Kilauea: Lavafontänen-Episode No 49. während der Nacht

Kilauea beendet eine weitere spektakuläre Eruptionsphase mit bis zu 210 Meter hohen Lavafontänen

Der hawaiianische Vulkan Kilauea interessiert sich offenbar nicht für die Fußballweltmeisterschaft und begann mit der Lavafontänen-Episode ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als Deutschland gegen Curacao spielte. Nach Angaben des HVO erreichte die Lavafontäne eine Höhe von bis zu 210 m und speiste Lavaströme, die den Kraterboden des Halemaʻumaʻu fluteten. Zudem stieg Vulkanasche auf und löste eine Warnung für den Flugverkehr aus. Inzwischen ist die 49. Eruptionsepisode seit Beginn der aktuellen Ausbruchsserie im Dezember 2024 beendet.



Nach mehrstündigen Vorzeichen begann die eigentliche Fontänentätigkeit um 9:32 Uhr Ortszeit im Halemaʻumaʻu-Krater am Gipfel des Vulkans. Die Eruption dauerte insgesamt siebeneinhalb Stunden und endete abrupt um 17:05 Uhr HST. Aufgrund der Zeitverschiebung von 12 Stunden zur MESZ begann für uns die Lavafontänentätigkeit am Sonntagabend um 21:32 Uhr und endete Montagmorgen um 05:05 Uhr.

Bereits in der Nacht zum Sonntag hatten Wissenschaftler des Hawaiian Volcano Observatory (HVO) erste Anzeichen einer bevorstehenden Aktivitätsphase registriert. Mehrere kleinere Lavaüberläufe aus dem Nordschlot sowie zunehmendes Lavaspattering wurden beobachtet, was die Behörden veranlasste, die Vulkanwarnstufe auf „Orange“ anzuheben. Gegen 9:32 Uhr setzte schließlich die Hauptphase der Eruption ein, die von einem starken Anstieg des vulkanischen Tremors und einer deutlichen Deflation des Gipfelbereichs begleitet wurde.

Innerhalb weniger Stunden wuchsen die Lavafontänen von anfänglich 30 bis 45 Metern auf ihre maximale Höhe von 210 Metern an. Gleichzeitig stieg die Eruptionswolke auf bis zu 5.500 Meter über dem Meeresspiegel auf. Nach Angaben des National Weather Service wurden Asche, Tephra und vulkanische Gase überwiegend in südwestliche Richtung verfrachtet. Die stärkste Tephra-Ablagerung beschränkte sich auf einen Radius von etwa fünf Kilometern um die Ausbruchszentren.

Während des Höhepunkts der Eruption erreichte die Förderrate der Lava einen Ausstoß von etwa 320 Kubikmetern pro Sekunde. Insgesamt wurden mehr als drei Millionen Kubikmeter Lava ausgestoßen. Bis zum Mittag bedeckten die Lavaströme bereits 30 bis 40 Prozent des Kraterbodens von Halemaʻumaʻu. Sämtliche eruptiven Aktivitäten blieben aber auf den Krater innerhalb des Hawaii-Volcanoes-Nationalparks beschränkt.

Im Verlauf des Nachmittags schwächte sich die Eruption allmählich ab. Kurz vor dem Eruptionsende wurden nur noch stoßweise Tephra-Auswürfe beobachtet. Um 17:05 Uhr kam die Fontänentätigkeit schließlich vollständig zum Erliegen.

Nach dem Ende der Episode senkte der US Geological Survey sowohl die Vulkanwarnstufe von „Watch“ auf „Advisory“ als auch den Luftfahrt-Farbcode von Orange auf Gelb. Nach Einschätzung der Vulkanologen ist eine erneute Fontäneneruption am Gipfel in den kommenden zwei Wochen unwahrscheinlich. Danach steigt die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Episode schnell an. Es wird dann die Jubiläums-Episode Nr. 50 sein.

