Schlammvulkan Piparo: Massive Rissbildungen richten Schäden an

Schlammvulkan Piparo weiter unter Druck – Schäden über die Feiertage

Der Schlammvulkan Piparo liegt im Zentrum der Karibikinsel Trinidad und hat über die Weihnachtsfeiertage seine zerstörerische Kraft entfesselt. In den frühen Morgenstunden des 24. Dezember 2025 nahm die Aktivität deutlich zu und hielt bis zum Folgetag an. In dieser Phase kam es zu häufigen, teils explosionsartigen Ausbrüchen, bei denen Schlamm und Gase über 4 Meter hoch ausgestoßen wurden. Die Eruptionen traten in kurzen Abständen von etwa 10 bis 20 Sekunden auf und waren deutlich hörbar. Soweit handelt es sich um ein Naturphänomen, doch infolge des unterirdischen Druckaufbaus kam es zu starken Bodenhebungen nebst Rissbildungen, die Schäden an der umliegenden Infrastruktur verursachten.

Die Risse durchzogen mehrere Wohnhäuser und Straßen im Umfeld des Schlammvulkans. Mehrere Zufahrtsstraßen wurden beschädigt und zeitweise unpassierbar, während einzelne Gebäude strukturelle Schäden erlitten. Geologen der Universität der Westindies und zuständige Behörden führten fortlaufend Lagebeurteilungen durch und leiteten Sicherheitsmaßnahmen ein, um die Bevölkerung zu schützen.

Wissenschaftlich betrachtet ist Piparo Teil eines außergewöhnlich aktiven geologischen Systems. Trinidad liegt an der Nahtstelle zwischen der Karibischen und der Südamerikanischen Platte, wo seitlich wirkende tektonische Kräfte Sedimente stark komprimieren. In dieser Region haben sich mächtige, wasser- und gasreiche Ton- und Schluffschichten angesammelt. Unter anhaltendem Druck stauen sich Fluide und Gase im Untergrund, bis sie entlang von Schwächezonen entweichen können. Schlammvulkane wie Piparo sind das sichtbare Resultat dieses Prozesses.

Aktuelle Messungen zeigen, dass sich der Druck im Untergrund zwar zeitweise abbaut, das System insgesamt jedoch aktiv und instabil bleibt. Neue Risse fungieren als temporäre Entlastungskanäle, erhöhen jedoch gleichzeitig das Risiko weiterer Bodenbewegungen.

Das Ministerium für ländliche Entwicklung und Kommunalverwaltung erklärte, dass gemeinsam mit Katastrophenschutz, Feuerwehr und weiteren staatlichen Stellen Schadensanalysen durchgeführt und Vorsorgemaßnahmen koordiniert würden. Anwohner wurden erneut aufgefordert, gefährdete Zonen zu meiden und auf mögliche neue Risse oder Gasaustritte zu achten. Auch nach dem Abklingen der stärksten Aktivität gilt Piparo weiterhin als potenzielle Gefahrenquelle, deren Entwicklung eng überwacht wird.

Trinidad ist vulkanischen Ursprungs und liegt vor der Küste es ölreichen Venezuelas. Schlammvulkane sind oft mit entsprechenden Strukturen assoziiert. Weiter nördlich befindet sich der vulkanische Inselbogen der Kleinen Antillen, wo es zahlreiche echte Vulkane gibt. Gestern manifestierte sich östlich von Martinique mit dem Montagne Pele ein Erdbeben der Magnitude 5,5, dass sich auch auf den aktiven Vulkan auswirken könnte.

