Ätna: Lavastrom im Valle bleibt bei limitierten Zugang aktiv

Lavastrom am Ätna weiterhin aktiv – Zugangskontrollen zum Valle del Bove aktiv durchgeführt

Der Lavastrom im Valle del Bove (Tal des Ochsen) am sizilianischen Vulkan Ätna ist weiterhin aktiv. Trotz des schlechten Wetters ist die Lavafront auf der Thermalcam sichtbar. Sie liegt knapp unterhalb der Wolkendecke. Der Stärke des Signals nach zu urteilen, ist ein neuer Lavaschub unterwegs. Berichten zufolge gibt es am Zugang zum Valle del Bove bei Pietracannone Kontrollen: Man darf sich der Lavafront nur mit Begleitung eines zertifizierten Vulkanführers einer bestimmten Vereinigung bis auf 200 Meter nähern. Selbst andere Vulkanprofis sind von der Regelung nicht ausgenommen.



Thermalaufnahme INGV

Einerseits kann ich verstehen, dass die Behörden besorgt sind, Unfälle vermeiden wollen und den Zugang zum Eruptionsgebiet limitieren, andererseits finde ich es erstaunlich, dass nicht differenziert wird und auch Vulkanprofis und Pressevertreter von der Regelung nicht ausgenommen sind, insbesondere, da die Risiken an einem Lavastrom auf flachem Gelände bei weitem nicht so groß sind wie direkt an einem explosiv tätigen Krater. Der Vulkan- und Pressefotograf und Gründer von EtnaWalk, Giuseppe Distefano, postete auf FB, dass es aber offenbar doch Ausnahmen gibt, wenn man eine hochgestellte Persönlichkeit ist, die über entsprechende Beziehungen verfügt. So beobachtete er, wie eine ihm bekannte Person in Begleitung von 2 Freunden an den Posten vorbei marschierte, ohne sich in der Besucherliste eintragen zu lassen, was die Posten akzeptierten. Der Vorgang führte zu einiger Empörung im Netz. Den Kommentaren ist zu entnehmen, dass die Verbotspolitik am Ätna (und nicht nur dort) vielen Menschen auf die Nerven geht!

Bilder dokumentieren allerdings auch den großen Besucheransturm: So ist die kurvenreiche Straße zwischen Milo und dem Valle del Bove am Wochenende komplett zugeparkt gewesen. Aufnahmen vom 3. Januar zeigen, wie sich Hunderte Schaulustige unmittelbar vor der Lavafront aufbauten. Etwas, was natürlich auch nicht geht.

Aus einem aktuellen Bericht des INGV geht hervor, dass die Lavafront, die gestern in etwa 1400 m ü. NN zum Stillstand gekommen war, inzwischen eine Höhe von rund 1360 m ü. NN erreicht hat und sich mit den Lavazungen der vorhergehenden Tage vereinigte. Auf etwa 1500 m ü. NN, wurde zudem ein neuer aktiver Lavastrom festgestellt, der sich ebenfalls mit den bestehenden Strömen überlagert.

Aus seismologischer Sicht zeigte die mittlere Amplitude des vulkanischen Tremors ab etwa 00:00 UTC am 5. Januar einen langsamen und kontinuierlichen Anstieg, der gegen 05:20 UTC seinen Maximalwert erreichte. Anschließend folgte ein abrupter Rückgang der Amplitude, die derzeit auf einem niedrigen Niveau liegt. Die Quelle des vulkanischen Tremors wird nordwestlich des Südostkraters in einer Höhe von etwa 1500 bis 2000 m über dem Meeresspiegel lokalisiert, was eine Verlagerung der Tremorquelle darstellt: bislang lagen die Signale unter dem Nordostkrater. Möglicherweise deutet sich hier an, dass der Südostkrater aktiv wird.

Um 05:19 UTC wurde zudem ein deutliches seismisches Signal registriert, das insbesondere an den Gipfelstationen etwa zwei Minuten anhielt. Dieses Ereignis steht weder mit Bruchprozessen noch mit explosiver Aktivität in Zusammenhang, sondern wird vermutlich durch einen Erdrutsch verursacht.

