Piton Fournaise: Neues Lavadelta des Vulkans erodiert schnell

Neues Lavadelta des Piton de la Fournaise schrumpft – dennoch bis zu 300 Grad heiß

Dass die Natur im steten Wandel begriffen ist, erfährt man kaum deutlicher als an einem aktiven Vulkan. Hier kann man Schöpfung und Zerstörung hautnah erleben und wird Zeuge der Erdgewalten. Eine solche schuf in Form des Vulkanausbruchs am Piton de la Fournaise auf der Insel La Réunion im März dieses Jahres 8,4 Hektar neues Land in Form eines Lavadeltas, das an der Küste durch ins Meer fließende Lava entstand. Doch das neue Land erwies sich als alles andere als stabil: Bis Anfang Juni schrumpfte das Lavadelta infolge von Erosion um mehr als 1 Hektar. Eine Geburt, die nicht ohne starke Wehen verläuft, wie es für Vulkaninseln typisch ist.

Lavadelta. © OVPF

Während der Eruption des Fournaise zwischen dem 13. Februar und dem 12. April 2026 floss Lava bis an die Küste und baute dort eine neue Plattform aus frischem Basalt auf. Zwischen dem 16. und 24. März gewann La Réunion dadurch 8,7 Hektar Land hinzu. Etwa 8,4 Hektar bestanden aus massiver Lava, weitere 0,3 Hektar aus losem schwarzem Vulkansand.

Nur wenige Monate nach der spektakulären Eruption beginnt die junge Vulkanlandschaft am Meer bereits wieder zu verschwinden. Das während des Ausbruchs entstandene Lavadelta wird von den Wellen des Indischen Ozeans langsam zurückerobert. Gleichzeitig zeigen Messungen, dass die erstarrte Lava im Inneren noch immer ungewöhnlich heiß ist: Bei Untersuchungen wurden an einzelnen Bereichen Temperaturen von mehr als 300 Grad Celsius registriert.

Doch junge Lavadeltas sind äußerst instabile Landschaften. Das Observatoire Volcanologique du Piton de la Fournaise (OVPF) überwacht die Entwicklung mit Drohnen- und Laservermessungen. Die Daten zeigen zunächst einen sehr schnellen Rückgang: Zwischen dem 24. März und dem 7. April verlor die Plattform durchschnittlich etwa 871 Quadratmeter Fläche pro Tag. Danach verlangsamte sich die Erosion, blieb aber kontinuierlich bei rund 151 Quadratmetern täglich.

Verantwortlich für den Rückzug sind vor allem die starken Wellen, die die Basis der jungen Lavaklippe angreifen. Durch Unterspülung brechen größere Blöcke aus der Front heraus und werden vom Meer abtransportiert. Besonders gefährdet sind die lockeren Ablagerungen am Rand des Deltas.

Vulkan bleibt im Inneren aktiv und bereitet sich auf den nächsten Ausbruch vor

Trotz des Lavarückbaus an der Küste ist der Vulkan selbst nicht vollständig zur Ruhe gekommen. Nach dem Ende der Eruption registriert das OVPF weiterhin eine erhöhte seismische Aktivität. Im Juni wurden 43 oberflächennahe vulkanotektonische Erdbeben sowie 51 tiefere Erdbeben unterhalb des Gipfelbereichs festgestellt. Zudem kam es zeitweise zu einer erneuten leichten Inflation des Vulkangebäudes, ein Hinweis auf anhaltende Prozesse im Magmareservoir.

Der Piton de la Fournaise befindet sich damit in einer post-eruptiven Erholungsphase. Die Lava am Meer verschwindet langsam, doch unter dem Vulkan bleibt das Magmasystem aktiv und bereitet sich auf den nächsten Ausbruch vor. Und es sieht nicht danach aus, als würde die Ruhe am Vulkan lange währen.