Hawaii: Erdbeben Mb 4,7 vor der Ostküste

Erdbeben der Magnitude 4,7 vor der Ostküste von Hawaii – in Hilo deutlich wahrnehmbar

Am Morgen des 10. Juni 2026 ereignete sich um 08:37:39 UTC (09. Juni, 22:37 Uhr HST) vor der Ostküste der Insel Hawaii ein Erdbeben der Magnitude 4,7. Das Hypozentrum lag in einer Tiefe von 33 Kilometern. Das Epizentrum wurde 13 Kilometer nordöstlich von Hilo verortet, wo das Beben deutlich wahrgenommen wurde. Es war das 3 Erdbeben mit einer Magnitude größer 4 in nur 3 Wochen. Ursprünglich war die Magnitude mit 4,9 angegeben worden, später korrigierte der United States Geological Survey (USGS) den Wert auf 4,7.

Hawaii

Die Erschütterung wurde auf weiten Teilen der Insel wahrgenommen. In Hilo waren die Erschütterungen verhältnismäßig stark und brachten Gegenstände zum Wackeln. Darüber hinaus wurden in mehreren Gebieten leichtes bis mäßiges Zittern des Untergrundes verspürt. Schäden wurden nicht erwartet und auch Tsunamialarm wurde nicht gegeben.

Das USGS Hawaiian Volcano Observatory teilte in einer Stellungnahme mit, dass das Erdbeben keine erkennbaren Auswirkungen auf die Vulkane Mauna Loa und Kilauea hatte. Die Analyse der Erdbebendaten deutet darauf hin, dass das Ereignis durch die Deformation der Pazifischen Platte unter dem Gewicht der Hawaiischen Inselkette verursacht wurde. Solche sogenannten Mantelbeben treten regelmäßig unter den Inseln auf und entstehen in Bereichen der Vulkane und der ozeanischen Kruste im oberen Erdmantel.

Nach Einschätzung der Vulkanologen steht das Beben nicht mit vulkanischen Prozessen oder Magmenbewegungen in Zusammenhang. Ebenso besteht keine direkte Verbindung zu dem Erdbeben der Magnitude 6,0 vom 22. Mai 2026 sowie einem Beben der Magnitude 4,6 vom 2. Juni 2026 auf der Westseite der Insel. Alle diese Ereignisse werden vielmehr auf Spannungen zurückgeführt, die durch das enorme Gewicht der Insel Hawaii auf den darunterliegenden starren Erdmantel entstehen. Bei dem Beben der Magnitude 6,0 wurde hierdurch eine Störungszone reaktiviert.

Das Hawaiian Volcano Observatory überwacht die seismische und vulkanische Aktivität auf Hawaii weiterhin aufmerksam, registrierte jedoch im Zusammenhang mit diesem Erdbeben keine ungewöhnlichen Veränderungen.

Derweilen bereitet sich der Kilauea auf seine nächste Lavafontänen-Episode vor. Das Prognosefenster 12.-15. Juni gilt weiterhin.

Hawaii: Erdbeben Mb 4,1 vor der Südküste

Spürbares Erdbeben Mb 4,1 erschütterte Südküste von Big Island Hawaii

Gestern Vormittag manifestierte sich vor der Südküste von Big Island Hawaii ein mittelstarkes Erdbeben der Magnitude 4,1. Trotz der relativ großen Herdtiefe von 33 Kilometern konnte es im Raum Pāhala verspürt werden. Das Epizentrum wurde vom EMSC 18 km südöstlich von Pāhala verortet. Das Beben war Teil eines Schwarms im Offshorebereich zwischen der Küste von Big Island und dem submarinen Vulkan Kamaʻehuakanaloa.

Hawaii. © HVO/Leaflet

Die Herdtiefe spricht dafür, dass es mit den Beben unter der Küstenebene bei Pāhala zusammenhängt, die infolge von Magmenaufstieg stattfinden. Das HVo schreibt jedoch, dass das Beben einen ähnlichen Ursprung hat wie die Beben der letzten Wochen vor der Südwestküste der Insel, die tektonisch bedingt sein sollen und durch Spannungen infolge der Auflast von Hawaii auf den Ozeanboden ausgelöst wurden.

Das tektonische Umfeld Hawaiis kann als komplex bezeichnet werden, obwohl es nicht an einer Plattengrenze gekoppelt ist, sondern an einem stationären Mantelplume. In diesem schlauchartigen Gebilde steigt Magma aus dem Erdmantel auf, das die Vulkane des Archipels speist. Während die Pazifische Platte langsam nach Nordwesten driftet, bildeten sich nacheinander Vulkane wie Mauna Loa und Kilauea. Der Kamaʻehuakanaloa ist der jüngste Vulkan dieser Kette. Während Forschungsarbeiten bestätigten, dass die tiefen Erdbeben bei Pāhala mit Magmenaufstieg in ein Reservoir in Zusammenhang stehen, das sowohl Mauna Loa als auch Kīlauea speist, ist es unklar, ob es auch eine direkte Verbindung zum Kamaʻehuakanaloa gibt.

