Piton de la Fournaise zeigt anhaltenden Magmenaufstieg

Piton de la Fournaise unter Druck: Magma bleibt in Bewegung und bereitet Vulkanausbruch vor

Der Piton de la Fournaise zeigt weiterhin klare Anzeichen innerer Unruhe, die von aufsteigendem Magma verursacht wird. Nach mehreren magmatischen Intrusionen in den letzten Wochen hält die erhöhte Aktivität unter dem Gipfel an. Seismische Messungen und Deformationsdaten deuten darauf hin, dass das oberflächennahe Magmareservoir weiter unter Druck gerät: ein Zustand, der in einem Ausbruch gipfeln kann.

Distanzvergrößerung am Piton Fournaise. © OVPF

Bereits im Dezember 2025 hatte sich eine entsprechende Entwicklung abgezeichnet. Am 14. Dezember 2025 endete eine mehrjährige Phase relativer Ruhe und der Piton Fournaise begann, sich aufzublähen. Die Inflation gilt als Zeichen dafür, dass Magma in flache Speicherzonen aufsteigt und dort Druck aufbaut. Der Prozess kulminierte schließlich in mehrere Intrusionen, eine erst zu Jahresbeginn, bei der Magma in das Fördersystem eindrang, ohne jedoch die Oberfläche zu erreichen.

Seitdem registrieren die Überwachungsstationen eine anhaltende seismische Aktivität. Im Durchschnitt werden rund dreißig flache vulkanotektonische Erdbeben pro Tag registriert. Sie liegen in Tiefen zwischen 1,5 und 2,2 Kilometern und konzentrieren sich unter dem nördlichen und südlichen Rand des Dolomieu-Kraters. Diese Beben spiegeln Spannungsbrüche im Gestein wider, verursacht durch das Eindringen und Umlagern von Magma.

Parallel dazu bleibt auch eine tiefere, wenn auch schwache Seismizität bestehen. Ein einzelnes vulkanotektonisches Erdbeben konnte in rund neun Kilometern Tiefe unter dem nordwestlichen Gipfelbereich lokalisiert werden. Solche Signale gelten als Hinweis darauf, dass weiterhin Magma aus tieferen Zonen in das flache System nachgeliefert wird.

Die anhaltende Aufblähung des Gipfelbereichs bestätigt dieses Bild: Der Druck im oberflächennahen Reservoir nimmt nicht ab. Erfahrungsgemäß kann eine solche Phase Tage, Wochen oder sogar Monate dauern. Ob es letztlich zu einem Ausbruch kommt, hängt davon ab, ob das „Dach“ des Reservoirs nachgibt – oder ob der Druck wieder abgebaut wird, ohne dass Magma austritt.

Derzeit gilt weiterhin die Warnstufe „Wachsamkeit“ Die Situation bleibt dynamisch, und Schwankungen der seismischen Aktivität sind typisch für diese Phase.

Piton de la Fournaise weiterhin im Alarmzustand

Piton de la Fournaise: Magmaintrusion gestoppt – Alarmstufe weiter erhöht

Der französische Vulkan Piton de la Fournaise auf der Insel La Réunion (Indischer Ozean) zeigt weiterhin Zeichen erhöhter Aktivität, obwohl die jüngste Magmaintrusion vom 1. Januar 2026 als endgültig gestoppt gilt. Nach einer intensiven seismischen Krise am Morgen des Neujahrstags hatte sich die Lage zunächst zugespitzt, und viele Beobachter hofften auf einen baldigen Ausbruch. Doch das erwartete Magma kam -zum wiederholten Mal- nicht an die Oberfläche.

Fournaise

Trotzdem bleibt die Situation angespannt: In den vergangenen Stunden ist die seismische Aktivität erneut auf ein Niveau angestiegen, das mit jenem vor der Intrusion vergleichbar ist. Wissenschaftler berichten von etwa ein bis drei Erdbeben pro Stunde. Parallel dazu wird eine langsame, aber kontinuierliche Aufblähung des Gipfelbereichs registriert, was als ein deutliches Zeichen für eine anhaltende Druckzunahme im oberflächennahen Magmareservoir des Piton Fournaise interpretiert wird.

