Kilauea: Intensives Lavaspattering aus dem Nordschlot

Kilauea: Erdbeben MB 4,1 unter Südflanke – Lavafontänen-Episode 55 lässt weiter auf sich warten

Am Kilauea auf Hawaii verharrt die vulkanische Aktivität auf dem Niveau einer Vorläuferphase, der seit Tagen erwarteten Lavafontänen-Episode 55. Dabei wird die Aktivität inzwischen von intensivem Lavaspattering aus dem Nordschlot des Halemaʻumaʻu-Kraters dominiert, während die Lavastromtätigkeit abgenommen hat. Und das, obwohl die Bodenhebung wieder von Inflation bestimmt wird, die einen neuen Rekordwert für die aktuelle Eruptionspahse erreicht hat. Der Vulkan steht weiterhin auf Alarmstufe WATCH, der Flugfarbencode lautet ORANGE.



Lavaspattering. © HVO

Am Sonntagabend nahm das Spattering am Nordschlot deutlich zu. Gegen 18:30 Uhr Ortszeit wurden nahezu kontinuierliche Spratzerauswürfe beobachtet, wobei größere Fontänen Höhen von etwa 10 bis 20 Metern erreichten. Bereits zuvor war an den drei Schloten Glühen beobachtet worden. Das anhaltende Tremorsignal deutet darauf hin, dass Magma weiterhin sehr oberflächennah im Fördersystem steht.

Gleichzeitig setzt sich die Inflation des Gipfelbereichs fort. Nach Angaben des Hawaiian Volcano Observatory hat das UWD-Tiltmeter seit dem Ende der letzten Lavafontänen-Episode am 25. August einen Anstieg von insgesamt etwa 15 Mikroradian registriert. Damit liegt die Bodenhebung mehrere Mikroradian über dem Wert, der vor Beginn der Episode 54 erreicht worden war. Die Magmakammer unter dem Gipfelbereich hat somit inzwischen offenbar erheblichen Druck aufgebaut, dennoch scheint der richtige Anstoß zu fehlen, um mit einer paroxysmusartigen neuen Lavafontänen-Episode durchzustarten.

Bodenhebung geht weiter. © HVO

Seit dem 7. September wurden insgesamt 104 präparatorische Lavaüberläufe am Nordschlot registriert. Diese Aktivität gilt normalerweise als Vorläufer einer neuen Fontänenphase. Nachdem das Prognosefenster für Episode 55 mehrfach verschoben wurde und die Eruption nun für den 13. oder 14. September erwartet wird, ist inzwischen unklar, wann genau die Eruption einsetzen wird. Das HVO betont, dass die bisherigen Modelle zur Vorhersage anhand der Bodenhebung nicht mehr zuverlässig funktionieren.

Zusätzliche seismische Aktivität wurde am Sonntag durch ein Magnitude-4,1-Erdbeben unter der Südflanke des Kilauea registriert. Das Hypozentrum lag in 13 Kilometern Tiefe, etwa fünf Kilometer südlich von Pāhala. Das Beben wurde laut HVO nicht mit der laufenden Eruption in Verbindung gebracht. Es steht vielmehr im Zusammenhang mit der regionalen tektonischen Aktivität im Bereich der Südflanke des Vulkans.

Trotz des Bebens und der weiterhin hohen Inflation bleibt die erwartete Episode 55 somit aus. Die Kombination aus oberflächennahem Magma, kontinuierlichem Tremor, Spattering und zunehmender Bodenhebung spricht jedoch dafür, dass eine neue Phase intensiver Lavafontänen weiterhin unmittelbar bevorstehen kann.

Kilauea: Lavafontänen-Episode 55 lässt auf sich warten

Lavafontänen-Episode 55 lässt auf sich warten – Unreguläre Bodendeformation am Kilauea beobachtet

Am Kilauea auf Hawaii deutet weiterhin vieles auf den Beginn der nächsten Lavafontänen-Episode hin. Doch die für Episode 55 erwartete Eruption lässt auf sich warten. Besonders auffällig ist die Entwicklung der Bodenhebung: Nachdem der Gipfelbereich am 7. September einen Höchststand von etwa 13,2 Mikroradiant erreicht hatte, setzte eine leichte Deflation ein. Seitdem bewegt sich die Bodenverformung weitgehend seitwärts und schuf somit eine ausgeprägte Plateauphase. Damit verharrt der Kilauea auf einem Inflationsniveau, bei dem nach dem bisherigen Eruptionsmuster eigentlich mit dem Beginn der Lavafontänen gerechnet werden könnte.