Piton Fournaise: Vulkanischer Tremor und Bodenhebung

Vulkanischer Tremor und Bodenhebung am Piton Fournaise detektiert

Am französischen Schildvulkan Piton de la Fournaise wurden nach Beendigung des sichtbaren Lavaausstoßes erneut eine Tremorphasen registriert, die darauf hindeutet, dass sich magmatische Fluide im Untergrund bewegen. Zudem gibt es eine leichte Bodenhebung. Es ist möglich, dass es zu einer weiteren eruptiven Phase kommt.

Tremor. © OVPF

Der Tremor setzte am Sonntag, dem 19. April, gegen 6:20 Uhr Ortszeit (2:20 UTC) ein und hält seitdem an. Seine Intensität ist aktuell niedrig und zeigt einige Schwankungen. Die Tremorquelle befindet sich an der Ost-Südost-Flanke des Vulkans, an derselben Stelle, die während der Eruptionsphase aktiv gewesen war.

Bei vulkanischem Tremor handelt es sich um ein nahezu kontinuierliches seismisches Signal niedriger Frequenz, das mit der Zirkulation von Magma bzw. Fluiden im Inneren des Vulkans zusammenhängt. Mögliche Ursachen sind laut Aussage der OVPF-Vulkanoogen Fluidbewegungen, Strömungsinstabilitäten sowie Resonanzeffekte in mit Fluid gefüllten Kanälen oder Klüften.

An den beiden Eruptionsstellen, die mit der Aktivität zwischen dem 13. Februar und dem 12. April in Verbindung stehen und sich in Höhenlagen von 2056 bis 2120 m am Gipfelkegel des Dolomieu befinden, wird derzeit lediglich Gasfreisetzung beobachtet.

Trotz des Fehlens rotglühender Lava an der Oberfläche weist der Tremor auf das Vorhandensein von Magma in geringer Tiefe hin, sodass ein erneutes Auftreten von Lavafontänen und Lavaströmen nicht ausgeschlossen werden kann.

Seit dem Ende der oberflächlichen Eruptionsaktivität am 12. April um 23:10 Uhr (Ortszeit) bleibt die oberflächennahe Seismizität unter dem Gipfel gering. In größeren Tiefen hält die seismische Aktivität jedoch an und konzentriert sich westlich des Gipfels in etwa 6 km Tiefe unter dem Meeresspiegel. Das lässt darauf schließen, dass sich Magma in einem tieferen Reservoir unter dem Vulkan ansammelt.

In den vergangenen drei Tagen wurde zudem eine leichte Bodenhebung registriert. Dieser Trend muss in den kommenden Tagen weiter überprüft werden. Sollte sich der Trend bestätigen, spricht das für eine Magmenakkumulation im flachen Reservoir, wodurch sich die Ausbruchswahrscheinlichkeit erhöht.

Der Piton de la Fournaise ist ein Schildvulkan im Süden der Insel La Réunion im Indischen Ozean. Die Insel und damit auch der Vulkan ist ein französisches Überseedepartement und als solches politisch gesehen Teil der EU.

Piton Fournaise: Das Ende der On-off-Eruption?

Unsichere Lage am Piton de la Fournaise: Nach Stopp des Vulkanausbruchs kehrt der Tremor zurück

Nach mehreren Wochen vulkanischer Aktivität bleibt die Situation am Piton de la Fournaise auf La Réunion schwer vorhersehbar. Nachdem Aktivität und Tremor am Abend des 12. Aprils vollständig stoppten, wurde am Nachmittag des 14. Aprils erneut die Wiederaufnahme eines schwachen Tremors registriert. Lava tritt allerdings noch nicht aus.

Die letzten beiden Mitteilungen des Observatoire Volcanologique du Piton de la Fournaise (OVPF-IPGP) zeigen, dass sich der Vulkan derzeit in einer Übergangsphase befindet und sein Status unklar ist und zwischen scheinbarer Ruhe und möglicher erneuter Aktivität pendelt.