USA: Boote kentern in Alaska unter Schneelast

Extreme Winterlage in den USA durch Blizzard: Schneelast lässt Boote in Alaska kentern

Im US-Bundesstaat Alaska zeigt sich der Winter derzeit von seiner extremsten Seite. In der Hafenstadt Juneau haben außergewöhnlich starke Schneefälle zu starken Schäden an der Infrastruktur geführt und Hausdächer zum Einsturz gebracht und den Verkehr ausgebremst, so dass das öffentliche Leben zum Stillstand kam. Zudem sanken innerhalb weniger Tage mehrere Boote im Hafen, nachdem schwere, nasse Schneemassen ihre Stabilität überforderten. Mit Schneehöhen von teils über einem Meter und Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt erlebte die Region einen der schneereichsten Jahreswechsel seit Beginn der Aufzeichnungen. Mehrere atmosphärische Flüsse in Kombination mit arktischer Kaltluft sorgten dafür, dass ungewöhnlich viel Niederschlag als Schnee fiel.

Gekentertes Boot

Doch Alaska ist kein Einzelfall. Auch in weiten Teilen der übrigen USA kam es in den vergangenen Wochen zu massiven Wintereinbrüchen. Im Westen brachten kräftige Schneestürme der Sierra Nevada große Neuschneemengen, insbesondere in höheren Lagen Kaliforniens. Straßenverbindungen wurden zeitweise gesperrt, Skigebiete meldeten Rekordschneefälle, während Lawinengefahr und Stromausfälle zunahmen.

Im Mittleren Westen und in den nördlichen Plains sorgten arktische Luftmassen für Blizzards mit starkem Schneefall, eisigen Winden und extrem niedrigen Temperaturen. In einigen Regionen kam es zu Whiteout-Bedingungen, die den Verkehr nahezu zum Erliegen brachten. Auch der Nordosten der USA war betroffen: Schneeschauer, Eisregen und stürmische Böen beeinträchtigten den Flug- und Bahnverkehr, während Städte mit glatten Straßen und Frost zu kämpfen hatten. So erlebte ich den Central Park in New York im Schnee und das Sylvester-Feuerwerk fiel aus.

Meteorologisch betrachtet sind diese Ereignisse Teil einer großräumigen Winterzirkulation. Ein stark mäandrierender Jetstream und Störungen im Polarwirbel ermöglichen es kalter Polarluft, weit nach Süden vorzudringen. Gleichzeitig beeinflussen diese Prozesse den Nordatlantikraum. Die Folge können blockierende Hochdruckgebiete und veränderte Strömungsmuster sein, die nicht nur Nordamerika, sondern auch Europa betreffen.

So steht das extreme Winterwetter in den USA nicht isoliert da. Die gleichen atmosphärischen Mechanismen können dazu beitragen, dass auch in Europa und Deutschland vermehrt kalte Luftmassen, Schneefälle und winterliche Bedingungen auftreten. Der Winter auf beiden Seiten des Atlantiks ist damit Ausdruck eines eng vernetzten globalen Wettergeschehens.

Großflächiger Stromausfall nach Brandanschlag in Berlin

Unter diesen winterlichen Bedingungen – die man bei uns noch nicht als extrem bezeichnen kann – fiel im Berliner Südwesten nach einem Brandanschlag auf Leitungen der Strom für ca. 45.000 Haushalte aus. Die Reparatur dauert voraussichtlich bis Donnerstag. Für die Betroffenen eine Notlage, denn mit dem Strom fielen selbst Gasheizungen aus. Banken, Geldautomaten, Tankstellen und Geschäfte bleiben geschlossen. Das THW ist im Einsatz. Gut, wer für den Krisenfall vorgesorgt hat!

Ätna: Vulkanausbruch im Valle del Bove geht weiter

Lavastrom im Valle del Bove am Neujahrstag. © Boris Behncke/INGV

Lavastrom im Valle del Bove weiterhin aktiv – Debatte um Zugang und Sicherheit am Ätna

Der Lavastrom am Ätna ist weiterhin aktiv, auch wenn die Förderrate in den letzten Stunden abgenommen hat. Das Lavafeld des zähen Aa-Lavastroms wächst weiter, die Lavafront hat aber flacheres Gelände erreicht und stagniert mehr oder weniger. Die am weitesten fortgeschrittene Front befindet sich auf 1360 m Höhe über dem Meeresspiegel. Die aktive Front des Lavastroms liegt derzeit bei rund 1.600 Metern Höhe.