Dieser Druckaufbau kann mehrere Tage, Wochen oder sogar Monate andauern, bevor das Reservoirdach bricht und Magma aufsteigt, was einen Ausbruch auslösen könnte. Gleichzeitig ist es aber auch möglich, dass dieser Prozess ohne kurzfristige Eruption endet.

Vor diesem Hintergrund hat die Präfektur von Réunion den Notfallplan ORSEC angepasst und die Alarmstufe 1 – die höchste Gefahrenstufe – wieder aktiviert. Dies bedeutet eine erhöhte Wachsamkeit, jedoch keine akute Eruption. Der Zugang zum oberen Teil der Caldera wurde unter Auflagen wieder freigegeben. Nur bestimmte Wanderwege sind geöffnet, während kritische Bereiche weiterhin gesperrt bleiben.

Die Behörden betonen, dass die Lage dynamisch bleibt. Eine neue Magmaintrusion oder eine plötzliche Zunahme der Aktivität könnten jederzeit zu einer weiteren Eskalation führen. Besucher und Anwohner werden daher dringend gebeten, die Sicherheitshinweise genau zu beachten. Doch auch wenn es zur Eruption kommen sollte, besteht für die Anwohner des Vulkans nur eine geringe Gefahr, dass die Lava bewohntes Gebiet erreicht. Von daher dürfen Vulkanspotter auf eine eruption hoffen.

Piton de la Fournaise: Magmaintrusion am 1. Januar 2026

Erdbebenkrise am Piton de la Fournaise vorerst gestoppt – Magma blieb in der Tiefe

Die zweite spannende Meldung des jungen Jahres stammt vom Piton de la Fournaise auf La Réunion, wo ein Schwarmbeben nebst Bodenhebung die Intrusion eines weiteren magmatischen Gangs signalisierten. Doch die seismische Krise währte nur kurz und das Magma schaffte es ein weiteres Mal nicht, die Oberfläche zu durchbrechen.

Piton Fournaise. ©OVPF

Wie aus einem Kommuniqué des OVPF-IPGP hervorgeht, begann die seismische Aktivität am Neujahrsmorgen gegen 4:45 Uhr Ortszeit und hat sich inzwischen deutlich abgeschwächt. Die Krise gilt derzeit als gestoppt, auch wenn weiterhin eine gewisse Restaktivität beobachtet wird.

Zwischen 4:00 und 6:00 Uhr wurden insgesamt 304 oberflächliche vulkanotektonische Erdbeben registriert. Die meisten dieser Beben hatten Magnituden unter 1 und konzentrierten sich unter dem Dolomieu-Krater, in Tiefen zwischen etwa 1,2 und 2,4 Kilometern unter der Oberfläche. Parallel dazu wurden rasche Bodenverformungen in der oberen Vulkanzone gemessen, die weniger als eine Stunde anhielten und Werte von bis zu 10 Mikroradian erreichten.

Nach Einschätzung der Vulkanologen handelt es sich bei diesem Ereignis um einen sogenannten Magma-Einbruch. Dabei wurde Magma aus dem oberflächennahen Reservoir, der etwa 1,5 bis 2 Kilometer unter dem Gipfel liegt, in das umgebende Gestein injiziert, ohne jedoch die Oberfläche zu erreichen. Der Ausbruch brach somit ab, vermutlich weil der magmatische Überdruck nicht ausreichte, um den Aufstieg bis zur Oberfläche fortzusetzen. Ein schwaches Jerk-Signal an der Station Rivière de l’Est bestätigte diese Magmainjektion zusätzlich.