Laut einem Kommuniqué vom frühen Morgen des 13. Aprils kam der Ausbruch nach zwei vorangegangenen Stillstandsphasen endgültig zum Erliegen. Gegen 23:10 Uhr Ortszeit am 12. April 2026 stoppte die Lavaförderung vollständig. Obwohl keine Lava mehr austrat, wurde noch an einigen Stellen Rotglut gesichtet. Außerdem gab es Entgasungen. Diese Restaktivität deutet darauf hin, dass das magmatische System unter der Oberfläche noch nicht vollständig zur Ruhe gekommen ist.

Bereits zu diesem Zeitpunkt teilten die Vulkanologen mit, dass sowohl ein endgültiges Ende der Eruption als auch eine Wiederaufnahme – entweder am gleichen Ort oder an anderer Stelle – möglich bleiben. Hintergrund sind anhaltende seismische Aktivitäten im Untergrund.

Am Nachmittag des 14. April meldete das Observatorium dann die neue Entwicklung, dass seit etwa 15:00 Uhr Ortszeit wieder ein schwacher vulkanischer Tremor aufgezeichnet wird.

Die Wissenschaftler interpretieren den Tremor als Hinweis darauf, dass sich weiterhin Magma in geringer Tiefe befindet. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es kurzfristig zu einer neuen Lavaförderung kommen könnte. Als wahrscheinlichster Ort für eine mögliche Wiederaufnahme gilt der zuletzt aktive Eruptionskegel des Ausbruchs, der am 13. Februar 2026 begann.

Piton Fournaise: Vulkanausbruch geht am 11. April weiter

Vulkanausbruch am Piton Fournaise geht mit Lavafontänen und Lavaströmen weiter – zweiter Kraterkegel wächst

Am Piton de la Fournaise geht der Vulkanausbruch weiter, ein Ende zeichnet sich nicht ab. Im Gegenteil: Obwohl mit der Wiederaufnahme der Aktivität am 8. April wieder Deflation einsetzte, verzeichnen die Seismometer wieder eine erhöhte vulkanotektonische Aktivität, die auf aufsteigendes Magma hindeutet. Um den Förderschlot an der neuen Ausbruchsstelle wächst ein zweiter Schlackenkegel und es fließt Lava an der Oberfläche. Die seit fast 2 Monaten andauernde Eruption erweist sich als langlebiger als zuvor angenommen.

Der Ausbruch, der bereits am 13. Februar 2026 begonnen hat, dauert nach zwei kurzen Ruhephasen (25.–28. März sowie 3.–8. April) weiterhin an.  Die Aktivität setzte am 8. April gegen 13:15 Uhr Ortszeit erneut ein. Zunächst beschränkte sie sich auf den bereits seit dem 13. Februar bestehenden Eruptionskegel auf 2056 m Höhe an der Südostflanke des Vulkans. Seit dem 9. April um 9:15 Uhr Ortszeit verlagert sich die Eruption zum größten Teil auf eine zweite Öffnung, die gut 180 m weiter hangaufwärts liegt – in einem Bereich, der bereits am 13. Februar strukturell geschwächt worden war, als sich zu Beginn der Eruption vier Eruptionsspalten öffneten, die alle auf eine gemeinsame magmatische Intrusion an der Südostflanke zurückzuführen waren.

Obwohl sich eine neue Eruptionsstelle bildete, wird sie nicht von einer neuen Intrusion gespeist, sondern von der gleichen, die bereits die erste Eruptionsphase speiste. Es handelt sich somit weiterhin um denselben Ausbruch, bei dem lediglich eine zusätzliche Austrittsstelle an der Oberfläche entstanden ist.

Der zuletzt entstandene Schlot ist aktuell der aktivste. Aus ihm treten Lavafontänen aus, deren Auswurfmaterial einen neuen, noch offenen Kegel aufbaut, aus dem Lavaströme austreten können. Der ältere Kegel vom 13. Februar zeigt dagegen nur noch geringe Aktivität, setzt aber weiterhin deutlich Gas frei.

