Erneuter Vulkanausbruch des Vulkans Sabancaya versetzt Region Arequipa in Alarmbereitschaft
Der Vulkan Sabancaya im Süden der peruanischen Anden ist erneut in eine Phase erhöhter Aktivität eingetreten. Am Freitagmorgen kam es um 7:18 Uhr zu einer Explosion, bei der Asche und vulkanische Gase freigesetzt wurden. Die Emissionen erreichten eine Höhe von rund 3.400 Metern über dem Krater und wurden durch die vorherrschenden Winde in südliche und südöstliche Richtung geweht. Infolge des Ereignisses bestätigte das Geophysikalische Institut von Peru (IGP) die Aufrechterhaltung der Alarmstufe Orange.
Diese Eruption war das Startsignal anhaltender Tätigkeit, die beim VAAC Buenos Aires mehrere VONA-Warnungen auslöste, nach denen die Aschewolken eine Höhe von 7300 m erreichen und weiterhin in Richtung Süden.
Nach Angaben der Vulkanologen kann der Ascheausstoß die Luftqualität beeinträchtigen und gesundheitliche Beschwerden, insbesondere der Atemwege, verursachen. Zudem besteht die Gefahr von Schäden an landwirtschaftlichen Nutzflächen und Wasserressourcen. Betroffen sind unter anderem der Bezirk Huanca sowie weitere besiedelte Gebiete der Provinz Caylloma. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, Schutzmasken und Schutzbrillen zu tragen, Wasserbehälter abzudecken und den Kontakt mit Ascheablagerungen möglichst zu vermeiden.
Die Erdbebentätigkeit am Sabancaya wird weiterhin durch eine Kombination aus vulkanotektonischen Erdbeben und langperiodischen Beben geprägt. Auf den Seismogrammen tauchen auch die seismischen Signale der Explosionen auf. Die Erdbeben deuten auf eine anhaltende Bewegung magmatischer Fluide im Untergrund hin. Laut IGP handelt es sich dabei um eine Erdbebentätigkeit, die für den derzeitigen Aktivitätszustand des Vulkans typisch ist. Hinweise auf eine unmittelbare Eskalation der eruptiven Situation liegen derzeit nicht vor.

Der Sabancaya ist nicht nur einer der aktivsten Vulkane Perus, sondern auch der höchste in Eruption begriffene Vulkan der Welt. Er erreicht eine Höhe von rund 5.976 Metern und liegt etwa 70 Kilometer nordwestlich der Stadt Arequipa. Nach einer langen Ruhephase nahm seine Aktivität ab 2013 deutlich zu. Seit November 2016 befindet sich der Vulkan in einer nahezu kontinuierlichen Eruptionsphase mit regelmäßigen Explosionen, Ascheemissionen und erhöhter seismischer Aktivität. Diese langanhaltende, überwiegend moderate Aktivität macht den Sabancaya zu einem der am besten überwachten Vulkane der Anden.