Nach einer vergleichsweise ruhigen Periode zieht die Seismizität unter Big Island aktuell deutlich an. Wie ein Blick auf die Erdbebenkarte der letzten 14 Tage verdeutlicht, gibt es nicht nur tiefe Erdbeben im Küstenbereich, sondern auch flache Beben unter den Vulkanen Mauna Loa und Kilauea. Letzterer lädt nach der Lavafontänen-Episode 48 wieder auf und bereitet sich auf Episode 49 vor. Das Prognosefenster für die Eruption wurde vom HVO auf den 12. bis 15. Juni gelegt.

Erdbeben auf Hawaii: Mb 4,6 war weithin spürbar

Tektonisches Erdbeben Mb 4,6 und erhöhte seismische Aktivität am Kilauea

Die Insel Big Island Hawaii zählt zu den geologisch aktivsten Regionen der Vereinigten Staaten. Neben vulkanisch bedingten Erdbeben treten dort regelmäßig auch tektonische Beben auf, die durch die enorme Last der Insel auf der Pazifischen Platte verursacht werden. Ein solches Beben ereignete sich gestern Abend (2. Juni) um 17:58 Uhr HST, als es westnordwestlich von Kahaluu-Keauhou mit einer Magnitude von 4,6 erschütterte. Nach Angaben des USGS lag das Hypozentrum in 34 Kilometern Tiefe unmittelbar vor der Westküste der Insel. Das Beben war – wie bereits der starke Erdstoß der Magnitude 6,0 vom 22. Mai – tektonischer Natur, stand nicht mit Magmabewegungen in Verbindung und hatte keine erkennbaren Auswirkungen auf die Vulkane Mauna Loa oder Kilauea. Dennoch zeigt sich Letzterer seit der Lavafontänen-Episode 48 ungewöhnlich seismisch aktiv.

Hawaii, © USGS

Das Erdbeben der Magnitude 4,6 wurde wahrscheinlich durch die Durchbiegung der Pazifischen Platte unter dem Gewicht der Hawaiischen Inseln verursacht. Obwohl die beiden stärkeren Erdbeben im Westen der Insel einen ähnlichen Ursprung haben, stehen sie nicht in direktem Zusammenhang.

Die Erschütterungen wurden auf der gesamten Insel Hawaii sowie auf Maui verspürt. In der Nähe des Epizentrums wurden mäßige Erschütterungen registriert, die vereinzelt leichte Schäden verursachen konnten. In den Tagen nach dem Ereignis sind Nachbeben möglich.

Gleichzeitig beobachten Vulkanologen eine erhöhte Erdbebenaktivität unter der Gipfelcaldera des Kīlauea. Entlang des Südrandes des Halemaʻumaʻu-Kraters wurden etwa 50 Erdbeben registriert. Die meisten dieser Beben ereigneten sich in weniger als einem Kilometer Tiefe und erreichten Magnituden von höchstens 2,0. Die Aktivität begann etwa eine Stunde vor dem Ende der Episode 48 und hielt bis in die Morgenstunden des 2. Juni an.

Nachdem die 48. Eruptionsepisode beendet worden war, waren an den Förderschloten weiterhin sporadische Flammen sowie während der Nacht ein anhaltender Lavaschein sichtbar. Aufgrund starker Regenfälle blieb der Krater von dichtem Dampf erfüllt. Die Lavaströme auf dem Kraterboden bewegten sich zunächst weiter, verlangsamten sich jedoch bis zum Morgen deutlich. Glühende Bereiche auf jungen Lavaströmen bleiben häufig noch mehrere Tage nach dem Ende einer Eruptionsphase sichtbar.

Während der Eruptionsepisode wurde eine Deflation des Gipfelbereichs von 17,1 Mikroradiant gemessen. Nach dem Ende der Aktivität setzte erneut Inflation ein. Die Schwefeldioxid-Emissionen am Gipfel liegen derzeit wahrscheinlich im normalen Bereich zwischen 1.000 und 5.000 Tonnen pro Tag und deuten darauf hin, dass das magmatische System weiterhin aktiv ist.

