der Campi Flegrei mit einer Geschwindigkeit von etwa 2,5 Zentimetern pro Monat an. Insgesamt hat sich der Boden an einer Messstation nahe Pozzuoli seit Jahresbeginn um mehr als 21 Zentimeter angehoben. Diese Verformungen werden sorgfältig überwacht, da sie Hinweise auf Veränderungen im unterirdischen Magmasystem liefern können.

Auch die Gasemissionen des Vulkans zeigen interessante Entwicklungen. Im Bereich Pisciarelli, einer bekannten Zone mit hoher vulkanischer Gasfreisetzung, blieb der CO₂-Fluss in der letzten Woche stabil, ohne plötzliche Anstiege. Die Temperatur der Fumarolen dort lag bei etwa 94 Grad Celsius. Im Kontrast dazu erhitzt sich die Hauptfumarole BG im Krater der Solfatara in den letzten Wochen weiter: Ihre Temperatur stieg auf durchschnittlich 173 Grad Celsius – ein Zeichen für zunehmende Wärme und Aktivität im hydrothermalen System.

Die langjährige Beobachtung zeigt, dass der Vulkan weiterhin magmatisch aktiv ist, sich aber in einem stabilen Zustand befindet. Die Vulkanologen betonen, dass Änderungen in den Messdaten umgehend kommuniziert werden würden, um die Bevölkerung bestmöglich zu informieren und vorzubereiten.

Kilauea: Neue Lavafontänen-Eruption zum Jahrestag

Kilauea auf Hawaii bricht erneut aus – Eruption zum Jahrestag der Weihnachtseruption

Heute Morgen beginnt der Kilauea auf Hawaii mit der 39. eruptiven Episode des Ausbruchs, der genau vor einem Jahr begann. Auf Hawaii ist es noch abends am 23. Dezember. Damit beweist der Vulkan eindrucksvoll seine Pünktlichkeit. Kurz nach Einsetzen der Episode begann die Förderung intensiver Lavafontänen im Halemaʻumaʻu-Krater, die wieder beachtliche Höhen erreichen und den Kraterboden mit Lava fluten.

Nach ersten Überläufen und kurzen Unterbrechungen am frühen Abend setzte gegen 20:10 Uhr HST an beiden Gipfelventen starkes Fontänieren ein. Zunächst stiegen die Lavafontänen nur wenige Dutzend Meter hoch, doch die Intensität nahm rasch zu. Bereits gegen 20:45 Uhr erreichten beide Fontänen Höhen von rund 200 Metern. Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein deutliches Ungleichgewicht zwischen den beiden Förderschloten: Während die nördliche Fontäne bei etwa 210 Metern stagnierte oder zeitweise zurückging, wuchs die südliche Fontäne weiter an und erreichte kurz vor 22 Uhr eine Höhe von rund 420 Metern.

Die Förderrate war in der Anfangsphase extrem hoch. Für die ersten 30 Minuten des Fontänierens wurden etwa 750 Kubikmeter Lava pro Sekunde berechnet. Mächtige Lavaströme ergossen sich über den Kraterboden und bedeckten innerhalb kurzer Zeit schätzungsweise 10 bis 20 Prozent der Fläche von Halemaʻumaʻu. Eine dichte Eruptionswolke zog in Bodennähe nach Südwesten, während die hochreichende Asche- und Gasfahne in etwa 6.000 Metern Höhe nach Südosten verfrachtet wurde.

Begleitet wurde die Eruption von anhaltendem vulkanischem Tremor und einer zuvor gemessenen deutlichen Inflation des Gipfelbereichs, die den Ausbruch bereits angekündigt hatte. Seit dem Ende der vorherigen Episode Anfang Dezember hatten sich im Magmenreservoir erneut erhebliche Spannungen aufgebaut.

Der Kīlauea befindet sich weiterhin auf Alarmstufe „Watch“, der Flugverkehr wird mit dem Farbcode Orange gewarnt. Die Behörden beobachten die Lage aufmerksam. Für Besucher des Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalparks gilt erhöhte Vorsicht, da sich Aktivität und Förderintensität auch in den kommenden Tagen rasch ändern können.