Gestern belief sich die Förderrate der an der Oberfläche fließenden Lava auf ca. 15 m³/s. Die aktuellen Lavaströme fließen allesamt oberhalb des Steilhangs Grandes Pentes und bilden ein neues Lavafeld, das sich südlich der ersten beiden Lavafelder entwickelt, die zwischen dem 13. Februar und dem 3. April aktiv waren und den Ocean Entry formten. Dort kam es inzwischen zu mehreren Kollapsereignissen.

Die seismische Aktivität hat zuletzt zugenommen: Am 10. April wurden 34 flache vulkanisch-tektonische Erdbeben registriert, in der Nacht zum 11. April waren es bereits 36 weitere.

Nach dem Ende der Aktivität am 3. April wurde eine erneute Aufblähung des Vulkangebäudes beobachtet, was auf steigenden Druck im flachen Magmareservoir in etwa 1,5 bis 2 km Tiefe unter dem Gipfel hindeutet. Seit der Wiederaufnahme der Eruption am 8. April zeigt der Vulkan – ähnlich wie in der vorherigen Phase – wieder eine Deflation. Es wird mehr Lava eruptiert, als Magma aus der Tiefe in flache Reservoirs aufsteigt.

Piton Fournaise: Neue Schlotöffnung am 9. April

Am Piton Fournaise öffnete sich ein neuer Förderschlot – kleine Lavafontäne speist Lavastrom

Heute Morgen ereignete sich am Piton de la Fournaise gegen 09:05 Uhr Ortszeit etwas, das man eigentlich für unwahrscheinlich in der dritten Eruptionsphase des Vulkanausbruchs, der am 13. Februar begann, gehalten hatte: Oberhalb des bislang aktiven Kraterkegels öffnete sich auf der Bruchzone von der Initialphase der Eruption ein neuer Förderschlot. Aus ihm steigt eine kleine Lavafontäne auf, die einen Lavastrom speist. Zuvor war Oberflächenaktivität am bisherigen Krater sichtbar gewesen.

Am Morgen des 8. April registrierten die Messinstrumente gegen 5:30 Uhr eine deutliche Zunahme des vulkanischen Tremors. Diese Entwicklung weist auf verstärkte Magmazirkulation und Entgasung in oberflächennahen Bereichen hin. Am frühen Nachmittag intensivierte sich schließlich die Aktivität am bereits bestehenden Eruptionskegel: Gegen 13:15 Uhr wurde eine deutlich stärkere Entgasung beobachtet, bevor Überflüge kurz darauf bestätigten, dass Magma die Oberfläche erreicht hatte. Im Inneren des Kegels bildete sich ein kleiner Lavasee.

Im weiteren Verlauf fluktuierte die Aktivität. Phasen ohne sichtbare Oberflächenaktivität wechselten sich mit Auswürfen glühender Lava ab, während derer der Tremor deutlich anstieg. Gleichzeitig reaktivierten sich die bereits in den ersten beiden Eruptionsphasen im Februar und März entstandenen Lavatunnel. Dort kam es erneut zu Lavaströmen und kleineren Ausbrüchen im bestehenden Lavafeld.

Am 9. April setzte sich die Eruption fort. Lava floss weiterhin langsam aus dem Kegel, begleitet von sichtbaren Lavaauswürfen. Die Aktivität war unter anderem vom Aussichtspunkt Piton Bert aus gut zu beobachten und unterstrich die anhaltende Dynamik des Systems.

Eine unerwartete Entwicklung brachte heute Morgen neue Veränderungen: Oberhalb des bestehenden Kegels öffnete sich entlang der ursprünglichen Spaltenzone ein neuer Krater, aus dem sich eine kleine Lavafontäne manifestierte. Gleichzeitig nahm die Aktivität am Hauptkegel etwas ab, obwohl der Lavasee im Inneren bestehen blieb.