Puracé: Ascheemissionen am 05. Januar

Anhaltende Aktivität am Vulkan Puracé – Ascheemissionen begründen erhöhte Warnstufe

Der Vulkan Puracé im Südwesten Kolumbiens bleibt weiterhin aktiv. Nach Angaben des Servicio Geológico Colombiano (SGC) sowie der Washington Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) zeigen aktuelle Daten, dass der Vulkan auch Anfang Januar 2026 kontinuierlich Gas- und Ascheemissionen freisetzt. Die kolumbianischen Behörden halten daher die Warnstufe Orange für den Vulkan in der Kette Los Coconucos aufrecht.

Puracé Archivbild vom Dezember

In einem außerordentlichen Bulletin vom 4. Januar 2026 erklärte der SGC, dass mehrere überwachte Parameter weiterhin signifikante Anomalien aufweisen. Insbesondere wurde eine anhaltende seismische Aktivität registriert, bestehend aus Tremor-Signalen und langperiodischen Erdbeben. Diese deuten auf die fortgesetzte Bewegung von Gasen und anderen Fluiden im Fördersystem des Vulkans hin. Zusätzlich bestätigten Überwachungskameras und Sensoren wiederholte Emissionen von Vulkanasche und Gasen, deren direkte Sichtung zeitweise durch dichte meteorologische Bewölkung erschwert war.

Diese Beobachtungen werden durch eine VONA-Meldung des VAAC-Washington vom 5. Januar 2026 (08:42 UTC) gestützt. Demnach stößt der Vulkan weiterhin Vulkanasche aus, die sich vom Boden bis in Höhen von etwa 5.500 m (FL180) ausbreitet. Die Aschewolke wurde im Umfeld des Vulkans lokalisiert und bewegte sich mit geringer Geschwindigkeit in nordwestliche Richtung. Satellitendaten zeigten zwar keine eindeutige Ascheerkennung, was ebenfalls auf starke Wetterbewölkung zurückgeführt wurde, doch bestätigte die VONA-Meldung eindeutig eine laufende Ascheemission.

Für die Luftfahrt stellen diese Emissionen ein Risiko dar, weshalb wiederholt Aschewarnungen herausgegeben wurden. Die VAAC-Prognosen gehen davon aus, dass sich die Windrichtung in den kommenden Stunden allmählich ändern könnte, was die Ausbreitung der Asche beeinflusst.

Der SGC betont, dass die Warnstufe Orange keine unmittelbar bevorstehende große Eruption bedeutet, jedoch eine Phase erhöhter Instabilität kennzeichnet. Die Bevölkerung in den umliegenden Gemeinden wird weiterhin aufgerufen, sich von den Kraterbereichen fernzuhalten und ausschließlich offiziellen Mitteilungen zu folgen. Die vulkanische Aktivität des Puracé bleibt damit ein zentrales Beobachtungsobjekt für Wissenschaftler, Zivilschutz und Luftfahrtbehörden gleichermaßen.

Italien: Schwarmbeben am Rand des Apennin

Erdbebenschwarm erschüttert zentrales Italien – stärkstes Beben mit Magnitude 3,8

Heute Nacht ist es in Zentralitalien zu einem Erdbebenschwarm gekommen, der sich aus mehr als 20 Erschütterungen zusammensetzt. Das stärkste Beben ereignete sich um 02:31 Uhr Ortszeit (01:31 UTC) mit einer Magnitude von 3,8. Das Epizentrum lag rund 14 Kilometer süd-südwestlich von Mogliano in der Region Marche, östlich des Hauptkamms der Apenninen. Die restlichen Erschütterungen hatten Magnituden zwischen 2,0 und 3,3. Die Tätigkeit erstreckte sich über mehrere Stunden. Die Hypozentren lagen dabei auffallend konstant in 21 bis 26 Kilometern Tiefe, was auf die Aktivierung einer tiefer liegenden Störungszone hindeutet.

Italien: © EMSC/Leaflet

Das stärkste Beben wurde in weiten Teilen der Provinzen Macerata und Fermo deutlich gespürt. Berichte über größere Schäden oder Verletzte lagen zunächst nicht vor. Die vergleichsweise große Tiefe der Erdbeben wirkte dämpfend auf die Bodenerschütterungen, auch wenn einzelne Stöße von der Bevölkerung als deutlich wahrgenommen wurden.