Am 7. September waren die Vorläuferzeichen besonders deutlich und es sah so aus, als würde der Vulkan unmittelbar vor der Eruptionshochphase stehen: Am Nordschlot des Halemaʻumaʻu-Kraters fanden mehrere intensive Lavaüberläufe statt und die Aktivität nahm deutlich zu. Insgesamt wurden bis zum 10. September 50 Lavaüberläufe registriert. Sie dauerten zwischen 15 Minuten und gut zwei Stunden und wurden teilweise von bis zu zehn Meter hohen Domfontänen gespeist. Gleichzeitig wurden Tremor und regelmäßige Gas-Piston-Signale registriert.

Lavaspattering

Ungewöhnlich war auch eine intensive Spatteringphase am Westschlot, die sich am 9. September manifestierte. Dort wurde lebhaftes Spattering beobachtet, wie es in dieser Form während der aktuellen eruptiven Sequenz bislang nicht dokumentiert worden war. Auch am Südschlot traten gelegentlich Flammen und Spatter auf. Zwischen den Überläufen war an allen drei Schloten weiterhin Glut sichtbar.

Dennoch fehlt bislang der entscheidende Impuls zum Start der Lavafontänenphase. Nach Angaben des HVO blieb die Bodenhebung zuletzt nahezu unverändert. Am Morgen des 10. September lag die Neigung am UWD-Tiltmeter bei etwa 12,4 Mikroradiant und damit nur rund 0,3 Mikroradiant unter dem Ausgangswert von Episode 54. Die Wissenschaftler weisen explizit darauf hin, dass die Gipfelinflation seit dem 25. August ungewöhnlich unregelmäßig verläuft, was Prognosen zum Eruptionsstart erschwert.

Das Prognosefenster für Episode 55 wurde deshalb mehrfach nach hinten verschoben und lag zuletzt beim 10. bis 11. September. Am 10. September wurden zwar weiterhin kurze Vorläuferlavaflüsse registriert, doch eine erneute deutliche Inflation blieb aus. Zu beachten gilt, dass die Zeitangaben in Ortszeit erfolgen, die 12 Stunden hinter der MESZ liegt. Auf Hawaii ist noch der 10. September.

Kilauea: Lavafontänen-Episode Nr. 55 steht in den Startlöchern

Neue Lavafontänen-Episode des Kilauea steht unmittelbar bevor – Vulkanausbruch kann jede Minute beginnen

Am Kilauea auf Hawaii deutet sich der Beginn der 55. Lavafontänen-Episode der seit Dezember 2024 anhaltenden Eruption an. Das Hawaiian Volcano Observatory (HVO) stufte den Vulkan am 7. September von „Advisory“ auf „Watch“ herauf und erhöhte den Aviation Color Code von Gelb auf Orange. Nach Einschätzung der Vulkanologen dürfte die neue Fontänenphase zwischen dem 7. und 10. September beginnen.



Kilauea

Bereits seit dem 7. September läuft eine ausgeprägte Vorläuferphase der Eruption. Gegen 12:45 Uhr Ortszeit begann am Nordschlot ein Lavaüberlauf. Anschließend entwickelten sich innerhalb weniger Stunden mehrere kurzlebige Überläufe und kleine Lavafontänen. Der zweite Vorläufer begann gegen 14:52 Uhr und wurde von einer etwa drei Meter hohen Doppel-Fontäne gespeist. Beim dritten Ereignis stieg die Aktivität erneut an.

Besonders interessant war der vierte Vorläufer, der um 17:52 Uhr begann. Die dazugehörige Domfontäne erreichte etwa 10 Meter Höhe und speiste einen Lavaüberlauf auf dem Kraterboden. Gegen 19:20 Uhr endete das Ereignis mit einem kräftigen Rückfluss der Lava. Gleichzeitig registrierten die Vulkanologen weiterhin Gas-Pistoning und Schwankungen im Tremor.

Jetzt, am 7. September gegen 20:50 Uhr Ortszeit (08:50 Uhr MESZ, 8. September), ist der Gipfel des Kilauea in Wolken gehüllt. Dennoch erkennt man auf der Livecam ein rot illuminiertes Bild, was entweder von einer weiteren intensiven Vorläufer-Tätigkeit zeugt oder bereits den Beginn der Lavafontänenphase markiert. Dazu passt, dass die Neigungsmesser den Beginn von Deflation registrieren.