Kavachi: Submarine Eruption erzeugt Fontänen

Kavachi eruptiert Asche-Schlamm-Wolke. © Devon-Massyn, Ki-verbessert

Unterwasservulkan Kavachi bei den Salomonen aktiv – Seefahrer dokumentierten Eruption

Im südwestlichen Pazifik rückt der Unterwasservulkan Kavachi in den Fokus von Beobachtern und Vulkanologen. In den sozialen Medien wurde ein Video geteilt, das die Eruptionen dokumentiert: Zu sehen sind mehrere zehner Meter hoch aufsteigende, graufärbige Wasserfontänen, intensive Blasenbildung mit Upwelling und grünlich-braune Wasserverfärbungen. Diese sind auch auf Satellitenaufnahmen von Mitte Dezember zu erkennen, was ein typisches Signal für aktive hydrothermale und vulkanische Prozesse unter der Meeresoberfläche ist. Solche Erscheinungen deuten darauf hin, dass Gase, heißes Wasser und feines vulkanisches Material aus dem Vulkanschlot in die Wassersäule aufsteigen.

Kavachi

Kavachi liegt rund 24 Kilometer südlich von Vangunu Island in den Salomonen und zählt zu den aktivsten submarinen Vulkanen der Erde. Sein Gipfel befindet sich nur etwa 20 Meter unter dem Meeresspiegel, weshalb selbst moderate Aktivität rasch an der Oberfläche sichtbar wird. In der Vergangenheit hat der Vulkan mehrfach kurzlebige Inseln gebildet, die jedoch durch Brandung und Erosion schnell wieder verschwanden. Meist äußert sich seine Aktivität durch Verfärbungen des Meerwassers, Gasblasenfelder und turbulente Strömungen, wie sie nun erneut beobachtet wurden.

Die Ursache für diesen anhaltenden Vulkanismus liegt im tektonischen Setting der Region. Die Salomonen befinden sich in einer hochaktiven Subduktionszone, in der die Indo-Australische Platte und mehrere Kleinplatten unter die Pazifische Platte abtauchen. Beim Absinken der Platten werden Wasser und fluide Bestandteile in den Erdmantel eingebracht, senken dort den Schmelzpunkt des Gesteins und fördern die Bildung von Magma. Dieses steigt entlang von Schwächezonen auf und speist eine Kette von Vulkanen – sowohl an Land als auch unter Wasser, wie im Fall von Kavachi.

Die aktuellen Beobachtungen sprechen für eine andauernde, wenn auch überwiegend unterschwellige Aktivitätsphase. Große explosive Ausbrüche sind bislang nicht bestätigt, doch die sichtbaren Plumes und Wasserbewegungen zeigen, dass das magmatische System weiterhin aktiv ist. Kavachi bleibt damit ein eindrucksvolles Beispiel für dynamischen Unterwasservulkanismus, der zwar schwer zugänglich ist, aber dank moderner Satellitentechnik und Augenzeugenberichten zunehmend gut dokumentiert wird.

Stromboli: Lavastrom auf der Sciara del Fuoco

Nahaufnahme Explosion am Stromboli. © André Müller

Neuer Lavaüberlauf und Explosionen aus dem Stromboli-Gipfelkrater – Lavastrom auf der Sciara del Fuoco unterwegs

Am liparischen Inselvulkan Stromboli begann gestern Abend überraschend ein neuer Lavaüberlauf aus dem nördlichsten Schlot des Gipfelkraters. Darüber berichtete nicht nur das INGV, sondern auch der Vulkanspotter André Müller, der gestern Abend einen Livebericht veröffentlichte. Laut André setzte der Lavaüberlauf gegen 18:30 Uhr ein, während das INGV mitteilte, dass der Lavastrom ab etwa 19:50 Uhr MEZ auf den Überwachungskameras sichtbar wurde.

Das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) beschrieb einen mäßig ausgeprägten Lavastrom, der sich langsam talwärts bewegt und dessen Fronten sich im oberen Abschnitt der Sciara del Fuoco befinden.