Thermalbild. © INGV

Nach Angaben des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) ist die Aktivität im Bereich zwischen 1.700 und 1.800 Metern nahe der Rocca Musarra am intensivsten: Dort speist ein Hauptkanal mehrere kleinere Lavaströme, die sich teilweise über bereits erstarrte Lava der Vortage legen. Parallel dazu setzt sich die strombolianische Aktivität am Voragine-Krater fort, begleitet von leichter Ascheemission.

Auch die geophysikalischen Messdaten unterstreichen die anhaltende Unruhe des Vulkans. Seit dem 2. Januar gegen 11 Uhr zeigt das vulkanische Tremor-Signal deutliche Schwankungen und erreicht zeitweise hohe Werte. Heute bewegt sich der Tremor im unteren Teil des Roten Bereichs. Die Quellen dieses Tremors werden in unmittelbarer Nähe des Voragine-Kraters lokalisiert, in Höhen zwischen 2.800 und 3.000 Metern. Eine genaue Auswertung der Infraschall-Daten war aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen bislang nicht möglich.

Flache Erdbeben vor der Eruption. © INGV

Auf den Livecams sieht man heute Abend Rotglut an der Voragine und die thermale Signatur des Lavastroms.

Meine Analyse der Erdbebendaten zeigt, dass es nicht nur am 30. Dezember mehrere Erdbeben nahe der Oberfläche gab, sondern auch am Folgetag, als die Eruption einsetzte. Das INGV hätte eigentlich vor der Tätigkeit warnen können, unterließ aber jegliche Prognose. Ob es daran lag, dass man eine Gefährdung der Bevölkerung ausschloss, oder weil man es schlicht weg übersah, bleibt rätselhaft.

Zugangsbeschränkungen sorgen für Diskussionen

Vor dem Hintergrund des seit dem 1. Januar 2026 andauernden Ausbruchs hat die Gemeinde Milo mit einer Verordnung den Zugang zum Valle del Bove eingeschränkt. Ziel ist der Schutz der öffentlichen Sicherheit – insbesondere angesichts eines unkontrollierten Besucherandrangs, der Sicherstellung freier Zufahrtswege für Einsatzfahrzeuge auf der Straße Mareneve SP sowie des strikten Verbots, sich der Lavafront auf weniger als 200 Meter zu nähern.

Der regionale Verband der Natur- und Vulkanführer Federescursionismo Sicilia unterstützt diese Sicherheitsziele ausdrücklich, übt jedoch zugleich Kritik an der aus seiner Sicht zu strengen Auslegung der Maßnahmen. Der Verband betont, dass zertifizierte Naturführer seit Jahren im Ätna-Gebiet tätig seien und über die notwendige fachliche und praktische Erfahrung verfügten, um Besucher verantwortungsvoll zu begleiten und sie in die Nähe der Lavaströme zu führen.

Für die Bevölkerung an den Hängen des Ätna, insbesondere auf der Ostseite und im Raum Catania, ist der Vulkan seit jeher Teil der eigenen Geschichte und Identität. Die bewusste, fachlich begleitete Beobachtung von Ausbrüchen habe in der Vergangenheit stattgefunden, ohne zwangsläufig zu gefährlichen Situationen zu führen, argumentiert der Verband. Wie in den Bergen oder auf dem Meer gehe es nicht um ein absolutes Verbot, sondern um intelligentes Risikomanagement und fordert Zugang von geführten Gruppen zu den Lavaströmen.