Seismologen sprechen von einem klassischen Erdbebenschwarm, da kein einzelnes Vor- oder Nachbeben klar dominiert, sondern viele ähnlich starke Ereignisse in engem Raum und kurzer Zeit auftreten. Die Epizentren konzentrieren sich in einem nur wenige Kilometer großen Gebiet bei etwa 43,08° nördlicher Breite und 13,40° östlicher Länge.

Solche Schwärme sind im zentralen Apennin nicht ungewöhnlich und stehen in Zusammenhang mit der anhaltenden Dehnung der Erdkruste in dieser Region.

Tektonischer Hintergrund: Das Gebirge wird auseinandergezogen

Zentralitalien liegt im Spannungsfeld zwischen der Adria-Mikroplatte und der Eurasischen Platte. Während die Apenninen ursprünglich durch Zusammenstöße und Subduktion entstanden, dominiert heute ein gegenteiliger Prozess: Extension.

Die Erdkruste wird hier gedehnt, weil sich die ehemals subduzierte Lithosphäre unter Italien nach Osten zurückzieht. In der Folge entstehen Abschiebungen, entlang derer sich die Erdkruste ruckartig bewegt – der typische Mechanismus für Erdbeben in dieser Region.

Auch der aktuelle Schwarm wird sehr wahrscheinlich durch eine solche Normalstörung verursacht, die tief in der kontinentalen Kruste aktiv ist.

Das betroffene Gebiet gehört zu den seismisch aktivsten Zonen Italiens. In den vergangenen Jahrzehnten kam es hier wiederholt zu starken Erdbeben, darunter die Ereignisse von 1997 (Umbrien–Marche) sowie die Erdbebenserie 2016–2017 in Mittelitalien.

Ob der aktuelle Schwarm bereits abgeschlossen ist oder weitere Erschütterungen folgen, lässt sich derzeit nicht sicher sagen. Erfahrungsgemäß können solche Serien stunden- bis tagelang andauern, ohne zwangsläufig in ein größeres Beben überzugehen.

Die Behörden riefen die Bevölkerung zur Ruhe auf, empfehlen jedoch – wie in seismisch aktiven Gebieten üblich – Aufmerksamkeit und die Einhaltung grundlegender Vorsichtsmaßnahmen.

Äthiopien: Erdbeben Mb 4,5 am Afar-Dreieck

Mittelstarkes Erdbeben Mb 4,5 erschüttert Randstörung im äthiopischen Afar-Dreieck

Datum: 04.01.2026 | Zeit: 20:05:35 UTC | Koordinaten 13.588 ; 39.782 | Tiefe: 10 km | Mb 4,5

Nachdem es aus seismischer Sicht in den letzten Wochen recht ruhig um das äthiopische Afar-Dreieck bestellt war, manifestierte sich gestern ein mittelstarkes Erdbeben der Magnitude 4,5 am Westrand des Afar-Dreiecks. Die Herdtiefe wird vom EMSC mit 10 Kilometern angegeben, was darauf hindeutet, dass das Hypozentrum nicht genau lokalisiert werden konnte. Das Epizentrum befand sich 35 km ost-nordöstlich von Mekele, das früher als Tor zum Vulkan Erta Alé galt, aufgrund von bürgerkriegsähnlichen Unruhen vor einigen Jahren aber seine Bedeutung verlor.

Afar-Dreieck. © EMSC/Leaflet

Der Erdstoß gestern mag an die Ereignisse von vor einem Jahr erinnern, als es in der Awash-Region des Afar-Dreiecks zu massiven Gangintrusionen zwischen den Vulkanen Fentale und Dofen gekommen war, doch einen direkten Zusammenhang zwischen den Ereignissen damals und dem Beben gestern gibt es nicht. Das aktuelle Beben ereignete sich an der westlichen Schulterstörung des Ostafrikanischen Grabenbruchs, der sich kurz vor der Kreuzung mit den Störungen des Roten Meeres zum Afar-Dreieck weitet. Dennoch deutet das Beben auf weiterhin vorhandene Spannungen im Untergrund hin, die mit der Öffnung des Riftvalleys und der Geburt eines neuen Ozeans zusammenhängen, ein Prozess, der letztendlich auch für die Gangintrusionen verantwortlich ist, denn die Extension der Region bedingt, dass die entstandenen Lücken entlang der Spalten mit Magma verfüllt werden, ähnlich wie es entlang der Mittelozeanischen Rücken geschieht.

