Ätna: Vulkanausbruch im Valle del Bove geht weiter

Lavastrom im Valle del Bove am Neujahrstag. © Boris Behncke/INGV

Lavastrom im Valle del Bove weiterhin aktiv – Debatte um Zugang und Sicherheit am Ätna

Der Lavastrom am Ätna ist weiterhin aktiv, auch wenn die Förderrate in den letzten Stunden abgenommen hat. Das Lavafeld des zähen Aa-Lavastroms wächst weiter, die Lavafront hat aber flacheres Gelände erreicht und stagniert mehr oder weniger. Die am weitesten fortgeschrittene Front befindet sich auf 1360 m Höhe über dem Meeresspiegel. Die aktive Front des Lavastroms liegt derzeit bei rund 1.600 Metern Höhe.




Thermalbild. © INGV

Nach Angaben des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) ist die Aktivität im Bereich zwischen 1.700 und 1.800 Metern nahe der Rocca Musarra am intensivsten: Dort speist ein Hauptkanal mehrere kleinere Lavaströme, die sich teilweise über bereits erstarrte Lava der Vortage legen. Parallel dazu setzt sich die strombolianische Aktivität am Voragine-Krater fort, begleitet von leichter Ascheemission.

Auch die geophysikalischen Messdaten unterstreichen die anhaltende Unruhe des Vulkans. Seit dem 2. Januar gegen 11 Uhr zeigt das vulkanische Tremor-Signal deutliche Schwankungen und erreicht zeitweise hohe Werte. Heute bewegt sich der Tremor im unteren Teil des Roten Bereichs. Die Quellen dieses Tremors werden in unmittelbarer Nähe des Voragine-Kraters lokalisiert, in Höhen zwischen 2.800 und 3.000 Metern. Eine genaue Auswertung der Infraschall-Daten war aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen bislang nicht möglich.

Flache Erdbeben vor der Eruption. © INGV

Auf den Livecams sieht man heute Abend Rotglut an der Voragine und die thermale Signatur des Lavastroms.

Meine Analyse der Erdbebendaten zeigt, dass es nicht nur am 30. Dezember mehrere Erdbeben nahe der Oberfläche gab, sondern auch am Folgetag, als die Eruption einsetzte. Das INGV hätte eigentlich vor der Tätigkeit warnen können, unterließ aber jegliche Prognose. Ob es daran lag, dass man eine Gefährdung der Bevölkerung ausschloss, oder weil man es schlicht weg übersah, bleibt rätselhaft.

Zugangsbeschränkungen sorgen für Diskussionen

Vor dem Hintergrund des seit dem 1. Januar 2026 andauernden Ausbruchs hat die Gemeinde Milo mit einer Verordnung den Zugang zum Valle del Bove eingeschränkt. Ziel ist der Schutz der öffentlichen Sicherheit – insbesondere angesichts eines unkontrollierten Besucherandrangs, der Sicherstellung freier Zufahrtswege für Einsatzfahrzeuge auf der Straße Mareneve SP sowie des strikten Verbots, sich der Lavafront auf weniger als 200 Meter zu nähern.

Der regionale Verband der Natur- und Vulkanführer Federescursionismo Sicilia unterstützt diese Sicherheitsziele ausdrücklich, übt jedoch zugleich Kritik an der aus seiner Sicht zu strengen Auslegung der Maßnahmen. Der Verband betont, dass zertifizierte Naturführer seit Jahren im Ätna-Gebiet tätig seien und über die notwendige fachliche und praktische Erfahrung verfügten, um Besucher verantwortungsvoll zu begleiten und sie in die Nähe der Lavaströme zu führen.

Für die Bevölkerung an den Hängen des Ätna, insbesondere auf der Ostseite und im Raum Catania, ist der Vulkan seit jeher Teil der eigenen Geschichte und Identität. Die bewusste, fachlich begleitete Beobachtung von Ausbrüchen habe in der Vergangenheit stattgefunden, ohne zwangsläufig zu gefährlichen Situationen zu führen, argumentiert der Verband. Wie in den Bergen oder auf dem Meer gehe es nicht um ein absolutes Verbot, sondern um intelligentes Risikomanagement und fordert Zugang von geführten Gruppen zu den Lavaströmen.