Aus seismologischer Sicht zeigte der zeitliche Verlauf der mittleren Amplitude des vulkanischen Tremors keine nennenswerten Veränderungen. Die Werte blieben mit geringen Schwankungen im mittleren Bereich. Auch bei Häufigkeit und Amplitude der Explosionsbeben wurden keine signifikanten Abweichungen festgestellt.

Ebenso wurden keine relevanten Veränderungen in den Messdaten der Bodenverformung registriert. Es handelt sich somit um ein vergleichsweise schwaches Ereignis, das die geophysikalischen Parameter nicht maßgeblich beeinflusste.

Der Lavastrom hält auch heute Morgen (23. Dezember) weiter an. Auf der Livecam ist eine thermische Signatur des Stroms erkennbar, der sich weiterhin im oberen Bereich der Sciara del Fuoco bewegt.

Die Lavastromtätigkeit hatte keinen Einfluss auf die explosiven Eruptionen. André gelang es jedoch, mit seiner Drohne kurz vor Beginn des Lavaüberlaufs diese beeindruckende Aufnahme anzufertigen.

Aus den Daten des LGS geht hervor, dass es gestern vor dem Lavaüberlauf eine vergleichsweise hohe Anzahl von VLP-Erdbeben gab, die mit einer erhöhten Häufigkeit strombolianischer Eruptionen einhergingen. Statt der üblichen 5 bis 12 Explosionsbeben pro Stunde wurden mehr als 15 registriert. Der akustische Explosionsdruck war mittelstark. Die Emissionen von Schwefeldioxid und Kohlendioxid wurden hingegen als schwach eingestuft. Der Lavaüberlauf kündigte sich somit nicht durch einen erhöhten Gasfluss an. Auffällig war jedoch eine erhöhte Steinschlagaktivität, die auf eine gesteigerte Explosivität und mögliche Instabilitäten im Gipfelbereich hindeutete: Innerhalb von 24 Stunden wurden insgesamt 13 Steinschlagsignale registriert.

Häufig dauern Lavaüberläufe nur einen Tag an, seltener bis zu zwei Tage. Dafür treten sie jedoch oft in Serien auf, sodass Vulkanspotter über Weihnachten und möglicherweise auch noch über Silvester hinweg auf eine erhöhte Aktivität hoffen dürfen.

Update: Während laut LGS-Bulletin die Kohlendioxid-Konzentration am Stromboli als niedrig eingestuft wurde, ist dem neuesten INGV-Bulletin Gegenteiliges zu entnehmen: Hier heißt es, dass die CO₂-Emissionen am Pizzo sehr hoch seien Mehr dazu morgen.

Vulkan Popocatépetl lebt auf: Aschewolke in 7000 m Höhe

Auflebende Aktivität am Popocatépetl – Ascheemissionen und erhöhte Wachsamkeit

Der mexikanische Vulkan Popocatépetl zeigt nach einer relativ ruhigen Phase erneut eine erhöhte Aktivität. Aktuelle Meldungen des Washington Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) sowie des mexikanischen Nationalen Zentrums für Katastrophenprävention (CENAPRED) belegen, dass es in den vergangenen Tagen erneut zu Explosionen mit Ascheemissionen, und anhaltendem Tremor gekommen ist. Die Behörden halten die Warnstufe unverändert auf Gelb, Phase 2, und rufen die Bevölkerung zur Vorsicht auf.

Nach Angaben des VAAC wurde heute in den frühen Morgenstunden eine Aschewolke registriert, die sich in einer Höhe von 7000 Metern mit einer Geschwindigkeit von ca. 19 km/h in nordöstliche Richtung ausgebreitet hat. Die Asche stieg damit deutlich höher auf als es in den letzten Wochen der Fall gewesen war, was auf einen erhöhten Druck der Explosionen hindeutet.

Parallel dazu berichtet Cenapred von einer anhaltenden inneren Unruhe des Vulkans. Allein innerhalb von 24 Stunden wurden 32 Asche-Dampf-Exhalationen sowie 76 Minuten mittelstarker Tremor registriert. Am Vortag wurden 18 Explosionen und ein vulkanotektonisches Erdbeben dokumentiert. Dieses seismische Signal deuten auf Magmaaufstieg hin.