Teneriffa: Erdbeben Mb 2,4 in geringer Tiefe

Erdbeben Mb 2,4 erschütterte den Teide auf Teneriffa – 50 Erdbeben auf Wochensicht

Am Vulkan Pico del Teide auf Teneriffa ereignete sich gestern Abend um 18:15:59 Uhr ein Erdbeben der Magnitude 2,4. Die Herdtiefe lag auf Niveau des Meeresspiegels unter dem Vulkan. Das Epizentrum befand sich südwestlich des Pico del Teide innerhalb der Caldera las Cañadas, im Bereich des Pico Viejo, wo es zuletzt 1790 zu einer Eruption gekommen war. Auch im Verlauf der letzten Woche war die Erdbebenaktivität auf Teneriffa und den Kanarischen Inseln hoch.

Teneriffa. © EMSC/Leaflet

Den jüngsten Berichten von INVOLCAN/Guayota ist zu entnehmen, dass es in der letzten Woche des Jahres 2025 und in den ersten beiden Tagen des neuen Jahrs (Beobachtungszeitraum 26.12.2025–02.01.2026) zu 50 Erschütterungen auf und um Teneriffa gekommen ist. Das stärkste Beben war das oben aufgeführte der Magnitude 2,4. Das Beben stand vermutlich mit dem langsamen Aufheizungsprozess des Pico del Teide in Verbindung, denn auf Teneriffa zeigten sich weiterhin vulkanische Entgasungen und Bodenaufblähungen, die auf ein aktives vulkanisch-hydrothermales System unter der Caldera des Teide hinweisen. Besonders die erhöhten Kohlendioxidemissionen (CO₂) lassen auf einen anhaltenden Druckprozess schließen, der seit 2016 beobachtet wird. Bodenverformungen blieben zwar auf einem moderaten Niveau ohne signifikante Abweichungen, dennoch wird die Situation weiterhin genau überwacht.

Das stärkste Erdbeben der Woche ereignete sich am Montag, den 29. Dezember 2025, auf der Insel El Hierro. Mit einer Magnitude von 3,5 war dieses Beben spürbar und Teil einer Reihe kleinerer Erdstöße, die auf eine magmatische Bewegung unter der Insel hindeuten. Insgesamt registrierte das kanarische seismische Netzwerk in den letzten sieben Tagen 69 Erdbeben geringer Stärke, verteilt auf die Inseln Teneriffa, Gran Canaria, El Hierro und La Palma.

Auf La Palma sind die vulkanischen und geophysikalischen Parameter weiterhin nicht vollständig zur Normalität zurückgekehrt, weshalb die Warnstufe auf Gelb verbleibt. Die Seismizität auf der Insel ist zwar gering und deutlich niedriger als während des Ausbruchs 2021, doch werden die Entwicklungen von den Behörden genau beobachtet.

Die übrigen Inseln Lanzarote, Gran Canaria, Teneriffa und El Hierro zeigen derzeit grüne Warnstufen, sodass für Bewohner und Besucher keine Einschränkungen bestehen. Die moderate tektonische Aktivität, beispielsweise entlang der Störungszonen zwischen Teneriffa und Gran Canaria, ist weiterhin charakteristisch für den Archipel.

Island: Erdbeben und Bodenhebung am 03.01.2026

Erdbeben Mb 4,2 unter Bardarbunga auf Island – Bodenhebung bei Svartsengi hält an

Die Erdbebenaktivität auf Island ist in den letzten Tagen wieder deutlich höher als in den Wochen zuvor. Am Neujahrstag ereignete sich unter dem subglazialen Vulkan Bardarbunnga ein Erdbeben der Magnitude 4,2. Es hatte eine Herdtiefe von etwa 10 Kilometern und lag westlich der Caldera. Es war der stärkste Erdstoß in diesem Bereich seit Oktober vergangenen Jahres. Das Beben wurde deutlich wahrgenommen und löste mehrere schwächere Nachbeben aus.