Teneriffa: Erdbeben Mb 2,4 in geringer Tiefe

Erdbeben Mb 2,4 erschütterte den Teide auf Teneriffa – 50 Erdbeben auf Wochensicht

Am Vulkan Pico del Teide auf Teneriffa ereignete sich gestern Abend um 18:15:59 Uhr ein Erdbeben der Magnitude 2,4. Die Herdtiefe lag auf Niveau des Meeresspiegels unter dem Vulkan. Das Epizentrum befand sich südwestlich des Pico del Teide innerhalb der Caldera las Cañadas, im Bereich des Pico Viejo, wo es zuletzt 1790 zu einer Eruption gekommen war. Auch im Verlauf der letzten Woche war die Erdbebenaktivität auf Teneriffa und den Kanarischen Inseln hoch.

Teneriffa. © EMSC/Leaflet

Den jüngsten Berichten von INVOLCAN/Guayota ist zu entnehmen, dass es in der letzten Woche des Jahres 2025 und in den ersten beiden Tagen des neuen Jahrs (Beobachtungszeitraum 26.12.2025–02.01.2026) zu 50 Erschütterungen auf und um Teneriffa gekommen ist. Das stärkste Beben war das oben aufgeführte der Magnitude 2,4. Das Beben stand vermutlich mit dem langsamen Aufheizungsprozess des Pico del Teide in Verbindung, denn auf Teneriffa zeigten sich weiterhin vulkanische Entgasungen und Bodenaufblähungen, die auf ein aktives vulkanisch-hydrothermales System unter der Caldera des Teide hinweisen. Besonders die erhöhten Kohlendioxidemissionen (CO₂) lassen auf einen anhaltenden Druckprozess schließen, der seit 2016 beobachtet wird. Bodenverformungen blieben zwar auf einem moderaten Niveau ohne signifikante Abweichungen, dennoch wird die Situation weiterhin genau überwacht.

Das stärkste Erdbeben der Woche ereignete sich am Montag, den 29. Dezember 2025, auf der Insel El Hierro. Mit einer Magnitude von 3,5 war dieses Beben spürbar und Teil einer Reihe kleinerer Erdstöße, die auf eine magmatische Bewegung unter der Insel hindeuten. Insgesamt registrierte das kanarische seismische Netzwerk in den letzten sieben Tagen 69 Erdbeben geringer Stärke, verteilt auf die Inseln Teneriffa, Gran Canaria, El Hierro und La Palma.

Auf La Palma sind die vulkanischen und geophysikalischen Parameter weiterhin nicht vollständig zur Normalität zurückgekehrt, weshalb die Warnstufe auf Gelb verbleibt. Die Seismizität auf der Insel ist zwar gering und deutlich niedriger als während des Ausbruchs 2021, doch werden die Entwicklungen von den Behörden genau beobachtet.

Die übrigen Inseln Lanzarote, Gran Canaria, Teneriffa und El Hierro zeigen derzeit grüne Warnstufen, sodass für Bewohner und Besucher keine Einschränkungen bestehen. Die moderate tektonische Aktivität, beispielsweise entlang der Störungszonen zwischen Teneriffa und Gran Canaria, ist weiterhin charakteristisch für den Archipel.

Island: Erdbeben und Bodenhebung am 03.01.2026

Erdbeben Mb 4,2 unter Bardarbunga auf Island – Bodenhebung bei Svartsengi hält an

Die Erdbebenaktivität auf Island ist in den letzten Tagen wieder deutlich höher als in den Wochen zuvor. Am Neujahrstag ereignete sich unter dem subglazialen Vulkan Bardarbunnga ein Erdbeben der Magnitude 4,2. Es hatte eine Herdtiefe von etwa 10 Kilometern und lag westlich der Caldera. Es war der stärkste Erdstoß in diesem Bereich seit Oktober vergangenen Jahres. Das Beben wurde deutlich wahrgenommen und löste mehrere schwächere Nachbeben aus.