In diesem Sinne kann man sagen: Wo Magma ist, ist ein Vulkanausbruch nicht fern. Nach der Explosion am Hayli Gubbi Ende November, die mutmaßlich von Lava verursacht wurde, die ausgehend vom Erta Alé unterirdisch abfloss, ist in der Region keine Schmelze oberflächlich ausgetreten. Dennoch verzeichnet MIROVA immer wieder schwache bis moderate thermische Anomalien am Dofen und gelegentlich auch am Fentale. Hier könnten heiße Gase für die Wärmeabstrahlungen verantwortlich sein, die von den Gangintrusionen ausgehen.

Montagne Pelée: Schwarmbeben mit 110 Erschütterungen

Erdbebenschwarm am Montagne Pelée – Starkes tektonisches Beben vor der Küste sorgt für Aufmerksamkeit

Der Montagne Pelée verstärkte in den letzten Tagen die seismische Aktivität signifikant. Messungen des Observatoire Volcanologique et Sismologique de la Martinique (OVSM) zufolge wurden innerhalb einer Woche 119 vulkanotektonische Erdbeben registriert – mehr als doppelt so viele wie in der Vorwoche. Die Entwicklung wird von Geoforschern als Teil der seit mehreren Jahren anhaltenden Reaktivierungsphase des Vulkans eingeordnet.

Der Montagne-Pelée

Der überwiegende Teil der Ereignisse bestand aus flachen vulkanotektonischen Erdbeben, die in Tiefen zwischen 1,0 und 1,4 Kilometern unterhalb des Gipfels lokalisiert wurden. Diese Beben entstehen durch Mikrorissbildung im Gestein, ausgelöst durch Spannungsänderungen im Vulkangebäude. Das stärkste Ereignis des Schwarms erreichte eine Magnitude von 1,1. Zusätzlich registrierte das OVSM mehrere hybride Erdbeben, die auf die Zirkulation von Gasen und hydrothermalen Fluiden im Inneren des Vulkans hinweisen.

Die Erschütterungen blieben schwach und wurden von der Bevölkerung nicht wahrgenommen. Dennoch beobachten die Wissenschaftler die Entwicklung aufmerksam: In den vergangenen vier Wochen wurden insgesamt 252 vulkanische Erdbeben gezählt, was ein typisch während Aufheizungsphasen ist.

Starkes Erdbeben vor der Küste – kein direkter Zusammenhang

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die Region durch ein deutlich stärkeres Erdbeben der Magnitude 5,7, das sich am Freitagabend, dem 2. Januar 2026, ereignete. Das Epizentrum lag rund 59 Kilometer nordöstlich von Trinity, vor der Küste der Insel, in einer Tiefe von 32 Kilometern. Das Beben war tektonischen Ursprungs und steht im Zusammenhang mit der aktiven Plattengrenze der Kleinen Antillen, an der die Atlantische Platte unter die Karibische Platte abtaucht.

In den betroffenen Gebieten wurde eine starke Erschütterung (Intensität V) gemessen, lokal könnten – abhängig von den Bodenverhältnissen – sogar Intensitäten bis VI oder VII erreicht worden sein. Schäden wurden bislang nicht gemeldet.

Nach Einschätzung von Seismologen besteht kein direkter Zusammenhang zwischen diesem tektonischen Erdbeben und dem vulkanischen Erdbebenschwarm am Montagne Pelée. Während der Schwarm sehr flach im Vulkangebäude entstand, lag das stärkere Beben deutlich tiefer in der Erdkruste und folgt einem anderen geologischen Mechanismus.

Warnstufe bleibt unverändert

Die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Eruption des Montagne Pelée wird weiterhin als gering eingeschätzt. Dennoch schließen die Experten angesichts der langfristigen Entwicklung eine Veränderung der Situation im mittelfristigen Zeitraum – über Wochen oder Monate – nicht aus. Die vulkanische Warnstufe bleibt auf GELB (Wachsamkeit).