Darüber hinaus wurden erneut mehrere Erdbeben im Bereich der Küstenebene bei Pāhala registriert. Diese gelten als Hinweis auf einen anhaltenden Magmenaufstieg in ein tief gelegenes Magmenreservoir.

Neuer Lavafontänen-Rekord am Kilauea

Kilauea schreibt Geschichte: Episode 48 bringt neuen Eruptionsrekord

Mit der 48. Lavafontänen-Episode hat der Vulkan Kilauea auf Hawaii gestern (1. Juni) seinen eigenen Rekord gebrochen: Noch nie zuvor wurden während einer episodischen Fontäneneruption so viele Ausbruchszyklen registriert wie aktuell am Halemaʻumaʻu. Mit dem Ende der 48. Lavafontänen-Episode am 1. Juni 2026 stellte der seit dem 23. Dezember 2024 andauernde Vulkanausbruch einen Rekord auf, den selbst legendäre Ausbruchsphasen des Vulkans nicht erreichten. Der aktuelle Ausbruch übertrifft nun sogar die berühmte Puʻu-ʻŌʻō-Eruption der Jahre 1983 bis 1986, die auf 47 Episoden kam. Damit hält die laufende Aktivität am Kilauea nun den Rekord für die höchste Zahl dokumentierter Lavafontänen-Episoden innerhalb einer einzelnen episodisch verlaufenden Eruption.

Kilauea. © HVO

Vergleicht man den episodisch verlaufenden Vulkanausbruch am Kilauea mit den Paroxysmenphasen am Ätna – bei denen es sich ebenfalls um eine ähnlich episodisch ablaufende Eruptionsform handelt –, dann wird das aktuelle Geschehen am Kilauea noch von der Ätna-Paroxysmenphase der Jahre 2011 bis 2013 übertroffen: Damals kam es im Zuge der Paroxysmen zu insgesamt 66 Lavafontänen.

Die Episode 48 begann am Kilauea um 4:40 Uhr morgens Ortszeit und endete nach knapp neun Stunden abrupt um 13:37 Uhr. Während dieser Zeit schoss Lava ausschließlich aus dem nördlichen Schlot empor. Die Fontäne erreichte eine maximale Höhe von rund 200 Metern und speiste einen gewaltigen Lavastrom, der sich über etwa 40 Prozent des Kraterbodens des Halemaʻumaʻu ausbreitete. Insgesamt wurden schätzungsweise 5,6 Millionen Kubikmeter Lava gefördert.

Schon in den Tagen vor dem eigentlichen Ausbruch hatte sich die Aktivität angekündigt. Aus dem südlichen Schlot traten insgesamt 95 kurze Lavaüberläufe aus, die in erstaunlich regelmäßigen Intervallen von 15 bis 30 Minuten auftraten. Diese Überläufe dienten gewissermaßen als Vorspiel für die eigentliche Eruptionsphase. Erst kurz vor Beginn von Episode 48 wurde auch der nördliche Schlot zunehmend aktiv und entwickelte schließlich die mächtige Lavafontäne.

Die Eruption erzeugte zudem eine Asche- und Gaswolke, die bis in Höhen von etwa 7.600 Metern aufstieg. Veränderte Windrichtungen führten dazu, dass Asche, vulkanische Glaspartikel und Peles-Haare über Teile des Hawaii-Volcanoes-Nationalparks sowie benachbarte Siedlungen verfrachtet wurden. Während der Eruption stand der Alarmcode auf Orange, inzwischen wurde er auf Gelb herabgestuft.

Dampflokomotive

Doch auch danach blieb es spannend am Vulkan: Starke Regenfälle kühlten die heiße Lava schnell ab, wodurch enorme Dampfmengen entstanden. Dabei bildeten sich sogar mehrere tornadoähnliche Dampfschläuche. Das Zusammenspiel aus Dampf und Wirbelbildungen schuf eine einzigartige Stimmung in der jungen Vulkanlandschaft.

Darüber hinaus bleibt die Situation dynamisch: Direkt mit dem Ende der Eruption begann sich das entleerte Magmenreservoir wieder aufzufüllen, wie eine unmittelbar einsetzende Zunahme der Hangneigung belegt. Episode 49 befindet sich somit bereits in Vorbereitung.