Die Entwicklung passt zum bekannten Aktivitätsmuster des Kilauea. Nach dem Ende der vergangenen Episode 54 am 25. August setzte erneut eine Inflation des Gipfelbereichs ein. Das UWD-Neigungsmessgerät registrierte seitdem einen Anstieg von insgesamt mehr als 13 Mikroradian. Eine solche Aufwölbung weist auf die erneute Ansammlung von Magma im flachen Fördersystem hin.

Die bisherigen Fontänenepisoden dauerten überwiegend einen Tag oder weniger. Die Lava bleibt dabei auf den Halemaʻumaʻu-Krater innerhalb des Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalparks beschränkt.

Mit Beginn der Fontänenphase ist vor allem mit Asche, vulkanischen Glaspartikeln und Pele’s Hair zu rechnen. Bei den derzeitigen südlichen Winden könnten Vulkanfahne und leichte Tephra nordwärts über den Calderarand getragen werden.

Studie zeigt: Hawaii-Hotspot wird wärmer statt kälter

Studie stellt Lehrbuchwissen über den Hawaii-Hotspot auf den Kopf: Der Mantelplume wird heißer statt kälter

Seit Jahrzehnten gilt in der Geologie die Vorstellung, dass Hotspots im Laufe ihrer Entwicklung langsam abkühlen und die vulkanische Aktivität, die sie speist, im Laufe von Jahrmillionen erlischt. Eine neue Studie von Forschern der University of Hawaiʻi at Mānoa stellt dieses Modell nun grundlegend infrage. Demnach hat sich der Mantelplume unter Hawaii in den vergangenen 47 Millionen Jahren nicht abgekühlt, sondern ist um gut 250 Grad Celsius heißer geworden. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Earth and Planetary Science Letters“ veröffentlicht.

Hawaii

Hotspots unterscheiden sich von den meisten anderen Vulkanregionen der Erde. Während sich die allermeisten Vulkane entlang der Grenzen tektonischer Platten bildeten, wofür der Pazifische Feuerring ein Beispiel darstellt, liegen Hotspots mitten auf einer Platte. Als Ursache für den Hotspotvulkanismus, wie er von Hawaii bekannt ist, gilt ein schmaler Aufstrom besonders heißen Mantelmaterials – ein sogenannter Mantelplume –, der aus großer Tiefe bis an die Unterseite der Erdkruste aufsteigt. Über diesem stationären Wärmestrom bewegt sich die Pazifikplatte mit mehreren Zentimetern pro Jahr nach Nordwesten. Dadurch entstehen nacheinander neue Schildvulkane, während ältere vom Hotspot wegdriften und erlöschen. So bildete sich die mehr als 3.500 Kilometer lange Hawaii-Emperor-Vulkankette mit ihren insgesamt 65 Vulkanen.

Für ihre Untersuchung analysierten die Wissenschaftler um Hauptautor Prof. Michael O. Garcia Basalte von 16 Vulkanen entlang der gesamten Insel- und Seamount-Kette von Hawaii. Mithilfe mehrerer geochemischer Methoden rekonstruierten sie die Temperatur des Mantelplumes zu verschiedenen Zeitpunkten seiner Entwicklung. Das überraschende Ergebnis: Statt einer kontinuierlichen Abkühlung nahm die Temperatur des Plumes über Millionen Jahre deutlich zu.

Nach Ansicht der Forscher erklären diese Temperaturschwankungen auch die enormen Unterschiede bei der Magmaproduktion. Besonders starke Wärmeschübe führten demnach zur Entstehung der größten Schildvulkane der Kette, wie dem zum Teil erodierten und heute untermeerischen Pūhāhonu, des größten bekannten Schildvulkans der Erde, sowie des Mauna Loa auf Big Island. Andere bislang diskutierte Ursachen wie Veränderungen der Lithosphärendicke oder der Geschwindigkeit der Pazifikplatte konnten die beobachteten Unterschiede in der Größe der Vulkane dagegen nicht ausreichend erklären.

Quelle: Garcia, M. O. et al. (2026): Taking the temperature of the Hawaiian plume using multiple geochemical approaches: Evidence for secular heating from 47 Ma to present. Earth and Planetary Science Letters 690, 120055. DOI: 10.1016/j.epsl.2026.120055.