Behörden und Wissenschaftler betonen, dass sowohl tektonische Erdbeben als auch vulkanische Unruhe charakteristische Begleiterscheinungen dieser geodynamisch aktiven Region sind. Die Lage wird kontinuierlich überwacht, weitere Einschätzungen veröffentlicht das OVSM in seinen monatlichen Bulletins.

Ätna: Lavastrom im Valle del Bove weiterhin aktiv

Lavastrom am Ätna. © Copernicus

Lava fließt am Ätna im Vale del Bove – Mehrere Generationen von Strömen übereinander

Der Ätna bleibt den 4. Tag in Folge aktiv und erzeugt multiple Lavaströme, die zum Teil übereinander fließen und dabei sind, ein respektables Lavafeld zu formieren. Fotos und Videos dokumentieren das Geschehen und zeigen einen Aa-Lavastrom, von dessen Front metergroße glühende Blöcke abbrechen – so, wie man es von früheren Flankeneruptionen her kennt. Die Aktivität fluktuiert und es gibt stärkere und schwächere Phasen.

Obwohl der Ausbruch relativ intensiv ist, ist er nicht mit den großen Eruptionen von 2001 und 2002 zu vergleichen, als der Vulkan wie eine überreife Tomate aufplatzte und sich mehrere lange Spalten öffneten, die die Vulkanflanken mit Lava überfluteten. Der Ausbruch hat eher die Dimension der subterminalen Lavastromtätigkeit, die wir im letzten Jahr zweimal bewundern konnten. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht bis jetzt nicht.

Auf der Sentinel-Satellitenaufnahme, die von Copernicus geteilt wurde, erkennt man durch den leichten 3D-Effekt schön die Höhenlage der Schlotöffnung. Das Bild stammt vom 1. Januar und zeigt den Lavastrom in einem frühen Entwicklungsstadium.

Wie das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV), Ätna-Observatorium, mitteilt, zeigen aktuelle Aufnahmen der Überwachungskameras sowie Geländebegehungen durch INGV-Mitarbeiter, dass das Lavafeld im Valle del Bove weiterhin aktiv ist. Der Lavastrom, dessen Front am Vortag eine Höhe von 1.360 m über dem Meeresspiegel erreicht hatte, ist derzeit zum Stillstand gekommen und befindet sich in der Abkühlungsphase. Dagegen bleibt der darüberliegende Lavastrom, der gestern bis auf 1.600 m über dem Meeresspiegel vorgedrungen war, aktiv; seine Front liegt aktuell bei etwa 1.400 m über dem Meeresspiegel. Auf der Thermalcam-Aufnahme ist seine Spur deutlich sichtbar.

Parallel dazu hält die strombolianische Tätigkeit im Voragine-Krater mit wechselnder Intensität an und wird von sporadischen, schwachen Ascheemissionen begleitet, die sich rasch im Gipfelbereich ausbreiten. Aus seismologischer Sicht befindet sich die mittlere Amplitude des vulkanischen Tremors trotz gewisser Schwankungen weiterhin auf einem normalen Niveau. Die Hauptquellen des Tremors scheinen im Bereich des Voragine-Kraters in Höhenlagen zwischen etwa 2.800 und 3.000 m über dem Meeresspiegel lokalisiert zu sein.

Eine verlässliche Analyse der Infraschallsignale hinsichtlich ihrer Häufigkeit und Herkunft war aufgrund starker Störgeräusche infolge ungünstiger Wetterbedingungen nicht möglich. Die Messdaten der Neigungs- und GNSS-Netzwerke zeigen derzeit keine signifikanten Veränderungen.

Wie gestern berichtet, gibt es Zugangsbeschränkungen zum Lavastrom. Wer sich das Naturspektakel von der Serra della Concazze aus anschauen will, sollte unbedingt auf eine alpine Winterausrüstung nebst Steigeisen achten, denn die Hänge im Nornen können besonders nach Einbruch der Nacht vereisen. Die Bergrettung musste bereits anrücken und zwei junge Männer aus einer Notlage retten.