Vulkanausbruch am Kilauea: 48. Lavafontänen-Episode im Gange

Lavafontänen-Episode Nr. 48 am Kilauea-Vulkan: Glühende Lava schießt hunderte Meter hoch in den Himmel

Am Vulkan Kilauea auf Hawaii hat heute Morgen gegen 4:40 Uhr HST (16:40 Uhr MESZ) die lange erwartete Lavafontänen-Episode Nr. 48 begonnen. Die Lavafontäne baut sich vergleichsweise langsam auf und hat zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht ihre volle Größe erreicht. Die Lavafontäne ist ungefähr 200 Meter hoch und beginnt gerade erst so gewaltig zu werden, dass aufgewirbelte Tephra aufzusteigen beginnt. Das Ereignis ist sehr gut via HVO-Livestream zu beobachten.



Bereits kurz vor 4:40 Uhr HST war absehbar, dass sich aus einem der bekannten Lavaüberläufe einen Fontäne entwickeln könnte. Kontinuierliches Lavafontänieren setzte gegen 04:50 Uhr ein, als aus einer kuppelförmigen Lavaglocke am Nordschlot eine Fontäne wurde. Der Ausbruch wurde von zunehmendem Tremor und schneller Entleerung des Systems begleitet, was sich in einer schnellen Bodenabsenkung bemerkbar macht.

Während die Initialphase verhältnismäßig lange dauerte wuchs die Fontänen im Nordschlot dann schnell von 60 auf 200 Meter an. Sie speist eine Asche- und Gaswolke, die über 6.000 Meter hoch aufsteigt. Das Hawaiian Volcano Observatory meldete zudem eine Aschefallwarnung für Gebiete südwestlich und nordöstlich des Gipfels. Winddaten deuten darauf hin, dass Tephra-Partikel sowohl nach Südwesten als auch nach Norden verfrachtet werden könnten.

Die Eruption bleibt bis jetzt auf den Krater Halemaʻumaʻu innerhalb des Nationalparks Hawaii Volcanoes beschränkt. Behörden halten die Alarmstufe WATCH und den Luftfahrtfarbcode ORANGE aufrecht, da die Aktivität weiterhin anhält.

Besonders gefährlich sind feine Aschepartikel und Pele’s Haare, die sich über weite Strecken verteilen können. In einem Radius von etwa fünf Kilometern könnte der Ascheniederschlag  besonders stark ausfallen.

Die Episode zeigt erneut die Dynamik des aktiven Gipfelevents, das seit Ende 2024 wiederholt eruptive Phasen hervorbringt.

Kilauea: Lavafontänen-Episode Nr 48 steht kurz bevor

Lavafontänen-Episode am Kilauea steht kurz bevor – Ausbruchsprognose mehrfach korrigiert

Die Augen der Vulkanwelt sind seit Tagen gespannt in Richtung Kilauea ausgerichtet, wo seit Tagen die Lavafontänen-Episode 48 erwartet wird. Obwohl es bereits mehrere Vorläuferphänomene der Eruption gibt und die Bodenhebung deutlich höher als vor den letzten Eruptionen ist, will die Eruption nicht so richtig durchstarten. Das Prognosefenster für den Vulkanausbruch wurde mehrfach verschoben, zuletzt aber deutlich eingegrenzt.

Seit dem Abend des 30. Mai wurden im Halemaʻumaʻu-Krater mehr als 60 Überläufe zähflüssiger Lava aus dem Südschlot registriert. Diese Ereignisse treten in Abständen von 15 bis 30 Minuten auf, dauern meist nur fünf bis zehn Minuten und enden mit einem schnellen Rückfluss der Lava in das Fördersystem. Der Nordschlot weist nur gelegentliche Lavaüberläufe aus, dafür hält intensives Lavaspattering an, dessen Aktivität am Morgen des 31. Mai deutlich zunahm. Beobachter meldeten Lavaaustritte aus einer rückwärtigen Schlotöffnung, die in den Hauptschlot zurückflossen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den neuesten seismischen Analysen. Laut einer HVO-Mitteilung vom Sonntagabend erstreckt sich das aktuelle Prognosefenster für den Beginn der Fontänenaktivität von etwa 20 Uhr Ortszeit bis in den Verlauf des 1. Juni hinein. Die günstigsten Werte der seismischen Modelle werden gegen 3 Uhr morgens erreicht. Diese Modelle haben sich während der jüngsten Episoden als wichtiger Indikator erwiesen, nachdem klassische Prognosen auf Basis der Gipfelneigung zunehmend an Aussagekraft verloren hatten.