Die Lava emittiert eine hohe Thermalstrahlung mit einer Leistung von fast 1400 MW, die zum einen von dem Lavasee und der Lavafontäne stammt, zum anderen aber auch von oberflächlich fließenden Lavaströmen.

Der aktuelle Ausbruch ist durch wiederholte Reaktivierungen bestehender Strukturen geprägt. So etwas ist am Piton de la Fournaise bereits früher vorgekommen, doch es entspricht nicht unbedingt dem typischen Verhalten des Vulkans, das wir in den letzten Jahren gesehen haben.

Piton Fournaise: Wiederaufnahme des Vulkanausbruchs am 8. April

Plötzlicher Tremoranstieg und Lava im Krater – erneute Wiederaufnahme der vulkanischen Aktivität am Piton Fournaise

Der französische Vulkan Piton de la Fournaise auf der Insel La Réunion überrascht abermals mit der Wiederaufnahme des Vulkanausbruchs, der am 13. Februar begann. Es ist das dritte Mal, dass der Feuerberg nach der scheinbaren Beendigung seiner Aktivität diese wieder aufnimmt.

Tremor

Wie das Observatorium OVPF-IPGP heute Mittag meldete, wird seit den frühen Morgenstunden gegen 5:30 Uhr Ortszeit eine deutliche Zunahme der Tremoramplitude registriert, was auf eine verstärkte Magmazirkulation und intensive Entgasungsprozesse in geringen Tiefen hinweist. Im Verlauf des Tages verstärkte sich die Aktivität weiter: Ab etwa 13:15 Uhr wurde eine markante Zunahme der Gasemissionen am bestehenden Eruptionskegel beobachtet. Die Entgasungen zeigen, dass Magma erneut die Oberfläche erreicht hatte – eine Einschätzung, die gegen 14:00 Uhr durch einen Überflug der Gendarmerie bestätigt wurde. Im Inneren des bereits im Februar entstandenen Schlackenkegels wurde ein kleiner Lavasee gesichtet. Die Lava verließ zu diesem Zeitpunkt noch nicht sichtbar den Krater, wobei die Möglichkeit besteht, dass sie unterirdisch abfließt.

Die aktuelle Aktivität wird nicht als neuer Ausbruch gewertet, sondern als dritte Phase der seit dem 13. Februar andauernden Eruption, da keine Hinweise auf eine frische Magmainjektion vorliegen und derselbe Förderschlot aktiv ist. Es handelt sich also um eine episodisch ablaufende On/Off-Eruption.

Die chronologische Betrachtung bestätigt den episodischen Verlauf: Die erste Eruptionsphase begann am 13. Februar gegen 10:00 Uhr und dauerte bis zum 25. März um 16:30 Uhr. In diesem Zeitraum etablierte sich der Eruptionskegel an der Ost-Südost-Flanke des Vulkans. Lavaströme überquerten die Küstenstraße und mündeten am 16. März ins Meer. Die Eruption stoppte am 25. März. Nach einer kurzen Ruhephase setzte am 28. März um 15:00 Uhr die zweite Phase ein, die jedoch nur bis zum 3. April um 00:10 Uhr anhielt. Am gleichen Tag wurde erneut Tremor registriert, der auf fortbestehende Aktivität im Untergrund hindeutete. Diese Signale verstärkten sich schließlich am 8. April deutlich und führten zur nun bestätigten Wiederaufnahme der Oberflächenaktivität.

Piton Fournaise: Neuer Lavastrom überquert Strasse

Eruption am Piton Fournaise stabilisierte sich – neuer Lavastrom unterbricht Küstenstrasse

Die Eruption am Süd-Südosthang des Piton de la Fournaise geht weiter und hat nach dem kurzen Rücksetzer vorgestern wieder deutlich an Dynamik gewonnen. Heute Abend um 21:25 Uhr Lokalzeit überquerte ein weiterer Lavastrom die Nationalstraße RN 2 oberhalb der Küste. Die neue Unterbrechung liegt 300 m von der ersten Stelle entfernt, an der die Lava die Straße unterbrach. In dem neu gebildeten Schlackenkegel brodelt ein Lavapond.