Erdbeben. © IMO

Auch heute kam es zu weiteren Erdstößen im Bereich des mächtigen Zentralvulkans, der sich direkt über dem Zentrum des Island-Mantelplumes befindet. Der etwas weiter südlich gelegene Grímsvötn wurde ebenfalls von schwachen Erdbeben erschüttert. Hier zeigt die GNSS-Messstation in der zweiten Dezemberhälfte einen scharfen Anstieg, dem ein ebenso schneller Rückgang folgte, sodass unterm Strich kaum eine dauerhafte Bodenverformung verblieb. Dennoch stehen beide Vulkane ganz weit oben auf der Liste potenziell eruptiver Vulkane, die in den kommenden Jahren auf Island aktiv werden könnten.

Zu diesen Feuerbergen zählt auch die Askja. Zwar liefern die GNSS-Stationen aufgrund der Schneebedeckung aktuell keine Daten, doch auf Jahressicht hob sich der Boden hier um etwa 90 Millimeter. Damit hat sich die Bodenhebung im Vergleich zu den Vorjahren weiter verlangsamt, doch seit Beginn der Hebungsphase im Herbst 2012 stieg das Gelände insgesamt um fast 900 Millimeter an. Im Untergrund hat sich mehr als genug Magma angesammelt, um eine kräftige Eruption zu ermöglichen.

Ähnlich stellt sich die Situation im Svartsengi-Gebiet auf der Reykjanes-Halbinsel dar. Auch hier ist ausreichend Schmelze im Untergrund vorhanden, um jederzeit eine Eruption auszulösen. Die Vorwarnzeit könnte dabei nur wenige Minuten betragen, weshalb in diesem Areal höchste Wachsamkeit geboten ist. Unmittelbar vor einer Eruption würde vom Zentrum der sich öffnenden Spalte aus Dampf aufsteigen. Es gilt jedoch keinesfalls als sicher, dass es erneut bei Sundhnúkur zu einer Eruption kommen wird, da sich die eruptive Aktivität auch verlagern könnte. Der Anstieg der Bodenhebung bei Svartsengi – wo sich der flache Magmenkörper befindet, der die Eruptionen entlang der Sundhnúkur-Kraterreihe speiste – hat sich weiter abgeschwächt, und es werden kaum Erdbeben in diesem Gebiet registriert. Dafür nahm in den vergangenen 48 Stunden die Erdbebenaktivität bei Fagradalsfjall und Krýsuvík zu. Signifikante Bodendeformationen sind dort derzeit jedoch nicht zu beobachten.

Manam: Vulkanasche und Wärmestrahlung am 03.01.2026

Anhaltende Aktivität am Vulkan Manam: Aschewolken und Wärmestrahlung detektiert

Der Inselvulkan Manam liegt vor der Nordküste Papuas-Neuguineas und zeigt zu Beginn des neuen Jahres Aktivität: Nach Angaben des VAAC Darwin wurden am 3. Januar kontinuierliche Vulkanascheemissionen beobachtet, die sich vom Gipfel aus ostwärts ausbreiten und eine Höhe von 2400 Metern erreichen. Daten des Wettersatelliten HIMAWARI-9 geben auf MIROVA eine Höhe von FL080 an. Die Aschewolken bewegten sich langsam und erreichten eine Geschwindigkeit von etwa fünf Knoten (9 km/h) und blieben laut Prognosen über viele Stunden nachweisbar.

Manam. © VAAC Darwin

Ergänzend dazu registrierte das thermische Überwachungssystem MIROVA eine Wärmeanomalie von rund 67 Megawatt. Diese moderate thermische Signatur deutet darauf hin, dass heißes magmatisches Material an der Oberfläche ausgetreten ist. Möglicherweise gibt es einen kleinen Lavastrom. Die Wärmeanomalie könnte aber auch durch eine Ansammlung glühender Tephra im Kraterbereich verursacht werden. In Kombination mit der Asche spricht dies für eine starke strombolianische Aktivität: Gasentlastungen und Explosionen fördern Asche, während glühendes Material im Schlot oder Krater eine messbare Wärmequelle bildet.