Auch die langsame, aber anhaltende Inflation des Gipfelbereichs spricht für eine weitere Druckzunahme im flachen Magmareservoir. Seit dem Ende von Episode 47 am 15. Mai wurden mehr als 17 Mikroradien inflationärer Neigung gemessen, was den Wert der Deflation während der vorherigen Fontänenphase übertrifft.

Sollte Episode 48 in den kommenden Stunden beginnen, wovon ich stark ausgehe, werden erneut mehrere hundert Meter hohe Lavafontänen erwartet. Die vorherige Episode dauerte ca. neun Stunden und erzeugte eine Asche- und Tephrawolke, deren Partikel bis in bewohnte Gebiete nordöstlich des Vulkans verfrachtet wurden. Aufgrund ähnlicher Windverhältnisse haben der National Weather Service und die Behörden Hawaiis bereits vor möglichem Ascheniederschlag gewarnt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich der Kilauea damit in einer hochaktiven Lavafontänen-Vorphase befindet. Die zunehmende Schlotaktivität, die fortgesetzte Inflation und die seismischen Modelle sprechen übereinstimmend dafür, dass der Vulkan kurz vor seiner nächsten eruptiven Fontänenepisode steht.

Kilauea: Vulkanausbruch verspätet sich

Kilauea meets Deutsche Bahn – Vorhersagefenster für Lavafontänen-Episode Nr. 48 verschoben

Normalerweise ist der Kilauea von der pünktlichen Sorte Vulkan, immer bemüht, den Vorhersagen der Vulkanologen zu entsprechen, doch diesmal macht er eher einen auf Deutsche Bahn und verspätet sich: Die nächste Phase intensiven Lavafontänierens lässt weiter auf sich warten. Wissenschaftler des Hawaiian Volcano Observatory (HVO) haben das Prognosefenster für Episode 48 der Halemaʻumaʻu-Eruption nach hinten verschoben. Nach aktuellem Wissensstand halten sie die Eruption zwischen Donnerstag (28. Mai) und Samstag (30. Mai) für am wahrscheinlichsten.

Kilauea

Grund für die Anpassung der Prognose sind zwei zwischenzeitliche Deflationsphasen im Gipfelbereich, die den Wiederaufbau des magmatischen Drucks verzögert haben. Zwar setzte die Inflation gestern Mittag wieder ein, sie verläuft aber vergleichsweise langsam. Das HVO weist darauf hin, dass weitere unregelmäßige Deflationsereignisse den Beginn der nächsten eruptiven Phase erneut hinauszögern könnten.

Die Verzögerung bestätigt, dass vulkanische Prozesse vielen unabsehbaren Faktoren unterliegen, die sich beim besten Willen nicht alle vorhersehen lassen. Möglicherweise hängt die kurzzeitige Deflation des Vulkans mit dem starken Erdbeben Mw 6,0 zusammen, das sich am 23. Mai im Westen Hawaiis zugetragen hatte. Solche Erdbeben können Druckschwankungen im Fördersystem eines Vulkans verursachen.

Obwohl die Eruption weiterhin pausiert, sind bereits die ersten Vorläufer-Symptome der nächsten Eruption sichtbar. In der Nacht war von beiden aktiven Eruptionsschloten am Südwestrand des Halemaʻumaʻu-Kraters ein deutliches Glühen sichtbar. Das ist ein Hinweis darauf, dass Magma nahe der Oberfläche steht. Lavaüberläufe wurden bislang noch nicht beobachtet, so dass sich der Eruptionsbeginn eher in Richtung Samstag verzögern wird.

Messdaten zeigen, dass sich der Gipfel des Kilauea seit dem Ende von Episode 47 am 15. Mai erneut aufwölbt. Das Neigungsmessgerät Uēkahuna registrierte seitdem eine Inflation von 15,1 Mikroradian. Während der vorherigen Lavafontänen-Episode war eine Deflation von 15,6 Mikroradian gemessen worden. Ein Wert, der nun nahezu wieder ausgeglichen ist. Nach Angaben der Vulkanologen spricht das Verhalten des Vulkans dafür, dass eine weitere Episode wahrscheinlich bleibt.