Erdbeben. © IMO

Auch heute kam es zu weiteren Erdstößen im Bereich des mächtigen Zentralvulkans, der sich direkt über dem Zentrum des Island-Mantelplumes befindet. Der etwas weiter südlich gelegene Grímsvötn wurde ebenfalls von schwachen Erdbeben erschüttert. Hier zeigt die GNSS-Messstation in der zweiten Dezemberhälfte einen scharfen Anstieg, dem ein ebenso schneller Rückgang folgte, sodass unterm Strich kaum eine dauerhafte Bodenverformung verblieb. Dennoch stehen beide Vulkane ganz weit oben auf der Liste potenziell eruptiver Vulkane, die in den kommenden Jahren auf Island aktiv werden könnten.

Zu diesen Feuerbergen zählt auch die Askja. Zwar liefern die GNSS-Stationen aufgrund der Schneebedeckung aktuell keine Daten, doch auf Jahressicht hob sich der Boden hier um etwa 90 Millimeter. Damit hat sich die Bodenhebung im Vergleich zu den Vorjahren weiter verlangsamt, doch seit Beginn der Hebungsphase im Herbst 2012 stieg das Gelände insgesamt um fast 900 Millimeter an. Im Untergrund hat sich mehr als genug Magma angesammelt, um eine kräftige Eruption zu ermöglichen.

Ähnlich stellt sich die Situation im Svartsengi-Gebiet auf der Reykjanes-Halbinsel dar. Auch hier ist ausreichend Schmelze im Untergrund vorhanden, um jederzeit eine Eruption auszulösen. Die Vorwarnzeit könnte dabei nur wenige Minuten betragen, weshalb in diesem Areal höchste Wachsamkeit geboten ist. Unmittelbar vor einer Eruption würde vom Zentrum der sich öffnenden Spalte aus Dampf aufsteigen. Es gilt jedoch keinesfalls als sicher, dass es erneut bei Sundhnúkur zu einer Eruption kommen wird, da sich die eruptive Aktivität auch verlagern könnte. Der Anstieg der Bodenhebung bei Svartsengi – wo sich der flache Magmenkörper befindet, der die Eruptionen entlang der Sundhnúkur-Kraterreihe speiste – hat sich weiter abgeschwächt, und es werden kaum Erdbeben in diesem Gebiet registriert. Dafür nahm in den vergangenen 48 Stunden die Erdbebenaktivität bei Fagradalsfjall und Krýsuvík zu. Signifikante Bodendeformationen sind dort derzeit jedoch nicht zu beobachten.

Manam: Vulkanasche und Wärmestrahlung am 03.01.2026

Anhaltende Aktivität am Vulkan Manam: Aschewolken und Wärmestrahlung detektiert

Der Inselvulkan Manam liegt vor der Nordküste Papuas-Neuguineas und zeigt zu Beginn des neuen Jahres Aktivität: Nach Angaben des VAAC Darwin wurden am 3. Januar kontinuierliche Vulkanascheemissionen beobachtet, die sich vom Gipfel aus ostwärts ausbreiten und eine Höhe von 2400 Metern erreichen. Daten des Wettersatelliten HIMAWARI-9 geben auf MIROVA eine Höhe von FL080 an. Die Aschewolken bewegten sich langsam und erreichten eine Geschwindigkeit von etwa fünf Knoten (9 km/h) und blieben laut Prognosen über viele Stunden nachweisbar.

Manam. © VAAC Darwin

Ergänzend dazu registrierte das thermische Überwachungssystem MIROVA eine Wärmeanomalie von rund 67 Megawatt. Diese moderate thermische Signatur deutet darauf hin, dass heißes magmatisches Material an der Oberfläche ausgetreten ist. Möglicherweise gibt es einen kleinen Lavastrom. Die Wärmeanomalie könnte aber auch durch eine Ansammlung glühender Tephra im Kraterbereich verursacht werden. In Kombination mit der Asche spricht dies für eine starke strombolianische Aktivität: Gasentlastungen und Explosionen fördern Asche, während glühendes Material im Schlot oder Krater eine messbare Wärmequelle bildet.