Manam gehört zu den aktivsten Vulkanen Papua-Neuguineas. Der etwa 1.800 Meter hohe Inselvulkan liegt im Bismarckmeer und ist ein steiler Stratovulkan mit mehreren Gipfelkratern. Seine Geschichte ist geprägt von häufigen Ausbrüchen, Ascheemissionen und zeitweiligen Lavaüberläufen. Besonders bekannt sind Episoden, bei denen anhaltende Aktivität zu Evakuierungen der Inselbevölkerung führte.

Die aktuelle Phase reiht sich in dieses bekannte Muster ein: keine extreme Eskalation, aber eine anhaltende, magmatisch gespeiste Unruhe. Für die Luftfahrt bleibt Manam damit relevant, für Vulkanologen ein weiterer Beleg für die dauerhafte Aktivität eines der dynamischsten Vulkane der Region.

Der Manam wurde nach einem starken Erdbeben der Magnitude 6,5 aktiver, das sich am 22. Dezember in der Nähe des Inselvulkans an der Nordostküste von Papua ereignete. Aber auch vor dem Erdbeben gab es sporadische Aktivität, so dass nicht zweifelsfrei davon ausgegangen werden kann, dass der Erdstoß die aktuellen Eruptionen triggerte. Die Möglichkeit besteht aber.

Vogtland: Spürbares Erdbeben Mb 3,3 infolge einen Schwarms

Spürbares Erdbeben Mb 3,3 erschütterte Vogtland – Zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen

Datum: 01.01.2026 | Zeit: 16:38:25 UTC | Koordinaten 50.262 ; 12.449 | Tiefe: 8 km | Mb 3,3

Die deutsch-tschechische Grenzregion des Vogtlands wird seit dem Neujahrstag erneut von einem intensiven Erdbebenschwarm erschüttert, dessen stärkstes Einzelbeben von den Anwohnern der Region sogar deutlich gespürt wurde. Die stärkste Erschütterung ereignete sich am 01.01.2026 um 16:38:25 Uhr und erreichte eine Magnitude von 3,3. Das Beben trat in acht Kilometern Tiefe bei den Dezimalkoordinaten 50.262 ; 12.449 auf und wurde vom GFZ rund 11 Kilometer südlich des deutschen Klingenthal lokalisiert. Tatsächlich lag das Epizentrum auf tschechischem Hoheitsgebiet östlich von Luby, in jenem Gebiet, in dem es bereits seit Monaten immer wieder zu Erdbeben kommt.




Beobachtungen zeigen, dass sich die Mehrzahl der Beben erneut in südliche Richtung verlagerte und dort einen Cluster bildete – in jenem Bereich, in dem sich die Aktivität bereits vor der nordwärts gerichteten Wanderung im Dezember konzentriert hatte.

Die Berichte der Bebenzeugen sind teilweise widersprüchlich: Während viele Anwohner von einem lauten Knall oder Grollen berichten, das den spürbaren Erschütterungen unmittelbar vorausging, geben andere an, das Beben habe sich nahezu geräuschlos ereignet. Die Mehrheit der Betroffenen beschreibt einen kräftigen Ruck, der Gebäude erschütterte und Geschirr zum Klirren brachte. Vergleichsweise wenige Menschen sprechen von einem eher „müden“ Erdbeben. Es handelte sich zudem weder um den ersten noch um den letzten spürbaren Erdstoß: Neben dem Beben der Magnitude 3,3 traten mehrere weitere Erschütterungen im Magnitudenbereich um 2 auf, die ebenfalls wahrgenommen wurden. Darüber hinaus ereigneten sich Hunderte schwacher Erdbeben mit Magnituden unter 2,0. Bezieht man auch die extrem schwachen Vibrationen mit negativen Magnituden ein, die nicht exakt lokalisiert werden können, steigt die Gesamtzahl der registrierten Ereignisse auf mehrere Tausend.

Die genaue Ursache der Schwarmbeben, die in dieser Region phasenweise seit Jahrzehnten auftreten, ist weiterhin Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Eine plausible Hypothese geht davon aus, dass magmatische Fluide aufsteigen, den Porendruck erhöhen und dadurch Störungszonen aktivieren oder das Gestein direkt zum Bruch bringen. Die Erdbebensignale sind dabei häufig vulkanotektonischen Ursprungs. In der Region treten zudem ausgeprägte Mofetten auf, aus denen vor allem Kohlendioxid, aber auch Kohlenmonoxid, austritt und denen immer wieder Insekten, Vögel und Kleinsäuger zum Opfer fallen. Solange diese Gase jedoch kalt bleiben, besteht keine unmittelbare Gefahr eines Vulkanausbruchs.