Seit dem Ende des Eindringens hat die Seismizität deutlich abgenommen und liegt nun bei etwa zwei Erdbeben pro Stunde. Dies deutet darauf hin, dass die Magma-Progression in der Tiefe gestoppt ist, gleichzeitig aber weiterhin Druck im Magmaspeicher besteht. Für die kommenden Stunden schließen die Fachleute weder ein endgültiges Abklingen noch eine erneute Aktivierung aus.

Der aktuelle Einbruch reiht sich in eine Phase erhöhter vulkanischer Aktivität ein, die seit dem 22. November 2025 anhält. Bereits Anfang Dezember war es zu einem ähnlichen Ereignis gekommen. In der Vergangenheit gingen solche Magma-Einbrüche gelegentlich einem Ausbruch um mehrere Tage voraus, wie 2020 und 2022. Der Vulkan bleibt daher unter Alarmstufe 1 weiterhin unter enger Beobachtung.

Piton Fournaise: System steht unter Druck

Piton de la Fournaise zeigt weiterhin Aktivität – Druck im Magmareservoir bleibt hoch

Der Vulkan Piton de la Fournaise auf Réunion zeigt auch Ende Dezember erhöhte seismovulkanische Aktivität, die sich nach der seismischen Krise Anfang des Monats auf moderatem Niveau eingependelt hat. Das aktuelle Bulletin des Observatoire Volcanologique du Piton de la Fournaise (OVPF-IPGP) bestätigt anhaltenden Druckaufbau unter dem Gipfel des Vulkans.

Verlängerung Messdistanzen

Seit dem 12. Dezember registrieren die Messstationen täglich zwischen 11 und 15 flache vulkanotektonische Erdbeben in 0 bis 2,5 Kilometern Tiefe unterhalb des Gipfels. Diese Werte sind zwar niedriger als in den Wochen zuvor, liegen aber weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt seit 2023. Die anhaltende Seismizität deutet auf einen weiterhin hohen Druck im oberflächennahen Magmareservoir hin.

Begleitend zu den Erdbeben zeigt sich eine fortschreitende Aufblähung des Vulkans. GPS-Messungen seit Ende November verzeichnen eine Ausdehnung der Gipfelfläche um etwa 2,5 bis 3 Zentimeter, was ebenfalls auf eine Druckzunahme im Magmasystem hindeutet. Gasemissionen am Gipfel bleiben niedrig und liegen nahe der Nachweisgrenze, was typisch für Dampfimpulse aus dem hydrothermalen System ist.

Ein besonderes Ereignis ereignete sich am 5. Dezember: An diesem Tag kam es zu einem sprunghaften Anstieg der Erdbebenaktivität, mit einer deutlich erhöhten Zahl flacher vulkanisch-tektonischer Beben im Gipfelbereich. Dieses kurzzeitige Aufflackern der Seismizität wird als ein Zeichen einer kurzfristigen Druckentlastung oder Umverteilung im Magmareservoir gewertet. Es folgte jedoch keine unmittelbare Magmaintrusion oder Eruption, und die Aktivität stabilisierte sich danach wieder auf einem erhöhten Niveau.

Das Zusammenspiel von andauernder Seismizität und Deformation zeigt, dass der Druck im Magmareservoir weiter steigt. Dies kann sich über Tage, Wochen oder Monate hinziehen, bevor ein Ausbruch einsetzt – oder auch ohne Eruption wieder abklingen. Die Warnstufe bleibt daher auf Wachsamkeit bzw. Gelb.

Der Fournaise ruht seit seiner letzten Eruption im Frühjahr 2023. Über weite Zeiträume des scheidenden Jahres wurde eine leichte Deflation im Gipfelbereich registriert und die Vulkanologen erklärten die langjährige Eruptionsphase mehr oder weniger für beendet.