Manam gehört zu den aktivsten Vulkanen Papua-Neuguineas. Der etwa 1.800 Meter hohe Inselvulkan liegt im Bismarckmeer und ist ein steiler Stratovulkan mit mehreren Gipfelkratern. Seine Geschichte ist geprägt von häufigen Ausbrüchen, Ascheemissionen und zeitweiligen Lavaüberläufen. Besonders bekannt sind Episoden, bei denen anhaltende Aktivität zu Evakuierungen der Inselbevölkerung führte.

Die aktuelle Phase reiht sich in dieses bekannte Muster ein: keine extreme Eskalation, aber eine anhaltende, magmatisch gespeiste Unruhe. Für die Luftfahrt bleibt Manam damit relevant, für Vulkanologen ein weiterer Beleg für die dauerhafte Aktivität eines der dynamischsten Vulkane der Region.

Der Manam wurde nach einem starken Erdbeben der Magnitude 6,5 aktiver, das sich am 22. Dezember in der Nähe des Inselvulkans an der Nordostküste von Papua ereignete. Aber auch vor dem Erdbeben gab es sporadische Aktivität, so dass nicht zweifelsfrei davon ausgegangen werden kann, dass der Erdstoß die aktuellen Eruptionen triggerte. Die Möglichkeit besteht aber.

Vogtland: Spürbares Erdbeben Mb 3,3 infolge einen Schwarms

Spürbares Erdbeben Mb 3,3 erschütterte Vogtland – Zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen

Datum: 01.01.2026 | Zeit: 16:38:25 UTC | Koordinaten 50.262 ; 12.449 | Tiefe: 8 km | Mb 3,3

Die deutsch-tschechische Grenzregion des Vogtlands wird seit dem Neujahrstag erneut von einem intensiven Erdbebenschwarm erschüttert, dessen stärkstes Einzelbeben von den Anwohnern der Region sogar deutlich gespürt wurde. Die stärkste Erschütterung ereignete sich am 01.01.2026 um 16:38:25 Uhr und erreichte eine Magnitude von 3,3. Das Beben trat in acht Kilometern Tiefe bei den Dezimalkoordinaten 50.262 ; 12.449 auf und wurde vom GFZ rund 11 Kilometer südlich des deutschen Klingenthal lokalisiert. Tatsächlich lag das Epizentrum auf tschechischem Hoheitsgebiet östlich von Luby, in jenem Gebiet, in dem es bereits seit Monaten immer wieder zu Erdbeben kommt.




Beobachtungen zeigen, dass sich die Mehrzahl der Beben erneut in südliche Richtung verlagerte und dort einen Cluster bildete – in jenem Bereich, in dem sich die Aktivität bereits vor der nordwärts gerichteten Wanderung im Dezember konzentriert hatte.

Die Berichte der Bebenzeugen sind teilweise widersprüchlich: Während viele Anwohner von einem lauten Knall oder Grollen berichten, das den spürbaren Erschütterungen unmittelbar vorausging, geben andere an, das Beben habe sich nahezu geräuschlos ereignet. Die Mehrheit der Betroffenen beschreibt einen kräftigen Ruck, der Gebäude erschütterte und Geschirr zum Klirren brachte. Vergleichsweise wenige Menschen sprechen von einem eher „müden“ Erdbeben. Es handelte sich zudem weder um den ersten noch um den letzten spürbaren Erdstoß: Neben dem Beben der Magnitude 3,3 traten mehrere weitere Erschütterungen im Magnitudenbereich um 2 auf, die ebenfalls wahrgenommen wurden. Darüber hinaus ereigneten sich Hunderte schwacher Erdbeben mit Magnituden unter 2,0. Bezieht man auch die extrem schwachen Vibrationen mit negativen Magnituden ein, die nicht exakt lokalisiert werden können, steigt die Gesamtzahl der registrierten Ereignisse auf mehrere Tausend.