USA: Massive Überflutungen in San Diego

Starke Überflutungen an der Küste von San Diego – Atmosphärischer Fluss verursachte Starkregen

Heftige Regenfälle haben am Neujahrstag in San Diego zu großflächigen Überschwemmungen geführt, die enorme Schäden verursachten. Besonders stark betroffen war das tiefliegende Mission Valley, wo Straßen, Parkplätze und Unterführungen innerhalb kurzer Zeit unter Wasser standen. Die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht aufnehmen, so dass sie wie Geysire aus den Gullies schossen und sich das Hochwasser rasch ausbreitete. Zahlreiche Fahrzeuge wurden von den Fluten eingeschlossen oder beschädigt, der Straßenbahnverkehr in der Innenstadt musste zeitweise eingestellt werden. Auch Einkaufsbereiche wie das Fashion Valley standen stellenweise knietief unter Wasser. 

San Diego

Die Einsatzkräfte waren den ganzen Tag über gefordert. Feuerwehr, Polizei und Rettungsschwimmer führten zahlreiche Wasserrettungen durch. In Mission Valley wurden unter anderem ein Erwachsener und ein Kind aus einem von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeug gerettet. In einem weiteren Einsatz saß ein Mann unter einer Brücke nahe der State Route 163 im hüfthohen Wasser fest und musste mit einem Rettungsboot in Sicherheit gebracht werden. Auch außerhalb der Stadt kam es zu gefährlichen Situationen: Am Lake Hodges wurde eine Frau von der starken Strömung eines Bachs mitgerissen, konnte jedoch von Rettungskräften gefunden und ins Krankenhaus gebracht werden. Alle Geretteten befinden sich nach Behördenangaben in stabilem Zustand.

Ursache der Unwetter war eine ausgeprägte Wetterlage über dem Pazifik. Meteorologen sprechen von einer feuchten Luftströmung, die große Mengen Wasserdampf nach Südkalifornien transportierte. Dieses Phänomen wird als sogenannter „atmosphärischer Fluss“ bezeichnet. Trifft diese feuchte Luft auf kühlere Luftmassen, kommt es zu intensiven und anhaltenden Niederschlägen. In San Diego führte dies dazu, dass innerhalb kurzer Zeit ungewöhnlich viel Regen fiel und die Infrastruktur überfordert war.

Für die kommenden Tage erwarten Wetterdienste zwar weitere Schauer, diese sollen jedoch deutlich schwächer ausfallen. Die Behörden mahnen dennoch zur Vorsicht und rufen dazu auf, überflutete Straßen und Wege konsequent zu meiden.

Mexiko: Erdbeben Mw 6,5 am 02.01.2026

Starkes Erdbeben Mw 6,5 erschüttert Urlaubsregion im Süden Mexikos

Datum: 02.01.2026 | Zeit: 13:58:18 UTC | Koordinaten 16.902 ; -99.303 | Tiefe: 35 km | Mw 6,5

Heute manifestierte sich ein Erdbeben der Magnitude 6,5 im Bundesstaat Guerrero im Süden Mexikos. Der Erdstoß ereignete sich um 13:58 UTC und hatte ein Epizentrum, das vom EMSC 15 km nördlich von San Marcos verortet wurde. Das bekanntere Acapulco liegt 65 km entfernt. Die Herdtiefe betrug 35 km. Schäden sind möglich, wurden bis jetzt aber nicht gemeldet, dafür liegen aber zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen vor, die den Erdstoß als stark beschreiben.

Mexiko. © EMSC/Leaflet

Die Region Guerrero liegt an der Pazifikküste Mexikos und wird von der Subduktionszone des Mittelamerikagrabens (Middle America Trench) geprägt. Hier taucht die Kokosplatte mit einer Geschwindigkeit von etwa 6–7 cm pro Jahr unter die Nordamerikanische Platte ab. Dieser Prozess ist die Hauptursache für starke Erdbeben entlang der mexikanischen Südküste.

