Mauna Loa rührt sich – leicht erhöhte Erdbebenaktivität attestiert
Der Mauna Loa ist der größte aktive Vulkan der Erde und zeigte in den vergangenen Wochen eine leichte Zunahme der Erdbebenaktivität. Die seismischen Messstationen registrierten im Januar 123 Erdbeben unter dem Gipfelbereich, im Vormonat waren es 94. Besonders unterhalb des Mokuʻāweoweo-Gipfels und entlang der oberen Südwest-Riftzone traten vermehrt schwache Beben auf.
Parallel dazu zeigen GPS-Daten eine ungleichmäßige Bodenhebung am Gipfel. Die Geoforscher des HVO führen dies auf die Wiederauffüllung des Magmaspeichersystems nach dem Ausbruch von 2022 zurück. Zusätzlich wird eine erneute Magmazufuhr unter der südlichen Caldera beobachtet. Gas- und Temperaturmessungen in der Südwest-Riftzone bewegen sich hingegen im natürlichen Bereich und haben sich zuletzt kaum verändert. Diese Daten gelten als ein wichtiges Signal, dass dort derzeit keine unmittelbare Eruption bevorsteht.
Trotz der leichten Aktivitätszunahme belässt das HVO (Hawaiian Volcano Observatory) die Vulkanwarnstufe weiterhin auf „Normal“, der Farbcode für die Luftfahrt bleibt „Grün“.
Der Mauna Loa bedeckt rund die Hälfte der Insel Hawaii. Als Schildvulkan produziert er meist dünnflüssige, schnell fließende Lavaströme, die bei Ausbrüchen binnen kurzer Zeit weite Strecken zurücklegen können. Historisch beginnen Eruptionen häufig am Gipfel und verlagern sich dann in die Nordost- oder Südwest-Riftzone oder in radiale Spalten an der Nordwestflanke – manchmal innerhalb von Minuten, manchmal erst nach Monaten.
Seit 1843 ist der Mauna Loa 34-mal ausgebrochen; die Abstände reichten von wenigen Monaten bis zu Jahrzehnten. Der jüngste Ausbruch im Jahr 2022 beendete eine lange Ruhephase. Auch wenn aktuell keine akute Gefahr besteht, mahnt die Entwicklung zur Wachsamkeit. Das HVO überwacht den Vulkan engmaschig und will in einem Monat erneut berichten – oder früher, falls sich die Lage spürbar ändert. Für die Menschen auf Hawaii bleibt der stille Riese damit ein ständiger Begleiter: ruhig an der Oberfläche, dynamisch im Inneren.
Erdbeben und Graterglühen am Kilauea
Der andere aktive Vulkan auf Hawaii ist der Kilauea. Hier ereignete sich heute Nacht unter der Küstenebene der südlichen Vulkanflanke ein Erdbeben Mb 3,0. Das Epizentrum lag in 30 Kilometern Tiefe und könnte mit Magmenaufstieg in Verbindung stehen. Der Vulkan bereitet sich auf seinen nächsten Ausbruch vor: Die 42. Lavafontänen-Eruption wurde von den HVO-Vulkanologen für den Zeitraum zwischen 11. und 15. Februar prognostiziert. An den Förderschloten im Halema‘uma‘u-Krater sind bereits wieder rot illuminierte Dampfwolken zu sehen.