Die genaue Ursache der Schwarmbeben, die in dieser Region phasenweise seit Jahrzehnten auftreten, ist weiterhin Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Eine plausible Hypothese geht davon aus, dass magmatische Fluide aufsteigen, den Porendruck erhöhen und dadurch Störungszonen aktivieren oder das Gestein direkt zum Bruch bringen. Die Erdbebensignale sind dabei häufig vulkanotektonischen Ursprungs. In der Region treten zudem ausgeprägte Mofetten auf, aus denen vor allem Kohlendioxid, aber auch Kohlenmonoxid, austritt und denen immer wieder Insekten, Vögel und Kleinsäuger zum Opfer fallen. Solange diese Gase jedoch kalt bleiben, besteht keine unmittelbare Gefahr eines Vulkanausbruchs.

USA: Massive Überflutungen in San Diego

Starke Überflutungen an der Küste von San Diego – Atmosphärischer Fluss verursachte Starkregen

Heftige Regenfälle haben am Neujahrstag in San Diego zu großflächigen Überschwemmungen geführt, die enorme Schäden verursachten. Besonders stark betroffen war das tiefliegende Mission Valley, wo Straßen, Parkplätze und Unterführungen innerhalb kurzer Zeit unter Wasser standen. Die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht aufnehmen, so dass sie wie Geysire aus den Gullies schossen und sich das Hochwasser rasch ausbreitete. Zahlreiche Fahrzeuge wurden von den Fluten eingeschlossen oder beschädigt, der Straßenbahnverkehr in der Innenstadt musste zeitweise eingestellt werden. Auch Einkaufsbereiche wie das Fashion Valley standen stellenweise knietief unter Wasser. 

San Diego

Die Einsatzkräfte waren den ganzen Tag über gefordert. Feuerwehr, Polizei und Rettungsschwimmer führten zahlreiche Wasserrettungen durch. In Mission Valley wurden unter anderem ein Erwachsener und ein Kind aus einem von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeug gerettet. In einem weiteren Einsatz saß ein Mann unter einer Brücke nahe der State Route 163 im hüfthohen Wasser fest und musste mit einem Rettungsboot in Sicherheit gebracht werden. Auch außerhalb der Stadt kam es zu gefährlichen Situationen: Am Lake Hodges wurde eine Frau von der starken Strömung eines Bachs mitgerissen, konnte jedoch von Rettungskräften gefunden und ins Krankenhaus gebracht werden. Alle Geretteten befinden sich nach Behördenangaben in stabilem Zustand.

Ursache der Unwetter war eine ausgeprägte Wetterlage über dem Pazifik. Meteorologen sprechen von einer feuchten Luftströmung, die große Mengen Wasserdampf nach Südkalifornien transportierte. Dieses Phänomen wird als sogenannter „atmosphärischer Fluss“ bezeichnet. Trifft diese feuchte Luft auf kühlere Luftmassen, kommt es zu intensiven und anhaltenden Niederschlägen. In San Diego führte dies dazu, dass innerhalb kurzer Zeit ungewöhnlich viel Regen fiel und die Infrastruktur überfordert war.

Für die kommenden Tage erwarten Wetterdienste zwar weitere Schauer, diese sollen jedoch deutlich schwächer ausfallen. Die Behörden mahnen dennoch zur Vorsicht und rufen dazu auf, überflutete Straßen und Wege konsequent zu meiden.