Hawaii: Starkes Erdbeben im Westen des Vulkans Mauna Loa

Starkes Erdbeben Mw 6,0 erschüttert Big Island Hawaii – untere Westflanke des Vulkans Mauna Loa betroffen

Datum: 23.05.2026 | Zeit: 07:46:01 UTC | Koordinaten:  19.427 ; -155.810 | Tiefe: 16 km | Mw 6,0

Ein starkes Erdbeben hat am späten Freitagabend (Ortszeit) die Insel Hawaii erschüttert. Der Erdstoß der Magnitude 6,0 ereignete sich um 21:46 Uhr HST (Samstag, 07:46 UTC) in einer Tiefe von 22 Kilometern. Das Epizentrum wurde 12 Kilometer südlich von Hōnaunau-Nāpōopoo auf Big Island lokalisiert. Die Gegend liegt auf der unteren Westflanke des Vulkans Mauna Loa. Die Daten stammen vom USGS. Das EMSC gibt die Herdtiefe mit 16 Kilometern an und verortete das Epizentrum 14 km ost-südöstlich von Captain Cook.

Hawaii. © EMSC/Leaflet

Die Erschütterungen waren nicht nur auf Big Island zu spüren, sondern erreichten auch die anderen Inseln. Wahrnehmungsmeldungen liegen insbesondere von Maui und Oʻahu vor. Innerhalb kurzer Zeit meldeten sich mehr als 2500 Bebenzeugen mit ihren Berichten. Meldungen über größere Schäden liegen bislang nicht vor. Da sich das Beben unter der Insel ereignete, wurde kein Tsunami-Alarm ausgelöst.

Die Behörden entsandten Einsatzkräfte, die die öffentliche Infrastruktur auf Schäden untersuchen sollen. Kleinere Schäden wie Risse in Straßen und Wänden sind durchaus möglich. Typische Auswirkungen solcher Ereignisse auf Hawaii umfassen schwankende Möbel, klappernde Fenster sowie kurzzeitige Strom- oder Kommunikationsstörungen in einzelnen Bereichen. Der Zivilschutz rief die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf und warnte vor Nachbeben.

Starke Erdbeben dieser Größenordnung treten auf Hawaii statistisch gesehen etwa alle sieben bis zehn Jahre auf, wobei jüngste Entwicklungen diese Statistik scheinbar relativieren: Das letzte Beben mit einer Magnitude im Sechserbereich ereignete sich 2021. Es hatte eine Magnitude von 6,2 und ein Epizentrum in der Kīholo Bay im Westen von Big Island. Im Mai 2018 gab es ein Beben der Magnitude 6,9, das mit der Leilani-Eruption des Kīlauea einherging und vulkanischen Ursprungs war. Bereits 2006 ereigneten sich mehrere Beben mit Magnituden zwischen 6,1 und 6,7 bei Kona, etwas nördlich des aktuellen Epizentrums. Das Kaʻū-Beben von 1868 erreichte eine Magnitude nahe 8 und zählt zu den stärksten jemals auf Hawaii registrierten Erdbeben.

Der aktuelle Erdstoß war ersten Analysen zufolge tektonischen Ursprungs und könnte mit Spannungsumlagerungen entlang des Kealakekua-Fault-Systems in Zusammenhang stehen. Dabei handelt es sich um eine bogenförmige Störungszone im Küstenbereich der Mauna-Loa-Westflanke, die die obere Abrisskante einer großen prähistorischen Unterwasser-Hangrutschung markiert. Das Epizentrum des Bebens lag etwas östlich dieser Störung.

Starke Erdbeben können vulkanische Aktivität beeinflussen. Sowohl Mauna Loa als auch der benachbarte Kīlauea befinden sich in einem Aufladungsprozess, wobei der Kīlauea seit Weihnachten 2024 in einer episodischen Eruptionsphase begriffen ist. Der nächste Ausbruch wird dort in den kommenden Tagen erwartet; zudem gibt es bereits sichtbare Vorläuferphänomene der Eruption.