Lavastrom

Die Lava brodelt seit dem 28. März wieder in dem Kegel, der sich bereits zwischen dem 13. Februar und dem 25. März gebildet hatte. Damit knüpft die aktuelle Phase direkt an die vorherige Aktivität an, ohne dass sich ein neuer Ausbruchspunkt gebildet hat.

Der Lavaspiegel im Kegel steht hoch, immer wieder steigen Gasblasen auf, die für starke Turbulenzen sorgen. Dabei kommt es regelmäßig zu kleineren Überläufen, wenn Lava über den Kraterrand schwappt. Dieses Verhalten deutet auf eine kontinuierliche, wenn auch nicht extrem starke Magmazufuhr hin.

Unterhalb des Kegels dominiert ein gut entwickeltes System aus Lavatunneln das Geschehen. Die Lava fließt größtenteils im Verborgenen und tritt nur an einzelnen Stellen wieder an die Oberfläche. Besonders im Bereich der „Grandes Pentes“ sind mehrere dieser Austrittsstellen sichtbar. Aktuell ist jedoch nur der südliche Arm des Lavafeldes aktiv, der dem Verlauf des früheren Hauptstroms folgt.

Dieser Strom hatte bereits Mitte März das Meer erreicht – und auch jetzt gelangt weiterhin Lava bis zur Küste. Allerdings ist die Zufuhr deutlich schwächer geworden. Die Küstenplattform wird derzeit nur gering oder zeitweise gar nicht gespeist. Dennoch steigt weiterhin eine schwache, aber potenziell gefährliche Gaswolke auf, sobald Lava ins Meer eintritt. Diese sogenannte „Laze“ kann Atemwege, Haut und Augen reizen.

Parallel dazu zeigt die instrumentelle Überwachung eine zunehmende seismische Aktivität. Über 90 Erdbeben an einem Tag sowie eine leichte Absenkung des Vulkangebäudes deuten darauf hin, dass sich das oberflächennahe Magmareservoir langsam entleert. Trotz dieser Veränderungen bleibt der vulkanische Tremor insgesamt stabil.

Die Lage bleibt dynamisch – sowohl eine Abschwächung als auch eine erneute Intensivierung der Eruption sind möglich. Sie könnte auch stabil eine Weile weitergehen.

Piton Fournaise: Vulkanausbruch geht am 30. März weiter

Totgesagte leben länger: Vulkanausbruch am Piton Fournaise geht am 3. Tag nach Pause weiter

Der Vulkanausbruch am Piton Fournaise geht auch am 3. Tag nach seiner Pause weiter. Diese dauerte vom 25. bis zum 28. März. Die Lava floss gestern im oberen Bereich des Vulkans überwiegend durch unterirdische Tunnel und trat am Hang des Grand Pentes zutage. Heute schwächte sich die Lavaförderrate aber wieder ab und es floss nur wenig Lava an der Oberfläche.

Seit der Reaktivierung der Eruption am 28. März speiste der Schlot im Schlackenkegel auf 2056 m Höhe wieder den Lavastrom des südlichen Lavafelds, während der Nordstrom inaktiv blieb. Die Förderrate blieb aber deutlich hinter jener in der Hauptphase der Eruption vor der Pause zurück. Die Aktivität konzentrierte sich somit auf das bereits bekannte Fördersystem, neue Spalten öffneten sich nicht.
In den frühen Morgenstunden des 29. März bestätigten Messdaten eine Zunahme des Tremors, der mit der Bewegung von Magma zusammenhängt. Gleichzeitig registrierten die Instrumente eine leichte Inflation des Vulkangebäudes, was als ein Hinweis darauf gilt, dass frisches Magma aus der Tiefe aufstieg. Die sichtbare Aktivität an der Oberfläche blieb begrenzt: Nur der südliche Lavastrom wurde gespeist, der sich vor allem durch bestehende Lavatunnel bewegte. Dadurch war an der Oberfläche nur wenig Lava zu beobachten, obwohl im Untergrund weiterhin Material transportiert wurde. Zeitweise bestand die Möglichkeit, dass Lava erneut ins Meer gelangt, was sich bis jetzt aber nicht bestätigte.