Kilauea: Lavafontänen-Episode 54 ist im Gang

Lavafontänen-Episode 54 am Kilauea ist im Gang – Fontänen erreichen 150 Meter Höhe

Am Kilauea auf Hawaii hat die erwartete Lavafontänen-Episode am Vormittag des 25. August (Hawaii-Zeit) begonnen. Es ist die mittlerweile 54. Episode des Vulkanausbruchs, der bereits seit dem 23. Dezember 2024 im Gipfelkrater Halemaʻumaʻu anhält. Nachdem sich die Aktivität bereits am Vortag durch zunehmende Inflation des Gipfelbereichs und stärker werdendes Spattering angekündigt hatte, setzte die neue Eruptionsphase um 10:30 Uhr Ortszeit ein.

Zunächst erreichte die Lavafontäne des nördlichen Förderschlotes eine Höhe von etwa 30 bis 40 Metern. Innerhalb kurzer Zeit nahm die Intensität deutlich zu und erreichte gegen 12:00 Uhr ihren vermeintlichen Höhepunkt, als eine Fontänhöhe von etwa 150 Metern festgestellt wurde. Gleichzeitig stieg die Förderrate auf ungefähr 200 Kubikmeter Lava pro Sekunde an. Die glühende Lava ergoss sich dabei in großen Strömen in den Halemaʻumaʻu-Krater, der bei jeder Episode weiter verfüllt.

Die Eruption erzeugte neben der Lavafontäne eine ausgeprägte Aschewolke, die zeitweise etwa 5200 Meter über dem Meeresspiegel hoch aufstieg und eine VONA-Warnung beim VAAC Washington auslöste. Der Wind trieb (und treibt noch) die Emissionen nach Südwesten, weshalb insbesondere in dieser Richtung mit Ablagerungen von feiner Asche und vulkanischem Glas, darunter sogenanntem Pele’s Haar, gerechnet werden musste. Der National Weather Service gab entsprechend eine Warnung vor möglichem Aschefall heraus.

Bereits am frühen Morgen hatten sich deutliche Vorzeichen der neuen Episode gezeigt. Die Inflation des Gipfelbereichs setzte sich mit hoher Geschwindigkeit fort und übertraf schließlich sogar die während Episode 53 registrierte Deflation um mehr als ein Mikroradiant. Zwischen 6:16 und 6:37 Uhr kam es zudem zu einem ersten Überlaufen von Lava aus dem Nordschlot. Nach Mitternacht hatten Schlotglühen und Lavaspattering an beiden Förderschloten zugenommen.

Am frühen Nachmittag schwächte sich die Lavafontäne bereits wieder ab. Gegen 13:00 Uhr erreichte sie noch eine Höhe von etwa 100 Metern. Die Aschewolke sank auf ca. 3000 Meter Höhe ab.

Sämtliche Förderschlote und Lavaströme blieben auf den Halemaʻumaʻu-Krater beschränkt. Die USGS weist darauf hin, dass die meisten vergleichbaren Fontänenepisoden des Kilauea weniger als einen Tag andauern.

Kilauea: Lavafontänenepisode 54 ab dem 25. August erwartet

Kilauea bereitet sich auf die 54. Lavafontänen-Episode vor – Vulkanausbruch ab heute erwartet

Am Kilauea auf Hawaii deutet derzeit alles auf die unmittelbar bevorstehende nächste Lavafontänen-Episode hin. Die Gipfeleruption im Halemaʻumaʻu-Krater pausiert zwar weiterhin, doch die geophysikalischen Messdaten zeigen einen deutlichen Umschwung: Nach einer erneuten deflationären Phase setzte am 23./24. August wieder Inflation ein. Dabei nahm die Inflationsrate am Montagmorgen deutlich zu und die Bodenhebung erreichte inzwischen fast das Niveau, das für den Beginn einer neuen Eruption erforderlich ist.

Nach Angaben des Hawaiian Volcano Observatory (HVO) hat der Uēkahuna-Tiltmeter seit dem Ende der 53. Eruptionsepisode am 13. August insgesamt gut 12 Mikroradiant Inflation registriert. Während der vergangenen Eruption war der Boden dagegen um etwa 13,9 Mikroradiant abgesunken. Besonders auffällig ist die derzeit hohe Inflationsrate von ungefähr 3 Mikroradiant pro Tag. Sie entspricht typischen Aufladephasen nach dem letzten deflationären Schritt.