Piton de la Fournaise 1. Anlauf zum Vulkanausbruch gescheitert

Schwarmbeben am Piton de la Fournaise: Magmaaufstieg stoppte nach 4 Stunden

Am Piton de la Fournaise hat sich in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember 2025 eine intensive seismische Krise ereignet. Die Erdbebenserie begann am Freitag um 22:30 Uhr und flaute in den frühen Morgenstunden des folgenden Tages deutlich ab. Das Vulkanologische Observatorium (OVPF) erklärt die Krise inzwischen für beendet, betont jedoch, dass die seismische Aktivität weiterhin erhöht ist und der Untergrund unter Druck durch die Intrusion eines Magmenkörpers steht.

Zwischen 22:00 und 23:00 Uhr wurden 173 vulkanisch-tektonische Beben im Gipfelbereich registriert. In der Stunde darauf waren es noch 88, zwischen Mitternacht und 1:00 Uhr 33 und zwischen 1:00 und 2:00 Uhr schließlich 16. Lokalisierbare Erschütterungen konzentrierten sich am nordöstlichen und südöstlichen Rand des Dolomieu-Kraters in Tiefen von rund 1,8 bis 2,3 Kilometern. Begleitet wurden die Beben von schnellen, leichten Bodenverformungen, die weniger als eine Stunde anhielten. Die stärkste Aktivitätsphase zwischen 22:30 und 23:33 Uhr deutete auf einen tiefen Magmaeinbruch hin: Magma trat aus dem oberflächennahen Reservoir aus und bewegte sich in einem Gang Richtung Oberfläche, erreichte diese aber nicht.

Der Rückgang der Bodenverformungen und der Seismizität zeigt, dass der Magmaaufstieg gestoppt hat. Dennoch bleibt die Lage angespannt. Die Präfektur hält Alarmstufe 1 des Notfallplans aufrecht: Das bedeutet, dass sehr wahrscheinlich ein Vulkanausbruch bevorsteht. Der Zugang zum gesamten Vulkangebiet – einschließlich der großen Hänge und des Pas de Bellecombe – bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Alle möglichen Entwicklungen gelten derzeit als offen.

Nachdem es in den letzten anderthalb Jahren am Fournaise ungewöhnlich ruhig war und sogar Deflation registriert wurde, reaktiviert sich die Aktivität des Vulkans seit letztem Monat, wobei sich der Prozess in der vergangenen Woche deutlich beschleunigte.

Der Piton de la Fournaise gehört zu den aktivsten Vulkanen der Welt. Auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean gelegen, bricht er im Durchschnitt alle neun Monate aus. Der letzte Ausbruch ereignete sich vom 2. Juli bis 10. August 2023. Seitdem befand sich der Schildvulkan, der politisch zu Frankreich und somit zur EU-gehört, in einer Ruhephase.

Piton de la Fournaise: Neuer Vulkanausbruch droht

Vulkanausbruch am Piton de la Fournaise im Jahr 2007. © Marc Szeglat

Anhaltende seismische Unruhe am Piton de la Fournaise – Deutliche Aufblähung des Vulkans registriert

Am Piton de la Fournaise auf La Réunion verstärkte sich die seismische Aktivität weiterhin. Laut dem vorläufigen Tagesbericht des OVPF-IPGP vom 3. Dezember wurden insgesamt 85 vulkanisch-tektonische Erdbeben unter dem Gipfel des Vulkans registriert. Die Beben entstanden infolge von Gesteinsbruch durch aufsteigendes Magma, das sich in geringer Tiefe unter dem Dolomieu ansammelt. Es kommt zu Bodenhebung, die 14 Felsstürze im Bereich des Hauptkraters auslöst. Die Warnstufe bleibt weiterhin auf „Gelb“ gesetzt.

Das stärkste registrierte vulkanotektonische Beben erreichte eine Magnitude von 0,99 und dauerte knapp neun Sekunden. Außerhalb des Massivs traten am 3. Dezember keine nennenswerten lokalen Erschütterungen auf.