Das Hypozentrum in 35 km Tiefe spricht für ein sogenanntes interplattiges Subduktionsbeben, also ein Erdbeben, das durch ruckartiges Gleiten an der Kontaktfläche zwischen den beiden Platten ausgelöst wurde. Genau diese Art von Beben ist typisch für Guerrero und verantwortlich für viele der historisch zerstörerischsten Erschütterungen in Mexiko.

Besonders bekannt ist die Region zudem für das sogenannte „Guerrero-Seismische-Gap“ – ein Abschnitt der Subduktionszone, in dem sich über Jahrzehnte hinweg Spannungen aufbauen können. Zwar ereignen sich dort auch langsame, „stille“ Erdbeben (Slow Slip Events), doch starke klassische Beben wie dieses zeigen, dass die Spannungsfreisetzung weiterhin unvollständig ist.

Mit einem Epizentrum rund 65 km ostnordöstlich von Acapulco und in relativer Nähe zu San Marcos war das Beben in weiten Teilen der Pazifikküste deutlich spürbar. Die Tiefe von 35 km begünstigt eine weiträumige Wahrnehmbarkeit, reduziert aber im Vergleich zu sehr flachen Beben das extreme Schadenspotenzial direkt über dem Epizentrum.

Vulkane in der Nähe?

Direkt im Bundesstaat Guerrero gibt es keine aktiven Vulkane. Dennoch steht das Erdbeben indirekt im Zusammenhang mit dem mexikanischen Vulkanismus, denn derselbe Subduktionsprozess speist weiter nördlich den Transmexikanischen Vulkangürtel.

Die nächstgelegenen bekannten aktiven Vulkane sind:

  • Popocatépetl (aktiv, häufig explosive Eruptionen)
  • Colima (Volcán de Fuego), einer der aktivsten Vulkane Mexikos

Diese liegen jedoch mehrere hundert Kilometer nordöstlich bzw. nordwestlich des Epizentrums. Ein direkter Zusammenhang zwischen diesem Erdbeben und akuter vulkanischer Aktivität ist daher nicht gegeben. Solche Subduktionsbeben können langfristig Spannungsänderungen im Plattensystem bewirken, lösen aber in der Regel keine unmittelbaren Eruptionen aus.

Zusammenfassend handelt es sich um ein typisches starkes Subduktionsbeben an der Pazifikküste Mexikos, verursacht durch die fortschreitende Kollision der Kokosplatte mit der Nordamerikanischen Platte. Die Region bleibt aufgrund ihrer tektonischen Lage dauerhaft hochgefährdet – sowohl seismisch als auch langfristig im Zusammenhang mit dem Vulkanismus des Landes.

Update 18:00 Uhr: Inzwischen gibt es erste Schadensmeldungen aus Orten in Nähe des Epizentrums. Es gab mindestens 2 Todesopfer.

Ätna: Flankeneruption im Valle del Bove

Flankeneruption am Ätna. © Dr. Boris Behncke

Erste Flankeneruption am Ätna seit Jahren – Lavastrom im Valle del Bove

In der Silvesternacht öffnete sich eine Eruptionsspalte im unteren Bereich des Valle del Bove, nahe des Grates von Serracozo. Ein beeindruckender Lavastrom bewegt sich talabwärts und fließt in Richtung der Ortschaft Milo. Die Lavafront ist aber noch einige Kilometer vom Ort entfernt. Die Eruption begann still und leise und wurde erst anhand von Thermal-Satellitendaten entdeckt. Der Tremor bewegte sich im gelben Bereich.

Update: 15:00 Uhr:

Die effusive Eruption im Valle del Bove hält weiter an und zeigt im zeitlichen Verlauf eine stetige Entwicklung des Lavastroms. Nach Angaben des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV), wurde die Aktivität zunächst am späten Nachmittag des. 1. Januars durch Überwachungskameras registriert. Um etwa 16:30 UTC war nahe der nordwestlichen Wand des Tals effusive Tätigkeit zu beobachten, während gleichzeitig im Gipfelbereich eine anhaltende explosive Aktivität aus dem Krater Bocca Nuova gemeldet wurde. Diese äußerte sich in schwachen Ascheemissionen, die sich rasch im Gipfelareal verteilten.