Piton de la Fournaise weiterhin im Alarmzustand

Piton de la Fournaise: Magmaintrusion gestoppt – Alarmstufe weiter erhöht

Der französische Vulkan Piton de la Fournaise auf der Insel La Réunion (Indischer Ozean) zeigt weiterhin Zeichen erhöhter Aktivität, obwohl die jüngste Magmaintrusion vom 1. Januar 2026 als endgültig gestoppt gilt. Nach einer intensiven seismischen Krise am Morgen des Neujahrstags hatte sich die Lage zunächst zugespitzt, und viele Beobachter hofften auf einen baldigen Ausbruch. Doch das erwartete Magma kam -zum wiederholten Mal- nicht an die Oberfläche.

Fournaise

Trotzdem bleibt die Situation angespannt: In den vergangenen Stunden ist die seismische Aktivität erneut auf ein Niveau angestiegen, das mit jenem vor der Intrusion vergleichbar ist. Wissenschaftler berichten von etwa ein bis drei Erdbeben pro Stunde. Parallel dazu wird eine langsame, aber kontinuierliche Aufblähung des Gipfelbereichs registriert, was als ein deutliches Zeichen für eine anhaltende Druckzunahme im oberflächennahen Magmareservoir des Piton Fournaise interpretiert wird.

Dieser Druckaufbau kann mehrere Tage, Wochen oder sogar Monate andauern, bevor das Reservoirdach bricht und Magma aufsteigt, was einen Ausbruch auslösen könnte. Gleichzeitig ist es aber auch möglich, dass dieser Prozess ohne kurzfristige Eruption endet.

Vor diesem Hintergrund hat die Präfektur von Réunion den Notfallplan ORSEC angepasst und die Alarmstufe 1 – die höchste Gefahrenstufe – wieder aktiviert. Dies bedeutet eine erhöhte Wachsamkeit, jedoch keine akute Eruption. Der Zugang zum oberen Teil der Caldera wurde unter Auflagen wieder freigegeben. Nur bestimmte Wanderwege sind geöffnet, während kritische Bereiche weiterhin gesperrt bleiben.

Die Behörden betonen, dass die Lage dynamisch bleibt. Eine neue Magmaintrusion oder eine plötzliche Zunahme der Aktivität könnten jederzeit zu einer weiteren Eskalation führen. Besucher und Anwohner werden daher dringend gebeten, die Sicherheitshinweise genau zu beachten. Doch auch wenn es zur Eruption kommen sollte, besteht für die Anwohner des Vulkans nur eine geringe Gefahr, dass die Lava bewohntes Gebiet erreicht. Von daher dürfen Vulkanspotter auf eine eruption hoffen.

Taal: Zunahme der Seismizität am 4. Januar

Zunahme der Erdbeben am Taal-Vulkan sorgt für erhöhte Aufmerksamkeit

Der Taal-Vulkan auf den Philippinen hat in den vergangenen Tagen eine spürbare Zunahme seiner seismischen Aktivität gezeigt. Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (PHIVOLCS) meldete, dass sich die Zahl der vulkanischen Erdbeben in den letzten 72 Stunden deutlich erhöht hat. Am 4. Januar 2026 wurden beispielsweise innerhalb von 24 Stunden 55 vulkanische Erdbeben registriert – eine deutliche Steigerung gegenüber den Tagen zuvor. Die 55 Erschütterungen enthalten 9 Tremore, darunter eine langanhaltende Phase, die am 3. Januar begann und auch heute aktiv ist. Solche langanhaltenden Tremorphasen kündigen oft hydrothermale Explosionen im Kratersee von Volcano Island an.

Im Dezember 2025 kam es zudem zu mehreren kleineren hydrothermalen Eruptionen, die von PHIVOLCS als „minor phreatic“ oder „minor phreatomagmatic“ Ereignisse klassifiziert wurden. Besonders am 4. Dezember stiegen Dampf- und Aschewolken bis zu 1,2 Kilometer auf. Ein weiteres ähnliches Ereignis wurde am 26. Dezember verzeichnet, bei dem Dampfwolken in einer Höhe von bis zu 600 Metern über dem Hauptkrater beobachtet wurden.

Hydrothermale Eruptionen entstehen, wenn Wasser in Kontakt mit heißem Magma oder Gestein kommt und sich explosionsartig in Dampf verwandelt. Diese kleineren Ausbrüche sind meist weniger gefährlich als größere magmatische Eruptionen, können aber Vorboten für eine zunehmende vulkanische Aktivität sein.