Der rund 5 426 Meter hohe Stratovulkan, dessen Name aus dem Nahuatl stammt und „rauchender Berg“ bedeutet, liegt nur etwa 70 Kilometer südöstlich von Mexiko-Stadt. Nach Jahrhunderten relativer Ruhe ist er seit 1994 wieder aktiv. Die aktuelle, nahezu kontinuierliche Tätigkeitsphase hält mit wechselnder Intensität seitdem an und hat sich insbesondere seit 2019 durch häufige Explosionen, Ascheemissionen und nächtliche Gluterscheinungen verstärkt.

Der Popocatépetl wird rund um die Uhr überwacht. Experten betonen, dass Gelb Phase 2 keine unmittelbare Evakuierung bedeutet, jedoch eine erhöhte Aufmerksamkeit erfordert. Die Bevölkerung in den umliegenden Bundesstaaten Puebla, Morelos und Estado de México wird aufgefordert, offizielle Informationen zu verfolgen und die Anweisungen der Behörden strikt zu befolgen.

Cenapred warnt eindringlich davor, sich dem Vulkan zu nähern. Besonders der Kraterbereich ist wegen herabfallender glühender Fragmente lebensgefährlich. Die bestehende Sperrzone von 12 Kilometern um den Krater darf nicht betreten werden. Zudem besteht bei Starkregen die Gefahr von Schlamm- und Gerölllawinen in den Abflussrinnen des Vulkans.

Kanlaon emittiert nach Pause erneut Vulkanasche

Erhöhte Aktivität am Kanlaon: Vulkan auf Negros zeigt erneut Unruhe

Der Vulkan Kanlaon liegt auf der philippinischen Insel Negros und begann heute erneut Zeichen erhöhter Aktivität zu zeigen. Wie aus einer offiziellen VONA-Meldung des  VAAC Tokyo hervorgeht, ereignete sich um 02:29 UTC eine Eruption, bei der Tephra bis in eine Höhe von rund 2.700 Metern über dem Meeresspiegel (FL090) aufstieg. Zwar konnte in den Daten des HIMAWARI-9-Satelliten keine eindeutige Vulkanaschewolke identifiziert werden, dennoch dokumentierten Webcamaufnahmen von PHILVOLCS die Emissionen. Die Situation wird weiterhin genau überwacht.

Aus der Infografik von PHIVOLCS geht hervor, dass sich der Kanlaon derzeit auf Alarmstufe 2 befindet, was auf zunehmende magmatische oder hydrothermale Prozesse im Untergrund hindeutet. Innerhalb der letzten 24 Stunden wurde ein vulkanotektonisches Erdbeben registriert, während Messungen der Schwefeldioxid-Emissionen einen Ausstoß von 2.339 Tonnen pro Tag ergaben. Das ist ein vergleichsweise hoher Wert, der auf verstärkte Entgasung eines flachen Magmenkörpers hinweist.

Beobachtet wurde zudem eine etwa 75 Meter hohe Gas- und Dampfsäule, die moderat emittiert wurde und mit dem Wind nach Nordwesten driftete. Geodätische Messungen zeigen eine Inflation des Vulkangebäudes, was auf Druckaufbau im Fördersystem schließen lässt.

Die Behörden warnen eindringlich davor, die 4-Kilometer-Permanent-Danger-Zone (PDZ) zu betreten oder den Vulkan mit Flugzeugen zu überfliegen. Mögliche Gefahren umfassen plötzliche phreatische Explosionen, die ohne Vorwarnung auftreten können, sowie eine mögliche Eskalation hin zu magmatischer Aktivität.

Der Kanlaon ist mit 2.435 Metern Höhe der höchste aktive Vulkan der Insel Negros und zählt zu den aktivsten Feuerbergen der Philippinen. In den letzten zwei Jahren kam es wiederholt zu Unruhephasen mit stärkeren Eruptionen die pyroklastische Ströme generierten, erhöhter Seismizität und Evakuierungen. Mehrfach mussten Sperrzonen durchgesetzt werden, nachdem es zu plötzlichen Explosionen aus dem Gipfelkrater kam, was ein typisches Verhalten für diesen komplexen Stratovulkan darstellt.