Außer der zunehmenden Inflation gibt es weitere Anzeichen dafür, dass sich Kilauea kurz vor einer weiteren Lavafontänenepisode befindet: In den Förderschloten wird wieder deutliches Glühen beobachtet. Am Nordschlot war während der vergangenen Nacht kontinuierliches mäßiges bis starkes Glühen sichtbar, während am neu gebildeten Westschlot schwächeres, intermittierendes Glühen registriert wurde. Der Südschlot blieb dunkel. Zusätzlich hält ein kontinuierliches schwaches bis mäßiges seismisches Tremor-Signal an.

Deflation wechselte zur Infaltion. © HVO

Das HVO bewertet den abrupten Wechsel von Deflation zu Inflation bei gleichzeitig anhaltendem Glühen als deutlichen Hinweis darauf, dass sich das Magmareservoir unter Halemaʻumaʻu erneut füllt. Wenn die gegenwärtige Inflationsrate anhält, könnte Episode 54 bereits am Dienstag, 25. August, oder Mittwoch einsetzen. Die Modelle sehen das Zeitfenster für den Beginn zwischen dem 25. und 28. August, wobei Dienstag bis Mittwoch derzeit als wahrscheinlichster Zeitraum angesehen wird. Es gilt die Hawaii-Zeit, die uns 12 Stunden hinterher ist.

Eine Verlangsamung der Inflation oder ein erneuter deflationärer Schritt könnte den Beginn allerdings noch um mehrere Tage verzögern.

Die seit Dezember 2024 episodisch aktive Gipfeleruption folgt damit weiterhin ihrem charakteristischen Muster: kurze, meist weniger als zwölf Stunden dauernde Lavafontänen werden von mehrwöchigen Pausen getrennt. Eine erneute Eruption würde somit keine grundlegend neue Phase darstellen, sondern die erwartete Fortsetzung dieses zyklischen Prozesses.

Das Panorama der Episode 53 zeigt den wachsenden Kegel um die Förderschlote, der bald die Höhe der Kraterschulter erreicht. Sollte der Kegel den Kraterrand überragen, könnte es zu Lavaströmen außerhalb des Kraters kommen.

Kilauea: Lavafontänen-Episode Nr. 53 hat angefangen

Vulkanausbruch am Kilauea: Episode 53 mit neuen Lavafontänen hat begonnen

Am Gipfel des Kilauea auf Hawaii hat die 53. Lavafontänen-Episode der seit Ende 2024 anhaltenden Eruption begonnen. Nach einer Phase zunehmender Inflation setzte am 12. August um 15:45 Uhr Ortszeit (HST) starkes Lavafontänieren im Halemaʻumaʻu-Krater ein. Zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Artikels erreichten die Fontänen etwa 40 Meter Höhe und begannen, einen ausgeprägten Lavastrom zu speisen, der sich schnell über dem Kraterboden des sich mehr und mehr auffüllenden Kraters ausbreitete.

Kilauea

Der Pit im Halemaʻumaʻu-Krater hatte infolge des Kollapses von 2018 im Zuge der Leilani-Eruption eine Tiefe von mehr als 500 m erreicht. Inzwischen ist der gewaltige Pit aufgefüllt und auch ein Großteil des Kraterbodens wurde von Lava geflutet. Die HVO-Vulkanologen gehen davon aus, dass bei anhaltenden Lavafontänen-Episoden der Boden bald wieder den Stand wie vor 2018 erreicht haben wird.

Der Eruption gingen mehrere Stunden intensiver Unruhe voraus. Bereits am Vormittag traten aus dem Nordschlot erste kleine Lavaspatter-Erscheinungen und kurzlebige Lavaüberläufe auf. Ab 13 Uhr entwickelte sich daraus ein anhaltender Lavastrom. Gegen 13:45 Uhr nahm die Förderrate abrupt zu. Gleichzeitig wechselte das Signal der Bodenhebung von Inflation zu Deflation, und eine Doppel-Domfontäne entstand. Der daraus gespeiste Lavaüberlauf breitete sich schnell über mehr als 600 Meter auf dem Kraterboden aus.

Kurz vor Beginn der eigentlichen Episode kam es auch am Südschlot zu mehreren starken Überläufen. Zudem wurde Lava aus einem Kollapskrater hinter dem Südschlot beobachtet. Diese Strukturen entstanden möglicherweise infolge des gestrigen Erdbebens Mb 5,2 vor der Küste.