Als besorgniserregend angesehen werden die Ergebnisse der jüngsten GPS-Messungen, die sowohl im Gipfelbereich als auch im Fernfeld eine Aufblähung des Vulkangebäudes anzeigen. Die Daten deuten auf zwei Druckzonen hin: eine oberflächennahe Quelle, die für die Aufblähung am Gipfel verantwortlich ist, sowie eine tiefere Quelle, die zu einer großräumigen Deformation der Insel führt. Beide Entwicklungen gelten als typische Vorzeichen zunehmender magmatischer Aktivität.

Die über ein Jahr verfolgten GPS-Basislinien bestätigen diesen Trend: Ein anhaltender Anstieg weist auf ein fortschreitendes Anschwellen des Vulkans hin. Frühere Anstiege dieser Art standen häufig im Zusammenhang mit bevorstehenden Eruptionsphasen.

Geochemisch bleibt die Lage komplex. Die diffusen CO₂-Emissionen zeigen seit dem großen Ausbruch 2023 zwar insgesamt einen rückläufigen Trend, allerdings kommt es weiterhin zu episodischen Anstiegen. Eine solche Phase begann im September 2025 und hält derzeit an.

Die am Gipfel gemessenen SO₂- und H₂S-Konzentrationen liegen nach wie vor nahe der Nachweisgrenze. In Kombination mit ansteigenden Wasserdampfwerten deutet dies jedoch auf eine leichte Intensivierung der hydrothermalen Aktivität hin. Seit dem 10. November wird erneut eine Periode ungewöhnlich niedriger Schwefelkonzentrationen beobachtet.

Auch wenn viele der im Bericht veröffentlichten Daten noch vorläufig sind, zeichnen die aktuellen Messungen das Bild eines Vulkans unter zunehmendem inneren Druck. Es ist weniger eine Frage, ob der Piton de la Fournaise ausbrechen wird, als wann. Allzu lange kann es meiner Meinung nach nicht mehr dauern und die Tage der Ruhe sind gezählt.

Piton de la Fournaise: Zunahme der Seismizität seit 26. November

Vulkanerwachen auf La Réunion – Seismizitätsanstieg am Piton de la Fournaise beunruhigt Vulkanologen

Auf der französischen Insel La Réunion sorgt eine Zunahme der seismischen Aktivität unter dem Gipfel des Schildvulkans Piton de la Fournaise derzeit für Sorgen unter Vulkanologen: Seit dem 26. November registrieren die Überwachungsstellen des OVPF-IPGP deutlich mehr Erdbeben im Bereich des Vulkans. Die Häufigkeit der Erdbeben verdreifachte sich von einem Ereignis pro Stunde auf über drei pro Stunde. Der Vulkan könnte sich auf einen neuen Ausbruch vorbereiten und damit eine ungewöhnlich lange Eruptionspause beenden.

Der Piton de la Fournaise gilt als einer der aktivsten Vulkane weltweit. Der Vulkan aus Basaltlava erhebt sich 2632 Meter über dem Meeresspiegel und gehört zu jenen Vulkangiganten, die regelmäßig ausbrechen. Die Eruptionen erfolgen meistens in Form ruhiger Lavaströme, die aber in seltenen Fällen bis zur Küste hinabreichen können. Die meisten Eruptionen spielen sich jedoch innerhalb der großen Caldera – der Enclos Fouqué – ab, was das Risiko für die Bevölkerung in besiedelten Gebieten relativ gering hält.


Seit der letzten Eruption im Juli/August 2023 herrschte eine vergleichsweise lange Ruhephase, was für einen Vulkan mit durchschnittlich zwei Ausbrüchen pro Jahr ungewöhnlich lange ist.