Zu diesem Zeitpunkt bewegten sich die geophysikalischen Parameter insgesamt im normalen Bereich. Die Amplitude des vulkanischen Tremors lag im mittleren (gelben) Niveau, die Infraschallaktivität war gering und konzentrierte sich vor allem auf den Bereich des Voragine-Kraters. Auch die Deformationsmessungen lieferten zunächst keine Hinweise auf größere Veränderungen im Untergrund. Die letzte verfügbare Lokalisierung der Tremorquellen zeigte ein Epizentrum nordwestlich des Nordostkraters in rund 2.800 bis 3.000 Metern Höhe.

Im weiteren Verlauf konkretisierten sich die Beobachtungen zur effusiven Aktivität. Feldteams des INGV sowie Satellitenbilder bestätigten, dass sich die effusive Öffnung im Bereich des Monte Simone auf etwa 2.100 Metern Höhe befindet. Der Lavastrom bewegte sich hangabwärts durch das Valle del Bove, wobei der zu diesem Zeitpunkt am weitesten fortgeschrittene Frontbereich unmittelbar südlich von Rocca Musarra lag, auf rund 1.580 Metern Höhe. Auch in dieser Phase blieben die seismischen und infrasonischen Parameter weitgehend stabil. Lediglich ein moderater Trend zur Dekompression wurde im Strainmeter von Monte Ruvolo registriert, ohne dass dies bislang mit einer markanten Intensivierung der Aktivität einherging.

Die jüngsten Berichte vom frühen Nachmittag des 2. Januars zeigen, dass das Lavagebiet weiterhin aktiv gespeist wird. Der Lavastrom hat inzwischen eine Länge von etwa 2,8 Kilometern erreicht, wobei die vorderste Front auf rund 1.420 Metern Höhe östlich von Rocca Musarra liegt. Zusätzlich wurde in den frühen Morgenstunden eine schwache strombolianische Aktivität am Voragine-Krater beobachtet, begleitet von geringen Ascheemissionen. Schlechte Sichtverhältnisse erschwerten zuletzt jedoch direkte Beobachtungen im Gipfelbereich.

Lavafront. © INGV

Gegen 15.00 Uhr MEZ hielt die Lavastromaktivität weiter an und auf der Thermalcam ist die Lavafront sichtbar. Der Tremor sit wieder deutlich gestiegen und befindet sich im oberen gelben Bereich. MIROVA zeigt eine hohe Thermalstrahlung mit 2250 MW Leistung an.

Insgesamt bleibt die Eruption derzeit von moderater Intensität. Die Messnetze zur Überwachung von Seismik, Infraschall und Bodendeformation zeigen keine signifikanten Anomalien. Dennoch handelt es sich um eine der interessantesten Eruptionen der letzten Zeit, da sich seit Jahren kein Förderschlot mehr soweit unten auf der Vulkanflanke geöffnet hat.

Kilauea: Halemaʻumaʻu-Krater verfüllt sich schnell

Halemaʻumaʻu-Krater am Gipfel des Kilauea füllt sich schnell auf

Der Kilauea auf Hawaii hat uns im letzten Jahr mit seinen Lavafontänen-Episoden auf Trapp gehalten und auch sehr gut unterhalten. Der Fokus der Berichterstattung lag hierbei natürlich auf die spektakulären Lavafontänen. Darüber, dass sich der gigantische Gipfelkrater, der durch den Kollaps von 2018 zur Caldera wurde verdammt schnell auffüllt, ist im Rahmen der aktuellen Berichterstattung kaum erwähnt worden. Doch das möchte ich jetzt nachholen.