Bereits heute kam es zu einer Abschwächung der Tätigkeit. Der Tremor ging spürbar zurück, was auf eine sinkende Förderrate hindeutet. Auch an der Oberfläche war kaum noch Aktivität zu erkennen: Lavafontänen blieben weitgehend aus, und die Lavaströme wurden nur noch schwach versorgt. Die seismische Aktivität blieb niedrig, und es wurden keine nennenswerten Bodenverformungen mehr registriert – ein Zeichen dafür, dass der Nachschub aus der Tiefe weitgehend versiegt ist.

Ob die Eruption in Kürze vollständig endet oder sich in einer neuen Phase erneut verstärken wird, bleibt vorerst offen.

Piton Fournaise: Wiederaufnahme des Tremors

Erneut Tremor am Piton Fournaise detektiert – Vulkan nimmt Ausbruch möglicherweise wieder auf

Am Piton Fournaise detektiert das seismische Netzwerk des OVPF erneut Tremor. Die Tremorquelle liegt im Bereich des jüngst aktiv gewesenen Schlackenkegels, der sich bei der Eruption bildete, die zwischen dem 13. Februar und dem 25. März aktiv gewesen war. Aufgrund dichter Bewölkung gibt es aber keine visuellen Beobachtungen des Geschehens und somit kann ein Wiederaufleben der Eruption noch nicht bestätigt werden.

Tremor

Aus einer Notiz des OVPF geht hervor, dass die Wiederaufnahme des Tremors gegen 15:00 Uhr Ortszeit begann. Das Signal wird als schwach beschrieben, aber man verweist auf die Möglichkeit einer Verstärkung in den nächsten Stunden. Das Auftreten dieses Tremors deutet auf den Austritt heißer, glühender Gase an der Oberfläche hin und lässt auch die Möglichkeit eines Lavastroms vermuten.

Am Piton de la Fournaise wurden bereits in der Vergangenheit Wiederaufnahmen der Eruptionsaktivität nach Unterbrechungen beobachtet, insbesondere während der Eruptionen von August bis Oktober 2015 sowie im Februar 2019. Es gilt weiterhin die Warnstufe: 2,2 und der Zugang zur Caldera bleibt gesperrt.

Erstaunlicherweise galten für den Küstenbereich nicht so strenge Sperrvorschriften und zahlreichen Vulkanspottern, Touristen und Einheimischen gelang es, bis zum Ocean Entry vorzudringen, obwohl die Küstenstraße weit vor den Stellen, an denen sie durch die Lavaströme unterbrochen worden war, abgesperrt wurde.

Feuerflüsse 2007

Im Jahr 2004 konnte man vergleichsweise einfach bis zum Ocean Entry vordringen und es wurden Pfade und Aussichtspunkte in sicherer Entfernung zum Lavadelta angelegt. Bei der besonders starken Eruption von 2007 hingegen war das Areal großräumig gesperrt und streng kontrolliert. Tatsächlich schickte man sogar Gendarmen los, um mich und meinen Filmpartner Chris damals im Gelände zu suchen, nachdem man unseren geparkten Wagen gesehen hatte. Dank Presseausweis bleibt ein Bußgeld aus, doch verlassen mussten wir das Eruptionsgebiet trotzdem. Der Ausbruch hatte aber auch eine völlig andere Dimension als der Ausbruch von 2004 oder der aktuelle.

Update 17:00 Uhr: Der Tremor steigt weiter und auf einem Livecambild ist rot illuminierter Dampf über dem Kegel auf 2056 m Höhe zu erkennen. Es zirkuliert also wieder Lava im Schlot.