Doch nun deuten die aktuell verstärkten Erschütterungen unterhalb des Gipfels auf einen Druckaufbau im oberflächennahen Magmareservoir hin. Solche Entwicklungen können auf eine bevorstehende Eruption hindeuten. In der Vergangenheit begann eine Phase erhöhter Seismizität oft eine Woche vor einem Ausbruch. Allerdings ist ein Ausbruch nicht garantiert: Es kann unter Umständen Monate dauern, bis der Druck eine kritische Schwelle erreicht – oder sich der Zustand ohne Eruption wieder stabilisiert.

Das OVPF-IPGP hat daher seine Wachsamkeit erhöht und die Situation intensiv im Blick. Sollten neue alarmierende Zeichen wie Bodenhebungen oder anhaltender Tremor auftreten, könnten Schutzmaßnahmen eingeleitet werden. Bereits jetzt gilt die Aufforderung, dass sich Wanderer innerhalb der Caldera nur auf Wegen aufhalten sollten. Bewohner und Touristen werden aufgerufen, die Hinweise der Behörden aufmerksam zu verfolgen.

Normalerweise lösen Eruptionen einen wahren Ansturm an Schaulustigen aus, die zum Caldera-Rand pilgern, um die Eruptionen zu beobachten. Früher durfte man oft auch die Caldera betreten. In den letzten Jahren wurden aber auch hier die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verstärkt, was bei echten Vulkanspottern Frustration verursacht!

Piton Fournaise: Deflation gestoppt

Deflation am Piton de la Fournaise gestoppt – Trendwende erkennbar

Der Piton de la Fournaise ist ein Schildvulkan vom Hawaii-Typ und liegt auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean. Politisch gehört die Insel als französische Der Piton de la Fournaise ist ein Schildvulkan vom Hawaii-Typ und liegt auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean. Politisch gehört die Insel als französisches Überseedepartement zu Europa. Der Vulkan gilt als einer der aktivsten Feuerberge der Welt, obgleich er seit letztem Jahr schwächelt und seinen mehrjährigen Eruptionsrhythmus mit ca. 3 Ausbrüchen pro Jahr aufgab. Dem nicht genug, wurde in den letzten Monaten eine Subsidenz des Gipfelbereichs um gut 25 mm beobachtet. Und die Vulkanhänge flachten sich leicht ab. Doch nun deuten GNSS-Messungen eine Trendwende an und nach mehreren Monaten ohne Druckaufbau zeigt der Piton de la Fournaise nun Anzeichen einer erneuten magmatischen Aktivität. Die Messungen der Forscher vom OVPF registrieren eine leichte Aufwölbung am Gipfel, was darauf hindeutet, dass Magma allmählich unter dem Vulkan aufsteigt. Dieser sicherlich noch recht schwache Magmenaufstieg wurde von einigen vulkanotektonischen Erdbeben begleitet. Außerdem wurde ein Ausstoß von geringen Mengen an Schwefeldioxid (SO₂) und Schwefelwasserstoff (H₂S) festgestellt. Das deutet darauf hin, dass der Magmaaufstieg noch in einem frühen Stadium ist.

Mögliche Entwicklungen:

Die aktuelle Inflation könnte auf eine erneute Auffüllung des Magmareservoirs hindeuten. Dennoch gibt es verschiedene Szenarien und es ist nicht sicher, dass es in absehbarer Zeit wieder zu einem Vulkanausbruch kommen wird. Die Vulkanologen nennen drei mögliche Entwicklungsszenarien für die nächsten Wochen und Monate:

  • Das Magma verbleibt in der Tiefe, ohne einen Ausbruch zu verursachen, und die Aktivitätsparameter stabilisieren sich.
  • Die Aktivität nimmt zu, begleitet von einer Zunahme seismischer Ereignisse.
  • Der Druck reicht aus, um das Gestein zu brechen, was in den kommenden Wochen oder Monaten zu einem Ausbruch führen könnte.