Sollte die Episode dem typischen Muster der letzten Monate folgen, dürften die Fontänen ihren Höhepunkt etwa ein bis zwei Stunden nach Beginn der Episode erreichen. Für die einzelnen Episoden dieser Eruptionsphase werden typischerweise Höhen von 150 bis 450 Metern erwartet. Gleichzeitig können sich die Gas- und Aschewolken bis in Höhen von mehreren Kilometern entwickeln. Bis jetzt wurde eine Wolkenhöhe von 3.700 Metern über dem Meeresspiegel gemeldet. Für den Flugverkehr gilt die Warnfarbe Orange, während die Vulkanwarnstufe auf „Watch“ steht.

Der Wind kann Tephra und vulkanische Gase in Richtung Südwesten transportieren; in höheren Luftschichten wird eine westliche Verfrachtung erwartet. Besonders im Umkreis von etwa fünf Kilometern um die Schlote ist mit Ascheniederschlag zu rechnen. Leichte Partikel, darunter feine Asche und Pele’s Hair, können jedoch deutlich weiter verfrachtet werden. Die meisten bisherigen Eruptionsepisoden des Kīlauea dauerten weniger als einen Tag.

Hawaii: Erdbeben Mb 5,2 vor der Küste

Relativ starkes Erdbeben vor Hawaii – Kilauea wartet auf Lavafontänen der Episode 53

Ein Erdbeben der Magnitude 5,2 hat am Dienstagabend den Südosten der Insel Hawaii erschüttert. Das Beben ereignete sich um 17:48 Uhr Ortszeit und hatte sein Epizentrum 42 Kilometer südöstlich von Naʻalehu vor der Küste. Nach Angaben des US Geological Survey (USGS) lag der Erdbebenherd etwa 11 Kilometer unter dem Meeresspiegel – direkt unter dem submarinen Vulkan Kamaʻehuakanaloa, dem früheren Lōʻihi.

Hawaii

Das Beben wurde in weiten Teilen der Süd- und Ostküste von Big Island wahrgenommen. Schäden wurden nicht gemeldet, ebenso wenig die Auslösung eines Tsunamis. Bereits in den frühen Morgenstunden hatte es in derselben Region eine Serie kleinerer Erdbeben gegeben. Die stärksten Ereignisse erreichten Magnituden von weniger als 3,2.

Die Geoforscher des HVO werteten die Aktivität als Teil eines seit Sonntag, dem 9. August, andauernden Schwarmbebens unter Kamaʻehuakanaloa. Hinweise darauf, dass die Beben die beiden großen Vulkane Mauna Loa oder Kilauea beeinflussen, gibt es nach Ansicht der Forscher nicht. Dennoch gab es nach dem Erdebben zwei bemerkenswerte Ereignisse am Kilauea.

Dort herrscht derzeit eine Eruptionspause. In den Förderschloten im Halemaʻumaʻu-Krater ist weiterhin schwaches bis mäßiges Glühen zu beobachten, während sich der Vulkan auf Lavafontänen-Episode No. 53 vorbereitet. Wie schon bei den beiden Vorgängereruptionen läuft der Wiederaufladungsprozess nicht so gleichmäßig ab wie zuvor: Es wechseln sich Inflations- und Deflationsphasen ab. Das Auffällige: Die letzte Deflationsphase endete just in dem Moment des Erdbebens Mb 5,2 und wechselte zur Inflation. Das Uēkahuna-Tiltmeter registrierte innerhalb von rund zwölf Stunden mehr als zwei Mikroradiant an Inflation; zeitweise lag die Rate bei etwa drei Mikroradiant pro Tag.

Kurz nach dem Beben kam es zudem zu einem Kollaps im Bereich des Südschlotes. Danach begann der Bereich zu glühen und Gasflammen stiegen auf. Zusammen mit dem weiterhin aktiven Nordschlot und einer neuen Fissur sind damit derzeit drei glühende Öffnungen im Gipfelbereich von Halemaʻumaʻu sichtbar.

Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich Magma unter dem Gipfel sammelt. Modelle des USGS prognostizieren deshalb den Beginn der Episode 53 zwischen dem 13. und 17. August. Sollte die derzeitige Inflationsrate anhalten, könnte die nächste Phase bereits am Donnerstagnachmittag einsetzen.