Die Vulkanologen beobachtet die aktuelle Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit, da steigende Erdbebenzahlen oft ein Hinweis auf Bewegung von Magma oder erhitztem Gestein im Untergrund sind. Begleitend zu den Erdbeben wurde auch ein anhaltendes Beben registriert, das seit dem Morgen des 3. Januar andauert. Die Alarmstufe für den Vulkan bleibt bei Stufe 1, was eine erhöhte, aber noch nicht kritische Unruhe signalisiert.

PHIVOLCS rät Anwohnern und Besuchern, die Warnungen ernst zu nehmen und den Vulkan weiterhin genau zu beobachten. Die seismische Unruhe des Taal bleibt ein Zeichen dafür, dass der Vulkan nicht zur Ruhe gekommen ist.

Schlammvulkan Piparo: Massive Rissbildungen richten Schäden an

Schlammvulkan Piparo weiter unter Druck – Schäden über die Feiertage

Der Schlammvulkan Piparo liegt im Zentrum der Karibikinsel Trinidad und hat über die Weihnachtsfeiertage seine zerstörerische Kraft entfesselt. In den frühen Morgenstunden des 24. Dezember 2025 nahm die Aktivität deutlich zu und hielt bis zum Folgetag an. In dieser Phase kam es zu häufigen, teils explosionsartigen Ausbrüchen, bei denen Schlamm und Gase über 4 Meter hoch ausgestoßen wurden. Die Eruptionen traten in kurzen Abständen von etwa 10 bis 20 Sekunden auf und waren deutlich hörbar. Soweit handelt es sich um ein Naturphänomen, doch infolge des unterirdischen Druckaufbaus kam es zu starken Bodenhebungen nebst Rissbildungen, die Schäden an der umliegenden Infrastruktur verursachten.

Die Risse durchzogen mehrere Wohnhäuser und Straßen im Umfeld des Schlammvulkans. Mehrere Zufahrtsstraßen wurden beschädigt und zeitweise unpassierbar, während einzelne Gebäude strukturelle Schäden erlitten. Geologen der Universität der Westindies und zuständige Behörden führten fortlaufend Lagebeurteilungen durch und leiteten Sicherheitsmaßnahmen ein, um die Bevölkerung zu schützen.

Wissenschaftlich betrachtet ist Piparo Teil eines außergewöhnlich aktiven geologischen Systems. Trinidad liegt an der Nahtstelle zwischen der Karibischen und der Südamerikanischen Platte, wo seitlich wirkende tektonische Kräfte Sedimente stark komprimieren. In dieser Region haben sich mächtige, wasser- und gasreiche Ton- und Schluffschichten angesammelt. Unter anhaltendem Druck stauen sich Fluide und Gase im Untergrund, bis sie entlang von Schwächezonen entweichen können. Schlammvulkane wie Piparo sind das sichtbare Resultat dieses Prozesses.

Aktuelle Messungen zeigen, dass sich der Druck im Untergrund zwar zeitweise abbaut, das System insgesamt jedoch aktiv und instabil bleibt. Neue Risse fungieren als temporäre Entlastungskanäle, erhöhen jedoch gleichzeitig das Risiko weiterer Bodenbewegungen.

Das Ministerium für ländliche Entwicklung und Kommunalverwaltung erklärte, dass gemeinsam mit Katastrophenschutz, Feuerwehr und weiteren staatlichen Stellen Schadensanalysen durchgeführt und Vorsorgemaßnahmen koordiniert würden. Anwohner wurden erneut aufgefordert, gefährdete Zonen zu meiden und auf mögliche neue Risse oder Gasaustritte zu achten. Auch nach dem Abklingen der stärksten Aktivität gilt Piparo weiterhin als potenzielle Gefahrenquelle, deren Entwicklung eng überwacht wird.

Trinidad ist vulkanischen Ursprungs und liegt vor der Küste es ölreichen Venezuelas. Schlammvulkane sind oft mit entsprechenden Strukturen assoziiert. Weiter nördlich befindet sich der vulkanische Inselbogen der Kleinen Antillen, wo es zahlreiche echte Vulkane gibt. Gestern manifestierte sich östlich von Martinique mit dem Montagne Pele ein Erdbeben der Magnitude 5,5, dass sich auch auf den aktiven Vulkan auswirken könnte.