Halemaʻumaʻu

Ausgangspunkt war die Leilani-Eruption im Frühjahr und Sommer 2018. Als Magma in großen Mengen aus dem Gipfelreservoir in die Lower East Rift Zone abfloss, verlor der Kīlauea am Gipfel seinen inneren Halt. In einer monatelangen Abfolge von Erdbeben und Einbrüchen sackte der Halemaʻumaʻu-Krater schrittweise ab. Am Ende war der ehemalige Kraterboden um mehrere hundert Meter tiefer gelegen als zuvor und hatte sich in ein weitläufiges, steilwandiges Becken verwandelt. Große Blöcke des früheren Kraterbodens blieben zunächst intakt, lagen jedoch auf unterschiedlichen Höhen – ein eingefrorenes Zeugnis des Kollapses.

Nach dem Ende der eruptiven Aktivität kehrte zunächst Ruhe ein. Doch der neu entstandene Hohlraum reichte nun unter die lokale Grundwasserlinie. Ab 2019 begann Grundwasser langsam in den Krater einzusickern. Über Monate hinweg entstand ein Kratersee, der weltweit Aufmerksamkeit erregte – nicht zuletzt, weil sich erstmals seit Jahrhunderten Wasser dauerhaft im aktiven Gipfelbereich des Kilaueas hielt. Mitte Dezember 2020 hatte dieser See eine Tiefe von 49 Metern erreicht und bedeckte eine Fläche von rund 2,4 Hektar. Vom Kraterrand aus gemessen war der Halemaʻumaʻu zu diesem Zeitpunkt etwa 642 Meter tief. Die Wasseroberfläche zeigte wechselnde Farben, verursacht durch gelöste vulkanische Gase und Mineralien, und verdeutlichte, wie eng hier Wasser und Magma miteinander verknüpft sind.

Diese Phase währte jedoch nur kurz. Am 20. Dezember 2020 meldete sich der Kilauea am Gipfel zurück. Lava brach direkt im Halemaʻumaʻu-Krater aus und traf auf den See. Innerhalb kürzester Zeit verdampfte das Wasser vollständig, während sich an seiner Stelle ein neuer Lavasee bildete. Mit diesem Ereignis begann eine neue Ära intrakraterischer Eruptionen, bei denen die Lava den Krater nicht verlässt, sondern vollständig innerhalb der Gipfelcaldera verbleibt.

Seitdem füllt sich der Halemaʻumaʻu schrittweise wieder auf. Episodische Ausbrüche mit Lavafontänen und Lavaseen haben den einst so tiefen Kollapskrater zunehmend angehoben. Die abgestürzten Blöcke des früheren Kraterbodens, die nach dem Einsturz noch gut sichtbar waren, sind inzwischen vollständig von Lava überdeckt. Aktuelle Aufnahmen – etwa aus dem Juli 2025 – zeigen eindrucksvoll, wie stark sich das Erscheinungsbild des Kraters bereits verändert hat, auch wenn das tatsächliche Ausmaß der Auffüllung aus der Vogelperspektive nur schwer zu erfassen ist.

2025

Besonders deutlich wird die Entwicklung im Vergleich von Webcam-Bildern: Zwischen Dezember 2024 und Dezember 2025 ist der Boden der Gipfelcaldera um mehr als 64 Meter angestiegen. Seit Beginn der neuen eruptiven Phase am 23. Dezember 2024 sind über 185 Millionen Kubikmeter Lava in den Halemaʻumaʻu geflossen – eine gewaltige Menge, die dennoch vollständig innerhalb der Caldera Platz findet. Am Rand der Caldera wächst zudem ein neuer Tephrahügel, der vor einem Jahr noch nicht existierte und die anhaltende explosive Aktivität einzelner Episoden widerspiegelt.

Der Halemaʻumaʻu zeigt damit exemplarisch, wie schnell sich vulkanische Landschaften verändern können. Innerhalb von nur sieben Jahren wandelte sich der Krater von einem kollabierten Abgrund zu einem Wasserbecken und schließlich wieder zu einem von Lava dominierten Zentrum aktiver Neubildung. Und obwohl bereits enorme Mengen Magma gefördert wurden, bleibt im Krater noch immer viel Raum. Entsprechend groß ist die Spannung, mit der die nächste eruptive Episode erwartet wird – ein weiteres Kapitel in der fortlaufenden Geschichte eines der aktivsten Vulkane der Erde.