Mexiko: Erdbeben Mw 6,5 am 02.01.2026

Starkes Erdbeben Mw 6,5 erschüttert Urlaubsregion im Süden Mexikos

Datum: 02.01.2026 | Zeit: 13:58:18 UTC | Koordinaten 16.902 ; -99.303 | Tiefe: 35 km | Mw 6,5

Heute manifestierte sich ein Erdbeben der Magnitude 6,5 im Bundesstaat Guerrero im Süden Mexikos. Der Erdstoß ereignete sich um 13:58 UTC und hatte ein Epizentrum, das vom EMSC 15 km nördlich von San Marcos verortet wurde. Das bekanntere Acapulco liegt 65 km entfernt. Die Herdtiefe betrug 35 km. Schäden sind möglich, wurden bis jetzt aber nicht gemeldet, dafür liegen aber zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen vor, die den Erdstoß als stark beschreiben.

Mexiko. © EMSC/Leaflet

Die Region Guerrero liegt an der Pazifikküste Mexikos und wird von der Subduktionszone des Mittelamerikagrabens (Middle America Trench) geprägt. Hier taucht die Kokosplatte mit einer Geschwindigkeit von etwa 6–7 cm pro Jahr unter die Nordamerikanische Platte ab. Dieser Prozess ist die Hauptursache für starke Erdbeben entlang der mexikanischen Südküste.

Das Hypozentrum in 35 km Tiefe spricht für ein sogenanntes interplattiges Subduktionsbeben, also ein Erdbeben, das durch ruckartiges Gleiten an der Kontaktfläche zwischen den beiden Platten ausgelöst wurde. Genau diese Art von Beben ist typisch für Guerrero und verantwortlich für viele der historisch zerstörerischsten Erschütterungen in Mexiko.

Besonders bekannt ist die Region zudem für das sogenannte „Guerrero-Seismische-Gap“ – ein Abschnitt der Subduktionszone, in dem sich über Jahrzehnte hinweg Spannungen aufbauen können. Zwar ereignen sich dort auch langsame, „stille“ Erdbeben (Slow Slip Events), doch starke klassische Beben wie dieses zeigen, dass die Spannungsfreisetzung weiterhin unvollständig ist.

Mit einem Epizentrum rund 65 km ostnordöstlich von Acapulco und in relativer Nähe zu San Marcos war das Beben in weiten Teilen der Pazifikküste deutlich spürbar. Die Tiefe von 35 km begünstigt eine weiträumige Wahrnehmbarkeit, reduziert aber im Vergleich zu sehr flachen Beben das extreme Schadenspotenzial direkt über dem Epizentrum.

Vulkane in der Nähe?

Direkt im Bundesstaat Guerrero gibt es keine aktiven Vulkane. Dennoch steht das Erdbeben indirekt im Zusammenhang mit dem mexikanischen Vulkanismus, denn derselbe Subduktionsprozess speist weiter nördlich den Transmexikanischen Vulkangürtel.

Die nächstgelegenen bekannten aktiven Vulkane sind:

  • Popocatépetl (aktiv, häufig explosive Eruptionen)
  • Colima (Volcán de Fuego), einer der aktivsten Vulkane Mexikos

Diese liegen jedoch mehrere hundert Kilometer nordöstlich bzw. nordwestlich des Epizentrums. Ein direkter Zusammenhang zwischen diesem Erdbeben und akuter vulkanischer Aktivität ist daher nicht gegeben. Solche Subduktionsbeben können langfristig Spannungsänderungen im Plattensystem bewirken, lösen aber in der Regel keine unmittelbaren Eruptionen aus.

Zusammenfassend handelt es sich um ein typisches starkes Subduktionsbeben an der Pazifikküste Mexikos, verursacht durch die fortschreitende Kollision der Kokosplatte mit der Nordamerikanischen Platte. Die Region bleibt aufgrund ihrer tektonischen Lage dauerhaft hochgefährdet – sowohl seismisch als auch langfristig im Zusammenhang mit dem Vulkanismus des Landes.

Update 18:00 Uhr: Inzwischen gibt es erste Schadensmeldungen aus Orten in Nähe des Epizentrums. Es gab mindestens 2 Todesopfer.