Kilauea beendet eine weitere spektakuläre Eruptionsphase mit bis zu 210 Meter hohen Lavafontänen
Der hawaiianische Vulkan Kilauea interessiert sich offenbar nicht für die Fußballweltmeisterschaft und begann mit der Lavafontänen-Episode ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als Deutschland gegen Curacao spielte. Nach Angaben des HVO erreichte die Lavafontäne eine Höhe von bis zu 210 m und speiste Lavaströme, die den Kraterboden des Halemaʻumaʻu fluteten. Zudem stieg Vulkanasche auf und löste eine Warnung für den Flugverkehr aus. Inzwischen ist die 49. Eruptionsepisode seit Beginn der aktuellen Ausbruchsserie im Dezember 2024 beendet.
Nach mehrstündigen Vorzeichen begann die eigentliche Fontänentätigkeit um 9:32 Uhr Ortszeit im Halemaʻumaʻu-Krater am Gipfel des Vulkans. Die Eruption dauerte insgesamt siebeneinhalb Stunden und endete abrupt um 17:05 Uhr HST. Aufgrund der Zeitverschiebung von 12 Stunden zur MESZ begann für uns die Lavafontänentätigkeit am Sonntagabend um 21:32 Uhr und endete Montagmorgen um 05:05 Uhr.
Bereits in der Nacht zum Sonntag hatten Wissenschaftler des Hawaiian Volcano Observatory (HVO) erste Anzeichen einer bevorstehenden Aktivitätsphase registriert. Mehrere kleinere Lavaüberläufe aus dem Nordschlot sowie zunehmendes Lavaspattering wurden beobachtet, was die Behörden veranlasste, die Vulkanwarnstufe auf „Orange“ anzuheben. Gegen 9:32 Uhr setzte schließlich die Hauptphase der Eruption ein, die von einem starken Anstieg des vulkanischen Tremors und einer deutlichen Deflation des Gipfelbereichs begleitet wurde.
Innerhalb weniger Stunden wuchsen die Lavafontänen von anfänglich 30 bis 45 Metern auf ihre maximale Höhe von 210 Metern an. Gleichzeitig stieg die Eruptionswolke auf bis zu 5.500 Meter über dem Meeresspiegel auf. Nach Angaben des National Weather Service wurden Asche, Tephra und vulkanische Gase überwiegend in südwestliche Richtung verfrachtet. Die stärkste Tephra-Ablagerung beschränkte sich auf einen Radius von etwa fünf Kilometern um die Ausbruchszentren.
Während des Höhepunkts der Eruption erreichte die Förderrate der Lava einen Ausstoß von etwa 320 Kubikmetern pro Sekunde. Insgesamt wurden mehr als drei Millionen Kubikmeter Lava ausgestoßen. Bis zum Mittag bedeckten die Lavaströme bereits 30 bis 40 Prozent des Kraterbodens von Halemaʻumaʻu. Sämtliche eruptiven Aktivitäten blieben aber auf den Krater innerhalb des Hawaii-Volcanoes-Nationalparks beschränkt.
Im Verlauf des Nachmittags schwächte sich die Eruption allmählich ab. Kurz vor dem Eruptionsende wurden nur noch stoßweise Tephra-Auswürfe beobachtet. Um 17:05 Uhr kam die Fontänentätigkeit schließlich vollständig zum Erliegen.
Nach dem Ende der Episode senkte der US Geological Survey sowohl die Vulkanwarnstufe von „Watch“ auf „Advisory“ als auch den Luftfahrt-Farbcode von Orange auf Gelb. Nach Einschätzung der Vulkanologen ist eine erneute Fontäneneruption am Gipfel in den kommenden zwei Wochen unwahrscheinlich. Danach steigt die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Episode schnell an. Es wird dann die Jubiläums-Episode Nr. 50 sein.