Eine genaue Überwachung der geophysikalischen und geochemischen Parameter ist unerlässlich. Die aktuellen Anzeichen erfordern erhöhte Aufmerksamkeit, auch wenn ein unmittelbarer Ausbruch nicht sicher vorhergesagt werden kann. Es kann aber als wahrscheinlich angesehen werden, dass der Piton de la Fournaise eines Tages wieder ausbrechen wird. Mehrjährige Pausen gab es allerdings auch in den letzten Jahrzehnten immer wieder. Dabei zeigte sich der Trend, dass neue Eruptionen umso heftiger wurden, je länger der Vulkan zuvor pausiert und Kraft getankt hatte.

Piton Fournaise: Ende des Eruptionszyklus vermutet

Seismische Aktivität am Piton de la Fournaise gering – Ende des Eruptionszyklus möglich

Der Piton de la Fournaise liegt auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean vor Madagaskar und gilt als einer der aktivsten Vulkane der Welt. Es handelt sich um einen Schildvulkan vom Hawaii-Typ, der in den letzten Jahren vergleichsweise zuverlässig war und uns mit durchschnittlich 3 Eruptionen pro Jahr begeisterte oder beunruhigte, je nach Sichtweise und Betroffenheit. Doch im abgelaufenen Jahr blieben die Eruptionen aus. Der bislang letzte Ausbruch manifestierte sich vom 2. Juli bis 10. August 2023 und auf La Réunion blickt man auf fast eineinhalb eruptionslose Jahre zurück. Allerdings gab es im November 2023 und im März 2024 zwei Inflationsphasen, als Magma bis in wenigen Kilometern Tiefe unter dem Krater Dolomieu aufgestiegen war. Es gab sogar seismische Krisen nebst Druckerhöhung im flach liegenden Speichersystem des Fournaise und man rechnete mit Vulkanausbrüchen, die dann doch ausblieben.

Seit April 2024 hat die seismische Aktivität dann abgenommen und eine leichte Deflation der vulkanischen Struktur wurde gemessen. Dieser Trend hielt auch zum Jahresende 2024 an: Im zuletzt veröffentlichten Monatsbulletin des OVPF für den November hieß es, dass es 25 oberflächliche vulkanisch-tektonische Erdbeben gegeben hat. Zudem wurden 10 tiefe Erdbeben und 11 Erdbeben mit langer Periode registriert. Die Klinometer und GNNS-Messstationen stellten weiterhin eine leichte Subsidenz fest, in deren Folge im Gipfelbereich 167 Erdrutsche auftraten.

Die OVPF-Forscher stellten nun die These auf, dass der Piton de la Fournaise seinen aktuellen Eruptionszyklus beendet haben könnte und dass der Vulkan nun in eine Ruheperiode eintritt, während der sich das tiefere Magmaspeichersystem wieder auflädt. Diese These wird durch Analysen des Strontium-Verhältnisses (87Sr/86Sr) in Laven unterstützt. Generell wurde festgestellt, dass zu Beginn eines Zyklus die geförderte Schmelze höhere Strontiumverhältnisse enthält als die Laven zum Ende eines dieser mehrjährigen Zyklen. Ein hohes Strontiumverhältnis deutet auf einen hohen Schmelzanteil im Magmensystem hin. Am Ende des Zyklus sinken diese Werte und zeigen an, dass der Schmelzanteil weitestgehend erschöpft ist. Die Laven des letzten Ausbruches im Sommer 2023 zeigten ein extrem niedriges Strontiumverhältnis, was zusammen mit den anderen geringen geophysikalischen Messgrößen andeutet, dass der aktuelle Eruptionszyklus beendet sein könnte.

Ein Jahr ohne Ausbruch gab es zuletzt 2013. Die längste Ruheperiode des Piton de la Fournaise in diesem Jahrtausend dauerte 1288 Tage, von Dezember 2010 bis Juni 2014. Solche Phasen der Inaktivität sind keine Seltenheit, da die vulkanische Aktivität in Zyklen erfolgt, die regelmäßig durch mehrere Jahre ohne Ausbrüche unterbrochen werden.