Wie bei den vorherigen Episoden werden erneut spektakuläre Lavafontänen erwartet. Die einzelnen Fountaining-Phasen dauern gewöhnlich weniger als zwölf Stunden und werden von unterschiedlich langen Pausen unterbrochen. Seit Dezember 2024 eruptiert der Kilauea auf diese episodische Weise aus dem Gipfelbereich.

Kilauea: Die heißeste Show der Welt endete nach 8,5 Stunden

Lavafontänen-Episode 51 dauerte achteinhalb Stunden – 5 Millionen Kubikmeter Lava gefördert

Der Kilauea auf Hawaii hat inzwischen die 51. Lavafontänen-Episode beendet und erneut für ein fantastisches Naturschauspiel gesorgt, das ich gerne als die „heißeste Show der Erde“ bezeichne: Die gut 1.200 Grad heiße Lava schoss bis zu 290 Meter aus dem Schoß unseres Planeten empor und überflutete den Halemaʻumaʻu-Krater mit etwa 5 Millionen Kubikmetern Lava. Tephra erreichte eine Höhe von bis zu 5.000 Metern und regnete auch außerhalb der Nationalparkgrenzen nieder. Nach gut achteinhalb Stunden endete die Show am Mittwoch um 16:46 Uhr HST. Bei uns in Europa war es bereits Donnerstagmorgen.

51

Die Show der 51. Lavafontänen-Episode war zwar spektakulär, doch es handelte sich nur um einen durchschnittlich starken Ausbruch, wie wir ihn seit Beginn der Eruption am 23. Dezember 2024 bereits viele Male gesehen haben. Ungewöhnlich war die fast dreiwöchige Aufladungsphase, in der sich der Beginn der Lavafontänenphase infolge mehrerer Deflationsereignisse wiederholt verzögert hatte.

Ähnlich wie die aktuelle Eruption dauerten die meisten Episoden mehrere Stunden und förderten einige Millionen Kubikmeter Lava, wobei die Stärke der einzelnen Ausbrüche deutlich schwankte. Die Lavafontänen erreichten häufig Höhen von mehreren hundert Metern, während die Ausbruchsphasen meist zwischen wenigen und rund zehn Stunden anhielten.

Die bislang stärkste Episode war Episode 43 am 10. März 2026. Während dieser Phase waren sowohl der Nord- als auch der Südschlot aktiv. Die Lavafontänen erreichten Rekordhöhen von bis zu 540 Metern am Südschlot und etwa 440 Metern am Nordschlot. Insgesamt wurden dabei ungefähr 12 Millionen Kubikmeter Lava ausgestoßen – mehr als bei jeder anderen Episode der aktuellen Eruptionsserie. Die Aktivität dauerte etwa neun Stunden, wobei zeitweise Förderraten von bis zu 800 Kubikmetern Lava pro Sekunde gemessen wurden.

Die jüngste Episode 51 reiht sich in dieses charakteristische Muster ein: Nach einer Phase zunehmender Inflation im Gipfelbereich setzte erneut eine kurze, energiereiche Fontänenphase ein, bevor die Aktivität wieder abrupt nachließ. Solche wiederkehrenden Ausbruchszyklen entstehen durch das periodische Auffüllen und Entleeren des flach gelegenen Magmareservoirs unter dem Gipfel. Zwischen den Episoden bleibt der Kilauea aktiv, wobei sich der Druck im Untergrund erneut aufbauen kann, bis eine weitere Fontänenphase ausgelöst wird.

Die Aktivität der letzten zwei Jahre beschränkte sich auf den Halemaʻumaʻu-Krater, ohne dass die beiden Riftsysteme im Osten und Westen des Kīlauea an eruptiver Tätigkeit beteiligt gewesen wären. Seit der Leilani-Eruption ist die Aktivität am legendären Puʻuʻōʻō-Krater im oberen Ostrift zum Erliegen gekommen. Die Eruption dort speiste die Lavaströme, die jahrelang in den Ozean flossen und ein Magnet für zahlreiche Vulkanspotter waren. Dagegen sind die aktuellen Lavafontänen-Episoden nicht ganz so einfach zu erwischen, da sie – wie aktuell – mit Verzögerung starten können. Der Puʻuʻōʻō erhielt zumindest einen Teil seiner Schmelze aus dem Speicher unter der Gipfelcaldera, der nun die Lavafontänen speist. Daher gilt es als unwahrscheinlich, dass es im Ostrift wieder zu Aktivität kommen wird, solange die Lavafontänenphase in ihrer aktuellen Intensität anhält.